Intersektionalismus als Zweckbündnis und „Leid by proxy“

Crumar schreibt mal wieder interessantes zu den intersektionalen Theorien:

Der heutige Intersektionalismus hat mit dem seiner Entstehung weder theoretisch, noch politisch nichts mehr zu tun.
Der damalige Intersektionalismus sollte politisch zu einer Koalition („rainbow coalition“) von farbigen Minderheiten, Frauen und Arbeiterklasse führen – letztere ist draußen und wird mit einer bewusst falschen Zuschreibung als „white working class“ bezeichnet.

Schon damals war die Titulierung von „Frauen“ als „Minderheit“ statistisch ein Witz, aber es machte sich theoretisch gut im Reigen der „Unterdrückten“.
Man muss immer im Kopf haben, die absurd hyperbole Sprache in den USA/angelsächsischen Ländern ist teilweise nicht ins Deutsche übersetzt worden, weil diese Begriffe hier als völlig überzogen und unglaubwürdig empfunden worden wären (s. „rape culture“).
Dazu gleich mehr.

Wenn man sich Taktik und Strategie anschaut, dann ist die erste erfolgreiche „identitäre Bewegung“ tatsächlich die feministische.
Deshalb wird sie so ausgiebig kopiert.
Schaut euch doch mal die Darstellungen in den Zeitungen an: Weil der Anteil der POC in xxx so niedrig ist, deshalb ist yyy nachteilig für POC. Was anders herum heißt: Die Weißen/Männer machen in xxx (Politik/Business/Hochschule usw. usf.) nur yyy für Weiße/Männer.
Es ist haargenau die gleiche (projektiv identitäre) Argumentation.

Frage: War da nicht mal ein gefeierter schwarzer Präsident in den USA, der weltweit als Hoffnungsträger galt und u.a. nur wegen seiner Hautfarbe als Vorschuss gleich den Friedensnobelpreis bekam?
Wer hat den denn gewählt und wiedergewählt?
Die gleichen weißen Rassisten von heute?
Ist es nicht extrem auffällig, wie dieses Kapitel der US-Geschichte verschwiegen wird?
Statt eine Analyse über die enttäuschten Hoffnungen der ersten Identitätspolitik zu bringen hieß und heißt das Rezept „double down“.

Die Theorie der Koalition der „Unterdrückten“ (5 Formen der „Oppression“ existieren laut Marion Young) existiert als politische Koalition nur aus dem Grund, weil sich verschiedene institutionalsierte xxx-studies lange genug um die moralische Vorherrschaft gestritten haben.
Es ist irgendwann zermürbend im Kampf der lesbischen schwarzen Behinderten um die Spitze der Opferpyramide, zumal man immer neue „Unterdrückte“ findet und die alten Ratzfatz -phob irgendetwas sind.

Weil diese „Theorie“ aus keiner Analyse der Sozialstruktur/objektiven Realität stammt, ist ein solches Bündnis, eine solche Koalition naturgemäß nicht lange haltbar.
Es gibt keine gemeinsamen Interessen auf der Basis gemeinsamer Erfahrungen in der Arbeitswelt und der sozialen Welt, sondern es handelt sich um reine Kopfgeburten.

Die Verlockungen, die Solidarität der „POC“ aufzukündigen, weil man als einzelne Gruppe (doppelt Unterdrückte) in einem günstigen historischen Augenblick (s. BLM) doch mehr für sich herausholen könnte ist einfach zu groß.
Prompt wird darauf verwiesen, was einen trennt, nicht was einen verbindet.
Aber genau das ist in dieser Theorie der „partikularen Identitäten“ eben angelegt; ständig auf die Differenzen zu achten und diese zu betonen.

Also der Intersektionalismus als – was hier ja schon auch in und unter anderen Artikeln diskutiert wurde – Kit zwischen verschiedenen Gruppen insbesondere bezogen auf die Streitigkeiten zwischen schwarzen Bürgerrechtlern und Feministinnen. Man musste ein System finden, welches ein Nebeneinander erlaubt. Das ist mit dem Hierarchiesystem und dem Trennen in verschiedene Kategorien und der „Mehrfachdiskriminierung“ ganz gut geglückt. Aber es ist eben eine wackelige Allianz. Weil jeder im Endeffekt dann doch seinen Opferstatus betonen will und Punkte sammeln will.

Und auch Billy Coen schrieb etwas für mich interessantes:

Aber da ist doch schon der grundsätzliche Denkfehler. Kein lebender Schwarzer in den USA hat jemals unter Sklaverei gelitten. Dennoch wird das Ding immer noch knüppelhart aufgeblasen. Zum einen um sich selbst immer noch als das immerwährende Vierfachplusopfer verkaufen und zum anderen Weiße dafür verantwortlich machen zu können, ungeachtet der Tatsache, das kein lebender Weißer in den USA jemals einen Sklaven gehalten hat. Das ist das, was ich gerne als Leid by Proxy bezeichne. Es ist ein ewiges ins Gestern Gegaffe, ein ewiges Aufwärmen uralter Scheiße, für die heute niemand mehr was kann – es sei denn, man hat das Konzept von Erbschuld tief verinnerlicht, was viele Schwarze in den USA nachweislich getan haben – es ist einfach jämmerlich und vor allem für die Beurteilung heutiger Menschen VOLLKOMMEN IRRELEVANT. Dieses immer noch über die Sklaverei Gejammer ist absolut derselbe Scheiß, wie bei uns diese Vertriebenenverbände, die inzwischen der dritten Generation kleiner Kinder einen tiefen Schmerz einimpfen über den Verlust einer „Heimat“, die diese Kinder, wie schon ihre Eltern, in ihrem Leben noch nicht ein einziges Mal gesehen haben. Solch ein Denken steht einem wirklichen Miteinander von Menschen über Länder- wie auch Rassengrenzen hinweg ewig im Weg.

„Leid by proxy“ wäre quasi „Leiden in Stellvertretung“, also die Anführung fremdes Leids als eigenes. Da werden Kritiker eben Anführen, dass zwar die Sklaverei vorbei ist, aber die Folgen noch nicht, und zwar dergestalt, dass Schwarze eben nach wie vor als „weniger wert“ etc angesehen werden, eher arm sind etc. Das gleiche kann für Frauen entsprechend angeführt werden

Aber es erlaubt eben auch Frauen, die eigentlich ein gutes Leben haben „stellvertretendes Leid“ für andere Frauen zu erleben. Sich über die Einschränkungen zu ärgern, die eigentlich aus anderen Entscheidungen kommen. „Historisches Gruppenleid und sein abstrakter Fortbestand“ macht die Gegenwart unerheblich. Die Tochter eines Millardärs, der ihr das Leben finanziert kann dennoch leiden.

69 Gedanken zu “Intersektionalismus als Zweckbündnis und „Leid by proxy“

  1. Die Verteufelung des alten, weißen Mannes befriedigt also sowohl Feministinnen als auch Black Lives Matter bzw. PoC-Verehrer. Das „alt“ soll dann vermutlich die jungen Leute aktivieren, wobei Jugendliche und junge Erwachsene als Opfergruppe noch (?) nicht etabliert sind.

    • Die „Verteufelung“ ist einfach eine Personalisierung von gesellschaftlichen Verhältnissen – was die Nazis erfolgreich mit „Juden“ vorgemacht haben. Das „jüdische Kapital“ wird zum „männlichen+weißen Kapital“ und selbstredend muss die „jüdische Physik“ dekolonialisiert werden. Die Alternative sind wiederum keine Inhalte, sondern die „Unterdrückten“ als Personal. Die Frauen, weil sie keine Männer sind, die POC, weil sie keine Weißen und die jungen Menschen, weil – nun ja – sie eben jung sind.
      Biologismus+Personalisierung IN, Biologismus+Personalisierung OUT.

