„Wie könnte eine feministische Stadt aussehen?“

Der Spiegel berichtet, wie eine feministische Stadt aussehen könnte:

Es kommt im wesentlichen der Vorhalt, dass die Interessen von Frauen nicht hinreichend berücksichtigt werden, weil zuwenig Frauen in die Städteplanung involviert werden. Was also läuft falsch?

Eine Trennung in Wohn-, Markt-, Geschäftsviertel oder Industriegebiete in Städten ignoriert den Alltag von Frauen, die häufig Beruf und andere Aufgaben wie Kinderbetreuung ausbalancieren müssen. Meist sind sie gezwungen, lange Wege zwischen Wohnungen, Kindergärten, Parkanlagen, Schulen, Dienstleistern wie Ärzten und Arbeitsplatz zurückzulegen.

Ìnteressant finde ich zunächst, dass sie in die erwünschte „Nichttrennung“ Industriegebiete aufnehmen. Industriegebiete werden normalerweise gesondert gehalten, weil sie Lärm und Abgase produzieren. Wer neben einem großen Stahlwerk wohnt, der hat eben immer wieder Geräusche von Hämmern, Pressen, Walzen, Schwertransportern, Gabelstaplern, die piepend rückwärts fahren oder lautstark ihre Ware abladen, etwa Metallreste in eine dafür bestimmte Mulde kippen. Ich kann mir nicht vorstellen, das Frauen da gerne daneben wohnen. Es hat also schon seinen Sinn, dass sie in bestimmte Gebiete, in denen etwa ein Schallschutz gewährleistet ist, verlegt werden. Wobei Stahlwerke wohl ein schlechtes Beispiel ist, da arbeiten ja dann hauptsächlich Männer.

Die meisten Frauen dürften auch Geschäftsviertel mögen, nur eben als Kundinnen, wenn sie ohne große Entfernungen zu überbrücken von einem Geschäft ins andere gehen können.

Und Dienstleister können eh auch in Wohngebiete zugelassen werden, siehe etwa $ 4 BauNVO:

§ 4 Allgemeine Wohngebiete
(1) Allgemeine Wohngebiete dienen vorwiegend dem Wohnen.
(2) Zulässig sind1.
Wohngebäude,
2. die der Versorgung des Gebiets dienenden Läden, Schank- und Speisewirtschaften sowie nicht störenden Handwerksbetriebe,
3. Anlagen für kirchliche, kulturelle, soziale, gesundheitliche und sportliche Zwecke.
(3) Ausnahmsweise können zugelassen werden1.
Betriebe des Beherbergungsgewerbes,
2. sonstige nicht störende Gewerbebetriebe,
3. Anlagen für Verwaltungen,
4. Gartenbaubetriebe,
5. Tankstellen.

Die Arztpraxis kann also in einem Wohngebiet ebenso betrieben werden, wie Kleidungsläden etc.
Nur wollen die meisten Läden eben in ein Gebiet mit einem möglichst großen Kundenstrom, etwa die Fußgängerzone der Innenstadt.

Frauen sind zudem mehr als Männer auf öffentliche Transportmittel angewiesen – doch die bringen sie selten nahtlos von einem Ort zum anderen, was nicht nur Zeit kostet, sondern auch ihre Sicherheit beeinträchtigt. Städte investieren meist mehr in den Ausbau von zentralen Straßen statt in Fußwege und öffentliche Verkehrssysteme.

Da fehlen mir jetzt abgesicherte Statistiken, aber die meisten Frauen, die ich kenne, haben durchaus Zugriff auf PKWs.

Was ich gefunden habe:

Der VCÖ hat vorhandene Daten von Statistik Austria und von Mobilitätserhebungen der Bundesländer analysiert. So fahren 28 Prozent der Frauen und nur 24 Prozent der Männer täglich oder mehrmals die Woche mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Während in Österreich 40 Prozent der Frauen nie mit Öffis fahren, sind es bei den Männern 44 Prozent. Die Mobilitätserhebung des Landes Vorarlberg hat gezeigt, dass Frauen etwa um ein Sechstel mehr Wege mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren als Männer. In Wien ist der Anteil der mit Öffis zurückgelegten Strecken bei Frauen um ein Siebtel höher als bei Männern.

Das scheint mir jetzt kein super großer Unterschied zu sein und mag auch daran liegen, dass Männer insgesamt weniger verschiedene Fahrten machen, weil sie eben ganztags Arbeiten.

Ich habe auch nichts gegen einen Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel, aber es dann wieder nur an Frauen festzumachen scheint mir bei diesen Zahlen schon ein falscher Ansatz. Interessant wäre auch, welche Frauen und Männer eher die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen und zu welchen Anlass. Sind es eher junge und Renter? Ist es die Hausfrau für ihre Einkünfte?

Auch Baumaßnahmen wie Unterführungen können zwar den Verkehr besser fließen lassen – für Frauen sind solche uneinsehbaren Tunnel aber unangenehm, bei sexuellen Übergriffen verwandeln sie sich in eine Falle. Ohne Aufzüge oder Rolltreppen sind sie zudem eine Barriere für Mütter mit Kinderwagen.

Barrierefreiheit wäre da für den letzten Teil wohl das Stichwort und eine moderne Stadtplanung berücksichtigt das heute ohne weiteres. Sowohl wegen der Behinderten als auch wegen Kinderwagen. Auch da ist es eigentlich recht vermessen, dass Feministinnen meinen, dass nur Frauen auf die Idee kommen, dass auf solchen Wegen Kinderwagen geschoben werden müssen.  Gut, teilweise geht es dort um Indien, wie es dort steht ist schwer zu sagen.

Wie also könnte sie aussehen, eine faire Stadt? „Eine feministische Stadtplanung wäre eine, bei der die unbezahlte Care-Arbeit anerkannt und bezahlt wird und Bedürfnisse von Frauen im Design und auch bei Budgetentscheidungen berücksichtigt werden“, sagt Kern. Städte, die Gender Mainstreaming betreiben, kalkulieren bei allen Vorhaben die unterschiedlichen Auswirkungen auf die Lebenssituationen von Frauen und Männern. Dazu zählt etwa der Ansatz, Frauen vor Bauvorhaben zu ihrer Situation und ihren Wünschen zu befragen.

