Justizministerium verfasst Gesetzentwurf in weiblicher Form

Der Spiegel berichtet:

Justizministerium verfasst Gesetzentwurf in weiblicher Form

Es geht um „Gläubigerinnen“ und „Inhaberinnen“: Das Justizministerium hat einen Gesetzentwurf im generischen Femininum verfasst. Das Innenministerium zeigt sich wenig begeistert.
Das Justizministerium hat einen Gesetzentwurf komplett in weiblicher Form verfasst – und sorgt nun für Unmut bei den Kolleginnen des Innenministeriums. Das aus dem Haus von Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) verfasste Papier enthält Formulierungen wie „Haftung der Schuldnerin“ und „Geschäftsleiterinnen“. Nun haben Mitarbeiterinnen aus dem Innenministerium Widerspruch eingelegt.
Was für ein Schwachsinn. Hier mal aus dem ersten Paragrafen:
(1) Ist die juristische Person oder die Gesellschaft ohne Rechtspersönlichkeit drohend zahlungsunfähig (§ 18 der Insolvenzordnung), wahren die Geschäftsleiterinnen die Interessen der Gesamtheit der Gläubigerinnen. Die Mitglieder der Überwachungsorgane wachen über die Einhaltung dieser Pflichten. Beschlüsse und Weisungen der Überwachungsorgane und anderer Organe sind unbeachtlich, soweit sie der nach Satz 1 und 2 gebotenen Wahrung der Gläubigerinteressen entgegenstehen
So etwas geschieht ja nicht einfach so und ohne Deckung von Abteilungsleitern und der Ministerin. Und wenn doch, dann hätte Lambrecht ihren Laden nicht im Griff beziehungsweise sollte Köpfe rollen lassen.
Bei der Bezeichnung von Gesellschaften hätten man die weibliche Form noch verwenden können, da diese weiblich sind, aber bei Geschäftsleiterin und Gläubigerin? Und das auch noch in einer Vorschrift, die wesentliche Pflichten bei Zahlungsunfähigkeit regelt?
Da musste eigentlich klar sein, dass das so nicht durchgehen kann.
Es war also ein Entwurf, der lediglich provozieren und Grenzen austesten sollte.
Ob angesichts der Corona-Krise mit einer Vielzahl nur aufgeschobener Insolvenzen dieses Gesetz das Richtige war für so etwas? Aus deren Sicht vielleicht ja, weil es dann eher wahrgenommen wird als bei einem unwichtigen Randgesetz.
Ein Gesetzesentwurf als Publicity-Stand.
Ein Sprecher im Justizministerium bestätigte den Vorgang dem SPIEGEL am Montag: Es sei zutreffend, dass im Entwurf „häufig feminine Bezeichnungen insbesondere für juristische Personen“ gewählt wurden. Die „Bild“-Zeitung hatte zuerst über den Vorgang berichtet. Der Referentinnenentwurf unter dem Titel „Unternehmensstabilisierungs- und Restrukturierungsgesetz“ regelt Firmenpleiten und Gläubigerinnenschutz.
„Gläubigerinnenschutz“? Eigentlich ja Gläubigerschutz oder meinetwegen Gläubigerinnen und Gläubigerschutz. Aber sicherlich nicht Gläubigerinnenschutz.
Die Nutzung weiblicher statt männlicher Bezeichnungen habe laut dem Sprecher des Justizministeriums fachliche Gründe gehabt. Juristische Personen wie GmbH seien nun mal oft weiblich – und um solche gehe es vorrangig. Generell würden die Mitarbeiterinnen im Justizministerium darauf achten, die Gleichstellung von Frauen und Männern „auch sprachlich zum Ausdruck zu bringen“. Ob es das erste Mal ist, dass das Haus ein Gesetz in weiblicher Form entwirft, konnte der Sprecher nicht bestätigen.
Was für eine bescheuerte Ausrede. Auch wenn Gesellschaften weiblich sind, Geschäftsführerinnen und Gläubiger sind es nicht. Da hätten sie wenigstens mutig dazu stehen sollen, dass sie bewußt provozieren bzw „zum Nachdenken anregen“ wollen.
Das generische Femininum verwendet den weiblichen Begriff, um weibliche wie männliche Personen einzuschließen: Wird von Inhaberinnen statt Inhabern geschrieben, sind Inhaberinnen und Inhaber gemeint. Im Gesetz klingt das unter anderem so: „Der angemessenen Beteiligung einer Gruppe von Gläubigerinnen steht es in Abweichung von Absatz 2 Nummer 2 nicht entgegen, wenn die Schuldnerin oder eine Inhaberin von Anteils- oder Mitgliedschaftsrechten wirtschaftliche Werte behält.“
Nur gibt es eben im normalen Sprachgebrauch kein generisches Femininum.

Aus dem Innenministerium von Horst Seehofer (CSU) heißt es laut „Bild“-Zeitung, der Referentinnenentwurf müsse „an die geltenden Regelungen“ angepasst werden: „Während das generische Maskulinum Frauen mit einschließt, ist ein generisches Femininum […] im vorliegenden Zusammenhang nicht anerkannt. Die Richtigkeit der Sprache muss insbesondere bei Gesetzestexten, auch im Hinblick auf die Rechtsförmlichkeit, gewährleistet sein.“

In der Tat. Das war aber auch vorher jedem klar.

In der Bundespressekonferenz ergänzte ein Sprecher des Innenministeriums, die Formulierungen des Gesetzentwurfs hätten „bei formaler Betrachtung zur Folge, dass das Gesetz gegebenenfalls nur für Frauen oder Menschen weiblichen Geschlechts gilt und damit höchstwahrscheinlich verfassungswidrig wäre“. Eine Anpassung sei nötig – „unabhängig davon, ob ein bestimmter gesellschaftlicher Zustand gewünscht ist“, sagte der Sprecher. Das generische Femininum sei „zur Verwendung für weibliche und männliche Personen bislang sprachwissenschaftlich nicht anerkannt“.

Auch klar und richtig aus meiner Sicht.

Der Tagesspiegel hat ein paar Stimmen eingeholt:

Doch der Testballon platzt schnell. Und einige in der großen Koalition fragen sich, ob in Zeiten der Corona-Krise so etwas sein muss.

