Mein erster Kuss (der junge Christian)

Meinen ersten richtigen Kuss, mit Zunge und so, hatte ich mit 14. Ich war auf den Geburtstag eines Mädels aus meiner Klasse eingeladen und außer mir waren vielleicht noch 6 andere Mädchen da und als einziger anderer Junge der „Freund“ (also was damals so als Freund zählte) des Geburtstagsmädels. Sie war als etwas „schlampig“ verschrien (sofern man mit 14 schlampig sein kann) und frisch mit ihrem Freund zusammen, weswegen sie sehr viel rumknutschten

Und ich glaube fest daran, dass ich diesem Zahlenverhältnis und dem Umstand, dass die beiden die ganze Zeit rumknutschten meinen ersten Kuss zu verdanken habe.

Ich war weder besonders draufgängerisch noch habe ich selbst viel dazu beigetragen. Ich war einfach der einzige Junge mit dem man dort noch knutschen konnte, wenn man etwas neidisch auf das junge Paar war.

Die „Party“ fand in einem Kellerraum statt, daneben war noch ein anderer Raum, ich glaube der Waschkeller. Man plauderte, man trank noch nicht einmal alkoholische Sachen, später tanzte ich etwas abwechselnd mit verschiedenen Mädchen bis eine einfach ernst machte und mit mir in den (etwas dunkleren) Waschkeller rübertanzte, wo die Gastgeberin bereits ausgiebig mit ihrem Freund rumknutschte.

Ich kannte sie gar nicht vor dem Abend, aber sie war nach meiner damaligen Erinnerung ganz süss und welcher 14jährige sagt schon nein, wenn ein süsses Mädchen mit ihm rumknutschen will. Es ging gar nicht mal weiter als rumknutschen, ich glaube ich war sogar zu brav um mal etwas unter die Kleidung vorzudringen.

Und am nächsten Tag hatte ich sogar ein schlechtes Gewissen, weil ich eigentlich ein anderes Mädchen aus meiner Klasse toll fand.

Das Mädchen selbst habe ich nie wieder gesehen. Sie ging auf eine andere Schule und irgendwie habe ich da nichts weiter gemacht. Sie soll eine Zeitlang ganz verliebt in mich gewesen sein, hat aber sich letztendlich auch nicht bei mir gemeldet.

Mir war es außerdem etwas peinlich, dass auch das Mädchen aus meiner Klasse davon erfuhr, weil wilde Knutschereien eben ausreichten um kurzzeitig Klassengespräch zu sein. Nicht, dass ich bei ihr jemals etwas erreicht habe, weil ich dann wieder viel zu schüchtern war.

Ein gutes Zahlenverhältnis ist jedenfalls etwas, bei dem man Punkten kann. Man kann dort schnell ein „der Hahn im Korb“ Effekt erzielen.

 

(sind weitere Episoden „Der junge Christian“ gewünscht?)

65 Gedanken zu “Mein erster Kuss (der junge Christian)

  1. Aus Heines Harzreise:

    Später, als es ganz dunkel geworden, trat sie vor die Türe. Ich kam – ich näherte mich – sie zieht sich langsam zurück in den dunkeln Hausflur – ich fasse sie bei der Hand und sage: »Ich bin ein Liebhaber von schönen Blumen und Küssen, und was man mir nicht freiwillig gibt, das stehle ich« – und ich küßte sie rasch – und wie sie entfliehen will, flüstere ich beschwichtigend: »Morgen reis ich fort und komme wohl nie wieder« – und ich fühle den geheimen Widerdruck der lieblichen Lippen und der kleinen Hände – und lachend eile ich von hinnen.
    Ja, ich muß lachen, wenn ich bedenke, daß ich unbewußt jene Zauberformel ausgesprochen, wodurch unsere Rot- und Blauröcke, öfter als durch ihre schnurrbärtige Liebenswürdigkeit, die Herzen der Frauen bezwingen: »Ich reise morgen fort und komme wohl nie wieder!«

    • Heine war ein schlimmer Finger. Aber trotzdem erfolgreich – oder vielleicht deswegen.

