Selbermach Samstag 299 (18.07.2020)

Welche Themen interessieren euch, welche Studien fandet ihr besonders interessant in der Woche, welche Neuigkeiten gibt es, die interessant für eine Diskussion wären und was beschäftigt euch gerade?

Welche interessanten Artikel gibt es auf euren Blogs? (Schamlose Eigenwerbung ist gerne gesehen!)

Welche Artikel fandet ihr in anderen Blogs besonders lesenswert?

Welches Thema sollte noch im Blog diskutiert werden?

Für das Flüchtlingsthema oder für Israel etc gibt es andere Blogs

Ich erinnere auch noch mal an Alles Evolution auf Twitter und auf Facebook.

Es wäre nett, wenn ihr Artikel auf den sozialen Netzwerken verbreiten würdet.

Wer mal einen Gastartikel schreiben möchte, auch gerne einen feministischen oder sonst zu hier geäußerten Ansichten kritischen, der ist dazu herzlich eingeladen

„Weiße Menschen sind ein rezessiver genetischer Defekt und damit untermenschlich“

Eine Mitgründerin von „Black Lifes Matter Toronto“ hat etwas von sich gegeben, was man überall außerorts der intersektionalen Theorien, die keinen Rassismus gegen Weiße kennen als Rassismus bezeichnen würde:

Diese „Melanin Theorie“ ist meiner Meinung etwas, was fast zwangsläufig entstehen musste, wenn man Leute in einer Identitätspolitik relativ weit nach oben in die Hierarchie setzt und sie das Recht haben auf andere, insbesondere andere Menschen mit anderen Hautfarben herunterzusehen.

Es muss sich dann etwas entwickeln, was einen Grund gibt, warum man als Gruppe besser ist, warum man zurecht nach oben gehört.

Die Melanintheorie ist da auch nichts anderes als die Ariertheorie der Identitätspolitik von der anderen Seite und es ist bezeichnend, dass beide die „anderen“ in die Kategorie der „Untermenschen“ einordnen.

Ich vermute in irgendeiner Form wird man das für nahezu alle der Kategorien finden:

  • Dicke sind besser weil sie das Leben genießen, während die Dünnen unterernährt und lebenunlustig sind und nie Spass haben
  • Bei Transexuellen hatte ich schon gelesen, dass sie das beste beider Geschlechter in sich vereinen und damit besser sind als CIS (natürlich vereinen sie nur die guten Eigenschaften, wie durch ein Wunder sind die Schlechten herausgefiltert)
  • Frauen sind besser weil sie nicht durch Testosteron vergiftet sind und daher keine sinnlose Gewalt ausüben und überhaupt eine bessere Welt garantieren, wenn man sie nicht unterdrücken würde

Nur vorsorglich noch einmal klargestellt: Ich halte das für eine Folge aller extremer Identitätspolitik, egal ob links oder Rechts und halte die Überhöhung von weißen, Männern etc ebenso für falsch.

Aus dem oben verlinkten Bericht:

In another post, Khogali tweeted, „Plz Allah give me the strength to not cuss/kill these men and white folks out here today.“

After being criticized for the tweet Khogali responded by saying, „I am not a public official. I am not a police officer. The state does not entrust me with violent weaponry. I have never contributed to the mass targeting of a community. All I have done is used a turn of phrase, a rhetorical flourish, to voice my frustration and dared to be a person calling for justice.“

The posts have since been deleted following heavy backlash.

Also:

Ich bin kein öffentlicher Beamter. Ich bin kein Polizeibeamter. Der Staat vertraut mir keine Gewaltwaffen an. Ich habe nie dazu beigetragen, dass eine Gemeinde massenhaft angegriffen wird. Alles, was ich getan habe, war eine rhetorische Wendung, eine rhetorische Ausschmückung, um meiner Frustration Ausdruck zu verleihen, und ich habe es gewagt, ein Mensch zu sein, der nach Gerechtigkeit ruft“

Also die alte Flucht darin, dass es nur eine Übertreibung war.

Natürlich darf man damit nicht die Bewegung als Ganzes abtun weil ein Vertreter rassistische Sachen von sich gibt.

Diese älteren Aussagen scheinen ihrer Stellung innerhalb der BLM-Bewegung aber bisher noch nicht geschadet zu haben. Aber intersektionale Bewegungen haben ja mit Kritik auch erhebliche Probleme sofern sich die zu kritisierende Aussage gegen die richtige Gruppe, hier Weiße, richtet.

Nocheinmal: Grundsätze der intersektionalen Theorien

Nachdem die Diskussion zu den hier verlinkten Thesen etwas abgeschweift ist versuche ich es noch einmal mit einer Übersetzung der Thesen.

Prämisse #1: Die individuelle Identität ist untrennbar mit der Gruppenidentität als „Unterdrückter“ oder „Unterdrücker“ verbunden

Das scheint mir in der Tat ein sehr bestimmendes Element zu sein. Das Individuum ist nur innerhalb der intersektionalen Kategorien interessant und nur innerhalb dieser zu bewerten, dabei ist er innerhalb dieser Kategorien eben „Gut“ oder „Böse“, Unterdrücker oder Unterdrückter.

Prämisse #2: Unterdrückergruppen unterwerfen unterdrückte Gruppen durch die Ausübung hegemonialer Macht

„Hegemoniale Macht“ „strukturelle Macht“ „das Patriarchat“, irgendwie sind da Mächte am Werk, die man genauer gar nicht aufklären muss und die aber jedenfalls eine äußere Macht sind, die eine Gruppe nutzt. Die Macht ist dabei immer nur bei einer Gruppe (in Bezug auf eine Kategorie).

Die „hegemoniale Macht“ muss auch nicht wirklich begründet werden, es reicht, wenn eine als Unterdrückte Gruppe anerkannte Gruppe in einem Bereich schlechter abschneidet, der für diese positiv wäre.

Prämisse #3: Unsere grundlegende moralische Pflicht ist es, Gruppen von Unterdrückung zu befreien

Diese Prämisse finde ich eigentlich ganz gut formuliert, weil es eben tatsächlich die sehr schlichte Begründung ist:

Es wird als moralische Pflicht des guten Menschen angesehen, dass System zu akzeptieren und an seiner Beseitigung mitzuarbeiten. Vorteile für ihn braucht es nicht. Unlogik im System muss er hinnehmen. Es ist – da eine Pflicht – vorwerfbar, wenn er es nicht tut.

Ich hatte einige Diskussionen dazu, warum man als Mann überhaupt die Vorteile des Patriarchats aufgeben sollte, wenn es so gut für Männer ist, dann wäre das für diese ja Blödsinn. Häufig war die Antwort nach einigem hin und her: Klar kannst du daran festhalten, aber dann bist du eben ein schlechter Mensch.

Prämisse Nr. 4: ‚Gelebte Erfahrung‘ ist für das Verständnis von Unterdrückung wichtiger als objektive Beweise

Das ist eine Prämisse, die ich nie verstehen oder akzeptieren werde. Denn die Erfahrungen eines Einzelnen absolut zu setzen ist ja äußerst fehleranfällig. Erst eine Abgleichung mit den Erfahrungen anderer kann Klarheit bringen, wobei eben auch Leute aus der „anderen“ Gruppe befragt werden müssen, ob diese vielleicht ähnliche Erfahrungen haben und zudem überprüft werden muss, ob sich da nicht ein Irrglaube verfestigt hat.
Glauben in Gruppen, die auch vermeintliche Erfahrungen Einzelner waren, aber dennoch falsch waren, gab es ja genug:

Von der Judenverschwörung im Dritten Reich bis hin zu den Hexen und ihrem schädlichen Einfluss im Mittelalter lassen sich dafür genug Beispiele finden.

Prämisse #5: Unterdrückergruppen verstecken ihre Unterdrückung unter dem Deckmantel der Objektivität

Da gilt das oben gesagt: Wie kann das jemanden überzeugen?
Objektivität mit diesem Hinweis abzutun ist äußerst gefährlich. Denn damit gibt man jede Überprüfbarkeit auf und zudem erlaubt man die unkontrollierte Zurückweisung evtl entgegenstehender Fakten schlicht über die Aussage, dass sie nur der Verdeckung der Unterdrückung dienen.
Wenn eine Unterdrückung durch Fakten zu verdecken ist, die man nicht widerlegen kann, dann sollte man alles tun um die Fakten kritisch zu hinterfragen um seine Position zu belegen. Aber es einfach zu ignorieren ist kein Weg auf dem man der Wahrheit näher kommt.