Für diese Art von Genderwahnsinn fehlt mir jegliches Verständnis“, sagt zum Beispiel der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Thorsten Frei, auf Tagesspiegel-Anfrage. „Wir brauchen dieses Gesetz dringend, damit unsere Wirtschaft besser mit den COVID-19-Folgen umgehen kann.“ Trotzdem riskiere nun der Koalitionspartner SPD Verzögerungen im Gesetzgebungsverfahren, „weil er ausgerechnet jetzt ideologische Grundsatzfragen meint ausfechten zu müssen“.

Er hoffe sehr, „dass das ein einmaliger Ausrutscher bleibt“. FDP-Fraktionsvize Stephan Thomae betont, Sprache solle auch in Gesetzestexten diskriminierungsfrei sein. „Das Sanierungs- und Insolvenzrecht ist aber angesichts der drohenden Insolvenzwelle nicht der richtige Schauplatz für den possenhaften Koalitionsstreit über die generische Verwendung von Femininum und Maskulinum.“

Auch in der SPD selbst wird das Verharken einiger Sozialdemokraten bei Themen, die für viele Bürer an ihrer eigenen Lebensrealität vorbeigehen, kritisch beäugt. Thomae sagt, wichtig sei jetzt, „dass wir kleinen und mittleren Unternehmen, die coronabedingt in eine wirtschaftliche Schieflage geraten sind, geeignete Instrumente bereitstellen, damit diese sich effektiv und effizient sanieren können“.

Grüne unterstützen Justizministerin Lambrecht

Unterstützung kommt dagegen von den Grünen. Ulle Schauws, Sprecherin für Frauenpolitik, betonte: „Es wird Zeit, dass sich die Union sowohl im Kabinett als auch in der Koalition endlich bewegt und modern aufstellt. Einen gut verständlichen Gesetzentwurf, der in weiblicher Form verfasst ist, zu kritisieren, weil er die bisherige sogenannte „Gebrauchsgewohnheit“ des generischen Maskulinums (hier sollen alle Geschlechter „mit gemeint“ sein) ist absurd“.

Daher unterstützten die Grünen die Justizministerin. „Frauen und Menschen mit einem diversen Geschlecht gehören sichtbar in Gesetze und Anträge.“

Sollte Rot-Rot-Grün kommen könnte es also spannend werden. Sicherlich wäre es in gewisser Weise interessant gewesen, wenn das BVerfG das Gesetz nach einiger Zeit für verfassungswidrig erklärt hätte und alle Insolvenzen in dieser Zeit damit angreifbar, ebenso wie alle Verstöße in die Richtung. Es wäre vielleicht ein Skandal, bei dem zukünftige Projekte dieser Art dann einigen Gegenwind bekommen würden.
Aber dennoch gut, dass es frühzeitig gestoppt worden ist.

93 Gedanken zu “Justizministerium verfasst Gesetzentwurf in weiblicher Form

    • Genial!
      Straffrei stehlen, da das Gesetz nur noch Diebinnen kennt.
      Straffrei morden, da das Gesetz nur noch Mörderinnen kennt.
      Straffrei vergewaltigen, da das Gesetz nur Vergewaltigerinnen kennt.

  1. Typisch ist wieder, dass das an „positiven“ Begriffen vorgetanzt werden soll und nicht zum Beispiel beim Sexualstrafrecht.
    Es sind erbärmliche Heuchler.

  2. Ich musste schon sehr schmunzeln, als ich Deinen Tweet sah.
    Ich konnt mir richtig vorstellen, wie Du da total sauertöpfisch und humorbefreit vor Dich hin ragst und wie zur Bestätigung machste das gleich auch zum Tagesthema.
    Insofern: Top-Aktion👍

    • Dass Gesetzgebung für dich für Raum für Humor lässt, lässt tief blicken, spricht allerdings nicht für dich.Aber was anderes war ja auch nicht zu erwarten.

      • Ich denke, dass es jedenfalls nicht schaden könnte.
        Müsst man halt nur einen Satz vorstellen, der ausdrücklich erklärt, dass Menschen männlichen Geschlechts in den weiblichen Formen selbstverständlich inkludiert sind, auch wenn verglichen mit der gängigen Variante wie in „Bürger/-in“ eben die Sonderzeichen zur Abgrenzung fehlen. Wär doch schließlich auch ökonomischer und weniger das Sprachbild verhunzent ohne… war das nicht Eure Haupt-Sorge?

        Mein wild guess ist darüber hinaus, dass dieser subversive Coup (wenn er denn glückte) auch als stiller Protest zu verstehen sein könnte aufgrund der Paritätsverhinderung des mehrheitlich männlichen Parlaments. Wer die Berichterstattung zur Wahlrechtsreform auch nur am Rande verfolgte, kam ja nicht umhin zu merken, dass die stärkere (also ausgewogene) Beteiligung von Frauen aus dem Zielkatalog schon wieder verschwunden zu sein scheint für mindestens die nächsten 5 Jahre. Und das ist mal wirklich ärgerlich, da versteh ich auch keinen Spaß mehr.

        • Und die Vorstellung das ein Gesetz durch ein irgendwo vorne, oder hinten im Buch stehenden Satz, der selber nicht Teil des Gesetzes-Werks ist komplett in der Bedeutung verändert werden soll stört dich nicht? Das ist Tür und Tor für Willkür.

          Das ist etwas was mich bei den heutigen Progressiven immer wieder schockiert, die kurzsichtige Dummheit zu glauben man würde immer an der Macht bleiben und einfach von oben her diktieren können. So werden Standards zum Schutz von Minderheiten und politisch schwächeren einfach grosszügig abgeschafft ohne zu bedenken das sie auch mal in die andere Richtung wirken könnten.

          • „Das ist etwas was mich bei den heutigen Progressiven immer wieder schockiert, die kurzsichtige Dummheit zu glauben man würde immer an der Macht bleiben und einfach von oben her diktieren können“

            Das ist tatsächlich das Ziel, sie wollen nie wieder in die Opposition, und natürlich Opposition gegen sich selbst auf immer verhindern.
            Eine Rote oder Grüne sagte auch mal recht unverblümt, man müsse das Grundgesetz derart umgestalten, dass zBsp. die AFD bei einer „Machtübernahme“ rein garnichts rückgängig machen könne.
            Tatsächlich dürfte sie es noch wesentlich antidemokratischer gemeint haben, nämlich dass die Opposition nicht mal mehr theoretisch die Möglichkeit einer Regierungsbeteiligung haben söllte.

