„Sex in Deutschland“

Der Spiegel bespricht eine Studie zu „Sex in Deutschland“. Aus den Ergebnissen:

31 Gedanken zu “„Sex in Deutschland“

  1. Menschen, die längere Zeit nicht sexuell aktiv waren, wurden erst gar nicht befragt, ob sie mit ihrer Sexualität zufrieden waren. Man weiß schließlich, dass die meisten es nicht sind.
    Also muss man erst gar nicht fragen, ob das auch wirklich so stimmt. Eigentlich sagt das ja schon alles zu Qualität der Studie oder?

    • Ich hatte das so verstanden, dass sie schon alle nach ihrer Zufriedenheit gefragt haben, und die Menschen, die in den letzten 12 Monaten kein Sex hatten, gaben dann an, unzufrieden zu sein.

      Die Erkenntnis würde – meiner Interpretation dieses Satzes nach – also aus der Studie gewonnen.

      Um dann aber kein, durch diese Unzufriedenheit zu stark gewichtetes Ergebnis zu erhalten, hat man dann in der Auswertung diese Menschen nicht mit einbezogen.

      Aber wie gesagt: Das war meine wohlwollende Interpreation dieses Satzes. Ich habe die Studie nicht gelesen.

      • Das mag sein. Aber auch dann würde das Untersuchungsergebnis ja verfälscht.
        Denn Menschen aus Altersgruppe X, die keinen Sex haben gehören ja auch zur Altersgruppe X. Und weil sie damit (oder mit ihrer Lebenssituation im Allgemeinen) zufrieden oder unzufrieden sind, muss das ebenso im Ergebnis Niederschlag finden, wie die anderen Probanden auch.

        • Ist halt ein Subset der Bevölkerung, das in den letzten 12 Monaten Sex hatte.

          Ist wissenschaftlich völlig plausibel, wenn man sich genau für diese Leute interessiert.
          Warum das so ist, wird ja auch erklärt: Die waren meistens mit ihrer Lage unzufrieden. Ich gehe mal davon aus, daß diese Aussage auch belegt wird.

  2. Tatsächlich erstaunt mich am meisten die geringe Zahl der Erektionsprobleme vor allem bei älteren Männern. Vermutlich sind die entsprechenden Pillen inzwischen Standard. Oder es praktizieren doch alle Slow Sex

  3. Liest sich wie eine Bestätigung von bereits seit langem bekannten Tatsachen.

    Jüngere haben mehr Sex als Ältere
    Gesunde mehr als Kranke
    Dünne mehr als Dicke
    Männer mehr als Frauen
    Gebundene mehr als Singles
    In frischen Beziehungen gibts mehr Sex als in alten Beziehungen…

    Aber gut als Quelle bei Diskussionen brauchbar.

    https://gesid.eu/studie/

      • OK, ein Unsicherheitsfaktor bleibt das mit den „sozial erwünschten“ vulgo gelogenen Antworten bei den Frauen.

        Aber was es in der Gesamtsicht plausibel macht, ist das um Größenordnungen umfangreichere Angebot an Prostituierten inklusive Infrastruktur für Männer.

        Klar ist casual sex for free für (junge) Frauen leichter zu bekommen, aber das Infrastrukturproblem ist hier dominant.

        Ansonsten haben wir Differenzen von 34 zu 15 Prozent bei Singles, 92 zu 91 Prozent bei „frisch verliebten“ Paaren und 81 zu 74 Prozent bei arrivierten Beziehungen.

        Wobei die Erhebungen eh inzwischen von Corona entwertet sind, Lockdown, HomeOffice und Dienstreisesperren haben da die Karten sicher neu gemischt.

        • Hatte ich auch auf dem Schirm. Aber Frauen fliegen zu afrikanischen Hotspots oder kaufen wesentlich mehr Sexspielzeug, neben der höheren Fremdgehquote.

          • Tristan,

            ist die Karibik bei Frauern inzwischen out? Und würde das statistisch überhaupt ins Gewicht fallen? Selbst angenommen, es wären 300 000 Frauen p.a. (von 39 Millionen)?

            Sexspielzeug ist ein gutes Stichwort, ich hatte die Studie so gelesen, dass Sex als Interaktion zwischen Menschen gemeint war und Selbstbefriedigung nicht abgefragt wurde. Mit letzterem wären die Zahlen komplett unglaubwürdig…

    • Männer mehr als Frauen?

