25 Gedanken zu “„Ich bin ein Incel, du kannst mich alles fragen“

  1. Als erstes: KILL ALL NORMIES! 🙂

    Nächster Punkt, Incel sind die perfekte Bewegung, um sich mit gesellschaftlichen Trends in den USA NICHT auseinanderzusetzen: „teens are launching their sex lives later. From 1991 to 2017, the Centers for Disease Control and Prevention’s Youth Risk Behavior Survey finds, the percentage of high-school students who’d had intercourse dropped from 54 to 40 percent. In other words, in the space of a generation, sex has gone from something most high-school students have experienced to something most haven’t. (And no, they aren’t having oral sex instead—that rate hasn’t changed much.)“
    https://www.theatlantic.com/magazine/archive/2018/12/the-sex-recession/573949/

    Eine weitere Studie „looked at the sexual activity and number of partners of 18- to 44-year-olds in the U.S. from 2000 to 2018.

    During that time, the researchers found that sexual inactivity had increased from 19 percent to 31 percent among men age 18 to 24. Men and women age 25 to 34 also reported an increase in sexual inactivity during the time period. This coincided with decreases in those who had sex at least weekly and in those with one sexual partner over the past year, while the proportion of men and women with two or more partners in the past year had remained largely unchanged.

    The study used data from the General Social Survey, 2000 to 2018, to look at sexual frequency and number of sexual partners in the past year for almost 10,000 men and women combined.
    Moreover, men of lower income, or with part-time or no employment, along with men and women who are students, are more likely to be sexually inactive.“
    https://news.iu.edu/stories/2020/06/iub/releases/15-sexual-inactivity-young-men-united-states-no-sex-debby-herbenick.html

    Obwohl man aus diesen Zahlen ablesen kann, es handelt sich um ein gesellschaftliches Problem, wird es „geothered“ – es wird zu einem Problem der „Incel“ als Gruppe gemacht, während es faktisch das Problem eines Drittels der männlichen Bevölkerung geworden ist.
    D.h. das Stigma der Beschreibung eines Problems ist „konstruiert“.

    Die WHO (meine Herv.): „Sexuelle Gesundheit ist untrennbar mit Gesundheit insgesamt, mit Wohlbefinden und Lebensqualität verbunden.
    Sie ist ein Zustand des körperlichen, emotionalen, mentalen und sozialen Wohlbefindens in Bezug auf die Sexualität und nicht nur das Fehlen von Krankheit, Funktionsstörungen oder Gebrechen.

    Sexuelle Gesundheit setzt eine positive und respektvolle Haltung zu Sexualität und sexuellen Beziehungen voraus sowie die Möglichkeit, angenehme und sichere sexuelle Erfahrungen zu machen, und zwar frei von Zwang, Diskriminierung und Gewalt. Sexuelle Gesundheit lässt sich nur erlangen und erhalten, wenn die sexuellen Rechte aller Menschen geachtet, geschützt und erfüllt werden.“
    https://www.euro.who.int/de/health-topics/Life-stages/sexual-and-reproductive-health/news/news/2011/06/sexual-health-throughout-life/definition

    Der nicht in den aktuellen Diskurs passende Teil ist, warum ist der Zustand eines „körperlichen, emotionalen, mentalen und sozialen Wohlbefindens“ eigentlich ein PRIVILEG, aus dem ein Drittel aller Männer AUSGESCHLOSSEN werden?
    Wie verträgt sich das mit einer Theorie, wonach UNGLEICHHEIT des Ergebnisses ein Zeichen für eine existierende DISKRIMINIERUNG ist? Der Wechsel auf „male entitlement“ ist nicht wirklich zufällig, denn sonst wären Incel UNTERDRÜCKT in diesem theoretischen Rahmen.

    Incel sind der Buhmann eines sehr viel größeren Problems.
    Let´s have a Party! „One in the Head!“ 😉

    • @Crumar:
      Du bist doch sonst so präzise, warum hier nicht?