Was hat es mit Städteplanung zu tun, dass „unbezahlte“ Care-Arbeit anerkannt und bezahlt wird? Zum einen ist sie in vielen Fällen nicht unbezahlt, sie wird innerhalb der Familie finanziert, meist über eine Erwerbsarbeit des Mannes. Sonst aber auch durch staatliche Unterstützung. Es ist schon erstaunlich, dass Feministinnen gleichzeitig vom Aufbrechen der Geschlechterrollen träumen, aber andererseits die weibliche Carearbeit über die Bezahlung als Job verfestigen wollen. Das zementiert ja dann eher die Geschlechterrollen wieder.

Öffentliche Transportsysteme müssten Kern zufolge verändert und ausgebaut sowie mehr Wohnmöglichkeiten geschaffen werden – auch Alternativen zur traditionellen Kernfamilie. Co-Housing-Optionen, in der mehrere Alleinerziehende und Familien zusammenleben und viel kollektiven Raum teilen und sich etwa beim Kochen, bei der Kinderbetreuung und anderer Hausarbeit abwechseln, könnten Frauen entlasten.

Co-Housing sind ja interessante Projekte, aber wollen die Menschen das im großen Stile? Ich habe meine Zweifel. In gewisser Weise hat man ja in einem Mehrparteienhaus schon ein gewisses „Co-Housing“ und sicher wird da, wenn man sich gut versteht, auch mal der Nachbar die Kinder betreuen. Und eine klassischere Form des „Co-Housing“ ist natürlich bei den Eltern etwa in das Obergeschoß einzuziehen. Aber ob nun viele Familien mit einer Alleinerziehenden zusammen leben wollen wäre eine andere Sache. Die Kommune hat doch einiges an Attraktivität verloren. Zumal es ja auch nicht so einfach ist, wenn dann die Alleinerziehende doch wieder auszieht und man sich für ihren Wohnbereich eine Nachalleinerziehende suchen muss. Ich denke es gibt gute Gründe dafür, dass diese Modelle eher auf dem Papier stehen als in der Praxis weitflächig umgesetzt werden.

Die feministische Stadt ist bisher noch eine Utopie, aber viele Städte weltweit experimentieren mit kleineren Interventionen, wie Toiletten für obdachlose Frauen, mobilen Teams gegen häusliche Gewalt oder eben Ampelfrauen. „Der Wandel zur feministischen Stadt wird nicht einfach von oben kommen, von Städteplanern und Politikern“, glaubt Kern. Oft treiben Frauen, aber auch zivilgesellschaftliche Organisationen Veränderungen mit ihren Initiativen voran.

Toiletten für obdachlose Frauen? Wie begrenzt man die nach Geschlecht? Und warum nur für Frauen? Und das Ampelfrauen überhaupt etwas bringen wage ich auch zu bezweifeln.

60 Gedanken zu “„Wie könnte eine feministische Stadt aussehen?“

  1. So ein Quatsch, HIER ist ein Beispiel für eine feministische Stadt

    Da ist der Schlafbereich, die Küche, der Arzt, der Arbeitsbereich und der Friedhof bequem fußläufig erreichbar. Nur zum Essen sammeln muss man raus, was und wieder zu dem Punkt „Friedhof“ bringt.

    Ohne den Mut der Männer würden die Frauen nämlich immer noch in diesen Höhlen wohnen, wenn sie jemals den Sprung vom Baum auf den Erdboden und den aufrechten Gang geschafft hätten.

  2. Ich bin dafür das umzusetzen und die Feministinnen können das sogar alles selbst bauen. Dann können sie wahrscheinlich erstmals in ihrem Leben sagen, das sie unter einem Dach schlafen und auf einem befestigtem Weg gehen, der nicht von Männer errichtet wurde.
    Und damit es dort nicht so leer ist, würde ich auch alle Feministinnen und andere Männerhasser verpflichten dort zu wohnen.

  3. Was ist eigentlich aus den Stockholmer Schneeschippern geworden?
    Werden immer noch die Wege zum Kosmetiker zuerst und die Straßen irgendwann später geräumt?

    • Aus eigener Erfahrung kann ich dir bestätigen: großartige Luftnummer.
      Ich bin beruflich regelmäßig in Stockholm. Es stimmt, daß da sehr viel mehr Menschen mit dem Rad unterwegs sind, als z.B. in Frankfurt. Radwege sind dort sehr gut ausgebaut. Ebenso wie der öffentliche Nahverkehr. Dazu kommt, daß Parkplätze oft sehr teuer sind. Der Platz ist da halt auch begrenzt. Von meinen Kollegen nutzt fast niemand ein Kfz um ins Büro zu kommen. Fast alle fahren Öffis, einige Rad. Von einem weiß ich, daß er ab und zu sein Motorrad benutzt.
      Wenn man sich dann in den einzelnen Verkehrmitteln mal die Geschlechterverteilung anschaut, merkt man sehr schnell, daß da nix ist von wegen mehr Frauen zu Fuß oder mit dem Rad und die bösen Männer fahren in den fetten Autos. Das Verteilt sich ziemlich gleich. Außnahme: was da so beruflich fahren muß (Taxi, LKW, Müllfahrzeuge, Baufahrzeuge). sind fast ausschließlich Männer. Ich hatte in Stockholm im Gegensatz zu Deutschland noch nicht ein einziges Mal eine Taxifahrerin.

      Was das Schnee-Experiment gebracht hat, kann ich dir sagen: nix als Chaos. Die Busse hatten es ja auch nicht leicht, irgendwo durchzukommen. Da die Kinder teilweise nicht in die Schule konnten, haben viele auch Home Office gemacht. Das wird da auch deutlich lockerer gehandhabt, als wir es hier gewohnt waren (vor Corona). Und nein, niemand hat die Frauen gezwungen zu Hause zu bleiben. Die meisten machen das einfach ganz gerne, wenn sie die Möglichkeit haben. Männlein wie Weiblein.
      Aber es gibt nun mal Berufe/Tätigkeiten, die sind mit Home Office nicht machbar. Wie z.B. die o.g. LKW-Fahrer. Oder die Fahrer der Räumfahrzeuge.

