Selbermach Samstag 307 (12.09.2020)

Welche Themen interessieren euch, welche Studien fandet ihr besonders interessant in der Woche, welche Neuigkeiten gibt es, die interessant für eine Diskussion wären und was beschäftigt euch gerade?

Welche interessanten Artikel gibt es auf euren Blogs? (Schamlose Eigenwerbung ist gerne gesehen!)

Welche Artikel fandet ihr in anderen Blogs besonders lesenswert?

Welches Thema sollte noch im Blog diskutiert werden?

Für das Flüchtlingsthema oder für Israel etc gibt es andere Blogs

Ich erinnere auch noch mal an Alles Evolution auf Twitter und auf Facebook.

Es wäre nett, wenn ihr Artikel auf den sozialen Netzwerken verbreiten würdet.

Wer mal einen Gastartikel schreiben möchte, auch gerne einen feministischen oder sonst zu hier geäußerten Ansichten kritischen, der ist dazu herzlich eingeladen

Brief von „Väteraufbruch für Kinder“ an Frau Giffey als Familienministerin bezüglich der Familienrechtsreformen

Der Brief:

Sehr geehrte Frau Dr. Giffey,

im März 2019 kündigten Sie in der Presse an, dass eine Reform des Unterhaltsrechts notwendig sei. Es könne nicht angehen, „dass der Vater weiterhin den vollen Unterhalt zahlen muss, auch wenn das Kind viel Zeit bei ihm verbringt und sogar ein eigenes Zimmer bei ihm hat“. Hier gelte es, juristische Steine aus dem Weg zu räumen.

Änderungsvorschläge wurden für den Herbst 2019 angekündigt – nichts kam. Außer Pressearti- keln wie „Warum die große Koalition die Unterhaltsrechtsreform verschleppt“1. Es verging nun ein volles Jahr, bis nun überhaupt Entwürfe in die Ressortabstimmungen gingen.

Von den Ankündigungen, in die viele Eltern, die bisher doppelt für den Unterhalt ihrer Kinder zahlen müssen (in ihrem Haushalt und im Haushalt des anderen Elternteils), ist rein gar nichts übriggeblieben. Die groß angekündigte und selbst von Juristen als längst überfällig angesehene Unterhaltsreform fällt komplett aus.

Und nicht nur das. Die Entwürfe zeichnen ein erschreckendes Bild einer Politik, die offensicht- lich jeden Bezug zur Realität verloren zu haben scheint.

  • Wir finden dort diskriminierende und verfassungswidrige Vorstellungen zur Neuregelung des Abstammungsrechtes, welches einseitig Väter diskriminiert und ihrer verfassungs- rechtlich geschützten Grundrechte berauben will. Vorschläge, die offen gegen die UN- Kinderrechtskonvention verstoßen aus einem Ministerium, dass von ei ner SPD geführt wird, welche Kinderrechte im Grundgesetz verankern will.
  • Wir sehen dort Entwürfe zur Neuregelung der elterlichen Sorge für nicht mit der Mutter verheiratete Väter, die nicht nur gegen die einstimmigen Empfehlungen einer Expertenkommission aus dem Justizministerium ge- hen, sondern in ihrer Begründung unterschwellig auch ein diskriminieren- des und einseitiges Bild von Vätern als Täter
  • Man will die einvernehmliche Konfliktlösung – grundsätzlich ein positives Ziel – stärken. Der Referentenentwurf ist aber derart wachsweich formuliert, dass er in der Praxis kei- nerlei Wirkung zeigen wird, wie bereits die Erfahrungen mit ähnlich wirkungslosen Geset- zesformulierungen aus der Vergangenheit gezeigt
  • Man will endlich, nach jahrelangen Protesten selbst aus der Richterschaft, die Qualifizierung von Familienrichtern verbessern – und formuliert auch diese Gesetzesvorlage derart unverbindlich, dass diese keine Wirkung in der Praxis erzielen

Sehr geehrte Frau Dr. Giffey, wir bringen uns seit über 30 Jahren ehrenamtlich konstruktiv in die gesellschaftliche und politische Diskussion rund um die Rolle von Vätern in der Familie ein,

  • zur Förderung gleichberechtigter Elternschaft,
  • zur Förderung der Gleichberechtigung,
  • zur Entlastung von Müttern durch mehr Teilhabe,
  • zur Vermeidung von Eltern-Kind-Entfremdung,
  • zur Vermeidung von Alleinerziehung und zum
  • Schutz von Kindern und deren Entlastung nach einer Trennung der Eltern
  • zur Vermeidung von Eltern-Kind-Entfremdung und
  • zum Schutz von Kindern und deren Entlastung nach einer Trennung der Eltern

Die Erwartungen an die Politik für eine zeitgemäße Entwicklung des Familienrechts nicht nur von uns, sondern aus der Bevölkerung insgesamt sind hoch angesichts von 30 Jahren Untätig- keit und Initiativlosigkeit. Diese wurde nur durch regelmäßige Verurteilungen Deutschlands durch den europäischen Gerichtshof für Menschenrechte unterbrochen. Trotzdem ist Deutsch- land familienrechtlich längst zum Entwicklungsland verkommen.

Die uns nun vorliegenden Gesetzesentwürfe des BMJV sind durchweg entweder untragbar oder wirkungslos. Sie würden einen erheblichen Rückschritt bedeuten, da die Politik sich ihrer Auf- gabe, wirkungsvolle Reformen umzusetzen, erneut für eine Legislaturperiode entzogen hat.

