Frauenquote in der CDU

Die CDU diskutiert eine Frauenquote. Die Bild stellt einige Stimmen dazu dar (via Arne):

Mitglieder der Verhandlungen zeigten sich gegenüber BILD skeptisch, ob die gefundene Kompromisslösung auf dem nächsten Bundesparteitag eine Chance hat. Die Delegierten könnten sie schlichtweg als nicht umsetzbar ablehnen. Ein Teilnehmer der Verhandlungen zu BILD: „Das ist nicht mehrheitsfähig.“

JU-Chef Tilman Kuban (33) erklärte gegenüber BILD: „Bis zum Parteitag steht uns eine intensive Debatte bevor und mir ist klar, dass an der Parteibasis und in der JU noch viel Überzeugungsarbeit nötig ist.“

Kuban betonte, dass er in der bevorstehenden Debatte die Gegner der Frauenquote nicht verunglimpfen wolle. „Ich werde diese Debatte führen und eines nicht tun: Gegner einer Quote als frauenfeindlich oder rückwärtsgewandt darstellen – das sind sie nicht“, so Kuban. Es gelte der Respekt vor der Meinung des Anderen.

(…) Außenexperte und Kandidat um den Parteivorsitz Norbert Röttgen (54, CDU) spricht sich in BILD für die Quoten-Lösung aus. „Ich unterstützte den gefundenen Kompromiss“, so Röttgen. Er reiche aber nicht aus, um mehr Frauen für die CDU zu gewinnen. „Die CDU muss die besonderen Belange von Frauen thematisch und in der Parteiarbeit zu einem dauerhaften Schwerpunkt machen.“

Die CDU-Abgeordnete Jana Schimke (40) erklärt in BILD, warum sie GEGEN den Kompromiss stimmte: „Ich habe mit Nein gestimmt, weil ich die Politik des leeren Stuhls nicht mittrage und eine Quote von 40% und 50% nicht dem Frauenanteil in der Mitgliedschaft entspricht.“ Schimke weiter: „Wenn Frauen künftig in der CDU deutlich leichter ein Amt bekommen können als Männer, ist das nicht gerecht.“

Auch CDU-Innenexperte Christoph de Vries (45) ist weiter skeptisch. „Der berechtigte Wunsch nach mehr Beteiligung von Frauen in Spitzenämtern darf nicht zur Selbstbenebelung vor der Wirklichkeit führen“, so de Vries zu BILD. Es sei Fakt, dass es „nicht annähernd genug aktive Frauen in der Breite in der CDU gibt, um paritätische Besetzungen zu ermöglichen“.

Ex-Verteidigungsminister und Verfassungsrechtler Rupert Scholz (83, CDU) sieht rechtliche Probleme bei der Umsetzung der Quote. Bei einem Mitgliederanteil von 26% Frauen verstoße eine Vorstandsquote von 50% gegen den Grundsatz der Gleichheitsgerechtigkeit, sagte Scholz zu BILD. Die freie Wahl der CDU-Mitglieder werde beträchtlich eingeschränkt, wenn es Vorgaben für die Zusammensetzung von gewählten Gremien gebe.

Ich glaube nicht dass es sich für die CDU politisch lohnt eine Frauenquote einzuführen. Bisher kommt sie bei dem Frauen auch so gut an. Für das politische Klima an sich wäre mir ein euch zurück ins konservativere Lager oder besser ein Ruck in eine liberale Richtung lieber.

 

 

64 Gedanken zu “Frauenquote in der CDU

    • Tun sie nicht. Aber Journalisten sind größtenteils links-grün eingestellt, dementsprechend geprägt ist der mediale Diskurs und da Politiker Opportunisten sind, richten sie sich nach dem Medienecho. Und nicht nach der Bevölkerung.

      • „Politiker […] richten sie sich nach dem Medienecho.“

        Ja das sehe ich auch so. Die interessante Frage ist doch – warum tun sie das eigentlich?
        Ich glaube schon, dass Politiker dieses Medienecho für die tatsächliche Stimmung der breiten Bevölkerung halten.

        • „Ich glaube schon, dass Politiker dieses Medienecho für die tatsächliche Stimmung der breiten Bevölkerung halten.“
          Wie auch nicht – fehlt ihnen doch in aller Regel der reale Kontakt zur Bevölkerung.