  4. Ich verlange Gehwege nur für Frauen, dann noch welche nur für Männer, dann noch Gehwege getrennt für cis- und trans-Männer, dann noch das Gleiche für Autos cis- und trans-Autos, lesbische Autos usw. Dann sind die Straßen so breit, dass man ein Taxi zum Überqueren braucht.

    • Gehwege nur für Frauen würden gehen, aber Gehwege nur für Männer sind frauenfeindlich. Gehwege nur für Männer müssen für alle zugänglich sein und Frauen müssten dort Vorfahrt erhalten, weg der Equality!

  5. Und wieder ein Beitrag aus der Spiegel-Rubrik „Es geht immer noch absurder“. Allein schon bei der Einleitung fällt einem ja die Kinnlade runter.

    Mumbai hat Hunderte Ampelmännchen gegen weibliche Silhouetten getauscht, um die Sichtbarkeit von Frauen zu erhöhen.

    Was genau bedeutet eigentlich immer diese Floskel „Sichtbarkeit von Frauen“? Ich war zwar noch nie in Mumbai, aber weiß jemand, ob Frauen dort unsichtbar sind? Laufen die da irgendwie mit Tarnkappen durch die Gegend oder dürfen die nicht auf die Straße?

    • „Was genau bedeutet eigentlich immer diese Floskel „Sichtbarkeit von Frauen“?“

      Je mehr man Frauen erwähnt und darstellt, in Schrift und Bild, also „sichtbar macht“, desdo akzeptierter werden sie, durch „Normalisierung“. Mit anderen Worten: identitär-magisches Denken, Beschwörung, Voodoo.

      Das mit dem „Sichtbaren“ kommt von dem berühmten und prägenden Roman „Invisible Man“ von Ralph Ellison, „einer der bedeutendsten US-amerikanischen Romane der Nachkriegszeit.“

      https://de.wikipedia.org/wiki/Der_unsichtbare_Mann

      Ist echt gut, btw.

      • Die Zusammenfassung der Handlung des Romans liest sie wie das Ober-Narrativ von Black Lives Matter.

        Sehr bezeichnend, was in der Biographie des Autors passiert ist:

        „Nach der Verleihung des National Book Awards 1953 für „The Invisible Man“ erhielt Ellison zahlreiche Ehrungen und auch Ehrenämter. Unter anderem lehrte er an der University of Chicago, in Yale und in fester Stellung ohne [!] besondere Lehrverpflichtungen auch an der New York University. 1964 wurde er in die American Academy of Arts and Letters und 1965 in die American Academy of Arts and Sciences gewählt.“

        https://de.wikipedia.org/wiki/Ralph_Ellison

        Dieser verdammte Rassismus in den USA! Kaum schreibt ein Schwarzer einen rassistischen Roman über die USA, schon wird er von all den Rassisten der USA fertig gemacht. Black Lives Matter, Black Lives Matter!!!

    • Als ich zuletzt da war, hieß es noch Bombay, aber ja, ich habe da Frauen gesehen, also sind sie nicht unsichtbar.
      Allerdings geht es Frauen in Indien auf eine Weise schlecht, die man tatsächlich als Unterdrückung bezeichnen kann.

  6. Moderne Frauen sind alleine nicht wirklich überlebensfaehig

    Obwohl die Vorstellung alle Feministinnen auf eine Insel zu verklappen das Problem damit nachhaltig lösen würde.
    Gruss Sense

  7. „Eine Trennung in Wohn-, Markt-, Geschäftsviertel oder Industriegebiete in Städten ignoriert den Alltag von Frauen“

    Das ist lustig, weil genau diese Trennung galt mal als progressiv und links.

    Im Übrigen wissen wir ja alle, dass Männer niemals arbeiten gehen.

    • Mischgebiete mit Industrie und Wohnanlagen sind auch genial. Hat was wenn man als direkter Nachbar zu einem in 3-Schicht fertigendem Betrieb wohnt.
      Ich lass es mir irgendwie eingehen, dass Kitas, Kindergärten und Grundschulen nicht aus Wohnviertel verbannt werden sollen, aber das sind die Ausnahmen. Ich brauch auch keinen Kirchturm in Hörweite.

      • Feministinnen haben keine Ahnung von Industrie, geschweige denn von Schwerindustrie. So etwas existiert in ihrer Welt nicht, es gibt also auch kein Problem damit, egal wo es sich nicht befindet.

  8. Alles wie immer also: Ein paar Frauen quengeln rum, weil ihre spezifischen Bedürfnisse nicht erfüllt sind – und Männer sollen es gefälligst richten.

  9. Ich hab vor Jahren einen Artikel über „feministische Architektur“ gelesen, die solle halt nicht so erektil in die Höhe streben, sondern eher erdverbunden, hoehlenartig sein.

    „Schatz, die Villa auf dem penisartigen Hügel mit der traumhaften Aussicht hab ich gecancelt, hier solls nämlich famlienfreundliche dunkle und muffige Katakomben geben!“

  10. First World Problem – Ich stelle mir gerade vor, wie Feministinnen klagen, wenn sie in einem Gebiet leben müssten, wo Strom nur ein paar Stunden zur Verfügung steht und Trinkwasser in großen LKWs einmal am Tag vorbeikommen, damit man sich die schweren Kanister füllen kann. Ach ja, Einkaufen, Termine und Arbeit nur zu Fuß mit mindestens einer Stunde hin und wieder eine Stunde zurück.

    Ja, das Leben ist schon nicht einfach als Feministin, da sind weiblich orientierte Städteplanungen genau richtig, um mehr Erleichterung zu schaffen. Was für eine Hirnzellen-, Zeit- und Geldverschwendung!

  11. „Wie könnte eine feministische Stadt aussehen?“

    So?
    -> Jeder Mann, der sich dort blicken lässt, wird auf der Stelle verhaftet oder gleich erschossen.

  12. Die Aufhebung der funktional überbetonten Trennung der Stadtgebiete ist aber mittlerweile, wenn auch gewiss nicht aus feministischen Gründen, State of the Art in der Stadtplanung. Die Charta von Athen, die in den 1930ern durchaus als progressiv galt und die eine starke räumliche Trennung von Erholung, Arbeit und Wohnen forderte, wird wegen der Verödung des urbanen Lebens heute nicht mehr angewandt.