            Wer natürlich „Große Transformations“- Pläne mit ner Laufzeit von 30 Jahren fertig in der Schublade hat, betrachtet GG und demokratische Prozeduren lediglich als Störfaktoren.

        • „Ich denke, dass es jedenfalls nicht schaden könnte“

          Es schadet auf vielen Ebenen.
          Zum einen verwirrt es (was feministen wahrscheinlich gut finden), denn ein Gesetz wird ja nicht im ganzen gelesen, sondern jemand bekommt ein Schreiben mit einem Paragraphen und liest ihn nach oder googelt und stößt dabei auf die passenden Vorschriften. Paragraphen sollen aber klar und nachvollziehbar sein.
          Zum anderen öffnet es die Tür für andere auf Kosten der Verständlichkeit in Gesetze gepresste politische Botschaften, die mit dem eigentlichen Zweck des Gesetzes nichts zu tun haben. (das ist ein slippery slope Argument, aber angesichts der Verrücktheiten, die „intersektional feministisch richtige Sprache“ mit sich bringt ist mit allen zu rechnen. Vielleicht hat der nächste Entwurf dann noch ein paar Angaben zur Hautfarbe weil unsere Sprache „weiß besetzt“ ist oder die weibliche Formulierung traumatisiert transmänner, weil es sie falsch gendert?

          • „jemand bekommt ein Schreiben mit einem Paragraphen und liest ihn nach oder googelt und stößt dabei auf die passenden Vorschriften“

            Und?
            Du hälst es für realistisch, dass ein betroffener Mann, der das Wort „Gläubigerinnenschutz“ liest, dann was denkt bzw. macht?

            Wenn wir davon ausgehen, dass die Vorschriften überwiegend (auf den offiziellen Seiten) im Netz aufgerufen werden, ist es ja sogar noch einfacher als beim zugrundeliegenden Schriftstück: Satz ins Template packen, dann hats jeder ständig vor Augen und kann nicht „verwirrt“ sein…

            Das hier ausm Tweet von Dir:
            „Es ist ja nicht so, dass die breite Bevölkerung das Insolvenzrecht liest. Es ist weit eher ein Arbeitsmittel für Profis.“
            sollte dann andersrum aber wieder ein Argument für oder gegen was sein? (kann den dortigen Gesprächspartner nicht lesen)

        • @Semi:
          „die stärkere (also ausgewogene) Beteiligung von Frauen aus dem Zielkatalog schon wieder verschwunden zu sein scheint für mindestens die nächsten 5 Jahre. Und das ist mal wirklich ärgerlich, da versteh ich auch keinen Spaß mehr.“

          Semi, inwiefern beteiligst du dich denn aktiv in der Politik? Bist du denn wenigstens selbst Mitglied bei der Partie ‚Die Frauen‘ oder ‚Die Grünen‘?

        • „aufgrund der Paritätsverhinderung des mehrheitlich männlichen Parlaments“

          Da bettelt eine ganze Gesellschaft nun schon seit Jahrzehnten, dass sich Frauen endlich mal an der Politik beteiligen, damit sie vielleicht gar irgendwann zwei Drittel der Politiker stellen. Weil sie so engagiert und interessiert sind. Weil sie Verantwortung für das Ganze übernehmen wollen. Weil sie es nicht mehr nur den Männern zumuten wollen, ehrenamtlich politisch tätig zu sein und bei Wind und Wetter am Wahlkampfstand um Stimmen zu betteln.

          Aber denkste. Sie sind einfach zu desinteressiert oder zu faul. Allerdings – wenn man ihnen gleich den gut betuchten Politiker-Job mit anschließender Sofortrente andient, dann überlegen sie es sich vielleicht noch mal.

          • Ja deshalb ja meine Frage an Semi…
            Sie betont das ja immer wieder, dass die Parlamente paritätisch besetzt werden sollen. Andererseits frage ich mich, inwiefern sie denn selbst politisch überhaupt aktiv ist. Denn andererseits schreibt sie hier ja auch seitenlang darüber wie sie für Ihre Kinder irgendwas bastelt.

            Daher meine Vermutung:
            Sie ist wie viele andere Frauen (ich schätz mal 70-80%) einfach primär eine Mutter, deren massgebliche Welt und Identität im Muttersein selbst besteht.
            Das heisst, der eigens gewählte Fokus liegt auf der eigenen Brut, ggf. mit Teilzeit oder relativ verantwortungslosem Einfachjob.

          • Und solche bauen sich eine gigantische feministische Forderungswelt auf, in der sie ständig herumkommandieren, sich aber selbst nie mühen müssen. Früher fühlten sich meist nur die jungen Frauen als göttlich berufene Prinzessinnen – inzwischen empfinden sich aber offenbar fast alle so.

    • Hmm, wenn Frauen mit unterdurchschnittlichen Straßmaßen davonkommen, sollte man das StGB dann nicht vllt. auch in weibliche Formen umschreiben? Vllt. wird ja die Diebin und die Mörderin doch nicht „mitgedacht“?

  3. SPD, IGM, die ÖR, wahrscheinlich bald auch Hochschulen und die Einheitsmedien dann sowieso werden das unterstützen und sich dabei denken das sie mit dieser Sprachdiktatur allá 1984 von oben herab zum Widerstand gehören.

    Die werden sich auch nicht vom Gegenteil überzeugen oder von der Idee abbringen lassen, das die frauenexklusive Form jetzt auf einmal alle anderen mit meint.

  4. Geschlechtergerechtigkeit und Inklusion ist nach der Ansicht der SPD und den Grünen gerade nicht, wenn alle Geschlechter sichtbar gemacht werden.

    Wenn aber deren Handeln tatsächlich nicht im Einklang mit deren Argumenten ist, befinden wir uns in einem Zustand, in dem ein kommunikatives Verhandeln nicht mehr sinnvoll wäre.

    Es macht danach einfach keinen Sinn, auf Kompromisse einzugehen, wenn deren wertefundierten Argumente zur Geschlechtergerechtigkeit sie dann nicht zu befolgen beabsichtigen, wenn ein Konsens in deren Augen nicht notwendig erscheint.

    Kooperation und Kreuze auf dem Wahlzettel gibt es von mir dafür nicht.

  5. „Nur gibt es eben im normalen Sprachgebrauch kein generisches Femininum.“
    In seltenen Fällen schon. Man spricht auch dann von Geschwistern, wenn es sich nur um Brüder handelt. (Das früher übliche „Gebrüder“ ist völlig verschwunden.) Diese Sprachgepflogenheit ist allen klar, niemand beschwert sich darüber (übrigens – zumindest meiner Kenntnis nach – auch keine Feministin).