      Wenn du einer Frau sagst, was sie hören will, dann ist sie dir später oft nicht mal böse, dass du ihr totalen Bullshit erzählt hast, nur um Körpersäfte auszutauschen. Man muss als Jugendlicher erst mal lernen, dass stereotype Romantik da ziehlführender ist als Ehrlichkeit und große Gefühle.

        • Das Phänomen, das manche Männer glauben eine Lesbe umdrehen zu können (braucht nur mal nen richtigen Ficker) ist ja nicht unbekannt, aber gibts eigentlich auch Frauen die gerne mal nen Schwulen umdrehen wollen?

          • Viele Frauen halten sich Schwule als Schoßhunde und ihre Boyfriends als Nutztiere. Wozu umdrehen?

          • „… aber gibts eigentlich auch Frauen die gerne mal nen Schwulen umdrehen wollen?“

            Jede Wette.
            Die Ex-Frau meines Bruders war leidenschaftliche Tänzerin, die das wohl auch ballettmäßig betrieb.
            Sie erzählte, dass die Tänzerinnen alle hin und futsch von den Tänzern waren, weil die so stark, so sanft und so schön waren. Und wie sie sich an denen abarbeiteten.

            Aber alle Tänzer waren schwul, wie sie mit Gelächter ergänzte.

          • „Warum müssen Männer immer alles gleich sexualisieren 🙄 🤷🏻‍♀️“

            Und warum haben Frauen daran kein Interesse?

          • Warum müssen Männer immer alles gleich sexualisieren

            Weil es im Grunde im Leben nur darum geht. Genauer gesagt, um die Fortpflanzung.
            Deshalb spielen Frauen das Spiel auch gerne mit.

          • „Viele Frauen halten sich Schwule als Schoßhunde und ihre Boyfriends als Nutztiere. Wozu umdrehen? “
            Einfach weil man es kann.
            Abgesehen davon scheinen viele Schwule das Spiel aber auch ohne Not mitzumachen. Ich meine bei Beta-Heten kann ich das nachvollziehen, warum es die Männer machen, aber bei Schwulen?
            Da gibt’s dich gar nix zu gewinnen für die Männer.

          • Frauen benehmen sich gegenüber Schwulen in der Regel komplett anders. Denn die haben sie ja nicht an den Eiern. Da können sie ihre Reize und ihr Opfergehabe ins Designertäschchen stecken. Dann benehmen sie sich wie normale Menschen. Und unter normalen Menschen gibt‘s ja viele durchaus nette.

          • Vielleicht wäre es auch denkbar, dass manche Frauen es einfach als angenehm empfinden, dass bestimmte, nicht erwünschte Bemerkungen und Anzüglichkeiten gegenüber ihnen in solchen Situationen weniger verbreitet sind 🤷🏻‍♀️

          • „Vielleicht wäre es auch denkbar, dass manche Frauen es einfach als angenehm empfinden, … “

            Nein. Prüde Frauen suchen sich keine schwulen Freunde. Sexualisierung ist regelmäßiger Bestandteil einer Konversation mit Schwulen.
            Frauen mit schwulen Freunden sind leicht zu haben.

          • Mit Schwuppen kann man über Typen tratschen, von daher liegen Freundschaften mit Frauen quasi auf der Hand 🙂

            Zumal Schwule ja selbst Männer sind und da eine eigene u.U. für Frauen aufschlußreiche Sichtweise einbringen und natürlich sind sie auch ein bisschen exotisch. Auch „Küsschen geben“ und eine weiblichere Form der Kommunikation sind da oft eher drin als mit Heten. Für Schwule ist es wiederum stressfreie Komunikation, weder werden sie als Konkurrenz oder potentieller Liebhaber behandelt, noch stoßen sie auf die skeptische Zurückhaltung, die sie bei Hetero-Männern oft erwartet.

  2. Meinen ersten (Liebes-)Kuss erlebte ich, technisch bedingt, erst im Alter von 22 Jahren; seither kann ich mich aber dahingehend (etc.) nicht beklagen.

