Gendern in den Öffentlich-rechtlichen Sendern

Bei ARD und ZDF verwendet man wohl teilweise inzwischen das „Gendersternchen“ und bei der Aussprache desselben eine kurze Pause. Der Nordkurier hat einen Artikel dazu:

Er hat es wieder getan: Nachdem Claus Kleber kürzlich in einer Ausgabe des „heute journal” bereits eine Grafik mit der Überschrift „Wehrbeauftragt*e der Bundesrepublik“ einblendete und mit seltsamen Kurzpausen mitten im Wort („Soldat_innen“) irritierte, kursiert auf Twitter ein aktueller Ausschnitt aus der Sendung vom Sonntag, in dem der Moderator über „Künstler_innen“ spricht. Das gesprochene Leerzeichen mitten im Wort, so suggeriert das Moderatoren-Pokerface, ist doch das Normalste von der Welt.

Im folgenden versucht der Nordkurier herauszufinden, wie es dazu gekommen ist, aber es kommt leider nicht viel dabei heraus. Entweder gibt es keinen Beschluss oder eine verbindliche Regelung in dieser Weise oder keiner traut sich das zuzugeben.

Die Angaben:

Der Nordkurier fragte bei Anne Will und beim ZDF zum „heute journal” an. Auf unsere konkreten Fragen gab es sehr freundliche, aber auch eher schwammige Antworten. Bettina Wacker, Sprecherin von Anne Will, teilte dem Nordkurier mit: „Wir gendern schon seit Langem konsequent und zwar aus gemeinsamer Überzeugung. Das empfinden wir als absolute Selbstverständlichkeit – und wundern uns tatsächlich, dass das jetzt erst auffällt.“

Wer hat das beschlossen?

Ach, echt jetzt? Seit Langem? Wir haken noch mal nach. Und wiederholten auch die Frage, in welcher Form dieser ja doch beachtliche Eingriff in die Sprechgewohnheiten beschlossen wurde und warum. Pressesprecherin Wacker zum Nordkurier: „Also, den exakten Zeitpunkt, seit wann Anne Will gendert, können wir gar nicht mehr genau benennen. Persönlich jedenfalls seit Jahren, in der Sendung in den Einspielern seit ungefähr zwei Jahren. Warum? Aus Überzeugung, dass es keine Option sein kann, Frauen zwar stets ‚mitzumeinen‘, aber nicht zu nennen.”

Mehr lesen: heute journal entdeckt Awo-Affäre in MV

Das Warum wäre damit geklärt. Aber ob dem Ganzen in der Redaktion oder bei der ARD ein übergeordneter Beschluss vorausging, bleibt offen.

Beim ZDF landen wir bei Pressesprecher Thomas Hagedorn. Er sagt dem Nordkurier: „Es gibt keine Vorgabe beim ‚heute journal‘ zu gendern.” Die Sache werde „individuell gehandhabt”, stets passend zum jeweiligen Thema. Hagedorn weiter: „Es gibt keine offizielle Entscheidung und es gibt weder Vorgabe noch Verbot. Es ist eine redaktionelle Entscheidung, dies aus inhaltlichen Gründen zu machen, also zum Thema passend.”

„Zum Thema passend“ ist wahrscheinlich: Bei positiven Sachen oder Statusjobs wird gegendert, Verbrecher dürfen aber gerne Verbrecher bleiben.

Aber man wird sehen.
Sprachlich finde ich es nicht schön, ich glaube auch nicht, dass es irgendwas bringt oder irgendetwas verändert. Mal sehen, wie es sich weiterentwickelt.

132 Gedanken zu “Gendern in den Öffentlich-rechtlichen Sendern

  1. Ich habe das gesprochene Gendersternchen vor einigen Monaten in Berlin bei einer Museumsführung erlebt. Sehr irritierend. Aber ich bin ja aus der Provinz

  2. Waren auch irgendwie sofort meine Gedankinnen – „Zur Themain passend ist ausschließlich ‚bei positiven Sachinnen'“. Und nichtmal die AfD hat die Ärschinnen in den Hosinnen, die Zwangsgebührinnen aus Gründinnen der Solitaritätin einfach mal auf zwanzig Prozentinnen zu kürzen – reverser Gender Pay Gap, wissenschon. Aber natürlich ändert das nichts; notfalls haben wir ja noch die Fotzinnen (m) bei den ARD-Faktenfinderinnen, die noch die widerlichsten, totalitärsten Ideologinnen verteidigen werden. Das ist aber natürlich richtig und wichtig; schließlich sind die zentralen Probleminnen in Deutschlandin die mit reaktionären Neo-Nazinnen, die alle Nasin lang mal friedliche Fackelmärschinnen veranstalten, nicht wie in anderen Länderinnen, wo Linksradikalinnen in Kooperationin mit Schwarzinnen und anderen vermeintlich Diskriminiertinnen halbe Städtinnen niederbrennen.

    Ey, es ist noch nichtmal achtin, und ich mach mir jetzt eine Bierin auf. Wir haben ja eh keine Standardinnen mehr, nur noch die verdammte Lügenpressin.

    • „Und nichtmal die AfD hat die Ärschinnen in den Hosinnen, die Zwangsgebührinnen aus Gründinnen der Solitaritätin einfach mal auf zwanzig Prozentinnen zu kürzen“

      ? Mein letzter Stand zur AfD war, dass die die GEZ-Sender schleifen wollen, hat sich das geändert? Dafür muss man natürlich erstmal an die Macht kommen, was gegen die durchgeknallten Lügenmedien leider ziemlich schwierig ist…

      • Das letzte, was ich an poitischen Forderungen von einem Vertreter der afD vernahm, war die 50 Std.-Woche, Rente ab 67 (ansteigend) plus Reduzierung des Urlaubsanspruchs auf 15 Tage im Jahr. Just fyi.

        • Das ist auch ein Grund, warum die nicht gewählt werden.

          Allerdings ist das m.W. nicht offizielles Parteiziel, sondern typische mediale Verleumdung. Man greift sich ein (optimalerweise vorher eingeschleustes) U-Boot heraus, jagt die mediale Sau mit lautem Quicken durchs ganze Dorf, immer suggerierend, dass die AfD dahinter steckt (und sie paradoxerweise gleichzeitig mit Nationalsozialisten gleichsetzend) und schon fruchtet die FUD-Kampagne bei einfachen Gemütern, wie dir.

          Das könnte man bei jeder Partei machen, denn jede Partei hat Spinner und U-Boote, aber „man“ (die Lügenmedien) machen es halt nicht. Deshalb ist es so schwierig, gegen diese Drecksbande irgendwie anzustinken.

          • @Semikolon

            2013 heißt, dass er noch einer von der neoliberalen Garde um Lucke ist, den man noch nicht hat rauskegeln können.

            Ansonsten ignorierst du mein Argument (wie man das ja von dir gewohnt ist), wir haben eine Parteiendemokratie, weil sie so schön leicht medial zu steuern ist. Man kann nicht nur ohne Weiteres und mit billigsten Tricks Parteien komplett zerlegen, man kann auch die bestehenden Parteien vor sich hertreiben. Geschieht jeden Tag. Ein Beispiel?

            „Wir erleben es doch in vielen sachpolitischen Diskussionen: Kaum einer kann sich doch verkneifen, uns in der Zuwanderungsdiskussion sofort in eine rechte Ecke zu stellen. Ich habe über die Fragen ‘Wie empfinden Menschen ihr persönliches Leben?’ und ‘Glauben sie, dass es gerecht zugeht?’ gesprochen. Man muss natürlich darüber sprechen, dass es den Missbrauch des Asylrechts gibt. Man muss natürlich sagen: Die Folge können nur Steuerung und Begrenzung von Zuwanderung sein. Alles andere wird in der Bevölkerung keine Akzeptanz finden.“

            Im Redemanuskript stand es wohl noch schärfer. Das hat Merkel 2003 gesagt, jetzt vertritt sie eher das Gegenteil. Allerdings darf man da nach der Kausalität fragen, treiben die Medien Merkel oder umgedreht? Stammt übrigens direkt von den „Faktencheckern“:
            https://correctiv.org/faktencheck/politik/2019/10/10/nein-angela-merkel-hat-auf-dem-cdu-parteitag-2003-nicht-von-gefahr-von-parallelgesellschaften-gesprochen

            Dass Parteien unterwandert werden, ist eine Binse. Das wurde spätestens mit dem ersten NPD-Verbotsverfahren offensichtlich (m.W. der Grund weshalb das Verbot scheiterte). Auch die Piraten wurden systematisch zerlegt, die Grünen hat man komplett umgekrempelt und von der Pazifisten-Partei zur Nato-Partei gemacht.

            Wenn du mir bei sowas mit „Aluhut“ kommst, dann bist du noch viel naiver, als ich ohnehin schon vermute.

          • AK
            Eines muss man Dir wirklich zugestehen, Du bleibst Deinen verqueren Vorstellungen konsequent treu 😂

          • Wobei ich den Verein correctiv.org jetzt auch nicht wirklich als seriöse bezeichnen würde.
            Meiner Ansicht nach ist der ebenfalls weitestgehend auf politisch korrekter Linie und feministisch ideologisiert. So bemüht man sich zwar, den Wahlslogan der SPD von dem Märchen der 21-Prozent-Lohnlücke als irreführend zu bezeichnen, räumt aber dann letztendlich doch nicht vom Märchen des GPG und dem Opferabo der Frau auf.
            https://correctiv.org/faktencheck/artikel-faktencheck/2017/11/28/nein-mediapart-schuetzt-keine-uebergriffigen-islamologen

            Wirklich neutral und seriös sind die also offenbar nicht. Und dementsprechend taugen sie nicht als Quelle.
            Ich kenne übrigens jemanden, die dort angeblich selbst tätig ist. Und sie ist auch auch stolz darauf. 😉

          • „2013 heißt, dass er noch einer von der neoliberalen Garde um Lucke ist, den man noch nicht hat rauskegeln können.“

            Wer verdiente es D.M.n. noch so Alles rausgekegelt zu werden?

            „Ansonsten ignorierst du mein Argument“

            Anders als eine durchschnittliche Geburtenrate von 2,1 Kindern pro Frau oder die Wiederaufnahme der Wehrdienstpflicht bspw. seien das keine offiziellen Parteiziele derzeit. True. Die Frage ist, ob sich eine Idee wie die länger diskutierten 45 Mindest-Rentenbeitragsjahre nicht doch durchsetzen könnte als Parteilinie in Folge der Corona-Krise?
            Demnach dürftest Du ab welchem Alter in den Ruhestand treten, hast Du Dir das mal überlegt?

            „Das hat Merkel 2003 gesagt,“

            Und da warst Du dann auch noch fein damit, die CDU zu wählen?

            „jetzt vertritt sie eher das Gegenteil.“

            „Jetzt“ geht es darum, möglichst nicht als Massenmörder*in in die Geschichte einzugehen.
            Zumal sich die Flü*zahlen weltweit verdoppelt haben bloß innerhalb der letzten Dekade.
            Guckst Du Dir das Elend in den Lagern überhaupt mal an? Beschämt Dich das nicht?
            WAS willst Du bzw. der Prüffall (mit seinen bereits erwiesenermaßen rechtsextremistischen Teil-Gruppierungen) mit diesen unschuldigen Menschen (ca. 40 % Kinder) machen?