  2. Die Hochnäsigkeit, mit der hier über Afroamerikaner in den USA geschrieben wird, ist schon beeindruckend. Da muss man schon fragen, ob hier so mancher nicht in seiner Filterbubble der Ratio verlustig gegangen ist.

    Schwarze in den USA
    – werden beim Joggen von Rassisten erschossen
    – werden bei Verkehrskontrollen von Polizisten erschossen
    – werden bei Verhaftungen ermordet
    – werden bei Wahlen gezielt benachteiligt (siehe Shelby vs Holder oder Crosscheck Programm)
    – werden vor Gericht eher verurteilt, und bekommen höhere Strafen
    – werden eher von der Polizei kontrolliert (Racial Profiling)
    – erhalten seltener eine Hypothek oder einen Kredit, und wenn zu höheren Zinsen
    – afroamerikanische Kinder haben schlechtere Schulnoten, können schlechter lesen und sind schlechter in Mathe
    – Afroamerikaner werden bei der Jobvergabe benachteiligt und erhalten seltener Rückrufe nach Bewerbungen (mehr als Latinos)

    Das Kommentariat in diesem Blog kann bei Afroamerikanern in den USA sehr ähnliche Diskriminierungen feststellen und nachlesen wie bei Männern. Nur dass es im einen Fall empörend ist, und im anderen sind die Opfer selbst schuld. Wegen Kultur und so. Und Erziehung. Und überhaupt, die Kriminalität bei denen. Also genau die Argumente, die gegenüber Männern von Feministinnen ins Feld geführt werden, und die zu grosser Empörung führen. Ob hier die Ratio herrscht, oder die Emotion, oder Vorurteile, das kann ja jeder für sich selber rausfinden.

    Ich finde: Wer bei Schwarzen in den USA ok findet, was er bei weissen Männern in Deutschland nicht ok findet, sollte mal in sich gehen, warum andere Menschen finden, er sei ein Rassist.

    • Hach Flin… Wo soll man da anfangen?

      Zum einen finde ich die Vorwürfe schon ein starkes Stück. Du gehst oft nachgewiesen bei etlichen US-Themen jeglicher Fähigkeit zur sachlichen Analyse verlustig und wirfst Leuten, die versuchen, immer noch etwas Sachlichkeit zu behalten umgehend das diametrale Extrem deiner eigenen Position vor. So geht das nicht!

      Und du ignorierst rigoros den Kontext, in dem die Kommentare entstanden: einer klar intersektionalen Position, die mal wieder biologische Faktoren als elementar Identitätsbildend darstellt und das in gezielt sich abgrenzender Absicht. DAS wurde kritisiert und die Kritik auch hinreichend begründet. Daraus eine „Hochnäsigkeit“ den Schwarzen in den USA gegenüber abzuleiten ist absurd.

      Genauso wie die Gleichnisse zur Situation von Männern: Keiner der von dir kritisierten Kommentatoren grenzt sich als Mann rigoros von „anderen Geschlechtern“ ab. Keiner wirft Frauen pauschal vor, Sexisten zu sein. Und so weit ich es überblicken kann, hat auch noch keiner von uns autonome Zonen eingerichtet und ganze Innenstädte in Bürgerkriegsschauplätze verwandelt. Die Aussagen, auf die sich die Kommentare bezogen, waren zudem klar intersektionaler Natur. Du wirfst in deinem Gleichnis also die Positionen wild durcheinander. In dem Bild sind diskutierte Schwarze nämlich nicht die Männer sondern die Feministen.

      Das setzt sich auch in deinen Beispielen bzgl. der Lebenswirklichkeiten zahlreicher Schwarzer fort. Hättest du die Diskussionen unter dem Thema nüchterner, ohne Schaum vor dem Mund gelesen, wäre dir aufgefallen, dass all das thematisiert wurde, in der Regel weit ausführlicher und vielsagender als die von dir nur als Talking Points in den Raum geworfenen Dinge, die zum Teil auch nur funktionieren, indem man gezielt alles andere ausblendet, wo wir eben wieder dabei wären: das sind in deinem Bild nicht die Männer, sondern die Feministen. Es werden jährlich mehr Weiße als Schwarze von der Polizei erschossen. Aber klar: die Weißen haben immer was verbrochen, während die Schwarzen immer nur wegen ihrer Hautfarbe erschossen werden. Überleg mal, wer in deinem Bild so argumentieren würde! Zudem werden in den USA jährlich erheblich mehr Weiße von Schwarzen getötet als Schwarze von Weißen. Aber klar, wenn Weiße von Schwarzen getötet werden, dann hat das nie rassistische Motive, umgekehrt hingegen immer. Überleg auch hier mal, wer in deinem Bild so argumentieren würde!

      Das interessante ist dabei, dass man über diese Dinge nur irgendwie nie was hört. Es wird in unserer immer nur zum Nachteil von Schwarzen rassistischen Welt komischerweise immerzu darauf gewartet, dass mal wieder ein Schwarzer von einem Weißen getötet wird, um DANN ganz laut „Black Lives Matter!“ zu plärren. Ein Schelm, wer dabei zu dem Gefühl verleitet wird, dass es diesen Identitären tatsächlich um „ONLY Black Lives Matter!“ geht.

      Wie gesagt: du ignorierst rigoros den Kontext der Kommentare und wirfst uns in ganz großem Gestus der moralischen Überlegenheit vor, dass wir nicht ehrfurchtsvoll in den Staub fallen, sobald ein Schwarzer etwas sagt. Das finde ich echt ärgerlich, wie man wohl an meiner Wortwahl schwerlich übersehen kann.

    • „erhalten seltener eine Hypothek oder einen Kredit, und wenn zu höheren Zinsen“

      Ach, Flin: wusstest du, dass unter Präsident George Bush die Banken per Gesetz dazu angehalten wurden, derartige „rassische Diskriminierung“ von Schwarzen sein zu lassen und denen bevorzugt einen Kredit zu geben? Dass das ganz gut zur Immobilien-Preisblase und dem damit einhergehenden epidemischen Bilanzbetrug beigetragen hat?

      Aber es ist ja viel einfacher, ideologische Antirassismus-Positionen wiederzukäuen …

      Natürlich gibt es Diskriminierungen gegen Schwarze in den USA. Aber die kommen nicht daher, dass eine herrschende Ideologie oder „Strukturen“ existieren würde, nach der diese Schwarzen irgendwie minderwertige Menschen seien. Dies ist aber bei Männern der Fall, die tatsächlich als minderwertig apostrophiert werden, falls du das noch nicht gemerkt hast. Vielleicht hast du ja auch noch nicht die völlige rassistische Bigotterie dieses Männerhasses wahrgenommen, der der alle weissen Männer unheilbare Sexisten wären, aber frauenverachtende Rap-Musik, weil sie ja der Ausdruck von „Blackness“ ist, überhaupt kein Problem darstellt, sondern so selbst-empowernd ist ….

      • „… dass unter Präsident George Bush die Banken per Gesetz dazu angehalten wurden, …“

        Übrigens hat dies bereits Präsident Clinton vor ihm angefangen – allerdings wurden die Maßnahmen der Clinton-Administration als nicht ausreichend empfunden.

        Die Maßnahmen von Bush haben dann dazu geführt, dass viele Banken nicht-zahlungsfähige Kredit-Nehmer geradezu angeworben haben.