    @beweis: „Man muss als Jugendlicher erst mal lernen, dass stereotype Romantik da ziehlführender ist als Ehrlichkeit und große Gefühle.“
    Das sehe ich anders, und ich weiß mich da nicht alleine, es sei denn, Du verstehts „zielführender“ als ein sehr kurfristig angestrebtes Ziel!

    @Christian: „(sind weitere Episoden „Der junge Christian“ gewünscht?)“
    Ja natürlich; dergleichen Erinnerungen gehören doch zu uns und unserem Leben dazu!

          • Ich ging davon aus, daß ich hier im Blog immer wieder, über diverse Passagen verstreut, meine Hintergründe relativ eindeutig expliziert habe.
            Deshalb an der Stelle nur so viel zu einem hoffentlich besseren Verständnis durch andere:
            mir war es immer sehr wichtig, eindeutig und ausschließlich als der Mensch wahrgenommen zu werden, der ich wirklich bin; das galt und gilt erst recht für Liebe und Intimität…
            Da ich mit der Umsetzung der dafür benötigten Voraussetzungen aber erst mit Erreichen der Volljährigkeit beginnen konnte (damals 21!), war das für mich der frühestmögliche Zeitpunkt.

          • @sabrina:

            „mir war es immer sehr wichtig, eindeutig und ausschließlich als der Mensch wahrgenommen zu werden, der ich wirklich bin; das galt und gilt erst recht für Liebe und Intimität…“

            Na toll, jetzt hats bei meinem Klischee- und Kitschdetektor die Skala gesprengt und er ist kaputt.

            „Da ich mit der Umsetzung der dafür benötigten Voraussetzungen aber erst mit Erreichen der Volljährigkeit beginnen konnte (damals 21!), war das für mich der frühestmögliche Zeitpunkt.“

            Riech nach Ausrede.
            Wer oder was außer dir selbst hat dich denn im Alter von 14-21 beim „erreichen der nötigen Voraussetzungen“ gehindert?

            „Ich ging davon aus, daß ich hier im Blog immer wieder, über diverse Passagen verstreut, meine Hintergründe relativ eindeutig expliziert habe.“

            Ich habe keine Ahnung von deinen Hintergründen.

    • @Sabrina: Ich meinte ja explizit den Austausch von Körpersäften. Natürlich kann ein Jugendlicher jahrelang zarte, ehrliche Liebesbriefe schreiben und vor sich hin schmachten, während die Angebetete mit dem Klassen-Aggressor mit den tiefen schwarzen Augen rammelt. Dann wird sie sich vielleicht nach ein paar Jahren wirklich gnädig zeigen und sich von ihm mal einladen lassen.

          • “ Ist eher ein linksläufig erweiterter Nickname.“

            Der Nickname ist „Esther“.
            Wenn der linksläufig erweiter ist, dann würde er also „….-Esther“ heißen.?
            Nehme ich nun die Tüte Pommes und interpretiere die gelben Stäbchen als „viele“, dann kann ich das ins Griechische mit „Poly-“ übersetzen.
            Hänge ich das Poly nun an das Esther, habe ich Poly-Esther, landläufig auch Polyester genannt, oft PET abgekürzt.
            Meinst Du das in etwa?
            Ich meine, warum nicht?
            Ungewöhnlich ist es schon. Frauen wählen eher blumige Namen, wozu Polyester nicht ehört

          • Das Oberhuhn hat sie neulich schräg von der Seite angegackert und ihr die diese Bezeichnung verpasst.

          • @ Anne

            Geht mir auch so. Nahezu immer, wenn ich Polyester lese oder höre, denke ich sofort an dieses Lied.