Die von Bundesjustizministerin Lambrecht vorgebrachte Erklärung, für eine große Reform des Familienrechts würde jetzt die Zeit fehlen, ist haarsträubend. Die SPD hat seit mittlerweile 7 Jahren sowohl das Justiz- als auch das Familienministerium inne – Zeit wäre mehr als genug gewesen.

  • Es reicht!

Wir nehmen Sie bei Ihrem Wort, die rechtlichen Hürden im Familienrecht aus dem Weg zu räu- men. Daher lassen Sie die vorliegenden Gesetzesentwürfe zur Änderung des Abstammungs-, Kindschafts- und Kindesunterhaltsrechts sowie die Artikel 3 (Familienrichter), 5 (Verfahrens- beistände) und 6 (Jugend- und Jugendstrafrichter) des Entwurfes des Gesetzes zur Bekämpfung sexualisierter Gewalt gegen Kinder jetzt stoppen und setzen Sie sich dafür ein, dass das Justiz- ministerium in Abstimmung mit dem Familienministerium zeitnah Gesetzes-

entwürfe vorlegt, die die angekündigten Reformen auch tatsächlich und vor allem wirkungsvoll abbilden. Die Justizministerin ist hierzu offensichtlich ent- weder nicht gewillt oder nicht in der Lage.

 

Die vorliegenden Entwürfe sind handwerklich von derart schlechter Qualität, angereichert mit häufig unschlüssigen Begründungen, dass offensichtlich ist, dass es für diese Reform ei- ner anderen Federführung bedarf – Juristen können Fragen der Familie offensichtlich nicht wirkungsvoll lösen – dies ist durchaus als Analogie zu familiengerichtlichen Verfahren zu ver- stehen.

 

Es scheint offensichtlich, dass erneut versucht werden soll, durch Verabschiedung bewusst wir- kungsloser Gesetze die dringend erforderlichen Veränderungen im Familienrecht wieder ein- mal um 5 oder 10 Jahre hinauszuzögern. Solche politische Taktiererei auf dem Rücken von Fa- milien und insbesondere den Kindern ist unerträglich und sicher nicht das, wozu der Wähler eine Regierung gewählt hat.

Insbesondere die SPD sollte sich daher gut überlegen, mit welcher Bilanz sie aus dann 8 Jahren Regierungsverantwortung in den Wahlkampf ziehen möchte. Keine andere Partei hat aktiver an der Behinderung von Fortschritten hin zur Gleichberechtigung von Männern und Frauen gewirkt als die SPD mit den von ihr besetzten Ministerien. Dies ist keine bloße Behauptung, sondern lässt sich anhand nachfolgender Fakten klar belegen.

  • Das gemeinsame Sorgerecht ab Geburt auch für nichteheliche Väter, in den meisten anderen europäischen Staaten bereits lange Realität, würde eine gleichberechtigte Eltern- schaft auf Augenhöhe von Anfang an begünstigen. Einhellig wird dies daher auch aus der Fachwelt und der Expertenkommission des Justizministeriums gefordert. Das SPD-geführte Justizministerium hält unbeirrbar an der Benachteiligung von Vätern fest. Dabei wurde mit Steuergeldern bereits 2002 in der Studie von Prof. Proksch empfohlen, das gemein- same Sorgerecht zu stärken – die Studie wurde im Auftrag des auch seinerzeit SPD-geführten Ministeriums erstellt – deren Empfehlungen allerdings bis heute nicht
  • Die Doppelresidenz, auch Wechselmodell genannt, lehnt die SPD als Leitbild ab – zwar er- kennt sie an, dass sich „alle Sachverständigen für das Wechselmodell als anzustrebendes Betreuungsmodell ausgesprochen“ hätten. „Es sei deshalb als Zukunftsvision zu betrach- ten, die gegebenenfalls in 20 Jahren als Regelmodell gelebt werde“2 – so die protokollier- ten Aussagen der SPD-Fraktion zur Begründung ihrer Ablehnung des Antrages der FDP-Frak- tion zum Wechselmodell. Alle Sachverständigen und selbst 77% der Bevölkerung3 sind nicht ausreichend, um die SPD zum Handeln zu bewegen, ebenso wenig wie die einstimmig an- genommene Resolution 2079(2015) der Parlamentarischen Versammlung des Europarates, die die Einführung der Doppelresidenz als familienrechtliches Leitbild für alle 47 Mit- gliedsstaaten vorsieht – nicht erst in 20 Jahren, wie die SPD denkt, sondern bereits seit 2015.
    Dabei ist belegt, dass das Wechselmodell nicht nur die Entwicklung von Kindern fördert und deren Armutsrisiko erheblich verringert. Es fördert auch die Karrierechancen von Müt- tern und mindert deren Risiko der Altersarmut. Es sorgt für mehr Gleichberechtigung auch durch ein stärkeres, gleichberechtigtes Engagement von Vätern in der Familie auch nach einer Trennung – was im Übrigen der größte gleichstellungspolitische Wunsch von Männern ist. Wie passt es zusammen, die Doppelresidenz derart abzulehnen, gleichzeitig aber öf- fentlichkeitswirksam eine mit Steuergeldern finanzierte Kampagne „Unbezahlte Sorgear- beit gerecht verteilen“ zu initiieren?
  • Das Ehegattensplitting gilt weithin als ein gesetzlich vorgegebener Hemmschuh für die Gleichberechtigung insbesondere von Frauen in der Familie – der 1. und 2. Gleichstel- lungsbericht der Bundesregierung empfiehlt, ebenso wie eine Expertenkommission des Fi- nanzministeriums4 die Abschaffung. Das SPD-geführte Finanzministerium hält entgegen jeglicher Expertise am Ehegattensplitting und den damit verbundenen Nachteilen insbe- sondere für Frauen

 

Dies sind nur einige Beispiele, die zeigen, dass fachliche Expertise und Forderungen zur Stär- kung der Gleichberechtigung von den SPD-geführten Ministerien schlicht ignoriert werden. Hier scheint Ideologie mehr zu zählen als mit Steuermitteln finanzierter Sachverstand, den die SPD- geführten Ministerien durchweg ablehnen. Eine fatale Bilanz, welche definitiv keine Empfeh- lung für die nächste Bundestagswahl ist.