      Zunächst mal blendest du völlig aus, dass auch Frauen scheinbar weniger Sex haben:
      „Men AND WOMEN age 25 to 34 also reported an increase in sexual inactivity during the time period“

      Dann machst du „sexual inactivity had increased from 19 percent to 31 percent among men age 18 to 24“ aus „das Problem eines Drittels der männlichen Bevölkerung geworden ist.“
      Da steht 18-24 mein Freund…

      Mir liegt es fern abzustreiten, dass es heute mehr junge Männer ohne Sex gibt als früher, aber mir gefällt es überhaupt nicht, wie du hier die Ergebnisse der Studie für deinen Narrativ missbrauchst.

      Du argumentierst übrigens wie eine Feministin, Crumar.
      Du kommst daher und sagst in etwa ‚ja Frauen haben das Privileg Sex zu kriegen‘ wobei du mögliche Ursachen dahinter vollkommen ausblendest. Ganz genauso wie Feministinnen sagen ‚ja Männer haben die ganzen Vorstandspositionen‘. Danach heult ihr rum wie fürchterlich ungerecht das System doch sei.

      Ich will mal einen Erklärungsansatz versuchen:
      1. Frauen können ja nicht mehr Sex wie Männer haben, da es immer Mann und Frau für Sex braucht.
      2. Wenn es mehr Männer gibt, die keinen Sex haben, bedeutet dass im Umkehrschluss, dass es andere Männer geben muss, die Sex mit mehr Frauen haben.
      3. Besonders Männer mit niedrigem sozioökonomischem Status scheinen die ‚Verlierer‘ dieser Entwicklung zu sein

      Was hat sich also in den letzten 30-50 Jahren geändert, dass solch eine Entwicklung hervorrufen kann? Wurde vielleicht der Partnerschaftsmarkt liberalisiert? Es gibt heute sicherlich wesentlich mehr Scheidungen und kurzlebige Beziehungen, es ist ausserdem gemeinhin akzeptiert, dass man Single ohne feste Beziehung ist. Schaut man sich die sexuellen Präferenzen der Teilnehmer an, so suchen Frauen tendenziell nach Männern mit hohem Status, überdurchschnittlichem Aussehen und gehen dabei sehr selektiv vor während Männer eher streuende Strategien fahren. Das mag evolutionär begründet sein (vgl. Konzept des parental investments) und führt aber letztlich dazu, dass im Besonderen die eher unattraktiven low Status Männer leer ausgehen – das sind besonders die jungen, die noch nicht viel aufgebaut haben. Jetzt kommt es durch die Liberalisierung des Marktes dazu, dass sich auch ältere Männer zwischen 35-55 bei jungen Frauen (20-30) „bewerben“ können und da sie tendenziell höheren sozialen Status durch ihr Erwerbsleben bereits akkumuliert haben, die jungen Männer ausstechen können.

      Und es sind ja nun auch nicht alle Frauen Gewinner der Entwicklung – die unattraktiveren schauen da auch dumm aus der Wäsche, weil für die interessiert sich wortwörtlich kein Schwanz. Was denkt ihr weshalb es diesen ‚fat acceptance‘ Blödsinn gibt.

      Was kann der oder die einzelne Betroffene denn nun machen?
      1) Die Gesellschaft von oben durch Druck ändern wollen
      2) Seinen eigenen Status im Rahmen seiner Möglichkeiten versuchen zu verbessern.

      Ich halte 1) für Blödsinn, weil unrealistisch und marxistisch während Option 2) einen tatsächlich selbst weiterbringen kann.

      • „Was kann der oder die einzelne Betroffene denn nun machen?
        1) Die Gesellschaft von oben durch Druck ändern wollen
        2) Seinen eigenen Status im Rahmen seiner Möglichkeiten versuchen zu verbessern.

        Ich halte 1) für … während Option 2) einen tatsächlich selbst weiterbringen kann.“

        Das würde ich auch so sehen! Ob Gesellschaft-Veränderung immer nur mit dem auch von mir vehement abgelehnten „Druck von Oben“ erreicht werden kann, würde ich aber bezweifeln.
        Es lohnt sich, hier nach einer gründlichen Ursachen-Recherche (welche Ursachen, wie und wodurch bedingt?) zu überlegen, ob und wie diese (un-)erwünschten gesellschaftlichen Begleitumstände zustandegekommen sind, und wie diese abgestellt werden können; das geht auch OHNE Marxismus!