        • Das hat nur den „control fraustern“ der Banken geholfen betrügerische Hypotheken auszugeben, für die sie sich riesen Boni einschieben konnten.

          Das muss dann wohl dieser „systemische Rassismus“ sein, der überall am Werke ist?!

    • “ – afroamerikanische Kinder haben schlechtere Schulnoten, können schlechter lesen und sind schlechter in Mathe“

      Da fehlt doch ein „denn “ in der Mitte?

      “ – werden vor Gericht eher verurteilt, und bekommen höhere Strafen – werden eher von der Polizei kontrolliert (Racial Profiling)“

      Allerdings begehen sie anteilig auch wesentlich mehr und brutalere Straftaten.

      Obwohl sie tatsächlich anteilig häufiger als Weiße erschossen werden, werden dennoch in den USA wesentlich mehr Weiße von Schwarzen umgebracht als umgekehrt, auch das sollte man bei der Beurteilung der Situation bedenken.

      Natürlich heißt das nicht, das damit dann ja alles in Ordnung sei. Es zeigt aber sehr deutlich die wechselseitige Dynamik der aktuellen Situation.

      Es zeigt aber auch, daß die einfachen Lösungen „…schafft die Polizei ab“ die Lage nur verschärfen können.

    • Einheimische Schwarze in den USA sind eher kriminell und gewalttätig und bringen sich hauptsächlich gegenseitig um. Ihr sozioökonomischer Status liegt unter dem von eingewanderten Schwarzen aus Afrika und der Karibik.

      Als Ursache werfe ich zwei Thesen in den Raum:
      1. die innerhalb der schwarzen Community zelebrierte Opferkultur, die u.a. Erfolg, Disziplin und Tugend als „weiß“ framed.
      2. der hohe Anteil alleinerziehender Mütter

      • „Einheimische Schwarze in den USA sind eher kriminell und gewalttätig und bringen sich hauptsächlich gegenseitig um.“

        Ohne Flin jetzt zu 100% zustimmen zu wollen: Ist das nicht 1:1 eines der Hauptargumente des Feminismus gegen Männer? Die seien eher gewalttätig und kriminell?

        Wird da dann nicht immer darauf hingewiesen, daß trotzdem nur ein sehr geringer Anteil der Menschen überhaupt gewalttätig oder kriminell ist und daß es dem Opfer auch relativ egal sein dürfte, aus welcher demografischen Gruppe der Täter stammte? Daß es eigenlich heißen müßte, Männer seien häufiger Opfer von Gewalt (und deshalb seien Frauenparkplätze Quatsch)?

        Müßte es analog dann nicht auch eher heißen, Schwarze seien häufiger Opfer von Gewalt und Kriminalität? Warum ist es hier so wichtig, daß die „sich hauptsächlich gegenseitig umbringen“?

        • @stormking
          „Ist das nicht 1:1 eines der Hauptargumente des Feminismus gegen Männer? Die seien eher gewalttätig und kriminell?“

          Nein, weil die Feministinnen behaupten, dass es in der Natur der Männer liegen würde, gewalttätig und kriminell zu sein.
          Genau das haben Rassisten einst auch über Schwarze behauptet.

          Der Unterschied ist der, dass letzteres heute nur noch von marginalisierten Extremisten geglaubt wird, der einen kümmerlichen Rest des alten Rassismus darstellt, während ersteres von den Meinungsstücken der Leitmedien der Presse herunterdeklamiert wird!

          Wie war das nochmal mit dem Diskriminierung = Vorurteil + Macht?

          Witzig übrigens, dass die Sexistinnen dann liebend gerne die Minderheit der Rassisten zur dominanten Kultur aufblasen und sich – die wirklich einflussreichen Bigotten unserer Zeit – sich als marginalisierte Widerständler inszenieren. Ist das nicht völlig krank in der Birne? Aber so sind sie, die Sexisten, Rassisten und Antisemiten oder mit einem einzigen Wort – die Linken von heute.

        • „Warum ist es hier so wichtig, daß die „sich hauptsächlich gegenseitig umbringen“?“

          Weil es immer so dargestellt wird, als würden sie von Weißen umgebracht? Und weil man daraus eine rassistische Diskriminierung und weitergehende Ausgleichsprivilegien ableiten will? Man muss ja erstmal die Fakten gerade rücken, gegen die allgegenwärtige Propaganda.

          Beim Feminismus gegen Männer, soll aus der Tatsache, dass Männer und Frauen Opfer von Männern werden, auch ein Privileg abgeleitet werden, aber selektiv eines für Frauen! Den umgekehrten Fall, nämlich, dass Männer (und Frauen) Opfer von Frauen werden, beleuchtet man erst gar nicht.

          Übertragen auf das Schwarze vs. Weiße-Problem wäre das so, als ob Männer, aus der Tatsache, dass sie manchmal Opfer von Frauen werden, für sich eine sexuelle Diskriminierung behaupten würden und Sonderrechte einforderten, obwohl das jeder neutralen Statistikinterpretation widerspräche…

        • „Ist das nicht 1:1 eines der Hauptargumente des Feminismus gegen Männer? Die seien eher gewalttätig und kriminell?“

          Zunächst einmal sind Männer eher gewalttätig und kriminell und bringen sich auch vorzugsweise gegenseitig um. Das sind Tatsachen.
          Aber nein, das ist nicht das Argument des Feminismus. Das Argument des Feminismus ist, dass Männer ein politisches, gesellschaftliches, ökonomisches und kulturelles System entwickelt hätten, um Frauen zu unterdrücken.

        • „Warum ist es hier so wichtig, daß die „sich hauptsächlich gegenseitig umbringen?“

          Ganz einfach: Weil das Narrativ behauptet, Weiße hätten ein System entwickelt, das dazu dient, Schwarze zu unterdrücken und, dass Weiße gerne mal einfach so Schwarze umbringen.
          Das ist übrigens tatsächlich ähnlich dem Feminismus: Obwohl Frauen kaum unter Gewalt leiden und Männer sich eher gegenseitig umbringen, wird vom Feminismus die Existenz von Femiziden und alltäglicher Gewalt gegen Frauen durch Männer behauptet.

        • Ohne Flin jetzt zu 100% zustimmen zu wollen: Ist das nicht 1:1 eines der Hauptargumente des Feminismus gegen Männer? Die seien eher gewalttätig und kriminell?

          Stimmt. Das ist das Elend der Identitätspolitik. Man könnte ja, so als Idee, zwischen friedfertigen und gewalttätigen Afroamerikanern unterscheiden und ganz allgemein zwischen friedfertigen und gewalttätigen Menschen.

    • „Die Hochnäsigkeit, mit der hier über Afroamerikaner in den USA geschrieben wird, ist schon beeindruckend. Da muss man schon fragen, ob hier so mancher nicht in seiner Filterbubble der Ratio verlustig gegangen ist.“

      Gnihihihi, die anderen sind alle in der Filterblase, kann ja nicht anders sein, sonst wären sie auf meiner Seite der Trennwand!1!! 😉

      Deine Meinung ist extrem einseitig, lies zur Abwechslung mal ein bisschen in den rechten Filterblasen, vielleicht verstehst du dann, warum die denken, wie sie denken, du bist nämlich nicht der einzige Mensch auf der Welt, der sich für rational hält.