Ins Bild passen dabei auch die Irrungen und Wirrungen rund um die in Ihrem Ministerium seit langem ausstehende Studie „Kindeswohl und Umgangsrecht“, von der die Studienautoren selbst sagen, dass diese bereits im April 2019 vorgelegt, bis heute aber nicht veröffentlicht

wurde. Hier entsteht der Verdacht, dass das Ministerium hier einen neuen Weg beschreiten und Studienergebnisse im Vorfeld den eigenen Vorstellungen entsprechend umschreiben möchte, um vielleicht erstmals einer fachkundigen Empfehlung im Familienrecht folgen zu können – nämlich der selbst erstellten. Es würde nicht wundern, wenn die Ergebnisse sich in weiten Teilen auf das vom Ministerium seit Jahren einseitig getriebene Randthema „häusliche Gewalt“ beziehen würden, auch wenn dies überhaupt nicht Teil der öffentlichen Studienaus- schreibung war. Wie offensichtlich sich die Regierung selbst der parlamentarischen Kontrolle entzieht, hat erst jüngst die Antwort auf kleine Anfrage der FDP-Fraktion5 gezeigt.

Frage: Wurden der Bundesregierung seit 2015 (einzelne) Studienergebnisse vorgelegt? Antwort: Der Bundesregierung liegen bislang keine finalen Studienergebnisse vor.

 

Thema der Frage verfehlt, würde man einem Schüler sagen. Bewusste Verschleierung von Fak- ten dürfte im politischen Raum aber treffender sein. Offensichtlich sollen hier wissenschaftli- che Studienergebnisse den politischen Wünschen entsprechend manipuliert werden. Mit sol- chem Vorgehen verspielt die Politik jegliches Vertrauen des Bürgers in ihr Handeln.

Erschwerend kommt hinzu, dass insbesondere aus dem SPD-geführten Familienministerium im- mer wieder Versuche zu beobachten sind, den Kampf der Geschlechter anzuheizen und damit eine Spaltung der Gesellschaft voranzutreiben. Sei es beim Thema Gewalt, bei Alleinerziehen- den oder beim Thema Unterhalt – das Schema „Täter Mann, Opfer Frau“ wird seitens des Fami- lienministeriums seit Jahren trotz aller Kritik unverdrossen und zunehmend intensiv vorange- trieben und findet sich auch in den aktuellen Gesetzesentwürfen des Bundesjustizministeri- ums. Ist dies der Weg, mit dem die SPD den in ihrem Grundsatzprogramm6 verankerten Grund- satz, die männliche Gesellschaft zu überwinden, verwirklichen will? Vom eigentlichen Ziel, er Verwirklichung gleicher Teilhabe für Männer und Frauen, ist schon seit Jahren im politischen Handeln nichts mehr zu erkennen. Die vorstehenden Beispiele zeigen, dass genau das Gegen- teil, nämlich die Verfestigung traditioneller Rollenmodelle, betrieben wird.

Versöhnliche Töne, die zur gemeinsamen Solidarität von Männern und Frauen, Müttern und Vä- tern aufrufen, sind nicht zu vernehmen. So kennt nicht nur Gewalt kein Geschlecht, sondern es sind auch viele Eltern schlicht nicht in der Lage, den Unterhalt für ihre Kinder (in voller Höhe) aufzubringen. Anstatt diese grundlos als „Unterhaltspreller“ abzuwerten, wäre es an der Poli- tik, Wege zu finden, wie Eltern und Kinder existenzsichernd gut versorgt werden – abseits jeg- lichen Geschlechterkampfes.

Gute Lösungen und Verständnis kann es nur geschlechterübergreifend geben – wir leben dies seit vielen Jahren mit unseren Kooperationen vor. Dies haben sehr viele Männer und Frauen, Mütter und Väter bereits verstanden und wünschen sich dafür Unterstützung aus der Politik

und keinen von der Politik angeheizten Geschlechterkampf. Hier werden die SPD-geführten Mi- nisterien ihrer Verpflichtung nicht gerecht. Jahrzehntelang konnte sich die Politik tatenlos zu- rücklehnen, solange sich Männer und Frauen gegenseitig bekämpften. Damit ist Schluss.

Es reicht!

 

An Sie, Frau Dr. Giffey, richten wir die klare Erwartung, Wort zu halten und die lang und groß angekündigten Reformen im Familienrecht zur Umsetzung zu bringen, die

  • wirkungsvoll
  • an den gesellschaftlichen Realitäten gemeinsamer Elternschaft auch nach Trennung und Scheidung orientiert
  • verfassungskonform
  • in Übereinstimmung mit der UN-Kinderrechtskonvention und vor allem
  • unseren Kindern auch nach Trennung und Scheidung beide Eltern erhaltend und
  • Streit vermeidend sind.

Wir fordern keine geschlechterbezogenen Vorteile zu Lasten von Kindern, wir fordern echte Gleichberechtigung!

Sofern ein ernsthafter Wille zur Veränderung besteht, stehen wir konstruktiv und kritisch zum Dialog bereit. Unsere detaillierte Kritik an den vorliegenden Entwürfen werden wir in Kürze veröffentlichen, gemeinsam mit Vorschlägen zur wirkungsvollen praktischen Umsetzung.