      Geht rein mathematisch nicht.

      Wenn man jetzt mal Homosex und flotte dreier in diversen Zusammenstellungen beiseite lässt, so ergibt sich ein 1:1- Mapping. Heißt, damit ein Mann Sex hat, muss eine Frau Sex haben. Schon sind sie gleich auf.

      Das einzige wo jetzt ein bisschen mehr geht wäre, wenn schwule öfter Sex hätten als Lesben oder wenn der Dreier in den allermeisten Fällen zwei Männer beinhaltet.

      Aber das geht wohl im statistischen Rauschen unter…

      • Homosexualität macht in der Studie 1% aus.

        Du übersiehst, dass eine Frau Sex mit mehreren Männern haben kann (üblicherweise nicht zeitgleich, und umgekehrt geht das natürlich auch). Bzw. mehrere Männer sich auf eine Frau konzentrieren. Zum Beispiel auf eine Prostituierte.

        Das reicht aus, um z.B. die auseinanderdriftenden Anteile bei >5-jährigen Beziehungen zu erklären (Männer 78,2% – 83,5%, Frauen nur 70,8% – 76,7% sexuelle Aktivität in den letzten vier Wochen), die nicht mit der statistischen Unsicherheit + Homosexualität erklärt werden können.

        Zahlen von Tabelle 2 auf https://www.aerzteblatt.de/archiv/215850

        • Reduzieren wir die Weltbevölkerung mal auf sechs Personen. Drei Männer und drei Frauen (nearly 50:50). Eine Frau folgt deinem Beispiel und hat mit mehreren Männern Sex, alsoz.B. drei Mal, jeweils einmal mit jedem.

          Laut der Statistik hat jetzt nur 1/3 der Frauen die letzten Monaze Sex gehabt, aber dafür jeder Mann.

          Haben jetzt Männer mehr Sex als Frauen? Eigentlich nicht, es ist nur ungleich verteilt.

          • Ach, mehr Sex haben bedeutet jetzt, anders als im Kontext der Studie nicht „mehr Menschen einer Gruppe haben innerhalb der letzten vier Wochen mindestens einmal Verkehr gehabt“, sondern die Sexualhandlungen der letzten vier Wochen werden kumuliert?

            Klugscheißen kann ich auch. Pass auf: „Sex haben“ schließt Masturbation mit ein. Und schon ist Deine Aussage wieder für’n Arsch.

      • Sebastian,

        eine vereinfachte Matheaufgabe: Eine Prostituierte hat 50 Kunden. Berechne wieviele Frauen Prostituierte sind, damit die Differenz von 19 Prozentpunkten bei den Singles (vernachlässigen wir mal die anderen) zustandekommen kann.

  4. Ja mei, wie wichtig die Forschung es hat mit dem ins Schlafzimmer spitzeln.

    Als jemand, dem Sex noch nie sonderlich viel Spaß gemacht hat, kann ich die Besessenheit einfach nicht verstehen. Wird irgendwie alles überhyped. Ich für meinen Teil kann dem ganzen nicht so viel abgewinnen, gibt deutlich spaßigere Aktivitäten. Mag vielleicht auch an überzogenen Erwartungen während meiner Incelzeit liegen, aber so geil ist des jetzt auch wieder nicht.

    Und man sieht ja, des macht die meisten Leute eher unglücklich statt glücklich. Liegt vielleicht auch am Hype.

    • Es ist eine der Sachen die in der Vorstellung/Vorfreude um einiges besser sind als das im wirklichen Erleben.
      Auf der anderen Seite ist Sex natürlich biologisch tief verankert. Ein Dilemma.

      Wenn allerdings Männer ihr Interesse am Sex stärker verlieren würden was würde dass dann mit mancher Machtposition der Frau machen?

    • Wichtiger HInweis. Der ganze Genderirrsinn leitet sich letztlich von Sexualität ab. Sex sells sowas von. Und gemessen an der aufgeblähten mentalen gesellschaftlichen Sexualisierung (Aufschrei, MeToo etc.) ist der Akt an sich eher banal – und zieht unangemessen oft auch noch üble individuelle Probleme nach sich (Eifersucht, Vergewaltigungsvorwürfe, Bindung und Trennung etc.).