            „Dass Parteien unterwandert werden, ist eine Binse“

            Ich muss mich wirklich bremsen… Du Affenarsch quältest Dich jüngst erst durch Hitlers „Mein Kampf“-Geschreibsel und interpretiertest es extremst wohlwollend.
            Warum red ich überhaupt mit Dir?
            Hattest Du keine Großeltern, von denen Du hättest lernen können?

          • @Semikolon, da sich ja nun sonst niemand bemüßigt, deine Fragen zu beantworten:

            > Guckst Du Dir das Elend in den Lagern überhaupt mal an?

            Ja.

            > Beschämt Dich das nicht?

            Nein. Warum auch? Scheint besser zu sein als in den Shithole Countries, wo die Leute herkommen; die Leute sind da freiwillig.

            > WAS willst Du … mit diesen unschuldigen Menschen (ca. 40 % Kinder) machen?

            Abschieben.

            – das wäre jetzt die allgemeine Position der ach-so-fürchterlichen Rechten, meine persönliche wäre zu sagen „Willkommen in Deutschland, hier ist der Schlafsaal, da ist die Suppenküche, und wenn Du bis nächstes Jahr Deinen Lebensunterhalt nicht selbst verdienst, da ist der Abschiebeflug. Freilich läuft das für grob 80% deiner „unschuldigen Kinder“ auf’s gleiche raus, aber so würden wir mal sortieren – bis auf die vielleicht drei echten Neonazis irgendwo in einem Wald hat niemand was gegen produktiv arbeitende Menschen, ganz besonders nicht die AfD. Die haben – wie ich – was gegen *nutzlose* Menschen, davon haben wir nämlich selbst schon genug. Die, übrigens, können wir – ggf. nach einer kleinen Verfassungsänderung – gerne *auch* abschieben. Dann können sie *woanders* drüber streiten, wie man korrekt „Allahu Akbar“ schreit oder mirwegen alle im nächsten versagenden Versuch eines Sozialismus oder Kommunismus verhungern.

            Und das schöne an dieser „neoliberalen“, rechten Position ist: Du musst sie nichtmal teilen. Wenn du die verhungernden Kinder furchtbar findest: Fütter sie doch! Aber bitte zwing mich nicht dazu, da mitzumachen; 50 Jahre verhungernde Kinder in Afrika zu füttern hat nämlich nur zu *mehr* verhungernden Kindern in Afrika geführt. Sozialismus, eben. Funktioniert nicht.

          • Die AfD ist in der Tat sehr neoliberal, aber das sind die Grünen auch, von CDU und SPD nicht zu reden. Die sind auf der Linie alle fast gleich eklig. Angenehm unterscheiden tut sich die AfD in ihrem Antifeminismus, Ablehnung der „Klimaschutz“-Politik und der GEZ, und ist deshalb das kleinere Übel – also immer noch ein Übel, nur nicht ganz so schlimm wie die anderen. Schön wäre eine Partei die für Sozialstaat, Wachstum und Arbeitnehmerrechte eintritt, mit diesen drei Punkten im Programm, aber die gibt es leider nicht.

          • Wen wählst du denn? Ist ja jetzt nicht so, dass die Auswahl irgendwie berauschend wäre.

            Als AfD-Anhänger bekommt man solche selektiven Hetz- und Verleumdungsartikel übrigens alle Nase lang um die Ohren gehauen, da geht es uns wie den Trump-Anhängern. Letzten Ende muss man trotzdem das kleinere Übel wählen, eine richtige Demokratie haben wir ja leider nicht…

          • Wenn ein Parteimitglied sagt, das sich bei den ganzen Ausländern im Land, der Bau von Konzentrationslagern bald wieder lohnt und das nicht sofort zum Parteiausschluss führt, dann werde ich so eine Partei bestimmt nicht wählen.
            Und ich sehe auch keine Ansätze das diese Partei weniger ideologisiert ist, wie die Grünen oder besser für Männer. Die folgen nur einer anderen Ideologie, die sich aber genau so wenig der Wahrheit verpflichtet fühlt und auch keine Rücksicht auf Männer nimmt.

          • @Matze
            „Wenn ein Parteimitglied sagt, das sich bei den ganzen Ausländern im Land, der Bau von Konzentrationslagern bald wieder lohnt und das nicht sofort zum Parteiausschluss führt, dann werde ich so eine Partei bestimmt nicht wählen.“

            Wer hat das wann gesagt? Bitte eine Quelle.

          • „Und ich sehe auch keine Ansätze das diese Partei weniger ideologisiert ist, wie die Grünen oder besser für Männer. Die folgen nur einer anderen Ideologie, die sich aber genau so wenig der Wahrheit verpflichtet fühlt und auch keine Rücksicht auf Männer nimmt.“

            Das ist die einzige Partei, die nennenswert gegen den gender-Schwachsinn poltert. Sie mag ja nicht unserem Wunschbild entsprechen, aber Quotenfrauen, verhunzte Sprache und 200 Geschlechter sind mit ihr eher nicht drin.

            Aber kann ich aus der Aussage schlußfolgern, dass du gar nicht wählen gehst?

          • „Quotenfrauen, verhunzte Sprache und 200 Geschlechter“

            Das sind Ärgernisse, ohne die wir besser dran wären, aber nichts im Vergleich zur Einführung einer Wehrpflicht nur für Männer und, wenn Semikolon Recht hat, mit dem was sie schreibt, eine 50 Std. Woche oder 15 Tage Urlaub.

            Die AfD ist genau so gynozentrisch wie die anderen Parteien:

            Sobald sie an Macht gewinnt, werden sich dort Frauengruppen einnisten und aufgrund ihres Geschlechts Sonderrechte und gegenleistungslosen Anspruch auf Macht.

            Die Quelle hat Schoppe irgendwann dieses Jahr retweetet. Habe ich mir nicht gespeichert. Das waren aber auch noch andere Sachen dabei, die einfach nicht gehen und nur zeigen das sie ein wahrscheinlich genau so großes Interesse daran haben das Leben von Leuten, die ihnen nicht gefallen schlechter zu machen, wie das Leben von den Leuten, die sie vorgeben zu vertreten, zu verbessern. Und sie machen auch mich aus nicht den Eindruck als ob sie für Meinungsvielfalt einstehen.

          • @Matze

            „Das sind Ärgernisse, ohne die wir besser dran wären, aber nichts im Vergleich zur Einführung einer Wehrpflicht nur für Männer und, wenn Semikolon Recht hat, mit dem was sie schreibt, eine 50 Std. Woche oder 15 Tage Urlaub.“

            Nochmal: das ist m.W. NICHT Parteiprogramm. Du findest in jeder Partei schräge Leute mit schrägen Forderungen, aber nur bei der (rechten) Opposition zerrt man die ins Scheinwerferlicht (oder sie laufen aus Dummheit oder Schadabsicht selbst da rein). Das ist ganz normales mediales Zersetzungshandwerk, merkt ihr das nicht?

            „Sobald sie an Macht gewinnt, werden sich dort Frauengruppen einnisten und aufgrund ihres Geschlechts Sonderrechte und gegenleistungslosen Anspruch auf Macht.“

            Vielleicht ja, vielleicht nein, ist leider z.Z. der einzige Strohhalm den wir haben. Wer gar nicht mehr wählen geht, hat sich schon mit der Entwicklung abgefunden.

            „Die Quelle hat Schoppe irgendwann dieses Jahr retweetet. Habe ich mir nicht gespeichert.“

            Dir ist schon bewusst, dass so ca. 90% der Meldungen über die AfD miserable Suggestions- und Interpretationstexte sind? Dir ist schon aufgefallen, dass sämtliche Medien (ja, die feministischen) die AfD regelrecht bekämpfen? Was die AfD betrifft, muss man noch viel mehr prüfen, als bei den Lügenmedien so schon, unter Primärquelle kann man da faktisch gar nichts mehr glauben. Deshalb frage ich bei solchen Behauptungen immer nach, und meistens kommt dann gar nichts mehr oder was schwammiges, wie bei dir…

            „Das waren aber auch noch andere Sachen dabei, die einfach nicht gehen und nur zeigen das sie ein wahrscheinlich genau so großes Interesse daran haben das Leben von Leuten, die ihnen nicht gefallen schlechter zu machen, wie das Leben von den Leuten, die sie vorgeben zu vertreten, zu verbessern.“

            Ja, ähm, bei so konkreten Vorwürfen auf Basis eines nicht mehr auffindbaren „Tweets“, muss ich mich wohl argumentativ geschlagen geben…

            „Und sie machen auch mich aus nicht den Eindruck als ob sie für Meinungsvielfalt einstehen.“

            Und der Eindruck ist durch was entstanden? Linke „Tweets“?

            Das Ziel der AfD war die Wiederherstellung des Rechtsstaates. Allerdings steigt bei denen die Wut auch, wenn man von allen Seiten immer ärger verleumdet wird, egal was man wirklich tut und sagt. Wenn die Autos angezündet, die Kinder gemobbt und das Haus mit Farbbeuteln beschmissen wird, wenn die sogar massiv in ihrer Parteiarbeit gehindert werden und du als AfDler befürchten musst, den Job zu verlieren, aus der Wohnung zu fliegen, das Konto kommentarlos gesperrt zu bekommen oder zusammengeschlagen zu werden. Wenn die nichtmal ihre Parteiveranstaltungen abhalten können, weil danach die Antifa das Lokal zertrümmert. Aber in den Medien hört man immer nur „Gefahr von rechts“.

          • Passend:

            Warum hängt ihr eigentlich so gerne bei Twitter ab, statt direkt die Blogs von (in der Szene) einflussreichen AfD’lern wie Klonovsky und AfD-nahen Größen wir Kubitschek (https://sezession.de/) zu lesen? Klonovsky ist zwar wirtschaftlich gesehen ein Libertärer, aber er lässt das selten raushängen, weil er da jedesmal eine Menge Gegenwind von den Lesern bekommt.

            Im Ggs. zu den Extremisten der Gegenseite lesen und besprechen die alles, laden sogar zur offenen Diskussionen (etwa auf der Buchmesse, was aber abgelehnt wurde, „no platform“ für Schwefelbuben).

          • Da war mal was bei Arne: https://genderama.blogspot.com/2014/05/afd-fordert-beseitigung-bestehender.html

            Also so ganz ohne Frauenthemen bzw. Frauenpolitik kommt oder kam die AfD wohl auch nicht aus.
            Tatsächlich bleibt sie für mich aber als eine der wenigen Alternativen, wenn es an die Wahlurne geht. Geht es um die Politik und die Zugehörigkeit einiger ihrer Mitglieder zu bestimmten „politischen Richtungen“, dann war und ist für mich die AfD eigentlich auch unwählbar. Allerdings nur eigentlich, denn letztendlich ist das derzeit die einzige Partei, der man die Arbeit als Opposition nachsagen kann.

          • @Mario

            Na ja, das war von 2014, der Lucke ist ja längst raus, zu dem Frauennetzwerk ERNA finde ich irgendwie auch nichts mehr.