            Loriot war schon ein Guter. 🙂

          • ‚Das Oberhuhn hat sie neulich schräg von der Seite angegackert und ihr die diese Bezeichnung verpasst.“

            Sehr schöne Beschreibung, gefällt mir 😊

  3. Ich hatte meinen ersten Kuss mit 24 (Sex vorher in Bordellen).
    Die Frau habe ich über eine App kennengelernt, sie lebte bei einer Pflegefamilie (Sie war 19) weil die Mutter an der Nadel hing. Wir waren was trinken und dann zu ihr. Da hätten wir uns dann in ihrem Garten geküsst. Mehr wollte sie aber auch nicht, hatte sih laut eigener Aussage schon mit anderen Männern ausgelebt und da nicht so Lust drauf und ja das war ihre Aussage und es blieb in einem halben Jahr Beziehung dabei.
    Später (relativ genau ab 2018) hat sich dann alles etwas geändert. Mir ist es schon öfters passiert, dass Frauen mich entweder ohne Vorwarnung abgeknutscht oder begrabscht haben.
    Wobei ich mittlerweile keine Lust mehr auf Frauen habe und mich ausschließlich auf mein akademisches Fortkommen und meinen Sport konzentriere. Habe mein Studium trotz Vollzeit Arbeit Daher auch mit 1 abgeschlossen und hänge das nächste dran.
    Daher lehne ich Frauen auch immer mehr ab, gestern rief mich zb eine Kollegin vom Büro an. Sie wollte endlos reden, ich habe das Thema in 2 Sek beendet und gefragt ob was wäre(mitten in ihrem Satz ) ukd dann schönes Wochenende gewünscht und einfach aufgelegt. Lustigerweise respektieren Frauen genau diese Art.

      • Verachtung oder Ähnliches bezweifle ich, da man mir eher in den Allerwertesten kriecht.

        Also kläre mich auf und ich bin nicht sarkastisch gerade, ernsthaft interessiert.

    • @truth: Wenn du einfach auflegst, gibt es für die plappernde Frau keine andere Alternative als das zu respektieren. Du machst dich allerdings dadurch der Cancel-Culture und telefonisierter Gewalt schuldig.

      Ansonsten finde ich deinen Umgang mit Frauen beneidenswert, zumal ich vermute, du bist noch unter 30. Ich konnte das in dem Alter nicht, da war ich immer noch innerlich zu getrieben.

      • Ich bin vor kurzem 28 geworden , habe wie gesagt mein erstes Studium fertig u d werde meinen MBA machen, neben Leistungssport und Studium kann ich mich da nicht mir diversen flittchen rumtreiben.
        Aber ja, seit ich so bin, gehen Frauen deutlich besser mit mir um, früher würde ich nur ausgebeutet oder ignoriert.
        Jetzt suchen Leute oft Kontakt.
        Gerade im Beruf , ich arbeite da sehr hart (bin vertriebler und sehr erfolgreich) und stehe jeden Morgen um 5 auf zum Sport. Nach der Arbeit Studium und dann natürlich immer wieder kleinere (Fach)weiterbildungen, wie zul beispiel Zertifikate für die Betreuung von Gewerbekunden oder auch PC und EDV Weiterbildungen. Die freie Zeit nutze ich dann aber lieber für Dinge, die ich mag, lesen oder Sport.
        Irgendwelches Herumhängen in Shisha bars , wie es meine Kollegen oft wünschen, sehe ich als Verschwendung meines Lebens, damit werde ich weder boxchamp, noch komme ich beruflich weiter.

        • Bemerkenswerter, sogar ungewöhnlicher, Ehrgeiz.

          Ich habe mal einen Karriere-Ratgeber gelesen, der hörte sich ähnlich an, der Autor begann mit der Empfehlung, doch rechtzeitig vor dem Studium mit seiner Freundin Schluß zu machen, denn Karriere und Lernen ginge natürlich vor. Eine Sichtweise die mir vollkommen fremd ist, schon deshalb, weil es mir leichter fiel, eine gute Zensur zu schreiben, als mit dem anderen Geschlecht erfolgreich anzubandeln, ich hätte eher das Studium aufgegeben, als die Freundin 🙂 Gleichzeitig war mir immer die Kürze des Lebens bewusst, was, wenn ich am Ende doch durchfiel, trotz Jahren der Enthaltsamkeit? Das wäre nie wieder gutzumachen! Last but not least, kann und mag ich nicht so mit Menschen umgehen, mein Ehrgeiz beschränkte sich immer darauf, mir einen stabilen Platz in der Gesellschaft zu sichern, seit mir das gelungen ist, ist er quasi auf einen Bruchteil seiner ursprünglichen Größe zusammengeschrumpft.

