Die fiesen Männer, die einfach keine bessere Anti-Baby-Pille entwickeln

Comedy auf die Goldwaage zu legen ist natürlich an sich schon etwas gefährlich, aber diesen Abschnitt fand ich zu einem Auftritt von Carolin Kebekus fand ich doch besprechenswert:

Auch wenn die Anfänge auf die amerikanische Frauenbewegung zurückgehen: Die Pille wurde von Männern entwickelt – und sorry, Leute, das merkt man“, betonte sie. Besorgniserregend seien die vielen Nebenwirkungen des Verhütungsmittels wie Erbrechen, Stimmungsschwankungen, Depressionen, Embolien oder auch ein erhöhtes Thrombose-Risiko.

Das Problem sei, so die Komikerin, dass die Pille seit Jahrzehnten kaum verändert wurde. „Heute haben wir fucking Smartphones, aber Frauen schlucken immer noch den ‚Commodore64‘ der Verhütung“, sagte sie in Anspielung auf die Entwicklung des Computers, die in den vergangenen Jahren schnell vorangetrieben wurde. Schlimmer noch: Die modernen Pillen haben sogar noch mehr Nebenwirkungen als ihre Vorgänger, erklärte Kebekus. „Es wird einfach viel zu wenig geforscht, um die Pille besser zu machen“, beklagte sie. „Normalerweise geben Pharmakonzerne 20 Prozent ihres Umsatzes in die Forschung. Bei Verhütungsmitteln sind es lächerliche zwei Prozent“, sagte sie. Das liege daran, dass damit kein Geld verdient werden würde, weil Frauen die Pille wegen mangelnder Alternativen ohnehin trotzdem schlucken würden.

Adrian twitterte schon das passende dazu:

Aber die Idee, dass man mit einer besseren Pille kein Geld verdienen könnte ist ja auch wenig durchdacht. Denn bereits jetzt gibt es ja Pillen verschiedener Hersteller, die in einem Wettbewerb stehen. Natürlich hätte jeder Hersteller gerne eine Pille im Angebot die weniger Nebenwirkungen hat.

Aber das Problem dürfte eher sein, dass es eben nur bestimmte Mechanismen gibt, die eine Schwangerschaft verhindern bzw dem Körper eine Schwangerschaft vortäuschen und so kurzzeitig eine Schwangerschaft verhindern.

Jedenfalls ist ja Medizin nun keineswegs ein männlich besetztes  Feld. Niemand hindert Frauen daran dort zu forschen und ein besseres Produkt zu entwickeln. Wenn sie meint, dass das Potential ungenutzt ist, dann ist das mal wieder eine Marktchance, in die sie Geld stecken könnten.

Den Knaller lieferte die Komikerin am Schluss des Beitrages, als sie die Pillenpause und die damit eintretende Blutung erwähnte.

Denn die, das ließ sich Kebekus von einer Gynäkologin bestätigen, hat medizinisch überhaupt keinen Sinn. „Die Blutung, die eintritt, wenn man mit der Pille pausiert, hat einfach null mit einer Menstruation zu tun“, sagte sie. Warum es die Blutung dann überhaupt gibt? „Weil einer der Erfinder der Pille der katholischen Kirche mit diesen Blutungen so eine Art Natürlichkeit vorgaukeln wollte“, erklärte Kebekus.

Am Ende profitieren vor allem die Hersteller von Menstruationsprodukten. „Ich habe 15 Jahre die Pille genommen und die ganze Zeit umsonst geblutet? Ungefähr neun Liter Blut. Umsonst!“, stellte die Komikerin abschließend fest. Eine Tatsache, die die wortgewandte Kebekus fassungslos macht.

Es fasziniert mich immer wieder, wie leicht Frauen die Verantwortung für so etwas abgeben und es als eine Art Unterdrückung sehen können. Es gibt ja nun wahrhaftig genug Gynäkologinnen, es gibt genug Frauenzeitschriften, es gibt seit geraumer Zeit das Internet, bei dem man sich über die Vor- und Nachteile des Durchnehmens informieren kann.

Aber nein, die große Verschwörung der Kirche steckt dahinter.

 

55 Gedanken zu “Die fiesen Männer, die einfach keine bessere Anti-Baby-Pille entwickeln

  1. Es muss irre bequem sein für alle unangenehmen Aspekte des Lebens jemand anderem die Schuld geben zu können. Nur erwachsen ist es nicht. Eigentlich verwirkt man damit sein Wahlrecht.