            Das Bundesforum Männer hat 2017 mal eine Bestandsaufnahme gemacht:
            „Ganz anders im Wahlprogramm der AfD, wo sich folgender Passus findet: „Einer gezielten Politik für Männer und Väter, hat sich bislang keine Partei angenommen. Bei vielen getrennt lebenden Paaren leiden viele Väter unter den familienrechtlichen Bestimmungen, wünschen sich beispielsweise mehr Umgang mit ihren Kindern haben zu können. Wir wollen uns deshalb für die Rechte von Vätern stark machen.“
            https://bundesforum-maenner.de/2017/09/08/kaum-eine-spur-von-gleichstellungspolitik-fuer-jungen-maenner-und-vaeter-im-wahlkampf-2017/

            Allerdings ist es da halt wie immer bei Parteien, man weiß nie, welche Positionen reiner verlogener Opportunismus und welche ehrlich gemeint sind und wer sich am Ende durchsetzt. Parteien“demokratie“ ist halt eine einzige Theaterveranstaltung, um uns über den Tisch ziehen zu können, das merkt man schon daran, was die SPD und Linke damals schrieben:

            „Auffallend ist darüber hinaus eine männerpolitische Position, die sich im „Regierungsprogramm“ der SPD zum Thema Gewalt findet: „Wir nehmen auch Gewalt gegen Männer sehr ernst. Auch Männer, die Opfer von häuslicher und sexualisierter Gewalt geworden sind, benötigen Hilfsangebote. Wir werden daher entsprechende Maßnahmen in den Aktionsplan aufnehmen.“ Bei der Linken heißt es dazu eher allgemein: „Jeder Mensch ist – unabhängig von Geschlecht, sexueller Orientierung und Lebensentwurf – effektiv vor Gewalt zu schützen. Dies muss als bundespolitische Pflichtaufgabe anerkannt und rechtlich verbindlich verankert werden. Sicherer, schneller und bedarfsgerechter Schutz und qualifizierte Hilfe, zum Beispiel in Frauenhäusern und anderen Schutzräumen sowie Beratungsstellen, müssen den Betroffenen zugänglich sein“.

            Ich weiß nicht, ob da jemals was davon in die Praxis gedrungen ist, insgesamt betrachtet, würde ich sagen, die SPD richtet mit ihren starken Frauennetzwerken mehr Schaden an, als dass sie hilft. Die Linke unter Kipping und Co kann ich schon lange nicht mehr ernst nehmen.

          • Quotenfrauen, verhunzte Sprache und 200 Geschlechter

            Das sind Ärgernisse, ohne die wir besser dran wären, aber nichts im Vergleich zur Einführung einer Wehrpflicht nur für Männer und, wenn Semikolon Recht hat, mit dem was sie schreibt…

            Äh, wie meinen? Eine Einführung der Wehrpflicht nur für Männer? Wo lebst du? Die Wehrpflicht nur für Männer muss nicht erst durch die AfD eingeführt werden. Es gibt sie bereits seit 1956. Und dafür hat es noch nicht mal die AfD gebraucht. Nur ein paar Alt-Nazis aus CDSUSPD.

            Jetzt frage ich mich nur, wieso es zu diesem intellektüllen Aussetzer kommen konnte. Liegts daran, dass es um diese bösen Nazis von der AfD geht? So reflexmäßig vielleicht?
            Ich habe die AfD übrigens auch gewählt. Weil mir das Dauer-Bashing auf die Nüsse gegangen ist. Und mittlerweile überlege ich ernsthaft, sie bei der nächsten Bundestagswahl zu wählen – weil Alternativen zu einer richtigen Opposition fehlen.

          • Die Aussage war mir zunächst begegnet in dieser Häppchen-Form:

            Ich habe gezögert, das zu verlinken, weil ich mir erst die gesamte Rede aus der der Auszug stammte ansehen wollte:

            https://www.hessenschau.de/politik/landtag/landtagsvideos/erich-heidkamp-afd-produzieren-sie-einen-vorschlag-der-in-zehn-jahren-abbezahlt-werden-kann,video-124762.html

            Fazit: Im Großen und Ganzen formuliert er von einer seriösen Krämerseele in Oppositionsfunktion erwartbares.

    • Zur Themain passend ist ausschließlich ‚bei positiven Sachinnen

      Ich finde das schön, dass der Sender eine Vorauswahl trifft, wann gegendert wird. Man muss das frauengerecht in Häppchen verabreichen, sonst sind sie leicht überfordert.

  3. „Aus Überzeugung, dass es keine Option sein kann, Frauen zwar stets ‚mitzumeinen‘, aber nicht zu nennen.”

    Wer fällt denn auf diesen Dummenfang herein? Frauen nennen kann man nach dem Schema „Bürgerinnen und Bürger“. Der Genderstern ist eindeuting speziell für Personen gedacht, die sich nicht als Mann oder Frau angesprochen fühlen. Das ist eine extrem kleine Minderheit, Schwule, Lesben, Transsxuelle und diverse andere Sonderfälle gehören nicht dazu.

    Der Genderstern hat defintiv nichts mit Höflichkeit zu tun, sondern ist ein Symbol für eine totalitäre Ideologie, die auf der Opferstatus-Doktrin basiert. Dort haben Frauen einen höheren Status als Männer (s. Frauenstatut der Grünen) und sexuelle Randgruppen einen noch höheren Status, sind also ein neuer Adelsstand. Dieser Adel darf dem gemeinen Volk vorschreiben, wie es zu denken und zu sprechen hat. Dieser Machtanspruch ist extrem antidemokratisch, das ist schlimmer als AFD und NPD zusammen.

    Der einzige Vorteil des Gender-Stotterns ist, daß das Publikum vielleicht so langsam merkt, welche fanatischen Ideologen im ÖRR Meinungen machen dürfen.

    • Schon den Unsinn mit „Bürgerinnen und Bürger“ hätten wir nicht mitmachen sollen, das hat die Spinner ermutigt, unsere Sprache noch mehr zu verhunzen. Es ist langsam nicht mehr zum Aushalten!

      In Wirklichkeit ist es doch so, dass Frauen vorher schon eine Extrawurst gebraten bekamen. Eine Gruppe von „Skatspielern“ konnte bedeutungsmäßig Männer und Frauen enthalten, sprach man von „Skatspielerinnen“, dann bedeutete das eine reine Frauengruppe, ein solches Pendant für eine reine Männergruppe gab und gibt es nicht.

      Nur sind Feministinnen halt zu blöd und ungebildet und sehen überall nur Diskriminierung, suchen direkt danach. Dadurch, dass man jetzt immer den weiblichen Sonderfall mitnennt, verschiebt sich auch die Bedeutung der gemischten Gruppe und man vermutet zunehmend eher eine Männergruppe. Wenn sich heutzutage jemand nicht an den Sprachquark hält und ordentliches Deutsch benutzt, haben Frauen dann tatsächlich das Nachsehen, zumindest bei denen, die das nicht anders kennen.

      Ich warte nur noch darauf, dass nicht-gendern strafbar wird.

    • Sehe ich auch so.

      „Wer fällt denn auf diesen Dummenfang herein? …“
      Hierzu noch als Ergänzung: Ursprünglich ging es bei der Einführung des Neusprechs darum, beim Sprechen Frauen nicht nur zu meinen, sondern zu nennen und zu erwähnen und damit „sichtbar“ zu machen. Doch ein erheblicher Teil des Neusprechs macht Frauen eben nicht sichtbar, sondern erst recht unsichtbar. So etwa diese ganze Sprechweise von „Studierenden“, „Fahrenden“ usw., und eben auch das pausierende Sprechen von Ausdrücken wie „Soldat_innen“, weil wir nun zwei gesprochene Worte haben, von denen keiner Frauen nennt oder erwähnt.

    • „Frauen nennen kann man nach dem Schema „Bürgerinnen und Bürger““

      Damit ging es los und man hätte es niemals zulassen dürfen.

    • @mitm
      „Der Genderstern ist eindeuting speziell für Personen gedacht, die sich nicht als Mann oder Frau angesprochen fühlen“

      Sorry, aber du bist nicht ganz auf der Höhe. Man schreibt jetzt Doppelpunkt.

      • „nicht ganz auf der Höhe“

        😦 fürchte ich auch. Der Tiefstrich scheint völlig abgeschlagen auf Platz 3 gelandet zu sein, obwohl noch vor nicht allzu langer Zeit die Theorie galt, daß der die Sprechpause am besten symbolisiert.

        • Die Sprechpause als Einstimmung auf „das große Schweigen“, in Zeiten der „Neuen Normalität“ selbstverständlich und widerspruchsfrei(!) mit/dank Dauer-Maulkorb…

    • Das trifft den Nagel hervorragend auf den Kopf. Mit Frauen hat das nichts zu tun, mit Schulen und Lesben auch nicht. Es geht um Diversen Intersektionalen Tugendterror.

  4. Ich nutze immer die weibliche Form wen ich von Terroristinnen, Mörderinnen und Diktatorinnen spreche. Soll sich schließlich keine ausgeschlossen fühlen.

  5. „Der Genderstern hat defintiv nichts mit Höflichkeit zu tun, sondern ist ein Symbol für eine totalitäre Ideologie, die auf der Opferstatus-Doktrin basiert. “

    Ist teilweise unglaublich, was noch für eine Naivität vorherrscht. Neben dem Genderstern tritt ja die intersektionale Propaganda bereits im Kinderprogramm auf, es wird eifrig umdefiniert.

    • „Neben dem Genderstern tritt ja die intersektionale Propaganda bereits im Kinderprogramm auf, es wird eifrig umdefiniert.“

      Spielst du auf „logo“ an? Ich war mal begeistert, dass es sowas wie Kindernachrichten gibt, bis ich die einige Male angeschaut habe und seitdem konsequent die Kinder von dieser perversen Indoktrinierungsmaschine fernhalte.

      Die verkaufen in den GEZ-Medien ja schon uns Erwachsene für blöd, aber mit einfacher Sprache, alle Zusammenhänge noch mehr simplifiziert und dann noch politisch korrekt und propagandistisch aufbereitet, wird das echt *unerträglich*!

      Wer sich irgendwann von seinen Kindern beschimpfen lassen will, darauf hofft, dass die Denkmäler stürzen und gender studies studieren usw. der sollte sie das regelmäßig anschauen lassen!

      • Mal eine Nebenfrage an die Eltern hier:

        Ein recht vertrauenswürdiger Kollege erzählte mir neulich, seine 2 Kinder müssten in der Schule ein Heft führen, das nach dem Unterricht konsequent eingesammelt wird. Allerdings nicht zwecks Bewertung, sondern die Eltern sollen es nicht lesen können.
        Kennt jemand diese Praxis?
        Wenn ja, kennt jemand den Zweck der Übung?