Prämisse Nr. 6: Individuen am Schnittpunkt verschiedener unterdrückter Gruppen erleben Unterdrückung auf einzigartige Weise

Das ist letztendlich das, was von der ursprünglichen Intersektionalität übrig geblieben ist.  Wenn Leute anführen, dass Intersektionalität an sich doch eine gute Theorie ist, dann kommen sie meist mit eben gerade diesem einen Aspekt, dass also verschiedene Diskriminierungen, die zusammen kommen, sich verstärken können oder zu anderen Auswirkungen führen können, die man so nicht versteht, wenn man sie einzeln betrachtet.
Gegen diese Theorie, auch wenn sie häufig die Verbindung zweier „Unterdrückungen“ überbewertet, hauptsächlich aufgrund der Prämissen 1-5, ist wenig zu sagen. Aber es sind eben die übrigen Punkte und ihre Einordnung in ein starres Unterdrückungsszenario, die sie so fatal machen.
Sie erlauben es Beeinträchtigungen zu entwerten („okay, du bist behindert, aber du bist weiß und damit auch ein Unterdrücker, dessen musst du dir bewußt werden“) und Unterdrückungsolympiaden zu gewinnen.

Karl Marx

 

Es folgt ein Gastbeitrag von ElMocho

Karl Marx wurde 1818 geboren und studierte von 1835 bis 1841 Jura in Bonn und Berlin. Wie alle Studenten seiner Zeit in Deutschland war er stark von der idealistischen Philosophie Hegels beeinflusst.
Hier müsste jetzt eigentlich eine Rekapitulation der Geschichte der idealistischen Philosophie seit Descartes im 17. Jahrhundert erfolgen, aber dazu habe ich weder Zeit noch Lust. Lenin sagte, dass niemand, der Hegels Philosophie nicht kenne, Marx verstehen könnte. Womit er wohl recht hat.
Fesgehalten sei, dass Hegels Philosophie das Verhältnis des menschlichen Geistes zur Welt so bestimmt, dass der Geist primär ist (anders als im Materialismus, der den Geist als Hervorbringung der Materie verstehen will), aber es ist nicht der subjektive menschliche Geist, sondern ein „objektiver Geist“, der die Welt (und dann auch den Menschen) aus sich hervorbringt.
Der Geist entäußert sich zur Welt und damit auch zum Menschen. Indem der Mensch sich die Welt erkennend und handelnd aneignet, kommt der Geist wieder zu sich selbst.
„Das Wahre ist das Ganze. Das Ganze aber ist nur das durch seine Entwicklung sich vollendende Wesen. Es ist von dem Absoluten zu sagen, dass es wesentlich Resultat, dass es erst am Ende das ist, was es in Wahrheit ist; und hierin eben besteht seine Natur, Wirkliches, Subjekt oder Sichselbstwerden zu sein.“ So heißt es in der „Phänomenologie des Geistes“, seinem Hauptwerk von 1806. Man sieht eine extrem schwierige und verschwurbelte Sprache, in die man sich erst hineinlesen muss.
Man erkennt hier auch unschwer das Vorbild der Erschaffung der Welt aus dem Nichts durch Gott. Im menschlichen Geist, der die Welt und Gott erkennt, kommt Gott gewissermaßen zu sich selbst.
Dieses zu sich selbst kommen geschieht aber nicht nur theoretisch durch die Erkenntnis, sondern auch praktisch, und zwar durch Arbeit. In der Arbeit eignet sich der Mensch für Hegel die Welt an, indem er sie seinen Zwecken dienstbar macht. Menschen töten Tiere, um sie zu essen, sie nehmen Pflanzen ihre Früchte, sie graben Kohle aus der Erde, um sich am Feuer zu wärmen usw. In der Arbeit wird die Natur vom Menschen verarbeitet und damit „humanisiert“.
Hegel bewertet diesen Prozess der Erkenntnis und Aneignung der Welt durch den Menschen uneingeschränkt positiv.
Marx hingegen weist darauf hin, dass Arbeit eben nicht nur Aneignung der Natur ist, sondern auch Verausgabung der menschlichen Kräfte bedeutet. Arbeit ist zwar unerlässlich, aber sie ist auch eine Last für den Arbeiter (Zumal in der modernen Wirtschaft Arbeit immer auch Arbeitsteilung bedeutet). Der Arbeiter in einer Fabrik produziert nichts für seine eigenen Bedürfnisse, er vollzieht einfach stupide immer gleiche Vorgänge, die eigentlich keinen Sinn haben (Marx hat hier die Industriearbeit des 19. Jahrhunderts vor Augen), und das Produkt der Arbeit ist nicht seines, sondern es gehört dem Kapitalisten der ihm im gegenzug den Arbeitslohn bezahlt, von dem er lebt.
Der wichtigste philosophische Text von Marx sind die „Ökonomisch-philosophischen Manuskripte“ von 1844, die Marx nie selber veröffenticht hat und die erstmals 1932 erschienen. Viele wichtige Marxisten, z.B. Lenin, kannten diese Texte also garnicht, und ihr Marxbild ist entsprechend zu relativieren.
https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96konomisch-philosophische_Manuskripte_aus_dem_Jahre_1844
Für den Industriearbeiter ist die Arbeit also keine Aneignung der Welt (wie für Hegel), sondern nur eine Plackerei, der er sich unterwirft, um leben zu können:
„Der Arbeiter fühlt sich daher erst außer der Arbeit bei sich und in der Arbeit außer sich. Zu Hause ist er, wenn er nicht arbeitet, und wenn er arbeitet, ist er nicht zu Haus. Seine Arbeit ist daher nicht freiwillig, sondern gezwungen, Zwangsarbeit. Sie ist daher nicht die Befriedigung eines Bedürfnisses, sondern sie ist nur ein Mittel, um Bedürfnisse außer ihr zu befriedigen. Ihre Fremdheit tritt darin rein hervor, daß, sobald kein physischer oder sonstiger Zwang existiert, die Arbeit als eine Pest geflohen wird. Die äußerliche Arbeit, die Arbeit, in welcher der Mensch sich entäußert, ist eine Arbeit der Selbstaufopferung, der Kasteiung. Endlich erscheint die Äußerlichkeit der Arbeit für den Arbeiter darin, daß sie nicht sein eigen, sondern eines andern ist, daß sie ihm nicht gehört, daß er in ihr nicht sich selbst, sondern einem andern angehört.“
https://www.marxists.org/deutsch/archiv/marx-engels/1844/oek-phil/1-4_frem.htm
Der Arbeiter produziert nicht um seine eigenen Bedürfnisse zu befriedigen, sondern nur um des Lohnes willen, mit dem er das Lebensnotwendige für sich und seine Familie auf dem Markt erwirbt.
Die Arbeit ist daher nicht mehr die Betätigung der menschlichen Kräfte zur Aneignung der Welt wie bei Hegel, sondern sie ist zu einem bloßen Lebensmittel geworden. Marx spricht in diesem Zusammenhang von „entfremdeter Arbeit“. (https://de.wikipedia.org/wiki/Entfremdete_Arbeit)
Das Geld ist gewissermaßen an die Stelle der menschlichen Wesenskräfte getreten, mit denen er sich die Welt aneignet. Geld steht für alles andere:
„Was durch das Geld für mich ist, was ich zahlen, d.h., was das Geld kaufen kann, das bin ich, der Besitzer des Geldes selbst. So groß die Kraft des Geldes, so groß ist meine Kraft. Die Eigenschaften des Geldes sind meine – seines Besitzers – Eigenschaften und Wesenskräfte. Das, was ich bin und vermag, ist also keineswegs durch meine Individualität bestimmt. Ich bin häßlich, aber ich kann mir die schönste Frau kaufen. Also bin ich nicht häßlich, denn die Wirkung der Häßlichkeit, ihre abschreckende Kraft ist durch das Geld vernichtet. Ich – meiner Individualität nach – bin lahm, aber das Geld verschafft mir 24 Füße; ich bin also nicht lahm; ich bin ein schlechter, unehrlicher, gewissenloser, geistloser Mensch, aber das Geld ist geehrt, also auch sein Besitzer.“
Man kann sich hier fragen, wie denn eine nichtenfremdete Arbeit, ohne Arbeitsteilung und ohne Warenaustausch über Geld auf dem Markt denn aussehen könnte? Doch wohl nur, indem jeder das, was er für sein Leben braucht, selber herstellt und konsumiert, also etwa wie die Amazonas-Indianer, die jagen, Früchte sammeln, und den Rest des Tages frei haben.
Das will Marx natürlich nicht. Seine Vorstellung ist vielmehr, dass der Fortschritt von Gesellschaft und Technik erhalten bleibt, aber die Entfremdung aufgehoben wird, indem das Privateigentum an dem Produktionsmitteln aufgehoben und die Lohnarbeit abgeschafft wird. Wie das nun genau geschehen soll, darüber hat er sich wenig geäußert, klar war für ihn nur, dass die notwendge Veränderung eine revolutionäre sein müsste und keine allmähiche Verbesserung der Lebensverhältnisse der Arbeiter durch Reformen.
Seine Anhänger wussten also, dass sie den bürgerlich-kapitalistischen Staat gewaltsam zerschlagen mussten, aber was danach zu geschehen hatte, das war unklar. Dies wurde Marx schon zu seinen Lebzeiten vorgeworfen, z.B. von dem Anarchisten Bakunin.Leszek Kolakowski schreibt dazu in seiner Geschichte des Marxismus:
„Bakunin nahm ein Problem in Angriff, das Marx nicht erwogen hatte und das alles andere als ein imaginäres war: Auf welche Weise hat man sich eine zentralisierte Wirtschaftsmacht ohne politischen Zwang vorzustellen? Und wenn die Zukunftsgesellschaft die Scheidung in Regierte und Regierende aufrechterhalten sollte, wie kann dann die Entstehung eines neuen Privilegiensystem verhindert werden, sofern bekannt ist, daß das Machtprivileg eine natürliche Tendenz zur Selbstverewigung aufweist? Diese Fragen sollten sich von nun an häufig in den Kritiken wiederholen, die Anarchisten und Syndikalisten gegen den Marxismus richteten. Daß Marx sich den Sozialismus nicht als eine despotische Herrschaft vorgestellt hat, in der der politische Apparat seine Privilegien auf der Grundlage des Monopols an der Verwaltung der Produktionsmittel sichern würde, scheint mehr als evident. Und doch stellte Bakunin ihm zu diesem Problem Fragen, die Marx nicht beantwortete. Man kann sagen, daß Bakunin der erste gewesen ist, der den Leninismus gewissermaßen aus dem Marxismus deduziert hat, womit er einen außergewöhnlichen Scharfsinn bewies.“
Und, so könnte man ergänzen, worin er von der Geschichte der Sowjetunion bestätigt wurde, die einen Versuch darstellte, die Marxschen Vorstellungen mit Hilfe der Staatsgewalt (Verwaltung der Produktionsmittel durch den Staat) in die Tat umzusetzen.
Alexander Solschenizyn führt das System der Zwangsarbeitslager, in dem unter Stalin Millionen Menschen inhaftiert waren, in sofern direkt auf Marx (und seinen Freund und Mitarbeiter Engels) zurück. Er schreibt:
„Friedrich Engels forschte und befand, dass der Mensch nicht mit der Geburt der sittlichen Idee , auch nicht mit dem Bweginn des Denkvorgangs seinen Ursprung genommen hat, sondern mit einem zufälligen und sinnlosen Arbeitsakt: Der Affe griff nach einem Stein – und damit begann´s. Karl Marx wiederum bezeichnete in seiner „Kritik des Gothaer Programms“ (1875) ohne zu zögern die Produktive Arbeit als einziges Mittel zur Besserung von Verbrechern; wieder stand die Arbeit vor dem Denken und Grübeln, der sittlichen Selbsterkenntnis, vor Reue, vor der Sehnsucht. Er selbst hatte sein Lebtag nicht die Spitzhacke geschwungen, auch nicht mit dem Schubkarren Bekanntschaft gemacht, weder Kohle gefördert noch Holz geschlagen, und ob er Kleinholz für die Küche machen konnte, wir wissen es nicht; was tut´s, er schreib es nieder, und das Papier wehrte sich nicht.“
(Solschenizyn, Archpel Gulag)
Man sieht also dass der Marxismus eine hochkomplizierte Theorie ist, in der es keineswegs darum geht, einfach alles zu zerstören (wie z.B. Danisch meint). Der humanistische Impuls von Marx, der auf die Befreiung des Menschen von Ausbeutung und Unterdrückung zielt, ist durchaus glaubhaft, allerdings führt das Fehlen jeder konkreten politischen Strategie zur Umsetzung des Programmes dazu, dass die Versuche dazu immer wieder in Diktaturen und massiver Naturzerstörung enden.