    • Während des Studiums habe ich ein paar Monate für ein Praktikum in New Orleans gelebt. Das war kurz nach dem Hurrikan „Kathrina“. Auf dem Heimweg ging einmal mein Fahrrad mitten im „schwärzesten“ Teil der Stadt kaputt und ich musste es zur Unterkunft schieben. Bis auf einen aufdringlichen apparenten Cracksüchtigen kam ich ohne größere Probleme an. Der Freund meiner Vermieterin war ein afroamerikanischer Cop; er war richtig geschockt, dass ich dort ohne Probleme durchgekommen war und erging sich in ziemlich drastisch-rassistischer Art gegenüber die dortige schwarze Bevölkerung. Seine tägliche Konfrontation mit der dortigen Gewalt und Brutalität und die konstante Gefahr prägten sein Bild von seinen „Brothers and Sisters“ nachdrücklich. Umso mehr, weil er mit seiner weißen Freundin immer wieder seitens Schwarzer als „Rassenverräter“ angemacht wurde. Wahrscheinlich müsste man ihm „racial profiling“ vorwerfen. Aber wenn man ständig mit der negativsten Seite bestimmter Gruppen konfrontiert ist, von diesen bedroht, attackiert usw. wird, fällt es schwer, diese neutral zu betrachten. Meine persönliche Erfahrungen mit Afroamerikanern tendieren von echten Freundschaften zu teilweise sehr schlechten Erfahrungen, bei denen ich mich über deren Aggressivität, Borniertheit, Ignoranz, Faulheit und nicht zuletzt überheblichem Rassismus gegenüber andere Ethnien (Weiße, Latinos, Asiaten, aber auch nichtamerikanische Schwarze) wirklich geärgert habe. Die aufgezählten Nachteile, sofern noch aktuell bzw. zutreffend, sind unfair und gehören abgebaut. Ich halte es allerdings für zu einseitig, nur den „Weißen“ bzw. der US-Regierung die Schuld für die aktuellen Zustände zuzuschreiben, ohne auf die inhärenten Probleme in der afroamerikanischen Kultur und Gesellschaft einzugehen, wie etwa:
      – Vaterlose Familien
      – Glorifizierung einer bildungsfeindlichen, hochaggressiven, profanen und gewalttätigen „Bitch & Gangster“ – Subkultur
      – die bereits erwähnte Glorifizierung der „Leid by Proxy“ Mentalität („race card“)

      und nicht zuletzt die Negierung der eigenen Intoleranz bzw. des offenen Rassismus ggü. Nicht-Schwarzen, nichtamerikanischen Schwarzen und nicht zuletzt ggü. „Mixed couples“.

      • DiAngelo versucht in ihrem Buch immer wieder zu verkaufen, das Bild über die aggressiven Schwarzen wäre von „den Medien“ erfunden worden.
        Statt sich auf die Selbstdarstellung in praktisch jedem Videoclip der „Gangster-Rapper“ zu beziehen.
        Diese Ideologie beinhaltet alle Statussymbole (Autos, Klamotten, Klunker, Frauen) und die Mittel (Waffen, Drogen), mit denen man hofft, diese erlangen zu können.

        Seit schwarze Feministinnen diesem Genre aber quasi einen Persilschein ausgestellt haben – sie könnten partout keinen Sexismus in den Liedern und Videos erkennen (bitches + whores) – ist die Kritik an dieser Subkultur sakrosankt.
        Der Spuk läuft jetzt seit mindestens zwanzig Jahren und der Erfolg auf dem Markt ist ungebrochen.

        • Völlig richtig. Jeder noch so stumpfsinnige, antiintellektuelle Blödsinn wird mit dem Label „BLACK Empowerment“, gern in Kombination mit „Female Empowerment“ und anderen feministischen Schlagwörtern aufgewertet und gegen etwaige Kritik ungeachtet der Qualität verteidigt. Siehe die Kontroverse um den WAP-Song. Dämliches Lied, dämlicher Inhalt, dämliches Video – und die Feuilletons linksliberaler Medien überbieten sich mit Lobgesängen. Während ihre konservativen Gegenstücke sich im puritanischen Eifer verlieren. So ein Schmarrn…

          • Ja – siehe auch die aktuelle Kontroverse um „Cuties“.
            Regie ist weiblich + schwarz = How dare you, diesen Film zu kritisieren!
            Da schlägt bereits im Vorfeld die Identitätspolitik/-polizei zu, wie man diesen Film gefälligst zu sehen hat – mit explizitem Wohlwollen.
            Wer diesen Film wegen seiner hypersexualisierten Darstellung von Kindern kritisiert, muss demnach rechts sein! Als wäre die Verteidigung hypersexualisierter Darstellung von Kindern links. Facepalm.

            Wie du geschrieben hast, damit bekommt man jeden Schwachsinn „gegen etwaige Kritik ungeachtet der Qualität verteidigt“. Wenn die Qualität eines künstlerischen Werks zu bestimmen nur noch die Abfrage identitätspolitischer „Checkboxen“ erfordert, dann braucht man keine Kunst-/Film-Kritik mehr.

            Jeder „stumpfsinnige, antiintellektuelle Blödsinn“ ist preiswürdig, Hauptsache die Crew, die ihn verzapft hat war „divers“ zusammengesetzt. Alle Teilnehmer*_Innen in eine Lostrommel und – Hau weg die Preisverleihung der Oscars – Lose ziehen, gut so.

          • @ crumar

            Tja, und wenn man sich vor dem Hintergrund der schwarz-weiblichen Regisseurin dann auch noch einreden kann, dass sich diese twerkenden und, während sie sich die Hände durch den Schritt ziehen, ungelenk „orgastisch“ grimassierenden Preteens irgendwie gegen patriarchale Zwänge auflehnen, geht bei Linksidentitären verlässlich bei jeder noch so sachlichen und gut begründeten Kritik umgehend das Visier runter und es wird reflexartig auf „Fasst den Nazi!“ geschaltet.

            Ob es wirklich das beste Stilmittel ist, diese ohnehin schon tausendfach durchgekaute, längst abgestanden ranzige und in dieser Einseitigkeit schon immer lächerliche „Message“ zu verkünden, indem man in minutenlangen Sequenzen vier echte (es ist ja nun mal kein Trickfilm) präpubertäre Mädchen vor laufender Kamera Dinge vollführen lässt, die sich, da muss man sich nichts vormachen, bestens als Masturbationsvorlagen für Pädophile eignen, darf dann als Frage noch nicht einmal mehr gedacht werden, will man nicht dem Verdacht finsterster Gesinnung anheimfallen.

          • @Billy

            „indem man in minutenlangen Sequenzen vier echte (es ist ja nun mal kein Trickfilm) präpubertäre Mädchen vor laufender Kamera Dinge vollführen lässt, die sich, da muss man sich nichts vormachen, bestens als Masturbationsvorlagen für Pädophile eignen“

            Ja und man muss es laut schreien: Es sind KIIIIIIINDER.
            Was mich wirklich geschockt hat, für die Audition haben sich über 600 Kinder beworben, die aufgefordert wurden, ihr Talent entweder live oder auf Video vorzuführen.
            Wer am verführerischsten tanzen konnte, wurde dann eingeladen.

            Die Kombination von a. Verführung, b. elfjährige Mädchen lässt den Film auch nicht vom Haken, doch „nur die Hypersexualisierung“ kritisieren zu wollen, wenn „Verführung“ die Absicht des Films war.
            Faule Ausrede.

            Und was haben sich die ELTERN der 600 Mädchen und 4 Hauptdarstellerinnen eigentlich dabei gedacht?
            Haben die das Script für den Film nicht gelesen?
            Der Film bleibt im Netz, aber die Mädchen werden älter – wollen die mit 15-16 Jahren wirklich noch an diesen und ihre Rolle darin erinnert werden?
            Haben die Eltern das ein einziges Mal in Erwähnung gezogen und sich daran erinnert, dass sie eine Verantwortung für ihre Kinder tragen, die sich über die Folgen ihrer Handlung gar nicht im klaren sind?
            Jeez, in was für Zeiten leben wir eigentlich???

