5 Gedanken zu “Diskussion über intersektionale Theorien

  1. Ich beziehe mich auf das zweite Video und das ist ein Mischmasch aus allen xxx-studies, mit klarer Dominanz der revisionistischen postcolonial studies / black studies bereits in der Vorstellung ihrer Person und ihrer Thesen.

    Hier kann man klar sehen, dass ihre Version der „Intersektionalität“ keine ist und sein kann.
    Ultimativ läuft ihre Anklage darauf hinaus, Rassismus sei vererbt und würde bewusst oder unbewusst wirksam – dessen Existenz sei aber fraglos vorauszusetzen.
    An eben der Stelle, wo es darum gehen müsste zu erklären, wie und warum Rassismus historisch „gesellschaftlich konstruiert“ worden ist, ist a. der Rückzug auf die Biologie offensichtlich.
    Und die übertrumpft alles.
    Demzufolge sind b. alle anderen Formen der „Unterdrückung“/“Diskriminierung“ dem unterzuordnen und nachrangig. Weil eben nicht biologisch festgelegt.

    Demzufolge ist der objektive Fakt, dass es in GB weißen Jungen aus der Arbeiterklasse am schlechtesten geht für sie auch nicht relevant.
    Vor dem Hintergrund eines allmächtigen (und ebenfalls biologisch determinierten) „Sexismus“ in diesem „ranking“ ist „class“ und sind objektive Fakten ihrer Ideologie nachgeordnet.
    Ihr „Intersektionalismus“ entstammt einer klaren subjektiven Hierarchie und diese ist biologistisch determiniert.
    Sie hat keinerlei Interesse daran, tatsächliche (Mehrfach-) Benachteiligungen festzustellen, weil sie in ihrer „Theorie“ gar nicht existieren können.
    Das ist kein Gespräch über „Intersektionalismus“, sondern darüber, wie er sich für ihre Zwecke benutzen lässt und wie sie ihn benutzt.

  2. Piers liegt mit seiner Einstellung genau richtig. Dass sie ihren Sippenhaftmüll überhaupt in die Medien bekommen hat ist schon schlimm genug und dass so wenige sie darauf festnageln ist ein Unding.

    • Was sie macht, ist eine „Opferhierarchie“ zu entwerfen und es ist jede Lüge, jede Verdrehung der Fakten, jede Halbwahrheit angemessen, um diesen Turmbau zu vollenden.
      Diese Opferhierarchie kann man sich wie eine Pyramide vorstellen, an deren Spitze sich ihrer Vorstellung zufolge die Frage der Hautfarbe befindet, während die ursprüngliche Theorie von einem Netz von Benachteiligungen ausging – allein die „Architektur“ zeigt, es ist nichts mehr übrig geblieben.

      Die Idee von Dahrendorff in Gestalt der „katholischen Arbeitertochter vom Lande“ zeigt klar, wie sich mehrere individuelle Nachteile, in bestimmten gesellschaftlichen Konstellationen aufgewachsen zu sein, zu einer Benachteiligung oder Diskriminierung aufaddieren können.
      Denn Nachteile hat man, benachteiligt wird man.

      Die heutige, hyperbole Sprachregelung der Linksidentitären hat durchgesetzt, was vom Feminismus begonnen worden ist: Als Frau ist und wird man per se benachteiligt/diskriminiert.
      Weil Frauen schließlich in einer (imaginierten) patriarchalen Gesellschaft leben.
      D.h. das Resultat einer intersektionalen Analyse, ob eine Mehrfach-Benachteiligung/Diskriminierung vorliegt, kann man sich sparen, denn diese wird bereits vorausgesetzt.

      Das identische Schicksal nahm der später von der Linken angenommene Zusammenhang von „Klasse“, „Ethnie“ und „Geschlecht“ im Kapitalismus – es wurde primitiv biologisiert und personalisiert.
      Sozioökonomische Fragestellungen spielten aus gutem, schlechten Grund keine Rolle mehr. Wer sich mit „Feminismus“ auf einer gut dotierten Professorenstelle befindet, wird sich die Frage gefallen lassen müssen, ob das „Patriarchat“ irgendetwas mit „Frauenunterdrückung“ falsch verstanden hat.

      Analog zur feministischen These des „Patriarchats“ wurde die „weiße Vorherrschaft“ erfunden und knallhart intersektional „analysiert“ – Überraschung! – die Kombination aus „weiß+Mann“ sei der sippenhaftende Gesamtschuldige aller gesellschaftlichen Übel (weltweit und von Anbeginn aller Zeiten).

      Es ist nicht nur „Sippenhaftmüll“, es ist der Versuch der Durchsetzung eines primitiven, manichäischen, biologistischen Machtreduktionismus, der massiv Geschichtsfälschung und Leugnung der sozioökonomischen Realität betreiben muss.

      • Wenn denn schon biologistische Gründe für Benachteiligungen angeführt werden, dann wäre doch die vererbte Intelligenz der erste und wichtigste Parameter, um eine Erfolgswahrscheinlichkeit anzugeben. Erstaunlicherweise wird aber von links bis rechts der Misserfolg des unterdurchschnittlich Intelligenten im Überlebenskampf der Zinsknechte als völlig gerecht aufgefasst. Das wurde dermassen verinnerlicht, so dass es gar nicht mehr hinterfragt wird, im Gegensatz zu den paar Promillen Transgender. Ja nee, ist klar.

  3. Was sie sagt ist zwar überwiegend ideologischer Quatsch, aber immerhin lässt sie sich auf Diskussionen ein und hört sich Gegenargumente an. Und das britische Fernsehen ist auch fair genug, Vertreter von Gegenpositionen einzuladen. Das deutsche Fernsehen macht das kaum noch.

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