Falschbeschuldigungen: Häufigkeit und Strafen

Über Arne bin ich auf diesen Artikel bei Focus gestoßen, der sich mit Falschbeschuldigungen bei Sexualdelikten beschäftigt:

Das Institut für Rechtsmedizin in Essen hat rund 100 Ermittlungsverfahren zu Sexualdelikten ausgewertet. Eines der überraschendsten Ergebnisse: In 12 Prozent der untersuchten Fälle hatten die „Opfer“ eine Sexualstraftat nur vorgetäuscht.

Eine Studie des Instituts für Rechtsmedizin in Essen hat in einem größeren Rahmen untersucht, wie deutsche Gerichte Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung ahnden und welche Rolle Rechtsmediziner bei der Aufklärung dieser Delikte spielen.

Eines der brisantesten Ergebnisse: In elf der 93 untersuchten Fälle (12 Prozent) stellte sich heraus, dass die bei der Polizei angezeigten Sexualstraftaten nur vorgetäuscht waren.

Studienautor Kurt Trübner sagte zu FOCUS Online: „Das bestätigt unsere Erfahrungen, wonach sich in 10 bis 15 Prozent solcher Delikte die angeblichen Opfer ihre Verletzungen selbst zugefügt haben und unschuldige Personen der Tat bezichtigen

Auch hier muss man berücksichtigen, dass es um die Fälle ging, in denen man nachweisen konnte, dass die Sexualstraftaten vorgetäuscht waren. Das lässt eine Dunkelziffer zu, bei denen dies gerade nicht nachgewiesen werden kann, etwa auch weil es keine Verletzungen gibt, die man untersuchen kann.

Es wurden ja anscheinend Fälle ausgewertet, in denen es Gutachten gab. Aber in vielen Fällen werden schlicht der Beschuldigte und die Anzeigenerstatterin angehört bzw als Zeuge vernommen werden und dann entscheidet der Richter, wem er glaubt oder er lässt evtl ein Glaubwürdigkeitsgutachten durchführen.

Für die Essener Studie, die kürzlich auf einer Rechtsmediziner-Tagung im schweizerischen Luzern vorgestellt wurde, werteten die Verfasser sämtliche forensische Gutachten zu Sexualstraftaten aus, die das Essener Institut in den Jahren 2000 bis 2011 erstellt hatte. Unberücksichtigt blieben Fälle, bei denen die Opfer Kinder unter 14 Jahren waren.

Insgesamt lagen den Rechtsmedizinern 125 Ermittlungsverfahren zur Auswertung vor. In 93 Fällen (74 Prozent) gelang es den Studienautoren Kurt Trübner und Vivi Reuter, die entsprechenden Polizeiakten bzw. Gerichtsurteile einzusehen. Auf diese Weise konnten sie feststellen, welche juristischen Folgen sich für die Beschuldigten – zu 98 Prozent Männer – ergaben.

Die Auswertung zeigte: Bei den insgesamt 93 Ermittlungsverfahren zu Sexualstraftaten, in denen die Akten vollständig vorlagen, erhob die Staatsanwaltschaft in 60 Fällen Anklage (65 Prozent), wobei drei Fälle kurz danach eingestellt wurden. 33 Verfahren (35 Prozent) hatte die Staatsanwaltschaft bereits zuvor eingestellt, ohne dass es überhaupt zu einer Anklage kam.

Also von 93 Verfahren wird in 33 Fällen keine Anklage erhoben, was beispielsweise auch damit zu erklären wäre, dass der Täter nicht ermittelt werden kann. Es kann auch daran liegen, dass die Beweislage nicht ausreicht oder die Aussage bereits im Vorfeld zu widersprüchlich ist.

Wenn das Verfahren dann in drei Fällen nach direkt wieder eingestellt wird, dann kann das auch verschiedene Ursachen haben: Von einer Versöhnung bei Ehegatten und einem Hinweis darauf, dass man vom Zeugnisverweigerungsrecht gebrauch machen wird bis zu einer Stellungnahme nach Anklageerhebung, aus der sich ergibt, dass es so nicht gewesen sein kann.

Von den insgesamt 36 eingestellten Ermittlungsverfahren wurden elf Verfahren (31 Prozent) eingestellt, weil die angeblichen Opfer eine Sexualstraftat nur vorgetäuscht hatten. In sieben dieser Fälle hatten rechtsmedizinische Gutachten den entsprechenden Beweis erbracht.

Also bei den eingestellten Verfahren war ein ganz erheblicher Anteil eine Falschbeschuldigung.

Von den elf angeblichen Opfern, die eine Sex-Straftat nur vorgetäuscht hatten, wurden lediglich fünf (45 Prozent) strafrechtlich verfolgt, und nur in zwei Fällen (18 Prozent) kam es zu einer Verurteilung wegen Vortäuschens einer Straftat. In einem Fall sprach das Gericht eine Geldstrafe aus, in dem anderen Fall verhängte es eine Arbeitsauflage.

Feministen behaupten gerne eine Rape Culture, weil angeblich Vergewaltigungen nicht bestraft werden und damit der Staat die Vergewaltiger schützt. Die Anzahl der Verurteilungen und die Strafen zeigen, dass es andersrum eher ein deutlicheres Bild sit.

Zu den 57 angeklagten Sexualstraftaten, bei denen es zu Strafprozessen kam, lagen den Studienautoren insgesamt 53 Gerichtsurteile vor (in vier Fällen standen die Urteile zum Zeitpunkt der Datenerhebung noch aus). Auch hier sind die Ergebnisse aufschlussreich.

Von den 53 Angeklagten wurden zehn freigesprochen (rund 19 Prozent), elf kamen mit Bewährung davon (rund 21 Prozent), einer wurde zur Zahlung von Schmerzensgeld verurteilt.

Immerhin 31 Angeklagte (rund 59 Prozent) wurden zu Gefängnisstrafen verurteilt. Die Haftdauer betrug in der Regel zwei bis fünf Jahre, die Maximalstrafe lag bei 13 Jahren und sechs Monaten. In drei Fällen wurden die Täter außerdem zu anschließender Sicherheitsverwahrung verurteilt.

Auch das passt nicht ganz zu dem feministischen Mythos, dass eine Anzeige nicht zu einer Verurteilung führt und nicht mit erheblichen Strafen versehen ist.

Das Durchschnittsalter der bei der Studie untersuchten Opfer betrug 27,7 Jahre, das der Beschuldigten 33,5 Jahre. Täter und Opfer kannten sich in 68 Prozent der Fälle, in 27 Prozent handelte es sich um einen ehemaligen Intimpartner, in vier Prozent um Arbeitskollegen. Elf Prozent hatten sich am Tattag neu kennengelernt.

Also auch nicht der alte Mann, sondern eher der junge Mann. Und in vielen Fällen ein Partner oder zumindest ein vorheriger Kontakt.

vgl. auch:

67 Gedanken zu “Falschbeschuldigungen: Häufigkeit und Strafen

  1. Etwas überspitzt zusammengefasst:

    Einer Frau eine unangenehme halbe Stunde bereiten -> 60% Wahrscheinlichkeit, für 2 Jahre in den Knast zu gehen.

    Einem Mann das Leben und das soziale Umfeld komplett auf den Kopf stellen -> 20% Wahrscheinlichkeit, ein kleine Geldstrafe zahlen zu müssen

    Unsere Gesellschaft ist wirklich so sexistisch, wie Feministinnen behaupten.

    • „Einer Frau eine unangenehme halbe Stunde bereiten -> 60% Wahrscheinlichkeit, für 2 Jahre in den Knast zu gehen.“

      Dazu gehört dann wohl auch als Taxi-Fahrer von Frauen eine Bezahlung von $13 für seine Dienste zu verlangen.

    • Ich habe diesen Satz schon einmal angewendet – ihr blieb die Spucke weg. Genial 😉

      In anderer Sache:
      Jetzt sollten wir jetzt knallhart zurückschlagen. Frühkindliche Gewalt an Männern? Metoo!!
      https://www.der-postillon.com/2019/10/hebamme-klaps.html

      Zitat:
      „Die inzwischen 86-Jährige habe im März 1977 die wehrlose Lage des damals 12 Sekunden alten Mannes ausgenutzt, um ihm mit der flachen Hand auf das entblößte Gesäß zu schlagen, heißt es in der Anzeige“

      Grausam, unerbittlich, vorsätzlich hat eine Hebamme ihr Unwesen getrieben. Nach langen Gesprächen im Verwandtenkreis kam heraus, daß es mich auch erwischt hatte! Wir sollten alle nachforschen und Anzeigen erstatten, veilleicht gibt es noch weitere. Notfalls lassen sich diese Psychopathinnen vielleicht auch noch exhumieren, damit wir Männer unseren Schmerz ihren schäbigen Überresten entgegenschreien können.