          • @crumar

            „Eltern“?

            Nicht eher „Mütter“?

            Siehe auch zum Beispiel:

            Ich halte es für realistisch, dass diese Art von Kindesmisshandlung zu über 90% von innerlich und äußerlich hässlichen Müttern begangen wird, die sich über ihr Kind selbstverwirklichen wollen.
            Sozusagen eine pervertierte Form des Münchhausensyndroms.

        • „… in praktisch jedem Videoclip der „Gangster-Rapper“ …“

          Kleine Ergänzung: Diese Rapper haben ja auch gerne mal das Gesetz in die eigene Hand genommen und einen ihrer Feinde – oder Freunde – erschossen.

          Darüber hinaus: Die Medien sind doch weitgehend progressiv, oder sogar woke: Und diese Medien haben laut DiAngelo das Bild der aggressiven Schwarzen erfunden? Interessante Theorie von DiAngelo …

          • „Interessante Theorie von DiAngelo …“

            Exakt das ging mir beim Lesen von crumars Kommentar auch durch den Kopf. Das erscheint mir ebenso absurd, wie all die feministischen Aktivistinnen, die, egal wie blöd und leicht nachprüfbar falsch der Kram ist, den sie von sich geben, ohne einen erkennbaren Anflug kognitiver Dissonanz über die reichweitenstärksten Medien, die man überhaupt nur finden kann, in Endlosschleife in die Welt ventilieren dürfen, dass exakt jene Medien, die ihnen diese Bühne bieten, angeblich ganz üble sexistische Stereotype gegen Frauen in die Welt setzen und man sie (die Aktivistinnen) gezielt marginalisiert und… jetzt kommt’s … ZUM SCHWEIGEN BRINGT. Es ist egal, wie groß und laut das Megaphon ist, in das sie brüllen, sie wollen immerzu ein noch größeres und noch lauteres und wenn sie es nicht kriegen, werden sie zum Schweigen gebracht. Der totale Realitätsverlust!

          • @crumar:
            „Als wäre die Verteidigung hypersexualisierter Darstellung von Kindern links. Facepalm.“ Na ja, wenn man sich die frühen Assoziationen der Grünen mit Pädophilen bzw. pädophilen Organisationen (Nürnberger Indianerkommune, David Cohn-Bendits Kindergarten“experimente“ usw.) ins Gedächtnis ruft, scheinen zumindest manche linke Kreise Verständnis, wenn nicht sogar eine gewisse Sympathie für die Sexualisierung von Kindern zu hegen…
            https://de.m.wikipedia.org/wiki/P%C3%A4dophilie-Debatte_(B%C3%BCndnis_90/Die_Gr%C3%BCnen)
            https://www.welt.de/politik/deutschland/article141406874/Gruenen-Politikerin-Kuenast-geraet-in-Erklaerungsnot.html
            https://www.welt.de/politik/deutschland/article119802652/Der-paedophile-Irrsinn-der-fruehen-Jahre.html

          • @Durin

            „Na ja, wenn man sich die frühen Assoziationen der Grünen mit Pädophilen (anschaut) (…) scheinen zumindest manche linke Kreise Verständnis, wenn nicht sogar eine gewisse Sympathie für die Sexualisierung von Kindern zu hegen…“

            Das Problem hat mehrere Facetten, eins davon ist die Identifikation und Befreiung von „unterdrückter Sexualität“ durch die Linke ab 1968 ff. und ich kaufe ihnen ab, dass sie selber sexuelle Unterdrückung vielfältig erfahren haben. Ich möchte nicht als Jugendlicher 1966 gelebt haben und schon mal gar nicht als schwuler Teenager. Wie miefig und piefig, wie „sex negative“ es damals zugegangen sein muss, entzieht sich m.E. unserer Vorstellung.

            Vor lauter „Befreiung“ von u.a. „Kindersexualität“ ist einem Teil dieser Linken komplett entgangen, dass das bedeutet, Kinder machen mit anderen Kindern die ersten sexuellen Erfahrungen (legendäre „Doktorspiele“), nicht mit Erwachsenen. Die Unterdrückung der sexuellen Neigungen von erwachsenen Pädophilen ist jedoch gerechtfertigt, da Kinder kein Einverständnis zu Sex mit Erwachsenen geben können, weil sie dazu gar nicht in der Lage sind. Da muss auf deren „Emanzipation“ ganz einfach geschissen werden.

            Was den Grünen sehr geholfen hat, diesen Umstand zu verdrängen – und ich kann das nur sarkastisch formulieren – es handelte sich beim Objekt der Begierde der Pädophilen zum größten Teil eben nicht allgemein um „Kinder“, sondern konkret um Jungen (kleiner Tipp: Wenn medial von „Kindern“ gesprochen wird, handelt es sich immer um Jungen. Betroffene Mädchen wären mit Geschlecht benennt worden).
            Noch abstoßender – oh doch, es ist steigerbar – war im konkreten Fall das Verhalten der Feministinnen. Die nämlich versuchten den Skandal mit dem Argument unter den Tisch zu kehren, damit würden ja die Mädchen ihren alleinigen Opferstatus verlieren.
            Unter diesem geschlechterpolitischen Aspekt ist diese Geschichte jedoch nie aufgerollt worden.

            Zur Jetztzeit zurück: Dass hypersexualisierte elfjährige Mädchen mit Migrationshintergund per „twerking“ zur weiblichen Selbstfindung gelangen ist zwar komplett absurd, tickt aber im Zusammenhang mit „schwarzer Regisseurin“ alle identitätspolitischen Checkboxen.
            Dass man sie als Wichsvorlagen für Pädophile inszeniert, hat aber mit dem oben geschriebenen nichts zu tun, sondern sie haben diesen Zusammenhang m.E. nicht gesehen.
            Weder die Regisseurin, noch die Kritiker aus dem Lager der IdPol – aber alle anderen Erwachsenen aus egal welchem politischen Lager.
            So weit ab von der Realität muss man erst einmal sein.

  3. „„Leid by proxy“ wäre quasi „Leiden in Stellvertretung“, also die Anführung fremdes Leids als eigenes.“

    Man könnte das zunächst für Mitleid halten, ist es aber nicht. Es ist das Erleiden imaginären Leids aus der Vergangenheit, welches dem Leidenen erspart ein Objekt des Mitleids im Hier und Jetzt zu suchen. Man setzt*sich sich* als den Stellvertreter des Leides der Vergangenheit, der im Hier und Jetzt weiterleidet. Mit diesem viel eher als „Selbstleid“, denn als Mitleid zu bezeichnenen Akt macht man sich selbst zu dem „proxy“ der Vergangenheit! @Billy, du hast vermutlich das „proxy“ auf die leidend gehabt habenden der Vergangenheit bezogen, dabei ist es der Leidende der Gegenwart, der hier als proxy, als Stellvertreter, bezeichnet werden muss.

    Daher sind diese Selbstleider auch so unempfindlich für allzuvieles Leid der Gegenwart, hier haben sie keinen Draht mehr zu, alle Empathie gilt der Vergangenheit gegenüber. So macht macht man sich hart und herzlos im Hier und Jetzt. Wie der Feminismus und die Critical Racism-Einstellung funktioniert übrigens auch die deutsche „Erinnerungskultur“: Opfer des NS sind heilig, aber zB israelische Opfer von antisemitischen Terror im Hier und Jetzt werden mit reingewaschener Unschuldsmiene als notwendige Opfer achselzuckend ignoriert, wie auch die Opfer des islamisch motivierten Terrorismus (war gerade bei 911-Jahrestag in aller Glorie wahrzunehmen).