      • Das Wort „Person“ ist auch weiblich. Wenn man fragt, welche Personen auf einer Veranstaltung anwesend waren, kommt auch kein Mensch auf die Idee, dass ausschließlich nur nach den anwesenden Frauen gefragt worden wäre bzw. Männer nur mitgemeint worden wären. Es wird einfach als ein allgemeiner Oberbegriff für alle erdenklichen Geschlechter verstanden.

        Wenn die Polizei nach einem Banküberfall von einer flüchtenden Person spricht, werden auch die größen Gendergläubigen nicht vorrangig aufgrund des Wortes an eine Frau denken.

        Auch, wenn eine „Führungskraft“ gesucht wird, werden Männer nicht weinend sich lediglich nur mitgemeint fühlen.

        Wenn vom Fachkräftemangel die Rede ist, versteht das auch kein Mensch so, dass der Bedarf nach männlichen Arbeitern offenkundig wohl gedeckt sei, weil das Wort „Fachkraft“ ja weiblich ist.

        Ich habe auch noch nicht gehört, dass irgendwelche Könige sich von „Ihre Majestät“ beleidigt nicht angesprochen fühlten, weil das Wort Majestät weiblich ist.

        Männer haben auch überhaupt kein Problem, eine große Koryphäe in seinem Fachgebiet werden zu wollen, auch wenn das Wort weiblich ist.

        Nur Schneeflöckchen lassen sich von einem Wortgeschlecht aus der Bahn werfen. Es hat schon ein Grund, warum man solchen lebensuntauglichen Menschen, die bei allem Hilfe und Förderung benötigen, keine Übernahme von Verantwortung zutraut, wenn die schon bei Belanglosigkeiten zu weinen beginnen.

  6. Was ist eigentlich am Unterschied zwischen generischem Femininum und spezifischem Femininum so schwer zu verstehen?
    „Die Person“, „die Lehrkraft“, „die Aushilfe“, „die Führungskraft“, .. ist generisches Femininum, und ist unabhängig vom Geschlecht.
    Auf eine juristische Person oder eine Gesellschaft wird deshalb mit generisch weiblichem Pronomen referenziert.
    „Geschäftsleiterin“ oder „Inhaberin“ ist dagegen spezifisches Femininum und bezeichnet eindeutig eine weibliche Person. Und das ist in diesem Gesetzentwurf diskriminierend und sexistisch! Warum sollen für mich andere gesetzliche Bestimmungen gelten als für meinen Mann?

    • Die Person, der Gast, das Mitglied – alles keine generischen Genera. Es gibt nur jeweils ein Genus, keine Nebenform mit -in.

      Inhaberin könnte (wie Gläubigerin) vielleicht auch eine „juristische Person“ sein, aber es sollen sicher auch männliche Einzelpersonen eingeschlossen sein, deshalb muss man wohl von einem generischen Femininum sprechen.

        • Auch von einem „generischen“ Maskulinum zu sprechen, ist eigentlich nicht ganz richtig.
          Es ist nicht nur nicht ganz richtig – es ist kompletter Unsinn, im Deutschen vom „generischen Maskulinum“ zu sprechen.
          Entweder ist es ein Maskulinum oder es ist keines. Ob man wiederum vom Genus auf den Sexus schließen kann, steht auf einem anderen Blatt.
          Nomen agentis haben das sogenannte Genus maskulinum, weil sich das aus der Regelhaftigkeit bei der Substantivierung von Verben ergibt. Unabhängig davon, ob das handelnde Subjekt m, w, d oder stählern ist:
          – das Tragen -> Kontinuum
          – die Trage (die Stahltrage) -> Abstraktum/Kollektivum
          – der Träger (der Stahlträger) -> Singulativum
          oder:
          – das Denken -> Kontinuum
          – der Gedanke -> Singulativum
          – die Denke -> Abstraktum/Kollektivum
          – das Gedenken -> Kontinuum
          – der Denker -> Singulativum
          lustig:
          – der Band -> Singulativum
          – das Band -> Kontinuum
          – die Band(e) -> Abstraktum/Kollektivum

          Bei weiblichen Trägern oder Denkern „beißt“ sich das Genus mit der Konvention, für weibliche Personen möglichst die Pronomen des sogenannten Genus femininum zu verwenden. Deshalb wird immer dann ein „-in“ rangehängt, wenn eine konkrete Person gemeint ist. „Die Beraterin meines Bruders nimmt ihren/seinen Beruf sehr ernst“ – solche Bezüge funktionieren sonst nicht. Das ist der Grund dafür, dass Genus – manchmal – etwas mit Sexus zu tun hat.

          • Vielleicht lässt sich das ein bisschen vergleichen mit der sprachlichen Neutralisation bei Eigenschaften:
            Etwas ist 0,01mm lang, scherzhaft: es ist 0.01mm kurz. Andereseits sagt man: Das ist echt lang.
            Länge bezeichnet auch Kurzes. Aber nicht grundsätzlich. Man sagt z.B., ein Text habe Längen.

            Wenn sich der obengenannte scherzhafte Gebrauch (kurz statt lang) verfestigt und seinen scherzhaften Charakter verliert, wäre in der Folge „lang“ nicht mehr so leicht im neutralen Sinn verstehbar.

            Da es die explizit weiblichen Formen mit angehängtem -in nunmal gibt, kann der Gebrauch der ursprünglichen neutralen (maskulinen) Form missverständlich werden.

            P.S.
            Das betrifft aber nur einen Randbereich der Sprache. Viel wichtiger ist der Kernbereich: Etwa „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben“ oder „Jeder trägt seinen Teil bei“. Da geht es ja nicht um Berufsbezeichnungen, sondern das innere Gerüst der Sprache, das man schon im Kleinkindalter ständig braucht („Wer hat seine Schaufel vergessen?“).

            Diesen Kernbereich der Sprache müsste man quasi am Reißbrett neu entwerfen. Genau hier dringt die Gendersprache auch schon vor, indem man jetzt öfter das schwer sprechbare „jede:r“ zu lesen bekommt.

            Man glaubt irrigerweise, dass Umschreibungen wie „wer zu Fuß geht“ das Problem mit Sternchen und Sprechpausen löst. Man erkauft sich das nur durch neue Probleme an anderer Stelle. Ebenso „Studierende“. Das Problem taucht je nach Fall wieder auf. Den Studierenden vs. die Studierende (Akkusativ).