      • @EinLeser

        Treffende Kritik, so steht es nicht im Text! Aber ich war schlicht zu faul, noch mehr Studien auszupacken, die stützen, was ich da schreibe.
        Die nächste Kritikpunkt ist ein Missverständnis – ich halte von der „Privilegien-Theorie“ exakt gar nichts, sie ist ein riesiger Humbug und demzufolge hätte ein /sarcasm da stehen sollen. Mein Fehler.

        „Wurde vielleicht der Partnerschaftsmarkt liberalisiert?“
        Jein, sichere Verhütungsmittel haben ein auseinander von Sex- und Heiratsmarkt ermöglicht und letzterer hat sich weiter ausdifferenziert gemäß den Vorstellungen (gewollt von beiden Geschlechtern) serieller Monogamie.

        „1) Die Gesellschaft von oben durch Druck ändern wollen“

        Was glaubst du, was „fat acceptance“ ist?
        Es ist der (untaugliche) Versuch, die Schönheitsideale der Männer von oben herab den veränderten Bedingungen anzupassen.
        Dazu gehören nicht nur dicke Frauen, sondern generell ist durch die Verlängerung der Ausbildungsdauer ein Schönheitsideal hinderlich, welches junge Frauen präferiert.
        Deshalb werden Ängste vor gut ausgebildeten Frauen unterstellt, die sich just dann entscheiden zu „settle down“, wenn die eigene Attraktivität im schwinden ist und sie in der intrasexuellen Konkurrenz verlieren. Auch die Angst, mit „casual sex“ in eine Anzeige wegen Vergewaltigung zu laufen, weil frau es sich ex-post anders überlegt hat trägt dazu bei, den Markt wieder zu regulieren.

        Was du als „unrealistisch und marxistisch“ unterstellst ist das, was – aus einer marxistischen Perspektive – gerade passiert.

        • @Crumar:
          Ja ‚Fat Acceptance‘ ist genau das, was du beschreibst!
          Ich habe sie deshalb angefügt, damit man unattraktive Frauen nicht immer aussen vorlässt, denn auch unter den Frauen gibt es Verlierer im Partnermarkt.

          Die ‚Fat Acceptance‘ ist genau dieser Versuch von oben herab – und er schlägt so gnadenlos fehl, dass es schon wieder witzig ist. Wir wissen ja, dass es den fetten Frauen null komma null hilft.

          Deshalb halte ich den invididuellen Ansatz für Incels als auch für fette Frauen für effizienter, weil ihnen das persönlich mehr bringen wird.
          Ich geh sogar weiter: Würde man es schaffen, das fette Frauen tatsächlich dank von-oben-propaganda begehrt wären, hätte die einzelne Fette dann ja noch mehr Konkurrenz (weil ja plötzlich die ganzen anderen Fetten auch attraktiv sind und es gibt ja mittlerweile eine Menge davon)
          Bist du als Frauen dagegen schlank/sportlich in einer überfetteten Gesellschaft haste bessere Chancen. Für Incels ist es dagegen wahrscheinlich mit etwas Fitnesstudio und halbwegs vernünftiger Ernährung nicht getan…

        • Dazu zwei Dinge, oft basteln diese Frauen bis 30 am Fachabitur und behaupten dann, sie sind zu hoch ausgebildet.

          Das Problem ist natürlich, dass es für Männer immer unattraktiver wird.
          Auch sich attraktiver machen wird immer schwerer, da die Ansprüche immer höher werden.
          Da kann Mann noch so reich sein, maßgefertigte Anzüge haben, ins Fitnessstudio rennen, und sich mit Ops größer machen oder Mewing betreiben, es reicht nicht.
          Das ist das von Christian so gerne angesprochene Race to the bottom, wo es nur Verlierer gibt.

