John Boyega beschwert sich, dass sein Charakter in Star Wars nicht wirklich eingesetzt wurde

John Boyega spielte in der neuen Star Wars Reihe den ex Strumtruppler Finn. Er beschwerte sich nun in einem Interview, dass er kaum was zu tun hatte:

“It’s so difficult to manoeuvre,” he says, exhaling deeply, visibly calibrating the level of professional diplomacy to display. “You get yourself involved in projects and you’re not necessarily going to like everything. [But] what I would say to Disney is do not bring out a black character, market them to be much more important in the franchise than they are and then have them pushed to the side. It’s not good. I’ll say it straight up.” He is talking about himself here – about the character of Finn, the former Stormtrooper who wielded a lightsaber in the first film before being somewhat nudged to the periphery. But he is also talking about other people of colour in the cast – Naomi Ackie and Kelly Marie Tran and even Oscar Isaac (“a brother from Guatemala”) – who he feels suffered the same treatment; he is acknowledging that some people will say he’s “crazy” or “making it up”, but the reordered character hierarchy of The Last Jedi was particularly hard to take.

“Like, you guys knew what to do with Daisy Ridley, you knew what to do with Adam Driver,” he says. “You knew what to do with these other people, but when it came to Kelly Marie Tran, when it came to John Boyega, you know fuck all. So what do you want me to say? What they want you to say is, ‘I enjoyed being a part of it. It was a great experience…’ Nah, nah, nah. I’ll take that deal when it’s a great experience. They gave all the nuance to Adam Driver, all the nuance to Daisy Ridley. Let’s be honest. Daisy knows this. Adam knows this. Everybody knows. I’m not exposing anything.”

Finn ist in der Tat ein Charakter, der sehr interessant hätte sein können und an dem besonders deutlich wird, dass man sich nicht vorher auf eine übergeordnete Geschichte verständigt hat, in dem jeder Charakter eine Rolle spielt und seinen eigenen Handlungsbogen hat. Dabei wäre es relativ leicht gewesen:

Ich hätte einen Ex Stromtruppler wie einen harten Spezialeinheitssoldaten aufgebaut, dem es zuviel will und der aussteigen muss und der wieder lernen muss menschlicher zu werden, aus seinem Drill auszusteigen etc. Der sich an das Zivilleben gewöhnen muss. Und er darüber auch einen Einblick in das Leben der Sturmtruppen gibt. Ich hätte aus einem einen effektiven Soldaten gemacht, der keine Lust mehr hat ein effektiver Soldat zu sein, wobei das eben genau das Beste ist, was er kann.

Statt dessen wirkte er naiv und harmlos, stand häufig im Hintergrund, musste Rey irgendwie mit großen Augen anschauen weil er irgendwie doch noch als Love Interest in Betracht kam nur um dann in eine bescheuerte Liebesgeschichte mit Rose geschmissen zu werden und auf wenig durchdachte Site Quests zu gehen.

Es ist mir ein absolutes Rätsel, wie man ein derart bedeutendes und ja auch teuer erkauftes Produkt wie Star Wars nicht besser planen konnte. Vielleicht hat Katherine Kennedy gedacht, dass George Lucas ja erkennbar auch keinen Plan hatte, wie sich die weitere Storys entwickelt und das es deswegen nicht so wichtig sei. Aber er hatte zumindest gute Charaktere, aus denen heraus sich Geschichten und Dynamiken entwickeln konnten. Und er hatte eine begrenzte Anzahl von Charakteren, die die Hauptfiguren bildeten und deren Zusammenhänge und Motivationen klar waren.

Hier hat man denke ich den Auftrag gehabt, dass man Charaktere entwickelt, wobei die Hauptfigur eine Frau sein musste. Man brauchte einen bösen Sith, man brauchte einen Jedi, am besten über Familienbanden verbunden mit den alten Haupthelden, man brauchte einen Han Solo Verschnitt für die Nostalgie. Und natürlich auch irgendwie Roboter. Und irgendwie auch noch eine Frau bei den Bösen, schon wegen der Gleichberechtigung. Und natürlich brauchte man auch noch einen Schwarzen.

