Tote durch die Polizei in den USA, George Floyd und die BLM-Demonstrationen

Der Tod von George Floyd und die Proteste in den USA dürften niemanden hier entgangen sein.

Mich würde interessieren, warum es überhaupt nach eurer Meinung so viel Tote durch Polizeigewalt in den USA gibt (unabhängig von der Hautfarbe).

Die Unterschiede zu etwa Deutschland sind ja enorm. In den USA werden etwa 1000 Menschen pro Jahr von der Polizei erschossen (bei ca. 150 Toten Polizisten)

In Deutschland im Schnitt etwa 12 Leute pro Jahr (geschätzt von mir nach den dortigen Zahlen).  (bei teilweise gar keinen toten Polizisten im Jahr)

Die Bevölkerung der USA ist etwa 2,5 mal so groß, da bleibt immer noch ein erheblicher Unterschied.

Die naheliegende Antwort ist natürlich, dass ein amerikanischer Cop weitaus eher damit rechnen muss, dass er selbst erschossen wird und das sein Gegner schwer bewaffnet ist. Er kann sich einen Irrtum bei der Frage, ob der andere gerade eine Waffe zieht weitaus weniger erlauben als sein deutscher Kollege.

Kommen andere Fakten dazu? Sind die amerikanischen Polizisten schlechter ausgebildet, ist es das größere Problem der Armut, weil es weniger Sozialhilfe gibt? Ist die amerikanische „Festnahmestrategie“ eher auf Eigenschutz als auf Deeskalation ausgerichtet (weil dort eben das Gewaltniveau höher ist?)

Und dann natürlich zur Frage des Rassismus auch noch ein paar Zahlen, die ich interessant finde:

Eine Studie, die die Ethnie der Opfer und die Ethnie der Polizisten vergleicht und zudem die Häufigkeit von Delikten pro „Rasse“ einbezieht:

Significance

There is widespread concern about racial disparities in fatal officer-involved shootings and that these disparities reflect discrimination by White officers. Existing databases of fatal shootings lack information about officers, and past analytic approaches have made it difficult to assess the contributions of factors like crime. We create a comprehensive database of officers involved in fatal shootings during 2015 and predict victim race from civilian, officer, and county characteristics. We find no evidence of anti-Black or anti-Hispanic disparities across shootings, and White officers are not more likely to shoot minority civilians than non-White officers. Instead, race-specific crime strongly predicts civilian race. This suggests that increasing diversity among officers by itself is unlikely to reduce racial disparity in police shootings.

Abstract

Despite extensive attention to racial disparities in police shootings, two problems have hindered progress on this issue. First, databases of fatal officer-involved shootings (FOIS) lack details about officers, making it difficult to test whether racial disparities vary by officer characteristics. Second, there are conflicting views on which benchmark should be used to determine racial disparities when the outcome is the rate at which members from racial groups are fatally shot. We address these issues by creating a database of FOIS that includes detailed officer information. We test racial disparities using an approach that sidesteps the benchmark debate by directly predicting the race of civilians fatally shot rather than comparing the rate at which racial groups are shot to some benchmark. We report three main findings:
1) As the proportion of Black or Hispanic officers in a FOIS increases, a person shot is more likely to be Black or Hispanic than White, a disparity explained by county demographics;
2) race-specific county-level violent crime strongly predicts the race of the civilian shot; and
3) although we find no overall evidence of anti-Black or anti-Hispanic disparities in fatal shootings, when focusing on different subtypes of shootings (e.g., unarmed shootings or “suicide by cop”), data are too uncertain to draw firm conclusions. We highlight the need to enforce federal policies that record both officer and civilian information in FOIS.

Also nach diesen Daten werden mehr Schwarze und Hispanische Zivilisten erschossen, wenn weniger weiße Polizisten eingesetzt werden und die Quote der jeweiligen Ethnie an den Gewaltverbrechen passt zu der Quote der Ehtnie an den Erschossenen.

Die Studie hat natürlich einiges an Gegenwind bekommen, scheint mir aber recht interessant.

oder dieser Tweet:

Aus meiner Sicht ist zu erwarten, dass ein weißer Polizist ganz besonders vorsichtig ist, wenn er auf einen schwarzen schießt. Denn ihm ist ja bewußt, dass er dann schnell diverse Bürgerbewegungen gegen sich haben kann und in die Presse kommen kann.

Was nicht bedeutet, dass es nicht auch tatsächliche Rassisten geben kann, denen das egal ist oder die sich darauf verlassen, dass man ihnen nichts nachweisen kann.

Natürlich wird in einer Gruppe wie der Polizei auch ein gewisses Vorurteil entstehen, wenn, wie oben ersichtlich, Gewaltverbrechen eher durch Schwarze als durch Weiße verurteilt werden. Interessant wäre eine Aufschlüsselung der Zahlen der Toten bei der Polizei: Welche Ethnie erschießt eher Polizisten, welche Ethnie haben die Polizisten eher, die erschossen werden? Kennt da jemand Statistiken?

BLM scheint mir eine klasse Identitätspolitik zu vertreten: Wenn mehr Schwarze getötet werden, dann muss Rassismus der Grund sein. So einfach scheint es aber gar nicht zu sein.

Auch interessant etwa diese Studie:

Wie man sieht sind die meisten Täter bei Tötungsdelikten in den USA eher schwarz als weiß, die Opfer von Schwarzen sind eher Schwarze.

Hier würde aber nicht das sonst bei Männern gerne verwendete Argument aufgegriffen werden, dass die Tötungen ja egal sind, weil sie ganz überwiegend innerhalb der Gruppe stattfinden.