Sollte die Regierung an den vorliegenden Entwürfen festhalten wollen, werden wir, gemeinsam mit weiteren Organisationen, entschieden gegen diese vorgehen.

Es liegt in Ihrer und in der Verantwortung ihrer Kabinettskollegen, im Familienrecht entweder mit einer 0-Bilanz oder mit einem „Wumms“ in den Wahlkampf zu gehen.

Für den Bundesvorstand des Väteraufbruch für Kinder e.V.

Markus Witt                                         Karin Kokot

Mitglied des Bundesvorstands                  Mitglied im Bundesvorstand

mental Load

Ein im Feminismus beliebter „Kampfbegriff“ ist „Mental Load“, also die „Mentale Last“ die Frauen tragen.

Aus der Wikipedia:

Mental Load (deutsch etwa: mentale Auslastung) bezeichnet im deutschen Sprachraum vorrangig den Gesamtaufwand und entsprechende Mehrbelastungen, die durch Haushaltstätigkeiten und Kindeserziehung entstehen. Sie greift dabei Gedankengänge der Cognitive Load Theory (CLT) auf. Über die Summe der praktischen Aufgaben hinaus umfasst die Mental Load auch die Last der alltäglichen Verantwortung für das Organisieren von Haushalt und Familie, die Beziehungspflege sowie das Auffangen persönlicher Bedürfnisse und Befindlichkeiten.

Seit den frühen 1970er-Jahren wird Mental Load als Begriff für geistige Belastungserscheinungen verwendet und ihr Zusammenhang mit Stress sowie die Auswirkungen auf Vitalparameter in verschiedenen Berufsgruppen diskutiert.[2][3] Die jetzige Verwendung des Begriffs entspringt vorrangig dem gleichnamigen „feministischen“ Comic der französischen Zeichnerin Emma,[4] der durch die britische Tageszeitung The Guardian größere Bekanntheit errang.[5] In diesem wird ungleiche Aufgaben- und Rollenverteilung heterosexueller Beziehungen thematisiert, die neben der Geschlechtersegregation am Arbeitsmarkt auch die im Haushalt wiederkehrenden Aufgaben, Betreuungssituationen sowie weiche Faktoren wie die Kenntnis sozialer Konstellationen der Kinder einbezieht. Deren Aufwand wird demnach in den seltensten Fällen von beiden Partnern wahrgenommen, sodass erhebliche Freizeiteinbußen für Frauen entstehen.[6] Die für die Koordination von Pflegearbeit (Care Work) und Erwerbsarbeit (Paid Work) notwendige Mehraufgabenperformanz führe demnach zu erhöhter Auslastung, die mit dem Split-Attention-Effekt verglichen werden kann.

Überschneidende Belastung durch Erwerbs-, Pflege- und Koordinationsarbeit
Vereinzelt wird die Unschärfe des Mental-Load-Begriffs kritisiert und mit dem extensiv verwendeten Burnout-Syndrom verglichen.

Verschiedene Selbsttests im Internet versprechen, einen Überblick über die eigene Wochenarbeitszeit und deren Ausgewogenheit in der Beziehung zu erhalten.

Ich halte es für einen oft nachhaltig übertrieben Bereict, bei dem so getan wird als würde da eine unendliche Last auf Frauen gelegt werden, die kaum zu schultern ist, während es in vielen Fällen relativ banale Sachen sind, die etwa bei der Organisation eines Berufes ebenso anfallen bzw die in anderen Bereichen ebenso beim Mann festgestellt werden könnten.

Es wird beispielsweise angeführt, dass man die Freunde seiner Kinder kennt, weiß, was für Termine anstehen, sich auf deren Sorgen und Ängste einlässt etc.
Aber das ist ja normales menschliches Miteinander, das so gesehen auch zum Job „Kindererziehung“ dazu gehört.

Im Gegenzug kann der Stress eines Berufes weitaus schlimmer sein, weil daran eben auch finanzielle Verantwortung hängt und man sich vor seinem Boss oder Kunden oder eben auch bei seiner Familie bei geringeren Einnahmen rechtfertigen muss.

Dagegen ist es relativ banal zu wissen, dass Jana die beste Freundin ist, die aber neuerdings sich auch sehr häufig mit Nicole trifft.
Oder in einem anderen Alter Windeln und Feuchttücher vorrätig zu halten.

Der Feminismus liebt die Übertreibung an der richtigen Stelle. Die Frauen sind überall ungeheuer unterdrückt, ungeheuer überlastet, die Männer hingegen haben es überall erheblich leichter und verdienen ohne besondere Mühen sehr viel mehr als Frauen.

Die Mental Load mag natürlich im Einzelfall hoch sein. Kinderbetreuung kann aber genau so sehr unkompliziert sein, wenn etwa Geschwister miteinander spielen und man eigentlich nicht viel machen muss.

Hier noch ein paar Comics aus dem oben erwähnten Mental Load Comic von der Zeichnerin Emma:

Was sagt ihr zu dem Konzept?

Geschlechterunterschiede in der Work-Life-Balance bzw der unterschiedlichen Gewichtung von Arbeitsaspekten, die auf Kosten anderer Punkte gehen

Eine interessante Untersuchung zu der verschiedenen Einstellung der Geschlechter zum Job:

Es ging um Japaner beiderlei Geschlecht in den Dreißigern mit einem Jahreseinkommen von höchstens  3 Millionen Yen oder 28.000 Dollar bzw 23.000 € und ihre Anforderungen an ein höheres Gehalt wenn dafür auch bestimmte Aspekte des Jobs sich verändern.

he working paper’s findings are increasingly relevant in planning a more inclusive economic recovery. What aspects of a job improve work-life balance, and how much income should the job offer? In answering this question for workers in Japan we investigated the tradeoffs men and women would accept between earning more pay or having more time at home.