Und das alles traf dann auch noch auf „The Force is female“- Katherine Kennedy, die eher einen „Second Wave“-Feminismus vertritt und keinen interesektionalen Feminismus, so dass ihr nur wichtig war, dass die Frauen alle Toll sind und die Männer alle etwas blöd und von den tollen Frauen niedergemacht werden.

Da bleibt dann eben kein Platz für einen coolen Mann, auch wenn er schwarz ist.

30 Gedanken zu “John Boyega beschwert sich, dass sein Charakter in Star Wars nicht wirklich eingesetzt wurde

    • Ja, aber für Lando hatten sie eine feste Rolle, einen Charakter, eine Vergangenheit etc. Er war nicht einfach Mitglied der ursprünglichen Besetzung, für den man erst eine Funktion finden muss. Ob der Charakter schwarz war oder nicht war insofern für seine Erschaffung aus meiner Sicht nicht von Bedeutung. Auch wenn George Lucas wohl mit ihm ausdrücklich auch die schwarze Bevölkerung ansprechen wollte.

  1. Spezialeinheiten? Die Typen wurden von Teddybären niedergemacht. Ich glaube da haben Gummipuppen mehr Kampfkraft. Außerdem agieren sie in der meisten Zeit vollkommen bekloppt.

  2. Ich weiß noch haargenau was ich dachte, als ich Boyega zuerst auf der Leinwand sah: „Wow, ein schwarzer Mann als „love interest“ der weißen Hauptdarstellerin, der zudem noch ein vom Imperium abgefallener Sturmtruppler ist, das hätte ich Disney nie zugetraut! Kann ja spannend werden.“
    In der Wiederholung der Triade: Leia, Luke, Han Solo wären es hier nämlich Rey, Finn und Poe gewesen.

    Um so verblüffter war ich, selbst diese Möglichkeit wurde in der unglaublich „progressiven“ Filmkritik der Presse noch nicht einmal angedacht und von Disney/Kennedy/Johnson bereits in der zweiten Folge beerdigt. Zur Erinnerung: Es wurde dem ersten Teil nachfolgend spekuliert, welche der Charaktere schwul ist, dass sich Rey und Finn verlieben könnten war bereits komplett ausgeblendet.

    Auf einmal kam Kelly Marie Tran ohne Vorankündigung und Vorgeschichte dazu, sich in Finn zu verlieben (natürlich kein Hinweis darauf, dies wäre wechselseitig und raubte diesem seinen heroischen, sich selbst aufopfernden Einsatz als Retter seiner Genossen.
    Was m.E. ein Thema der zweiten Folge war: dem weiblichen Narzissmus die heroische Selbstaufopferung für lau zu übereignen.

    Damit wurde Kelly Marie Tran m.E. auserkoren dafür zu sorgen, dass „POC bleib bei deinen Leisten!“ als eine in diesem Sinne reaktionäre „Lösung“ aus dem Hut gezaubert worden ist, die ihm einen nicht konsensuellen Kuss aufdrückt (sexuelle Belästigung!) und damit offensichtlich selbst die Spekulation endgültig zu Grabe trägt.

      • Der eigentliche Held war ursprünglich Luke, letztendlich verliebt haben sich Leia und Han, der eine ambivalente Rolle in Episode 4 spielte und die interessantere männliche Persönlichkeit war.
        Mir ging es bei der Diskussion um „schwul“ auch um Spekulationen der „progressiven“ MSM, die den für mich offensichtlichen schwarzen Elefanten im Zimmer ebenso offensichtlich „übersahen“.

    • Wenn ich das so lese, bin ich froh, den 8. und 9. Teil bisher nicht gesehen zu haben.
      Ich hatte nämlich auch angenommen, dass es auf eine Liebesgeschichte zwischen Rey und Finn hinausläuft.
      So erscheinen die Handlungsstränge insgesamt so gar nicht schlüssig und konsistent zu sein.

      Naja, mit Startrek ist es in den neueren Filmen erst recht bergab gegangen, und dafür tut’s mir wirklich leid.