      • Ich bin mir relativ sicher, bei Genderama in diesem Jahr von einem Landtag gelesen zu haben, wo die AfD sich ebenfalls für eine Frauenquote ausgesprochen bzw. diese sogar vereinbart hat.
        Finde ich nur leider nicht wieder.
        Die AfD hat also vermutlich zumindest teilweise schon begonnen, sich noch unwählbarer zu machen. 😉

        • Das glaube ich kaum.
          Ist von vor 4 Monaten:

          Die FDP-Frau antwortet natürlich nicht auf die Frage, sondern hängt sich ganz in feministischer Manier an einem nebensächlichen Detail auf. Bei genauerem Hinsehen entpuppt sich dieses Detail jedoch als Selbstoffenbarung: Sie will nicht, dass der Staat ihr Freiheit gewährt, sondern dass er gewährleistet, dass sie sich „selbst verwirklichen“ kann.

          Generell lohnt es sich zu dem Thema Gleichberechtigung vs. Gleichstellung (nicht nur auf die Geschlechter bezogen) die Suchebgriffe „v. storch gleichberechtigung“ (o.Ä.) in die Suchleiste von Youtube einzugeben.

          Noch ein guter Fund:

    • Feminismus lässt sich inzwischen ganz gut mit konservativer Haltung in Einklang bringen. Man sieht Frauen vielleicht als Schmuck, Frauen garantieren den Machterhalt (siehe Merkel), das männliche Selbstbild als Kavalier. Man hat wohl auch Angst davor, in der rechten Schmuddelecke zu landen, als frauenfeindlich wahrgenommen zu werden.

      Im Prinzip wundert es mich nicht, aber es wird sicherlich eine Gegenbewegung geben. Vielleicht ist noch nicht die Zeit, die CDU ist noch zu erfolgreich.

    • Vielleicht liegt es auch daran, dass aufgrund der Globalisierung die politischen Gestaltungsmöglichkeiten immer geringer werden. Das Anforderungsprofil ändert sich, man braucht Frauen, um eine belanglose Politik besser verkaufen zu können.

      • Das ist einerseits richtig, andererseits möchte ich auf Rita Süssmuth verweisen: „Im Oktober 1996 (!!!) setzte sie sich in einer Rede vor dem Bundesparteitag der CDU für die Einführung der Frauenquote innerhalb der CDU ein.“ Steter Tropfen… (Quelle: Wiki)

        Dann sollte man nicht die Entwicklung der Wählerschaft vergessen: „Bei der Bundestagswahl 2013 wählte mehr als jeder zweite über 70-Jährige die Union. Von den unter 25-Jährigen entschieden sich indes nur 31,6 Prozent für CDU und CSU.“
        http://www.welt.de/politik/interaktiv/bundestagswahl/die-macht-der-rentner-bei-dieser-wahl.html

        D.h. der CDU sterben die konservativen Wähler – vor allem die Wählerinnen – allmählich weg.
        Das Durchschnittsalter der CDU/CSU-Mitglieder ist 60 Jahre und andersherum sind über 50% der Mitglieder über 60 Jahre alt.
        https://de.statista.com/statistik/daten/studie/192255/umfrage/durchschnittsalter-in-den-parteien/

        Der Frauenanteil bei den Mitgliedern 26,3% (CSU 20,7%).
        https://de.statista.com/statistik/daten/studie/192247/umfrage/frauenanteil-in-den-politischen-parteien/

        Sie verfolgen die gleiche Strategie einer Modernisierung, die die SPD Jahrzehnte vorher probiert hat.
        Man verordnet die Quote und präsentiert sie Frauen auf dem Silbertablett in der Hoffnung, dass die Partei für junge Menschen und besonders junge Frauen attraktiver wird.
        Ein Warnsignal hätte für SPD und CDU sein müssen, dass es den Grünen trotz absolut männerfeindlicher Einschränkungen innerparteilicher Demokratie bisher nicht gelungen ist, über 40% weibliche Mitglieder zu rekrutieren.

      • Vielleicht liegt es auch daran, dass aufgrund der Globalisierung die politischen Gestaltungsmöglichkeiten immer geringer werden.

        Ich halte die ganze politische Verschiebung von der Ökonomie weg hin zum Kulturellen als den Versuch, politische Relevanz zu simulieren, die in einer globalisierten Ökonomie nicht mehr gegeben ist.

  1. „Ich glaube nicht dass es sich für die CDU politisch lohnt“

    Und ich glaube nicht das die Frauenorganisationen in den Parteien sich darum allzu große Sorgen machen. Wenn es der Partei schlecht geht, liegt das eh an den Männern. Die müssten den Karren dann eben aus den Dreck ziehen, während die Frauenorganisationen weiter ihre sexistische Politik für die Hälfte der Bevölkerung machen.

    • Das siehst du richtig. Wenn man mal etwas Einblick in die Kommunikation der Frauenorganisationen hat, verwundert das nicht. Da klopfen sich nur Funktionärinnen gegenseitig auf die Schultern und wissen vor allem um den gemeinsamen äußeren Feind. Da gibt es keine Zweifel und kein Zögern. Die sind auf einer Mission wie die Blues Brothers.