    • Ich wünsche mir so sehr, dass sich diese Frauen ein eigenes Internet erfinden und dieser Mist dann hinter einem Schutzwall verschwindet. So wie sich die DDR damals gegen den Westen geschützt hat.

      • Ähem – so funktioniert das nicht. Männer haben gefälligst das bereits bestehende Internet zu verlassen und den Frauen zur alleinigen Nutzung zu überlassen.
        Theoretisch könnten sich Männer ein neues Internet aufbauen. Aber das wäre im Grunde vergeudete Mühe, weil kaum am laufen würden wieder Frauen kommen und Anspruch darauf erheben. Spätestens wenn „ihr“ Internet kaputt ist. :-)))

  2. Wie schafft man es als erwachsene Frau, sich so ein kleinkindhaftes Weltbild zu erhalten?
    Mit dem Fuß aufstampfen, „ich will aber!“ schreien, und Kraft ihres Willens geschieht alles exakt so, wie sie es sich wünscht. Oder das Patriarchat muss schuld sein, wenn doch nicht.

    Klar wäre z.B. ein Feature schön, mit dem man auf Knopfdruck etwa die Gravitation lokal und temporär reduzieren könne.
    Naturwissenschaftler haben der Natur gegenüber höchsten Respekt, sogar eine gewisse Demut.
    Und jeder Entwickler kennt den Frust, lange Zeit zu versuchen, etwas zum Laufen zu kriegen, und dann funktioniert’s trotzdem nicht.
    Vieles, was man sich wünschen würde, ist einfach nicht machbar. Das ist die Realität, die man akzeptieren muss.

    9 Liter auf 15 Jahre? Das wären ja gerade mal 46ml pro Blutung (unterbrechungsfrei eine Periodendauer von 4 Wochen vorausgesetzt). Entweder hat die Dame sich verrechnet, oder das ist einfach beneidenswert.

    OT: @Alle sind eingeladen zur virtuellen Feier des 9. Geburtstages meines Blogs.

  3. Ist die Frau Kabarettistin? Diese billigen Scherze auf Kosten der Männer entsprechen dem politischen und medialen Zeitgeist. Ich dachte, Kabarett sei kritisch und aufmüpfig. Doch reicht es nur bis zum Niveau einer taz-„Satire“.

    • Das entspricht meinen Erfahrungen mit weiblichen Komödianten – entweder versuchen sie Witze über Körperteile oder -funktionen zu reißen, oder sie machen andere fertig. Sich selbst zum Mittelpunkt des Witzes zu machen, können sie nicht.

      • „Sich selbst zum Mittelpunkt des Witzes zu machen, können sie nicht.“

        Ist mir auch schon aufgefallen. Wann immer ich mich frage, warum eine bestimmte Comedienne nicht wirklich lustig ist, lande ich nach einigem Nachdenken bei der Erkenntnis, dass ihren Beiträgen die Selbstironie komplett fehlt.

        Bei 1Live z.B. läuft „2 girls, 1 chat“. Der Humorfaktor ist mäßig, da die Protagonistinnen in der Regel einfach nur über andere lästern. Dabei hat Jacqueline Feldmann, eines der beiden „girls“, zumindest in ihrem wirklich guten Soloprogramm auch einige gute Witze über sich selbst. Leicht gekürzte Version hier:

        Die zur Zeit beste deutsche Komödiantin ist für mich eindeutig Martina Hill. Für mich ist es bezeichnend, dass sie sich in ihren Rollen immer wieder der Lächerlichkeit preisgibt. Nur so kann man selbst beißenden Humor abliefern, ohne verkrampft zu wirken.

        • Martina Hill auf jeden Fall, aber auch Anke Engelke, die sich meines Wissens nach nie hat vor den feministischen Karren spannen lassen.

          • Anke Engelke war mal die Wunschkandidatin Alice Schwarzers für ihre Nachfolge, ist eine gute Freundin des Hauses sowie treue Leserin, und sie hat ihre Erstgeborene zufällig sogar Emma genannt.

          • „Anke Engelke war mal die Wunschkandidatin Alice Schwarzers für ihre Nachfolge, ist eine gute Freundin des Hauses sowie treue Leserin, und sie hat ihre Erstgeborene zufällig sogar Emma genannt.“

            Was Du alles so weißt (*staun*)

            Welcher Ideologie die Leute privat anhängen, ist mir wurscht. Engelke zeichnet(e) ein Humor aus, der weder unter die Gürtellinie ging, noch Männer herabwürdigte. Und diese Art Humor kennzeichnet ja das feministische Kabarett.