    Einzelne Aspekte daraus haben überstanden, wie die Anbindung von Wohnvierteln an Grünanlagen und die Separation von Industriegebieten. Davon ab gilt aber die kleinteilig Funktionsmischung , der Schaffung neuen Wohnraums in integrierten Lagen und die Vitalisierung von Stadt- und Stadtteilzentren als Gegenstand heutiger Städteplanung und Städtebauförderung.

    Davon ab gibt es durchaus Einzelaspekte, die für Frauen anders geplant werden könnten als für Männer. Wobei dies nicht alleine Frauen betrifft, sondern alle Menschen, die vielleicht individuellere Interessen haben als einen zugrundegelegten Homo Ökonomikus. Konkret heißt dies aktuell eher, dass Städte in einem menschlichen Maßstab und für den Menschen und seinem speziellen auch weiblicheren Interessen, Bedürfnisse von Behinderten, Alten usw. geplant werden sollten. Das kommt auch vielen Männern zu Gute.

    • Wenn ich mir die typische deutsche Einkaifsmeile bzw. Einkaufszentren anschaue, wird das schon sehr nach weiblichen Bedürfnissen gebaut und betrieben. Mode, Schuhe, Schmuck und Deko-Gedöns…

  13. >>> Co-Housing-Optionen, in der mehrere Alleinerziehende und
    >>> Familien zusammenleben und viel kollektiven Raum teilen
    >>> und sich etwa beim Kochen, bei der Kinderbetreuung und
    >>> anderer Hausarbeit abwechseln, könnten Frauen entlasten.

    Krass, als männliches empathiebefreites Schwein habe ich doch tatsächlich noch gar nicht mitbekommen, dass es zur Zeit offenbar verboten ist, solche Dinge selber zu organisieren. Sind doch atsächlich männliche Städteplaner-Schweine daran schuld, dass Frauen daran gehindert werden, solche Wohngemeinschaften selber zu gründen, zu bauen, zu organisieren, anzubieten,…? Ich dachte immer, jeder Mensch (ausdrücklich auch Frauen) dürfte so etwas selber organisieren, wenn er daran Interesse hätte.

    Oder geht es da eher wieder um das typische weibliche Verhalten? Plärren, weil Männer ihnen das nicht bauen und zur Verfügung stellen?

    >>> Eine Trennung in Wohn-, Markt-, Geschäftsviertel oder
    >>> Industriegebiete in Städten ignoriert den Alltag von Frauen

    Das Problem kann ja selbst ich männliches Schwein nachvollziehen.

    Während ich beim Einkauf einfach alles bei Aldi in mir ausreichend guter Qualität einkaufen kann (oder mir den Rest einfach im Internet bestellen und zuschicken lasse), weil das Leben für einen Mann so unglaublich viel einfacher als für Frauen ist und die Städtplanung ja auch zu 100% auf männliche Interessen zugeschnitten wurde, ist das für Frauen viel schwieriger.

    Frauen brauchen halt die Biowurst vom besonders gelobten Landschlachter in 15km Entfernung, die Eier direkt vom Landwirt in 15km entgegengesetzer Richtung, die laktosefreie Biomilch, die nur der Landwirt in 30km diamentral anderer Richtung anbietet, den leckeren Honig des im Kaffee-Klat-Runde besonders hipp angesagten Imkers aus 50km Entfernung, um bei den Freundinnen nicht als merkwürdige Außenseiterin dazustehen, … Aufgrund der besonderen Empfindlichkeit ihres Popöchens kann sie zudem auch nicht einfach für Männer produziertes Standardklopapier aus dem Supermarkt nehmen, sondern braucht veganes mit natürlichen Bleichungsmitteln gebleichtes Spezial-Soft-Klopapier und lustig aufgedruckten pinken Einhorn aus der Spezialdrogerie ihres Vertrauens aus der Nachbarstadt in 80km Entfernung. Ohnehin gibt es auch nur da die (jedenfalls teilweise) die dringend auch sonst benötigten Kosmektikartikel, weitere müssen dann aber noch mühsam in weiteren verschiedenen Drogerien zusammengesammelt werden, weil die männlichen Drogeriebetreiber einfach nicht in der Lage sind, empathisch Frauenbedarf vorherzusehen und alles in einem Laden anzubieten. Auch stehen Frauen nuneinmal so viel mehr unter dem Druck in Bezug auf Optik, dass sie sich Standard-Internetbestellungen in diesem Bereich nicht so einfach erlauben können. Zum einen, weil sie nicht Sachen kaufen kann, die eine Vielzahl von anderen Menschen genauso kaufen können und sie dann ja nichts Besonderes mehr wäre. Zum anderen, weil im Internet ja jeder den Preis für die Produkte nachschauen kann und man sich dann nicht mehr wie ein Luxus-Top-Star fühlen kann. Und zudem, weil im Gegensatz zu langweiligen Männern Kleidung anprobiert werden muss, damit sie auch optimal passt und die Freundinnen in der Klön-Tratsch-Runde sich nicht das Maul über weniger perfekt sitzende Kleidung zereissen können oder eben, das man etwas anhat, was nach Massenware für jedermann aussieht. Und natürlich, weil man moralisch sich dann zu den Besten zählen kann, kleine Läden zu unterstützen und nicht charakterlos wie Männer nur billig im Blick zu haben. Außerdem können Frauen es sich auch nicht erlauben, wie Männer immer wieder das Gleiche anzuziehen. Frauen müssen somit schon aufgrund dieser bemitleidenswerten schwer unterdrückten Lage vielmehr Kleidung einkaufen gehen. Natürlich nur in Spezial-Boutiquen, um wenigsten einigermaßen zu gewährleisten, dass man sich auch als etwas ganz Besonderes fühlen kann.

    Wann sind die männlich fiesen Städteplaner-Schweine endlich bereit, diese sich aufdrängenden verständlichen Interessen der Frauen nach kurzen Wegen zu berücksichtigen, so dass alle erwünschten Produkte einfach und kostenlos zugetragen werden, ohne dass man sie auch noch mühsam zusammen sammeln muss? Dass ist doch Gleichberechtigung, weil Männer müssen doch auch nicht alles mühsam zusammensammeln, wenn diese sich alles bei Aldi holen!