  2. Unberücksichtigt blieben Fälle, bei denen die Opfer Kinder unter 14 Jahren waren.

    Warum eigentlich? Weil Kinder grundsätzlich niemals lügen? So wie Frauen ja bekanntlich auch niemals jemanden falschbeschuldigen würden? Eine Freundin hat einen solchen Fall im familiären Umfeld, wo ein Mann von einem Mädchen falschbeschuldigt worden ist. Angeblich u.a. wegen einer psychischen Störung des Mädchens.

    Manipulative Befragung durch Ermittlungsbehörden und übereifrige Möchtegern-Kinderschützerinnen sind natürlich auch vollkommen undenkbar, nicht zu vergessen der Skandal-Prozess um die „Tosa-Klause“ im Jahr 2004, der letztendlich vor dem BGH mit einem Freispruch für alle Beschuldigten endete. Unser jetziger Außenminister Maas fand die Freisprüche übrigens „zum Kotzen“, (Menschen-)Rechte von Beschuldigten interessieren offenbar nicht, wenn es um falsche Anschuldigen und Anklagen geht, insbesondere wenn Kinder potentiell Opfer gewesen sein könnten.

    Mehr als zweifelhaft ist zudem der Fall Team-Gina-Lisa, der für zwei Männer eine Mindesthaftstrafe von zwei Jahren bedeutet hätte, wenn sie mit ihrer Falschbeschuldigung durchgekommen wäre. Immerhin wurde sie ja wenigsgtens verurteilt, wenn auch nur zu einer Geldstrafe.

    Seit Team-Gina-Lisa bin ich übrigens durchaus dafür zu haben, dass Falschbeschuldigerinnen mit der selben Strafe bedroht werden, die ihren Falschbeschuldigungsopfern gedroht hätte. Im Fall Team-Gina-Lisa also mindestens zwei Jahre Knast!

    • Seit Team-Gina-Lisa bin ich übrigens durchaus dafür zu haben, dass Falschbeschuldigerinnen mit der selben Strafe bedroht werden, die ihren Falschbeschuldigungsopfern gedroht hätte.

      Mindestens. Da wir eben nicht in einer Rape-Cuture leben, sind Vergewaltiger geächtet und gehen besonders im Knast durch die Hölle, denn alle hassen Vergewaltiger – selbst der Mörder ist sympathischer. Eine Falschbeschuldigung hat vernichtende Wirkungen und ist kein Kavaliersdelikt.

  3. Fangen wir mal mit dem einzigen „Beispielfall“ aus dem Text an:

    „Im Juli 2020 behauptete eine 19-Jährige im thüringischen Eisenach, sie sei von vier Männern vergewaltigt worden, worauf die Verdächtigen in U-Haft kamen. Die Ermittlungen ergaben jedoch, dass die Frau gelogen hatte.“

    Als Zusatzinfos fand ich leider lediglich, dass es sich bei den Beschuldigten um afghanische Flü* handelte und die – wahrscheinlich rechtsgesinnte – junge Frau selbst irgendwann einräumte, gelogen zu haben.

    Die Verbindung zum Beitrag kann imho nur eine ganz lose sein, da nicht davon auszugehen ist, dass sie sich Verletzungen zugefügt hatte, die dann durch Begutachtung „entlarvt“ worden wären. In einer solchen Konstellation – 4 Männer vs. 1 Frau – wären die m.M.n. auch eher nicht erwartbar.

    Ein besser passender Fall zur Illustrierung wäre wünschenswert gewesen.

      • Rechte haben sich entschieden (das ist Markenkern), gegen unschuldige Menschen zu agieren aufgrund deren Herkunft, Religion und/oder Hautfarbe – klar erhöht das auch die Wahrscheinlichkeit ungerechtfertigter Anzeigen.

        • Das meinst du doch nicht ernst? Linke haben sich entschieden, gegen unschuldige einheimische weiße Männer zu agieren – und zwar flächendeckend. Und genau um solche ungerechtfertigten Anzeigen geht es doch hier.

          Schau dir mal an, wie Anarcha-feministisch-queere Liebig34-Bewohner und ihre Sympathisanten gegen die unschuldigen Menschen in der Nachbarschaft vorgegangen sind, wie sie mit Anschlägen Teile des Berliner ÖPNV für Wochen lahmgelegt haben. In den Nachrichten wurde das immer artig als Kabelbrand geframed.

          Falschbeschuldigungen basieren zu einem Großteil auf dem linken Mainstream-Agitprop, nach dem Männer böse, Frauen und Sonstige aber gut seien. Denn nur dieser männerfeindliche gesellschaftliche Konsens treibt die Wahrscheinlichkeit hoch, dass jede Falschbeschuldigerin als Opfer betüttelt wird, während der Beschuldigte die Seife im Knast aufheben muss und ohne sein Zutun sein Leben verwirkt hat.

          • Lass mich raten: du gehörst zu denjenigen, die den Satz „wer die menschliche Gesellschaft will, muss die männliche überwinden“ intellektuell noch nie durchdringen konnte?

          • Doch. Es geht darum, die Attribute eines Geschlechts als schlechter oder negativer zu benennen und politisches Handeln nach einem solchen gesellschaftsspalterischen Grundsatz auszurichten. Sonst würde es ja heißen: „Wer eine menschliche Gesellschaft will, muss ihre Spaltung nach Geschlecht überwinden.“ Das wäre übrigens auch grundgesetzkonform. Aber das lassen die Feministen zwischen ihren ganzen Frauenparkplätzen, Quoten, Förderungsmilliarden und menschlichen Kinderbesitztümern natürlich nicht zu.

          • …intellektuell noch nie durchdringen konnte?

            Menschen wie du sollten bei Begriffen wie „Intelligenz“ und „intellektuell“ ganz vorsichtig sein.

            Ansonsten fällt mir noch mal so OT und am Rande auf, dass du dich zwar immer sehr wortreich mit deinem feministischen Dummgesülze melden kannst – andererseits aber nicht mal so viel Anstand besitzt, dem Blog-Betreiber ein paar freundliche Glückwünsche da zu lassen, wenn er z.B. über Nachwuchs o.ä. berichtet. Von ehrlichen Glückwünschen und Freude mal ganz abgesehen.
            Das typische, mitfühlende und soziale Geschlecht eben.
            Wärst du normal, müsstest du dir selbst einfach nur noch peinlich sein.

          • Irgendwie beschleicht mich immer wieder mal der Verdacht, Semikolon sei ein Fake-Account, mit dem uns jemand zu emotionalen Höchstleistungen anstacheln will.

            Wie kann man sonst auf die Idee kommen, gerade den Leitspruch der Regierungspartei SPD als Argument zu nehmen, der am stärksten die Gesellschaft spaltet und viele Männer und auch Frauen dazu gebracht hat, der alten Partei den Rücken zu kehren?

            Dieser Spruch ist doch geradezu der Beweis für feministische Aggression, da er Menschlichkeit in einem männlichen Umfeld ausschließt und damit Menschlichkeit und Männlichkeit als Widersprüche behauptet.

            Und Semikolon macht genau das, was jeder vernünftige Mensch befürchtet, wenn eine ehemalige Volkspartei sowas in ihr Grundsatzprogramm schreibt: Sie nimmt es unreflektiert als Argument und behauptet damit einen gesellschaftlichen Konsens in dem Thema. Allein dafür gehört die SPD schon abgestraft, dass ihr schlichte Schäfchen unbedacht bei einem solchen Mist folgen.

  4. „Auch hier muss man berücksichtigen, dass es um die Fälle ging, in denen man nachweisen konnte, dass die Sexualstraftaten vorgetäuscht waren.“

    Hier missachtest Du die Unschuldsvermutung; später im Text heißt es schließlich, dass in lediglich 2 Fällen, die in die Studie einflossen, Richter überzeugt davon waren, dass es sich um vorsätzliche, falsche Verdächtigungen handelte. In den anderen, untersuchten Fällen meinten das höchstens Gutachter… die aber scheinbar zu über 70 % nicht die Gerichte überzeugen konnten.