          • Ein lesenswertes Interview, das meine Meinung über sie bestätigt.
            Eine Frau, die Respekt vor den Menschen hat und keine qualitativen Unterschiede zwischen den Geschlechtern macht.
            Für die Schwarzgeld muss das unbefriedigend gewesen sein.

          • Engelke mochte ich auch, habe nie verstanden, warum man die mit ihrer Late-Night-Show so hart abgesägt hat (wenn ich mich richtig erinnere).

          • Glück für dich – du lebst in einem „Patriarchat“. Noch ist eine eigene Meinung erlaubt.

            Und ja, die meisten erfolgreichen männlichen Komödianten (nicht Kabarettisten) zeichnen sich durchaus durch ein gewisses Maß an Selbstironie aus.

        • Ahh, Martina Hill, ja, heutzutage eine der wenigen Frauen im deutschen Fernsehen, die ich gern anschaue (vom Humor her gesehen, rein optisch, gibt es noch mehr 🙂 )

  4. Es ist ja nicht so, dass es keine Entwicklung gegeben hat und keine Alternativen gibt. Stichwort Kupferkette, eine Weiterentwicklung von der Kupferspirale (jetzt Neu ohne Spreizverletzungen in der Gebährmutter) zu Kupferball (Jetzt neu ohne mechanische Verankerung durch Widerhaken im Vergleich zur Kette, liegt von selbst an Ort und Stelle).

    Kein Vergessen mehr, keine hormonellen Nebenwirkungen mehr, fünf Jahre haltbar, auf Dauer billiger…

    Ja, es gibt Nebenwirkungen (stärkere Monatsblutung, Gefahr einer Eileiterschwangerschaft) und Unverträglichkeiten (Kupferallergie). Aber deutlich weniger als bei der Pille und für die anderen gibts ja noch Kondom und „natürliche Verhütung“.

    Man kann nicht behaupten, die Pille hätte sich nicht weiterentwickelt ohne die Weiterentwicklungen bei anderen Mitteln zu betrachten, die sich wegen der Nebenwirkungen der Pille weiterentwickelt haben.

    Was mich als Freund der Natur vor allem freut, ist dass der Kupferball keine Östrogenschwemme im Abwasser verursacht, die bei Wasserlebewesen zu Geschlechtsumwandlungen und Unfruchtbarkeit führt. Hormonmittel waren mir aus dieser Sicht schon immer ein Dorn im Auge.

    Und zum Schluss hat Frau ja auch noch die freie und selbstbestimmte Wahl was sie nimmt…

    • Kupferball, muss ich zugeben, klingt interessant. Hör ich zum ersten Mal.
      Bis 500 Euro ist natürlich happig, vorallem in Anbetracht des Ausstoßrisikos von bis zu 25 %… und mich persönlich störte bei der Spirale (neben der stärkeren und schmerzhafteren Mens und dem Aua beim Einsetzten) vorallem der „Faden“ am Muttermund. Das Fremdkörpergefühl ließ sich einfach nicht ausblenden.

      • Leider keine Verhütung ohne Nebenwirkungen. Selbst Kondome platzen und verderben den Spaß. Meine persönliche Erfahrung (halt Freundin) war 300€ mit ärztlicher Garantie beim Ausstoßen, damit ist man dann bei 5 Jahren Verweildauer beim Preis der billigsten Pille (5€ pro Monat).

        In den Antworten auf den Kebekus-Link gibt es jemanden, der immer wieder auf eine abgebrochene Studie zur männlichen hormonellen Verhütung verweist. Aber mal ehrlich, die Pillennebenwirkungen (Verlust der Natürlichkeit, Libido, Fettleibigkeit, Übelkeit, Depressionen) würde ich meiner Freundin nicht zumuten wollen und es ist ganz legitim, das für sich selbst (als Mann oder Frau) nicht zu wollen. Vor allem Depressionen sind megagefährlich, weil sie einem das Leben ruinieren, im Extremfall zu Selbstmord führen. Habe selber schonmal ein Medikament mit dieser Nebenwirkung abgelwehnt (Aknemittel auf Vitaminbasis).

        Dass sich die Pille trotzdem so durchsetzen konnte, liegt wohl an den damals mangelnden Alternativen, und daran dass es Frauen gibt, die alles tun würden, um kein Kind zu bekommen.