 

 

61 Gedanken zu “Tote durch die Polizei in den USA, George Floyd und die BLM-Demonstrationen

  1. Eine andere Studie belegt das Muster hinsichtlich Schusswaffengebrauch:
    An Empirical Analysis of Racial Differences in Police … – Yale Law School
    https://www.google.com/url?sa=t&source=web&rct=j&url=https://onlinelibrary.wiley.com/doi/pdf/10.1111/puar.12956&ved=2ahUKEwjLqbmIu4DqAhXCmIsKHQLmCokQFjAAegQIAhAB&usg=AOvVaw0reStIhw6XjpZxfxVYzsb6

    Allerdings stellt sie auch fest, dass Schwarze und Latinos 50% öfter Polizeigewalt über sich ergehen lassen müssen. Also „Use of Force“ bei einer Begegnung mit der Polizei. Und das prägt natürlich die persönlichen Erfahrungen.

    Dazu kommen Dinge wie das Stop-And-Frisk Programm in New York, bei dem zu 90% Schwarze und Latinos zwischen 14 und 24 angehalten wurden.

    Also öfter verdächtigt und angehalten. Dabei härter angefasst. Dann öfter verfolgt und Strafverfahren eingeleitet. Dann kommt die höhere Verurteilungsrate von Schwarzen vor Gericht. Und höhere Haftstrafen für gleiche Vergehen vor Gericht.

    Als Schwarzer in den USA würde ich auch marschieren. Das ist wie mit Vorurteilen ggü Männern, nur ohne geschichtliche Sklavereierfahrung.

          • „Sich einfach ein bisschen anpassen, nicht immer das Opfer spielen. Meinem Verhältnis zu den Heteros hat das sehr gut getan.“

            Einem Schwulen, dem man sein Schwulsein nicht ansehen soll, kann es recht gut verbergen.
            Was macht da ein Schwarzer? Kalkfarbe ins Gesicht schmieren, soll ja nicht so viel bringen.

          • Es geht nicht darum, es zu Verbergen, sondern Heterosexualität und Männlichkeit zu verstehen.
            Umgekehrter sollte ein Schwarzer sich klar machen, dass seine Perspektive nicht von jedem geteilt oder nachvollziehbar ist – oder korrekt sein muss.

        • Du meinst den „Jogger“ in Stiefeln und Baggy Hose, mit Zimmermannshammer unterwegs, beim Joggen von einer Überwachungskamera auf der Baustelle, von der die Einbrüche gemeldet worden waren, gefilmt?

          Den „avid jogger“?

  2. 2019 wurden insgesamt 235 Schwarze, 370 Weiße und 158 Hispanics von der Polizei erschossen. 24% der Menschen, die durch Polizeigewalt getötet werden, sind Schwarze. Es wurden 15 unbewaffnete Schwarze und 19 unbewaffnete Weiße von Polizisten getötet. Insgesamt starben 58 Polizisten im Einsatz, wovon ca. 1/3 von Schwarzen getötet wurden.

    Die Bevölkerung besteht aus 14% schwarzen Menschen, die 37,5% aller Gewaltverbrechen begehen:
    – Mord- und Totschlag: 53%
    – Vergewaltigung: 29%
    – Raubüberfall: 54% (Verbrechen mit den meisten bedrohlichen Auseinandersetzung mit der Polizei)
    – Schwere Körperverletzung: 33%

    Schwarze Menschen sind sogar unterrepräsentiert in den Toten durch die Polizei, wenn man sich anguckt wie oft sie mit der Polizei im Kontext von Gewaltkriminalität zu tun haben. Generell ist die Polizei in den USA schießwütig, aber sie sind gerade wegen des öffentlichen Drucks zurückhaltender und vorsichtiger gegenüber schwarzen Menschen. 2013 waren 36% der Cop-Killer Schwarze.

    Die USA ein massives Problem mit Polizeigewalt, unabhängig von der Ethnie der Opfer. In Deutschland dauert die Polizeiausbildung drei Jahre mit viel Psychologie und Informationen über die Gesetzeslage. In den USA dauert die Polizeiausbildung nur 6 Monate mit Schwerpunkt „Umgang mit Waffen“. Hinzu kommt, dass in den USA so viele Waffen im Umlauf sind, dass man davon ausgeht, dass jeder Mensch eine potentielle Gefahr darstellt, was ihr Handeln natürlich in keinster Weise rechtfertigt.

    Zusätzlich für den Kontext sei zu erwähnen, dass jährlich 7.000 bis 8.000 Schwarze meist von anderen Schwarzen getötet werden. Es sind kaum Polizisten und Weiße beteiligt, weshalb man darüber nicht groß berichtet. „Black-on-Black Crime“ und „Black-on-White Crime“ sind jeweils viel höher als „White-on-Black Crime“.

    Das kann man auch nicht alles mit Armut begründen. In den USA gibt es in absoluten Zahlen mehr als doppelt so viele arme Weiße als arme Schwarze, dennoch begehen diese nur einen Bruchteil derer Verbrechen.

    Bisher sind 22 Menschen (!) bei den Protesten in den USA gestorben, 19 Menschen durch Schussverletzungen. In den meisten Medien wird immer noch von „friedlichen Demos“ gesprochen“.

    Fazit: Schwarze werden häufiger kriminell als Weiße. Folglich sind sie häufiger mit der Polizei in Konflikt. Folglich werden sie häufiger von Polizisten getötet.