            Um leidige Doppelnennungen (auch bei Artikeln und Pronomen) und „Sprechpausen“ wird man nicht herumkommen, egal wie man sich bemüht.

            Das ganze ist ein elitäres Projekt, jeder mit sprachlichen Einschränkungen (niedriger IQ, Fremdsprachler) dürfte heillos überfordert sein.

            Auch deshalb ein Projekt, das spaltet. Allerdings ist das auch der Sinn der Übung, denn es geht ja darum, zwischen den Guten und den Bösen zu unterscheiden.

          • Da es die explizit weiblichen Formen mit angehängtem -in nunmal gibt, kann der Gebrauch der ursprünglichen neutralen (maskulinen) Form missverständlich werden.

            ..zumal ja schon die Begriffe „maskulinum“ und „femininum“ komplett in die Irre führen.

            Diesen Kernbereich der Sprache müsste man quasi am Reißbrett neu entwerfen.

            Ich bin immer wieder erstaunt darüber dass man offenbar gar nicht merkt, wo das phöse „generische Maskulinum“ überall drinsteckt. Konsequent Gendern ist völlig unmöglich, weil das Genus „maskulinum“ eben das Standardgenus für das Einzelne ist.

            Eben der Teufel, ohne den die lila Kirche keine Daseinsberechtigung hätte. Da ist der Teufel natürlich unbesiegbar und steckt überall und in Allem. Und weil der Teufel überall und in Allem ist, ist die schmerzensreiche Jungfrau Maria niemals für irgendwas verantwortlich und braucht auf Ewig unseren Schutz und Quoten.

            Ich bin gespannt, wie es ausgeht: Das Gendern wird immer mehr Menschen auf den Keks gehen, weil man nicht dauerhaft gegen sein Sprachgefühl und gegen die Tendenz zur Sprachökonomie ankommt. Behaupte ich mal.

      • Ich bin weder Linguist noch Philologe, und vielleicht irre ich mich.
        Aber nach meinem Sprachverständnis ist die Existenz einer zusätzlichen explizit (o.B.d.A) weiblichen Form nicht notwendig, um als „generisch“ bezeichnet zu werden.
        Es genügt, wenn grammatikalisches (Genus) nicht mit dem biologischen (Sexus) Geschlecht zu übereinstimmen braucht, und genutzt wird für gemischtgeschlechtliche Gruppen, oder wenn das Geschlecht der Person unbekannt bzw. im Kontext irrelevant (sh. Beispiel oben „Linguist“) ist.

          • Hab ich.
            https://de.wikipedia.org/wiki/Genus#Maskulinum,_Femininum,_Neutrum,_Utrum

            Ein Wort heißt generisch, wenn es auf Wesen beider Geschlechter anwendbar ist

            Beispielsweise „Lehrkraft“ wäre also generisches Femininum, „Lehrer“ je nach Kontext spezifisches oder generisches Maskulinum, aber „Lehrerin“ immer nur spezifisches Femininum.
            Allgemein filtert der Suffix „-in“ bzw. „-innen“ nur die weiblichen Personen (oder ggf. Tiere) aus (außer bei „Feministinnen“ – da sind auch Männer mitgemeint).

          • Das ist etwas komplizierter. Kurz nach der Stelle, die du zitiert hast, steht auch, dass das mit dem Genus nichts zu hat. Das „generisch“ betrifft hier eine andere Kategorie.

            Generisch in Bezug auf das (maskuline) Genus hat eine andere Bedeutung. Es gibt einen Artikel „Generisches Maskulinum“, da steht schon im ersten Satz, dass feminine Formen vorhanden sein müssen.

          • Anne Nühm: „Beispielsweise „Lehrkraft“ wäre also generisches Femininum, „Lehrer“ je nach Kontext spezifisches oder generisches Maskulinum, aber „Lehrerin“ immer nur spezifisches Femininum.
            Allgemein filtert der Suffix „-in“ bzw. „-innen“ nur die weiblichen Personen (oder ggf. Tiere) aus (außer bei „Feministinnen“ – da sind auch Männer mitgemeint).“

            Könnte das nicht eine Kompromisslösung sein? Wir suchen nach tatsächlich neutralen Worten, die grammatikalisch feminin sind und nutzen diese anstelle von denen mit triggerndem Maskulinum? Also „Lehrkraft“ statt „Lehrer“, „Geschäftsführung“ statt „Geschäftsführer“ oder…

            Mist, mir fallen kaum Wörter ein, bei denen das geht. Pilot? „Flugzeuglenkung“ klingt so technisch. Koch? „Nahrungszubereitung“ klingt nicht lecker. Polizist? „Staatsmachtsvertretung“, vielleicht, wenn es nicht ironisch klänge. Kassiererin? „Kassierfachkraft“ – ach, halt, das ist ja schon im Femininum.

            Ne, vergesst die Idee. Klappt nicht.

    • Anscheinend ist da einiges geistig nicht zu erfassen.
      Die Frage ist, woran dieser Mangel an Bildung oder auch Intelligenz liegt. Ist es unser Bildungssystem oder werden Menschen wirklich dümmer? Ich erinnere mich noch sehr wohl daran, in der Schule gelernt zu haben, dass das grammatikalische Geschlecht nichts mit dem tatsächlichen Geschlecht angesprochener Dinge oder Personen zu tun hatte. Das ist jetzt auch schon etwas her, aber auch nicht ewig. Ist die letzten 15 Jahre so viel passiert?

  7. Warum wird die nicht von Merkel zurückgepfiffen?

    Wenn man das nicht im Keim erstickt, wird das darauf hinauslaufen, dass Millionen von amtlichen Drucksachen, Zigtausende von Gesetzen eingestampft und neu herausgegeben werden müssen. Auch die Rechtschreibreform hat Milliarden gekostet und musste immer wieder upgedatet werden. Bis auf die neue s-Schreibung nur Verschlechterungen.

    Bei der Genderschreibung geht es um Dauerbefeuerung mit queerfeministischer Ideologie. Widerstand und Aufsteigen neurechter Parteien ist damit vorprogrammiert.