          Erstaunlich wie unterschiedlich Menschen sind, aber es wird schon seinen Sinn haben…

  4. Ach wie schön, lang ist’s her. Und aus heutiger Sicht schien es damals so einfach zu sein. Mit plausibler Unerfahrenheit als Entschuldigung für kleinere Fettnäppchen.
    Ich hatte mit 14 eine kleiner Beziehung mit einem Mädchen, beide Außenseiter, wir sind auf der Klassenfahrt einander nähergekommen. Leider wechselte sie kurz danach die Schule und das war’s für die nächsten 10+ Jahre. 😦

    >sind weitere Episoden „Der junge Christian“ gewünscht?
    Gerne, da sehe ich, was ich wohl alles verpasst habe, und wie es hätte sein sollen oder können.

    • Sieh‘ sich so hart. Ich denke immer, die Anderen wissen nicht, was sie verpassen, während sie immer nur mit dem einem Thema beschäftigt sind.

  5. Das ist wunderbare Geschichte, die man vielleicht mal einem Incel nahebringen könnte. Die Moral hierbei: Letztlich geht es bloß um Angebot und Nachfrage, ist einfach nur eine Frage der Zahlenverhältnisse. Und das ist es, was Du verpasst: Eine Partnerschaft mit einer Frau, die genau sooo tickt.

    Irgendwie erinnert mich das an diese Serie „Two and a half men“, wo diese Mutter Evelyn sich für ihren Nachwuchs Alan damit entschuldigt, sie sei nur schwanger geworden, weil sie keinen Lippenstift verschmieren wollte. Konsequenterweise hatte sie ihren Sohn Alan als Kind bis Weihnachten im Sommercamp vergessen.

  6. Unspektakuläre Geschichte mit einem Kommilitonen. Da war ich Anfang 20.
    Wir blieben uns freundschaftlich verbunden bis zu seinem Unfalltod vor wenigen Jahren.

    (sind weitere Episoden „Der junge Christian“ gewünscht?)

    Aber sicher doch!

  7. „(sind weitere Episoden „Der junge Christian“ gewünscht?)“

    Ja, das ist immer herrlich konkret. Ich würde mir aber wünschen, dass wir alle unsere Anekdoten mit einer etwa-Jahreszahl versehen. Schließlich treffen hier einige Generationen aufeinander, in denen solche Dinge vollkommen unterschiedlich gehandhabt wurden. Bei mir z.B. FlowerPower, Sexfront, LSD. Da schütteln so manche heute 20- oder 65-Jährige sonst den Kopf.

    • Ich war auch 14 und wir waren 3 Jahre zusammen, mit 17 habe ich ihn verlassen, nach mir kam wohl keine mehr, er flüchtete sich in Zockerwelten und sprang mit etwa Mitte 20 von der Brücke.
      Leider keine tolle Geschichte.

      • Meine erste große Liebe, wegen der ich mit 14 schlaflose Nächte hatte, hat sich mit etwa Mitte 30 den goldenen Schuss gesetzt.
        Schon ein merkwürdiges Gefühl, wenn man das scheue und schweigsame Mädchen, mit dem man die Schulbank gedrückt hatte, eines Tages plötzlich auf der letzten Seite der Tageszeitung findet.

      • Merkwürdige Ansammlung hier. Meine erste Liebe war auch einige Jahre später tot. Allerdings war ich komplett unglücklich verliebt und konnte mit dem heftigen Gefühl nicht umgehen. Sie hat mich deswegen verhöhnt und gedemütigt, sich permanent lustig über mich gemacht. Sie war 12, ich 14. Sie wusste vermutlich noch gar nicht, was das überhaupt ist mit mir. Zwei Jahre später musste sie runter vom Internat, ich weiß nicht warum. Sie hatte wohl eine Horror-Kindheit gehabt. Dann hörte ich ein Jahr später, sie würde in Frankfurt als Prostituierte arbeiten, kurz später kam die Todesmeldung.