          Männer sollten sich daher zurückziehen, da es eh nur kaputt macht. Was ich als problematisch sehe, dass der Staat steuern eintreibt und sonst Leistungen fordert.
          Die sollen ihren scheiß alleine machen.

      • „Wenn es mehr Männer gibt, die keinen Sex haben, bedeutet dass im Umkehrschluss, dass es andere Männer geben muss, die Sex mit mehr Frauen haben.“

        Viele Frauen können mit wenigen Männer Sex haben. Es braucht hier keine 50:50 Verteilung mit gleich großen Gruppen.

      • Wobei du als Frau natürlich extrem unattraktiv sein musst, damit du Verlierer bist .
        200kg Frauen hatten es schon immer schwer.
        Finde es auxh seltsam gut ausgebildete Männer mit stabilem Einkommen und normalen aussehen auf die Stufe einer Hartz 4 Empfänger ohne Zähne und Adipositas zu stellen, das sind die Frauen, die leer ausgehen.
        Es ist ja auch so, dass Frauen, die wirklich unattraktiv sind wie oben beschrieben, sich beschweren, dass Männer, die ihrer endlosen Anspruchsliste entsprechen, nicht finden.
        Frage eine Frau mal, welche der Ansprüche an einen Mann sie selbst erfüllt.

  2. Ich bin davon überzeugt, daß das neuzeitliche Problem der Incels ganz wesentlich mit einer Gesellschaft zu tun hat, die immer mehr durch virtuelle „Interaktion“ bestimmt wird. Die (nur?) zu „Corona-Zeiten“ aufkommenden und bezeichnenden Forderungen zum „social distancing“ dürften das Problem weiter verschärfen.
    Die „Stärke“ vieler Männer liegt nun mal nicht unbedingt im Bereich ihrer Interaktions-Fähigkeiten.
    Für viele Incels würde wahrscheinlich ein Besuch bei einem „Typ-Berater“/Männer-Coach, ggfs. ein spezielles Verhaltens-Training, eine Überprüfung ihrer Ernährungs-Gewohnheiten, Sport, speziell Krafttraining, und manchmal auch einfach ein „Männlichkeit“ unterstreichender, gepflegter Haarschnitt hilfreich sein!

    • Ich glaube, dass viele deiner Tipps in vielerlei Hinsicht am Problem der Incel vorbeigehen und ich meine das nicht böse.
      1. Wer mit Autismus oder Asperger oder sozialen Phobien geschlagen ist, wird große Probleme haben, eine nonverbale Kommunikation in der von Männern geforderten Flirt-Anbahnung eingehen und „lesen“ zu können.
      Das ist eine objektive Beeinträchtigung von Fähigkeiten, die von Männern vorausgesetzt werden und das Thema ist TABU.
      2. Wer mit körperlichen Behinderungen oder Gebrechen geboren ist, wir in einem ranking nach begehrenswerten Äußerem in einer Liste von Männern eher unten stehen und das Thema ist TABU.
      3. Wer von kleiner Körpergröße ist, schmächtig, dick evtl. sichtbare körperliche Unvollkommenheiten hat (Hasenscharte, abstehende Ohren usw. usf.) wird dito abgewertet und wird eine lange männliche Leidensgeschichte aller möglichen Demütigungen, Beleidigungen und Ausschlüsse erlebt haben (wir kommen zurück zu Punkt 1) und das Thema ist TABU.

      Zur Erklärung der Tabus: In der Täter-Opfer-Dichotomie ist „Leidensgeschichte“ für Männer nicht vorgesehen, nur Frauen werden „objektifiziert“ und ausschließlich diese leiden unter den „unmöglich zu erfüllenden männlichen Schönheitsidealen“. Weil – wie wir alle wissen – nur oberflächliche Männer von körperlicher Attraktivität angezogen werden, Frauen hingegen von inneren Werten.
      Falls es sich anders verhält (und alle vorliegenden Daten sagen genau das aus), dann kann von Männern verlangt werden, sich den realen Verhältnissen anzupassen – also um Gottes Willen nicht die fetten Frauen zu beschämen! – die Incels steckt man jedoch stellvertretend ins Gym.