  2. Erstaunlich, dass alle Parteien das politische Klima, was feministische Forderungen angeht, so falsch einschätzen, dass sie sich gezwungen sehen, das Quotengedöns mitzumachen. Man sollte doch vermuten, dass zumindest die Parteibasis noch das Ohr am Volk hat und diesen Firlefanz nicht mitmacht. Mich würden hier mal Stimmen einfacher aktiver Mitglieder aus den Parteien interessieren, also von Leuten, die keine Karriere machen wollen und die nicht eine Filterblase mit der Realität verwechseln. Vielleicht können hier mal Mitglieder berichten?

    • Denen ist schlichtweg egal, was irgendeine Basis denkt. Dieses politische Klima der Egozentrik schätzt du dann falsch ein. Kein Einwand ist, dass den Leuten nach dem Mund geschwätzt wird, das rundet vielmehr das Bild ab.
      Ob das auch so wäre, wenn nicht die Partei (dank Zeitstimme) soviel Macht hätte, sondern die Abgeordneten (also wenn zB die Erststimme alles wäre)? Vermutlich sogar dann, antidemokratische Massnahmen wie die Frauenquote lassen sich in einer hierarchischen Struktur wie den Parteien aber viel einfacher durchdrücken. Hier gibt es ein Demoratieproblem!

    • Ich war lange Zeit aktiv in der SPD, 2001 bin ich ausgetreten. Schon damals war es Bestreben, mehr Frauen in Parteiämter zu bekommen. Es wurde selten etwas daraus, weil sich einfach nicht genug Frauen bereit fanden. Es ist auch nicht unbedingt ein Spaß, Vorsitzender eines Ortsvereines oder Fraktionschef im Bezirksrat zu sein, bedeutet viel Arbeit und Verlust freier Zeit ohne große Gegenleistung.

      Die Frauenorganisationen in den Parteien wollen ja immer nur Mandate (ab Landtag) und Vorstandsposten haben, um Ortsvereine oder Bezirksräte geht es nie (soweit ich sehe). Es ist ein Versuch von eh schon arrivierten Frauen, einfach und ohne besondere Anstrengung an noch bessere Posten zu kommen, mehr kann ich darin nicht sehen.

    • @El_Mocho: völlige Zustimmung!

      @KlausT: „Man sollte doch vermuten, dass zumindest die Parteibasis noch das Ohr am Volk hat und diesen Firlefanz nicht mitmacht.“

      Ich bin selber in keiner Partei, kenne aber halbwegs gut Personen, die vor Ort in Parteien aktiv sind, die also nicht nur Beitrag zahlen und alle 4 Jahre ein Kreuz machen, sondern auch im Wahlkampf und bei allen erdenklichen Parteiauftritten unbezahlt mitmachen. Diese „unteren Parteisoldaten“ werden mit einer Unzahl bürokratischer Tätigkeiten zugeschüttet. Für irgendwelche Grundsatzdiskussionen bleibt fast nie Zeit übrig, und wenn es öffentlich relevante Themen sind, dann muß die Partei nach außen geschlossen auftreten, d.h. die Meinungen werden irgendwo weit oben in der Parteihierarchie vorgegeben. D.h. Diskussionen in einer Ausführlichkeit wie hier in einem spezialisierten Blog dürften an der Parteibasis fast unmöglich sein. Stattdessen zählt viel mehr der persönliche Eindruck, den die Parteivertreter bei den Lauten machen: ob sie sich um ganz konkrete Probleme kümmern und dort Lösungen finden. Dazu braucht man aber keine Ideologie, sondern Sachkenntnis in technischen Themen.

      M.a.W. sind das zwei völlig verschiedene Biotope: die Parteisoldaten an der Basis und die Ebene der Machtpositionen ab Landtag aufwärts.

      Unbegreiflicherweise insistieren unsere Feminstinnen überhaupt nicht darauf, daß Frauen bei der unbezahlten Arbeit an der Basis zu 50 % repräsentiert sind.