        Wenn dich das Thema interessiert, ist ein Blick in die Geschichte interressant:

        http://de.muvs.org/topics/verhuetung/

        Etwa in der Antike gab es sehr Kurriose Verhütungsmittel. Dennoch haben die Römer ein Gesetz eingeführt, das den Bürgern Sonderrechte gewährte, wenn sie mindestens drei Kinder bekamen. Denn scheinbar haben die Mittel so gut funktioniert, dass die Kinder reihenweise ausblieben (okay, die Römerinnen waren auch was Abtreibung angeht nicht gerade zimperlich oO).

        • Und man vergesse auch nicht:

          „Die patria potestas manifestierte sich [auch] in der Entscheidungsgewalt des pater familias über die Annahme oder Ablehnung neugeborener Kinder, die Veräußerung (ius vendendi) bis hin zu deren Tötung.“

          https://de.m.wikipedia.org/wiki/Patria_Potestas

          „Leider keine Verhütung ohne Nebenwirkungen. Selbst Kondome platzen und verderben den Spaß.“

          Das Ding ist doch: jungen Menschen bzw. solchen mit häufiger wechselnden Sexpartnern werden Gummis eh empfohlen – Problem schon fast gelöst, eigentlich.
          (Besser noch, wenn Mädchen bereits schulisch und vom Facharzt unterrichtet würden, ihren Zyklus genau zu kennen.)
          Platzen o.ä. ist selten, kann aber daran liegen, dass mann ein zu großes Kondom gewählt hat/die Erektion schwächelt und/oder die Frau nicht erregt genug ist.
          Lösung: Ehrlichkeit mit sich selber, mehr auf den Körper hören, die Penetration rauszögern und im Zweifel auch wieder unterbrechen.

          „Meine persönliche Erfahrung (halt Freundin) war 300€ mit ärztlicher Garantie beim Ausstoßen“

          Cool, von dieser Garantie höre ich auch zum ersten Mal.
          Fand sie denn das Einsetzen schmerzhaft? Hat sie mehr Probleme als zuvor mit Unterleibskrämpfen? Merkt sie den „Faden“ noch?

          „In den Antworten auf den Kebekus-Link gibt es jemanden, der immer wieder auf eine abgebrochene Studie zur männlichen hormonellen Verhütung verweist. Aber mal ehrlich, die Pillennebenwirkungen (Verlust der Natürlichkeit, Libido, Fettleibigkeit, Übelkeit, Depressionen) würde ich meiner Freundin nicht zumuten wollen und es ist ganz legitim, das für sich selbst (als Mann oder Frau) nicht zu wollen.“

          Ich denke ja, die Pharmaunternehmen können kein Interesse an einem Produkt zur Spermienproduktionsunterbindung haben, weil das Risiko auf Schadensersatzklagen einfach viel zu hoch ist dadurch, dass der Erfolg (bzw. die mögliche Langzeit-Nebenwirkung dauerhafter größerer Zeugungdunfähigkeit) so leicht messbar ist.

          „Habe selber schonmal ein Medikament mit dieser Nebenwirkung abgelwehnt (Aknemittel auf Vitaminbasis).“

          Wie hat sich das Problem erledigt, oder bräuchtest Du Tipps? (wie alt bist Du denn?)

          „Wenn dich das Thema interessiert, ist ein Blick in die Geschichte interressant:“

          Hab ein paar Beiträge angesehen, schau mal @Christian:

          „Die katholische Kirche erlaubt die Pille als Medikament für Zyklusstörungen. Ob sie auch für die Verhütung zugelassen wird, steht jahrelang auf des Messers Schneide. Der kirchentreue Entwickler John Rock rechnet fest damit, denn die Akzeptanz der Zeitwahlmethode (nach Knaus-Ogino) – und damit die Trennung von Sexualität und Fortpflanzung – durch die Kirche habe den Weg vorgezeichnet. Die Pille würde nur fortsetzen, was die Natur im Monatszyklus bereits vorgegeben habe, nämlich durch die zeitweilige Ausschüttung entsprechender Hormone eine Schwangerschaft unmöglich zu machen. …