    • „Warum wird die nicht von Merkel zurückgepfiffen?“

      Merkel pfeift erst etwas zurück, wenn es einen wahrnehmbaren öffentlichen Widerstand gibt und die Medien geschlossen dagegen wettern. Ist die Lage unklar, positioniert sie sich nicht. Das ist das Spiel, mit dem sie Deutschland seit eineinhalb Jahrzehnten sediert. In diesem Fall kann ich es zumindest menschlich ein Stück weit nachfühlen, weil klar ist, was auf sie einprasseln würde, stellte sie sich gegen eine eindeutig feministische Aktion. Macht es faktisch aber natürlich trotzdem kaum besser, denn ein Staatschef sollte schon auch mal das Rückgrat haben, Stellungen zu beziehen, für die man potentiell auf die Fresse kriegt.

      • Billy Coen, die sediert einen nicht, die macht einen fertig. Die WILL, daß es hier Stress gibt. Mit Murks alleine läßt sich das nicht mehr erklären.

    • Die Merkel-CDU hat kein grosses Problem mit queerfeministischer Idelogie, die Koalitionsfähigkeit mit den Grünen kommt ja auch nicht von ungefähr. Bis die AFD (eine andere rechte Kraft sehe ich momentan nicht) lokal soweit Fuß gefasst hat, bis die Macht grundsätzlich bedroht wird, dauert noch eine Weile. Und selbst dann wäre ich mir nicht sicher, dass ein Kurswechsel vorgenommen würde.

      • @Evenflow
        „Bis [..] eine […] rechte Kraft […] lokal soweit Fuß gefasst hat, bis die Macht grundsätzlich bedroht wird, dauert noch eine Weile.“

        Da wäre ich mir nicht so sicher. Schau dir die z.B. die USA oder GB an, da sind die Republikaner und Tories an der Macht – auch Osteuropa ist bereits zu Teilen in rechtskonservativer Hand.
        Man sieht eine deutliche Linksflucht, der Schattenmacher hat das mal recht schön illustriert:

        • Natürlich sieht man eine Linksflucht, nur schlägt die sich in Deutschland anders nieder. Ohne die AFD würden CDU/CSU eigentlich das Gegenstück zu den Republikanern und Tories darstellen bzw. die Christdemokraten müßten mit der Alternative bereits in einer Koalition auf lokaler Ebene sein. Das wird vielleicht über kurz oder lang in Teilen des Ostens geschehen, aber selbst dass macht ja eine volle Positionierung gegenüber dem ganze woken Scheiß nicht nötig.
          Die traditionellen rechten Parteien wie beispielsweise die US-Republikaner haben ja offensichtlich auch geschlafen, und sehen sich jetzt diesen Elite-Institutionen, Konzernen etc. gegenüber wo die radikale Opposition den Ton angibt und der Wahnsinn auf den Straßen tobt.
          Wenn ich mir in Deutschland beispielsweise die offensichtliche Unterwandung im ÖRR ansehe wird mir auch mulmig, es brauch mehr organisierte Opposition, in dem Zusammenhang meine ich auch nicht unbedingt Parteien.

      • Eigentlich ist absehbar, dass die sich an der Sprache nur verheben können. Das „generische“ Maskulinum reicht zu sehr ins innere Mark der Sprache. Es wird einfach nicht gehen. Andererseits versuchen sie es mit aller Macht. Und züchten sich damit ihre eigenen Feinde.

        Das wird noch spannend, wie das ausgeht.

  8. Ich würde das still und heimlich vor dem Verfassungsgericht klären. Ein breiter gesellschaftlicher Aufschrei wäre nur Wasser auf den Mühlen derjenigen, die dann sagen, „ja, JETZT schreien sie“.

    • Über kurz oder lang wird das Verfassungsgericht feministiert. Bei der Frage zu Frauenquote haben die beiden Frauen schon für die Quote gestimmt, obwohl sie eine Diskriminierung darstellt. Die jetzt noch dagegen gestimmt haben, gehen irgendwann in Rente und spätestens dann wird behauptet das da jetzt unbedingt eine Frau nachfolgen muss, wegen der Gleichberechtigung und das der Posten fortan immer von einer Frau besetzt sein muss.

  9. Das Schlimme an solchen Aktionen ist, sie zeigen wie ideologisch aufgeladen Sprache mittlerweile ist und wie wenig die eigentlichen Grundlagen der Sprachkonstruktion überhaupt noch bekannt sind. Eigentlich müssten diese Leute einfach nur laut ausgelacht werden, weil sie so wenig von ihrer eigenen Muttersprache verstehen.

    Wenn ich den Kommentar der Grünen lese, dann überrascht mich die Aussage zwar nicht, aber sie bestätigt einmal mehr, dass es nicht um Fakten geht, sondern um Ideologie. Wenn sie von „Gewohnheitsrecht“ sprechen und wir das für voll nehmen, dann müssen wir schlussfolgern, dass die ganze Sprache wohl aus Regeln des Gewohnheitsrechts besteht. Offensichtlich wird dieses Recht als frei modellierbar betrachtet. Das passt zwar zu ihrer Sicht, dass die Regeln des Zusammenlebens, jeden Tag neu ausgehandelt werden müssen, bringt aber extrem viele Reibungsverluste in der Kommunikation mit sich und treibt so die Kosten der Kommunikation in die Höhe (weil zum Vermeiden von Missverständnissen mehr Kommunikationsschritte notwendig sind, als mit festen Regeln).

    Ich glaube, hier wird wieder deutlich, in welcher Denkschule diese Personen unterwegs sind (@crumar: übernehmen Sie): Es sind öffentlich Bedienstete, für die Kosten egal sind, weil sie versorgt sind, weil das Geld sowieso kommt. Und wenn nicht, werden die Steuern erhöht.

    Setzt sich eine solche Haltung als richtungsgebend durch, werden wir bald nur noch dafür arbeiten, dass dieses ineffiziente Gebilde nicht in sich zusammenfällt. So ein bisschen erinnert mich das an die DDR. Da waren die Beweggründe andere, aber die Wirkung auf die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit die gleiche.

    Vorschlag zur Güte: Wir sollten Deutsch als Amtssprache abschaffen und aufs genuslose Englisch umstellen.

    • Du willst die Mörderinnen, Faschistinnen, Sexualstraftäterinnen und Vergewaltigerinnen einfach so davonkommen lassen?
      Seitdem ich weiß, dass die alle weiblich sind, traue ich mich nachts kaum auf die Strasse. 😦

      Daher bin ich auch dafür, die (potentielle) Täterinnenschaft per Gesetz festzuschreiben, mit dem Passus versehen, dass wer das leugnet oder verharmlost sich ebenfalls strafbar macht.