Frauenquote in der CDU

Die CDU diskutiert eine Frauenquote. Die Bild stellt einige Stimmen dazu dar (via Arne):

Mitglieder der Verhandlungen zeigten sich gegenüber BILD skeptisch, ob die gefundene Kompromisslösung auf dem nächsten Bundesparteitag eine Chance hat. Die Delegierten könnten sie schlichtweg als nicht umsetzbar ablehnen. Ein Teilnehmer der Verhandlungen zu BILD: „Das ist nicht mehrheitsfähig.“

JU-Chef Tilman Kuban (33) erklärte gegenüber BILD: „Bis zum Parteitag steht uns eine intensive Debatte bevor und mir ist klar, dass an der Parteibasis und in der JU noch viel Überzeugungsarbeit nötig ist.“

Kuban betonte, dass er in der bevorstehenden Debatte die Gegner der Frauenquote nicht verunglimpfen wolle. „Ich werde diese Debatte führen und eines nicht tun: Gegner einer Quote als frauenfeindlich oder rückwärtsgewandt darstellen – das sind sie nicht“, so Kuban. Es gelte der Respekt vor der Meinung des Anderen.

(…) Außenexperte und Kandidat um den Parteivorsitz Norbert Röttgen (54, CDU) spricht sich in BILD für die Quoten-Lösung aus. „Ich unterstützte den gefundenen Kompromiss“, so Röttgen. Er reiche aber nicht aus, um mehr Frauen für die CDU zu gewinnen. „Die CDU muss die besonderen Belange von Frauen thematisch und in der Parteiarbeit zu einem dauerhaften Schwerpunkt machen.“

Die CDU-Abgeordnete Jana Schimke (40) erklärt in BILD, warum sie GEGEN den Kompromiss stimmte: „Ich habe mit Nein gestimmt, weil ich die Politik des leeren Stuhls nicht mittrage und eine Quote von 40% und 50% nicht dem Frauenanteil in der Mitgliedschaft entspricht.“ Schimke weiter: „Wenn Frauen künftig in der CDU deutlich leichter ein Amt bekommen können als Männer, ist das nicht gerecht.“

Auch CDU-Innenexperte Christoph de Vries (45) ist weiter skeptisch. „Der berechtigte Wunsch nach mehr Beteiligung von Frauen in Spitzenämtern darf nicht zur Selbstbenebelung vor der Wirklichkeit führen“, so de Vries zu BILD. Es sei Fakt, dass es „nicht annähernd genug aktive Frauen in der Breite in der CDU gibt, um paritätische Besetzungen zu ermöglichen“.

Ex-Verteidigungsminister und Verfassungsrechtler Rupert Scholz (83, CDU) sieht rechtliche Probleme bei der Umsetzung der Quote. Bei einem Mitgliederanteil von 26% Frauen verstoße eine Vorstandsquote von 50% gegen den Grundsatz der Gleichheitsgerechtigkeit, sagte Scholz zu BILD. Die freie Wahl der CDU-Mitglieder werde beträchtlich eingeschränkt, wenn es Vorgaben für die Zusammensetzung von gewählten Gremien gebe.

Ich glaube nicht dass es sich für die CDU politisch lohnt eine Frauenquote einzuführen. Bisher kommt sie bei dem Frauen auch so gut an. Für das politische Klima an sich wäre mir ein euch zurück ins konservativere Lager oder besser ein Ruck in eine liberale Richtung lieber.