    Generell halte ich es auch für fraglich, Gutachten, die ja die ursprüngliche „Täterseite“ entlasten sollten, als Beweise für eine Straftat des „Opfers“ heranzuziehen. Ginge es fair zu, müsste die Nullhypothese in dieser Betrachtungsweise dann eine andere sein.

    „in vier Fällen standen die Urteile zum Zeitpunkt der Datenerhebung noch aus“

    Nach Minimum 9 Jahren? Herrgottsakrament!

  5. „Also von 93 Verfahren wird in 33 Fällen keine Anklage erhoben, was beispielsweise auch damit zu erklären wäre, dass der Täter nicht ermittelt werden kann.“

    Statistisch erwartbar wären bei dieser Stichprobengröße übrigens nur etwa 10-18 Fälle mit unbekanntem Täter.

    „Wenn das Verfahren dann in drei Fällen nach direkt wieder eingestellt wird, dann kann das auch verschiedene Ursachen haben: Von einer Versöhnung bei Ehegatten und einem Hinweis darauf, dass man vom Zeugnisverweigerungsrecht gebrauch machen wird bis zu einer Stellungnahme nach Anklageerhebung, aus der sich ergibt, dass es so nicht gewesen sein kann.“

    Da wir ausschließlich über die Zeit vor „Nein heißt Nein“ sprechen, werden die Einstellungen primär zurückzuführen sein auf sozusagen Tatbestandsirrtum – vereinfacht gesagt also darauf, dass die mutmaßlichen Opfer fälschlich annahmen, ihre ablehnenden Äußerungen allein würden ausreichen, während die Rechtssprechung jedoch mehr aktives Wehren von ihnen verlangte.

    „Schönes“ Beispiel dafür: https://www.lto.de/recht/nachrichten/n/vergewaltigung-wehren-freispruch-prozess-essen-alkohol/

    „Feministen behaupten gerne eine Rape Culture, weil angeblich Vergewaltigungen nicht bestraft werden und damit der Staat die Vergewaltiger schützt.“

    Stützen lässt sich diese Annahme auf die unvergleichlich niedrige Verurteilungsquote von rund 8 %. Und eine Dunkelziffer, die nahelegt, dass weniger als 10 % aller jährlichen, schweren Sexualdelikte zur Anzeige gebracht werden.

    „Auch das passt nicht ganz zu dem feministischen Mythos, dass eine Anzeige nicht zu einer Verurteilung führt und nicht mit erheblichen Strafen versehen ist.“

    Boi, die benannten Strafmaße beziehen sich auf Fälle, wo rechtsmedizinische Gutachten Körperverletzungen untersuchen konnten. Der Artikel informiert uns aber auch noch (warum hast Du das nicht zitiert?), dass in 88 % der angezeigten Fälle des Einzugsgebiets keine Rechtsmediziner hinzugezogen wurden – höchstwahrscheinlich mehrheitlich deshalb, weil es da Nichts zu untersuchen gab.

    • „Statistisch erwartbar wären bei dieser Stichprobengröße übrigens nur etwa 10-18 Fälle mit unbekanntem Täter.“

      Nach welcher Statistik? Hast du aus der Statistik auch den allseits bekannten semikolon-bias rausgerechnet? Das wird oft vergessen, ein beliebter Fehler…

      „Stützen lässt sich diese Annahme auf die unvergleichlich niedrige Verurteilungsquote von rund 8 %. Und eine Dunkelziffer, die nahelegt, dass weniger als 10 % aller jährlichen, schweren Sexualdelikte zur Anzeige gebracht werden.“

      „Je weniger Indizien es gibt, desto mehr stützt das unsere Behauptung“ – facepalm. Bei dir ist echt Hopfen und Malz verloren.

    • Stützen lässt sich diese Annahme auf die unvergleichlich niedrige Verurteilungsquote von rund 8%. Und eine Dunkelziffer, die nahelegt, dass weniger als 10 % aller jährlichen, schweren Sexualdelikte zur Anzeige gebracht werden.

      Das ist die Folge dessen, dass Falschbeschuldigung ein weiblicher Volkssport ist. Ihr solltet den Frauen sagen, dass sie mit dem Mist aufhören sollten, nicht nur wegen den Falschbeschuldigten, sondern auch, da es den echten Vergewaltigungsopfern es schwer macht. Aber nein, eher geht man davon aus, dass ein Mann vergewaltigt als dass eine Frau lügt, womit jeder Freigesprochener für ein Justizversagen steht.

      Und hier noch was, wie sich Femis eine hohe Dunkelziffer ihres Lieblingsverbrechen zusammenrechnen: Unzählige Fälle

  6. Thema Rape Culture…

    Ich bin mal eben für ein Viertelstündchen einen der wichtigsten Twitter-Channels durchgegangen, vielleicht merkt ihr schon von alleine, worauf ich hinaus will…

    and the list goes on and on

    • „Ich bin mal eben für ein Viertelstündchen einen der wichtigsten Twitter-Channels durchgegangen“

      „Wichtigster twitter channel“, bwahahahahaha
      Your methodology is seriously wrong.

      • Ich hab explizit drüber geschrieben: Thema Rape Culture (die hier ja auch schon mehrfach erwähnt wurde)

        Muss ich jetzt suchen, wie weit vorn Rape in unserer Culture liegt hinsichtlich sexueller Lieblingsphantasie und bevorzugtem Porno-Genre?

        • „wie weit vorn Rape in unserer Culture liegt hinsichtlich sexueller Lieblingsphantasie und bevorzugtem Porno-Genre?“

          Bei Frauen: in den Top 5
          Bei Männern: weit abgeschlagen hinten.

          • Frauen sollen irgendwas zwischen 20 und 25 % der Pornokonsumenten ausmachen laut den Branchengrößen.
            Und i.d.T. hat man festgestellt, dass sie relativ gesehen – verglichen mit der Gruppe der Männer – häufiger Begriffe wie rape, forced, brutal etc. eingeben… (nicht die Top-Suchen though) – aber auch Sachen wie Revenge Porn, Städte-Namen oder ähnliches.

            Das impliziert, dass ein Teil der Konsumentinnen sich vielleicht gar selbst sucht, in der Annahme, möglicherweise einen Verstoß gegen ihre Persönlichkeitsrechte entdecken zu können.

            Dem wahnsinnig, wahnsinnig schwer beizukommen wäre.

            Nimm die Opfer von gefilmten Vergewaltigungen im Kindes- und Jugendalter… noch Jahrzehnte später kreist das in mehrfacher Weise illegale Material durchs Netz. Und so manch einer entblödet sich nichtmal, von diesen Opfern zu verlangen, der Veröffentlichung nachträglich quasi nun endlich doch mal zuzustimmen, Tenor: „da kommt ja niemand (mehr) zu Schaden, lass den Leuten doch ihren Spaß… “

            Ach ja, und zur lächerlichen Behauptung, Männer bevorzugten es prinzipiell doch eher „sanfter“:

            „Of the 304 scenes analyzed, 88.2% contained physical aggression, principally spanking, gagging, and slapping“

            https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/20980228/

          • Das ist ja mal wieder ein absolutes Spitzen-„Argument“ von Dir:
            Weil es AUCH Frauen gibt, die u.U. nach ihrer Heimsatstadt und/oder Revenge-Porn suchen, ist „wahrschenlich“ der Anteil derer, die unspezifisch nach „Rape“ und „brutal“ suchen und dabei gar keinen Pornos gucken wollen sondern sich in Wirklichkeit selber suchen, in irgendeiner Weise signifikant? Und welche Belege hast Du dafür, dass der Anteil an Pornoseiten-surfenden Vergewaltigugsopfern ÜBERHAUPT statistisch relevant ist?

            Zu Deinen 304 Szenen: Ich bin mir ziemlich sicher, dass es Milliarden von Männern gibt, in deren „bevorzugten 304 Szenen“ sich exakt 0% Gewalt finden lassen würden. Oder willst Du uns jetzt irgendwie weismachen, das Gewaltpornographie gute 90% des „adult market“ ausmacht?

            Für wie blöd hältsts Du uns eigentlich? Oder bist Du wirklich selber derart erschütternd blöd (und das auch noch als (jedenfalls vorgeblich) Lehrerin, wenn ich das richtig in Erinnerung habe)?