      • Dann hast du nichts verpasst.
        Acht war die charakterliche Hinrichtung von Luke in einer völlig wirren Story von Ruin „subvert your expectations“ Johnson und neun werde ich mir nur mit einem Kasten Bier anschauen können, wenn die Kritiken halbwegs stimmen.
        Jar Jar Abrahams hatte allerdings die undankbare Aufgabe wieder hinzubiegen, dass Johnson alle, wirklich alle seiner in sieben angedeuteten Entwicklungsmöglichkeiten und Geheimnisse niedergekegelt und auf profane Art und Weise entzaubert hatte.
        Das hat er in neun jedoch scheinbar so absurd gelöst, dass Star Wars voraussichtlich verstorben ist.

        • @crumar:

          »Das hat er in neun jedoch scheinbar so absurd gelöst, dass Star Wars voraussichtlich verstorben ist.«

          Davon gehe ich auch aus – der Schwerpunkt dürfte sich wohl auf die »biografischen« Spin-offs à la »Rogue One«, »Solo«, »Mandalorian« und anderer »Star Wars Stories« verlagern.

          Wobei ich mich schon seit längerem frage, wie weit man überhaupt die Geschichte eines Staates (Republik / Imperium) faktisch als Familiengeschichte erzählen kann, worauf die Hauptstory von I – VI ja hinauslief. Diese ersten sechs Episoden haben das meinem Eindruck nach einigermaßen glaubwürdig hinbekommen, aber an der dritten Trilogie war, ganz unabhängig von dem ganzen SJW-Bullshit darin, unübersehbar, dass für diesen Plot niemand mehr originelle Ideen hatte.

          Für mich war die Hauptstory tot, nachdem sich Teil VII als schamloses Plagiat von Teil IV herausgestellt hatte (ich habe natürlich aus Prinzip VIII und IX dennoch geschaut).

          • Zum letzen Satz zuerst: VII schamloses und faules Plagiat – größtenteils einverstanden.

            Das größte Problem m.E., Disney wollte mit allen Hauptdarstellern aus der alten Trilogie ein die Generationen übergreifendes Publikum ansprechen; also alle, die seit IV (1977) dabei waren. Plus die „kids“ ebenfalls gewinnen, die immerhin seit 2005 nichts mehr von Star Wars gehört hatten.
            Das ist „play it safe“ nach allen Regeln des Marktes und immerhin hatten sie Milliarden auf den Tisch des Hauses legen müssen. Wenigstens ökonomisch nachvollziehbar, kein großes Risiko eingehen zu wollen.

            Damit folgt das künstlerische Problem der Risikoaversion, die du hier schilderst: „Wobei ich mich schon seit längerem frage, wie weit man überhaupt die Geschichte eines Staates (Republik / Imperium) faktisch als Familiengeschichte erzählen kann, worauf die Hauptstory von I – VI ja hinauslief.“

            Die vorgestellten neuen Figuren hätten „neu“ nur als eigene Fraktion mit eigener Geschichte geschildert werden können, aber auch da hat man sich entschieden, mit Kylo als Sohn von Leia und Han auf „play it safe“ zu setzen. Und J. J. Abrams hat das Familienthema als „mystery box“ von Reys Herkunft hinterlassen. Damit haben sie sich in die Falle hinein manövriert, wieder bei „Familiengeschichte“ zu landen und damit alles nachzuerzählen.

            Rian Johnson hat in VIII versucht, „die Macht“ am Schluss zu demokratisieren – d.h. von der Vererbbarkeit und damit von „Familie“ weg zu kommen.
            Wobei die einzige Erklärung, warum Leia im Film auf einmal Superkräfte (konkret religiös inspirierte, nämlich von den Toten aufzuerstehen) besitzt, sich nur über Familie und Herkunft erklären lassen konnte. Gelebte „progressive“ Doppelmoral.