    Quellen:
    1) Gewaltkriminalität in den USA nach Ethnie (2017): https://ucr.fbi.gov/crime-in-the-u.s/2017/crime-in-the-u.s.-2017/tables/table-43
    2) Interracial violent crime incidents (2018): https://www.bjs.gov/content/pub/pdf/cv18.pdf (als Grafik dargestellt: https://ibb.co/7vQrC9d)
    3) 36% der Cop-Killer waren Schwarze (2013): https://www.newsweek.com/who-kills-police-officers-315701
    4) Tote durch Polizeischüsse (2019): https://www.statista.com/statistics/585152/people-shot-to-death-by-us-police-by-race/
    5) Jährliche Mordstatistik: https://www.statista.com/statistics/251877/murder-victims-in-the-us-by-race-ethnicity-and-gender/
    6) Anzahl der getöteten Polizeitote im Einsatz: https://www.odmp.org/search/year/2019
    7) Erschossene unbewaffnete Menschen durch die Polizei: ttps://www.washingtonpost.com/graphics/investigations/police-shootings-database/
    8) 22 tote Menschen bei den Protesten: https://en.wikipedia.org/wiki/George_Floyd_protests#Deaths

  3. Race Baiting in den USA:

    Wenn das Opfer schwarz ist und der Täter weiß, dann gibt es ein riesiges Medienecho. Auch wenn nicht mal ein rassistisches Motiv nachgewiesen wurde (wie beim Fall George Floyd).

    Der unnötige Tod von Daniel Shaver (Der Polizist wurde in allen Anklagepunkten freigesprochen): https://www.youtube.com/watch?v=WViiA3XHoAY

    Tony Timpa wurde auf vergleichbare Weise wie George Floyd von der Polizei getötet (Die Polizisten lachen sogar über den Mann, der vor ihren Augen stirbt): https://www.youtube.com/watch?v=GCtJOxreRYc

    Schwarze Polizisten töten fast einen unbewaffneten Weißen im Dienst: https://www.n-tv.de/mediathek/videos/panorama/Polizistin-schiesst-Unbewaffnetem-in-den-Ruecken-article21748834.html

    Aber danach kräht kein Hahn, weil die Opfer weiße Menschen waren. Dadurch entsteht ein völlig falscher Eindruck der Gesamtsituation. Das wird auch bald nach Deutschland überschwappen.

    • Der Tod von George Floyd ist sehr tragisch und der Polizist gehört mit voller Härte des Gesetzes bestraft.

      George Floyd hat sich nicht mal der Verhaftung widersetzt. Der Einsatz war vollkommen unverhältnismäßig und der Polizist hat ihm mehr als 8 Minuten lang das Knie in den Hals gedrückt, wodurch er keine Luft zum Atmen bekommen hat. Selbst als er bewusstlos war, hat er nicht aufgehört.

      Er hat weder auf George Floyds Hilferufe reagiert noch hat er auf die umherstehenden Passanten gehört. Ohne Videobeweis wäre er wohl freigesprochen worden. Der Polizist hatte schon mehrere Beschwerden am Hals und hätte längst vom Dienst suspendiert werden müssen. Ein kranker Psychopath, der seine Macht missbraucht hat.

      • Niemand bestreitet das und der Polizist wird bestraft werden. Es gibt in jedem Beruf Versager. Floyd war allerdings auch eine ausgesprochen kriminell veranlagte Person. Dass man den Mann jetzt zum Heiligen hochstilisiert ist völlig verfehlt.

      • „George Floyd hat sich nicht mal der Verhaftung widersetzt“

        Er hat sich widersetzt, er musste aus dem Auto gezerrt werden und wollte dann erst nicht mit gehen, es kam zu einem Gemenge.

        Bei dem Video wo er am Boden liegt, sagt einer der Zuschauer er hätte einfach ins Auto steigen sollen, dann würde er jetzt nicht auf dem Boden liegen. (aber von diesem vermeintlichen 3ten mal Widersetzen gibt es wohl höchstens ein unveröffentlichtes Body-Cam-Video)

        Als er still wurde, ist er noch ca. 2min so festgehalten worden, dann wurde sein Puls geprüft (vom Sanni?)

        Ich finde auch er hätte nicht sterben sollen, aber vielleicht haben die Polizisten nach Handbuch gehandelt. Knie in den Nacken ist in vielen Ländern für die Polizei erlaubt.

    • „Wenn das Opfer schwarz ist und der Täter weiß, dann gibt es ein riesiges Medienecho.“

      Man weiß das es diesen Doppelstandard gibt. Das wissen die Medien auch. Sie haben sich nur entschieden es zu ignorieren, um ihren Race War weiter anheizen zu können.

      • Es gibt neue Proteste in Atlanta nach dem Tod eines Schwarzen durch die Polizei:

        Den Vorfall kann man nicht mit George Floyd vergleichen:

        1. Er hat bei der Verhaftung Widerstand geleistet (es gibt Statistiken, die belegen, dass schwarze Menschen das häufiger tun)
        2. Er hat mit den Polizisten gekämpft und einen Taser geklaut
        3. Als er weggelaufen ist, hat er den Taser nach hinten abgefeuert

        „Stop fighting! Stop fighting! Stop fighting!
        „You gonna get tased!“
        „Stop! Stop!“
        „You gonna get tased!“
        „Hands of the fucking taser!“
        „Stop!“
        „Hands of the taser!“
        ….fighting fighting fighting
        „Stop fighting!“
        „He got my fucking taser!“

        Es lag eine bedrohliche Lage vor, aber der Schusswaffengebrauch sollte immer das letzte Mittel sein.

        • Es lag eine bedrohliche Lage vor, aber der Schusswaffengebrauch sollte immer das letzte Mittel sein.

          Wieso aber?
          Es lag eine bedrohliche Situation vor, die den Einsatz der Schusswaffe gerechtfertigt hat.
          Was wäre denn wohl gewesen, wenn er die Taschenflak in die Hände gekriegt hätte?
          Vielleicht vorher noch den Cop getasert und wenn der dann wehrlos am Boden liegt, die Pistole nehmen.