      • Wenn es trotz aller Bemühungen nicht gelingt, einen kompletten Reißverschluss für die Gemeinderatsliste zu erstellen mangels Interesse der Gepimptinnen, wirst Du auf Kreisebene oder auf Bezirksebene abgewatscht. Jede Menge arbeitsscheue, mit vorderen Listenplätzen geköderte Damen werden angelockt und bringen aus ihren absurden Tätigkeiten bei Gutmenschen-NGOs (natürlich mit Staatsknete über Wasser gehalten) oder als steuergeldbezahlten Beauftragtenjobs megablödsinnige Vorschläge mit, die allen, die an konkreten Lösungen in Sachfragen arbeiten wollen, jegliche Motivation rauben. Der büstenhalterlose Typus mit Pussyhat,, bereitgehaltenem Teddybären im Rucksack und ungebrauchtem Uterus (wenn der seltenere Göttergatte prima verdient, darf er auch mal benutzt sein) feiert fröhliche Urständ. Aber beim Plakatekleben hat man sie niemals gesehen und an Infoständen tauchen sie immer erst auf, wenn dieser steht und die Kisten geschleppt sind und sind immer schon weg, wenn aufgeräumt werden muss. Und das obwohl sie in dem dicken, vom Ehemann gezahlten SUV genügend Platz gehabt hätten. Sie sind zu jeder Intrige fähig, wenn es um pfründenreiche Posten geht (je nach Bundesland ab Bezirksrät(t)in. Kein feministisches oder Quotenargument kann dabei zu dämlich sein! Die paar gepflegten, fleißigen und charakterlich Tauglichen bestätigen die aufgezeigte Regel und ich habe Respekt vor diesen.

    • „Erstaunlich, dass alle Parteien das politische Klima, was feministische Forderungen angeht, so falsch einschätzen, dass sie sich gezwungen sehen, das Quotengedöns mitzumachen. Man sollte doch vermuten, dass zumindest die Parteibasis noch das Ohr am Volk hat und diesen Firlefanz nicht mitmacht. “

      Schätzen die Parteien denn das Klima in politischer Hinsicht tatsächlich falsch ein?
      Wie oben schon angesprochen, richten sich die Parteien weitgehend nach dem medialen Diskurs (weswegen ich die Verschwörungstheorien, wonach unsere Medien durch die Politik gesteuert sind, für falsch halte – es ist eher andersherum, oder vielleicht eine gegenseitige Beeinflussung, denn Politiker*_Innen und Journalist*-Innen sind ja oft durchaus Schwestern im Geiste).
      Dieser öffentliche Diskurs ist aber extrem wirkmächtig, er hat deutlich mehr Einfluss auf die Umsetzbarkeit einer Politik als die Ansichten des einzelnen Wählers, und der Wähler wird hierdurch auch erheblich unter Druck gesetzt, sich zumindest nach außen hin konform zu verhalten. Solange es dem medialen Diskurs zudem gelingt, die politische Opposition (soweit es sie überhaupt gibt) als unwählbar zu framen, für viele Wähler mit abweichenden Meinungen also gar keine Alternativen existieren, ist es deshalb meiner Ansicht nach für die Politik konsequent, weil schlichtweg erfolgversprechender, sich dem medialen Mainstream anzudienen, völlig unabhängig davon, ob man sich des Grummelns in der Bevölkerung bewusst ist oder nicht.

  3. „Die CDU muss die besonderen Belange von Frauen thematisch und in der Parteiarbeit zu einem dauerhaften Schwerpunkt machen.“

    Kann mir mal jemand erklären, was die besonderen Belange von Frauen sind? Sind die geistig zurückgeblieben oder so was? Und haben Männer auch besondere Belange?

    • Und haben Männer auch besondere Belange?

      Nein, den Männern geht es super, die haben keine Probleme, schon gar nicht geschlechtsspezifische. Falls es einem Mann doch mal schlecht geht, dann nur, weil er mit seinen Privilegien nicht klar kommt. Muss man wissen. 🙂
      Ausserdem sind Männerrechtler alles Nazis. Muss man auch wissen.

  4. Warum erwägt eigentlich keine Partei eine Frauenquote für die Mitglieder?
    Man könnte z.B. solange nur Frauen als Neumitglieder aufnehmen bis die Parität erreicht wird oder falls das zu langsam geht, z.B. Männern über 60 den Austritt nahelegen

      • „Weil damit Mitgliedsbeiträge flöten gehen.“
        Könnte die Partei doch einfach dadurch ausgleichen, daß die männlichen Mitglieder mehr zahlen müssen. Funktioniert doch in anderen Bereichen auch halbwegs – siehe Singlebörsen 😉
        Oder die männlichen Mitglieder laden jeweils ein weibliches Mitglied ein, es sei denn, das weibliche Mitglied besteht darauf selber zu zahlen.
        Also wir Männer stellen uns aber auch manchmal dämlich an….

    • Das Frauenstatut der Grüninnen gibt es schon seit den 80ern, ohne dass sich jemand daran gestört hätte. Gschweige denn, Gerichte damit behelligt hätte.