    >>> für Frauen sind solche uneinsehbaren Tunnel aber unangenehm,
    >>> bei sexuellen Übergriffen verwandeln sie sich in eine Falle.

    Und dabei ist die Lösung doch so einfach! Die ganzen männlichen Schweine können sich doch einfach überall Tunnel für die Autos bauen, damit keine Frau Angst in Tunneln haben muss. Und da auch männliche Fahrradfahrer störren, sollen die sich doch auch gleich noch weitere Tunnel für Fahrradfahrer bauen.

    >>> Ohne Aufzüge oder Rolltreppen sind sie zudem eine Barriere
    >>> für Mütter mit Kinderwagen.

    Wieso können diese kleinen Viecher auch nicht selber laufen und müssen paschamäßig mit einem Kinderwagen quasi wie in einer Sänfte umhergefahren werden? Kein Wunder, dass Jungen dann später zu männlichen Schweinen werden! Warum bauen Männer daher nicht endlich mal wie bei manchen Flughäfen Fußgängerfließbänder auf allen Fußgängerwegen, damit man nicht mehr selber laufen braucht?

    >>> „Eine feministische Stadtplanung wäre eine, bei der die
    >>> unbezahlte Care-Arbeit anerkannt und bezahlt wird

    Vollkommen richtig. Geld kommt schließlich wie Strom aus der Steckdose. Es ist doch vollkommen naheliegend und drängt sich geradezu auf, wieso ist da noch nie ein Mann darauf gekommen, dass die Städteplaner die Frauen für ihre Lebensentscheidungen und Hobbies zu bezahlen haben? Schließlich sind Frauen doch schön anzusehen und jede Stadt würde doch langweilig ohne Frauen aussehen. Wenn also die Städteplaner den Vorteil erhalten, die Stadt durch Frauen verschönern zu können, dann sollen sie das auch endlich bezahlen. Ansonsten müssten Frauen ja selber einer Erwerbsarbeit nachgehen und könnten in dieser Zeit die Stadt mit ihrer Optik nicht dekorieren und verschönern. Männliche Städteplaner sind daher wirklich asozial, dass sie diese optischen Verschönerungen des Stadtbildes ohne einen gerechten finanziellen Ausgleich für sich beanspruchen.

    >>> wie Toiletten für obdachlose Frauen

    Das ist doch selbstverständlich und auch naheliegend, dass diese Toiletten sich in angemessenen 100qm großen Eigentumswohnungen befinden und jede obdachlose Frau eine eigene Eigentumswohnung in optimaler Lage geschenkt bekommt. Wieso ist auf diese naheliegende Lösung noch kein männliches Städteplaner-Schwein darauf gekommen?

    • Also Tunnel für Autos und Fahrräder fände ich sogar eine gute Idee. In Basel haben sie (meine ich mich zu erinnern) so einen Fahrradtunnel, da kann man halt auch im Winter problemlos fahren. Ich habe schon öfter darauf herumüberlegt, ob man die größeren Straßen nicht unter z.B. verglasten Tunneln verschwinden lassen könnte, wegen des Lärms. Mit unseren derzeitigen Möglichkeiten ist das aber leider unbezahlbar.

      • >>> Also Tunnel für Autos und Fahrräder
        >>> fände ich sogar eine gute Idee.

        Das stimmt schon, wenn man Geld im Überfluss hat oder aus der Steckdose kommt. Ich könnte mir jedenfalls vorstellen, dass Tunnel im Bau und Unterhalt teurer als Ampeln sein dürften. Außerdem hätten wir bei Fahrradfahrertunnel ja auch wieder das Problem, dass Frauen sich darin nicht wohl fühlen (obwohl nach der Kriminalstatistik Opfer von Gewaltstraftaten ca. zu 60% Männer sind).

        Im Artikel wurden ja aus feministischer Städteplanersicht 2 Probleme in Bezug auf Unterführungen für Frauen genannt. (1) Frauen fühlen sich in Unterführungen unwohl und (2) Mütter mit Kinderwagen.

        Die Lösung für diese feministischen Probleme existiert somit bereits: Ampeln. Diese Lösung wird zumindest in den Städten, die ich kenne, auch in 99,9% der Überführungen bereits genau so umgesetzt, weil offensichtlich männliche Städteplaner die feministischen Interessen (neben finanziellen Aspekten) bereits mit im Blick hatten. Unter-/ bzw. Überführungen gibt es eigentlich nur sehr selten (weil teuer) bzw. nur in Bezug auf die „Kreuzungen“, wo ein Verkehr die absolute Vorfahrt genießt: idR Autobahnen und Eisenbahnverkehr, manchmal auch noch an sehr großen Hauptverkehrsstraßen.

        Und Eisenbahnen bzw. Autobahnen werden ziemlich sicher auch bei extrem feministischen Städteplanern nicht ständig für jede Fußwegkreuzung in Tunnel runter und wieder hoch fahren, damit Kinderwagenfahrer und ängstliche Menschen ebenerdig ohne Tunnel mit ihrem Leben besser klar kommen.

        Wie gesagt, wenn man viel Geld im Überfluss hat bzw. über Steuern den Bürgern aus der Tasche zieht, dann hat es sicher auch seine Vorteile, Eisenbahnen und Autostraßen vollständig im Boden bzw. in Tunnel verschwinden zu lassen. Zum einen hat das aber auch Nachteile (z.B. schwerere Rettungsmöglichkeiten bei Unfällen, Brandgefahren, …). Und die verhältnismäßig geringen Vorteile sind halt im Regelfall nicht einmal ansatzweise die Kosten wert.

        Geld muss eben auch erst einmal von irgendjemanden erwirtschaftet werden (und damit meine ich nicht, es über Steuern einfach anderen wegzunehmen), bevor man es großzügig verschwenden kann.