        • Floyd saß anscheinend schon im Polizeiauto, aber er hat seine Füße nicht ins Auto genommen und sie haben es mit 2 Polizisten anscheinend nicht geschafft die Füße ins Auto zu kriegen und die Tür zu schließen.
          Floyd war auf Drogen und was die Polizist dann gemacht hat, ist nicht zu rechtfertigen.

          Das er sich Widerstandslos festgenommen hat… sieht nicht so aus, aber jam ist ein anderer Fall wie oben.

    • „Men’s Live Matter!“
      „Häh, wieso denn das nun?“
      „Männer sind öfter als Frauen Opfer von Polizeigewalt“
      „Das liegt daran, dass Männer häufiger kriminell sind!“
      „Ha! Gotcha!“

  4. Also, das Problem ist komplex und man sollte eigentlich die unterschiedlichsten Perspektiven einfliessen lassen, was ich hier nicht mache, weil die Perspektive der BLM wird in den hegemonialen Medien bereits ausführlich gebracht; deshalb ein bisschen die andere Perspektive:

    „Die Statistik kann rassistische Vorurteile von US-Polizisten nicht bestätigen
    Nach der Tötung von George Floyd durch einen Polizisten wird der amerikanischen Polizei ein grundlegender Rassismus unterstellt. Anlass für einen tieferen Blick in die Statistik der Todesfälle durch Polizisten. Von Lukas Mihr.
    https://www.tichyseinblick.de/kolumnen/aus-aller-welt/die-statistik-kann-rassistische-vorurteile-von-us-polizisten-nicht-bestaetigen/

    Dann:
    „Die Lives der Anderen
    Black Lives Matter instrumentalisiert die Tötung George Floyds für seine eigenen Zwecke. Statt das Problem der Polizeigewalt in den USA anzugehen, wird einseitiges Rassendenken propagiert.“
    https://www.novo-argumente.com/artikel/die_lives_der_anderen

    Dann:
    «Rassismus existiert, aber er erklärt nicht, was hier passiert»
    Der Aufruhr über Polizeigewalt sei die Folge einer verzerrten Darstellung des Problems, sagt der schwarze «Nein-Sager» und Ökonom Glenn Loury. Er lenke mit der «leeren These vom Rassismus» den Blick von den wirklichen Problemen der schwarzen Amerikaner ab.  
    https://www.nzz.ch/international/unruhen-in-den-usa-interview-mit-dem-soziologen-professor-loury-ld.1559746?mktcid=smch&mktcval=fbpost_2020-06-06&fbclid=IwAR3NoKLp9_ZZ-5Obnae_MvOm4A2hI4AhD8GCa0VNl4I8O32lrcAPH4DhJP0

    Auch immer gut zu lesen:

    „White Guilt: How Blacks and Whites Together Destroyed the Promise of the Civil Rights Era“

  5. „ein amerikanischer Cop weitaus eher damit rechnen muss, dass er selbst erschossen wird und das sein Gegner schwer bewaffnet ist“

    Das sehe ich als eines der Hauptprobleme. Wenn in DE jemand wegen einer Polizeikontrolle angehalten wird, ist es überaus unwahrscheinlich das die Person eine Waffe dabei hat. In den USA könnte selbst beim Zahnarzt im Wartezimmer der neben dir eine Magnum unter der Jacke haben.

    Habe gerade den TV nebenbei am laufen (und wollte mir Alpenpanorama anschauen) und dort kann die Meldung das gestern wieder eine Schwarzer von der Polizei erschossen wurde. Der ist in seinem Auto eingeschlafen und hat eine Einfahrt blockiert. Er widersetzte sich wegen sowas der Polizei, stahl einem Polizisten den Elektroschocker und richtet ihn auf einen Polizisten, der ihn dann erschoss. Das gezeigte Video zeigte nur ab da wo er sich der Verhaftung widersetzte und nicht was zwischen den Eintreffen, Auswecken und dann als er das Auto verlässt passiert.

    Aber verdammt, wieso muss der Anfangen auf die Polizei einzuprügeln? Das ist so dumm.

    Den Mob, der schon ein Wendys abgefackelt hat, interessiert das Verhalten des erschossenen natürlich nicht.

  6. Die Polizeigewalt wird in Deutschland auch ansteigen. Dafür wird unsere Politik der Einwanderung schon sorgen. Es sei denn, man entmachtet die Polizei zuvor, so wie es Berlin gerade versucht.

  7. Fig.2 hat mich ja komplett verwirrt. Bis ich nachgelesen habe. Die Beschriftung der y-Achse ist falsch. Das sind Tote pro 100.000 Einwohner und nicht Prozent.

    • Korrektur. Fig.2 sind Täter, nicht Opfer. Die Opfer sind in Fig.1 der Studie. Außerdem sind die 100.000 Einwohner (offensichtlich) immer Einwohner der gleichen Gruppe. Ein bisschen schlampig gearbeitet, finde ich.

  8. Ich stelle mir die Situation vor, derzeit als weißer Cop in den USA zu einem bewaffneten Raubüberfall gerufen zu werden, bei dem ein cracksüchtiger Schwarzer gerade den kleinen Laden eines anderen Schwarzen überfällt und hoch erregt mit seiner Kanone rumfummelt.

    Ich würde mir als weißer Cop die Frage stellen, warum ich das denn mache, mich in eine solche Lebensgefahr zu begeben. Denn wenn der Räuber im Drogenrausch losballert, dann habe ich nur die Wahl, mich beschießen, womöglich verletzen oder töten zu lassen oder auch auf ihn zu schießen. Das wiederum würde mich vermutlich meinen Job kosten.