      • Hier wollte meine Frau sich mal einbringen: Erster Kuss mit 14,Junge war 15. Angeblich war der Junge später schwul. Oder nur Gerede.
        Eine Liebe mit 19 bekam Drogenpsychose und schlitzte sich angeblich vollgepumpt mit Neuroleptika und Benzos in der Badewanne die Pulsadern auf. Andere langjährige Beziehung immer noch seit 17 Jahren derbe auf weed hängengeblieben und nur dafür nach Berlin weggezogen. So wurde es nichts mit seiner gewünschten Familiengründung. Eine kurze Bekanntschaft war Alki vom andern Stern und starb an Leberzirrhose mit ca. 28 Jahren.
        Bei mir andersrum: eine Beziehung. Sonst Sexbekanntschaften und puff.

  8. Abgesehen davon, dass ich in dem Alter gar nicht in diese Situation gelangt wäre, weil ich nicht zu Parties eingeladen wurde, hätte ich mich so etwas niemals getraut.
    Den ersten Kuss hatte ich mit 29, aber immerhin bin ich mir der Frau jetzt seit 15 Jahren zusammen.

    • „Den ersten Kuss hatte ich mit 29, aber immerhin bin ich mir der Frau jetzt seit 15 Jahren zusammen.“

      Ich mit 15 – ist n bleibender Eindruck zurückgeblieben.

      Es war auf einem Klassenfest und wir spielten „Flaschendrehen“.

      Dazu legt man eine Cola-Flasche (die waren damals noch aus Glas) auf den Boden und versetzt sie in schnelle Drehung. Wenn sie ausrotiert ist zeigt die Öffnung auf einen Schüler im Kreis, der der erste Proband ist. Der/die muss(!) dann den/die küssen, der/die beim zweiten Durchgang ausgewählt wurde.

      Ich bekam eine schon erfahrene Küsserin, die mit ihrer Zunge meine Mundhöhle auswischte. Da sie aber auch rauchte und ich nicht, schmeckte der erste Kuss meines Lebens nach Aschenbecher.
      Danach war mein Bedarf erstmal wieder für ein paar Jahre gedeckt.

      • Oh ja, das mit dem „Flaschen drehen“ habe ich auch in unheilvoller Erinnerung, das hatten bei mir auch welche probiert und ich war ahnungslos (wie damals immer), habe mich aber standhaft geweigert, mich abknutschen zu lassen 🙂

        Auch Raucherküsse hatte ich mal, der ekelhafte Nachgeschmack ist mir noch überdeutlich in Erinnerung. Raucher sollten echt unter sich bleiben.

  9. Bei meinem ersten, richtigen Kuss war ich 12 und es war ein ganz besonderer Tag, an dem so ziemlich Alles in unserem Städtchen kostenfrei geöffnet hatte. In Erinnerung geblieben ist mir speziell, dass wir mit unserer Truppe spontan und ohne Schwimmsachen und Handtücher ins Hallenbad gingen… jedenfalls waren er und ich erst wenige Tage ein Paar, das bis dahin bloß Händchen hielt.

    Nach einigen wohl recht spaßigen Erlebnissen begleitete ich ihn nach Hause, weil wir dort ungestört waren, und dort kuschelten wir auf seinem Bett. Lange dachte ich: „jetzt küss mich doch endlich“, bevor ich mir (oben liegend) ein Herz fasste… und es war keine Fehlentscheidung^^

    Wir waren noch am Knutschen, als seine Mutter heimkam. Er erschrak, als er hörte wie die Türe geöffnet wurde, da Besuch eigentlich verboten war, und so bugsierte er mich irgendwie an ihr vorbei in den Garten und verabschiedete mich mit einem kurzen Abschiedskuss in der Garage nach draußen. Umgekehrt wurde er aber auch mal direkt bei uns rausgeschmissen von meiner schimpfenden Oma^^

    Zwei oder drei Wochen später machte ich Schluß, da ich auf einer Party jemanden kennengelernt hatte. Der allerdings wohnte so weit entfernt, dass wir bloß wenige Male telefonierten und Briefe schrieben. Mein erster Ex hat aber den Typ danach auf dem Weg zu einem Date abgefangen und mit einer Waffe bedroht. Hab ich ihm übel genommen, obwohl es mir natürlich auch leid tat, wie er litt.