        • „Die Lösung für diese feministischen Probleme existiert somit bereits: Ampeln. “

          Ja, aber natürlich nur, wenn diese auch Ampelfrauen haben. Denn ansonsten steht die schlaue Feministin völlig ratlos da, ob sie bei einem grünen Ampelmännchen als Frau auch gehen darf… 😉

          Das Problem bei den ganzen Überlegungen mit Tunnels und so weiter ist nicht nur der Kostenfaktor, welcher natürlich auch einer ist, denn mal eben einen großen Teil des Stadtverkehrs in Tunnel zu verfrachten kostet Unsummen sowohl beim Bau als auch beim Unterhalt. Aber auch die Machbarkeit steht dem im Weg. Man hat da schließlich bereits vorhandene, über Generationen aufeinander aufbauende, quasi organisch gewachsene Baustrukturen. Straßen, Kreuzungen, angrenzende Gebäude. Tunnel und Brücken klingen als Alternative für Kreuzungen immer total gut, aber oft lässt es der vorhandene Platz gar nicht zu, da mal eben umzubauen, ohne gleich das halbe Viertel dafür abreißen und neugestalten zu müssen. Diese Probleme lernt man als Laie schon wunderbar kennen, wenn man sich mit Städtebausimulationen á la SimCity oder Cities Skylines die Zeit vertreibt. Wenn da in den Anfangszeiten gebaute Straßen dem Wachstum der Stadt nicht mehr standhalten und sich ständig Staus ergeben, liegt die Idee natürlich nahe, dann einfach haufenweise Kreisel oder Unterführungen zu bauen, aber wie soll das gehen, wenn drum herum mehrstöckige, voll ausgenutzte Häuser dicht an dicht stehen? Und dabei hat man bei solchen Spielen noch nicht einmal die weiteren Probleme des realen Lebens zu bewältigen, wie z. B. baustellenbedingte, wochen- oder gar monatelange flächendeckende Verkehrsbehinderungen.

          Aber das sind Dinge, über die machen sich solche Damen in ihrem Femi-Lalaland keine Gedanken. Da fabulieren einfach nur lustig drauf los, denken, es würde einfach reichen, mal eben einen Knopf zu drücken und – PUFF – verwandelt sich eine über Jahrhunderte gewachsene und oft auch in Teilen verwachsene Stadt in das Paradies, welches sie sich erträumen. Und wenn es dann nicht mit einem PUFF tatsächlich alles anders wird, kaum, dass sie ihre Phantastereien in die Welt ventiliert haben, kann daran natürlich nur das frauenunterdrückende Patriarchat Schuld sein, was sie dann unvermittelt wieder wild am Rad drehen und sich selbst als ganz dolles Opfer inszenieren lässt.

    • Interessant an der ganzen Schwurbelei über phallische Bauten, die sich erektiv aufrichten und gen Himmel ejakulieren ist für mich der Aspekt, dass sich diese Trullas gleichzeitig immer als die supertollen Ökos betrachten. Denn wir wissen ja: die Zerstörung unserer Umwelt ist von Männern gemacht.

      Hier zeigt sich aber, dass sie kognitiv nur in der Lage sind, sich in engen und strikt abgegrenzten Gedankenräumen voller weltfremder Narrative zu bewegen, es ihnen dabei aber vollends an der Fähigkeit fehlt, wenigstens diese Narrative, seien sie für sich auch noch so dämlich, wenigstens ein Bisschen miteinander zu vernetzen.

      Man kann nicht auf der einen Seite Männern vorwerfen, die Welt zu zerstören und gleichzeitig die Bauweise, die es am besten ermöglicht, viel Wohnraum auf möglichst wenig Landfläche zu erschließen, ablehnen, nur weil man es, in all seinem pathologischen Männerhass, mit Penissen gleichsetzt, die ja bekanntlich Waffen zur Unterdrückung der Frau sind.

      Eine Rückkehr zu Flachbauten würde viele Großstädte dieser Welt um das Vielfache ihrer jetzigen Größen anwachsen lassen. Die ganzen Menschen, die Geschäfte und Firmen, die müssten ja irgendwo hin.

      Die werfen Männern vor, unseren Planeten zu zerstören und gleichzeitig werfen sie Männern vor, eine möglichst platzsparende, in die Höhe ragende Bauweise zu pflegen, was faktisch umweltschonend ist. Wie dämlich kann man eigentlich noch sein?

      • „Eine Rückkehr zu Flachbauten würde viele Großstädte dieser Welt um das Vielfache ihrer jetzigen Größen anwachsen lassen. Die ganzen Menschen, die Geschäfte und Firmen, die müssten ja irgendwo hin.“

        Was natürlich auch alle Wege drastisch verlängern würde, worunter – siehe oben – ganz besonders Frauen zu leiden hätten.

        Das Patriarchat is so niederträchtig: Es weigert sich einfach, Städte für 3Mio Menschen mit flachen Bauten und viel Grünflächen zu errichten, in denen man von jedem Punkt jeden anderen Punkt in weniger als 400m erreichen kann, ohne durch Unterführungen, Tunnel oder unbeleuchtete Gegenden zu müssen, aber auch ohne überall Laterenen hinzustellen, denn: wie soll frau da schlafen, wenn’s überall hell ist?.

        • Ja wann werden die elenden Versager von männlichen Wissenschaftlern endlich diese „Transporter“ erfinden, die es da in diesen Raumschiff-Filmen gibt? Wo man/frau in Bruchteilen einer Sekunde von einem Ort zum anderen gebeamt wird.

      • Ach Billy, das ist doch ganz einfach!
        Statt phallisch in die Höhe zu bauen, muss man halt eher tiefe Löcher in die Erde graben!

        Aber ach scheisse, da ist es ja dann genauso dunkel wie im Tunnel und diese sind ja auch frauenfeindlich….