          Eine monatliche Regelblutung, wie sie von der Pille nachgeahmt wird, ist weder für die empfängnisverhütende Wirkung der Pille noch für die Gesundheit des Körpers erforderlich. Der künstliche 28tägige Monatszyklus wurde vielmehr von John Lock und Gregory Pincus eingeführt, um die Idee der ‚hormonellen Nachahmung der Natur’ deutlich zu machen und die Akzeptanz zu erhöhen.“

          http://de.muvs.org/topic/die-pillenstory-eine-vergessene-revolution/

          Hier allerdings geriet ich ins Grübeln:

          „Wenn arabische Gynäkologen auf europäischen Kongressen diese Story hören, reduzieren sie ihren Kommentar auf eine knappe Frage: „Haben Sie schon einmal versucht, einer Kamelstute einen Stein in die Gebärmutter zu legen?““

          http://de.muvs.org/topic/verhuetung-an-kamelen/

          Tatsächlich hat mir ein ehemaliger Gyn, als ich ihn fragte, warum bzw. wie die Spirale überhaupt wirkt, gesagt: „Das weiß man nicht genau. Aber früher haben sich Frauen sogar Steine in die Gebärmutter legen lassen…“ Ich schwör. Hat er gelogen?

          • Man muss einfach ansprechen, wie die Haftung im Fall des Ausstoßens geregelt ist, damit lässt sich das dann klären.

            Einsetzen war wohl nach Erzählung nicht so schmerzhaft wie erwartet (wohl erst als es schon drin war kurz schmerzhaft), die Blutungen sind aber stärker geworden, Krämpfe waren vorher schon da, weswegen ich das schlecht beurteilen kann.

            Der Faden war unmerklich, das liegt wohl vor allem an der Kunst des Arztes.

            Akne hat sich schon lange erledigt (bin jetzt 23), die Lösung war vor allem täglich mindestens 3 Mal das Gesicht waschen, dadurch iat es verschwunden.

            Verhütung tut immer so, als wäre es ein so modernes Thema, aber entwickelt wird daran eben schon immens lange und es wurde viel ausprobiert. Nach über 2000 Jahren Entwicklungszeit ist es eigentlich kein Wunder, dass sich nicht mehr viel tut, Messer z.B. verändern sich ja auch nicht mehr viel.

            Man merkt viellwicht, dass ich kein Fan der Pille bin, bei mir aus ethischen Gründen. Für mich kann ich es nicht vereinbaren, die Menge an Hormonen ins Wasser abzugeben nur für den eigenen Spaß und dadurch den Wasserlebewesen die Geschlechtlichkeit zu nehmen.

          • „Einsetzen war wohl nach Erzählung nicht so schmerzhaft wie erwartet (wohl erst als es schon drin war kurz schmerzhaft), die Blutungen sind aber stärker geworden, Krämpfe waren vorher schon da, weswegen ich das schlecht beurteilen kann.“

            Ja frag sie doch mal?
             
            Ich bin ja eigentlich insgeheim der Ansicht, Menstruationsschmerzen seien eher nicht normal und würde, wenn eine meiner Töchter darunter zu leiden hätte, sicher mehr Nachforschungen anstellen (lassen). Könnt ja auch Endometriose sein (wo Patientinnen übrigens im Schnitt 7 Jahre lang Ärzte abklappern bis zur Diagnosestellung).
            Und wenn nicht: Granatapfelsaft kam mir bspw. mal unter als wenig schmackhaftes, aber angeblich wirksames Hilfs- bzw. Heilmittel.

            Aber schon auch krass, wie wenig zu Menstruationsbeschwerden geforscht wird. Angeblich ist die medizinische Zunft weniger daran interessiert als an Erektionsstörungen… irgendwo hatt ich auch mal ne Budget-Vergleichszahl gesehen, leider nicht wiedergefunden jetzt, daher kann ich nur auf diesen Artikel bspw. verweisen, wo das auch behauptet wird:

            https://www.vice.com/de/article/jgxppd/menstruationstassen-verkuerzen-vielleicht-die-periode

            (Leseempfehlung übrigens)

            Nicht, dass ich davon ausgehe dass es interessiert, aber was ich unter natürlichen Bedingungen habe nenne ich „eingebauter Wecker“. 5-10 Minuten bevor die Blutung losgeht zieht es deutlich und lange genug (= ein paar Minuten), so dass ich registrieren kann was passiert. Und das wars dann normalerweise. Sehr praktisch, möchte ich auch nicht missen.
            Mit Spirale zogen sich die Krämpfe hingegen jedesmal über Stunden oder gar Tage.