        • Und bei keinem Elternabend fragt da mal jemand nach? Sehr merkwürdig…

          Ich hab 2 Kinder in der Schule. Beide lassen auch Arbeitsmaterial, daß sie zu Hause nicht brauchen, auch mal in der Schule. Grundsätzlich ist aber noch kein Lehrer*in (<- hihi – ich hab`s auch mal gemacht) auf die schräge Idee gekommen, daß wir Eltern irgendetwas nicht sehen sollen/dürfen. Unsere Lehrer betonen regelmäßig, daß die Eltern jederzeit das Recht haben, Lehrmaterial usw. einzusehen.
          Fakt ist, daß es leider viele Eltern gibt, die sich einen Dreck drum kümmern, was in der Schule wirklich gemacht wird. Und aus eigener Erfahrung weiß ich, daß von genau diesen Eltern teilweise die abstrusesten Stories kommen.
          Wobei natürlich nicht ausgeschlossen ist, daß es Lehrer*innen (<- hicks, schon wieder) gibt, die irgendwelchen schrägen Schwachsinn treiben. Denen auf den Zahn zu fühlen ist dann Aufgabe der Eltern.

          • Grundsätzlich ist aber noch kein Lehrer*in (<- hihi – ich hab`s auch mal gemacht)

            Und natürlich falsch! 6! Setzen!

            Richtig müsste es heißen, „keine Lehrer*in“. Und da zeigt sich dann auch sehr schnell, dass durch den Gndersprech nicht nur die Sprache verhunzt, sondern auch Männer unsichbar gemacht werden. Denn selbst mit Sprechpause gibt es ja nur die weibliche Form. Ähnlich habe ich es auch mal bei einem TV-Beitrag gehört. Da war dann gesprochen von „die Teilnehmer*innen die Rede.

            Btw.
            Wenn ich mich nicht irre, gab es das Thema Gendersprech auch in den letzten Wochen wieder mal bei Arne u.a. wegen Leserbriefen. Da wurde dann bereichtet, dass in den Schulen auch gendergerecht gesprochen bzw. geschrieben werden muss. Teilweise werden in den höheren Jahrgangsstufen (bzw. an Unis) wohl schlechtere Noten vergeben oder man besteht eine Prüfung erst gar nicht, wenn nicht korrekt gendersprechgeschrieben wird.

          • „Und bei keinem Elternabend fragt da mal jemand nach? Sehr merkwürdig…“

            Dachte ich auch, er hat es jedenfalls zu dem Zeitpunkt nicht gewusst, und jetzt kann ich ihn nicht mehr fragen, da wir keine Kollegen mehr sind.

          • Da wurde dann bereichtet, dass in den Schulen auch gendergerecht gesprochen bzw. geschrieben werden muss. Teilweise werden in den höheren Jahrgangsstufen (bzw. an Unis) wohl schlechtere Noten vergeben oder man besteht eine Prüfung erst gar nicht, wenn nicht korrekt gendersprechgeschrieben wird.

            Ein Verein, der sich die Wahrung der deutschen Sprache verschrieben hat, bietet Studenten, die gegen schlechtere Benotung aufgrund von richtigem Deutsch klagen wollen, finanzielle Unterstützung an. Bin jetzt zu faul, die Quelle rauszusuchen.

        • Ich frage mal meine Kinder, habe ich aber noch nie gehört.

          In welchem Bundesland ist das, die Schulen sind ja Ländersache?

    • @Androsch Kubi:
      „Ich warte nur noch darauf, dass nicht-gendern strafbar wird.“

      und ich bin gespannt darauf, wenn zuvor im Rahmen des Durchpeitschens von „gendern“ die „nützlichen Idioten“ losgelassen werden, die uns allen verkünden: „niemand will eine Mauer bauen!“ – ach ne, das heißt ja heute: „VERSCHWÖRUNGSTHEORIE“…

  6. Im Radio wird das mittlerweile auch gemacht, bin nicht sicher ob durchgehend und bei welchen Sendern, vermutlich DLF, vielleicht auch SWR2 (die werden auch immer bescheuerter). Bei den Alte-Leute-Schlager-Sendungen ist man m.E. noch relativ sicher (die sind aus anderen Gründen manchmal schwer zu ertragen 🙂 )

  7. Vielleicht entlarvt sich so das Gendern schnell als das was es ist, eine besondere, positive Bevorzugung von Frauen, eine Art Ersatz für Komplimente über schöne Kleider oder das In-den-Mantel-helfen.

    Denn Nachrichten sind selten positiv. Entweder wir bekommen dort künftig regelmäßig ungewohnte Äußerungen wie Krieger_Innen, Terrorist_Innen, Mörder_Innen, Rechtsextremist_Innen, Kinderschänder_Innen, Krawallmacher_Innen, Betrüger_Innen, Psychopath_Innen, oder jedes Kind wird sich wundern müssen, dass nur positive Bezeichnungen gegendert werden. Und dann wird man sich die Frage stellen, warum gute Menschengruppen weiblich benannt werden und schlechte eben nicht.

    Vielleicht ist das wirklich heilsam.

    • Ich denke, niemand wird sich diese Frage stellen, oder zumindest nicht genug. Die meisten werden sich daran gewöhnen, die Karawane zieht weiter und die Schraube wird ein wenig weiter gedreht.

    • Schön wär’s, allein mir fehlt der Glaube. Diese Ideologie breitet sich immer weiter aus und ich sehe keinerlei Widerstand. Es ist natürlich ein Unterschied zwischen dem, was die Medien propagieren, und dem, was das gemeine Volk für voll nimmt. Die älteren Jahrgänge (30+ oder so) lachen sich über diesen Mist kaputt, aber weiß jemand, wie es bei den jüngeren aussieht? Ich denke wir sind nicht mehr weit entfernt von der Forderung, dass sich diese Art zu sprechen und schreiben auch auf das Lehrprogramm überträgt und schon kleine Kinder in gendergerechter Sprache erzogen werden. Spätestens dann werden offen Kämpfe ausgetragen werden müssen zwischen Befürwortern und Gegnern und dann wird sich zeigen, wohin die Reise geht.

      • „werden offen Kämpfe ausgetragen werden müssen zwischen Befürwortern und Gegnern“

        Ja, ich fürchte mich davor. Solange die Massenmedien von Spinnerinnen und rosa Pudeln unterwandert sind, kann man eigentlich nur verlieren. Deshalb gibt es ja so wenig Widerstand, die MSM demonstrieren ja jeden Tag, dass sie jeden vernichten, der nicht exakt auf Linie marschiert.

        Die bevorzugte Methode wäre, diese kranken ideologischen Anstalten komplett neu zu besetzen oder halt zuzumachen, wie es die AfD angeblich will. Die wird aber absehbar nicht ausreichend gewählt werden, weil man sie effektiv zur Nazi-Partei gestempelt hat und um so eine zu wählen, dafür ist der Leidensdruck der meisten Deutschen schlicht noch nicht hoch genug.

        Es wird sein wie unter den Nazis und Kommunisten auch, man muss seine Kinder diesem Wahn so weit als möglich entziehen und seine eigenen Werte vermitteln. Und man sollte sich gut mit seinen Kindern verstehen, sonst wird es, wie bei Kommunisten und Nazis auch, am Ende zu Denunziation durch die eigenen aufgehetzten Kinder kommen.

        Ich weiß nicht, ob wir das aufhalten können. Wir haben keine mit Sturmgewehren bewaffneten Rechten (wie die Amis) die sich nichts gefallen lassen. Die AfD bekommt ja noch nichtmal effektiven Selbstschutz gegen Merkels AntiNeofa hin und außerhalb der Rechten sieht es noch weit schwächlicher aus oder gibt es eine nennenswerte und kraftvolle politisch neutrale Männerbewegung? Mein Eindruck geht eher in Richtung „nein“.

        Die meisten von uns haben Familie und Verantwortung, Angst den Job zu verlieren, wägen ab, versuchen Kompromisse zu finden, verstecken sich in der Anonymität usw. Die „Progressiven“ sind (wie bei Maos Kulturrevolution) dagegen jung, kraftvoll, ungebunden, ungebildet, radikal und nicht von den leisesten Zweifeln angekränkelt.

        Man kann nur hoffen, dass sie im Überschwang derart überziehen, dass die ganzen Schlafschafe aufwachen und die Notbremse ziehen…

      • „weit entfernt von der Forderung, dass sich diese Art zu sprechen und schreiben auch auf das Lehrprogramm überträgt“

        Jetzt hast du es ausgesprochen (via Genderama):

        https://www.schwaebische.de/sueden/baden-wuerttemberg_artikel,-eisenmann-will-keine-vorgaben-für-geschlechtergerechte-sprache-an-schulen-_arid,11235164.html

        Der Feminismus, mit all seiner Falschheit, seinen falschen Diagnose und falschen Therapien, will natürlich Einfluss auf Kinder nehmen. In Australien mussten die Jungen in der Schule ja schon aufstehen und der Gewalt gegen Frauen abschwören, während die Mädchen nichts dergleichen und schon gar nicht der Gewalt gegen Männer abschwören mussten. Dann noch der Scheiß in DE wo dann Mädchentore doppelt zählen oder Tore gar nicht zählen, wenn nicht mindestens einmal ein Mädchen am Ball war. Da werden unsere späteren Führungskräft.I.nnen herangezogen, die schon von klein auf vom männlichen Geschlecht in Ziel getragen werden sollen.

  8. Grundsätzlich könnte man über alles diskutieren, aber was nicht geht: anderen das Gefühl geben, man wolle sie über das eigene Stöckchen springen lassen, welches bei jeder Runde höher gehalten wird.

    Pure Reviermarkiererei, wie bei Hünd*innen.

  9. Ich glauben ja das sind da beim Orwellisch Rechtliche Fernsehen alles Nazis, die den Immigranten nur das Lernen unsere Sprachen erschweren wollen

    • Ich glaube ja, das sind da beim orwellisch rechtlichen Fernsehen alles Nazis, die den Immigranten nur das Lernen unsere Sprache erschweren wollen.*

  10. Im Internet kann man sich ja dem Gender-Sprachgedöns durch entsprechende Erweiterungen / Add-ons im Browser entziehen, bei Firefox heißt die Erweiterung Binnen-I be gone. Filtert auch Gendersternchen ziemlich zuverlässig aus. Kann ich nur jedem empfehlen,schützt vor Gender-Augenkrebs. Bei Radio und Fernsehen hilft nur ausschalten – was ich inzwischen auch ziemlich konsequent mache. Nützt ja leider nichts, die Rundfunkgebühren muss man trotzdem zahlen.

  11. Mein Eindruck ist, die Generation kleiner 30 Jahre sind fest der Meinung, der Schüler kann nur männlich sein. Der generische Ansatz ist nach 30 Jahren medialer Beschallung völlig in Vergessenheit geraten und wird über Kurz oder Lang wohl abgeschafft werden.

    Ich denke, die Clique hat auf der ganzen Ebene gewonnen. Ich sehe noch nicht einmal, dass sich Widerstand aufbaut, geschweige denn, dass dieser erfolgreich sein könnte.

    • „Ich sehe noch nicht einmal, dass sich Widerstand aufbaut“

      Die Faktenlage ändert sich ja auch nicht und sie machen unbeirrt weiter, auch wenn man ihnen schon gesagt hat das sie sich irren.

        • „Seit wann interessiert es einen Ideologen, ob er sich irrt oder nicht?“

          Ein Ideologe kann sich nicht irren.
          Sonst wäre er kein Ideologe.