    In einer solchen Situation genau abzuwägen, ob die Waffe, die da auf mich gerichtet wird, vielleicht eine Spielzeug- oder Gaspistole ist, um auf keinen Fall etwas zu tun, was später von meiner Bürgermeisterin und den BLM-Aktivisten als unverhältnismäßig angesehen wird, ist unzumutbar.

    Vermutlich würde ich in dem jetzigen gesellschaftlichen Umfeld meinen Job an den Nagel hängen und mir was mit Security oder so suchen. Denn wenn die, für die du dich in Gefahr begibst, nicht mehr hinter dir stehen, sollten dir dein Leben und deine Selbstachtung am Wichtigsten sein. Cops go their own way.

    Dann sollen sie doch Bürgerkrieg spielen auf den Straßen – es wird keinen geben, den sie zu Hilfe rufen könnten. Und das wiederum würde vielleicht auch den woken Schneeflöckchen nicht gefallen, wenn sie abends gar nicht mehr auf die Straßen gehen könnten.

    Die fetten Karens werden ihren Männern befehlen, im Garten Maschinenpistolen aufzustellen, damit sie keine Sorgen haben müssen, wenn sie vor der Glotze Chips mampfen und dabei über Gut und Böse befinden.

    • „In einer solchen Situation genau abzuwägen, ob die Waffe, die da auf mich gerichtet wird, vielleicht eine Spielzeug- oder Gaspistole ist, um auf keinen Fall etwas zu tun, was später von meiner Bürgermeisterin und den BLM-Aktivisten als unverhältnismäßig angesehen wird, ist unzumutbar.“

      Wird auch keinem zugemutet.
      Ständig werden die Cops zu irgendwelchen Einsätzen gerufen, Ladendiebstahl, Raub, Mord, Einbruch, …
      Die Spielregeln sind klar: wenn sie kommen, dann machst Du keine falschen, schon gar keine schnellen Bewegungen. Dann nimmst Du die Arme hoch und folgst ohne Diskussionen deren Befehlen.
      Sonst bist Du tot!
      Die Regeln kennt jeder und akzeptiert anscheinend auch jeder.
      Wenn da in den USA was hochkocht, dann weil es im Fall FG zumindest sehr streng nach Mord riecht.
      Und es gärt schon lange in den Staaten. Die Einkommensschere geht immer weiter auseinander, die Reichen legen weit überdurchschnittlich zu, während Mittelstand und Arme immer weiter abgehängt werden. Der „American Dream“ erweist sich für immer größere Kreise als Illusion. Das an sich ist nicht neu, wohl aber, dass es den Menschen bewusst wird.

      Als 2008 die Immobilienblase in den Staaten platzte, verloren in erster Linie die Kleinanleger ihr Vermögen. Mein damaliger Chef wurde 2007 mit 18 Mrd. US-$ bewertet, 2015 mit 35 Mrd. US-$.
      Die Gesellschaft entsolidarisiert sich immer schneller und wenn die weißen Habenichtse bei der nächsten Wahl Trump bestätigen, dann nicht, weil sie sich durch ihn eine Rückkehr zu bescheidenem Wohlstand erhoffen, sondern, weil es den anderen dann wenigstens nicht besser als ihnen selbst geht.

  9. „Er kann sich einen Irrtum bei der Frage, ob der andere gerade eine Waffe zieht weitaus weniger erlauben als sein deutscher Kollege.“
    Das würde ich andersrum formulieren – er kann sich den Irrtum viel eher erlauben, versehentlich jemanden zu erschießen. Weil die Aussage „ich dachte er hat eine Waffe“ in den USA viel plausibler ist.

    Was in der Diskussion nur am Rande vorkommt ist die Militarisierung der Polizei in den USA. Wenn dort viele Polizisten aus Kriegsgebieten kommen – am besten noch mit PTSD – dann braucht sich niemand über Polizeigewalt wundern.

    • Damit unterstellst du, dass der Großteil der Cops mordlüsternde schießwütige Arschlöcher sind.
      Das würde ich dann aber doch bezweifeln.
      Mittlerweile muss man zwar auch hierzulande damit rechnen, dass der Gegenüber bewaffnet ist, zwar nicht mit einer Schusswaffe, dafür aber mit einem Messer. So extrem wie in den USA ist die Gefahr dann aber doch nicht. Und wenn die Polizisten dann auch Eigenschutz (und möglicherweise schlechter Ausbildung) dann nervöser reagieren als unsere, dann kann ich ihnen das nicht verdenken.

      Anders sieht es bei Chauvin aus. Mit knapp 20 Jahren Diensterfahrung hätte er hier anders agieren müssen. Ich halte ihn aber nur für ein asoziales Arschloch, vielleicht auch für einen Rassisten. Seine gewalttätigen Übergriffe haben jegliches Maß gesprengt und er gehört bestraft.

      • „Damit unterstellst du, dass der Großteil der Cops mordlüsternde schießwütige Arschlöcher sind.“
        Ich meine das rein von der Wahrscheinlichkeit und der Motivationslage her. Wenn du als Polizist relativ häufig damit rechnen musst dass der andere eine Schusswaffe haben könnte dann gehst du anders vor. Selbst wenn du evtl. Ärger bekommst ist das immer noch besser als tot zu sein.

  10. „Kommen andere Fakten dazu? Sind die amerikanischen Polizisten schlechter ausgebildet“

    Definitiv.
    Je nach Bundesstaat (ja sogar auf County-Ebene) gibt es unterschiedliche lange Ausbildungszeiten. Meines Wissens nach bewegen diese sich von ca. zwei, drei Monaten bis knapp etwas weniger als einen Jahr. Dass sich das in der polizeilichen Arbeit äußert kann man wohl nicht von der Hand weisen.