      Frauen nach einer Trennung die Kinder zu überlassen sollte bspw. verboten werden, weil es sich dabei um eine potentiell fahrlässige Tötung handelt.
      „Zwischen zwei Drittel und drei Viertel der Kindstötungen werden durch die leiblichen Mütter verübt.“ (Wiki) zeigt bspw. ganz klar auf, dass bis zu 75% aller Frauen potentielle Kindermörderinnen sind.
      Wie gesagt: Diesen Fakt zu leugnen sollte m.E. bereits strafbar sein.

  10. Ich schlage vor, im nächsten Schritt das Strafrecht zu novellieren:

    § 25 Täterinnenschaft
    (1) Als Täterin wird bestraft, wer die Straftat selbst oder durch einen anderen begeht.
    (2) Begehen mehrere die Straftat gemeinschaftlich, so wird jede als Täterin bestraft (Mittäterin).

    § 84 Fortführung einer für verfassungswidrig erklärten Partei
    (1) Wer als Rädelsführerin oder Hinterfrau im räumlichen Geltungsbereich dieses Gesetzes den organisatorischen Zusammenhalt
    1. einer vom Bundesverfassungsgericht für verfassungswidrig erklärten Partei oder
    2. einer Partei, von der das Bundesverfassungsgericht festgestellt hat, daß sie Ersatzorganisation einer verbotenen Partei ist,
    aufrechterhält, wird mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft. Der Versuch ist strafbar.

    Und natürlich;
    § 183 Exhibitionistische Handlungen
    (1) Eine Frau, die eine andere Person durch eine exhibitionistische Handlung belästigt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.

  11. Wenn es etwas gibt, das verbindlich und präzise formuliert sein sollte, dann sind es Gesetzestexte. Sieht man ja bei der Straßenverkehrsordnung, wohin das führt, wenn die rumschlampen.

    Wenn jetzt Gesetzestexte komplett auf Frauen zugeschrieben werden, stellt sich wirklich die Frage, ob sie für Männer gelten. Denn das Argument „mitgemeint“ greift ja bei einer ausschließlich weiblichen Benennung nicht. Bei „die Person“ sind natürlich alle Männer mitgemeint – und kein Trottel würde das in Abrede stellen. Anne Nühm hat das oben finde ich super dargestellt.

    Wenn Gesetze also von Feministen für Frauen formuliert werden, gelten sie auch nur für diese. Das kann natürlich, wie dieses Beispiel zeigt, auch zum üblichen Nachteil von Männern reichen. Es ist in der Tat die zentrale Frage, welche Gesetze die Feministen rein weiblich formulieren. Zum Beispiel wäre es staatsfeministisch zeitgemäß, lediglich alle Rechte an Frauen zu adressieren, Pflichten und Strafandrohungen hingegen männlich zu formulieren.

    So schreibt das Justizministerium beispielsweise: „In § 46 StGB (Grundsätze der Strafzumessung) sollen antisemitische Motive des Täters ausdrücklich als weiteres Beispiel für menschenverachtende Beweggründe und Ziele genannt werden, die bei der Strafzumessung besonders zu berücksichtigen sind.“
    https://www.bmjv.de/SharedDocs/Gesetzgebungsverfahren/Dokumente/RegE_Bekaempfung_Hasskriminalitaet.pdf;jsessionid=919E488D44485D5CB8AD91E8E8D58C46.2_cid297?__blob=publicationFile&v=4

    Hier ist jegliches Gendern oder Verweiblichen offenbar unerwünscht. Und da sieht man auch den Knackpunkt:
    Der ideologische Hintergrund der Genderei und besonderen Hervorhebung von Frauen im Sprechen und Schreiben verfolgt nicht das Ziel, sie sichtbar zu machen oder gleichzuberechtigen. Es geht vielmehr darum, die besondere moralische Wertigkeit und Wichtigkeit der Frau gegenüber dem Mann immer wieder zu beschreiben und so in die Köpfe der Menschen einzuhämmern.

    Wir sind in der vierten Feminismus-Welle. Und die ist geprägt durch eine gezielte Abkehr von der Gleichberechtigung. Frauen sind als die höherwertigen menschlichen Wesen anzusehen.

    • Das zentrale Element der Befürworter der weiblichen Schreibweise ist ja, dass Sprachregeln frei verhandelbar sind (und sie jetzt eben mal so entschieden haben). Schön ist auch, dass diese (neuen) Regeln sich nicht erst in der Umgangssprache bilden brauchten, um dann irgendwann in die Regelsprache übernommen zu werden, sondern, dass die Regeln am Reißbrett geändert und dann den Anwendern (aus einer Machtposition heraus) vor die Füße geschmissen werden.

      Ich hätte gerne mal eine Aufstellung der Kosten, direkt und indirekt, die uns diese bereits 30 Jahre andauernde Ideologisierung des ursprünglichen Sprachaufbaus bereits gekostet hat.

  12. Die Reaktion der institutionell voll-sexistischen Grünen unterstreicht, dass das „Unsichtbarmachen“ des Männlichen das wahre Ziel der ganzen Sexismuskampagne ist, wie auch die Bevorzugung und Privilegierung des weiblichen Geschlechts anstatt „Gleichstellung“ oder gar „Gleichberechtigung“.

    Beim Justizministerium sitzen halt so richtig glühende Sexistinnen! (generisches Femininum)

  13. Dieser Gendersprech hat zumindest den Vorteil, dass man damit die Leute aussortieren kann sie man chanceln sollte.
    Wer solche Worte benutzt wird bei mir geblockt. Das ist ganz einfach und sollte für jeden selbstverständlich sein. Genauso wie ich keine Marken kaufe die virtue signaling betreiben.

  14. Wenn sich schon das Innenministerium einschaltet, kann man davon ausgehn, dass die Aktion ein Rohrkrepierer wird. Davon werden sich die Aktivisten nicht beeindrucken lassen, sollte vermutlich eh nur ein Testballon sein. Aber dem Unmut der Allgemeinheit über teure und autoritäre Sprachexperimente von oben wird wieder ordentlich Futter gegeben. Mal sehn, wann das Thema bei grösseren Demos auf Transparenten auftaucht.

  15. Juristische Personen wie GmbH seien nun mal oft weiblich – und um solche gehe es vorrangig. Generell würden die Mitarbeiterinnen im Justizministerium darauf achten, die Gleichstellung von Frauen und Männern „auch sprachlich zum Ausdruck zu bringen“.