        • Japp, die volle Wahrheit ist nur noch nicht als Licht gekommen, meine Jünger… macht weiter und seid zuversichtlich das es schon irgendwie nicht voll in die Hose geht.

          • „When a cultural Marxist hears dissent, the response is always “You just need to be further educated.“
            It never occurs to a Marxist that they might be wrong and have false premises“

            Ups,
            ist Androsch vielleicht ein verkappter Marxist?

            Oder gilt das auch für nichtmarxistische Ideologen?

          • @carnofis

            Du machst dich auch an anderen Stellen über mich lustig, statt nur unter meinen Kommentaren, mit lächerlich aussagelosen und argumentfreien Postings?

            Was für ein Problem hast du eigentlich, lieber „carnofis“?

            Du hast (wenn ich mich richtig erinnere) schon mehrmals mit naiven Aussagen bewiesen, dass du nicht oder kaum alternative Medien liest und nicht die Bohne davon weißt, was da draußen mittlerweile wirklich los ist. Aber natürlich weißt DU alles besser, kannst es nur nicht belegen und überzeugend darlegen. Stattdessen fängst du an zu personalisieren und zu spotten, woher kennen wir nur so ein Verhalten?

            Das einer dem anderen mangelnde Bildung vorwirft, ist rabulistisches Standardverhalten auf allen Seiten, weshalb ich das auch normalerweise nicht mache, sondern bei jeder Gelegenheit Quellen und Argumente anschleppe. Aber du scheinst echt ein hoffnungsloser Fall zu sein! Wenn du wenigstens irgendwie substantiell widersprechen würdest, machst du aber meistens nicht. Ich werde aber den Teufel tun und den Jäger zur Jagd tragen, dann bleib halt bei deiner Meinung, aber lass dieses hinterfotzige Verhalten!

          • @Androsch

            Mir geht dieser Sermon der US-Rechten auf Twitter nur noch auf den Sack.

            Wetten, sie hat keine Ahnung, was „cultural Marxist“ oder „Marxist“ überhaupt ist? Sie wird niemals auch nur einen einzigen Text von Marx oder der Frankfurter Schule gelesen haben, geschweige wissen, was beide Ansätze unterscheidet. Sie wird noch nicht einmal wissen, ob letztere Theorie oder Würstchen produziert haben. Es ist alles Fake.

            Diese hohle Frucht benutzt „Marxist“, „cultural Marxist“, „communist“ also gleichbedeutend mit Satan – es ist irgendetwas diabolisches.
            Sie kann dir auf Nachfrage nicht sagen was es ist, aber das Wirken Satans ist ja überall festzustellen.
            Deshalb der Bannfluch, es müssen magische Worte sein…

            Ich frage mich, warum hier noch Tweets dieser offensichtlich narzisstischen, hohl drehenden Spinner beider Lager veröffentlicht werden.
            Inzwischen wissen wir, der intellektuelle Gehalt geht auf gar keinen Fall über die Anzahl der Zeichen hinaus.
            Man amüsiert sich 5 Sekunden oder ist die gleiche Zeitspanne angewidert oder genervt, erinnern kann ich mich aber einen Tag später an keinen dieser Tweets mehr. Junk food .

    • „Der generische Ansatz ist nach 30 Jahren medialer Beschallung völlig in Vergessenheit geraten“

      Kommt mir nicht so vor. Im Alltag wird er ständig benutzt, auch von Frauen, auch in den meisten Zeitungen. Die ständige Doppelnennung von männlicher und weiblicher Form ist viel zu umständlich, das ist vor allem Polit-Sprech.

      • Nein, mir sind in der Schule diverse Aussagen begegnet, in denen jemand auf offiziellen Veranstaltungen gesagt hat: „und ich meine natürlich nicht nur Schüler, sondern auch Schülerinnen“ Selbst in den Unterlagen des Latein-Unterichts habe ich schon Binnen-I-Konstruktionen gesehen.

        In sehr vielen Kommentaren und Tweets findet man obige Grundhaltung.

        Das Problem ist: Natürlich verwendet das „gemeine“ Volk diese Begriffe nicht und verdreht die Augen. Aber dort kennt kaum einer die theoretischen Grundlagen der generischen Konstruktionen. Auf der Ebene, die die theoretischen Grundlagen kennen könnte entwickelt sich die hier vorherrschende Einschätzung beispielsweise des generischen Maskulinums zu einer Minderheitenmeinung. Mit dem entsprechenden ideologischen Verve werden diese Positionen künftig vermutlich ganz eliminiert werden.

        Was der Pöbel macht, wird die Funktionärsschicht nicht interessieren und nach noch einer Generation ist die Lehrposition festgeschrieben.

        • Wenn 5 Mio oder auch 10 Mio Bürger eine Petition unterschreiben würden, in der die Regierung aufgefordert wird jegliche Anstrengungen, die Sprache von oben herab zu ändern (und wie jetzt schon an einigen Universitäten bei Nichtbenutzung zu sanktionieren), zu unterlassen, wir sie dann aufhören oder wird sie etwas Gras drüber wachsen lassen und dann irgendwann wieder anfangen/ weiter machen?

          • „… wir sie dann aufhören oder wird sie etwas Gras drüber wachsen lassen und dann irgendwann wieder anfangen/ weiter machen?“

            Sie würde mit Sicherheit damit aufhören, weil sie dann erstmals mit der Wirklichkeit konfrontiert werden würde.
            Allein, das ist reine Spiegelfechterei. Denn dafür müsstest Du die 5 – 10 Mio. Bürger dazu bringen, eine Petition zu unterschreiben. Wem das aber schon jetzt egal ist, was die da in Berlin machen, den wirst Du auch zu keiner Unterschrift locken.
            Ich denke, dass da Basisarbeit in den Parteien effizienter wäre. Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir hier im Blog so weit entfernt von Volkes Meinung wären, dass wir die Stimmung total falsch einschätzen.
            Manchmal genügt es also, einem längst als marode angesehenen System nur den ersten Tritt zu geben.

            Die härteste Nuss zu knacken, wären mit Sicherheit die Grünen, weil sich dort besonders viele Gutmenschen tummeln, während es in den anderen Parteien mehr die Opportunisten sind, die die wenigen Gender-Aktivistinnen machen lassen – um des lieben Friedens willen.

          • „Sie würde mit Sicherheit damit aufhören, weil sie dann erstmals mit der Wirklichkeit konfrontiert werden würde.“

            Das glaube ich noch nicht. Es gibt Leute die versuchen schon seit Jahrzehnten unsere Sprache zu ändern. Diese eine Frau, die meinte das sie bei der Sparkasse kein Konto eröffnen kann, weil da nicht Kontoinhaberin steht, gehört m.W.n. auch dazu.
            Dem Normalbürger ist das nicht so wichtig. Der sagt was Sache ist – Gendersprech ist Unsinn – und das war es dann für ihn, während diese Fanatiker nicht von ihrem Ziel ablassen. Egal was es an neue Informationen gegen ihre Idee gibt.

            In der CDU/CSU gibt es auch welche die unbedingt die Vorratsdatenspeicherung wollen. Die sind schon reihenweise mit jedem Versuch abgeblitzt, die interessiert auch nicht das die Vorratsdatenspeicherung noch keine Terroranschlag oder andere Verbrechen verhindert hat, aber sie versuchen es immer wieder. Menschenrechte oder moralische Bedenken interessieren die nicht und wer gerade an der Regierung ist auch nicht.

          • „Es gibt Leute die versuchen schon seit Jahrzehnten unsere Sprache zu ändern. Diese eine Frau, die meinte das sie bei der Sparkasse kein Konto eröffnen kann, weil da nicht Kontoinhaberin steht, gehört m.W.n. auch dazu.“

            Es gibt nichts, was es nicht gibt. Zu jedem noch so banalen Thema gibt es irgendeinen Chaoten, der es sich zur Lebensaufgabe gemacht hat, die Menschheit mit seiner Weltsicht zu beglücken.
            Das ist wie mit Pädophilen, Mördern und Autorasern. Du kriegst die Quote vielleicht gesenkt, aber nie auf Null.
            Mein Lieblingsbeispiel für deutschen Sprachpurismus aus dem frühen 20. Jahrhundert ist der „Viertopfzerknalltreiberklappdecker“ für ein Cabriolet.
            Hat sich nicht durchgesetzt und heute allenfalls noch als Kuriosum menschlicher Eigenart bekannt.
            Und ähnlich wird es – hoffentlich – den Gendas gehen.

            „In der CDU/CSU gibt es auch welche die unbedingt die Vorratsdatenspeicherung wollen. Die sind schon reihenweise mit jedem Versuch abgeblitzt, die interessiert auch nicht das die Vorratsdatenspeicherung noch keine Terroranschlag oder andere Verbrechen verhindert hat, aber sie versuchen es immer wieder.“

            Nun, das ist eine Form von Aktionismus, der glaubt, die Wirkung würde sich vielleicht doch einstellen, wenn man nur fest genug dran glaubt. Erich Mielke hätte sich in so einem Umfeld richtig heimisch gefühlt 🙂

        • „und ich meine natürlich nicht nur Schüler, sondern auch Schülerinnen“

          Mag sein, dass manche Kinder hin ind wieder Radfem-Ideologie aufschnappen und nachplappern. Aber jeder versteht das generische Maskulinum, wrt etwas anderes behauptet, lügt; es ist aus dem Deutschen auch nicht wegzudenken. Schon das Fragepronomen wer hat kein weibliches Gegenstück. Eine konsequente Beidnennung der Geschlechter lässt sich gar nicht durchhalten.

          • Im regulatorischen Sinne wird das unvermeidbar Konsequenzen haben. Ob die eigenen Kinder ihre Eltern bei der Genderpolizei anschwärzen steht auf einem anderen Blatt.

          • Im regulatorischen Sinne wird das unvermeidbar Konsequenzen haben.

            Fragt sich nur welche. Man kann diese Genderformen gar nicht konsequent umsetzen. Es ist völlig klar, dass die damit nur scheitern können.

            In der Schule braucht man ziemlich klare Regeln, dass ist nochmal anders als im amtlichen Schriftverkehr (wo es vermutlich nur halbherzig umgesetzt wird).

          • Und bei manchen Eltern dürfte auch Klagebereitschaft bestehen. Wie sieht das eigentlich an den Universitäten aus?

        • Ein Gedanke:
          Mit Gendersprech lässt sich ja keine Poesie verfassen, keine Liedtexte schreiben (höchstens in persiflierender Form).
          Ist das in einer Sprache nicht eine wirksame Sperre dafür, daß der Murks breitenwirksam wird?

      • mitm hat da schon recht. Gendersprech kommt im Alltag nicht vor. Niemand benutzt diese Formen, auch keine jungen Leute.

        Gendersprache ist ein spezielles Sprachregister, dass der politischen Positionierung in öffentlichen Verlautbarungen dient.

      • Sehe ich auch so. Sprache erlernt man im Elternhaus, wenn Kinder mit sechs Jahren in die Schule kommen, ist das schon weit fortgeschritten.