            Auch seine Entscheidung, die Eltern von Rey zu „Niemand“ zu erklären und dass Kylo Rey anbietet, die Herrschaft mit ihm zu teilen lässt vorgeblich Herkunft und Familie in den Hintergrund treten.
            Aber sich nur in seinem mystischen Konzept einer „Balance der Macht“ erklären. Angedacht war m.E., dass Leia und Rey quasi Kylo „ausbalanzieren“ (zwei Frauen auf der guten Seite und ein böser Mann – der Islam hat Recht… 😉 ).
            Prompt wäre man wieder bei einer „schrecklich netten Familie“ für IX: Mama gut, Sohn böse, Freundin dazwischen (inkl. Option den „bad boy“ zu bekehren). Der Tod von Fisher hat ihnen diese Option verhagelt. Auch hier: Gelebte „progressive“ Doppelmoral.

            Du weiter: „aber an der dritten Trilogie war, ganz unabhängig von dem ganzen SJW-Bullshit darin, unübersehbar, dass für diesen Plot niemand mehr originelle Ideen hatte.“
            Es war von Anfang an (in dieser skizzierten Konstellation) nicht mehr zu erwarten.
            In diese Falle haben sie sich selbst hinein begeben, bzw. „dank“ Disney hinein begeben müssen.

            Auch die Entscheidung für den „strong female character“ in Gestalt einer Mary Sue hat bereits dazu beigetragen, dass es auf der Seite der Heldin keine Entwicklungsgeschichte gab und gibt, sondern nur immer mehr Fähigkeiten, die sie genau dann „entdeckt“, wenn der Plot sie braucht.

            Es sind bürgerlich-feministische Minderwertigkeitskomplexe, die verhindern zu begreifen, ein Held mit Fehlern und Schwächen, die er jedoch selbst und/oder unter Anleitung überwindet ist ein besserer und attraktiverer Held. Die männlichen Regisseure haben voll umfänglich „Frauenbediener“ gespielt bzw. der feministischen „Frauenbediener“ Logik zugespielt: Es gibt keine Frau mit kritisierbaren Eigenschaften. Sie sind von Natur aus Supi – also nicht entwicklungsfähig.
            Das ist die Crux und aus dieser Nummer kommt man nicht anders raus, als mit immer mehr Fähigkeiten.

            Es gab anscheinend keine selbstbewussten Männer mehr, die entweder Willens/in der Lage waren zu erklären, warum Mary Sue scheitern muss – weil das Publikum mit einer solchen Heldin keine Verbindung herstellen kann.
            Oder das Klima in Hollywood war bereits so, dass Einwände als Häresie empfunden worden sind.
            Das kommende Fiasko war eigentlich ab der ersten Minute von VII absehbar.

  3. Warum beschwert sich der Typ denn? Er spielt eine vollkommen austauschbare Figur einer identischen Klonarmee. Was erwartet er denn da? Kleine Extrawurst für jeden?

    Geht es vielleicht mehr um den Farbbonus? Hätte der schwarze Mann gerade in BLM-Zeiten vielleicht etwas mehr Gepuschel erwartet oder warum kommt die Beschwerde jetzt, zur Blüte des BLM-Rausches, und nicht zuvor, als er geliefert hat? Und worüber beschwert er sich eigentlich? Dass er seinem Arbeitgeber nichts gesagt hat, als er es hätte tun müssen oder eher dass er sich nicht durchsetzen konnte?

    Mal ganz abgesehen davon finde ich ganz allgemein die schauspielerische Leistung in allen neuen SW-Filmen nicht so besonders und er ist da keine Ausnahme.

    • Ich konnte mir auch nur den ersten Teil reinziehen. Der zweite war einfach untragbar. Habe ihn mir nicht mal aus dem Netz gezogen. Genau wie GoT. Fan der ersten Stunde, habe mir, bis auf die letzte Staffel, alles auf DvD geholt auch wenn es ab Staffel 5 schlechter wurde. Die letzte habe ich nur die erste Folge gesehen und dann war es für mich vorbei. Schon die letzen Folgen der vorletzten Staffel waren unterirdisch. Man hätte aus den neuen StarWars Filmen so viel machen können mit echter Charakterentwicklung von „Superwoman“ aka Rey. Nein, musste eine Superwoman sein die alles kann, alles weiss, alles macht. Star Trek, StarWars, GoT sind für mich tot. RIP. Letzte Hoffnung ist „The Expanse“.