      Ich glaube, mit deinen 50% wird das nichts. 😉

        • Warum eigentlich nicht? Gibt es ein Wahlgesetz oder eine Vorschrft, die zwingend vorschreibt, dass Parteien für beide Geschlechter offen stehen muss?
          Gegen eine reine Frauenpartei hätte doch vermutlich auch niemand etwas einzuwenden.

          Ok vielleicht doch. Laut BMI gibt es zur Parteigründung einige Vorschriften. Einerseits muss das GG beachtet werden (Art. 3?), andererseits:

          Das Parteiengesetz schreibt keine Mindestzahl von Parteimitgliedern vor. Allerdings muss eine Vereinigung auch nach der Zahl ihrer Mitglieder die Ernsthaftigkeit der Mitwirkung an der politischen Willensbildung gewährleisten (§ 2 Abs. 1 Satz 1 PartG). Eine konkrete Mitgliederzahl kann hierfür nicht genannt werden, da die Vereinigung in ihrem Gesamtbild gesehen wird

          Eine Mindestmitgliederinnenzahl ist nicht vorschrieben, mangels Interesse und Bereitschaft zur (schmutzigen) Basis-Parteiarbeit werden sich vermutlich nicht genügend Frauen finden, um den Anschein einer ernsthaften Willensbildung vorzutäuschen. 😉

    • „*holt Sekt aus dem Keller*“

      Prosit.

      Jetzt bin ich gespannt auf die Politikerkommentare ala „Das hat Frauenrechte in die Steinzeit zurückgeschleudert!!“

      Mal sehn, ob die Kanzlerin wieder was „rückgängig“ machen will.

      • Gibt es doch auch im Artikel. KGE meint:
        „Das Urteil ändert nichts daran, dass die Parlamente die gesellschaftliche Realität nicht abbilden und zu wenige Frauen vertreten sind“

        Das wirft natürlich gewisse Fragen auf: wer bestimmt, was gesellschaftliche Realität ist? Und wie sieht die für KGE aus? Woran wird „zu wenige“ gemessen?

        All diese Fragen wird KGE natürlich nicht logisch nachvollziehbar beantworten können, was man von einer Ideologin aber auch nicht erwarten kann. Letztendlich ist ihre Äußerung nur ein weiterer Beleg dafür, wie realitätsfern KGE und ihre ganze Partei sind.

        • Hm, wenn Parlamente die gesellschaftliche Realität abbilden sollen….warum sitzen da so wenige Handwerker drin? Krankenschwestern? Obdachlose? LKW-Fahrer? Personen unter 18 Jahre?

    • @mitm:

      »Wenn jetzt noch das Frauenstatut der Grünen als verfassungswidrig verboten wird, gibt es noch mal 50% drauf.«

      Das werden die Verfassungsrichter mit Rücksicht auf Deine Leber unterlassen! 🙂

    • Der absolute Oberhammer ist für mich der letzte Satz der Tagesschaumeldung:
      „In Frankreich gibt es bereits seit dem Jahr 2000 ein Parité-Gesetz.“

      Bloß weil es etwas woanders schon gibt, ist das noch lange nicht richtig oder mit dem Grundgesetz/den Landesverfassungen vereinbar.

      • Der Hammer für mich ist das, was eben in der 20h-Tagesschau fett ausgespielt wurde:
        Das Transparent vor dem thüringischen Gericht:
        MÄNNER, FÜRCHTET EUCH NICHT!

        Jetzt machen sie sich schon im Mainstream über uns lustig!

        • Für diese Aussage gibt es zwei Erklärungen:
          Entweder sie glauben das tatsächlich. Dann sind sie nicht in der Lage, sich vorzustellen, dass Menschen auf Basis rationaler Überzeugung handeln, und nicht bloß emotional gesteuert sind.
          Damit sind sie Kinder.
          Oder sie wollen einfach provozieren. Dann sind sie, naja, das, wohin sie sich ihre Forderungen stecken können.

          • Warum aber sollten sich Männer fürchten? Vor was denn in diesem Kontext?
            Dass sie keine Perspektive mehr für sich in der Politik sehen und sie daher komplett den Frauen überlassen, die das aber auch nicht machen?

            Es muss die zweite Erklärung sein. Und das wiederum beweist, dass das Genderthema von ihnen feindselig auf der Basis von Herrschsucht, Habgier und MIssgunst betrieben wird.