 

 

Thesen und sie stützende Zitate aus dem Bereich „Critical Theory“

Eine gute Zusammenstellung von Thesen und Auszügen aus Texten dazu:

Premise #1: Individual identity is inseparable from group identity as ‘oppressed’ or ‘oppressor’

Premise #2: Oppressor groups subjugate oppressed groups through the exercise of hegemonic power

Premise #3: Our fundamental moral duty is freeing groups from oppression

Premise #4: ‘Lived experience’ is more important than objective evidence in understanding oppression

Premise #5: Oppressor groups hide their oppression under the guise of objectivity

Premise #6: Individuals at the intersection of different oppressed groups experience oppression in a unique way

Premise #1: Individual identity is inseparable from group identity as ‘oppressed’ or ‘oppressor’

My schooling gave me no training in seeing myself as an oppressor… I was taught [wrongly] to see myself as an individual whose moral state depended on her individual moral will” – Peggy McIntosh, “White Privilege and Male Privilege,” in Andersen and Collins, Race, Class, and Gender: An Anthology, p. 72

“Individualism holds that we are each unique and stand apart from others, even those within our social groups…Setting aside your sense of uniqueness is a critical skill that will allow you to see the big picture of the society in which we live; individualism will not” – Robin DiAngelo, White Fragility, 2018, p. 9, 13).

“Some readers may be shocked to see a white person contritely acknowledge that she is racist. I do not say this with pride. I simply believe that no matter how hard I work at not being racist, I still am. Because part of racism is systemic, I benefit from the privilege that I am struggling to see…. All whites are racist in this [systemic] use of the term because we benefit from systemic white privilege.” – Stephanie Wildman with Adrienne Davis, “Language and Silence: Making Systems of Privilege Visible”, Readings for Diversity and Social Justice, p. 56

”When confronted with the analysis that men have all the power, many men react incredulously. ‘What do you mean, men have all the power?’ they ask. ‘What are you talking about?… I have no power at all! I’m completely powerless!”… men’s experience of powerlessness is real – the men actually feel it and certainly act on it- but it is not true, that is, it does not accurately describe their condition. In contrast to women’s lives, men’s lives are structured around relationships of power and men’s differential access to power, as well as the differential access to that power of men as a group.” – Michael S. Kimmel, “Masculinity as Homophobia: Fear, Shame, and Silence in the Construction of Gender Identity,” Readings…p. 217-218

“in order for those of you who are White to develop empathy for the experiences of people of color, you must grapple with how your white skin has privileged you. This is difficult to do, because it not only entails the intellectual process of seeing how whiteness is elevated in institutions and symbols, but it also involves the often painful process of seeing how your whiteness has shaped your personal biography… how have [your mother and father] passed on the benefits of their whiteness to you?” – Patricia Hill Collins, “Toward a New Vision: Race, Class, and Gender as Categories of Analysis and Connect”, Readings for Diversity and Social Justice, p. 461

“Many whites feel that these [affirmative action] programs victimize them, that more qualified white candidates will be required to sacrifice their positions to less qualified minorities… The narrative behind this assumption characterizes whites as innocent, a powerful metaphor, and blacks as – what?… By contrast, many critical race theorists and social scientists hold that racism is pervasive, systemic, and deeply ingrained. If we take this perspective, then no white member of society seems quite so innocent.” – Richard Delgado and Jean Stefancic, Critical Race Theory: An Introduction, p. 91

This book is unapologetically rooted in identity politics. I am white and am addressing a common white dynamic. I am mainly writing to a white audience; when I use the terms us and we, I am referring to the white collective.” – Robin DiAngelo, White Fragility, p. xiv

“a positive white identity is an impossible goal. White identity is inherently racist; white people do not exist outside the system of white supremacy. This does not mean that we should stop identifying as white and start claiming only to be Italian or Irish. To do so is to deny the reality of racism in the here and now, and this denial would simply be color-blind racism. Rather, I strive to be ‘less white.’ To be less white is to be less racially oppressive.” – Robin DiAngelo, White Fragility, p. 149-150

Gender is a learned identity, but, as with race, it cannot be understood at the individual level alone.” – Margaret Andersen and Patricia Collins, “Conceptualizing Race, Class, and Gender”, Race, Class, and Gender: An Anthology, p. 51

Premise #2: Oppressor groups subjugate oppressed groups through the exercise of hegemonic power

“In any relationship between groups that define one another (men/women, able-bodied/disabled, young/old), the dominant group is the group that is valued more highly.  Dominant groups set the norms by which the minoritized group is judged.” (p. 25) “Hegemony refers to the control of the ideology of a society. The dominant group maintains power by imposing their ideology on everyone.” (p. 50) – Sensoy and DiAngelo, Is Everyone Really Equal?

Whiteness rests upon a foundational premise: the definition of whites as the norm or standard for human, and people of color as a deviation from that norm.” – Robin DiAngelo, White Fragility, 2018, p. 25.

“In common usage today, ’hegemony’ might simply be used as a synonym for dominance and supremacy.  Concepts of hegemony enable us to appreciate how dominant groups manipulate symbols and images to construct ‘common sense’ and thereby maintain their power.  Such groups increasingly are defined and understood not only in terms of class but also in terms of gender, race, sexual orientation, and so forth.” – Jacob P. K. Gross, “Education and Hegemony: The Influence of Antonio Gramsci” in Beyond Critique: Exploring Critical and Social Theories in Education, p. 57, 65.

“Power is typically equated with domination and control over people or things. Social institutions depend on this version of power to reproduce hierarchies of race, class, and gender.” – Margaret Andersen, “Social Change and the Politics of Empowerment”, Race, Class, and Gender: An Anthology, p. 450

“People [in the US] are commonly defined as other on the basis of race or ethnicity, gender, religion, sexual orientation, socioeconomic status, age, and physical or mental ability. Each of these categories has a form of oppression associated with it: racism, sexism, religious oppression/anti-Semitism, heterosexism, classism, ageism, and ableism, respectively. In each case, there is a group considered dominant (systematically advantaged by the society because of group membership) and a group considered subordinate or targeted (systematically disadvantaged).” – Beverly Tatum, “The Compexity of Identity: ‘Who Am I?’”, Readings for Diversity and Social Justice, p. 11

Dominant or agent groups are considered the ‘norm’ around which assumptions are built, and these groups receive attention and recognition. Agents have relatively more social power, and can ‘name’ others… Agent groups include men, white people, middle- and upper-class people, abled people, middle-aged people, heterosexuals, and gentiles.” – Bobbie Harro, “The Cycle of Socialization”, Readings for Diversity and Social Justice, p. 17

“Examining privilege reveals that the characteristics and attributes of those who are privileged group members are described as societal norms – as the way things are and as what is normal in society. This normalization of privilege means that members of society are judged, and succeed or fail, measured against the characteristics that are held by those privileged.” – Stephanie Wildman with Adrienne Davis, “Language and Silence: Making Systems of Privilege Visible”, Readings for Diversity and Social Justice, p. 53

“oppression also traditionally carries a strong connotation of conquest and colonial domination… New left social movements of the 1960s and 1970s, however, shifted the meaning of the concept of oppression. In its new usage, oppression designates the disadvantage and injustice some people suffer not because a tyrannical power coerces them, but because of the everyday practices of a well-intentioned liberal society… Oppression in this sense is structural, rather than the result of a few people’s choices or policies. Its causes are embedded in unquestioned norms, habits, and symbols.” – Iris Young, “Five Faces of Oppression,” Readings for Diversity and Social Justice, p. 36

Heterosexism is the institutionalization of a heterosexual norm or standard, which establishes and perpetuates the notion that all people are or should be heterosexual, thereby privileging heterosexuals and heterosexuality, and excluding the needs, concerns, cultures, and life experiences of LGBT peple.” – Warren J. Blumenfeld, “Heterosexism”, Readings for Diversity and Social Justice, p. 262-263

“First, in considering oppression theory, the question ‘what is sexism?’ is addressed through a definition that combines prejudicial attitudes or beliefs with social power. Suzanne Pharr defines sexism as “an enforced belief in male dominance and control” held in place by system of power and control that ultimately keep women subordinate to men. These systems of power and control take place at institutional, cultural, and individual levels.” – Heather Hackman, “Sexism”, Readings for Diversity and Social Justice, p. 199,

Racial prejudice when combined with social power -access to social, cultural, and economic resources and decision making- leads to the institutionalization of racist policies and practices… the idea of systemic advantage and disadvantage is critical to an understanding of how racism operates in American society.” Beverly Tatum, “Defining Racism: ‘Can We Talk?’”, Readings for Diversity and Social Justice, p. 80

Like other forms of oppression, ableism operates on individual, cultural, and institutional levels. Ableism affects those with disabilities by inhibiting their access to and power within institutional structures that fulfill basic needs, like health care, housing, government, education, religion, the media, and the legal system.” Rosie Castañeda and Madeline Peters, “Ableism”, Readings for Diversity and Social Justice, 320