            „Der Faden war unmerklich, das liegt wohl vor allem an der Kunst des Arztes.“

            Mh, war? Du kannst ihn doch aber ertasten? Soweit ich weiß, sollte man/frau ihn spüren können – auch zur Sicherheit, um zu merken, ob das Verhütungsmittel denn noch da ist.

            „Verhütung tut immer so, als wäre es ein so modernes Thema, aber entwickelt wird daran eben schon immens lange und es wurde viel ausprobiert. Nach über 2000 Jahren Entwicklungszeit ist es eigentlich kein Wunder, dass sich nicht mehr viel tut“

            Naja, also in dieser bubble kursieren zwei Innovationen, auf deren baldige Zulassung mann baut: das Samenleiterventil und Vasalgel. Ich halte es für wenig wahrscheinlich, dass auch nur eins von beidem die Zulassung erreicht. Warum? Erhöhte Transparenz und männliche Klagefreudigkeit, again.

            „Man merkt viellwicht, dass ich kein Fan der Pille bin, bei mir aus ethischen Gründen. Für mich kann ich es nicht vereinbaren, die Menge an Hormonen ins Wasser abzugeben nur für den eigenen Spaß und dadurch den Wasserlebewesen die Geschlechtlichkeit zu nehmen.“

            Ich würd gern sagen: sympathisch, aber nein, empfinde ich nicht so. Bei mir steht schon die körperliche Integrität von Frauen über der von Wasserlebewesen.

            Apropos Ethik: wie stehst Du denn zu Abtreibung? Hab ich schon richtig verstanden, dass Du die nicht gerade unproblematisch findest, oder? Für IUPs gildet allerdings auch: eine Schwangerschaft ist nie völlig auszuschließen. Eigentlich sollte eine Befruchtung verhindert werden, klappt aber nicht immer. Eigentlich sollte zudem verhindert werden, dass eine doch befruchtete Eizelle sich einnistet, klappt aber nicht immer. Eigentlich sollte das IUP gezogen werden, sobald eine Schwangerschaft entdeckt wurde, aber auch das klappt – Du ahnst es – nicht immer. Ich kenne so einen Fall sogar auch persönlich, zum Glück ging Alles gut.

            Und ich wüsste eigentlich wirklich gern, ob bzw. wie häufig ich schwanger war in den Jahren mit Spirale (oder auch insgesamt^^) bzw. hätte mich wohl gar nicht für sie entschieden, wenn mir die Risiken und Nebenwirkungen alle damals bewusst gewesen wären. Aber klar: ich war erwachsen, es gab schon Internet und ich hätte einfach nicht davon ausgehen dürfen, beim Arzt solide aufgeklärt zu werden.^^

            Btw: das P in IUP soll für pessos=Stein stehen

            „Heute wird allerdings kein Stein mehr in die Gebärmutter eingelegt… “

            https://books.google.de/books?id=YUnezaw6jLUC&pg=PA60&lpg=PA60&dq=iup+verhütung+stein&source=bl&ots=-pVG5R2lKS&sig=ACfU3U2UtmMBYm7kv7wjs72ZbQnBfnWqEQ&hl=de&sa=X&ved=2ahUKEwjjyc21iabqAhWr0KYKHZOUBoMQ6AEwAXoECAYQAQ#v=onepage&q=iup verhütung stein&f=false

            Also hätt er doch nicht gelogen… aber was denken wir denn jetzt über diesen Kamel-Artikel?

          • „Aber schon auch krass, wie wenig zu Menstruationsbeschwerden geforscht wird. Angeblich ist die medizinische Zunft weniger daran interessiert als an Erektionsstörungen… irgendwo hatt ich auch mal ne Budget-Vergleichszahl gesehen, leider nicht wiedergefunden jetzt, daher kann ich nur auf diesen Artikel bspw. verweisen, wo das auch behauptet wird:“

            Ua… da hab ich aber nicht genau gelesen… aber nah dran.^^
            Und der andere Vergleich wurde irgendwo auch bereits gezogen. Ich schwör.

          • „Ich denke ja, die Pharmaunternehmen können kein Interesse an einem Produkt zur Spermienproduktionsunterbindung haben, weil das Risiko auf Schadensersatzklagen einfach viel zu hoch ist dadurch, dass der Erfolg (bzw. die mögliche Langzeit-Nebenwirkung dauerhafter größerer Zeugungdunfähigkeit) so leicht messbar ist.“ Pharmaunternehmen haben kein Interesse an einem _unzuverlässigem_ Produkt. Ob Spermienproduktionsunterdrückung oder sonstwas. Ein Kondomhersteller zahlt ja auch keine Alimente/HIV-Behandlung/Berufsausfallkosten, wenn das Kondom reißt.
            Ansonsten sind kapitalistische Unternehmen jederzeit an wirksamen Produkten interessiert, für die es einen beträchlichen Markt gibt.