An analysis is drawn from an experiment that surveyed nearly 1,000 working-age Japanese men and women on their preference for varying levels of job attributes affecting work-life balance, including overtime, job insecurity, risk of departmental transfer, and risk of geographical relocation.

First: it was found that women are more willing than men to sacrifice a significant amount of salary in exchange for greater work-life balance.

For instance, for certain age and salary ranges, mothers are willing to sacrifice approximately $3,000 more in annual salary than men to avoid relocation risk; they would forego roughly $6,500 more than men to avoid 45 + hours of overtime per month. Men who do not have children are on average more willing to trade wages for work-life balance than those with children.

Man hat also gefragt wie viel man ihnen in einem Job mehr zahlen müsste, damit er erhebliche Überstunden (45 oder mehr im Monat), eine geringere Jobsicherheit, das Risiko verpflichtend in einem anderen Bereich zu arbeiten oder an einem anderen Ort arbeiten müsste.
Und Frauen sind nur dazu bereit das zu machen, wenn dafür mehr Geld bei rausspringt als es Männer nehmen würden.

Sie würden beispielweise bei den Überstunden nur mitmachen, wenn sie 15.000 Dollar mehr verdienen würden, während Männer es für etwas mehr als die Hälfte (8600 Dollar) machen würden.
Bei der Jobsicherheit sind die Unterschiede noch größer, 864 Dollar zu 3.827 Dollar, also mehr als das 4fache.

Das würde erklären, warum Männer weitaus mehr Überstunden machen 

Es erklärt auch, warum Männer sich in der Konkurrenz um bessere Jobs eher durchsetzen: Sie messen der „Work-Life-Balance“ im Schnitt ein geringeres Gewicht zu und sind damit eher bereit für das gleiche Mehr an Gehalt mehr zu machen.

Es passt auch ganz gut zu diesen zwei Grafiken aus dieser Studie:

Arbeitsstunden Bereitschaft idealer Job

Arbeitsstunden Bereitschaft idealer Job

Es würde auch erklären, warum Frauen lieber im öffentlichen Dienst arbeiten als Männer, auch wenn dieser mitunter weniger zahlt als die freie Wirtschaft. Es ist ein sehr sicherer Job. Und auch die Bereitschaft an einem anderen Ort zu arbeiten, etwa im Ausland, was eine wichtige Qualifikation für Führungsjobs sein kann oder das Risiko in einen anderen Bereich versetzt zu werden ist geringer.

In dem Artikel wird dazu noch folgendes angeführt:

Part of this gender difference in willingness to pay for better work-life balance can be explained by a greater sense of guilt among women than men. Women reported higher feelings of guilt than men for missing not just child-related activities (e.g., school events), but also cooking and taking care of parents, because of work.

These feelings of guilt were then run against preferences. Overall, higher levels of guilty feelings correspond to greater willingness to pay for more work-life balance. For example, these feelings of guilt translate to high willingness to pay to avoid overtime. Women who would feel highly guilty for missing a child’s event or not caring for their parents are willing to sacrifice $12,000 in their annual wage to avoid 45+ hours a month of overtime.

Es einfach nur auf ein Schuldgefühl im Sinne einer Verpflichtung anderen gegenüber runterzubrechen finde ich etwas schwierig. Denn meist geht damit ja auch ein einher, dass man selbst lieber da wäre, weil man es schön für einen selbst findet. Aber natürlich kann das stärkere Gefühl, dass man etwa für das Kind oder Verwandte da sein muss, auch entsprechend dazu beitragen.

 

Selbermach Mittwoch 284 (09.09.2020)

Bitte Kommentare bündeln, wenn sie nur aus einzelnen Tweets und kurzem Kommentar bestehen und man sehr viele davon plant.

Zweisprachige Erziehung

Wir versuchen Fräulein Schmidt zweisprachig zu erziehen. Ich rede mit ihr Deutsch und Südländerin südländisch. Gemeinsam reden wir in Ermangelung von Südländischkenntnissen bei mir deutsch. Wir hoffen, dass sie südländisch nachher wenigstens versteht und einigermaßen sprechen kann, es wäre auch für ihre Verwandten schön, die kein Deutsch und nicht alle englisch sprechen, aber auch ansonsten schadet eine weitere Sprache ja nichts.

Jetzt plappert sie schon ziemlich und man merkt wie gerade in den letzten Wochen ihre Sprachfähigkeiten noch mal einen Sprung gemacht haben und sie viel mehr nachspricht als vorher und vielmehr neue Worte aufschnappt. Das meiste ist natürlich deutsch, einfach weil das die Sprache um sie herum ist und sonst ja keiner südländisch mit ihr spricht. Ein paar Worte sagt sie auch auf südländisch.

Ich glaube auch, dass das für ein Kind eine wunderbare Sache ist, schließlich lernt man gerade in diesem Alter Sprachen wie von selbst und Forschung besagt auch, dass Kinder in dem Alter noch eigene Sprachzentren für jede Sprache anlegen während sie das später nicht mehr machen. Der einfache Spracherwerb ist eben eine vorübergehendes biologisches Zeitfenster, dass man nutzen sollte.