“Like racism, sexism is a system of beliefs and behaviors by which a group is oppressed, controlled, and exploited because of presumed gender differences…. Homophobia – the fear of homosexuality- is part of the system of social control that legitimates and enforces gender oppression. It supports the system of compulsory heterosexuality” – Margaret Andersen, Race, Class, and Gender: An Anthology, p. 51-52

Racism…, Sexism,…Ageism. Heterosexism. Elitism. Classism. It is a lifetime pursuit for each one of us to extract these distortions from our living” Audre Lorde,  “Age, Race, Class, and Sex: Women Redefining Difference”, Race, Class, and Gender: An Anthology, p. 496

“The cultural system of meanings, values, behavioral norms and interpretations of reality express the identity of the society, regulate conduct and maintain its cohesion integration, much as Durkheim said about religion. But that said, the values of every society are shaped by the interests of the ruling classes in such ways that ultimately sustain their power” – Lauren Langman, “From Domination to Liberation: Marcuse, Gramsci, and a Critical Theory of Social Mobilization”, p.12. Conference Papers  American Sociological Association

Marcuse’s notions of ‘one dimensional thought’…complements the critical theory tradition to better understand how hegemony, as cultural domination, normalizes and sustains the political/economic power of particular historic blocs – the ruling coalition of economic, political and cultural elites” – Lauren Langman, “From Domination to Liberation: Marcuse, Gramsci, and a Critical Theory of Social Mobilization”, p.14, Conference Papers – American Sociological Association.

“The bias of higher education, including the so-called sciences, is white and male, racist and sexist; and this bias is expressed in both subtle and blatant ways… Sexist grammar burns into the brains of little girls and young women a message that the male is the norm, the standard, the central figure beside which we are the deviants, the marginal, the dependent variables. It laws the foundations for androcentric thinking, and leaves men safe in their solipsistic tunnel-vision.” – Adrienne Rich, “Taking Women Students Serious”, Race, Class, and Gender: An Anthology, p. 393

racism, like other forms of oppression, is not only a personal ideology based on racial prejudice, but a system involving cultural messages and institutional policies and practices as well as the beliefs and actions of individuals” – Beverly Tatum, Why Are All the Black Kids…, p. 7

“But critical theory goes even further. It unearths the ways in which an unjust society utilises a set of ideas to convince people that this unjust situation is normal. Critical theory is a way of reading this situation so as both to understand and change it” – Ted Fleming, Book Review of The Power of Critical Theory for Adult Learning and Teaching. In The Adult Learner: The Journal of Adult and Community Education in Ireland. 2005, p. 85.

Premise #3: Our fundamental moral duty is freeing groups from oppression

“Prior to celebrating diversity, we must first eliminate intolerance. No matter what form it takes or who does it, we must all take action to stop intolerance when it happens. Working towards a celebration of diversity implies working for social justice – the elimination of all forms of social oppression… Social injustice takes many forms. It can be injustice based on a person’s gender, race, ethnicity, religion, sexual orientation, physical or mental ability, or economic class.” – Mary McClintock, “How to Interrupt Oppressive Behavior,” Readings for Diversity and Social Justice, p. 483

“These political times call for renewed dialogue about and commitment to the politics of liberation…Liberation requires a struggle against discrimination based on race, class, gender, sexual identity, ableism and age” – Suzanne Pharr, “Reflections on Liberation,” in Adams et. al,. Readings for Diversity and Social Justice, p. 450

“Liberation is the practice of love… Liberation is finding balance in our individual lives and in the agendas of our coalitions. Liberation is the development of competence, the ability to make something happen consistent with a goal…. Liberation is the belief that we can succeed, a sense of confidence in ourselves and in our collective efforts… Liberation is a joy at our collective efficacy and at surviving in a world that sometimes tries to kill us…Liberation is the knowledge that we are not alone… Liberation is commitment to the effort of critical transformation, to the people in our community, to the goal of equity and justice, and to love. Liberation is passion and compassion, those strong and motivating feelings that we must live be our hearts as well as our minds. Liberation is based in something far bigger than me as an individual, or us as a coalition, or our organization as a community, or any one nation, or any particular world. It’s about that force that connects us all to one another as living beings, that force that is defined differently by every spiritual belief system but which binds us by the vision that there can be a better world and we can help to create it.” – Bobbie Harro, “The Cycle of Liberation”, Readings for Diversity and Social Justice, p. 469

“I have a racist worldview, deep racial bias, racist patterns, and investments in the racist system that has elevated me… I didn’t chose [sic] this socialization, and it could not be avoided. But I am responsible for my role in it. To the degree that I have done my best in each moment to interrupt my participation, I can rest with a clearer conscience.” –Robin DiAngelo, White Fragility, p. 149

Premise #4: ‘Lived experience’ is more important than objective evidence in understanding oppression

The idea that objectivity is best reached only through rational thought is a specifically Western and masculine way of thinking – one that we will challenge throughout this book.” – Margaret L. Andersen and Patricia Hill Collins, “Reconstructing Knowledge,” in Anderson and Collins, Race, Class, and Gender, p. 4-5

There is no single true, or all encompassing, description.  We participate in creating what we see in the very act of describing it.  Social and moral realities, the subject of this chapter, are just as indeterminate and subject to interpretation as single objects or events, if not more so.  My premise is that much of social reality is constructed.  We decide what is and, almost simultaneously, what ought to be.  For many minority persons, the principal instrument of their subordination…is the prevailing mind-set by means of which members of the dominant group justify the world as it is – that is, with whites on top and browns and blacks on bottom.  Stories, parables, chronicles, and narratives are powerful means for destroying mind-set — the bundle of presuppositions, received wisdoms, and shared understandings…the cure is storytelling (or as I sometimes call it, counterstorytelling.” – Richard Delgado, “Storytelling for Opposistionalists and Others”; in Critical Race Theory, pp 71-72

“Heterosexual white men in this society tend to have a dualistic view of the world: we are either right or wrong, winners or losers. There is only one truth, and we will fight with one another to determine whose truth is right. To understand oppression requires that we accept others’ experiences as truthful, even though they may be very different from ours. To live with equality in a diverse, pluralistic society, we have to accept the fact that all groups and individuals have a legitimate claim to what is true and real for them” – Cooper Thompson, “Can White Men Understand Oppression?”, Readings for Diversity and Social Justice, p. 478

Premise #5: Oppressor groups hide their oppression under the guise of objectivity

“Ideology – the received wisdom – makes current social arrangements seem fair and natural.  Those in power sleep well at night; their conduct does not seem to them like oppression” – Richard Delgado, “Storytelling for Oppositionists and Others”; in Critical Race Theory, pp 71-72

“This new ideology [pf color-blind racism] has become a formidable political tool for the maintenance of the racial order. Much as Jim Crow racism served as the glue for defending a brutal and overt system of racial oppression in the pre-civil rights era, color-blind racism serves today as the ideological armor for a covert and institutionalized system in the post-civil rights era. And the beauty of this new ideology is that it aids in the maintenance of white privilege without fanfare, without naming those who it subjects and those who it rewards.” Eduardo Bonilla-Silva, Racism Without Racists, p. 3-4

at no point in history have dominant groups, whether capitalists, men, or whites, proclaimed that their domination is rooted in unfairness and oppression or characterized their behavior as abominable. Hence, whether in the slavery, Jim Crow, or post-civil rights eras, whites have never acknowledged any wrongdoing.” – Eduardo Bonilla-Silva, Racism Without Racists, p. 19

“Other [non-critical] forms of thought were seen as affirmative of the existing order in spite of their self-proclaimed neutrality and objectivity… Social interests were hidden within the philosophical discourse.” – Stephen Bronner, Critical Theory, p. 23

The extent to which the concept of race has changed over time demonstrates that earlier categories based on race.. have primarily served to perpetuate or justify systems of privilege and power. For instance, in the United States the ‘one-drop rule’ was  established during slavery in order to ensure that anyone who had a remote relative of African descent, even if this heritage was not visible, could be kept in slavery… On the other hand, ‘blood quantum’ rules have been used to eliminate most ‘mixed-bloods’ from tribal rolls… In both cases the goal was to perpetuate a system of advantages that benefited the white power structure.” – Ximena Zúñiga and Rosie Castañeda, “Racism”, Readings for Diversity and Social Justice, p. 63-64

“The process of gendering and its outcome are legitimated by religion, law, science, and the society’s entire set of values… Western society’s values legitimate gendering by claiming that it all comes from physiology – female and male procreative differences. But sex and gender are not equivalent.” – Judith Lorber, “’Night to His Day’: The Social Construction of Gender”, Readings for Diversity and Social Justice, p. 205.