          • Du kannst bei individuellen Frauen schlecht rausfinden, ob sie überhaupt Schwangerschaftsverhütungsmittel brauchen; Du kannst nicht rausfinden, ob die verabreichte Medizin wirkt (es sei denn, sie wird schwanger – dann tat sie es halt nicht^^); und wenn eine ehemalige Nutzerin hormoneller Verhütungsmittel nach Behandlungsende nicht wunschgemäß schwanger wird, hat sie absolut Nichts in der Hand, worauf sich eine Klage gründen ließe.

            Und das vergleich jetzt mal mit der Lage, wie sie sich bei Männern darstellte…

          • Und das ist genau der Grund warum die Pille für den Mann überhaupt nur in stabilen Langzeitbeziehungen überhaupt eine Marktchance hat. Keine Frau würde ihn auf das Kondom verzichten lassen. Und dann ist die Frage warum dann nehmen?

    • Am Verbreitetsten ist wohl die „Hormon-Spirale“, sie gibt wohl nur noch lokal Hormone ab, greift also nicht mehr so tief in den Hormonhaushalt ein. Benutzt meine Frau, Komplikationen oder Schmerzen hatte sie keine, auch ihre Libido scheint sich etwas zu bessern, zumindest ist sie nicht mehr so abweisend, wie nach der Geburt unserer Tochter, als sie noch die Pille nahm.

  5. „Männ_*er“ können ja auch menstruieren und Kinder gebären, wenn sie sich als als Menschen mit Menstruationshintergrund identifizieren. Man muss eben aufpassen, damit man nicht unbeabsichtigt schwanger wird. Ich habe die Pille nie genommen und bin trotzdem nicht schwanger geworden. Es geht also! Muss man wissen.

  6. „Natürlich hätte jeder Hersteller gerne eine Pille im Angebot die weniger Nebenwirkungen hat.“

    Das ist richtig, aber auch der Vorwurf, dass die neueren Pillen mehr Nebenwirkungen haben, als die älteren Präparate.
    Ursache dürfte das Patentrecht sein. Um ein Produkt exklusiv und damit teuer auf dem Markt anbieten zu können, muss es ein patentfähiges Alleinstellungsmerkmal haben. Die alten Präparate brauchten nur möglichst eng am zyklusbestimmenden Hormon angelehnt sein, um ihre Funktion zu erfüllen. Die Patente darauf dürften aber längst alle ausgelaufen sein, weshalb sie jeder als Generika auf den Markt bringen kann.
    Die großen Pharma-Konzerne brachten also neue Stoffe auf den Markt, die chemisch geringfügig modifiziert und damit wieder patentfähig wurden. Bestenfalls blieb nur die kontrazeptive Wirkung erhalten, schlimmstenfalls verursachten die neuen Stoffe Nebenwirkungen.
    Der Rest ist Marketing.

    Das ist alles bekannt – bestimmt auch einer Kebekus – und jede Frau kann auf die älteren nebenwirkungsärmeren Präparate bestehen. Niemand ist gezwungen, auf teurere, riskantere Produkte umzusteigen.

    • >>> Niemand ist gezwungen, auf teurere,
      >>> riskantere Produkte umzusteigen.

      Du unterschätzt ein Prinzip. Viele legen sehr viel wert darauf, sich überdurchschnittlich wertvoll fühlen zu können. Wenn diese Personen zwei Produkte zur Auswahl haben, wovon eines teuer und das andere günstig ist, dann wählen diese Menschen das teurere Produkt, weil diese sich dann wertvoller fühlen können und man sich als etwas Besseres als die Masse fühlen kann.

      Und gerade Frauen möchten unbedingt etwas Besonderes sein. So sind diese dann besonderes empfänglich für Apple-Produkte, rosa Rasierern zu überhöhten Preisen, Bioprodukte, … bzw. greifen schon von Prinzip nicht zu den günstigsten Produkten.