    • Die SZ skizziert schon mal den Plan, damit du deinen Sekt doch nicht trinken kannst:

      Aber vielleicht hängen die Gerichte, zweitens, einfach nur an überkommenen Vorstellungen. Gerichte, auch Verfassungsgerichte, sind vermutlich häufiger ein Faktor der Beharrung denn Treiber des Fortschritts. Dabei findet sich im Grundgesetz ein Ansatz, auf den sich Paritätsgesetze bauen lassen. „Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin“, heißt es in Artikel 3. Das klingt nicht nur wie ein Auftrag, das ist einer. Mit juristischem Innovationsgeist lässt sich daraus auch ein Argument für die Parität in den Parlamenten gewinnen, also dort, wo letztlich alle Gleichstellung ihren Anfang nimmt; dort werden die Gesetze gemacht, die über die Chancen von Männern und Frauen bestimmen. Und wenn man mit dem existierenden Artikel 3 nicht weiterkommt: Auch das Grundgesetz lässt sich ändern.

      https://www.sueddeutsche.de/politik/thueringen-paritaetsgesetz-urteil-1.4967729

      Juristisch-feminister Innovationsgeist. Na also. Notfalls Art. 3 umschreiben. Das wird schon noch…

      • Mal wieder so ein Artikel, der Gleichberechtigung mit Gleichstellung gleichsetzt. Menschen, die das tun, sind einfach dumm und leider gibt es sehr viele davon, besonders unter Journalisten. Aber gut, wir reden hier von der Süddeutschen, da ist das mittlerweile Einstellungsvoraussetzung. Aber seit wann und inwiefern bestimmen Gesetze über die Chancen von Männern und Frauen und seit wann unterscheiden Gesetze überhaupt zwischen Geschlechtern? Steht überhaupt in irgendeinem Gesetzbuch „Männer dürfen das und Frauen nicht“? Man möge mich aufklären.

        • Aber gerne. Klassiker sind Wehrpflicht, Exhibitionismus und Mütter. Wehrpflicht ist klar, Exhibitionismus ist nur bei Männern strafbar, Frauen dürfen dir ins Gesicht halten, was sie wollen. Im Grundgesetz stehen Mütter unter besonderem Schutz, nicht aber alleinerziehende Männer.

          Sie sollen es endlich durchziehen. Sie sollen in Artikel 3 GG schreiben, dass Frauen wichtiger sind und in allen Bereichen, in denen sie nicht hälftig vorhanden sind, entsprechend gefördert, bessergestellt und hofiert werden. Das wäre dann wenigstens mal eine klare Ansage.

          • Dann wird sich in Zukunft vielleicht mal jeder Schüler fragen, warum eigentlich Frauen nicht an Waffen müssen, sie ihre Geschlechtsteile überall präsentieren dürfen – und warum Mütter eigentlich so viel relevanter sind als Väter. Nur, wenn sich diese Fragen auch wirklich stellen, wird mit diesem verlogenen Quatsch irgendwann abgerechnet.

    • Auf der Seite des Deutschen Juristinnenbundes gefunden (vielleicht isses auch schon bekannt):

      „10 Irrtümer über Parität

      Pressemitteilung vom 11.09.2019

      Auch 100 Jahre nach Einführung des Frauenwahlrechts gab es noch nie ein paritätisch besetztes deutsches Parlament. Im Bundestag ist der Frauenanteil auf 30,9 Prozent, den Stand der 90er Jahre, zurückgefallen. Auf Kommunalebene sieht es noch verheerender aus: In den Parlamenten sitzen nur 25 Prozent Frauen und nur jedes zehnte Rathaus wird von weiblicher Hand regiert. Eine Antwort auf dieses Ungleichgewicht können Paritätsgesetze geben. Über diese halten sich allerdings einige hartnäckige Irrtümer, die jedoch leicht zu wiederlegen sind.“

      https://www.djb.de/verein/Kom-u-AS/K5/pm19-29-I/

      Empfehlung an die Damen: Better Call Saul.

      • Der Deutsche Juristinnenbund ist nichts anderes als ein feministischer Kampfverein. Leider wird ihm in der Öffentlichkeit oft ohne jede Grundlage eine erhöhte Seriösität unterstellt, weil es sich eben um ausgebildete Juristinnen handelt. Dabei ist doch eigentlich bekannt, dass juristische Staatsexamina und willkürliche, rein interessengeleitete Interpretation der tatsächlichen Sach- und Rechtslage sich keineswegs ausschließen, eher im Gegenteil…

  5. Wie kommen Verfassungsrechtler wie Rupert Scholz eigentlich auf die Idee, eine Frauenquote sei nur dann verfassungswidrig und verstoße gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz, wenn eine bestimmte Mitgliederinnenzahl vorliege?

    Selbst wenn Frauen zu 80% in der Partei vertreten wären, verstieße eine Frauenquote gegen den Grundsatz der Gleichberechtigung und der freien Wahlen.