      Ohne dich hier vorführen zu wollen, nur als Anregung: Wäre das Problem „Incel“ weiblich, hättest du wirklich diese Tipps geschrieben?
      Wir kennen doch die individuellen und konkreten Problem der Incel nicht, ihre Geschichte und wie sie wurden, was sie sind. Was empfinden sie eigentlich, wie fühlen sie sich?
      Dass das noch nicht einmal gefragt wird, das Urteil der Öffentlichkeit feststeht, weil sich ihre Probleme lösen lassen und zwar von ihnen selbst, das ist als grundlegende „Tatsache“ nur so, weil es sich um Männer handelt.
      Frauen haben Probleme gesellschaftlicher Natur, Männer sind das (individuelle und kollektive) Problem.
      Aus der „Problembeschreibung“ folgt eine regelrechte Weigerung, solche Probleme für Männer zuzulassen, bei gleichzeitiger Forderung, die individuellen Probleme individuell zu lösen.
      Ist der Mann dazu nicht in der Lage, weil sie dem Phantasma des „Übermannes“ nicht entsprechen, wird ihnen ihr Versagen individuell übereignet und ist zur Verachtung freigegeben.
      Selbst schuld, Incel trash!

      Jedem politisch denkenden Menschen wird evtl. auffallen, wie paßgenau eine solche Individualisierung von objektiven Beeinträchtigungen und Lebensrisiken in die neoliberale Denkweise passt.
      Es müsste ebenfalls auffallen, es gibt eine unglaublich „genderisierte“ Version dieser Denkweise – ein Geschlecht ist davon besonders betroffen, das andere nicht: Frauen haben Probleme gesellschaftlicher Natur, Männer sind das (individuelle und kollektive) Problem.

      Als hätte dieser Feminismus im Drehbuch des Neoliberalismus gestanden.
      Bemerkenswert, nicht wahr?!

      • Crumar, du hast natürlich recht, dass man mit einer liberalen Perspektive hier die Verantwortung beim Individuum selbst sieht. Das gilt aber genauso für Frauen.

      • Sicher hast Du mit vielen Deiner Feststellungen recht; natürlich ist es unsinnig, pauschal Aussagen zu treffen über DIE Incels!
        Aber da es sich ja wohl um ein (erst) in unserer Gegenwart so sehr ausgeprägtes Problem vieler Männer handelt, müssen sowohl gesellschaftliche, wie persönliche Ursachen berücksichtigt werden, um zu erklären, daß dies mittlerweile wohl ein Drittel aller Männer betrifft.

        „…nur als Anregung: Wäre das Problem „Incel“ weiblich, hättest du wirklich diese Tipps geschrieben?“

        JA! Ich bin der Auffassung, daß JEDER Mensch an sich arbeiten sollte, und alles, was in seiner „Macht“ steht dafür zu tun, sich maximal GESUND zu erhalten, wobei ich den von Dir genannten umfassenden Gesundheitsbegriff hierbei für sinnvoll halte, und zudem der Saluto-Genese einen großen Stellenwert beimesse. Es sollte sich von selbst verstehen, daß sich diese Auffassung nicht geschlechtsspezifisch einschränken läßt!

        Vielleicht habe ich mich mit meinen „Tipps“ zu sehr von dem Beispiel im Video-Clips verleiten lassen, aber in dem konkreten Fall würde ich es vielleicht erst einmal mit der Umsetzung dieser Ratschläge versuchen.

        • @Sabrina

          Nur ganz kurz, muss gleich weg und kann leider erst wieder am Abend mitdiskutieren:
          Du hast recht, der Beispiel-Incel im Video-Clip ist natürlich der Auswahl der Macher des Videos geschuldet – wer Vorurteile hatte, der wurde hier bestätigt.
          Auch von der anderen Seite trifft das zu.
          Die Fragen sind genau diejenigen, die aus dem Bild der Massenmedien über Incel stammen und in den Kanon der Idpol passen.
          Der Clip hat also die Funktion einer Beruhigungspille in einem „overton-window“.
          Gedankenspiel: Gleicher Incel sitzt im Rollstuhl und hat Multiple Sklerose.
          Dem Publikum würde die Parteinahme erheblich erschwert und die Übereignung des Problems könnte nicht stattfinden, denn – auf neudenglisch – das wäre übler „ableismus“.
          Deshalb saß genau dieser Rollstuhlfahrer da nicht.