    Wir hatten immer mal jahrelange Kontaktpausen, dennoch würd ich ihn bis heute zu meinen Freunden zählen. Ohne ihn hätt ich auch meinen Mann nicht kennengelernt. Und seine Mutter hat uns jüngst noch, als ich sie zufällig traf, ein Ketcar für unsere Kleinste geschenkt, aus dem ihr Enkel rausgewachsen ist.

  10. Bei mir haben – auch jenseits des Teenager-Alters – immer die Frauen den ersten Schritt gemacht. Immer.

    Ob’s die Frage war „Darf ich Dich küssen?“ – „Ööh, na gut“ – und es mehr als der erwartete Schmatzer geworden ist … oder der erhobene Arm (für High-Five nach erfolgreicher PC-Reparatur „Yes! Schlag ein! Geht doch!“), der mit einer eleganten Drehung zu einer Umarmung mit nachfolgendem Zungenkuss herangezogen wurde <-[nein, kein feuchter Traum eines Computer-Nerds, das ist tatsächlich so passiert] … oder irgendwelche versehentlichen Rempeleien bei Bodennebel und Stroboskop im Techno-Rausch …

    Siehe "Nun mach doch endlich und küss mich"

    https://allesevolution.wordpress.com/2018/05/14/nun-mach-doch-endlich-und-kuess-mich/#comment-343474

    Bei meinem wirklich ersten Kuss … sagen wir mal so … ich hab festgestellt, dass ich grad knutsche, während ich aus dem alkoholisierten Beinahe-Koma wieder zu mir gekommen bin. Hoppla. Aber sowohl mit der Situation als auch mit dem Mädel war ich einverstanden. Ich hätte bloß ganz gern gewusst, wie ich das hingekriegt hab. Aber sehr wahrscheinlich hab ICH da mal wieder aktiv gar nichts "hingekriegt".

    Etwas enttäuschend war, dass ich mich – entgegen meiner Erwartung – nach der Aktion nicht ein Stück "erwachsener" gefühlt hab.

  11. Meinen ersten Zungenkuss hatte ich mit 16 (?), mit einem Mädchen, welches auf mich stand (aber ich eigentlich nicht auf sie) und er ging von ihr aus. Sie war keine richtige „Freundin“, wie ich erst mit 18 die erste hatte, es war eher so ein sachtes unbeholfenes Herantasten ans andere Geschlecht. Ich war brutal unerfahren und sie nicht gerade hübsch, unsere Defizite waren auch das einzige, was uns zusammenbrachte und einige Wochen zusammen hielt, bis wir es beide überdrüssig waren. Der Kuss war trotzdem gut und ist das einzige geblieben, was wir an Körperflüssigkeiten jemals ausgetauscht haben.

    „Küsse auf den Mund“ hatte ich allerdings schon früher. Mit 8 oder 9 Jahren gab es einige Mädchen in meiner Klasse, die auf mich standen und darauf aus waren, mit mir „Kehrdienst“ zu machen (im Osten wurde das Klassenzimmer noch von den Kindern gereinigt, nicht von polnischen Putzhilfen, eigentlich eine sehr empfehlenswerte Praxis). Die versuchten dann, mich dazu zu überreden, dass ich mich küssen lasse. Ich kann mich nicht sicher erinnern, ob ich einmal nachgegeben habe, nur um meine Ruhe zu haben, jedenfalls bin ich denen dann immer konsequent aus dem Weg gegangen. Als Spätentwickler, fand ich das einfach nur ekelhaft.

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