          • Semi sagte nur mal, dass sie einmal vorhatte, Mathematiklehrerin zu werden. Sie hat konkrete Nachfragen meinerseits, ob sie tatsächlich Lehrerin ist, immer ignoriert.

          • „Und welche Belege hast Du dafür, dass der Anteil an Pornoseiten-surfenden Vergewaltigugsopfern ÜBERHAUPT statistisch relevant ist?“

            Grummel… ich hatte mal ne Studie gesehen, die feststellte, dass Frauen, die Opfer von sexualisierter Gewalt wurden, häufiger und vorallem auch härtere Pornos konsumierten als Frauen, die keine solch schlimmen Erfahrungen machen mussten (für Männer konnte in derselben Untersuchung aber kein solcher Zusammenhang festgestellt werden), find sie leider gerad nicht mehr. Nun, Du würdest sie eh anzweifeln, oder? Weil es für Dich logisch keinen Sinn machte? (Ich pack das unter Identifikation mit dem Aggressor)

            „Ich bin mir ziemlich sicher, dass es Milliarden von Männern gibt, in deren „bevorzugten 304 Szenen“ sich exakt 0% Gewalt finden lassen würden.“

            Unwahrscheinlich (neugierdehalber: zählst Du denn gagging schon unter Gewalt?).
            Wenn ein Mann nur once in a blue moon Pornographie konsumiert (so wie meiner), dann vielleicht.

            Regelmäßiges Anschauen stumpft hingegen ab, man braucht immer härteren Kram, um überhaupt noch Erregung zu spüren. Das ist doch unbestreitbar… und geht so weit, dass mittlerweile das Phänomen beschrieben wird, wo (junge) Männer ihren virtuellen Sexersatz realen Intimbegegnungen sogar vorziehen (bzw. da plötzlich keinen mehr hochkriegen).
             
            „Oder willst Du uns jetzt irgendwie weismachen, das Gewaltpornographie gute 90% des „adult market“ ausmacht?“

            Welchen Anteil machen extreme Praktiken Deiner Wahrnehmung nach denn aus? Über ein paar Prozentpünktchen Abweichung bräuchten wir nicht streiten, aber wenn Du behaupten wolltest, es gäbe da im Grunde gar kein Problem, sehe ich mich vielleicht genötigt, Dir Statements von Ex- oder noch-aktiven Pornostars rauszusuchen über ihre toxische Realität.

          • „Regelmäßiges Anschauen stumpft hingegen ab, man braucht immer härteren Kram, um überhaupt noch Erregung zu spüren. Das ist doch unbestreitbar… “

            Semikolon, du hast aber merkwürdige Phantasien in Sachen Sex. Wieso sollte man immer härteren Kram brauchen? Ist das bei dir im Bett etwa so? Das ist sowas von falsch und schlicht und entstammt wohl deiner pauschalen Abneigung gegen kommerziellen Sex.

          • @semi

            Leute, die mit ihrer Pornokarriere nicht zufrieden sind, gibt es, keine Frage. Aber reichen deren Aussagen, um das ganze Bild zu erfassen? Erst gestern habe ich mich mit einem SM-Pornodarsteller unterhalten. Der macht es für umsonst und ist sehr zufrieden damit. Die Darstellerinnen an seiner Seite kriegen nach seiner Aussage 200 € für einen Vierstundendreh und machen das nebenbei. Was zeigt uns das?

            Anekdotische Evidenz beweist gar nichts. Sie fühlt sich nur irgendwie an, und damit sind wir wieder beim Problem, dass Du mit dem Bauch denkst und nicht mit dem Kopf.

            Geh doch wenigstens mal hin und unterhalte Dich selbst mit den Leuten, statt nur die Interviews zu googlen, die Deine vorgefasste Meinung bestätigen.

          • „du hast aber merkwürdige Phantasien in Sachen Sex“

            Ich werd Dir nicht erzählen, wovon ich phantasiere, aber ich kann ein paar Dinge aufzählen, die garantiert nicht in meinem Kopfkino vorkommen: schlagen (nichtmal Hintern), würgen, in die Kehle ficken, Mehrfachanal, Beschimpfungen wie Schlampe, nicht-konsensual „scheinende“ Akte etc.

            Nach wievielen Minuten random-(gonzo)-porn hat man Alles oder das meiste davon schon gesehen? Oder auch: wie lang kommt wohl ein aufstrebendes Pornosternchen im Mainstream durch, ohne Alles oder das meiste davon in ihr Portfolio aufnehmen zu müssen?

          • „wie lang kommt wohl ein aufstrebendes Pornosternchen im Mainstream durch, ohne Alles oder das meiste davon in ihr Portfolio aufnehmen zu müssen?“

            Wie lange kommt wohl der Bauarbeiter durch ohne Bandscheibenvorfall, wie lange der Fliesenleger ohne künstliches Knie? Geld verdienen funktioniert halt nicht immer nur durch bloßes anwesend sein. Frauen sind natürlich immer am meisten betroffen.

          • Mein Bauchgefühl sagt: Jahrzehnte (im Schnitt).
            Plus es gibt eine Vielzahl arbeitsschutzrechtlicher Bestimmungen, für die genauere Betrachtung:
            https://www.bgbau-medien.de/handlungshilfen_gb/daten/ga/titel.htm
            Sowie monetäre Absicherung im Falle eines Unfalls (auch im Falle evtl. Berufsunfähigkeit)
            Und der Markt verlangt hier auch nicht von den Arbeitern, möglichst ohne Rücksicht auf ihre Gesundheit zu handeln (man vergleiche damit allein mal nur die Schwierigkeit, safer Sex in Hetero-Pornos unterzukriegen)

            Sag mal: in this day and age wäre es doch locker möglich, Pornos jeder Couleur ohne menschliche Darsteller zur produzieren… warum forciert die Industrie das nicht? Wär doch billiger?

            Liegt das vielleicht daran, dass der durchschnittliche Konsument insgeheim doch einfach nur seinen Hass ausleben will? Dass ihm keiner mehr abgeht, wenn da nicht wirkliche (vornehmlich) Teens und Twens leiden & ihren sozialen Tod besiegeln? (und in Stino-Hetero-Pornos trifft das Stigma nunmal nur Frauen, da männliche Darsteller buchstäblich nur seltenst mal ihren Kopf hinhalten… müssen)

          • „Mein Bauchgefühl sagt: Jahrzehnte (im Schnitt).“
            Bis dorthin ist es aber unter Umständen ein langer Leidensweg. Aber man erwartet das einfach von einem Mann, dass er funktioniert.

            „Und der Markt verlangt hier auch nicht von den Arbeitern, möglichst ohne Rücksicht auf ihre Gesundheit zu handeln“

            Geschieht das denn bei Pornos? Was den Schutz vor Krankheiten betrifft, werden zuvor natürlich Tests gemacht. Und wie schon erwähnt wurde, ist es oft so, dass männliche Darsteller meist wenig bis gar nichts verdienen.

            Ich denke das größte Problem, was Feministinnen mit Pornos haben, ist, dass Frauen etwas machen, was Männern gefällt und das DARF eben nicht sein. Zudem denke ich, dass du persönlich ein Problem damit hast, dass die Darstellerinnen etwas tun, was du nie machen würdest und wenn es dir nicht gefällt, darf es auch anderen nicht gefallen.

            „Sag mal: in this day and age wäre es doch locker möglich, Pornos jeder Couleur ohne menschliche Darsteller zur produzieren… warum forciert die Industrie das nicht? Wär doch billiger?“

            Welche sollen das sein, also Computeranimiert? Naja kommt vielleicht noch, aber selbst dann wird es Feministen stören. Wie bei Alexa und Siri:
            „The publication, titled “I’d blush if I could”, found that the majority of voice assistants have a female voice but a limited set of responses to queries that reinforces harmful tropes about women being “subservient and tolerant of poor treatment”.“

            https://www.independent.co.uk/life-style/women/amazon-alexa-siri-sexist-un-women-ai-gender-stereotypes-a8924581.html

          • @Moloch

            „Ich denke das größte Problem, was Feministinnen mit Pornos haben, ist, dass Frauen etwas machen, was Männern gefällt und das DARF eben nicht sein.“

            Das schätze ich etwas anders ein. Denn das wäre ja nur die milde feministische Triebfeder Missgunst. Ich glaube vielmehr, dass Feministinnen und Frauen wissen und fühlen, dass sie mit Sexualität Macht über Männer haben. Was sollte Männer an Frauen interessieren, wenn sie sich sexuell beliebig und befriedigend überall austoben könnten? Versorgen die sie? Beschützen die sie? Helfen sie ihnen im Alltag? Machen sie mal was sauber? Definitv nein.