    • Übrigens kann ich aus eigener Erfahrung folgendes hinzufügen:

      Je mehr man sich bei einer Festnahme wehrt, ja sogar aktiven Widerstand leistet und zu einer Körperverletzung gegenüber Organen der öff. Sicherheit übergeht, desto eher hat man mit härteren Maßnahmen zu rechnen. Da steht zum einen der Eigenschutz im Raum aber auch die Durchsetzung der Festnahme an sich.

      Ich verwette meinen linken Hoden, dass sich Schwarze erfahrungsbedingt in den USA vor allem durch aktiven Widerstand gegenüber der Polizei auszeichnen und demgemäß das Einschreiten dabei auch umso vorsichtiger und bei Missachten der Etikette während einer Lenker- bzw. Fahrzeugkontrolle z.B. umso gefährlicher für diese enden kann.

      Das ist genau so wie in Wien mit den Tschetschenen oder Afghanen. Diese gelten nunmal als gewaltbereiter als der Schnitt, weshalb bei Amtshandlungen wo bekannt ist, dass es sich um die genannten Völkergruppen handelt, mehr Kräfte als üblich zufahren.

      • Je mehr man sich bei einer Festnahme wehrt, ja sogar aktiven Widerstand leistet und zu einer Körperverletzung gegenüber Organen der öff. Sicherheit übergeht, desto eher hat man mit härteren Maßnahmen zu rechnen.

        Und das kann dann sehr schnell eskalieren. Man stelle sich vor, man wird auf dem Bauch liegend auf dem Boden fixiert und kriegt kaum noch Luft. Die natürliche Reaktion ist Gegenwehr, die natürlich dazu führen wird, dass die Maßnahmen verschärft werden, sprich mehr Gewicht zum Festhalten.
        – Woraus sich dann sehr wahrscheinlich noch mehr Luftnot ergibt…

        • „Und das kann dann sehr schnell eskalieren“

          Natürlich kann es das.

          Dazu gab es in der österreichischen Polizeigeschichte Fälle, wo es aufgrund von falscher bzw. fehlender Anwendung von (richtigen) Einsatztechniken zu Toten kam.

          U.a. Seibane Wague (ein Mauretanier bzw. Schwarzer) vor ca. 15 Jahren im Stadtpark, bei dem es zum sogenannten lagebedingten Erstickungstod bzw. Asphyxie kam (Krafteinwirkung auf den Torso). Im Nachhinein kam es dann zu einer Reform der vermittelten Einsatztechniken, die auch in der Ausbildung vermittelt werden und damals in der Form nicht bestanden haben.
          Heute wird vorzugsweise versucht die Gliedmaßen zu fixieren und so wenig wie möglich auf den Torso bzw. Nacken und Halsbereich einzuwirken. Funktioniert auch ziemlich gut.

          (Natürlicherweise wurde der Vorfall auch damals unter „Rassismus“ verbucht, war er doch aufgrund von fehlerhaftem polizeilichen Einschreitens passiert.)

    • K.A. ob die Zahlen stimmen, aber der Unterschied wäre schon hoch.

  11. Was mich an der Sache total nervt, und weswegen ich auch medial abschalte: Es hat sich seit Ferguson 2015 eine Menge getan. 2019 wurden neun (9) unbewaffnete Schwarze durch die Polizei erschossen (gegenüber 19 weissen), 2015 waren es vier mal so viele. Der Trend bei den durch Schwarze erschossenen Cops (eine selten gesehene Perspektive) ist dagegen gleich.
    Es hat sich also vieles getan. Und auch zu Recht. Denn „Muh, Schwarze sind nun mal öfter kriminell“ ist ja nicht das Ende der Diskussion. Sondern der Beginn. Es soll tatsächlich reale Strukturen geben, die es Schwarzen schwer machen, gute Schulen zu besuchen (dann wiederum auch affirmative action zum Ausgleich). Das hat was damit zu tun, wie Schulen finanziert werden. Bin da aber kein Experte.

    Natürlich gibt es Schwarze, die sich in der Opferrolle gefallen. Natürlich gibt es viele Schwarze, die es geschafft haben. Natürlich zwingen einen die äusseren Umstände nicht dazu, kriminell zu werden. Aber, das wissen wir aus allen Kulturen, Armut begünstigt nun mal Gewalt- und Eigentumsdelikte. #Fakt.

    Und überhaupt, wenn man sich die Daten anschaut, dann sehen wir da eher ein erhebliches Sexismus-, als Rassismusproblem.

    Aber das ganze Ding ist mir wieder Beweis, wie kaputt die Medien sind, wie hysterisch die Menschen und wie leicht manipulierbar.
    2015 ist hier niemand auf die Strasse gegangen. Oder kennt hier jemand Jeremy Mardis?
    Ein sechsjähriger Junge, der 2015 von Cops erschossen wurde, weil sein Vater nicht aus dem Auto steigen wollte oder so. Hat hier niemanden gejuckt. Jeremy war weiss.

    Jetzt reicht ein zugegebenermassen sehr wirkmächtiges Bild vom teilnahmslosen, schwarz uniformierten Bilderbuchcop, der dem Schwarzen Mann buchstäblich im Nacken sitzt, und wirklich alle drehen durch.
    Genauso wars bei Greta auch, und bei eigentlich allen Themen. Internet ist weitgehend nicht gut für die Menschheit.
    Wir sind weitgehend im Arsch. Wir müssen Geld verdienen, in die Vorstädte ziehen, Mauern bauen und unseren Wachdienst gut bezahlen. Andere Ideen habe ich nicht.

    • Der ganze Scheiß hat doch angefangen damit das Feministinnen Identitätspolitik wieder salonfähig gemacht und Frausein als ein neues Qualitätsmerkmal eingeführt haben. Hinzu kommen die neuen völlig beliebigen Maßstäbe was Diskriminierung ist (Mikroaggression, nach der Herkunft fragen) sowie die Umdefinition von Kritik und anderen Meinung zur feministischen Ideologie (welche auch immer) in Hass und das die Kritiker schlechte Menschen sind, die dann immer gleich Frauen hassen, etc..