    • Die Männer, die das tun, rechnet man zu den „Pickup-Artists“, und die sind in der Medienmeinung allerdings genau die gleichen Schwefelbuben …

  3. Mein Basiswissen in Sachen „Pick Up etc.“ ist relativ gering. Aber selbst der gesunde Menschenverstand sagt doch einem dass es die Chancen sicher nicht erhöht sich selber als „Incel“ zu bezeichnen.

    • Nope, genau so wenige wie zu gestehen das man Jungfrau ist. Im Schnitt stehen Frauen auf Männer die schon von anderen Frauen das Gütesiegel „Partnermaterial“ erhalten haben.

  4. Ich finde das Video enttäuschend. Die Fragesteller sind anscheinend alles (zumindest bis zu dem Punkt, an dem ich abgeschaltet habe) intersektionale Linke, für die Incels, Alt-Right, Frauenhasser, Rassisten, Gamergater, Pickup-Artists und Trump-Fans alles eine Soße sind, und der Typ scheint das auch nicht wirklich zu entkräften – oder man hat die entsprechenden Stellen herausgeschnitten.

    Es wird wieder mal nichts getan, um klarzustellen, dass „Incel“ keine Bewegung ist, sondern ein Zustand. Das ganze Video ist insofern sinnlos, denn für etwas, das keine Bewegung ist, kann man auch keinen „Vertreter“ benennen.

    Fragen, die aus meiner Sicht hätten gestellt werden müssen, wären folgende gewesen:

    Wie bzw. warum wird man „Incel“?

    Jede Wette, der Großteil der Incels weist ein angeborenes geringes Selbstbewusstsein auf. Sie sind konfliktscheu, wollen gemocht werden und glauben, der Schlüssel dazu bestünde darin, zu allen nett zu sein. Sie sehen nicht, dass jemand, dessen einziges herausragendes Merkmal Nettigkeit ist, auf die meisten anderen Leute uninteressant und langweilig wirkt und eher gemieden wird – mit Ausnahme von denen, die seine Nettigkeit ausnutzen.
    Um reale oder potenzielle Ablehnung zu vermeiden, ziehen sie sich oftmals zurück und flüchten sich in virtuelle Welten.

    Warum sind so viele „Incels“ verbittert?

    Sie glauben, um gemocht zu werden, müssten sie „nett“ zu allen und jedem zu sein, alles vermeiden, was Ablehnung durch andere verursachen könnte, und um jeden Preis zu den „Guten“ gehören. Deshalb vermeiden sie alles, was irgendwie übergriffig sein könnte (googelt mal nach „hover hand“). Irgendwann stellen sie aber fest, dass sie dafür nicht mehr, sondern sogar weniger gemocht werden und Leute, die genau das Gegenteil machen, viel mehr Erfolg im Leben und bei Frauen haben. Deshalb verachten viele Incels auch Pickup Artists. Obwohl sie aus ihrer Sicht immer alles richtig gemacht haben und alle Forderungen der Mee-Too-Aktivistinnen erfüllt haben, müssen sie zusehen, wie andere, die das eben nicht tun, Erfolg haben.

    Sind „Incels“ an ihrer Lage selbst schuld?

    Ja und nein. Ein Incel ist an seiner Situation genauso schuld wie z.B. eine Frau, die keinen Partner findet, weil sie hässlich ist (falls es so etwas gibt). Aber es ist falsch, wenn Incels der Gesellschaft oder den Frauen die Schuld dafür geben. Genau wie man Männern nicht vorwerfen kann, dass sie hübsche Frauen attraktiv finden, kann man Frauen nicht vorwerfen, dass sie selbstbewusste Männer mögen. Es ist einfach biologisch so in uns allen verdrahtet.