        Durchsetzen kann sich die Sprachverhunzung nur, wenn es gelingt, die Eltern entsprechend zu beeinflussen, damit sie ihren Kindern das so von klein auf beibringen. Darauf zielt die ganze Propaganda und das ganze Insistieren ab.Ich denke das beste, was man tun kann ist, einfach normal zu sprechen, in allen Situationen im Alltag, um zu zeigen, dass man sich nicht manipulieren lässt.

  12. Wenn – und das ist ein dickes WENN – die Behauptungen stimmen, dass die Benutzung des generischen Maskulinums Nachteile für Frauen mit sich bringt (ein mögliches Beispiel s.u.), so es gerechtfertigt, eine „gechlechtergerechtere“ Sprache zu fordern.

    Nur führen alle zur Zeit eingeschlagenen Wege entweder zu einer Verhunzung der Sprache (Binnen-I, Genderstern etc.) oder zu einer gleichzeitigen(!) Verarmung und Aufblähung durch den Verlust von Gattungsbegriffen und Ersatz durch sowohl männliche als auch weibliche Form („Bäuerinnen- und Bauernbündler- und bündlerinnen“ statt kurz und knackig „Bauernbündler“).

    Mein tatsächlich ernst gemeinter Lösungsvorschlag bleibt die Einführung einer neuen, spezifisch männlichen Form durch Anhängen eines Suffix an die generische Form, analog zum „-in“, um Wesen weiblichen Geschlechts zu kennzeichnen (Ärztin, Hündin). Z.B. -er: „Der Arzter“ steht dann neben „die Ärztin“; der/ein Arzt ist dann neutral (ebenso wie „die Fachkraft“).
    Vorteil: Weder verarmt die Sprache noch wird sie extrem verhunzt. („Arzter“ mag ungewohnt sein, aber eine extreme Verhunzung stellt es nicht dar.) Und wer – und das ist der Clou – das nicht mitmachen möchte, verwendet weiter die bisherige Sprache, und es wird fast nie auffallen. So kann der Übergang hin zu einer geschlechtergerechten Sprache gleichsam gleitend und reibungslos innerhalb von ein bis zwei Generationen erfolgen.
    Über das Suffix kann man noch streiten, vielleicht wäre „-en“ sinnvoller, damit bei der Bildung des Plural seltener Doppelungen oder Unklarheiten auftreten: Ein Arzter, zwei Arzterer: ein Reiterer, aber auch zwei Reiterer vs. ein Arzten, zwei Arztener und ein Reiteren, zwei Reiterener. Wem das auf den ersten Blick zu lang erscheint, der vergleiche die weiblichen Formen: eine Ärztin, zwei Ärztinnen und eine Reiterin, zwei Reiterinnen: Das ist auch nicht kürzer und eine bloße Gewohnheitsfrage. Aber wenn jemand meint, eine bessere Idee für das Suffix zu haben, immer her damit.

    *Beispiel für einen Nachteil durch generisches Maskulinum: Ich habe irgendwo gelesen, dass Frauen sich bei Stellenanzeigen weniger angesprochen fühlen sollen und sich deshalb seltener bewerben, wenn das generische Maskulinum benutzt wird. Das wäre ein objektiver Nachteil für Frauen, den man auch nicht mit dem Argument „im Einzelfall – selber schuld“ beiseite wischen kann – Menschen sind nicht perfekt, und das ist hinzunehmen. Die Frage wäre dann höchstens, ob wir die Sprache oder die Menschen (oder dennoch einfach gar nichts) zu ändern versuchen sollten.

    • „Beispiel für einen Nachteil durch generisches Maskulinum: Ich habe irgendwo gelesen, dass Frauen sich bei Stellenanzeigen weniger angesprochen fühlen sollen und sich deshalb seltener bewerben, wenn das generische Maskulinum benutzt wird.“

      Behaupten Feministinnen. Neutrale Belege sind mir nicht bekannt.

      Glaubwürdig ist es auch nicht, da Ausschreibungen seit über 20 Jahren den Zusatz (m/w), bzw. seit vielleicht 10 Jahren den Zusatz (m/w/d) hinter der Stellenausschreibung haben.
      Eine Frau, die sich also trotz Qualifikation auf die Anzeige „Gesucht: Ingenieur (m/w/d) …“ nicht angesprochen fühlt, hat ganz andere Probleme, die auch mit einer „gendergerechten“ Sprache nicht aus der Welt zu schaffen sind.

      • Beispiel für einen Nachteil durch generisches Maskulinum: Ich habe irgendwo gelesen, dass Frauen sich bei Stellenanzeigen weniger angesprochen fühlen sollen und sich deshalb seltener bewerben, wenn das generische Maskulinum benutzt wird. Das wäre ein objektiver Nachteil für Frauen,

        Wenn das so ist, dann könnten dem viel kostengünstiger abhelfen, wenn eine Kampange gestartet werden würde, die darüber aufklärt, dass mit „Facharbeiter“ eine Funktion und kein biologisches Geschlecht und eine Funktion gemeint ist. Vielleicht würden sich auch schnelle gewünschte Resultate einstellen, als bei der gegenwärtigen Tendenz, die verwendeten Kategorien immer weiter aufzugliedern und die Welt immer unübersichtlicher zu machen.

        • Das liefe dann darauf hinaus, die Menschen zu ändern anstatt die Sprache. Auch wenn ich ein großer Fan davon bin, Menschen zu ermündigen, wird man einige allerdings nicht ändern können – wie gesagt, Menschen sind nicht perfekt und werden es auch nie sein (nur besser, vielleicht). Aber sind die, die man nicht erreicht, dann egal?

          Wo mein Vorschlag allerdings überhaupt Kosten verursachen soll, ist mir nicht klar. Der Übergang soll fließend erfolgen; an Schulen z.B. können die paar neuen Lehrinhalte in die eh fälligen Neuauflagen der Schulbücher einfließen.

          Eine Kampagne allerdings kostet sicher Geld.

        • Mein Kommentar bezog sich auf Deine als Begründung herangezogene gemessene Wirkung, nicht auf Deinen Vorschlag. Die ganze Genderindustrie kostet ein Heidengeld. Ich denke eine Aufklärung im Sinne von „Trau Dich, denn die Annahme, die Dich zurückhält, ist falsch“ ist wesentlich kostengünstiger. Es ist in meinen Augen sinnvoller die Fähigkeit zur Eigenverantwortung zu stärken, als die ganze Welt umzubauen, damit Eigenverantwortung nicht wahrgenommen werden muss.

          Dein Vorschlag ist schon älter. Allerdings war der vor zwei Jahren im Postillion und davor habe ich den irgendwo als ironischen Vorschlag gelesen, der den Irrsinn der ganzen Umkategorisierung und Empfindlichkeitsbewirtschaftung aufzeigen sollte. Ich nutze diesen Vorschlag auch immer, um zu verdeutlichen, wie mit ganz kleinen Mitteln die Sprache gerettet und die justice warrior eigentlich befriedet sein müssten. Allein, die bisher beobachteten Reaktionen auf den Vorschlag haben mich in der Überzeugung bestärkt, dass es nur um die Durchsetzung der eigenen Sicht, nicht um eine Lösung des vorgeblichen Problems geht. Es wird hier keine Kompromisse geben.

          • “ Es ist in meinen Augen sinnvoller die Fähigkeit zur Eigenverantwortung zu stärken, als die ganze Welt umzubauen, damit Eigenverantwortung nicht wahrgenommen werden muss.“

            Mit der Umsetzung dieser Einstellung wäre auf vielen Gebieten erheblich Positives gewonnen!

          • “ Es ist in meinen Augen sinnvoller die Fähigkeit zur Eigenverantwortung zu stärken“

            Einem solchen Vorhaben würde ich mich auch nie in den Weg stellen wollen.

            „Dein Vorschlag ist schon älter.“ Allerdings, und ich war erstaunt, als der Postillon ihn aufgriff und satirisch verarbeitet hat – wo ich ihn doch ernst meine 🙂

            „Allein, die bisher beobachteten Reaktionen…“

            Ja, ich formuliere es positiv: Da sind ein paar echt dicke Bretter zu bohren.
            (Größtenteils solche, die einige Leute vor dem Kopf haben 😉 )

    • Wenn Femistinnen sagen, dass sie beim generischen Maskulinum immer erst überlegen müssen, wer gemeint ist, wie kann es dann sein, dass es ihnen immer wieder rausrutscht, wenn sie unkonzentriert sind?

  13. Birgit Kelle spricht zurecht vom „Genderwahn“. Eine christlich-konservative Haltung ist wichtig. Mehr dazu auf meiner Internetseite (bitte auf meinen Nick-Namen klicken).

        • Das ist Quatsch. Chistlich-konservativ ist – entgegen aller hier gängigen Clichés – deutlich toleranter als die heutigen Progressiven.

          • Christ343 hier will das man nicht mastrubiert und auch keines Sex hat, sofern man nicht gerade ein Kind zeugen will… also ein sehr schlechtes Bespiel für Toleranz

          • @Werlauer

            Selbst wenn es stimmt, was du sagst:

            1. „Die Progressiven“ sind nicht der gesamte Rest der Bevölkerung. Nur, weil es eine noch schlimmere Gruppe gibt, heißt das nicht, das die Christlich-Konservativen annehmbar tolerant wären.
            2. Toleranz ist nur eine Kategorie. Die christlich-konservative Grundhaltung, die – nur so als Beispiele – Totkranken die Sterbehilfe verweigert oder das kirchliche Arbeitsunrecht am Leben erhält, kann mir gestohlen bleiben.

          • @Matze: Die selbst angestrebten Ideale und die Toleranz gegenüber Anderen sind doch wohl zwei Paar Schuhe, oder.

            Und ich denke doch, dass die Idee, dass kein Mensch durch bloße Regelbefolgung ideal werden kann (Paulus) und das jedem Mensch ein unveräußerlicher Wert zugestanden werden muss (Jesus) sind der Boden, auf dem in den letzten 2000 Jahren die Menschenrechte überhaupt denkbar wurden. Vorher war (nur) Macht und Ohnmacht, Herren und Sklaven und wenig mit „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“

          • Und ich denke doch, dass die Idee, dass kein Mensch durch bloße Regelbefolgung ideal werden kann (Paulus) und das jedem Mensch ein unveräußerlicher Wert zugestanden werden muss (Jesus) sind der Boden, auf dem in den letzten 2000 Jahren die Menschenrechte überhaupt denkbar wurden. Vorher war (nur) Macht und Ohnmacht, Herren und Sklaven und wenig mit „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“

            DANACH war auch knapp 2000 Jahre Macht, Ohmnacht, Herren und Sklaven, und schrittweise gebessert hat sich das erst, als das organisierte Christentum durch die Aufklärung immer weiter zurückgedrängt wurde.
            Mal ganz abgesehen davon, dass es die selben Moralvorstellungen, die das Christentum sich zusammengeklaut hat, auch in dutzenden anderen Religionen gibt. Und sie werden dort ebensowenig befolgt, wie von den Anhängern des Lattenjupp.

          • @Seb

            Volle Zustimmung. Die Dreistigkeit/das Wunschdenken, mit der/dem manche Vertreter des Christentums die gegen das Christentum durchgesetzten Errungenschaften heute als originär christlich reklamieren, erstaunt doch immer wieder.