  4. George Lucas hatte einen Plan, nur hat man den komplett über Bord geworfen. wqeil man versucht hat neu jüngere Charaktere zu etablieren, mit denen man eenoch länger Geld drucken kann. Ist in die Hose gegangen, Das einzig Gute an der neuen Trilogie ist, dass die Menschen wieder anfangen die Prequel Trilogie zu schätzen. Ich mein nach episode 7 dachte ich ex schon echt eine Leistunge einen Film zu machen, dessen einziger interessanter Charakter ein Roboter ist, der kein Wort sagt.

  5. Ich finde, dass Chewbaccas politischer Einstellung und seiner Leidensgeschichte als Migrationshintergründler zu wenig Raum gegeben wurde. Ausserdem war seine mangelnde Ausdrucksfähigkeit der Versuch, Spezies mit Migrationshintergrund und sprachlichen Mängeln als dumm darzustellen. Das ist ja wohl offensichtlich!

  6. Ich halte Finn auch für die am stiefmütterlichsten behandelte Figur.
    In Ep. 7 speist sich das Heer der Stormtrooper nicht mehr aus Klonen und freiwilligen Rekruten sondern aus entführten Kinder sein, vulgo Kindersoldaten. Finn ist einer der Kindersoldaten, verliert einen Kameraden, stellt die Indoktrination durch die First Order in Frage, desertiert. Was hätte man daraus machen können.
    Aber schon bei seiner Flucht: Stormtrooper, draufhalten. Erstmal frei gibt Finn dann auch noch den Tollpatsch vom Dienst. Es war nicht auszuhalten.
    Die weiteren Teile habe ich nach einem auch sonst absolut enttäuschenden Film voller bizarrer Momente (bspw. Han stirbt, Leia tröstet Rey statt Chewbacca, Hans besten Freund seit Jahrzehnten) nicht mehr angesehen.

    • „Was hätte man daraus machen können.“

      Dabei musste ich spontan an Space 2063 denken. Dem In-Vitro-Charakter Cooper Hawkes wurde breiter Raum für seine Entwicklung eingeräumt. Ja, aus einem gebrochenen Charakter kann man verdammt viel rausholen. Aber ich schätze, in einem Action-Franchise wie Star Wars ist es für die meisten Hollywood-Regisseure einfach zu viel verlangt, Action und Charakterentwicklung zu kombinieren.

  7. Wobei es noch nicht einmal stimmt, dass statt Finn nun Rei eine Charakterentwicklung bekommen hätte (Stichwort Mary Sue). Aber Finn war als Charakter sicher auch vollständig vergeudet.

    Die Disney-Trilogie ist wirklich das erstaunlichste erzählerische und kulturelle Fiasko in the history of cinema, maybe ever. Den größten popkulturellen Kult, den das Kino je geschaffen hat, innerhalb von wenigen Jahren so zu zerlegen, dass die Fans noch nicht einmal mehr weinen, sondern apathisch werden: absolut reife Leistung.

    Dass man die Trilogie nicht wenigstens in groben Zügen vorab strukturiert hat, ist schon nicht nachzuvollziehen und hanebüchen unprofessionell. Han Solo sterben zu lassen, ohne dass man als Zuschauer irgendeinen emotionalen Einschlag verspürt, der darüber hinaus geht, dass man ihn von früher liebt, ist inszenatorisch schlicht ein Totalversagen. Dass sie es bei Disney dann noch für eine brilliante Idee hielten, Rian Johnson im zweiten Teil zu erlauben, quasi Amok zu laufen, und seine „eigene Vision“ zu verfolgen (im Mittelteil einer Trilogie ffs!!!!!!!!!!), die darin bestand, dem ersten Teil und Luke Skywalker als Charakter einen einzigen erzählerischen Mittelfinger zu zeigen, ich meine bitte WAS? Und dann als Krönung Panik bekommen, JJ zurückholen und es noch viel brillianter finden, wiederum ihn auf der Leinwand einen Krieg gegen Johnson und seine „Vision“ anzetteln zu lassen, anstatt einzusehen, dass man es längst verbockt hat und das wenigstens konsequent zu Ende führen sollte. Und was macht dieser angebliche Star Wars-Liebhaber Abrams, weil er zurück zur klassischen Geschichte will? Er lässt den Imperator wiederauferstehen und erneut sterben, das ganze noch maximal unterwältigend in einem einzigen schwarzen Loch names Drehbuch, und macht damit mal eben den gesamten Mythos des bisherigen Star Wars, der von Fall und Erlösung Anakin Skywalkers durch den Tod des Imperators erzählt, und all die Opfer auf dem Weg zunichte.