  14. Eine kleine Geschichte der „feministischen Stadt“. In den USA gab es Regionen, in denen viele Menschen lebten, die man wohl der unteren, maximal mittleren Mittelschicht zurechnen wird. Die Jobs verschwanden, die Regionen verwandelten sich zum rustbelt. Niemand wollte dies und die Folgen für die Menschen sehen. Keine Obamas, keine Clintons, einfach niemand vor allen Dingen nicht die politischen Kreise, die vorgaukelten, dass sie doch diese Bevölkerungsschichten verträten. Taten sie nicht, die Menschen litten. Und dann kam die Wahl, Trump gewann, man brachte heraus, dass vor allen Dingen weiße, heterosexuelle Frauen im rustbelt den gewählt hatten, weil er Jobs für sie, für ihre Männer und für ihre Kinder versprach und damit die Rückkehr ihrer durch Männerhand gebauten Stadtviertel und die Rückkehr zu einem Leben, das man durch seiner Hände Arbeit gestalten kann. Hat jemand daraus gelernt? Nein, die weiblichen Trump- Wähler wurden beschimpft und die demokratischen Feministinnen haben Pussyhats aufgesetzt und unter großem Gegreine gegen die Trumpwahl demonstriert. Die haben nicht kapiert, und werden es nie, dass der Wunsch nicht war, feministische Städte zu bauen, sondern einfach den Rost aus den darniederliegenden zu vertreiben. Ein wahrhaftes Lehrstück zu dieser Art feministischen Geschnatters.

  15. „Was hat es mit Städteplanung zu tun, dass „unbezahlte“ Care-Arbeit anerkannt und bezahlt wird?“

    Haha, da versucht die Redakteuse vermutlich durch beständiges und völlig kontextfreies Einbringen ihre Wunschforderung durchzusetzen. Die Ceterum censeo-Strategie.

    Ansonsten und jenseits „feministischer“ Halluzinationen möchte ich mal die These in den Raum stellen, dass Städte tatsächlich eine männliche Erfindung sind und primär männliche Bedürfnisse zur individuellen Entfaltung durch Anonymität und maximierten Handlungsoptionen bedienen.

    „Stadtluft macht frei“

    Während das natürliche Lebensumfeld der Frau eher das kleine Dorf mit 100-200 Menschen ist, wo sie durch soziale Vernetzung in einem geordneten Rahmen angstfrei leben kann.

    • Nicht wie jetzt: In einer feministischen Stadt müssen Männer die ganzen harten und gefährlichen Berufe ausüben und Frauen bekommen automatisch und ohne Leistungsnachweis Geld für die ganz Care Arbeit die sie für sich selbst tun.

  16. Witzigerweise habe gerade heute „Yin“ von Akif Pirincci fertig gelesen. Ich hatte das schonmal irgendwann erwähnt, hat aber eine Weile gedauert, bis ich es durch hatte, denn Akif hat eine ziemlich morbide Fantasie (sogar seine Katzenromane sind so) und Spaß an der Schilderung von Gewalt (sowas kann ich nicht immer lesen). Ansonsten ist es ganz spannend und recht gut und glaubhaft aufgebaut (wenn man nur seinen Blog kennt, traut man ihm solche Bücher nicht zu).

    Die Handlung dreht sich darum, dass alle Männer an einer rätselhaften Krankheit sterben und auch keine Jungen mehr geboren werden können. Die Frauen sind also plötzlich ganz allein auf der Welt. Einige durchgeknallte Frauen versuchen (in Europa) die Macht an sich zu reißen, indem sie alle Kliniken für künstliche Befruchtung zerstören lassen, bis auf eine, über die sie die Kontrolle haben.

    Diese „Utopie“ gelingt auch zuerst, scheitert dann aber doch mehr oder weniger. Die oberste Chefin kann zwar die Frauen steuern, indem sie ihren Kinderwunsch ausnutzt, aber die Zivilisation zerfällt trotzdem (Akif hat aufgeschlüsselt, in welchen Industrien der Frauenanteil wie hoch ist, anhand realer Daten). Selbst unter den gegebenen Umständen lassen sich Frauen nur per Zwangsdienst, Erpressung und Bestechung zu bestimmten Arbeiten nötigen. Interessant ist, wie die Diktatorin die Frauen steuert, zum einen mit der künstlichen Befruchtung (ein Kind muss man sich verdienen), zum anderen lässt sie u.a. ein stadtgroßes Badehaus errichten, in das die privilegierten Frauen rein dürfen und sogar ihre geliebten Pferde mitnehmen können 🙂 Außerhalb der Hauptstadt zerfällt aber sukzessive alles.

    Das Buch endet dann doch versöhnlich, die Diktatorin kommt uns Leben und die Rebellinnen starten einen weniger ambitionierten Neuversuch, an der Stelle ist Schluß.

    Ob es realistisch ist: keine Ahnung! Es beleuchtet jedenfalls interessante Seiten der weiblichen Natur.

      • Hähh? Wie kommst Du denn auf so etwas?

        Muss denn alles als eine Selbstauszeichnung gemeint sein, wovon berichtet? Machst Du das so?

        Hälst Du es etwa für eine Auszeichnung, anderen zu vermitteln, wovon andere Menschen berichten dürfen oder woran sie Interesse haben dürfen? Du magst Pirincci offenbar nicht. Das ändert aber nichts daran, dass andere seine Bücher trotzdem lesen dürfen und seine Gedanken trotzdem ganz interessant finden dürfen, ohne das man deswegen gleich alles von dem Autor toll finden würde.

        Und die Gedanken, wie wohl eine rein feministische Stadt aus seiner Sicht aussehen könnte, also von jemanden, der Frauen nicht nur für elfengleiche Wesen hält und politisch korrekt völlig lebensfremd niemals irgendwelche auch nur ansatzweise marginalste Probleme in weiblichen Verhaltensweisen erkennen oder darstellen könnte. Und das rein weibliche Zivilisationen vermutlich nicht unbedingt so positiv verlaufen würden, wie es Normalmenschen und Frauenvergötterer annehmen, drängt sich eigentlich ziemlich auf, wenn man weibliches Sozialverhalten beobachtet, mögen es auch Einzelfälle sein.

        Es wurde ja bereits oben auf die Sendungen hingewiesen, wo Frauen und Männer getrennt auf einsame Inseln ausgesetzt wurden und man dann irgendwie in allen vergleichbaren Sendungen das Ähnliche beobachten konnte, dass Männer recht schnell – egal wie wenig die Männer sich auch untereinander nicht mochten – trotzdem Arten von Hierarchie grundsätzlich anerkannten bzw. sich der Führung anderer besser unterordneten und so eine Art Zivilisation und Gemeinschaft aufbauten, wo einer die Werkzeuge baute, der andere fischen bzw. jagen ging, der nächste Regenunterkünfte baute, … und somit ein gewisser Comfort für die Gemeinschaft entstand, während ein derartiges Zusammenwirken bei den Frauen weniger bis gar nicht gut funktionierte, so dass diese beim Regen keine regenfestes Dach hatten und frorren bzw. hungerten.