“The gendered practices of everyday life reproduce a society’s view of how women and men should act. Gendered social arrangements are justified by religion and cultural productions and backed by law, but the most powerful means of sustaining the moral hegemony of the dominant gender ideology is that the process is made invisible; any possible alternatives are virtually unthinkable (Foucault 1972; Grasci 1971).” – Judith Lorber, “’Night to His Day’: The Social Construction of Gender”, Readings for Diversity and Social Justice, p. 207.

Ideology refers to a system of beliefs that distort reality at the same time that the justify the status quo…. This myth [of a classless society] serves the dominant class, making class privilege seem like something one earns, not something that is deeply embedded in the institutions of society. Langston and Bonacich also suggest that systems of privilege and inequality (by race, class, and gender) are least visible to those who are most privileged by them and who, in turn, control the resources to define the dominant cultural belief systems. This is perhaps why men more than women deny that patriarchy exists, why whites more than Blacks believe racism is disappearing, and why the privileged, not the poor, are more likely to believe that one gets ahead through heard work.” – Margaret Andersen and Patricia Collins, “Conceptualizing Race, Class, and Gender”, Race, Class, and Gender: An Anthology, p. 51

In ‘Ideology and Belief Systems’ we see how dominant ideologies about race, class, and gender and ideologies of resistance developed by subordinated groups gain institutional expression in language, the media, humor, and music. People with the power to define reality create dominant ideologies reflecting their own interests, as Gloria Steinem reminds us in ‘If Men Could Menstruate.’” Margaret Andersen and Patricia Collins, “Rethinking Institutions”, Race, Class, and Gender: An Anthology, p. 174

the very discourse of colorblindness – created by neoconservatives and neoliberals in order to trivialize and disguise the depths of black suffering in the 1980s and ‘90s has left America blind to the New Jim Crow.” – Cornell West in the forward to Michelle Alexander, The New Jim Crow, p. x

“For me, the new [racial] caste system is now as obvious as my own face in the mirror. Like an optical illusion –one in which the embedded image is impossible to see until its outline is identified- the new caste system lurks invisibly within the maze of rationalizations we have developed for persistent racial inequality.” – Michelle Alexander, The New Jim Crow, p. 12

“Since segregationists had first developed them in the early twentieth century, standardized tests – from the MCAT to the SAT and IQ exams – had failed time and again to predict success in college and professional careers or even to truly measure intelligence. But these standardized tests had succeeded in their original mission: figuring out an ‘objective’ way to rule non-Whites (and women and poor people) intellectually inferior, and to justify discriminating against them in the admissions process. It had become so powerfully ‘objective’ that those non-Whites, women, and poor people would accept their rejection letters and not question the admissions decisions. Standardized exams have, if anything, predicted the socioeconomic class of the student and perhaps a student’s first-year success in college or in a professional program – which says that the tests could be helpful for students after they are admitted, to assess who needs extra assistance the first year”- Ibram X. Kendi, Stamped from the Beginning, p. 426-427

“Racial structures remain in place for the same reasons that other structures do. Since actors racialized as ‘white’ – or as members of the dominant race- receive material benefits from the racial order, they struggle (or passively receive the manifold wages of whiteness) to maintain their privileges… Therein lies the secret of racial structures and racial inequality the world over. They exist because they benefit members of the dominant race.”  – Eduardo Bonilla-Silva, Racism Without Racists, p. 9

“The central component of any dominant racial ideology is its frames or set paths for interpreting information… Dominant racial frames therefore provide the intellectual road map used by rulers to navigate the always rocky road of domination and… derail the ruled from their track to freedom and equality.” Eduardo Bonilla-Silva, Racism Without Racists, p. 74

Premise #6: Individuals at the intersection of different oppressed groups experience oppression in a unique way

“Imagine a black woman [who may be] a single working mother… She experiences, potentially, not only multiple forms of oppression but ones unique to her and to others like her.” – Richard Delgado and Jean Stefancic, Critical Race Theory: An Introduction, p. 59

“Most people in the United States think of feminism, or the more commonly used term ‘women’s lib,’ popularized by the media and mainstream segments of the movement raises problematic questions…Since men are not equals in white supremacist, capitalist, patriarchal class structure, which men do women want to be equal to? … Implicit in this simplistic definition of women’s liberation is a dismissal of race and class as factors that, in conjunction with sexism, determine the extent to which an individual will be discriminated against, exploited, or oppressed.” – bell hooks, “Feminism: a Movement to End Sexist Oppression,” Readings for Diversity and Social Justice, p. 238

“Feminism as a movement to end sexist oppression directs our attention to systems of domination and the inter-relatedness of sex, race, and class oppression. Therefore, it compels us to centralize the experiences and the social predicaments of women who bear the brunt of sexist oppression as a way to understand the collective social status of women in the United States.” bell hooks, “Feminism: a Movement to End Sexist Oppression,” Readings for Diversity and Social Justice, p. 248

“Time and time again, I have observed that the usual response among white women’s groups when the ‘racism issue’ comes up is to deny the difference. I have heard comments like, ‘Well, we’re open to all women; why don’t they (women of color) come? You can only do so much…’ But there is seldom any analysis of how the very nature and structure of the group itself may be founded on racist or classist assumptions.” – Cherrie Moraga, “Shifting the Center”, Race, Class, and Gender: An Anthology, p. 26

“individuals appear at differing points on the sexuality and gender continuum and n the path toward a definition of their identities; and individuals come from disparate racial, sexual, gender, class, ethnic, religious, age, and regional backgrounds as well as physical and mental abilities. Therefore, the weight of oppression does not fall on them uniformly.” – Warren J. Blumenfeld, “Heterosexism,” Readings…, p. 265

Ich finde da sind einige starke Punkte bei. Sollte ich das noch mal Premise für Premise durchgehen?

Robin DiAngelo Zitate

Ein paar Zitate aus den Schriften von Robin DiAngelo, weil ich es immer ganz interessant finde mal was aus den Schriften selbst zu lesne

“It is white people’s responsibility to be less fragile; people of color don’t need to twist themselves into knots trying to navigate us as painlessly as possible.”
― Robin DiAngelo, White Fragility: Why It’s So Hard for White People to Talk About Racism
Klar, die Unterdrückende Gruppe ist immer dafür verantwortlich, dass etwas aufhört und das gilt natürlich noch mehr, wenn sie dadurch verletzt sind, dass man ihnen aufzeigt, dass sie Unterdrücker sind.
“I believe that white progressives cause the most daily damage to people of color. I define a white progressive as any white person who thinks he or she is not racist, or is less racist, or in the “choir,” or already “gets it.” White progressives can be the most difficult for people of color because, to the degree that we think we have arrived, we will put our energy into making sure that others see us as having arrived. None of our energy will go into what we need to be doing for the rest of our lives: engaging in ongoing self-awareness, continuing education, relationship building, and actual antiracist practice. White progressives do indeed uphold and perpetrate racism, but our defensiveness and certitude make it virtually impossible to explain to us how we do so.”
― Robin DiAngelo, White Fragility: Why It’s So Hard for White People to Talk About Racism
Also weiße Linke sprechen sich gerne von Schuld frei, tatsächlich kann es aber schwieriger sein sie auf ihren Rassimus hinzuweisen, weil sie denken sie seien bereits nicht mehr rassistisch und das auch zeigen wollen. Tatsächlich muss man aber lebenslang daran arbeiten, es gibt anscheinend keinen Zustand in dem man nicht mehr rassistisch ist.
“I was co-leading a workshop with an African American man. A white participant said to him, „I don’t see race; I don’t see you as black.“ My co-trainer’s response was, „Then how will you see racism?“ He then explained to her that he was black, he was confident that she could see this, and that his race meant that he had a very different experience in life than she did. If she were ever going to understand or challenge racism, she would need to acknowledge this difference. Pretending that she did not noticed that he was black was not helpful to him in any way, as it denied his reality – indeed, it refused his reality – and kept hers insular and unchallenged. This pretense that she did not notice his race assumed that he was „just like her,“ and in so doing, she projected her reality onto him. For example, I feel welcome at work so you must too; I have never felt that my race mattered, so you must feel that yours doesn’t either. But of course, we do see the race of other people, and race holds deep social meaning for us.”
― Robin DiAngelo, White Fragility: Why It’s So Hard for White People to Talk About Racism
Martin Luther Kind mit seinem Traum, dass Leute keine Hautfarben mehr sehen, ist damit erledigt, er ist rassistisch.
Ich würde es so sehen:
Zu sagen, dass man keine Hautfarbe sieht kann natürlich bedeuten, dass man Probleme, die mit einer Hautfarbe einhergehen ausblendet. Aber üblicherweise bedeutet es ja, dass man aus seiner Sicht jeden gleich behandelt und für die eigene Behandlung des gegenüber die Hautfarbe keine Rolle spielen soll, auch wenn man einem gleichzeitig bewußt ist, dass andere das nicht machen und das dann Rassismus sein kann.
Aber es verträgt sich natürlich schlecht mit einer allgemeinen Opferrolle nach Gruppenzugehörigkeit.
“The key to moving forward is what we do with our discomfort. We can use it as a door out—blame the messenger and disregard the message. Or we can use it as a door in by asking, Why does this unsettle me? What would it mean for me if this were true?”
Alles beides kann man durchaus fragen. Allerdings ist die Frage, ob es war ist, sicherlich eine, die zuerst zu beantworten ist.
White people raised in Western society are conditioned into a white supremacist worldview because it is the bedrock of our society and its institutions. Regardless of whether a parent told you that everyone was equal, or the poster in the hall of your white suburban school proclaimed the value of diversity, or you have traveled abroad, or you have people of color in your workplace or family, the ubiquitous socializing power of white supremacy cannot be avoided. The messages circulate 24-7 and have little or nothing to do with intentions, awareness, or agreement. Entering the conversation with this understanding is freeing because it allows us to focus on how–rather than if–our racism is manifest. When we move beyond the good/bad binary, we can become eager to identify our racist patterns because interrupting those patterns becomes more important than managing how we think we look to others.