            Also ist die feministische Triebfeder, die Pornographie und käuflichen Sex bekämpft, die Nummer eins, nämlich die Herrschsucht. Nur wenn sie die Typen an der Drüse packen und an die Leine legen, können sie über Männer bestimmen.

            Das ist natürlich ein Armutszeugnis für Männer – aber ich bin mir ziemlich sicher, dass es so ist.

          • „Bis dorthin ist es aber unter Umständen ein langer Leidensweg.“

            Nur so nebenbei: Du selbst arbeitest nicht in einem körperlich belastendem Job, nehme ich an?

            Aber in den Hals und/oder Arsch gefickt wurdest Du hoffentlich schon so, dass es lange danach noch weh tat?

            Falls nicht: mach das mal als Experiment… für Minumum 15 (Rachen) bzw. 30 Minuten (Anal) am Stück, so hart wie nur möglich, wenns geht bis zum Anschlag & mit nem überdurchschnittlich großen und dicken Schwanz(ersatz). Schmerzen oder auch Kotzen wären kein Grund, die Handlung komplett abzubrechen, bittschön. Don’t be such a wussy!

            Und dann machst Du das am nächsten Tag nochmal, aber doppelt so lang (um die Realität eines durchschnittlichen Drehtags besser abzubilden).

            Weil wir wissen, dass das ein Gedankenexperiment bleiben wird (warum sollte man auch ohne Zwang und Not solche Folter durchstehen?):

            Wie fühltest Du Dich am Ende von Tag 2, so Du das tätest, was glaubst Du? Signifikant besser als nach ein paar Stunden Fliesenlegen?^^

            Wie viele solcher Drehtage könntest Du – so als harter Mann, der gelernt hat zu funktionieren – im Monat denn mutmaßlich durchstehen (ruhig unter Zuhilfenahme starker Schmerzmittel und, sofern verfügbar, anderer Drogen; brauchen die Profis praktisch Alle)?
            In welchen Abständen?
            Und wieviele Jahre lang?

            Die meisten Pornodarstellerinnen, die mit den großen Studios zusammenarbeiten, verbleiben kein Jahr in der Branche; Mia Khalifa als Beispiel war sogar nur für 3 Monate im business (34 Filme hat man daraus generiert, oft erstveröffentlicht deutlich nach ihrem Ausstieg) … ever wondered why? Well now you know. Hopefully.

            „Geschieht das denn bei Pornos? Was den Schutz vor Krankheiten betrifft, werden zuvor natürlich Tests gemacht.“

            In Amerika alle 2 Wochen, ja. Und man findet auch tatsächlich sehr regelmäßig Geschlechtskrankheiten, was die Betroffenen dann zu vorübergehender Abstinenz (=kein Einkommen) zwingt.
            Man testet aber selbst dort nicht auf Alles.

            Und wie sieht das in Deutschland oder sagen wir mal Tschechien aus bei den big playern?
            Würd mich wirklich interessieren, vielleicht weiß es ja jemand oder googlet es schnell für mich^^.

            (Mein Bauchgefühl sagt mir, in D gäbs vor jedem offiziellen Dreh einer Company HIV-Schnelltests and that’s it. Und ehemaligen Ostblockstaaten würd ich gar zutrauen, dass sie noch gar keine Regularien installiert haben, die Pornographen also noch viel „freier“ agieren können als im Westen)

            „Und wie schon erwähnt wurde, ist es oft so, dass männliche Darsteller meist wenig bis gar nichts verdienen.“

            Nicht im feministischen Porno (für den ich jetzt aber darüber hinausgehend auch keine Werbung machen kann bzw. will, weil ich genau nix davon kenne)

            „Ich denke das größte Problem, was Feministinnen mit Pornos haben, ist, dass Frauen etwas machen, was Männern gefällt und das DARF eben nicht sein.“

            Ich denke, es ist offensichtlich, dass Du nicht zuhörst.

            „Zudem denke ich, dass du persönlich ein Problem damit hast, dass die Darstellerinnen etwas tun, was du nie machen würdest“

            Von den aufgezählten Sachen, um die sich in 40 Jahren noch keine eine sexuelle Phantasie von mir drehte, hab ich grob gesagt fast Alles schon erleben müssen. Mehrfach. (Doppel- oder Trippleanal nicht, obviously)

            Und die Männer, mit denen ich es zu tun hatte, stammten noch aus einer Generation, in der während ihrer Pubertät Pornographie sehr gering verbreitet war; die haben mit 15, 16, 17 (sprich auf ihrem libidonösen Höhepunkt und auch danach) literally noch masturbiert zu den Wäscheseiten des Otto- oder Quellekatalogs.

            Ich hab Schiss um die nachwachsende Generation, ehrlich!
            Nicht zuletzt weil ich Töchter habe. Aber auch nicht nur.

            Es tut mir auch um die Jungs selbst leid, die ja erhebliche kognitive Dissonanzen aushalten müssen. Einerseits das sich hingezogen fühlen, der Alltag mit Mädchen und Frauen, die sie wertschätzen und respektieren. Andererseits ein Bild von Sexualität vermittelt bekommen, das destruktiver nicht sein könnte.
            (Küsse in Pornos? Well yeah, if you take a look at gay porn)

            Und dann sind diese bewegten Bilder in Metzger-Ästhetik auch noch so klebrig… ploppen immer wieder auf; überlagern jedes eigene, authentische Begehren, wenn man nicht aktiv dagegen anarbeitet.

            Ich bin einigermaßen überzeugt, dass Schulnoten/akademischer Erfolg und psychische Gesundheit von Jungs und Männern sich sprunghaft verbesserten, wenn man sie unbeeinflusst ihre Sexualität und Vorlieben entdecken ließ.*
            Dass sich Ansprechangst oder auch die Vermeidung von Augenkontakt reduzierten, wenn ihr Hirn nicht unwillkürlich flash-backs auf Pornoszenen abfeuerte bei beginnender, körperlicher Erregung.

            Die sind nicht von Natur aus so, sie werden deformiert.
            Von toxischer Maskulinität, wie sie der Mainstream-Porn (weit mehrheitlich) so auffällig illustriert.

            Für mich als Frau ist der Umgang damit ein bisschen (wenngleich nicht viel) einfacher, ich kann Porno auch rein analytisch schauen.
            Have you tried that, like… ever?

            *backed by science: Porno hat größere, langfristige, negative Auswirkungen auf die Beschaffenheit des Gehirns sowie die psychische Gesundheit von Jungs bzw. Männern als auf die von Mädchen bzw. Frauen.
            Die leiden dann wiederum vermehrt unter den industriell induzierten „Wünschen“, die daraus folgen und an ihnen umgesetzt werden sollen. etc.pp

          • „Nur so nebenbei: Du selbst arbeitest nicht in einem körperlich belastendem Job, nehme ich an?“
            Früher einmal. Daher ist mein Rücken auch immer noch angeschlagen und ich muss fast täglich mit Übungen und kraftsport dagegensteuern.

            „Aber in den Hals und/oder Arsch gefickt wurdest Du hoffentlich schon so, dass es lange danach noch weh tat?“
            Nein du etwa? Ich lese da bei allem so einen gewissen Ekel an sexuellen Praktiken heraus. Ekel vor Schwä…, Ekel vor Männern. Ist vielleicht bei dir so, muss ja nicht bei allen Frauen sein.
            Ich stehe auch nicht auf Männer. Wenn, dann solltest du ein Beispiel/Gedankenexperiment liefern, das von der Analogie her passt.

            Alles was du schreibst, läuft natürlich auf die feministische Grundannahme hinaus, dass Frauen bei allem, was sie tun keine Wahl haben.

            „Von den aufgezählten Sachen, um die sich in 40 Jahren noch keine eine sexuelle Phantasie von mir drehte, hab ich grob gesagt fast Alles schon erleben müssen.“

            Also auch hier – du hattest nie eine Wahl.