Insofern kann ich auch jede Familie verstehen, die es ebenso macht und das Zeitfenster nutzt.
Gerade war allerdings auch eine Debatte auf Twitter, die sich mit Zweisprachigkeit beschäftigte und von der ich mal einen Tweet stellvertretend herausgreifen möchte:

Nun ist Englisch sicherlich praktischer als türkisch, aber das ist ja letztendlich nicht der Grund.
Ich vermute, dass die Frage, wie man es bewertet, in gewisser Weise eine „Klassenfrage“ ist und auch ganz wesentlich davon abhängt, inwieweit in dem Elternhaus zusätzlich noch Deutsch gesprochen werden kann.

Bei Engländern oder Amerikanern wird man eher davon ausgehen, dass sie sich nicht in eine englischsprachige Gesellschaft zurückziehen können, vielleicht abgesehen von bestimmten Städten, sondern eher noch deutsch lernen müssen und die Sprache dann beherrschen. Das um so eher, wenn auch das Bildungsniveau höher ist.
Bei türkisch hingegen kennt man eben genug Türken, bei denen zB die Mutter nie deutsch lernt und sich im wesentlichen unter Türken bewegt oder auch der Vater eher ein rudimentäres Deutsch spricht. Und das hat natürlich für das Kind erhebliche Nachteile, schon weil man es dann nicht bei Hausarbeiten unterstützen kann, es eher keine deutschen Bücher vorfindet etc. Man befürchtet also in diesem Fall geringere Fördermöglichkeiten als dies bei englischsprachigen Eltern der Fall ist. Das kann natürlich ein Vorurteil sein, aber das ist ja bei den wenigen Informationen, die hier bereit gestellt werden, auch kaum anders möglich.

Sind diese Vorurteile dann rassistisch? Aus meiner Sicht nur, wenn man davon ausgeht, dass es für Türken immer schlecht ist  und man nicht differenzieren kann. Ich vermute, dass bereits der Zusatz „Beide Eltern sprechen gutes deutsch, wollen aber, dass ihr Kind auch die weitere Sprache lernt“ die Situation bei jeder Sprache stark entspannt.

Trump wendet sich gegen die „intersektionalen Theorien“

Gestern hatte ich schon einmal kurz etwas dazu geschrieben, dass Trump die „Critical Race Theories“ in Bundesbehörden rausschmeißen möchte. Hier der entsprechende Text:

September 4, 2020
M-20-34
MEMORANDUM FOR THE HEADS OF EXECUTIVE DEPARTMENTS AND AGENCIES
FROM: Russell Vought
Director
SUBJECT: Training in the Federal Government

It has come to the President’s attention that Executive Branch agencies have spent millions of taxpayer dollars to date „training“ government workers to believe divisive, antiAmerican propaganda.

For example, according to press reports, employees across the Executive Branch have been required to attend trainings where they are told that „virtually all White people contribute to racism“ or where they are required to say that they „benefit from racism.“ According to press reports, in some cases these training have further claimed that there is racism embedded in the belief that America is the land of opportunity or the belief that the most qualified person should receive a job.

These types of „trainings“ not only run counter to the fundamental beliefs for which our Nation has stood since its inception, but they also engender division and resentment within the Federal workforce. We can be proud that as an employer, the Federal government has employees of all races, ethnicities, and religions. We can be proud that Americans from all over the country seek to join our workforce and dedicate themselves to public service. We can be proud of our continued efforts to welcome all individuals who seek to serve their fellow Americans as Federal employees. However, we cannot accept our employees receiving training
that seeks to undercut our core values as Americans and drive division within our workforce.

The President has directed me to ensure that Federal agencies cease and desist from using taxpayer dollars to fund these divisive, un-American propaganda training sessions. Accordingly, to that end, the Office of Management and Budget will shortly issue more detailed guidance on implementing the President’s directive.

In the meantime, all agencies are directed to begin to identify all contracts or other agency spending related to any training on „critical race theory“ „white privilege,“ or any other training or propaganda effort that teaches or suggests either

(1) that the United States is an inherently racist or evil country or

(2) that any race or ethnicity is inherently racist or evil.

In addition, all agencies should begin to identify all available avenues within the law to cancel any such contracts and/or to divert Federal dollars away from these unAmerican propaganda training sessions.

The President, and his Administration, are fully committed to the fair and equal treatment of all individuals in the United States. The President has a proven track record of standing for those whose voice has long been ignored and who have failed to benefit from all our country has to offer, and he intends to continue to support all Americans, regardless of race, religion, or creed. The divisive, false, and demeaning propaganda of the critical race theory movement is contrary to all we stand for as Americans and should have no place in the Federal government.

Hat was. Und die Wahl des Anti-Rassismus-Training scheint mir eine administrative Entscheidung zu sein, die eine Regierung treffen kann. Zumal es Studien gibt, die genau zu diesem Ergebnis kommen.

Ich bin gespannt, wie sich das auswirken wird. Werden die republikanisch regierten Länder auf der Landesebene nachziehen? Welche Theorien werden in dem „neuen“ Antirassismustraining verwendet werden? Werden Anbieter der bisherigen Theorien umschwenken auf neue Theorien und neue Seminare?

Und wird das der Beraterindustrie nach diesen Theorien schaden?

Trump scheint aber auch andere Projekte dieser Art nunmehr ins Visier zu nehmen:

Über das 1619 Projekt ist folgendes zu finden:

The project was based on a proposal by Hannah-Jones to dedicate an issue of the magazine to a re-examination of the legacy of slavery in America, at the anniversary of the arrival of the first slaves to Virginia. The plan was to challenge the notion that the history of the United States began in 1776. The initiative quickly grew into a larger project. The project encompasses multiple issues of the magazine, with related materials in multiple other publications of the Times as well as a project curriculum developed in collaboration with the Pulitzer Center, for use in schools.[14] The project employed a panel of historians and had support from the Smithsonian, for fact-checking, research and development.[17] The project was envisioned with the condition that almost all of the contributions would be from African-American contributors, deeming the perspective of black writers an essential element of the story to be told.