        Auch, wenn man es nicht mehr findet (vielleicht weil es politisch nicht korrekt klingt), hört man gerüchteweise, dass Ähnliches auch in der Raumfahrt ertestet worden sei. Angeblich hatte man in Bezug auf eine künftige Marsmission, wo etwaige Astronauten eben über einen ganz langen Zeitraum bzw. mehrere Jahre zusammen in einer engen Raumfähre leben und forschen müssen, mal getestet, ob Menschen das überhaupt so lange können. Angeblich wurden somit rein männliche, rein weibliche und gemischte Testgruppen gebildet, die man dann testweise auf engsten Raum einsperrte und für längere Zeit zusammen forschen ließ. Und gerüchteweise hatte ich gelesen, dass das Ergebnis wohl war, dass die rein männlichen Gruppen die besten Ergebnisse lieferten (die wenigsten sozialen Konflikte, am schnellsten und am besten bei der Forschungsarbeit). Danach sollen angeblich die gemischten Gruppen gekommen sein, die aber schon mehr soziale Konflikte und langsamere Arbeit geliefert haben sollen. Und die rein weiblichen Testgruppen hat man angeblich nach wenigern Wochen bereits abbrechen müssen, weil die sozialen Konflikte zu groß wurden und kaum noch eine gemeinsame Forschung möglich war. Wie gesagt, keine Ahnung, ob das stimmt, ich hatte es vor einigen Jahren mal gelesen und finde dazu die Links nicht mehr.

        Die russische Raumfahrt scheint aber ähnliches zu denken. Zumindest kann man diesbezüglich aufgrund der offenbar weniger guten Erfahrungen noch das folgende ZItat bei Google finden: „Mir kommen keine Weiber mehr ins All“

        https://www.volksstimme.de/nachrichten/deutschland_und_welt/meinung_und_debatte/849190_Koroljow-Mir-kommen-keine-Weiber-mehr-ins-All.html

        Google wird ohnehin immer schlechter und politisch korrekt gesäubert. Ich weiß noch, dass vor ein paar Jahren mal die Statistik durch die Mainstreampresse ging, bei welcher Krankenwagenbesatzung die Überlebenswahrscheinlichkeit nach einem Herzinfarkt höher sei. Danach war angeblich die Überlebenswahrscheinlichkeit des Patienten höher, wenn der Krankenwagen mit Männern besetzt ist. Auch dieses kann ich bei Google jedoch nicht mehr finden, ich weiß aber noch sicher, dass ich diesbezüglich früher schon oft Links dazu gepostet hatte, aber ich finde es nicht mehr.

        Letztlich ist es aber auch nicht wichtig. Es geht ja auch nur darum, dass es durchaus eine Reihe von Indizien gibt, dass die Anbetung weiblicher Gesellschaften aufgrund der politisch korrekten völligen Ausblendung der möglicherweise auch negativen Aspekte eher weiblichen Verhaltens zu einer Verzerrung führt und die Realität sehr wahrscheinlich anders aussehen würde.

        Und da man solche Dinge von politisch korrekten Autoren nicht bzw. kaum ernsthaft kritisch hinterfragt oder durchdacht bekommen wird, bleiben halt im Wesentlichen nur noch die Autoren – wie Akif Pirinçci übrig, die sich den Mund schwerer verbieten lassen und von Moralwächtern ausgestoßen werden, damit gefälligst keiner mehr die politisch unkorrekten Dinge – wie z.B. etwaige negative Aspekte eher weiblichen Verhaltens – hinterfragt oder durchdenkt.

  17. Das Problem feminismusfeindlicher Planung ist doch längst gelöst: im Dorf 🙂

    Man kann fast alles fußläufig erreichen und zumindest als Bauer hat man den Job direkt vor der Tür, die Frau muss u.U. nur das Haus verlassen und über den Hof laufen, um den Kuh- und Schweinestall auszumisten.

  18. Eine feministische Stadt müsste folgendermassen aussehen:
    https://th.bing.com/th/id/OIP.9Rf7K97rnfltVtFcxHp6OgHaEy?pid=Api&rs=1
    Die Mauer ist unbedingt notwendig, offiziell wegen der Gefahr von Männern da draussen. Inoffiziell um die Bewohner drinnen zu halten und das Weglaufen verhindern. Seien wir doch ehrlich, wer will in einer Stadt leben, in der es keinen elektrischen Strom gibt und die Zu- und Abwasserversorgung gar nicht funktioniert? Geschweige denn von der Müllabfuhr.
    Ich stelle mir unter einer feministischen Stadt das New York von Snake Plissken vor…

  19. Tja… diese Frau glaubt genauso wenig an eine funktionierende Demokratie in Deutschland wie ich. Nur sehr wahrscheinlich aus anderen Gründen.

    Oder warum geht sie davon aus, dass in deutschen Städten die Bedürfnisse von Frauen nicht bereits angemessen berücksichtigt sind, und zwar angemessen im Sinne eines allgemeinen Interessenausgleichs? Müsste in einer Demokratie doch funktionieren?

    Oder… sie meint „feministische Stadt“ im zutiefst undemokratischen Sinn, nämlich dem, dass NUR die Interessen von Frauen berücksichtigt werden.

    So oder so würde ich mir eine kritische Nachfrage des Spiegels wünschen, und sei es nur zur Klärung ihrer Position. Ich habe den Artikel nicht gelesen, da ich so einen Quatsch nicht unterstützen möchte, daher meine Frage:

    Hat der Spiegel nachgehakt?

    (Falls ja, bin ich a) sehr überrascht und werde b) den Artikel tatsächlich noch lesen. Aber ich wette um einen 6er-Pack Corona-Bier, dass sie nicht nachgefragt haben 🙂 )

  20. Pingback: Frauengerechtes Wohnen | uepsilonniks

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