            „Ich hab Schiss um die nachwachsende Generation, ehrlich!
            Nicht zuletzt weil ich Töchter habe. Aber auch nicht nur.“

            Und dann:

            „Dass sich Ansprechangst oder auch die Vermeidung von Augenkontakt reduzierten, “

            Also selbst archaische Rollenbilder und Balzrituale weiter befeuern – der Mann soll der aktive sein, Frauen ansprechen und sich ggf. ein Korb nach dem anderen abholen. Solange er zuvor keine Pornos geschaut hat, ist ja alles ok. Während die Frau eben passiv anwesend ist.
            Ja mit der Einstellung wird sich ja viel ändern in der Gesellschaft.

    • @semi

      FÜHLE Dich bitte mal in uns Männer hinein. Ich schreibe absichtlich nicht ‚Denke‘, denn:

      Wir Männer sind Kopfmenschen. Du kannst uns mit Argumenten überzeugen, nicht mit Bauchgefühlen. Das zieht eher bei Frauen.

      Wenn Du schreibst „Thema Rape Culture…“ und anschließend hauptsächlich Beispiele für ein anderes Thema bringst, nämlich Verletzung von Persönlichkeitsrechten (Sexvideos veröffentlichen ohne Einverständnis), durchdringt das unseren Logikfilter nicht und wir können nichts damit anfangen. Um Dir zu helfen, das nachzufühlen: Das ist, als würde Dich jemand geifernd anbrüllen „Ich bin nett zu Dir!“ Das glaubst Du ihm doch auch nicht, oder?

      Und die Weiterdenkenden von uns (das sind sehr viele) überlegen sinngemäß auch noch folgendes: Man findet bei Pornhub jede Menge Videos zu jeder Menge Themen. Zum Beispiel jede Menge Videos „Vögelnde Stiefgeschwister“ o.s.ä. Heißt das, wir leben in einer Kultur, in der Stiefgeschwistersex verbreitet ist? Natürlich nicht. Wir Männer wünschen uns für Behauptungen überzeugende Belege, keine vagen Indizien. Damit kriegt man uns nicht überzeugt, denn wir denken entgegen anderslautender Gerüchte nicht mit unserem Schwellkörper, sondern mit dem Kopf. Mit der Bauchgegend, also den Eierstöcken oder was auch immer, zu denken, ist halt mehr so Dein Ding.

      Probier das mit dem Kopfdenken doch einfach auch mal. Ist schwierig, wenn man es nicht gewohnt ist, aber Du wirst Dich wundern, wie leicht wir Männer auf einmal zu überzeugen sind 🙂

  7. Um die Häufigkeit eines von Euch schlampigerweise als Falschbeschuldigung (gemeint ist immer: falsche Verdächtigung einer Vergewaltigung oder sexuellen Nötigung aus niederen Beweggründen) bezeichneten Straftatsbestands bestimmen zu können, muss man erstmal eine Ahnung haben, wie verbreitet Sexualstraftaten denn sind. Und selbst der größte Honk kann nicht bestreiten, dass die – aus der Erinnerung – irgendwas über 8000 jährlichen Anzeigen nur die Spitze des Eisbergs darstellen.

    Der obigen Untersuchung zufolge seien zumindest für 1-2 % der Fälle, wo es zu einer Anzeige kam, Selbstverletzungen zweifelsfrei belegbar – was in der Range (bis 3 %) läge, die Feministinnen m.W.n. immer zugestanden haben (womöglich unerreicht niedrig verglichen mit anderen Straftatsbeständen).

    Aber selbst da bin ich noch skeptisch: Sexualstraftaten münden auf Opferseite nunmal gern auch in selbstverletztendes Verhalten (siehe allein die Bespiele von Suiziden infolge konsumierbar-gemachter Vergewaltigungspornos bzw. Revenge-Porn allgemein).

    Und Opfer, die wissen, wie schlecht es um ihre Chancen steht (Stichwort Verurteilungsquote wieder), können auch durch diesen Umstand allein schon versucht sein, sich Selbstverletzungen beizubringen, in der Hoffnung, dass dann mit höherer Wahrscheinlichkeit das an ihnen begangene Unrecht verurteilt würde (oder wie Alice Schwarzer einst sagte: auch Frauen, die lügen, können vergewaltigt worden sein).

    • „muss man erstmal eine Ahnung haben, wie verbreitet Sexualstraftaten denn sind […] aus der Erinnerung […] die Spitze des Eisbergs“

      Also hast du keine Ahnung, danke fürs Gespräch.

  8. Und dann fiel mir wieder dieser Stamm-Kommentator ein, der in der Vergangenheit damit prahlte, Frauen ohne ihr Wissen beim Sex gefilmt zu haben. Typisch maskulistische Reaktion: indirekt geäußerter Zuspruch. Das sei ja das Vernünftigste, was mann machen könne, um nicht mit einem Bein im Knast zu stehen.

    Besagter Kommentator bevorzugt außerdem gemäß Selbstdarstellung harten BDSM, inkl. Ohrfeigen und anpissen. Dabei lässt er offen, ob diese Praktiken safe, sane and consensual ausgeführt wurden… aber klar, ihr denkt: dafür gibt es ja unzählige Freiwillige, ist also total plausibel, dass er am laufenden Band Frauen/Feministinnen (den die suchte er ja besonders für seine Hate-Ficks) fände, die ihn anbettelten, sie so mies wie nur möglich zu misshandeln… und das auch noch ohne Bezahlung^^

    • Wenn dieser Kommentator eine Frau wäre und auf diese Weise BDSM mit Männern hätte. wäre das dann für dich auch verwerflich?

      Und was tut das überhaupt zur Sache beim Thema Falschbeschuldigung?

      Ist es dir eigentlich egal wenn ein Mann unschuldig ist und aufgrund eine Falschbeschuldigung eingesperrt wird?`Und findest du es gerecht, dass diese Lügnerinnen, die andere Menschen mit ihren Lügen das Leben ruinieren, sie teilweise in den Selbstmord treiben oder ihnen der Freiheit berauben, all zu oft nicht mal angemessen bestraft werden?

      Du bist innerlich tot, oder?

      Und nein, Falschbeschudligungen sind nicht so selten wie du dir das in deiner Fantasie zusammen gereimt hast.

      https://www.dnaindia.com/india/report-53-rape-cases-filed-between-april-2013-and-july-2013-false-delhi-commission-of-women-2023334

      • Ich habe bereits eine etwas längere Geschichte bezüglich Auseinandersetzungen mit BDSM-Apologetinnen, wie Dir bekannt sein dürfte?

        Wenn dieser Kommentator ein Mann wäre und auf diese Weise „Sex“ mit Männern praktizierte (die er dafür, dass sie ihre Misshandlungen erdulden, bezahlte, evtl.), wäre das dann für Dich auch nicht verwerflich? Fändest Du es nur schlimm, wenn er eine Frau wäre? Unterschiede sich Deine Wertung abhängig davon, ob sie das unentlohnt, sprich „einfach so, ums mal auszuprobieren, vielleicht gefällts ihm ja“ täte, oder ob sie ihm Schmerzensgeld zahlte bzw. (weil wahrscheinlicher; Männer sind halt einfach häufiger bat-shit-crazy) diese Handlungen selbst als Dienstleistung verkaufte?

        „Und was tut das überhaupt zur Sache beim Thema Falschbeschuldigung?“

        Friendly reminder, dass solche mutmaßlichen Serientäter auch unter uns weilen, was Euch Null zu stören scheint – während im Selbermachsamstag nebenan Viele von Euch sich bitter über eine (dumme, aber vergleichsweise eher harmlose) tiktok-Challenge beklagen…

        Weißt Du, dass selbst BDSM-Vertreterinnen, die eine ganze „Karriere“ auf deviantem Sexualverhalten aufbauen, mitunter in ihre Darstellungen einfließen lassen, dass ursprünglich bspw. Ohrfeigen vor bzw. während des Verkehrs für sie ein no-go waren?

        Eine psychisch gesunde/gesündere Frau würde was machen, wenn ihr sagen wir mal Tinder-Date entsprechende Anwandlungen zeigte?
        Sich spätestens im Nachgang eingestehen, dass sie Opfer eines Gewaltverbrechens wurde (manche brauchen dafür Jahre, surprisingly. Machte es aber nicht weniger wahr).
        Und Anzeige stellen?
        Ne, dann müsste sie wiederum verrückt sein…

        „Ist es dir eigentlich egal wenn ein Mann unschuldig ist und aufgrund eine Falschbeschuldigung eingesperrt wird?`“

        Das ist mir so wenig egal wie bei allen anderen Straftaten – einzig ich sehe nicht im Geringsten, dass mehr Männer zu Unrecht wegen sexualisierter Gewalt einsitzten als wegen irgendwelcher anderen Delikte… sondern im Gegenteil.