    Mitleid ist wohl eines der grundlegensten menschlichen Emotionen, die allgemein Verbindung zwischen den Menschen,also Gemeinschaft, herstellt. Früher haben autoritäre Regimes dieses Gemeinschaftsgefühl durch das Erreichen von ausgesprochener Mitleidlosigkeit aufs Korn genommen. Die modernen Autoritären gehen geschickter vor: sie schicken das Mitleid in die Vergangenheit, damit es seine Funktion als geminschaftsbildenes Element einbüsst und dem Erreichen politischer Ziele nicht mehr im Wege steht. Dieses „Stellvertreterleid“ scheint dabei ein vulgärer rip-off des Mythos von Christus zu sein, der ja alles Leid der Welt stellvertretend auf sich nahm. Für die Feministen, Antirassisten und Antifaschisten hingegen wird das Stellvertreterleid zum grossen Selbstmitleid. Zu einem Selbstmitleid, welches sich als Opfer in Mittelpunkt des Universums stellt, um damit Aktionen zu rechtfertigen, die jedes Mitleid mit der Gegenwart ausschliessen kann …

    • Ja, ich denke du hast, ergänzend zu den treffenden Definitionen von Christian, das Konzept, welches ich mit dieser Bezeichnung zu betiteln versuchte, recht gut umschrieben.

      Wobei die Sache ja noch nicht einmal nur in die Geschichte gerichtet sein muss, auch wenn das gerne getan wird, weil unsere noch weit weniger an Menschenrechten interessierten Vorväter viele Steilvorlagen parat gestellt haben, die sich höchst plakativ instrumentalisieren lassen – wie eben die Sklaverei.

      Aber auch die ganze Sache mit George Floyd ist ein Musterbeispiel für Stellvertreterleid. Da stehen haufenweise Kiddies auf der Straße, deren Erscheinungsbild nahelegt, dass sie aus relativ gutsituierten Kreisen kommen und viele von ihnen gehen auf Colleges. Denen geht es ungleich besser als der gesamten – mehrheitlich weißen – amerikanischen Unterschicht. Aus dieser Unterschicht stammte auch Floyd. Er war ein Junky mit Vorstrafenregister und, so hatte ich teils vernommen, er und der Cop, dessen Vorgehen mutmaßlich zu seinem Tod geführt hat, hätten sich gekannt und nicht besonders gemocht. Meines Erachtens gibt es in der Sache dermaßen viele Faktoren, dass es schon grotesk wirkt, die Sache reflexartig direkt als Musterbeispiel für „Rassismus“ heranzuziehen. Dennoch muss es im Sinne der eigenen Agenda so getan werden, weil die Hautfarbe das absolut einzige ist, was die verwöhnten, „I can’t breath“ intonierenden Kiddies mit ihm gemeinsam haben. Sie haben nie in Verhältnissen gelebt wie er und werden es wohl, so sei es ihnen gewünscht, nie tun. Der Mensch hinter dem Namen George Floyd ist ihnen selbst vollkommen egal. Das einzige von Bedeutung für sie ist das, was sie an ihm für ihre eigenen Vorteile ausschlachten können. „Wirkliches“ Mitleid wird so über die „Stellvertreterleidenden“ eigentlich nur anderen, in diesem Falle vor allem Weißen, eingeimpft, um über dieses zu einem moralischen Imperativ und über den wiederum zur Durchsetzung scham- wie maßloser Forderungen an diese zu kommen. Und da wären wir schon wieder bei einem Dauerbrenner, wenn wir hier über Intersektionalismus reden: die rigorose Ausgrenzung sozialer Fragen, vor allem der „Klassenfrage“, ist kein Bug sondern vollends beabsichtigtes Feature.

      • @Billy
        „Wobei die Sache ja noch nicht einmal nur in die Geschichte gerichtet sein muss“

        Richtig, der andere Trick ist das in die Zukunft zu projizieren: die „zukünftigen Generationen“, mit denen man sich erbarmen soll, denen man das Geld oder die Luft zum Atmen wegnimmt.

        „Aber auch die ganze Sache mit George Floyd ist ein Musterbeispiel für Stellvertreterleid.“

        Auch die Figur Floyd zieht als Märtyrer jegliche Daseinsberechtigung von den Proxys der Vergangenheit! So kann man auch jedes andere schwarze Opfer vollkommen ignorieren (die resultierende Mitleidlosigkeit im Hier un Jetzt), wenn es nicht mit der Slaverei irgendwie in Zusammenhang gebracht werden kann – oder besser gesagt, schlicht und erfreifend einfach nicht in Zusammenhang gebracht *wird*.

        „Meines Erachtens gibt es in der Sache dermaßen viele Faktoren, dass es schon grotesk wirkt, die Sache reflexartig direkt als Musterbeispiel für „Rassismus“ heranzuziehen. “

        In der absoluten Willkür dieser Auswahl (und ich glaube, die *Absolutheit* dieser Willkür ist tatsächlich das oberste Kriterium) liegt gerade der Offenbarungscharakter dieser religionshaften, das Christentum offensichtlich kopierenden, Social Justice! Je grösser die Paradoxie, desdo tiefer das Credo!

        „haufenweise Kiddies auf der Straße, deren Erscheinungsbild nahelegt, dass sie aus relativ gutsituierten Kreisen kommen und viele von ihnen gehen auf Colleges.“

        Die Kinder der herrschenden Elite wollen sicherstellen, morgen auch noch auf der gebutterten Seite des Toasts sich zu befinden… das die relevante soziale Frage für sie….

        • das Christentum offensichtlich kopierenden, Social Justice!

          Widerspruch! Das zentrale Element im Christentum ist „Ändere dich selbst!“, das zentrale Element der SJW ist „Die anderen müssen sich ändern oder entmachtet werden!“. Das haben die SJW doch wohl eher mit den Marxisten gemeinsam, oder @Crumar?

          • Ja, anderswo hatte ich Social Justice als Billig-Ripoff des Christentums bezeichnet.

            Das Phänomen ist aber hochgradig interessant. Man entkommt seiner kulturellen Prägung anscheinend doch nicht und das ist das sprichwörtliche Tröpfen Wahrheit in der progressiven Vorstellung der systemischen sozialen Konstruiertheit.

          • Eigentlich ist das zentrale Element des Christentums ein Mann, Jesus, der mitbekommen hat wie sein Vater, Gott, den Ehemann seiner Mutter gehörnt hat und der damit durchgekommen ist. Deswegen ist der auch ein MGTOW geworden und hat lieber mit seinen Jungs rumgehangen als zum Pussy Begger zu werden. Das hat natürlich dem Staat und seinen Tradcons, den Priestern nicht gefallen, weswegen sie ihm erst mittels eines Shitstorms durch das Volk haben fertigmachen lassen und anschließend umgebracht haben. Sein Alphadaddy hatte keine Zeit ihm zu helfen sondern war gerade mit irgendwelchen Bräuten am Start. Zum Glück kann man einen MGTOW zwar töten aber nicht brechen, deswegen ist er zurückgekehrt und hat anschließend die Gesellschaft gecancelt.
            Aber wir wissen ja, MGTOWs sind Sigma Männer und als solche bei Frauen durchaus beliebt, deswegen ist er bis heute der Held. Frauen wollen ihm ficken und Männer so sein wie er. Diejenigen unter den Frauen die ihm nicht mögen sind Feministen die es halt nicht mögen von ihm ausgepeitscht zu werden (ja, er ist ein dominanter BDSMler). Deswegen mögen Feministen auch nur das Bild von ihm wo er am Kreuz hängt, sie lieben es halt wenn Männer leiden.