I repeat: stopping our racist patterns must be more important than working to convince others that we don’t have them. We do have them, and people of color already know we have them; our efforts to prove otherwise are not convincing. An honest accounting of these patterns is no small task given the power of white fragility and white solidarity, but it is necessary.”
― Robin DiAngelo, White Fragility: Why It’s So Hard for White People to Talk About Racism

Das ist eben ein klassisches Erbsündekonzept. Die Sünde ist überall, sie ist tief in unserer Gesellschaft und sie ist nicht zu bestreiten. Wer sie bestreitet, der verliert wertvolle Zeit, die er besser damit verbringen könnte die Sünde zu vermindern. Und dann im zweiten Teil die Aussage „unser rassistischen Muster zu stoppen muss wichtiger sein als andere zu überzeugen, dass es sie nicht gibt“. Also hinterfragen ist Tabu, es geht einem damit nur darum wie man vor anderen dasteht und man behindert den Abbau.
“The simplistic idea that racism is limited to individual intentional acts committed by unkind people is at the root of virtually all white defensiveness on this topic.”
― Robin DiAngelo, White Fragility: Why It’s So Hard for White People to Talk About Racism
Auch wieder eine gute Aussage, wenn man innerhalb der Theorien Kritik abblocken möchte. Es gibt kein Herausreden damit, dass man nicht bewußt rassistisch ist, man ist es jedenfalls unterbewußt und deswegen muss man seine Schuld eingestehen.
“Racism is the norm rather than an aberration. Feedback is key to our ability to recognize and repair our inevitable and often unaware collusion. In recognition of this, I try to follow these guidelines: 1.   How, where, and when you give me feedback is irrelevant—it is the feedback I want and need. Understanding that it is hard to give, I will take it any way I can get it. From my position of social, cultural, and institutional white power and privilege, I am perfectly safe and I can handle it. If I cannot handle it, it’s on me to build my racial stamina. 2. Thank you. The above guidelines rest on the understanding that there is no face to save and the game is up; I know that I have blind spots and unconscious investments in racism. My investments are reinforced every day in mainstream society. I did not set this system up, but it does unfairly benefit me, I do use it to my advantage, and I am responsible for interrupting it. I need to work hard to change my role in this system, but I can’t do it alone. This understanding leads me to gratitude when others help me.”
Klingt etwas nach einem Glaubensbekenntnis. Man gibt sich ganz dem wonnigen Gedanken hin, dass man ein Sünder ist der dabei ist sich zu verbessern.
“If I believe that only bad people are racist, I will feel hurt, offended, and shamed when an unaware racist assumption of mine is pointed out. If I instead believe that having racist assumptions is inevitable (but possible to change), I will feel gratitude when an unaware racist assumption is pointed out; now I am aware of and can change that assumption.”
― Robin DiAngelo, White Fragility: Why It’s So Hard for White People to Talk About Racism
Die Befreiung durch Anerkennung der eigenen Schuld und die Verbesserung scheint ein zentrales Element zu sein. Eine klassische Erlöserreligion: Wer gesteht ist schon fast frei von den Sünden.
“The most profound message of racial segregation may be that the absence of people of color from our lives is no real loss. Not one person who loved me, guided me, or taught me ever conveyed that segregation deprived me of anything of value. I could live my entire life without a friend or loved one of color and not see that as a diminishment of my life. In fact, my life trajectory would almost certainly ensure that I had few, if any, people of color in my life. I might meet a few people of color if I played certain sports in school, or if there happened to be one or two persons of color in my class, but when I was outside of that context, I had no proximity to people of color, much less any authentic relationships. Most whites who recall having a friend of color in childhood rarely keep these friendships into adulthood. Yet if my parents had thought it was valuable to have cross-racial relationships, they would have ensured that I had them, even if it took effort—the same effort so many white parents expend to send their children across town so they can attend a better (whiter) school. Pause for a moment and consider the profundity of this message: we are taught that we lose nothing of value through racial segregation. Consider the message we send to our children—as well as to children of color—when we describe white segregation as good.”
― Robin DiAngelo, White Fragility: Why It’s So Hard for White People to Talk About Racism
Das ist dann der Ansatz, wo man seinen Kindern auf Teufel komm raus einen „diversen“ Freund besorgen muss, einfach damit man dann gut darsteht. Der „Token Black Friend“ würde man da wieder im Feminismus sagen. Aber geschickterweise geht es ja auch um die Vergangenheit und die Verfehlungen der eigenen Eltern – hätten sie es für wichtig gehalten, dass man einen schwarzen Freund hat, dann wäre man jetzt weniger rassistisch.
“While implicit bias is always at play because all humans have bias, inequity can occur simply through homogeneity; if I am not aware of the barriers you face, then I won’t see them, much less be motivated to remove them. Nor will I be motivated to remove the barriers if they provide an advantage to which I feel entitled.”
― Robin DiAngelo, White Fragility: Why It’s So Hard for White People to Talk About Racism
Das ist die Idee, dass Privilegierte die Benachteiligungen nicht sehen können, mit dem dann auch die Deutungshoheit für die Nichtprivilegierten begründet wird.
“For those of us who work to raise the racial consciousness of whites, simply getting whites to acknowledge that our race gives us advantages is a major effort. The defensiveness, denial, and resistance are deep.”
― Robin DiAngelo, White Fragility: Why It’s So Hard for White People to Talk About Racism
Klar, weil sie daran dann direkt die ganze Erbsünde festmacht. Man reicht ihr den kleinen Finger und sie nimmt die ganze Hand.
“All systems of oppression are adaptive; they can withstand and adjust to challenges and still maintain inequality.”
Egal was mach macht es bleibt immer ein rassistisches System
“There is a difference between agreement and understanding: When discussing complex social and institutional dynamics such as racism, consider whether „I don’t agree“ may actually mean „I don’t understand.”
― Robin DiAngelo, What Does It Mean to Be White?: Developing White Racial Literacy
Widerspruch ist nicht gestattet! Wir haben die Wahrheit! Wenn du nicht zustimmst, dann hast du es nur nicht verstanden!
“The United States was founded on the principle that all people are created equal. Yet the nation began with the attempted genocide of Indigenous people and the theft of their land. American wealth was built on the labor of kidnapped and enslaved Africans and their descendants. Women were denied the right to vote until 1920, and black women were denied access to that right until 1964. The term identity politics refers to the focus on the barriers specific groups face in their struggle for equality. We have yet to achieve our founding principle, but any gains we have made thus far have come through identity politics.”
― Robin DiAngelo, White Fragility: Why It’s So Hard for White People to Talk About Racism
Auch eine nette Umdefinierung von Identititätspolitik.
“I am often asked if I think the younger generation is less racist. No, I don’t. In some ways, racism’s adaptations over time are more sinister than concrete rules such as Jim Crow.”
― Robin DiAngelo, White Fragility: Why It’s So Hard for White People to Talk About Racism
Natürlich nicht. Trotz einer vollkommen anderern Sicht darauf, trotz Jahren von Antirassismuslehrgängen, trotz eines schwarzen amerikanischen Präsidenten kann nichts besser geworden sein. Die Gefahr ist natürlich größer als jemals zuvor!
“Race scholars use the term white supremacy to describe a sociopolitical economic system of domination based on racial categories that benefits those defined and perceived as white. This system of structural power privileges, centralizes, and elevates white people as a group. If, for example, we look at the racial breakdown of the people who control our institutions, we see telling numbers in 2016–2017:

– Ten richest Americans: 100 percent white (seven of whom are among the ten richest in the world)
– US Congress: 90 percent white
– US governors: 96 percent white
– Top military advisers: 100 percent white
– President and vice president: 100 percent white
– US House Freedom Caucus: 99 percent white
– Current US presidential cabinet: 91 percent white
– People who decide which TV shows we see: 93 percent white
– People who decide which books we read: 90 percent white
– People who decide which news is covered: 85 percent white
– People who decide which music is produced: 95 percent white
– People who directed the one hundred top-grossing films of all time, worldwide: 95 percent white
– Teachers: 82 percent white
– Full-time college professors: 84 percent white
– Owners of men’s professional football teams: 97 percent white

These numbers are not describing minor organizations. Nor are these institutions special-interest groups. The groups listed above are the most powerful in the country. These numbers are not a matter of “good people” versus “bad people.” They represent power and control by a racial group that is in the position to disseminate and protect its own self-image, worldview, and interests across the entire society.”
― Robin DiAngelo, White Fragility: Why It’s So Hard for White People to Talk About Racism

Das ist wieder die Annahme, das die Leute ebenfalls Identitätspolitik spielen und das für die Gruppe, der sie angehören und nicht etwa wie DiAngelo für andere Gruppen oder gar nicht. Vielleicht fühlt sich Bezos Cuba näher, wo sein Ziehvater herkommt etc.
“White fragility functions as a form of bullying; I am going to make it so miserable for you to confront me—no matter how diplomatically you try to do so—that you will simply back off, give up, and never raise the issue again.”
Das kann sicherlich eine Strategie bei einem berechtigten Vorwurf sein. Aber es generell zu unterstellen ist ebenso eine Strategie dafür sich gegen Kritik zu immunisieren.
“If, as a white person, I conceptualize racism as a binary and I see myself on the „not racist“ side, what further action is required of me? No action is required at all, because I am not a racist. Therefore racism is not my problem; it doesn’t concern me and there is nothing further I need to do. This guarantees that, as a member of the dominant group, I will not build my skills in thinking critically about racism or use my position to challenge racial inequality.”
Eine Vielzahl ihrer Texte scheint sich darum zu drehen Leuten immer wieder Grunde zu nennen, warum sie nicht hinterfragen sollen, alle Rassismusvorwürfe akzeptieren sollen und sich selbst als Rassist sehen sollen. Dann ist die ungünstige Binärität behoben. Du bist weiß? Also bist du ein Rassist!

Politiker kritisiert Männerhass weiblicher linker Politiker: „Drei Wochen lang haben linke Frauen bei jedem Votum die Männer schlechtgemacht“

Der schweizer FDP Abgordnete Hans-Peter Portmann beschwert sich darüber, die insbesondere linke Politikerinnen über Männer reden (via Arne)

Landbote: Herr Portmann, Sie gelten als eher ruhiger Parlamentarier. Plötzlich platzte Ihnen im Nationalratssaal der Kragen. „Mir hängt dieses Männerbashing in diesem Saal langsam zum Hals heraus!“, sagten Sie am Rednerpult. Auf Twitter legten Sie nach: „Diesen linken Kindergarten habe ich langsam satt!“ Was ist in Sie gefahren?

Hans-Peter Portmann: Während der ausserordentlichen Debatte mussten wir uns pausenlos anhören, wie sehr die Frauen während der Corona-Krise benachteiligt werden und wie böse die Männer sind. Als dann Irène Kälin behauptete, die Männer hätten sich als Krisenmanager in den Vordergrund gerückt, während die Frauen die eigentliche Arbeit verrichteten, musste ich intervenieren. Nun war einfach genug!

Landbote: Was stimmt an Irène Kälins Aussage nicht?

Hans-Peter Portmann: Die Schweiz hatte während der Krise mit Simonetta Sommaruga eine Frau als Bundespräsidentin. Und Irène Kälin selber führte die Verwaltungsdelegation an, die alle räumlichen und zeitlichen Entscheidungen für das Parlament getroffen hat. Es gab also sehr wohl Frauen in Führungspositionen. Aber es geht um mehr. Drei Wochen lang haben linke Frauen bei jedem Votum die Männer schlechtgemacht. Das Bashing wurde mit absurden Forderungen verknüpft wie etwa, die Corona-Hilfskredite seien mittels „Gender Budgeting“ nach Geschlecht zu verteilen. Es nimmt groteske Züge an.

Landbote: Sind Sie einfach ein bisschen dünnhäutig?

Hans-Peter Portmann: Nein. Mehrere linke Parlamentarierinnen haben ihre Reden mit den Worten begonnen „Liebe Männer und noch mehr liebe Frauen“. Man stelle sich vor, ein Mann würde dies umgekehrt machen. Oder jemand würde sagen „Liebe Ausländer und noch mehr liebe Schweizerinnen und Schweizer“. Es wäre die Hölle los! Die Forderung nach „Gender Budgeting“ ist sogar verfassungswidrig, wie auf meine Anfrage hin selbst Bundesrat Alain Berset bestätigte: Das Geld muss nach dem Prinzip der Gleichbehandlung verteilt werden, nicht nach dem Geschlecht.

Landbote: Sie setzen sich als Schwuler für die Rechte von Homosexuellen ein. Haben Sie nicht Verständnis dafür, dass auch die Frauen für ihre Anliegen kämpfen?

Hans-Peter Portmann: Ich habe im Parlament immer Frauenrechte unterstützt. Würden aber Schwule dermassen abschätzig über Heterosexuelle reden wie jetzt diese Frauen über die Männer, so würde ich mich auch wehren. Da wird mir übel.

Landbote: Übel?

Hans-Peter Portmann: Ja. Ich sage das auch immer in der schwul-lesbischen Bewegung: Wir fordern ein, dass man uns nicht diskriminiert. Aber dann machen wir das auch nicht mit anderen Leuten oder anderen Meinungen. Bei diesen Frauen aber hat man das Gefühl, sie stünden im ständigen Kampf gegen die böse Männerwelt. Sie üben genau jene Herabsetzungen aus, gegen die sie sonst zu Recht auf die Strasse gehen. Ich wollte im Nationalratssaal diesen Frauen den Spiegel vorhalten. Mal sagen: „Jetzt reicht es langsam!“

Landbote: Wie waren die Reaktionen?

Hans-Peter Portmann: Auf bürgerlicher Seite sind bis weit in die Mitte auch alle Frauen auf meiner Seite. Auch ihnen geht dieses ewige Gejammer der linken Frauen über die Männer auf die Nerven.

Gut, wenn es jemand mal sagt. Und wahrscheinlich auch kein Zufall, dass ein Homosexueller da das Wort ergreift.
Immerhin beruhigend, dass „bis weit in die Mitte“ die Frauen auf seiner Seite waren.

Selbermach Samstag 298 (11.07.2020)

Welche Themen interessieren euch, welche Studien fandet ihr besonders interessant in der Woche, welche Neuigkeiten gibt es, die interessant für eine Diskussion wären und was beschäftigt euch gerade?

Welche interessanten Artikel gibt es auf euren Blogs? (Schamlose Eigenwerbung ist gerne gesehen!)

Welche Artikel fandet ihr in anderen Blogs besonders lesenswert?

Welches Thema sollte noch im Blog diskutiert werden?

Für das Flüchtlingsthema oder für Israel etc gibt es andere Blogs

Ich erinnere auch noch mal an Alles Evolution auf Twitter und auf Facebook.

Es wäre nett, wenn ihr Artikel auf den sozialen Netzwerken verbreiten würdet.

Wer mal einen Gastartikel schreiben möchte, auch gerne einen feministischen oder sonst zu hier geäußerten Ansichten kritischen, der ist dazu herzlich eingeladen