Gendern in den Öffentlich-rechtlichen Sendern

Bei ARD und ZDF verwendet man wohl teilweise inzwischen das „Gendersternchen“ und bei der Aussprache desselben eine kurze Pause. Der Nordkurier hat einen Artikel dazu:

Er hat es wieder getan: Nachdem Claus Kleber kürzlich in einer Ausgabe des „heute journal” bereits eine Grafik mit der Überschrift „Wehrbeauftragt*e der Bundesrepublik“ einblendete und mit seltsamen Kurzpausen mitten im Wort („Soldat_innen“) irritierte, kursiert auf Twitter ein aktueller Ausschnitt aus der Sendung vom Sonntag, in dem der Moderator über „Künstler_innen“ spricht. Das gesprochene Leerzeichen mitten im Wort, so suggeriert das Moderatoren-Pokerface, ist doch das Normalste von der Welt.

Im folgenden versucht der Nordkurier herauszufinden, wie es dazu gekommen ist, aber es kommt leider nicht viel dabei heraus. Entweder gibt es keinen Beschluss oder eine verbindliche Regelung in dieser Weise oder keiner traut sich das zuzugeben.

Die Angaben:

Der Nordkurier fragte bei Anne Will und beim ZDF zum „heute journal” an. Auf unsere konkreten Fragen gab es sehr freundliche, aber auch eher schwammige Antworten. Bettina Wacker, Sprecherin von Anne Will, teilte dem Nordkurier mit: „Wir gendern schon seit Langem konsequent und zwar aus gemeinsamer Überzeugung. Das empfinden wir als absolute Selbstverständlichkeit – und wundern uns tatsächlich, dass das jetzt erst auffällt.“

Wer hat das beschlossen?

Ach, echt jetzt? Seit Langem? Wir haken noch mal nach. Und wiederholten auch die Frage, in welcher Form dieser ja doch beachtliche Eingriff in die Sprechgewohnheiten beschlossen wurde und warum. Pressesprecherin Wacker zum Nordkurier: „Also, den exakten Zeitpunkt, seit wann Anne Will gendert, können wir gar nicht mehr genau benennen. Persönlich jedenfalls seit Jahren, in der Sendung in den Einspielern seit ungefähr zwei Jahren. Warum? Aus Überzeugung, dass es keine Option sein kann, Frauen zwar stets ‚mitzumeinen‘, aber nicht zu nennen.”

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Das Warum wäre damit geklärt. Aber ob dem Ganzen in der Redaktion oder bei der ARD ein übergeordneter Beschluss vorausging, bleibt offen.

Beim ZDF landen wir bei Pressesprecher Thomas Hagedorn. Er sagt dem Nordkurier: „Es gibt keine Vorgabe beim ‚heute journal‘ zu gendern.” Die Sache werde „individuell gehandhabt”, stets passend zum jeweiligen Thema. Hagedorn weiter: „Es gibt keine offizielle Entscheidung und es gibt weder Vorgabe noch Verbot. Es ist eine redaktionelle Entscheidung, dies aus inhaltlichen Gründen zu machen, also zum Thema passend.”

„Zum Thema passend“ ist wahrscheinlich: Bei positiven Sachen oder Statusjobs wird gegendert, Verbrecher dürfen aber gerne Verbrecher bleiben.

Aber man wird sehen.
Sprachlich finde ich es nicht schön, ich glaube auch nicht, dass es irgendwas bringt oder irgendetwas verändert. Mal sehen, wie es sich weiterentwickelt.