            Dabei ist doch schon die Unvereinbarkeit der Vorstellung einer ewigen Bestrafung in der Hölle mit der Menschenwürde offensichtlich.

          • „Und ich denke doch, dass die Idee, dass kein Mensch durch bloße Regelbefolgung ideal werden kann (Paulus) und das jedem Mensch ein unveräußerlicher Wert zugestanden werden muss (Jesus) sind der Boden, auf dem in den letzten 2000 Jahren die Menschenrechte überhaupt denkbar wurden. Vorher war (nur) Macht und Ohnmacht, Herren und Sklaven und wenig mit „Die Würde des Menschen ist unantastbar.““

            Ein paar lässliche Anmerkungen:
            es gibt keine belastbaren Hinweise, dass Jesus überhaupt je gelebt hat. Die ältesten Aufzeichnungen über ihn stammen aus einer Zeit lange nach seinem offiziellen Tod.
            Was ihm also in den Mund gelegt wurde, stammt mit großer Wahrscheinlichkeit aus dem Kopf mindestens einer anderen Person, wenn es nicht die Zusammenfassung einer damals schon diskutierten Denkrichtung war. Und da eigentlich alle damaligen Akteure im griechischen Bereich starteten, könnte man annehmen, dass die christliche Morallehre in Wirklichkeit einen griechischen Ursprung hat.

            Nur ne Anregung, ich weiß es nicht.

          • @carnofis:

            »Und da eigentlich alle damaligen Akteure im griechischen Bereich starteten, könnte man annehmen, dass die christliche Morallehre in Wirklichkeit einen griechischen Ursprung hat.«

            Auch falls der historische Jesus nur eine Fiktion war, dann sicher nicht das religiöse Milieu, dem er zugeordnet wird, ob das nun die Essener im engeren Sinne waren oder generell eine innerjüdische Reformbewegung. Die frühen Christen sind zunächst allesamt Judenchristen, die christliche Morallehre des Neuen Testaments ist nicht vorstellbar ohne den Hintergrund des Alten Testaments, und das Christentum verbreitete sich im Römischen Reich zunächst zu einem großen Teil über die jüdische Diaspora.

            Paulus von Tarsus ist der erste Christ, der im griechischsprachigen Osten explizit auch Nichtjuden missioniert, insofern kann man ihn durchaus als den eigentlichen Begründer des Christentums als eigenständiger Religion betrachten. Aber das macht die christliche Morallehre nicht zu einer griechischen.

            Außerdem hat sich die hellenistische Epoche ohnehin zusehends auf »östliche« Religionen eingelassen, da war das Christentum nur ein Glaubensangebot unter anderen, Isis, Kybele und Mithras gehörten zu den prominentesten.

          • @Renton
            Die Vorstellung von Himmel und Hölle ist nicht der entscheidende Punkt, sondern wann und durch wen entschieden wird, wann es in die eine oder andere Richtung geht. Und zwar am Schluss und nur vom Chef persönlich. Das ist verglichen zu der vorherrschenden Haltung von 2000 Jahren („Wenn der Aussatz hat, dann wird er etwas gemacht haben, für das er von höherer Stelle zu Recht bestraft wird.“) ein deutlicher Schritt nach vorn. Heute gibt es genau die gerade beschriebene Haltung immer häufiger wieder (SJW, Feminismus – „Wenn es dem dreckig geht, dann zurecht, wegen ‚ white/male privilege‘“ )

            Ich sage gar nicht, dass es nichts zu kritisieren gäbe, aber dieses nuancenfreie Verdammen in Bausch und Bogen ohne jeglichen Zweifel (gerne auch mit gezielten Herabwürdigungen) zeigt doch eher auf Deiner Seite eine vorbildliche Glaubensfestigkeit. (Der Ketzer in meinem letzten Kommentar bin nämlich ich, der eine nicht mainstreamkonforme Meinung in den Stream gibt.)

          • @Werlauer Jeder kann glauben was er will oder es sein lassen, das ist Privatsache und kein sinnvoller Diskussionsgegenstand. Zur Diskussion kann stehen, ob die Moralvorstellungen irgendeiner Religion (am Beispiel des Christentums) Grundlage einer modernen Gesellschaft sein sollten. Dagegen spricht vieles, zB dass es den christlichen Gott nicht gibt und die Grundlage dieses Glaubens daher eine Unwahrheit ist, und alles was daraus geschlussfolgert wird folglich auch unwahr ist. Dass sich darin viele rückwärtsgewandte, unaufgeklärte und menschenfeindliche Dogmen verbergen, die wir lieber hinter uns lassen sollten. Dein Claim dass die Aufklärung im Christentum wurzele ist mindestens fragwürdig, würde den Glauben daran aber nicht rechtfertigen selbst wenn es zuträfe. Dass Ethik aus der Religion stamme ist auf jeden Fall unzutreffend.

          • @Werlauer

            Deiner Ansicht nach „verdamme ich in Bausch und Bogen“? Bin „vorbildlich glaubensfest“? Und „nuancenfrei“?

            Zunächst einmal weise ich die ersten beiden Unterstellungen als die übliche Rhetorik zurück, mit der religiöse Menschen religionsfreien Menschen ein religiöses Weltbild unterstellen wollen. Mein Weltbild ist nicht religiös, und mit „Verdammen“ und „Glaubensfestigkeit“ kann ich nichts anfangen. Was ich, wie jeder Mensch, mache, ist bestimmte Meinungen zu vertreten, ohne sie mit wissenschaftlicher Akribie begründen zu können. Hier gerade zum Beispiel, dass Menschenwürde kein Konzept ist, von dem „das Christentum“ stolz behaupten darf, es ermöglicht oder gar erfunden zu haben. Ich bin aber, und das unterscheidet mich von „Glaubensfesten“, bereit, diese Meinung zu diskutieren, denn das mache ich gerade mit dir, und mich vom Gegenteil überzeugen zu lassen, wenn ich die entsprechenden Argumente für schlüssig halte. Und dass ich nicht „nuancenfrei“ bin, könntest du eigentlich erkennen, da ich Ausdrücke von mir gebe wie „wenn du Recht hast“ und „christlich-konservative Haltung ist nicht gleich Christentum“. Dass du dich selbst als „Ketzer“ bezeichnest, der eine nicht „mainstream-konforme Meinung in den Strom“ gibt, ist auch nur billige Rhetorik. Bloß weil dir hier drei Leute widersprechen, macht dich das noch nicht zum Opfer eines „Mainstreams“. (Ausgerechnet hier auf AE, wo die wildesten Gefechte der unterschiedlichsten Standpunkte ausgetragen werden…) (Und dass ich vor/ der eigentlichen Debatte eine polemische Kurzbemerkung mit Zwinkersmilie gemacht habe, wirst du mir hoffentlich nicht auch noch vorwerfen.)

            Nach der Abhandlung der Rhetorik jetzt zum inhaltlichen. Ich sehe nicht, inwiefern das „Wann“ und „Wer“ einen entscheidenden Unterschied macht. Menschen zu foltern, und dann auch noch bis in alle Ewigkeit, ist mit der Menschenwürde schlicht nicht vereinbar. Dass das nach dem Tod, aber in einem zweiten Leben, stattfinden soll, macht schon mal überhaupt keinen Unterschied. Dass es vom „obersten Boss“ entschieden wird, macht es wenn überhaupt noch schlimmer, weil unwiderruflich und nicht hinterfragbar. In diesem Zusammenhang sind auch die Folgen eines solchen Weltbilds in Bezug auf die Anhängerschaft zu bedenken. Das Christentum unterscheidet „Gut“ und „Böse“ stark voneinander. Und wie jede Ideologie, die so verfährt, kennt das Christentum deshalb zwei Sätze moralischer Prinzipien: Einen für die eigene Gruppe (=die Guten), als da wären (u.a.) Tötungsverbot und Nächstenliebe. Und einen für alle anderen (=die Bösen), dessen Charakter man in Autodafés und der Stellung von Militärpfarrern gut erkennen kann. Mit der Gewissheit, einen obersten Boss im Rücken zu haben, der die Feinde sogar noch mehr misshandelt, als man selbst es je könnte, wird jedes unmenschliche Verbrechen erleichtert.

            Den Gegensatz zwischen „Wir“ und „Die“ mit den zwei Moralsätzen wurde das Christentum bis in die jüngste Geschichte nicht los. Menschenwürde bedeutet aber die Anerkennung eines universellen Prinzips. Ich kann nicht erkennen, wann das Christentum da jemals progressiv vorangeschritten wäre; die Widerstände der Kirchen gegen die Entwicklung einer solchen universellen Norm aber waren jahrhundertelang immens. Meiner Meinung nach handelt es sich, wenn heute aufgrund christlicher Schriften eine universelle Menschenwürde propagiert wird, um eine nachgeholte Anpassung der Glaubensauslegung. (Dass die Bibel in jede Richtung auslegbar ist, müssen wir hoffentlich nicht diskutieren. Erinnert sei spaßeshalber an Micha 4,3: „Schwerter zu Pflugscharen“ und an Joel 4,10: „Pflugscharen zu Schwertern“.) Daran ändern auch durchaus positiv hervorzuhebende Errungenschaften wie christliche Spitäler und Armenfürsorge bereits im Mittelalter nichts, denn sie waren nicht Ausdruck einer universellen Ethik, sondern wurden eben nur im Rahmen der Moralsätze für die eigene Gruppe etabliert. Ketzer hingegen wurden weiterhin auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

            Noch eine Anmerkung zu dem von unten, wenn du fragst:
            „Was ist eine Christlich-Konservative Haltung anderes, als die Grundzüge des Gedankengebäudes des Christentums zu vertreten?“

            Etwas deutlich anderes. Zunächst mal umfasst der konservative Teil Dinge, die das Christentum nicht zentral vertritt, z.B. Pflichtbewusstsein, Treue und Vaterlandsliebe. Und im hier diskutierten Kontext dürften die Jungfrauengeburt und die Dreifaltigkeit als zentraler Teil des christlichen (meinetwegen katholischen) Gedankengebäudes herzlich irrelevant sein.

          • @Renton
            Ich denke schon, dass die Antwort auf die Frage nach dem Wann und Wer eine Rolle spielt. Insbesondere verbunden mit der Grundaussage, dass kein Mensch durch eigenes Handeln ideal werden kann. Denn daraus, dass eine Wertung erst am Ende stattfindet und auch nicht durch irgend eine menschliche Instanz erbracht werden kann, verbietet sich auch die umgekehrte Schlussfolgerung.

            Das Tötungsverbot ist heutzutage oft falsch verstanden. Es heißt wörtlich „Du sollst nicht morden!“, also das Verbot unschuldige Menschen direkt zu töten. Das ist nicht eingeschränkt auf Christen (und gilt, weil Teil des AT, für Juden genauso).

            In Bezug auf die nachträgliche Interpretation aufgrund gewandelter Machtverhältnisse frage ich mich, wie diese Interpreten es geschafft haben, das Gebot der Feindesliebe in die Schriften zu schmuggeln. Die waren entweder ganz schön dreist oder sehr geschickt.