      BLM hat die gleichen Argumentationsmuster, Zirkelschlüsse und Immunisierungsmethode übernommen, nur hat Rassismus ein viel größeres Gewaltpotential wie Sexismus (und deswegen bringe ich hier auch so viel über den Rassismus gegen Weiße und die kontinuierliche Entmenschlichung von Weißen durch die Medien und Linksidentitären).

      Dabei gibt es alle die Unterschiede in der Behandlung zwischen Schwarzen und Weiße auch zwischen Männer und Frauen, nur sind sie da nochmal größer (Bildung, Polizei, etc. … überall ist es ein Vorteil eine Frau zu sein).

      • „Der ganze Scheiß hat doch angefangen damit das Feministinnen Identitätspolitik wieder salonfähig gemacht und Frausein als ein neues Qualitätsmerkmal eingeführt haben.“

        Also, ich trau einer Radfem ja auch jede Gehässigkeit zu, aber da überschätzt Du ihre Fähigkeiten und ihren Einfluss maßlos 😉

        Unruhen hat es bekanntermaßen schon in den 60er Jahren gegeben.
        Die USA haben immer noch nicht ihre Hausaufgaben gemacht und darauf gebaut, dass sich auch das Rasseproblem – wie jedes andere – mit der Zeit von allein löst.

        Vielleicht erleben wir gerade das Ende eines Traums, beschleunigt durch Corona.

        • Wie erklärst du dir denn das Identitätspolitik jetzt wieder in der Politik ein Thema ist?

          Wissenschaftliche Standards werden über Bord geworfen, damit Gender Studies ihre manipulierten Ergebnisse präsentieren können und Konzepte wie Freie Meinungsäußerung und die Unschuldsvermutung werden in Zweifel gezogen.

          Und aus welchen Bereich kam jeder Angriff auf diese drei Beispiele zuerst?

      • Naja, ich glaube eher, dass der Feminismus nachziehen konnte. Zumindest in der öffentlichen Rhetorik war der noch nicht so verwurzelt. Das ist natürlich prinzipiell jetzt ein Ökosystem, aber mal ein paar Jahre zurückgedacht:
        Bei der ersten Wahl von Obama wurde noch „Race doesn’t matter“ gerufen, aber es war schon ein grundidentitärer Ansatz vorhanden, und er hatte einen merkwürdigen Popstar-Status auch in Europa.

        Während seiner Amtszeit konnte man sich auf den progressiven Blogs die ich damals las, kaum eine Opposiition vorstellen, die nicht auf Rassimus fußte (linke Kritiker wurden damals natürlich auch abgebügelt), und die Rhetorik vom Präsidenten selbst wurde teilweise als beschwichtigend aufgefasst.
        Feminismus, Intersektionalismus etc war allenfalls zweitrangig, bzw. noch relativ nischig.

        Bezeichnend war für mich auch die Erschießung von Trayvon Martin. Da habe ich auch zuerst gedacht: „Wird wahrscheinlich wieder so ein Rassist ein, blödsinnige Waffengesetze etc“. Ich habe dann den Prozess näher verfolgt, und mir ist bewußt geworden, wie das ausgeschlachtetet wurde. Die Medienberichterstattung war lausig, bzw. es gab da ein dringendes Bedürfnis, bestimmte Fakten nicht zur Kenntnis zur nehmen, und zwar von sog. „Antirassisten“.

        • „Naja, ich glaube eher, dass der Feminismus nachziehen konnte. Zumindest in der öffentlichen Rhetorik war der noch nicht so verwurzelt.“

          In meiner Erinnerung hat nicht der Feminismus nachgezogen, sondern hat den Weg bereitet. Nur aufgrund des positiven Bias von Frauen UND Männer FÜR Frauen, wurde die Identitätspolitik für Frauen so bereitwillig von den Medien und der Politik aufgenommen. Nur weil es diesen Bias gibt, wurde alles was Frauen sagen und behaupten, unwidersprochen übernommen. Da Frauen schon so privilegiert sind und mehr Rechte und Sozialleistungen bekommen, wie sonst niemand, mussten sie neue ‚Weidegründe‘ auftun und haben die Hautfarben hinzugenommen.

          Eine Bewegung von Schwarzen gegen Rassismus gab es schon vorher, aber diese Immunisierungsstrategien (Kritik und Ablehnung beweisen das man recht hat/ wer männlich/weiß ist hat keine valide Meinung/ Männer/Weiße nehmen Raum ein/ männlich/weiße Autoren sollen verbannt werden, Hatespeech, Sperrungen von Account), das ein Frauenanteil/Schwarzenanteil < 50% ein Zeichen für die Diskriminierung dieser Gruppe ist oder das Menschen die Feminismus kritisieren ihren Job verlieren. Das alles gab es 2010 schon im Feminismus und BLM hat das später übernommen.

          • Genau so ein scheiß hier.. das ältere Meme für Feminismus ist das hier:

            Feministinnen haben behauptet das Speech Violence ist und das Kritik im Grunde Gewalt gegen Frauen ist… und weil Frauen ja solche Opfer sind, die es so schwer im Leben haben, wurden die nicht ausgelacht.