        Nimm Donald Trump als Beispiel: bis dato haben stolze 26 Frauen (inkl. Ex-Frau Ivana) ihn namentlich des „sexual misconduct“ beschuldigt (43 weitere wegen kleinerer Übergriffigkeiten). Und passiert ist? Ja genau.

        „Und nein, Falschbeschudligungen sind nicht so selten wie du dir das in deiner Fantasie zusammen gereimt hast.“

        Rein logisch sind sie um Einiges seltener als tatsächliche sexualisierte Gewalt. Und selbige richtet ja auch nicht weniger Schäden (psychische Qualen, Isolierung vom Umfeld, Einkommensausfälle etc.) an als falsche Verdächtigungen.

        Wenn Ihr ganz persönlich Grund dafür seht, Euch vor „Falschbeschuldigung“ zu fürchten, könnt Ihr die Angst von Frauen, auf einen völlig Durchgeknallten zu treffen, jedenfalls nicht kritisieren.

        Zu Deinem Indien-Link: „false“ steht für „Angeklagte wurden freigesprochen (aus Mangel an Beweisen), bzw. Verfahren wurden eingestellt“, hab ich recht?

        • Also:
          1. Frage: nicht beantwortet. Zu sagen das hat man irgendwo, irgendwann schon mal beschrieben, würde dir ja auch nicht als Antwort genügen. Vor allem: war es jetzt leichter da zu schreiben, als zu schreiben das man M/f genau so verwerflich findet wie F/m… oder eben nicht.
          2. Frage: Deine Antwort ist keine Antwort. Verbrecher leben unter uns. Ist nun mal so. Jede nahe Zukunft, die ich mir vorstellen kann, in der es keine Verbrecher mehr gibt, endet im Totalitarismus.
          3. Frage: Ein Antwort, nur glaube ich dir das nicht. Deine ganzen Argumentationen sind immer sexistisch. Bei Männern gehst du immer vom schlimmsten aus. Bei Frauen suchst du nach fantastischen Entschuldigungen.
          4. Frage: nicht beantwortet.

          „Rein logisch sind sie um Einiges seltener als tatsächliche sexualisierte Gewalt. Und selbige richtet ja auch nicht weniger Schäden (psychische Qualen, Isolierung vom Umfeld, Einkommensausfälle etc.) an als falsche Verdächtigungen.“

          Dann solltest du ja dafür sein das man Falschbeschuldigerinnen auf gleiche Weise wie Vergewaltiger bestraft.

          • Falls Du es nicht wusstest, gute Neuigkeiten:
            Die – womöglich strenggenommen unzurechnungsfähige – Heidi K. bspw. sitzt gemäß Richterspruch sogar für ein halbes Jahr länger ein als Horst Arnold seinerzeit. Und vorallem auch ein halbes Jahr länger als von § 153 StGB eigentlich als Höchstmaß für Falschaussage vorgesehen.

            Nur klar mach ich ne Welle, wo suggeriert werden soll, dass im Endeffekt mehr als 90 % aller Anzeigen wegen sexualisierter Gewalt jeder Grundlage entbehrten, das „wahre Problem“ tausende zu Unrecht wegen Vergewaltigung inhaftierter Männer seien und nicht etwa der Umstand, dass Sexualstraftaten fast nie sanktioniert werden.

            Unternimm doch mal selbst eine nüchterne Risikoabwägung:

            Nimm die 11,4 einschlägigen, angezeigten Delikte (2019) pro 100.000 Einwohner und multipliziere sie hoch, so dass sie den Expertenschätzungen entsprechen, wonach min. 85 % aller Taten nicht angezeigt werden (ergo auch keine „Falschbeschuldigungen“ möglich sind). 92-93 % aller Anzeigen enden ohne Schuldspruch, muss man einkalkulieren. Die letzte Zahl, die Du noch brauchst, ist die Angabe der vermuteten „Falschbeschuldigungen“ (hier im Beispiel: 10-15 %, wenn Du die Gutachtermeinungen zu Selbstverletzungen über die Schlussfolgerungen der Richter stellst).

            Bei mir kommt da raus (und ich habe mit dem Maximalwert gerechnet) :

            Das Risiko, Opfer (schwerer) sexualisierter Gewalt zu werden, übersteigt das Risiko einer „Falschbeschuldigung“ um mehr als das 44fache. Bzw. es liegt mehr als 600x über dem eines fehlerhaften Schuldspruchs.

          • Gähn…

            Na, mal wieder Äpfel mit Birnen am vergleichen, @semi? Und dann auch noch mit Zahlen, die Du Dir passend zurecht legst?

            Wenn Du schon einen Vergleich anstellen möchtest, dann vergleiche das Risiko, Opfer von sexualisierter Gewalt zu werden, mit dem Risiko, Opfer einer Falschbeschuldigung zu werden. Das schadet einem Menschen nämlich auch, wenn es ihn nicht bis ins Gefängnis bringt. Der Schaden fängt mit dem angekratzten Ruf im sozialen, beruflichen und/oder sonstigen Umfeld an („irgendwas bleibt immer hängen“), geht über eine polizeiliche Vernehmung, Untersuchungshaft, sozialer Isolation bis möglicherweise hin zu dem Verlust der bürgerlichen Existenz, Verurteilung und Knast. Und bedenke beim Vergleich die Dunkelziffern in beiden Fällen.

            Aber was bezweckst Du mit dem Vergleich überhaupt? Worum geht es Dir? Du sprichst von „Risikoabwägung“. Weil…?

          • „Na, mal wieder Äpfel mit Birnen am vergleichen, @semi? Und dann auch noch mit Zahlen, die Du Dir passend zurecht legst?“

            Naja, also ich hab extra nicht die Werte hergenommen, die ich persönlich für besonders realistisch halte, sondern bin euch schon auf halbem Wege entgegengekommen und hab überdies die Ergebnisse auch noch abgerundet.

            „Wenn Du schon einen Vergleich anstellen möchtest, dann vergleiche das Risiko, Opfer von sexualisierter Gewalt zu werden, mit dem Risiko, Opfer einer Falschbeschuldigung zu werden.“

            Kannst Du nicht lesen, genau dieses Risiko (wo der Rechststaat für die Falschbeschuldigten funktioniert hat) beschreibt der erste Vergleich.

            „Aber was bezweckst Du mit dem Vergleich überhaupt? Worum geht es Dir? Du sprichst von „Risikoabwägung“. Weil…?“

            es um stark gegenderte Sachverhalte geht jeweils, und ihr scheinbar so gar kein „Gefühl“ dafür habt, wie sehr out of proportion eure Furcht ist, verglichen mit der, die ihr kleinredet/die (stark mehrheitlich) weibliche Menschen be-trifft (und wo das Risiko fast ausschließlich von Männern ausgeht).

            Darüber hinaus dürft ihr das meinetwegen nun aber gern auch mal zum Anlass nehmen, zu überlegen, welche Sicherheitsvorkehrungen in Übereinstimmung mit Persönlichkeitsrechten (d.h. Videoaufnahmen ohne vorherige, explizite Abfrage des Einverständnis gehen natürlich nicht) ihr Männern anempfehlen wolltet bzw. selbst treffen könntet, um das Risiko noch weiter zu minimieren.

          • Ich werde es wahrscheinlich bereuen, aber ich versuche es mal wieder konstruktiv.

            „Kannst Du nicht lesen…“

            Weil ich konstruktiv sein will, verzichte ich auf eine Gegeninvektive.

            „…genau dieses Risiko (wo der Rechststaat für die Falschbeschuldigten funktioniert hat) beschreibt der erste Vergleich.“

            Du behauptest, das zu vergleichen, aber vergisst bei Falschbeschuldigung a. die Fälle, in denen der Rechtsstaat für die Beschuldigten nicht funktioniert hat und b. die Dunkelziffer der niemals zur Anzeige gekommenen Falschbeschuldigungen. Bei der sexualisierten Gewalt beziehst Du die Dunkelziffer mit ein. Du vergleichst also Äpfel mit Birnen.

            “ ihr scheinbar so gar kein „Gefühl“ dafür habt, wie sehr out of proportion eure Furcht ist, verglichen mit der, die ihr kleinredet“

            Das ist der entscheidende Punkt. Psychologisch bzw. gefühlstechnisch treffen hier zwei Ängste aufeinander, die immer wieder dazu führen, die Angst der jeweils anderen Seite „kleinreden“ zu wollen: Die (weibliche) Angst vor Vergewaltigung und die (männliche) Angst vor Falschbeschuldigung.