  6. https://www.welt.de/debatte/kommentare/article211600153/Pro-Contra-Brauchen-Parteien-eine-Frauenquote.html

    Aus den Argumenten pro Quote
    1) „Es gibt Frauen in der Politik, die nur wegen des Drucks, mehr Frauen in den Parteien zu haben, für ein politisches Amt geworben wurden und dort dann Leistung gezeigt haben wie nur wenige Männer.
    Diese Frauen wären ohne solchen Druck nicht leistungsschwach gewesen. Sie wären nur eben woanders hingegangen. In die Industrie zum Beispiel oder in freie Berufe.“
    Das überzeugt mich nicht…
    Warum zieht man diese super high performer Frauen aus der freien Wirschaft hinaus? Die Privatwirtschaft ist es doch, die letztlich den Wohlstand sicherstellt und gerade dort werden solche Menschen gebraucht, die „Leistung gezeigt haben wie nur wenige Männer“.

    2) „Quotierungen sind in der Bundesrepublik oft ein Instrument gezielter Förderung. Soundsoviel Wohnungen für einkommensschwache Mieter zum Beispiel.“
    Nicht alles was hinkt, ist ein Vergleich.
    Abgesehen davon ist die Aussage eine Binsenweisheit. Ja Quote ist das gleiche Förderung, aber das ist keine Begründung oder ein Argument, warum eine Quote sinnvoll sein soll

    • „Es gibt Frauen, die nur wegen des Drucks, wieder mehr traditionelle Hausfrauen zu haben, an den Herd geschickt wurden und dort dann Leistung gezeigt haben wie nur wenige Männer.
      Diese Frauen wären ohne solchen Druck nicht leistungsschwach gewesen. Sie wären nur eben woanders hingegangen. […]“

      „Es gibt Journalisten, die nur wegen des Drucks, zur Unterhaltung anderer Leute in der Arena auf Leben und Tod gegeneinander zu kämpfen, zu Gladiatoren umgeschult wurden und dort dann Leistung gezeigt haben wie nur wenige andere.
      Diese Journalisten wären ohne solchen Druck nicht leistungsschwach gewesen. Sie wären nur eben woanders hingegangen. […]“

      Vielleicht ist „Wir haben Leute durch zweifelhafte Maßnahmen zu etwas gedrängt und nicht jeder einzelne Fall war ein Totalversager!“ überhaupt kein richtiges Argument? 🙂
      Und davon abgesehen hat das alles nicht im Geringsten mit Gerechtigkeit zu tun.

    • Es gibt Frauen in der Politik, die nur wegen des Drucks, mehr Frauen in den Parteien zu haben, für ein politisches Amt geworben wurden und dort dann Leistung gezeigt haben wie nur wenige Männer.

      Frauen waren also nicht leistungsbereit oder fähig, entsprechende Leistungen abzuliefern wie Männer? WIeso feiert man das?

      Vielleicht habe ich das absichtlich falsch verstanden. *fg

  7. „die gefundene Kompromisslösung auf dem nächsten Bundesparteitag eine Chance hat. “
    Kompromiss?
    Kompromiss ist Mist wenn man sich in der Mitte von absurd und vernünftig trifft. Das ist dann nämlich immer noch unsinnig.

  8. Ein paar Fragen an eine Frau in einem Zeitungs-Artikel – ich zitiere auszugsweise.

    Frage: „woran liegt es, dass so wenig Frauen sich [..] engagieren?“
    Antwort: „Weil [..] das Thema Gleichstellung in der Vergangenheit trotz aller Debatten nicht konsequent angegangen […] ist. Es […] ist für viele Frauen [..] nicht hinreichend attraktiv, sich bei uns zu engagieren.“

    Frage: „Wissen Sie […], wie dieses männliche Platzhirschprinzip funktioniert?
    Antwort: „Da reden wir natürlich über althergebrachte Machtstrukturen, auch über Postenkungelei in tradierten Netzwerken“

    Frage: „Viele […] argumentieren ja, dass eine Quote das Leistungsprinzip aushebele. Da ist was dran, oder?
    Antwort: „Im Übrigen ist wissenschaftlich längst erwiesen, dass gemischte Teams deutlich bessere Leistungen abrufen können.“

    So meine Freunde, nun die Preisfrage an Euch:
    Wer ist diese Frau die hier antwortet? Ist sie ein Mitglied der Grünen? Eine Netzfeministin?

    Nein, das ist eine CDU Politikerin!
    Also schön dran denken: Wer CDU wählt, wählt (auch) das oben Zitierte.

    Artikel hier:
    https://www.welt.de/politik/deutschland/article211651003/CDU-Frauenquote-Merkel-war-eine-Vorkaempferin-des-Feminismus.html

    • „das Thema Gleichstellung in der Vergangenheit trotz aller Debatten nicht konsequent angegangen“

      Was meint die damit? Das nicht alle Männer zurückgetreten sind und Frauen kampflos ihre Plätz und alles was sie aufgebaut haben überlassen? Denn das ist genau das worauf diese Politikerin hinarbeiten.