            Ich bestreite nicht, dass mit Religion viel Unsinn veranstaltet werden kann, allerdings halte ich Gewalttätigkeit im Mittelalter nicht für ein besonders starkes Argument. Die Gewalttätigkeit im Mittelalter war generell viel stärker ausgeprägt als heute. Insbesondere während der Reconquista vermischten sich da offensichtlich Machtsicherungsstrategien mit religöser Gewalt. Die Anzahl der Todesurteile der Inquisition wird auf ca. 6000 geschätzt (insgesamt). Diese Zahl an getöteten Priestern und Ordensleuten wurde bereits nach 8 Jahren des spanischen Bürgerkriegs erreicht, von einer Fraktion, die sich die Gleichheit und Freiheit des Menschen auf die Fahnen geschrieben hatte, ganz ohne Religion. Das soll die Toten der Inquisition nicht entschuldigen, zeigt aber das gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit durch jede gruppenbildende Idee hervorgerufen werden kann. Gruppenbildende Ideen sind aber notwendig, um eine Gesellschaft lebensfähig zu halten. Das kann allerdings von djadmoros deutlich besser erklärt werden, als von mir.

            Abschließend möchte ich daraufhinweisen, dass ich nicht die Erfindung der Menschenrechte für das Christentum proklamiere, sondern gesagt habe, dass aus der Ideenwelt des Christentums diese Gedanken erst denkbar wurden.

          • Noch eine kurze Anmerkung zu der „üblichen Rhetorik“: Ich bin sehr überrascht, dass ein solcher Punkt von Deiner Seite angeführt wird. Wie würdest Du denn Deine Rhetorik einordnen? Als durchgehend sachlich?

          • @Werlauer

            Ich habe länger überlegen müssen, um zu verstehen, was du mit dem ersten Absatz meinst. (Du solltest dich klarer ausdrücken – oder ich bin zu doof 😉 ) Wenn ich dich richtig verstehe, willst du aussagen, dass nur Gott befugt und in der Lage ist, eine Wertung vorzunehmen, ob ein Mensch in die Hölle gehört, aber kein Mensch. Das kann man natürlich so sehen, und damit entfällt die auf diesem Urteil basierende Rechtfertigung zur niederträchtigen Behandlung von Feinden. (Dass das historisch in der Regel nicht so gehandhabt wurde, können wir ignorieren.) Es ändert trotzdem nichts daran, dass im Überzeugungskonstrukt der Christen Menschen auf grausamste Weise menschenunwürdig behandelt werden. Diesen „integralen Fehler“ („Matrix 2“), der dem Konzept der Menschenwürde widerspricht, wird man nicht los.

            Wir sind uns einig, dass gruppenbildende Ideen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit unterstützen helfen, und auch, dass Gesellschaft ohne gruppenbildende Ideen nicht funktioniert. Das Mordverbot des AT sehe ich im Kontext des restlichen AT, und ich finde, dass dabei recht schnell klar wird, dass Mord durchaus statthaft ist, wenn es die richtigen Menschen trifft. Die Stellen, die nicht zu rechtfertigende Grausamkeiten erzählen, sind Legion. Für mich ein klarer Fall von Wir-Die-Doppel-(im Sinne von: Zweifach-)moral; wenn du mit der „Nicht-Einschränkung auf Christen“ eine Art von universaler Moral andeuten wolltest, kann ich dir da es dem genannten Grund nicht folgen. Was die Feindesliebe betrifft, sehe ich auch die im Kontext. Jesus war ein Endzeitgläubiger, der das jüngste Gericht fürchtete, und predigte deshalb, dass man unter keinen Umständen riskieren sollte, noch mehr Schuld auf sich zu laden, um nicht beim jüngsten Gericht der grausamen Verdammnis amheimzufallen, die er in der Bergpredigt so farbig schildert. (Anders würde auch kein halbwegs normaler Mensch auf die Idee kommen, auch noch die andere Wange hinzuhalten, nachdem er schon eine geschallert bekommen hat. Nicht mal Gandhi verfuhr so.) Aber auch Jesus unterscheidet nach denen, die in den Himmel, und denen, die in die Hölle kommen.

            Mich stört die Aussage, dass Menschenwürde aus der Gedankenwelt des Christentums erst denkbar wurde. Ich schreibe bewusst, das es mich stört, nicht, dass ich einfach anderer Ansicht bin. Ich schließe gar nicht aus, dass Christen, die die Idee der Menschenwürde mit- und weiterentwickelt haben, dabei auf Vorstellungen aus ihrer christlichen Gedankenwelt zurückgegriffen haben; im Gegenteil, angesichts der christlichen Geschichte des Abendlandes würde es mich wundern, wenn es nicht so wäre. Aber die Behauptung, ohne christliches Gedankengut sei Menschenwürde überhaupt nicht denkbar gewesen, empfinde ich als Anmaßung und Ausdruck von Phantasielosigkeit und Ignoranz (im Sinne von: Nichtwissen). Umso mehr, als das Christentum 2000 Jahre lang den in ihm angeblich angelegten Gedanken der Menschenwürde eben nicht hervorgebracht hat, sondern in seinem Handeln und Gedankengebäude dieser Idee oft genug diametral gegenüber stand und auch heute oft genug noch steht.

            „Noch eine kurze Anmerkung zu der „üblichen Rhetorik“: Ich bin sehr überrascht, dass ein solcher Punkt von Deiner Seite angeführt wird. Wie würdest Du denn Deine Rhetorik einordnen? Als durchgehend sachlich?“

            Ich bin erstaunt, dass du überrascht bist. Wo habe ich denn, seit die Diskussion Fahrt aufgenommen hat, „unsachliche Rhetorik“ verwendet? Und wenn du welche findest, in welchem Verhältnis steht diese „unsachliche Rhetorik“ zur „sachlichen Rhetorik“? – Was auch immer das beides übrigens sein mag, deine Vorstellung davon scheint klarer zu sein als meine. („Sachliche Rhetorik“ klingt für mich ein bißchen wie „gefühllose Erotik“.)

        • @Werlauer
          Ketzerei ist doch (salopp gesagt) i.d.R. eher, wenn man eine – ggf. nur leicht – andere Art von Wahnvorstellung hat als die Mehrheit.
          Du hast aber schlicht und einfach die Unwahrheit gesagt.

          • @Seb:

            »Du hast aber schlicht und einfach die Unwahrheit gesagt.«

            Werlauer hat sicherlich ein bißchen übervereinfacht, aber nicht so sehr wie seine Kritiker, denen zum Thema »Christentum« nur der Beißreflex des Religions-Bashing einfällt.

          • „denen zum Thema »Christentum«…“

            Das Thema war „christlich-konservative Haltung“, nicht „Christentum“.

            „…nur der Beißreflex des Religions-Bashing einfällt.“

            Textverständnis = 0. Setzen, sechs.

          • @Seb
            Sind das nicht semantische Spielchen? Ob die Haltung schon irgendeiner vorher hatte, dessen originäre Haltung über die Jahrtausende aber vergessen wurde, oder nicht, spielt für mein Argumente doch wohl keine Rolle. Wichtig ist nur, dass diese Grundhaltungen durch diese Religion durch die Zeit transportiert wurden. Die Vorstellung von einer unveräußerlichen Würde des Menschen gab es schon vor der Aufklärung. Der gesamte Ritus (zumindest in Westrom) ist darauf aufgebaut, diese Würde im Nächsten immer wieder zu betonen. Ich bin kein Historiker, aber ich denke, der von Dir postulierte Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung lässt sich in der Kohärenz nicht halten.

            @Renton:
            Was ist eine Christlich-Konservative Haltung anderes, als die Grundzüge des Gedankengebäudes des Christentums zu vertreten? Und die habe ich, inklusive der damit verbundenen Innovation, darzustellen versucht.

  14. Also, den exakten Zeitpunkt, seit wann Anne Will gendert, können wir gar nicht mehr genau benennen. Persönlich jedenfalls seit Jahren, in der Sendung in den Einspielern seit ungefähr zwei Jahren

    Ist das eigentlich korrekt, was die behaupten? Das Persönliche (wenn ihr Privatleben gemeint ist) interessiert ja nun überhaupt nicht. Aber was ist mit den Einspielern? Bezieht sich das auf Texteinblendungen? Sind da seltene Einzelfälle gemeint? Oder wird da tatsächlich seit 2 Jahren Gendersprech durchgezogen?

  15. Man muss sich ja als Möchtegern-Elite von den zurückgebliebenen „letzten Menschen“ abheben. Nur darum gehts, die Begründungen sind daher alle unstimmig und aus der ideologisch dünnen Luft gegriffen.
    Sollen sie´s doch machen, es wird nur die Realitäts- und Wirklichkeitsentfremdung dieser Möchtegern-Eliten vor der Geschichte unterstreichen, nichts weiter.

  16. Hatte gerade mal die Anstalt von Anfang Juni angeworfen.

    Von Wagner redet in einem Abschnitt nur im Femininum von Datenwissenschaftlerinnen, Rechercheurinnen usw. Ohne die geringste Betonung eines Binnen-Is oder so, sprachlich gesehen können keine Männer „mitgemeint“ sein.
    Die sind ja zuletzt vermehrt durch unreflektierten Feminismus aufgefallen (nicht nur durch die regelmäßigen stattfindenden peinlichen Pöbeleien der ekelhaften Dummschlunze Kebekus, in der Sendung davor erst wurde z.B. das Gesundheitssystem als zu 100% auf Kosten weiblicher Niedriglöhner gehend beschrieben).

    In meiner Erinnerung waren die beiden am Anfang noch nicht derart klar auf der finsteren Seite der Macht zu verorten, aber für mich hat sich die Sendung damit jetzt endgültig erledigt.

    • Warum so schnell aufgeben? Ich habe schon darüber nachgedacht, ihnen mal zu schreiben, und ihnen als Hauptthema für eine Episode Anliegen von Männerrechtlern vorzuschlagen. Stichworte wären geringere Lebenserwartung, Geschlechterempathielücke, Genitalverstümmelung.
      Weitere Vorschläge?

      • „Stichworte wären geringere Lebenserwartung, Geschlechterempathielücke, Genitalverstümmelung.
        Weitere Vorschläge?“

        Diskreditierung in den Medien.
        Aber vielleicht fällt das schon in die Geschlechterempathielücke.

        • Hat auf jeden Fall Überschneidungen. Als servicebewusster Kabarettzulieferent würde ich u.a. auf die Webseite https://genderempathygap.de/ hinweisen, da wird das auch thematisiert.

          Ein schöner Videolink zu Straßenexperimenten zur unterschiedlichen Gewaltwahrnehmung fehlt mir noch, am besten zu einem deutschen Video.

  17. Das Label „Biederfrauen und Brandstifterinnen“ würde aber der deutschen Partei gut passen, die den Sexismus als erste und führende institutionalisiert hat …..

  18. Frage an die Schwaben hier:
    Kann mir mal jemand : „Hase du bleibst hier“ auf schwäbisch übersetzen ?
    Allahu ….. oder so ähnlich ?

    Frage für einen Freund

  19. Pingback: Many Shades of Gender (12): Wieso müssen die Gender Studies alles gendern? | Alles Evolution

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