      Die Katze in meinem Garten jault einmal im Jahr unerträglich tagelang rum, bis dann ein Kater angetrottelt kommt, sie mit einem Stich zum Schweigen bringt und wieder abzieht. Dann wirft sie irgendwann, und bald danach plärrt sie wieder. Die ist doch auch ein Säugetier – aber bei uns hört das Plärren nie auf… Da stimmt was nicht.

          • Hm. Bin ja kein Experte, aber eine Bekannte von mir wurde nach der Geburt immer so schnell wieder schwanger, dass sie keine einzige Regelblutung hatte, bis ihre vier Jungs geboren waren. So hat sie es zumindest berichtet.

          • Nochmal zur Erklärung (eher für die Mitlesenden):
            Der erste Eisprung nach der Geburt findet bereits VOR der erste Regelblutung statt, d.h. um bei dem Beispiel Deiner Bekannten zu bleiben, wenn das Paar weiterhin ungeschützt Sex miteinander hat (und anscheinend seeeehr kompatibel fruchtbar miteinander ist), kann es tatsächlich sein, dass es jedes Mal sofort im ersten Zyklus wieder geklappt hat.
            Und ja, es gibt auch Frauen, die beginnen 6-8 Wochen nach der Geburt mit ihrem ganz normalen Zyklus, egal ob sie voll stillen oder nicht, das ist aber eher seltener.

          • @beweis

            Ach so meinst Du das. Dann ist meine Antwort, dass wir Menschen sozialere Wesen sind als Katzen. Sex hat bei uns nicht nur fortpflanzungs-, sondern auch sozialle Funktionen. Nicht so extrem wie bei manchen Affen, aber fast. Das „stimmt bei uns nicht“.

            Der Kater macht wegen seiner Dauerfruchtbarkeit übrigens auch mehr Gewese um Sex. Sein Territorium, dass er gegen andere Kater verteidigt, bräuchte er in der Größe jedenfalls nicht, um nur seinen leiblichen Appetit zu stillen 😉

        • Aber aus dem Vergleich könnte man auch eine andere Frage ableiten: Würden gebärfähige Frauen regelmäßig so beruhigt wie die Katze im Garten, wäre es dann vielleicht um das Thema Sexualität gesellschaftlich viel ruhiger und Sex so normal wie Schneeschippen, nur angenehmer? Resultieren also Feminismus, Sexismusdebatten, MeToo, Aufschreie und Co womöglich aus einer Gebärunterforderung?

          Sowas darf man doch schon mal auf einem Evolutionsblog in den Raum stellen, oder?

          • Natürlich resultieren sie daraus. Eine Frau die 10 Kinder hat, hat üblicherweise keine Zeit irgendwelchen Schwachsinn zu posten, alleine schon, weil ihr das Kind mal eben auf die Tastatur kotzt.
            Alle sagen, dass es die Möglichkeit von Frauen zu wählen den modernen Feminismus erschaffen hat, aber ich vermute viel eher, dass die Entwicklung der Anti-Baby-Pille die wahre Erbsünde war.

      • Nachtrag zum Katzen-Content:

        Thomas Fischer widmet sich in seiner Kolumne dem „Catcalling“ und der Petition für ein Verbot desselben:
        https://www.spiegel.de/panorama/justiz/gesetzgebung-alles-neu-kolumne-von-thomas-fischer-a-c0a57139-23af-447c-b163-5dbe1cfa19ba

        https://www.openpetition.de/petition/online/es-ist-2020-catcalling-sollte-strafbar-sein

        Das Problem ist aber, dass hier die Bedeutung komplett verdreht wird: Denn nicht der aufgegeilte Kater ruft die rollige Katze ran, sondern umgekehrt.

        Nun kann man vermuten, dass sich der Begriff daraus ableitet, dass ein Mensch sein Hauskätzchen ruft, was der aber meist eher durch lautmalerisches „Mimimi“ als durch „Ey Blondie“ oder „Schnecke komm doch mal rüber“ macht. Außerdem kann es doch nicht verwerflich sein, das Hauskätzchen zu rufen.

        Wenn ich Kampfhundbesitzerinnen beobachte und höre, in welch herrischem und dominanten Ton die mit ihren Tieren reden oder gar auf die einbrüllen – wenn ich dann mitbekomme, wie Frauen gelegentlich aggressiv ihre Partner zusammenfalten und -plärren, dann wäre es doch an der Stelle auch mal Zeit für eine Strafandrohung und die entsprechende Online-Petition. Aber auf die Idee kommt keiner.

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