            Wir können diese Ängste mit Zahlen unterfüttern, um sie zu rationalisieren, oder mit Anekdoten unterfüttern, um sie glaubhaft zu machen, aber angesichts letztlich unmöglich abzuschätzender Dunkelziffern werden wir uns so nie einig werden.

            Zu einer Annäherung könnte vielmehr beitragen, einander zuzuhören und Verständnis für die Angst der jeweils anderen Seite zu entwickeln. Ich mache Dir daher folgende absolut ernstgemeinten Vorschläge:

            1. Wir – Du und ich – beschreiben jeweils, warum wir Vergewaltigung (Du) bzw. Falschbeschuldigung (ich) als große Bedrohung wahrnehmen. Und zwar vor allem auf emotionaler Ebene. (Warum haben wir vor der jeweiligen Bedrohung mehr Angst als vor, sagen wir, einem Verkehrsunfall? Die Wahrscheinlichkeit des Unfalls dürfte in beiden Fällen höher sein.)

            2. Alternativ können wir damit anfangen, uns in die Lage des anderen zu versetzen und zu beschreiben, worum wir meinen, dass der jeweils andere so große Angst hat. Auch hier wieder vor allem auf Gefühlsebene, damit wir nicht der Versuchung erliegen, das Ganze als „Verirrung“ abzutun („Vergewaltigung ist ständig im Fernsehen, und deshalb haben Frauen viel größere Angst davor, als sie müssten.“) Anschließend kann der andere das ergänzen oder korrigieren.

          • „Weil ich konstruktiv sein will, verzichte ich auf eine Gegeninvektive.“

            Als ob _ich_ angefangen hätte mit ad hominem… Dein Einstieg in diese Unterhaltung war Nichts Anderes als die beleidigende Aussage, ich sei es nicht gewohnt mit dem Kopf zu denken.

            Du kannst mir auf Knien danken für meine Nachsichtigkeit bedingt durch meinen robusten Charakter und die (aus Erfahrung) geringe Erwartungshaltung an maskulistische Diskursfähigkeit. Würde ich normale Maßstäbe an Kretins wie Dich anlegen, bliebt ihr in eurer Echo-Kammer hier allein.

            „Du behauptest, das zu vergleichen, aber vergisst bei Falschbeschuldigung a. die Fälle, in denen der Rechtsstaat für die Beschuldigten nicht funktioniert hat“

            Was, in Gottes Namen, glaubst Du habe ich oben abgewägt???

            „und b. die Dunkelziffer der niemals zur Anzeige gekommenen Falschbeschuldigungen.“

            Damit soll was oder wer gemeint sein?
            Deine Verwandte, Bekannte, Freundin oder Ex, die Dir im Vertrauen schilderte, was ihr in der Vergangenheit widerfuhr?

            „Wir – Du und ich – beschreiben jeweils, warum wir Vergewaltigung (Du) bzw. Falschbeschuldigung (ich) als große Bedrohung wahrnehmen.“

            Na dann fang an.
            Bin halbwegs gespannt, ob Du einen originellen Gedanken formulieren kannst.

          • @semi:

            „Als ob _ich_ angefangen hätte mit ad hominem…“

            Hier was zum Nachdenken für dich:

            Ad hominem: Du bist ein Idiot, deshalb ist deine Aussage falsch.
            Nicht ad hominem: Deine Aussage ist falsch, deshalb bist du ein Idiot.

          • @semi

            Also Nr. 1, allright.

            Das wird ein längerer Beitrag, ich werde deshalb Christian fragen, ob er bereit ist, ihn als Gastartikel zu veröffentlichen. Du kannst Dir ja überlegen, ob Du Deine Schilderung ebenfalls als Gastartikel verfassen möchtest, oder als Kommentar.

            Zum Rest:

            Du hast mich herzhaft zum Lachen gebracht. Dankeschön 🙂

            Natürlich piesacke ich Dich, denn inzwischen kenne ich Deinen Diskussionsstil. Du verwendest keine Invektiven (außer jetzt gerade, da musste es wohl mal raus 😉 ), aber sachliche Diskussionen scheitern bei Dir erfahrungsgemäß an Deiner Unfähigkeit und/oder nicht vorhandenen Bereitschaft, fundierte Sachargumente zu bringen oder darauf einzugehen. Jüngstes Beispiel:

            „Was, in Gottes Namen, glaubst Du habe ich oben abgewägt???“

            Du hast nicht berücksichtigt, dass auch Gutachter nicht immer eindeutig ja/nein urteilen können. Wenn wir mal davon ausgehen, dass sich Irrtümer bei Ja-/Nein-Gutachten gegenseitig aufheben, bleiben Fälle übrig, in denen die Gutachter keine eindeutige Aussage treffen können. Auch in solchen Fällen kann es zu Verurteilungen kommen, die auf Falschbeschuldigung beruhen.

            „Dunkelziffer:Damit soll was oder wer gemeint sein?
            Deine Verwandte, Bekannte, Freundin oder Ex, die Dir im Vertrauen schilderte, was ihr in der Vergangenheit widerfuhr?“

            Nein, all die Fälle die nicht vor Gericht landen und mit einem Urteilsspruch enden. Die Gerüchte, die in einem Sorgerechtsstreit gestreut werden. (Bei einem Bekannten von mir hat die Ehefrau einfach mal so behauptet, er sei drogensüchtig. Er hat das mit insgesamt 800 €-teuren, einjährigen, überraschenden amtsärztlichen Untersuchungen entkräftet (1-2 mal im Monat). Ist zwar keine Sexualstraftat, taucht aber auch nie in einer Statistik auf.) Die Behauptungen, die auch so einfach mal gestreut werden, aber aus denen nie eine Anzeige wird. Die Anzeigen, die wieder zurückgezogen werden. Und die Fälle, in denen körperliche Spuren keine Rolle spielen. Die tauchen in den 10-15% der Fälle, die bei einem Gutachter landen, nämlich nie auf.

            Auf das alles könntest Du selber kommen, tust Du aber auch in anderen Fällen fast nie. Deshalb mein Angebot, nun doch auf die subjektive, emotionale Ebene zu wechseln. Ich bin gespannt, was daraus wird.

            So, und abschließend muss ich Dich leider noch in persönlicher Hinsicht enttäuschen. Auch wenn das bestimmt lieb gemeint ist, mir mit versteckten Andeutungen immer mal wieder so eine Art Online-SM-Beziehung anzubieten: Ich knie nur vor Frauen, die ich sympatisch finde. Und, naja, ich sag mal so, unsere bisherigen Austausche haben Dich mir nicht wirklich ans Herz wachsen lassen. Also: Nope, thanks.

  9. Mann bin ich gut. Ich musste nur den Titel des Threads sehen um zu wissen wer dazu (inklusive des üblichen Derailings) die meisten (und, obwohl man das nicht dazu sagen muss, uninformiertesten) Beiträge vom Stapel lassen wird.

    Fassen wir zusammen: Wenn eine Frau wegen irgendetwas überführt wird, ist üblicherweise nicht sie selber schuld, aber vermutlich – wenn nicht das Opfer selber schuld ist – irgendein anderer Mann. Kann man im Einzelfall doch nicht mehr anders, als zuzugeben, dass eine Frau unrecht gehandelt hat, ist sie zweifellos rechts. Und daran, dass typischerweise von Frauen bevorzugte abseitigere Porno-Spielarten auch tatsächlich produziert werden, sind auch Männer schuld (vermutlich gilt das sogar für härtere Lesbenspornos in denen Frauen andere Frauen demütigen etc.).
    Sprecht mir nach: Frauen gut, rein und unfehlbar, Männer schlecht.

    Ich bin ja fast geneigt, Mitlied mit dem Satzzeichen zu empfinden, oder wenigstens mit ihrem angeblich existierenden Ehegespons. Andererseits verbietet sich wohl jegliches Mitleid mit einem Mann, der tatsächlich längere Zeit mit solch einem Geschöpf verheiratet oder anderweitig zusammen bleibt.

  10. Pingback: Jazz Manouche aus Innsbruck, das erste Laserschwert und die Mutter aller Butter - die Links der Woche vom 9.10. bis 15.10. | Männer unter sich

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