    Das ganze Ding ist als Trilogie so vollständig gescheitert, wie man es selten erlebt von Leuten, die sich den ganzen Tag gegenseitig mit Geld zuscheißen können, wenn sie wollen. Ganz ganz großes Kino, nur nicht im Kino.

    • Sehr schön!
      „Er lässt den Imperator wiederauferstehen und erneut sterben, das ganze noch maximal unterwältigend in einem einzigen schwarzen Loch names Drehbuch, und macht damit mal eben den gesamten Mythos des bisherigen Star Wars, der von Fall und Erlösung Anakin Skywalkers durch den Tod des Imperators erzählt, und all die Opfer auf dem Weg zunichte.“

      Das ist nämlich die Quintessenz der Kritiken gewesen, die ich gelesen und gesehen habe (ich habe den Teil bisher nicht gesehen und eigentlich weigere ich mich, das zu tun).
      Wir haben in VI den Imperator sterben sehen und den Todesstern explodieren – es war im Nachhinein alles für die Katz.
      IX ist damit die zynische Beerdigung der Ereignisse von IV-VI, die objektiv sinnlos geworden sind.
      Wie ist es überhaupt möglich, den logischen Schluss zu übersehen?
      Wieso hat niemand aus dem Team protestiert?
      Bis zur obersten Etage des Managements ist das abgewunken worden?!
      Sie haben Milliarden für das franchise ausgegeben, um es dann selber zu zerstören???

      • Es gibt ja das alte erweitere Star Wars Universum, das von Disney komplett über den Haufen geschmissen wurde. Aber auch darin taucht der Imperator später als Klon wieder auf, schafft es Luke auf die dunkle Seite zu ziehen und bauten einen Super-Super-Sternenzerstörer, der wie der Todesstern Planeten zerstören kann. Die dunkle Seite zerfrisst seinen Körper zu schnell, deswegen muss er ihn ständig austauschen.

        Für die Fanbase war das, soweit ich weiß, kein Problem.

        • Um leicht verspätet mich einzuschalten:

          Ich denke, dass es für einige Fans schon ein Problem war, aber a)war es afaik bevor das Internet groß wurde und b) hatten die Bücher nicht dieselbe Masse an Fans

          Ansonsten glaube ich (ist zumindes für mich als Casual-Fan so) ist die Tatsache, dass Palpatine überlebt hat in den Büchern auch einfach besser eingebettet, sodass es nicht so stark Episode 6 beschädigt:
          Im Buch ist erklärt wie er zurückgekommen ist, es ist, soweit ich mich erinnere, nicht explizit erklärt, aber wenn man darüber nachdenkt sinnvoll, warum gerade er das geschafft hat (Davor haben die Sith versucht, „direkt“ unsterblich zu werden, siehe Darth Plageus, und Palpatine hat direkt die Probleme mit dieser Methode aufgedekt; dank der Klonarmee hatte er eine direkte Eingebung und die Verknüpfung aus
          1) Der Tod des Körpers ist nicht zu verhindern
          2)man kann als Machtgeist zurückkehren
          3) Clonen ist möglich und ziemlich effektiv
          ist zu dem Zeitpunkt nicht unrealistisch)
          Außerdem hat er klare Nachteile: Eben den schnelleren Verfall der Klonkörper aber auch, dass er kein neues Imperium einfach aus dem Boden stampfen kann, und daher mit deutlich reduzierten Mitteln arbeiten muss.

          • Die drei Bücher lassen sich übrigens, mit den alten deutschen Synchronsprechern eingesprochen, als Hörbücher auf Youtube finden.

  8. Gutes Video, das auch zeigt was man hätte besser machen können. So erlebt Finn 5 min Charaktur und dient dann als Goofy, der in so gut wie allem versagt.

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