Titel der Beiträge sind etwa:

  • „America Wasn’t a Democracy Until Black Americans Made It One“,
  • Why Is Everyone Always Stealing Black Music?“
  • „Why American Prisons Owe Their Cruelty to Slavery“

Nach dem Artikel klingt es etwas nach „Critical Black Studies“ oder wie das passende Fach auch immer heißen mag.

Gegenwärtig scheint sich alles bei der Rassismusfrage abzuspielen. Wobei ja auch die Regelungen für Prozesse an den Universitäten geändert worden sind, was in den Geschlechterbereich geht.

Interessant wird die Gegenreaktion sein. Werden radikale Linke die Proteste ausweiten? Und hat Trump das vielleicht sogar eingeplant oder hofft, dass es so ist, weil Proteste ihm mit seiner „Law and Order“-Ansicht eher Stimmen bringen und sie die Demokraten eher in eine Zwickmühle zwischen den radikalen Linken und den Bürgern bringen?

 

Trump ordnet an, dass Critical Race Theory nicht mehr an Bundeseinrichtungen verwendet wird, insbesondere nicht mehr als Anti-Rassismustraining

 

Es geht rund. Ich stelle erst einmal das hier ein, als Diskussionsgrundlage

 

John Boyega beschwert sich, dass sein Charakter in Star Wars nicht wirklich eingesetzt wurde

John Boyega spielte in der neuen Star Wars Reihe den ex Strumtruppler Finn. Er beschwerte sich nun in einem Interview, dass er kaum was zu tun hatte:

“It’s so difficult to manoeuvre,” he says, exhaling deeply, visibly calibrating the level of professional diplomacy to display. “You get yourself involved in projects and you’re not necessarily going to like everything. [But] what I would say to Disney is do not bring out a black character, market them to be much more important in the franchise than they are and then have them pushed to the side. It’s not good. I’ll say it straight up.” He is talking about himself here – about the character of Finn, the former Stormtrooper who wielded a lightsaber in the first film before being somewhat nudged to the periphery. But he is also talking about other people of colour in the cast – Naomi Ackie and Kelly Marie Tran and even Oscar Isaac (“a brother from Guatemala”) – who he feels suffered the same treatment; he is acknowledging that some people will say he’s “crazy” or “making it up”, but the reordered character hierarchy of The Last Jedi was particularly hard to take.

“Like, you guys knew what to do with Daisy Ridley, you knew what to do with Adam Driver,” he says. “You knew what to do with these other people, but when it came to Kelly Marie Tran, when it came to John Boyega, you know fuck all. So what do you want me to say? What they want you to say is, ‘I enjoyed being a part of it. It was a great experience…’ Nah, nah, nah. I’ll take that deal when it’s a great experience. They gave all the nuance to Adam Driver, all the nuance to Daisy Ridley. Let’s be honest. Daisy knows this. Adam knows this. Everybody knows. I’m not exposing anything.”

Finn ist in der Tat ein Charakter, der sehr interessant hätte sein können und an dem besonders deutlich wird, dass man sich nicht vorher auf eine übergeordnete Geschichte verständigt hat, in dem jeder Charakter eine Rolle spielt und seinen eigenen Handlungsbogen hat. Dabei wäre es relativ leicht gewesen:

Ich hätte einen Ex Stromtruppler wie einen harten Spezialeinheitssoldaten aufgebaut, dem es zuviel will und der aussteigen muss und der wieder lernen muss menschlicher zu werden, aus seinem Drill auszusteigen etc. Der sich an das Zivilleben gewöhnen muss. Und er darüber auch einen Einblick in das Leben der Sturmtruppen gibt. Ich hätte aus einem einen effektiven Soldaten gemacht, der keine Lust mehr hat ein effektiver Soldat zu sein, wobei das eben genau das Beste ist, was er kann.

Statt dessen wirkte er naiv und harmlos, stand häufig im Hintergrund, musste Rey irgendwie mit großen Augen anschauen weil er irgendwie doch noch als Love Interest in Betracht kam nur um dann in eine bescheuerte Liebesgeschichte mit Rose geschmissen zu werden und auf wenig durchdachte Site Quests zu gehen.

Es ist mir ein absolutes Rätsel, wie man ein derart bedeutendes und ja auch teuer erkauftes Produkt wie Star Wars nicht besser planen konnte. Vielleicht hat Katherine Kennedy gedacht, dass George Lucas ja erkennbar auch keinen Plan hatte, wie sich die weitere Storys entwickelt und das es deswegen nicht so wichtig sei. Aber er hatte zumindest gute Charaktere, aus denen heraus sich Geschichten und Dynamiken entwickeln konnten. Und er hatte eine begrenzte Anzahl von Charakteren, die die Hauptfiguren bildeten und deren Zusammenhänge und Motivationen klar waren.

Hier hat man denke ich den Auftrag gehabt, dass man Charaktere entwickelt, wobei die Hauptfigur eine Frau sein musste. Man brauchte einen bösen Sith, man brauchte einen Jedi, am besten über Familienbanden verbunden mit den alten Haupthelden, man brauchte einen Han Solo Verschnitt für die Nostalgie. Und natürlich auch irgendwie Roboter. Und irgendwie auch noch eine Frau bei den Bösen, schon wegen der Gleichberechtigung. Und natürlich brauchte man auch noch einen Schwarzen.