          • @Werlauer

            Dann hat das Christentum sehr viel mit den SJW zu tun, denn an „Ändere dich selbst!“ – braucht man nur das „Nach unseren Vorgaben!“ zu hängen. 😉

            Das erste, was mich am Genderismus gestört hat, war dessen Verleugnung der Biologie und man brauchte kein Prophet zu sein, dass sich die Abneigung der SJW auf die ganze Wissenschaft beziehen würde. Wegen „weiß“ und „männlich“.
            Da ich für den Marxismus aber in Anspruch nehme, entweder wissenschaftlicher oder gar keiner zu sein, hatte ich keine Probleme mit meiner Positionierung.

            Das nächste Problem habe ich mit der Fraktion „Wer die Sprache verändert, der verändert auch die Wirklichkeit!“, insofern mich a. die autoritären Maßnahmen stören, die die neue Heilslehre darstellen.
            Wer alt genug ist, wird sich an das große Binnen-I erinnern, gefolgt von dem _Unterstrich, nunmehr ist es der Gender-Stern und ich bin mir b. sicher, es wird weiterer Quark folgen.

            Immer mit dem Gestus moralischer Unfehlbarkeit von oben nach unten durchgesetzt und in der Gewissheit, nunmehr den ganz großen Wurf zur Beseitigung der Ungerechtigkeit X gelandet zu haben.
            Dies – nämlich die Haltung des Personals der Sprachverbesserer GmbH – kann man als einzige Konstante dieses autoritären Wahns ansehen.

            Wer einen DDR-Hintergrund hat, hat auch die Schnauze voll von einem autoritären Staat.
            Wenn ich mir die SJW angeschaut habe, dann habe ich den Typus „autoritärer Charakter“ vor mir gesehen, der gerne seine eigene Meinung ohne Diskussion und Widerworte zuzulassen zur herrschenden Doktrin machen möchte.
            Dagegen habe ich etwas – gegen die autoritären Charaktere und gegen eine Gesellschaft, die potentiell von einem solchen Personal regiert wird. Auch da fällt mir die Positionierung leicht.

            Man könnte für die SJW immer noch ins Feld führen, sie agierten mit den besten Absichten. Nur sprechen ihre undemokratischen Methoden, die Verleugnung von wissenschaftlichen Fakten und objektiver Realität eine andere – nun ja – Sprache.

          • @Crumar: Danke. Ist auch nicht ganz ernst gemeint.

            „..richtet nicht, auf dass Ihr nicht gerichtet werdet…“, der Imperativ „Ändere Dich selbst!“ bezieht sich zwar auf „unsere Vorgaben“, ist aber individuell vorzunehmen und von außen soll nach Möglichkeit keiner reinquatschen (gab’s in historisch trotzdem, ich weiß).

            Ich gebe Dir Recht, die Frage stellt sich nicht so sehr in die Richtung der Ideologie, sondern auf der Achse „freiheitlich – totalitär“. Nur bin ich vorbelastet und meine eine Tendenz der marxschen Ideologie zum Totalitären empirisch ausgemacht zu haben. Dass es andere Haltungen (mit marxschen Grundüberzeugungen) geben kann, halte ich dennoch für möglich. Für typisch für diese Denkrichtung empfinde ich eine freiheitlich orientierte Haltung aber nach wie vor nicht.

    • „Ihr habt mir zu grausame Augen und blickt luestern nach Leidenden.
      Hat sich nicht nur eure Wollust verkleidet und nennt sich Mitleiden?“

      Fritz N.

          • 😀

            OK! Wenn man das Zitat nicht kennt, muss man schon echt erst mal drauf kommen, mit „Fritz N.“ Friedrich Nietzsche zu assoziieren… Ich zumindest stand in gleicher Ochsenpose vor demselben Berg wie Alex. 😉

          • Pardong, ich war in meiner Jugend Nietzsche- Fan, seitdem zu viele kennengelernt, die sich mit „schon Nietzsche hat gesagt…“ aufblasen, ich gestalte es gerne etwas bescheidener. 😉

            (Zu falscher Bescheidenheit hat F.N. auch etwas Giftiges gesagt, was mir aber nicht mehr einfällt)

  4. „Schon damals war die Titulierung von „Frauen“ als „Minderheit“ statistisch ein Witz,“

    Der Begriff „Minderheit“ hat in der Bewegung jeden Sinn verloren. Zum einen ist es legitim, mit der (angeblichen) Unterdrückung pakistanischer Frauen Privilegien in den Industriestaaten einzufordern, auf der anderen Seite wird dieser globalistische Ansatz aber nicht auf das Minderheitenprinzip übertragen, denn Schwarze stellen weltweit keinesfalls eine Minderheit dar, laut:
    https://countrymeters.info/de/Africa
    dürften sie schon etwa doppelt so zahlreich sein, wie Weiße, Tendenz stark steigend.

    Jemand mit etwas Weitblick, würde die absehbare Minderheit der geburtenschwachen Weißen wenigstens in ihren eigenen Ländern schützen (in einigen afrikanischen Ländern werden sie ja zunehmend zum Freiwild, wenn sie sich nicht selbst schützen, etwa in Südafrika). Aber nein, man tut das Gegenteil. Wo es noch keine schwarzen Bevölkerungsanteile gibt, importiert man mit perverser Akribie welche, zum Nachteil der Ansässigen. Natürlich machen auch das wieder gestörte Weißbrote aus dem linken Lager und sehen das selbst als „antifaschistischen Kampf“, wie die hier:
    “I don’t see sea rescue as a humanitarian action, but as part of an anti-fascist fight,”
    https://www.theguardian.com/world/2020/aug/27/banksy-funds-refugee-rescue-boat-operating-in-mediterranean
    gefunden auf:
    http://www.pi-news.net/2020/09/es-geht-nicht-um-seenotrettung-sondern-um-antifaschistischen-kampf/

  5. Ich würde mal sagen – Vorsicht, Triggerwarnung – dass die tiefer liegenden Ursachen der gesellschaftlichen Zersetzungstendenzen im US-amerikanischen System des Kapitalismus mit libertaristischem Einschlag liegen. Ich muss es ja sagen, denn sonst tut es ja keiner. Einen Sozialstaat nach nord- und mitteleuropäischem Standard gibt es nicht. Was davon noch vorhanden war, wurde von Trump zusammen gestrichen, um die Steuern zu senken. Aber sicher, es ist der Kapitalismus, „wo immer funktioniert hat“, wenn man mal von den brennenden Städten und den Plünderungen und Schiessereien absieht. Und es sind die Linken schuld, auch wenn die USA das kapitalistische Paradigma schlechthin sind.

    • Das ist mir zu monokausal.

      Natürlich spielt bei der aktuellen Entwicklung der libertäre Kapitalismus in den USA eine Rolle, aber bei Licht betrachtet, hat dieser mit seiner „selbst schuld“-Zuweisung auch sehr lange irgendwie stabilisierend gewirkt. Deutschland z.B. war, trotz frühzeitiger Einführung der Sozialversicherung unter Bismarck, offenbar sehr viel instabiler. Man muss also genau hinschauen.

      Davon abgesehen gibt es die „gesellschaftlichen Zersetzungstendenzen“ hier genauso, nur in leicht veränderter Geschmacksrichtung.