      Dazu folgender Scherz:

      „Fragt klein Fritzchen seinen Sportlehrer: „Warum gibt es eigentlich so wenig Frauenfußballerinnen? > Antwortet der Lehrer: „Wenn Du irgendwann mal groß bist, wirst Du es auch verstanden haben, dass es sehr schwer ist, 11 Frauen dazu zu motivieren, gleichaussehende Kleidung zu tragen.“

      • „Viele legen sehr viel wert darauf, sich überdurchschnittlich wertvoll fühlen zu können. Wenn diese Personen zwei Produkte zur Auswahl haben, wovon eines teuer und das andere günstig ist, dann wählen diese Menschen das teurere Produkt, weil diese sich dann wertvoller fühlen können und man sich als etwas Besseres als die Masse fühlen kann.“

        Dem tragen, wie erwähnt, die Marketing-Experten der Pharma-Konzerne Rechnung.

      • Gibt es solche Leute wirklich? Ich mache genaud as Gegenteil: Ich kaufe das allerbilligste Produkt, das meinen Anforderungen entspricht. Es gibt sehr viele günstige gute Sachen, man muss sie nur kennen. Das ist die sportliche Herausforderung. Irgendwie muss man dem neoliberalen Kapitalismus doch den Wohlstand aus den Rippen schneiden 🙂

  7. Ich kam kürzlich an einer Plakatwand vorbei, an der direkt nebeneinander die Programme zweier weiblicher Comedians beworben wurden:

    Carolin Kebekus‘ „Pussynation“ und Tahnees „Vulvarine“

    Das Klischee, dass Frauen generell nicht witzig sein teile ich nicht, da es sich mit meiner Beobachtung nicht deckt, aber bei aktuell groß herausgebrachten Komikerinnen scheint mir irgendwie eine gewisse Einseitigkeit vorzuherrschen, die mich nicht gerade vom Hocker reißt.

  8. „1999 kam sie nach dem Abitur als Praktikantin zu den Freitag Nacht News, deren Mitproduzent Hugo Egon Balder sie dazu brachte, Schauspielunterricht zu nehmen. 2002 absolvierte Kebekus ein Praktikum bei 1 Live.“

    https://de.wikipedia.org/wiki/Carolin_Kebekus#Leben

    Die ist nach der Schule gleich zu RTL gegangen (ohne irgendeine Ausbildung zu machen) und hat bei Hugo Egon Bader („Der König der Möpse“, Ältere erinnern sich an „Tutti-Frutti“ nachts bei RTL) gelernt.

    Was soll man da erwarten?

  9. „Aber das Problem dürfte eher sein, dass es eben nur bestimmte Mechanismen gibt, die eine Schwangerschaft verhindern bzw dem Körper eine Schwangerschaft vortäuschen und so kurzzeitig eine Schwangerschaft verhindern.“

    „Schwangerschaft vortäuschen“ ist Marketing-Sprech. Korrekt muss man das, was die Pille tut, als chemische Kastration bezeichnen. Und von „kurzzeitig“ kann bei den meisten Frauen ja auch nicht die Rede sein…

    Wie verhütet ihr denn eigentlich jetzt, Christian?

  10. „Comedy auf die Goldwaage zu legen ist natürlich an sich schon etwas gefährlich“

    Ich finde es ganz allgemein völlig nutzlos, die Meinung von Schaustellern zu irgendwelchen politischen, medizinischen, gesellschaftlichen Fragestellungen zu betrachten. Schon gar nicht so übermäßig wie das bei uns in den Medien geschieht.

  11. Ist wie mit den Smartphones: Das fiese Patriachat baut immer größere Smartphones, die gar nicht mehr in die zierlichen Frauenhände und schon gar nicht mehr in ihre Hosen- oder Handtaschen passen, und zwingt dann die gesamt unterdrückte Frauheit dazu, immer die größten am Markt verfügbaren Modelle zu kaufen, während sich diese fiesen Frauenunterdrücker frei zwischen klein, groß und allem dazwischen entscheiden dürfen.
    Und natürlich hält das Patriachat Frauen davon ab, was eigenes zu entwickeln. Immer und in jedem Bereich des Lebens!

  12. Der „Witz“ ist es gibt bzw gab die Pille für den Mann , marktreif entwickelt von einem Mexikaner.

    Aber wer hat die Einführung verhindert ?

    Amerikanische Feministinnen….

    Gott schütze den historischen Autismus unserer Zeit….

    PS warum die das wohl gemacht haben?

    …..

  13. Pingback: Die allumfassende Alternativlosigkeit der Anti-Baby-Pille – apokolokynthose

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