Und das alles traf dann auch noch auf „The Force is female“- Katherine Kennedy, die eher einen „Second Wave“-Feminismus vertritt und keinen interesektionalen Feminismus, so dass ihr nur wichtig war, dass die Frauen alle Toll sind und die Männer alle etwas blöd und von den tollen Frauen niedergemacht werden.

Da bleibt dann eben kein Platz für einen coolen Mann, auch wenn er schwarz ist.

Bericht des Bundesfamilienministeriums zu neuen Plänen zur Gleichstellung

Der Spiegel berichtet:

Ein Bericht des Bundesfamilienministeriums, der dem SPIEGEL vorliegt, beleuchtet die vorhandenen Missstände und zeigt Lösungsansätze auf, wie die Gleichstellung in der Bundesrepublik verbessert werden kann. Dem Report zufolge müssen „Erwerbspersonen“ – in heterosexuellen Beziehungen meist der Mann – darin unterstützt werden, mehr Sorgearbeit zu übernehmen. Gleichzeitig müssten „Sorgepersonen“ – in heterosexuellen Beziehungen meist die Frau – dabei unterstützt werden, mehr Zeit mit Erwerbsarbeit zu verbringen.

Das von Franziska Giffey (SPD) geführte Ministerium zeigt in dem Bericht Möglichkeiten auf, wie dies gelingen könnte. Demnach soll die Lohnsteuerklasse 5 gestrichen und das Ehegattensplitting reformiert werden. Zudem soll die beitragsfreie Versicherung des Ehepartners zeitlich begrenzt werden. Minijobs, in denen derzeit viele Frauen arbeiten, sollen sozialversicherungspflichtig werden.

Also:

  • Lohnsteuerklasse 5 streichen
  • Ehegattensplitting reformiert
  • beitragsfreie Versicherungen des Ehepartners zeitlich begrenzt
  • Minijobs sozialversicherungspflichtig

Ich bin gespannt, was davon umgesetzt wird.

Die Lohnsteuerklasse 5 streichen bedeutet ja im Endeffekt, dass man auch an die Lohnsteuerklasse 3 ran muss. Es sollte aber eigentlich kein Problem sein in der heutigen Zeit eine bessere Möglichkeit zu finden, die die Steuerlast gleichmäßiger verteilt

Das Ehegattensplitting zu reformieren wird auch interessant und es kommt dann natürlich auf den genauen Plan an. Was sie letztendlich wollen ist die Hausfrau unattraktiver machen, weil man bisher einen Steuervorteil, der damit verbunden ist, dass man im Splittingsystem doppelte Freibeträge nutzt, selbst wenn nur einer Geld verdient und zudem von der geringeren Progression in der gemeinsamen Veranlagung profiert (es wird ja das gemeinsame Einkommen berechnet, dann halbiert, daraus die Steuer berechnet und diese verdoppelt).

Die beitragsfreie Versicherung des Ehegatten zu begrenzen könnte eine echte Bombe sein. Denn das würde bedeuten, dass man irgendwann für die Krankenversicherung des Ehegatten als Familie zahlen muss und dieser nicht mehr einfach über den Partner versichert ist, was faktisch bedeuten würde, dass sich derjenige dann entweder arbeitssuchend melden muss mit entsprechenden Auflagen oder eben einer Arbeit nachgehen muss.

Auch interessant wird es sein was man an den Minijobs tatsächlich machen kann. Diese waren ja gerade von den Sozialabgaben befreit damit sie sich mehr „lohnen“.  Also das netto höher ausfällt.

Wenn es um die familiäre Sorgearbeit geht, also Kinderbetreuung, Pflege, Kochen und Putzen, dann sind noch viel zu oft die Frauen dran“, sagte Bundesfamilienministerin Franziska Giffey dem SPIEGEL. „Die Folge ist, dass 47 Prozent der Frauen in Teilzeit arbeiten, weniger verdienen und auch weniger Frauen in Führungspositionen aufsteigen“, sagte sie. Aus der Lohnlücke werde die Rentenlücke. „Deshalb brauchen wir Rahmenbedingungen, die eine gleichberechtigte Partnerschaft und eine faire Aufteilung der Erwerbs- und Sorgearbeit möglich machen.“

Giffey sieht die gesamte Gesellschaft in der Pflicht, Frauen gleichberechtigte Teilhabe zu ermöglichen. „Nur wenn Partnerschaftlichkeit als Lebensmodell breit akzeptiert ist und zum Beispiel auch die Firmen Vereinbarkeit und eine familienfreundliche Unternehmenskultur als gewinnbringend für beide Seiten sehen, dann kommen wir weiter voran“, sagte sie. Während der Coronakrise habe man beobachten können, dass meist die Frauen das Leben zu Hause managten. Es brauche mehr Männer, die „solche Aufgaben auch übernehmen“.
Eigentlich ein guter Text für eine Besprechung des Paritätsgesetzes. Denn viele Frauen werden diese Befreiung der Frau weitaus eher als eine Einengung und ein zur Arbeit treiben verstehen. „Die gleichberechtige Teilhabe zu ermöglichen“ in dem man sagt, dass demjenigen die Krankenversicherung gestrichen wird, wenn er nicht arbeitet ist zwar durchaus gerecht, aber eben dennoch ein Streichen einer Privilegierung, die gerade Frauen zugute kam.  Das allerdings natürlich wieder verpackt in ein  Unterdrückungsnarrativ der Frau.
Und auch „Nur wenn Partnerschaftlichkeit als Lebensmodell breit akzeptiert ist“ ist ja in gewisser Weise „Neusprech“, denn partnerschaftlich ist eben auch eine Arbeitsteilung, bei der einer Erwerbsarbeitet und einer die Kinder betreut.