      Ich sehe mehrere Gründe für die Instabilität:

      1) ein Versagen der Washingtoner Politik, die als korrupt wahrgenommen und wenig gemocht wird (analog Berlin/Brüssel bei uns)

      2) ein Auseinanderfallen von Stadt und Land, die jeweils von eigenen Medien mit gefilterten Halbwahrheiten gefüttert werden und sich daher auseinanderentwickeln (hier ähnlich, überlagert von rechts gegen links)

      3) ein Zerfall in geradezu unanständig superreich und quasi chancenlos, wobei die Superreichen Politik und Medien für sich instrumentalisieren (letzteres tun sie hier auch, aber die Gegensätze erscheinen noch nicht so krass und das Gejammere über soziale Missstände hat Tradition)

      4) ein multiethnischer Nährboden auf dem Konflikte leicht gedeihen können, sobald keine Gruppe mehr dominiert und den Deckel draufzuhalten bereit ist, die urbanen Weißen sind es offenbar nicht mehr und geraten zunehmend mehr in die Defensive auch bevölkerungstechnisch (analog hier: wir importieren uns konfliktträchtige „Minderheiten“)

      5) last but not least: geopolitische Akteure, die diese Tendenzen bewusst fördern, mit welchem letztendlichen Ziel auch immer (ich muss sicher keine Namen nennen)

      Hab ich was vergessen? Vielleicht die räumliche Größe der USA, die andere Milieus und eine stärkere Radikalisierung bedingt.

      • „Deutschland z.B. war, trotz frühzeitiger Einführung der Sozialversicherung unter Bismarck, offenbar sehr viel instabiler.“

        Auch hier muss man genau hinschauen. Hätte Deutschland den ersten Weltkrieg gewonnen – oder vielleicht sogar, wenn die tatsächlichen Sieger nicht ihren unseligen Diktatfrieden erzwungen hätten – wäre Deutschland sicherlich deutlich stabiler gewesen und heute wahrscheinlich eine parlamentarische Monarchie wie Holland oder England.

        Innere Stabilität ergibt sich halt leichter, wenn man seine Kriege gewinnt und Unzufriedene im Inneren auf Kosten der Verlierer außen ruhig stellen kann. Deutschland hat 1871 innere Stabilität auf Kosten Frankreichs gefunden, die Franzosen umgekehrt 1919 auf Kosten Deutschlands. Man darf wohl vermuten, dass es um die amerikanische Stabilität nach 1918 ebenfalls schlechter bestellt gewesen wäre, wenn mit GB und F ihre Kreditnehmer besiegt und insolvent geworden wären.

        • Ja, das ist vermutlich alles richtig oder zumindest eine Aufweitung des Ursachenspektrums 🙂
          Danke. So tief wollte ich nicht in die deutsche Geschichte rein, ich will nicht Pjotr’s Thread kapern und stimme dir ohnehin zu.

          • Immer wieder gerne 😉
            Ein bißchen schlechtes Gewissen habe ich sogar auch, wenn ich auf so einen Nebenschauplatz abweiche, aber hey, ist ja ein freier Kommentarbereich hier 🙂

      • Das ist mir zu monokausal.

        Eine Monokausalität will ich nicht behaupten. Wir leben in einer komplexen Welt, wo Monokausalität nie alles zu erklären vermag.
        Ich wollte nur auf einen auch wichtigen Aspekt hinweisen. Rassenunruhen sind nichts Neues in den USA, auch wenn momentan neue Rekorde in Sachen Brandstiftung und Plündereien aufgestellt werden. Es kommt immer mal wieder vor, dass in den USA die Nationalgarde aufgeboten werden muss, um Aufstände nieder zu schlagen.
        Es ist doch immer wieder erstaunlich, dass ein prinzipiell reiches und hoch entwickeltes Land einen Teil der Armee – die Nationalgarde als Leibgarde der Plutokraten – aufgeboten werden muss, um die Ordnung aufrecht zu erhalten.

        • „Es ist doch immer wieder erstaunlich, dass ein prinzipiell reiches und hoch entwickeltes Land einen Teil der Armee – die Nationalgarde als Leibgarde der Plutokraten – aufgeboten werden muss, um die Ordnung aufrecht zu erhalten.“

          Ja, wobei soziale wie auch ethnische (das eine kann sich aus dem anderen ergeben) Konflikte weltweit keine Seltenheit sind und in kleinerem Maßstab mittlerweile ja auch bei uns auftreten, während die Voraussetzungen (fremdkulturelle Bevölkerungsanteile, gering Gebildete und damit sozial Abgehängte usw.) geradezu absichtlich herbeigeführt wurden. Solche Gegensätze friedlich (und möglichst produktiv) aufzulösen oder zumindest klein zu halten, ist ein Kunststück, welches bei unserem primitiven politisch/medialen System nicht wirklich gelingt. Ich weiß halt nur nicht, ob ich dafür den „Kapitalismus“ verantwortlich machen kann und will, das ist so ein furchtbar pauschaler und nichtssagender Begriff.

        • „Es ist doch immer wieder erstaunlich, dass ein prinzipiell reiches und hoch entwickeltes Land einen Teil der Armee – die Nationalgarde als Leibgarde der Plutokraten – aufgeboten werden muss, um die Ordnung aufrecht zu erhalten.“

          Das wird in Deutschland auch passieren. Die ersten Anzeichen für künftige „Rassenunruhen“ gibt es ja bereits.

    • Soso, Pjotr.

      Die Strassen in den USA brennen letztlich, wegen der „tiefer liegenden Ursachen der gesellschaftlichen Zersetzungstendenzen im US-amerikanischen System des Kapitalismus mit libertaristischem Einschlag“

      Was ist in Stuttgart passiert? Was in Köln zu Silvester vor ein paar Jahren?
      Hier haben wir ja genau deinen „Sozialstaat nach nord- und mitteleuropäischem Standard“ und trotzdem gibts brennende Strassen wenn man so will.

      Achja, vielleicht ist das Ausmass noch nicht das gleiche, aber keine Angst, das kommt noch. Wie bei so vielem hängen wir den Amerikanern nur ein paar Jahre hinterher…

    • @Pjotr, Unsinn, so funktioniert das in den USA nicht:

      „Einen Sozialstaat nach nord- und mitteleuropäischem Standard gibt es nicht. Was davon noch vorhanden war, wurde von Trump zusammen gestrichen, um die Steuern zu senken.“

      Der Sozialstaat ist da kapitalistisch-privatwirtschaftlich organisiert und funktioniert besser als der autoritäre Sozialstaat von oben herab, der sich immer als der einzig mögliche aufspielt. Und einen strikten Zusammenhang zwischen Steuern und Staatsausgaben gibt es nur im unsozialen, aber sozialstaatlichen (!) Euroraum, nicht aber im Rest der Welt, auch in den USA nicht.

      • Der Sozialstaat ist da kapitalistisch-privatwirtschaftlich organisiert

        Wie meinen? Inwiefern lässt sich mit der Finanzierung von Sozialleistungen Profit erwirtschaften? Versteh ich nicht, was das sein soll, ein kapitalistisch-privatwirtschaftlich organisierter Sozialstaat.

        • Du kennst den Spruch „das Geld liegt auf der Strasse“?

          Genau das ist in den USA der Fall. ZB: mach einen Immobilienkredit und wenn du damit kein gutes Geschäft machst, dann gibst du der Bank einfach den Schlüssel…. fertig. In D ist eine Hypothek ein Geschäft bei dem du zum Leibeigenen wirst, du kommst aus der Kiste nicht raus.

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