    Wie kann man „Incels“ helfen?

    Incels müssen erkennen, dass das Problem in ihnen selbst liegt und nicht in allen anderen um sie herum. Ob man das Problem aber irgendwie lösen kann, ist fraglich. Seine Persönlichkeit zu ändern, ist schwierig. Selbstbewusstsein ist nach meiner Überzeugung angeboren und kann nachträglich nur geringfügig beeinflusst werden. Außerdem muss man sich im Klaren sein, dass es ganz einfach viel mehr Männer gibt als gesellschaftlich notwendig wären, dass also schon rein mathematisch nicht jeder Mann eine Partnerin bekommen kann.

    • Guter Beitrag, Ronin!

      Bei einem Punkt würde ich dir aber widersprechen wollen. Selbstvertrauen ist wohl ähnlich angeboren, wie die körperliche Muskelmasse. Klar, hat der eine bessere Vorraussetzungen als der andere. Allerdings kann auch der Lauch durch Widerstand wachsen und eine betrachtliche Muskelmasse über den Durchschnitt hinaus aufbauen. Allerdings ist das natürlich ein langwieriger Prozess der in kleinen Schritten erfolgen muss.

      Natürlich macht es mich selbstbewusster, wenn ich beruflich erfolgreich bin und Leute unter mir habe. Natürlich werde ich selbstbewusster, wenn ich eine Koryphäe in meinem Hobby bin. Natürlich macht es mich selbstbewusster, wenn ich beim Boxen auch mit körperlicher Aggression umgehen lerne etc etc.

      Ich kenne mich jetzt nich besonders mit Incels aus (kenne da mehr oder weniger nur das Schattenmachervideo zu Elliot Roger, was sehr empfehlenswert ist), allerdings hatte ich da schon den Eindruck, dass die vielleicht auch mal vor ihrer eigenen Tür kehren sollten, als nur immer nur rum zu heulen, wie ungerecht die Welt oder das Schicksal zu ihnen ist.

    • „Ich finde das Video enttäuschend.“

      Jep.

      Und enttäuschend finde ich, dass ich diese Feststellung selbst hier erst so weit unten finde.

      Die Fragesteller haben SÄMTLICH eine deutlich ablehnende und abwertende Haltung. Er wird von Begin an mit jeder einzelnen Frage in die defensive gedrängt. Kaum eine einzige Frage ist ohne mitschingenden Vorwurf formuliert.

      Kommentare unter Videos sind interessant.
      Die haben ebenfals durchgängig die selbe Stoßrichtung.
      Und ständig wird IHM unterstelt, im grunde eben doch „hateful“ zu sein – egal wie deutlich er sich z.B. von Gewalttätern distanziert hat.
      Wie viel hate ihm von seiten der Fragesteler von Anfang an durchgängig bis zum schluss entgegenfebracht wirdscheint niemand sehen zu wollen?

      • Ich sehe es auch so, daß die vorurteilsgeladene Ausgangsposition der Fragesteller fast durchgängig erkennbar ist. Allerdings sehe ich doch auch eine „positive“ Entwicklungsdynamik im Verlauf der Gespräche, wobei die Fragesteller am Ende doch auch einen für mich erkennbar größeren Respekt zu ihrem Incel-Gegenüber zeigen.

    • Kann ich so unterstreichen.
      Man sollte sich von unrealistischen Erwartungen oder Bildern aus den Medien auch etwas freimachen.
      Als ich Anfang 20 war hatte ich auch die naive Erwartung dass man solange man nur ein „netter Kerl“ ist einem die Frauen einfach so zufliegen.
      Aber so ist es nicht. Mann muss sich leider ziemlich ins Zeug legen und an sich arbeiten (Aussehen, Kleidung, Persönlichkeit) und selbst dann ist es keine Garantie.
      Das ist ein langer Prozess und auch nicht immer so ein angenehmer Gedanke.

  5. Pingback: Fragen und Antworten zu Incels (Ronin) | Alles Evolution

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.