    Das ist doch geradezu ein exemplarisches Beispiel für das, was Feminist:::*innen unter Gleichstellung verstehen: Es wird die exklusiv weibliche Form angewandt. Insofern ist es der passende sprachliche Ausdruck feministischer Politik: Politik von Frauen, Frauenfrauen und Frauenfrauenfrauen für Frauenfrauenfrauenfrauen.

  16. Auf der Corona-Seite des Landes Niedersachsen lesen wir von Bürgerinnen und Bürgern, von Einwohnerinnen und Einwohnern, von Betreiberinnen und Betreibern. Die ganz woke Version mit Genderstern hat man sich verkniffen.

    Daneben gibt es noch eine Version in einfacher Sprache:

    „Welche Geschäfte sind noch geschlossen?
    Einige Einrichtungen und Geschäfte sind für Besucher noch geschlossen.
    Das bedeutet:
    Nur die Mitarbeiter dürfen hin gehen.“

    Ich bin immer für einfache Sprache und frage mich, ob Gesetzestexte mit generischem Femininum von der Adressaten der einfachen Sprache korrekt verstanden würden.

    • „Ich bin immer für einfache Sprache und frage mich, ob Gesetzestexte mit generischem Femininum von der Adressaten der einfachen Sprache korrekt verstanden würden.“

      Ein wichtiger Punkt.
      In einer Beamten-Fortbildung mit dem Titel „bürgernahes Schreiben“ habe ich gelernt, dass sich einfache Sprache und geschlechtergerechte Sprache gegenseitig ausschließen. Der Dozent war übrigens promovierter Germanist.
      Geschlechtergerechte Sprache ist somit ausgrenzend.

  17. „Geschlechtergerechte Sprache ist somit ausgrenzend.“

    Das ist der Sinn von solcher Sprache, es geht darum Zeichen zu setzen, sich selbst als Teil der Kräfte des guten zu manifestieren, im Kampf gegen das übermächtige Böse. Woke Sprache muss ausgrenzen, denn was wäre Aktivismus gut wenn alle mitmachen würden. Nur durch Ausgrenzung kann man dem Pöbel zeigen was er ist.

  18. Also wenn der Gesetzgeber ein Gesetz beschließt und als Begründung dazu folgendes mitliefert:

    „Die Nutzung weiblicher statt männlicher Bezeichnungen habe laut dem Sprecher des Justizministeriums fachliche Gründe gehabt. Juristische Personen wie GmbH seien nun mal oft weiblich – und um solche gehe es vorrangig.“

    Dann gehe ich davon aus, dass das Gesetz nur für juristische Personen gilt, denn offensichtlich sind diese ja vorrangig gemeint und explizit in der weiblichen Form aus fachlichen (und nicht sprachlichen) Gründen angesprochen. Natürliche männliche Personen haben mit diesem Gesetz als nichts zu tun.
    Wenn also von Gäubigerinnen oder Gesellschafterinnen die Rede ist, dann geht es nur um juristische Personen, welche in der Rolle der Gläubigerin oder Gesellschafterin sind.

  19. Wenn das generische Maskulinum Frauen diskriminiert dann würde das generische Femininum Männer diskrimineren und beide diskriminieren das vom Verfassungsgericht eingeführte dritte Geschlecht.

    Früher war nicht alles Besser aber früher wussten Akademiker wenigstens noch das Grammatik und Biologie nichts miteinander zu tun haben und was ein Gattungsbegriffe ist.

  20. Das ist übrigens auch ne Perle:

    „Auch wenn Gesellschaften weiblich sind, Geschäftsführerinnen und Gläubiger sind es nicht.“

    Das hast Du „Gendergaga“ -Sprache benutzt, ganz ohne es zu merken, offensichtlich.
    Und weißt Du, wer mir da sofort wieder einfiel?
    Deine „männlichen Physikerinnen“ 😄
    Wer erinnert sich noch?

  21. Wie geil ist das denn: Gerade (13:18 Uhr) in der Bundespressekonferenz auf Phoenix, wird von Herrn Zimmermann vom BMFJ erklärt, warum der Entwurf im generischen Femininum verfasst wurde, dann aber im Maskulinum im Bundestag eingebracht wurde.
    Zimmermann erklärte, das Femininum sie gewählt worden, weil es sich beim Insolvenzrecht oft um „die“ Gesellschaft handele, dann auch von „die“ Gläubigerin etc. gesprochen werde.
    Aus formalen Gründen habe dann das Innenministerium den Gesetzentwurf im Maskulinum angefordert.

    Ich weiß nicht, ob diese Pressekonferenz in der Mediathek nachsehbar ist, lohnt sich aber wirklich.

  22. Der Drops ist gelutscht. Die Personen, die mit aller Macht ihre Art des Sprachverständnisses, gendern auf Deubel komm raus, durchdrücken wollen, werden das auch schaffen. Man muss doch nur mal in die aktuelle Fassung der auf Eis gelegten Straßenverkehrsordnung schauen, z.B. §5 Überholen, Absatz
    (4) (…) Beim Überholen mit Kraftfahrzeugen von zu Fuß Gehenden, Rad Fahrenden und Elektrokleinstfahrzeug Führenden beträgt der ausreichende Seitenabstand innerorts mindestens 1,5 m und außerorts mindestens 2 m. (…) , sofern Rad Fahrende dort wartende Kraftfahrzeuge nach Absatz 8 rechts überholt haben oder neben ihnen zum Stillstand gekommen sind. (…).
    Hier wurde doch schon mit einer Gaga-Sprache gearbeitet, die durch den Entwurf aus dem Hause Lamprecht getoppt wurde. Und, ich weiß nicht ob es hier schon einer geschrieben hat, solange Frau Merkel diesen Schwachsinn zulässt (ohne zumindest stillschweigendes gewähren des Bundeskanzeramtes wäre dieser Entwurf nie vorgelegt worden). Selbst wenn Frau Merkel damit die SPD in Person von Frau Lamprecht am Nasenring durch die Manege führen wollte, der Zug ist abgefahren. Ein Zurück zu einer Sprache, für deren allgemeines Verständnis das bisherige Curriculum der Schulen zum Erlernen und Anwenden der deutschen Sprache ausreichen sollte.

  23. Pingback: Die Liebe der Feministin zum Mann und das generische Femininum | uepsilonniks

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