  9. Wenn ich jemals „Chef“ sein sollte würde ich Frauen zwar einstellen, aber NIE in den oberen Etagen. Die Ressourcen, Zeit und Energie die verschwendet werden, weil Frau sich in ihrer Rolle nicht ernstgenommen fühlt…

    Primatenpolitik/Alphamännchen rumgewichse hab ich das früher in der Schule genannt. Und Frau ist in dieser Disziplin schlimmer als JEDER Hardcore Macho…

    So jetzt Daumen drücken Männer, hoffentlich is meine THC plörre für den Dämpfer gekommen, dann wäre Arbeit ne ganze Ecke weniger schlimm

  10. Was ich nicht verstehe: Warum bekommen Frauen, die faul, asozial und desinteressiert an der Gesellschaft sind, dafür Geschenke, während Männer kurzerhand in solchen Fällen zwangsverpflichtet werden?

    Wenn sich nicht genügend Männer für die Freiwillige Feuerwehr finden, werden sie zwangsrekrutiert. Wenn sich nicht genug Frauen am demokratischen Prozess beteiligen wollen, werden die wenigen Verbliebenen einfach aufgewertet und mit bezahlten Ämtern überhäuft.

    Es wird keinerlei Druck aufgebaut, sich endlich mal zu engagieren. Im Gegenteil: Es wird so dargestellt, dass die Strukturen Frauen daran hindern würden, sich auch mal beim Aufbau eines Wahlkampfstands zu beteiligen.

    Da ist inzwischen eine komplette Schieflage eingetreten, die nicht mal mehr im Ansatz hinterfragt wird. Es gibt keinen einzigen Job, den Frauen gerne machen und bei dem sie absolut überrepräsentiert sind, in dem es eine Männerquote gibt.

    Das ist sowas von selbstverständlich inzwischen, dass es weh tut. Früher wurde den Frauen in den Mantel geholfen, heute wird ihnen in den Job ihrer Wahl geholfen. Das selbe Prinzip – nur früher haben sie sich wenigstens ab und zu mal bedankt, wenn man ihnen die neuen Schuhe geschleppt oder die Glühbirne ausgewechselt hat.

    Das Geilste ist doch, dass sie inzwischen so dreist sind, den Männern auch noch die Schuld für ihre Faulheit und ihr mangelndes gesellschaftliches Engagement in die Schuhe zu schieben. Und die fühlen sich auch artig verantwortlich für den Missstand und stellen sich in die Ecke.

    Nur ganz selten platzt einem mal der Kragen – und das ist dann ein schwuler Politiker aus der Schweiz…

    • Mehr noch. Diese Männer, die in der Feuerwehr auch mal ihr Leben riskieren, bekommen noch unterstellt, sie hätten ein „Diversitätsproblem“ und wäre fremden- und frauenfeindlich.
      Manchmal möchte man der Natur ihren Lauf lassen.

  11. „Was ich nicht verstehe: Warum bekommen Frauen, die faul, asozial und desinteressiert an der Gesellschaft sind, dafür Geschenke, während Männer kurzerhand in solchen Fällen zwangsverpflichtet werden?“

    Letzendlich ist das halt die Demokratie. Wenn die Parteien, welche eine Quote vertreten, gewählt werden und das dann in Gesetze giessen, dann ist das der Willen der Wähler.

  12. Was soll die Quote bringen?
    Die Frauen die eine Quote wollen wählen ja eh grün oder links.
    Da wollte sich die Akk wieder wichtig machen!

  13. Es gibt doch in manchen Bundesländern, z.B. Bayern und Thüringen, bei Kommunalwahlen die Möglichkeit des Kumulierens (alle Stimmen eines Wählers einem Kandidaten geben oder diese auf mehrere Kandidaten einer Partei verteilen) und Panaschierens (Stimmen auf Kandidaten mehrerer Parteien verteilen). Hier hat der Wähler die Möglichkeit, explizit Frauen seine Stimmen zu geben.

    Vielleicht sollten mal Parteien wie die Grünen, die PD und die Linke schaue, ob sich bei den Kommunalwahlen die Wähler explizit für Frauen entschieden haben? Und wenn nicht überlegen, woran das gelegen haben könnte? Ich nehme allerdings an, eine solche Untersuchung kommt diesen Parteien gar nicht in den Sinn, weil sie nicht über ihren ideologischen Tellerrand hinausblicken, für solche Untersuchungen das Personal nicht haben und den Aufwand scheuen.

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