    • „Es soll tatsächlich reale Strukturen geben, die es Schwarzen schwer machen, gute Schulen zu besuchen (dann wiederum auch affirmative action zum Ausgleich). Das hat was damit zu tun, wie Schulen finanziert werden.“

      Es kommt auch sehr aufs Milieu an. In ganz schlechten Gegenden wird gar nicht so wenig Geld in die Schulen gepumpt, aber davon geht sehr viel für die Beseitigung von Schäden durch Vandalismus und Diebstahl und für Sicherungsmaßnahmen aus. Im Endeffekt muss man halt auch sagen: Schulen besuchen zu dürfen, ohne Schulgeld bezahlen zu müssen, und kostenlose Bibliotheken mit Internetanschluss in Anspruch nehmen zu können, ist global gesehen ein absoluter Luxus, und es sind nicht die Weißen, die dafür sorgen, dass so viele Schwarze diese Möglichkeiten nicht ordentlich nutzen und sogar diejenigen unter ihnen, die es tun, als „Uncle Toms“ bezeichnen oder ihnen „acting white“ vorwerfen, als wäre es ein Verrat an ihrer Kultur. Es sind auch nicht die Weißen, die Schwarze in Gangs zwingen. Einer der größten Faktoren für ein erfolgreiches Leben ist das Aufwachsen in stabilen Familienstrukturen mit Vater und Kind, und dass über 50% der schwarzen Kinder in den USA ohne Vater aufwachsen, liegt sicher nicht unbedingt hauptsächlich daran, dass die US-Justiz die schwarzen Väter alle in den Knast steckt. (Zumal dann, wenn man weiß, dass in den 60er Jahren noch 80% der schwarzen Kinder mit Vater aufwuchsen, obwohl die Strukturen damals sicher eher rassistischer als heute waren.)
      Statistiken zeigen, dass schwarze Einwanderer aus Afrika und der Karibik (und ihre Kinder) in den USA schnell erfolgreicher sind als diejenigen, die Nachkommen der US-Sklaven sind (gerade die aus der Karibik haben ja ebenfalls einen familiären Sklavenhintergrund, das ist also offensichtlich nicht relevant). Ihre Einkommen steigen rasch über das Niveau der „einheimischen“ Schwarzen und sie kommen seltener mit dem Gesetz in Konflikt. Die Kinder sind erfolgreicher in der Schule, und ihr Anteil an Ivy-League-Studenten ist wohl höher als der der Schwarzen ohne kürzlichen Migrationshintergrund. Der Rassismus müsste alle gleich treffen, schließlich sieht man nicht an der Hautfarbe, wie lange die Familie desjenigen im Land ist. Aber ganz offensichtlich ist das nicht der wesentliche Faktor, der so viele Schwarze am Boden hält.

      • „Einer der größten Faktoren für ein erfolgreiches Leben ist das Aufwachsen in stabilen Familienstrukturen mit Vater und Kind, und dass über 50% der schwarzen Kinder in den USA ohne Vater aufwachsen, liegt sicher nicht unbedingt hauptsächlich daran, dass die US-Justiz die schwarzen Väter alle in den Knast steckt. (Zumal dann, wenn man weiß, dass in den 60er Jahren noch 80% der schwarzen Kinder mit Vater aufwuchsen, obwohl die Strukturen damals sicher eher rassistischer als heute waren.)“

        Ja, woran liegt das? Schmeißen die Mütter die Männer raus, um Stütze zu bekommen? Machen sich die Männer vom Feld? Was geht da vor?

        Ich habe mal gelesen (keine Ahnung ob es stimmt), dass schwarze Männer im Durchschnitt einen wesentlich höheren Testosteronlevel haben, als Weiße oder gar Asiaten. Das wäre als Arbeitshypothese für ein triebgesteuerteres Verhalten naheliegend, allerdings gäbe es dann nicht diese Unterschiede zwischen Zuwanderern und zu früher. Wobei (legale) Zuwanderer vermutlich stark nach Leistung gesiebt werden, also nicht unbedingt repräsentativ sind.

    • „Wir müssen Geld verdienen, in die Vorstädte ziehen, Mauern bauen und unseren Wachdienst gut bezahlen. Andere Ideen habe ich nicht.“

      Ganz genau, das ist die einzig richtige Strategie!

  12. Ich habe gestern ein Video des Slate magazins gefunden, dass die Situation sehr schön erklärt.

    Kurz zusammengefasst: jeder Polizist in den USA hat eine Quote zu erfüllen.
    Das ist in weißen Nachbarschaften schwierig, in schwarzen Nachbarschaften mit hoher Drogenkriminalität wird man immer fündig.

    Das generiert ein Grundmisstrauen, das wiederum Widerstand auslöst. Dieser Widerstand löst Gewalt von seinen des Cops aus.

    Jede Auseinandersetzung ist für einen Cop grundsätzlich Lebensbedrohlich, weil seine Waffe entwendet werden kann. Daher überreagieren Cops.

  13. Man müsste die Polizeigesetzgebung dort kennen (die sich wohl auch noch von Staat zu Staat unterscheidet). Wenn ich lese, dass es dort Festnahme-Quoten etc. gibt, klingt das nach einem typischen politischen Fehlanreiz (erinnern wir uns an die abgehakten Hände im Kongo), der u.U. unbescholtene Bürger unnötig in Probleme bringt.

    Es gibt auch eindeutig Machtmissbrauch, in manchen Gegenden können die wohl Sachen beschlagnahmen und es ist sehr schwierig die wieder zurückzubekommen (ist in D. ähnlich), wenn man unlautere Polizisten hat, die das Zeug einfach einstecken, entsteht zwangsweise Hass, einfach aus einem Ohnmachtsgefühl heraus. Es kursierte ja auch mal so ein Überwachungsvideo, wo die einen Cannabis-Shop zugemacht haben und dann erstmal die Theke plünderten. Macht korrumpiert sehr zuverlässig, daher muss man auch immer entsprechende Überwachung haben, gute Ausbildung, ausreichend Gehalt, Leute mit einwandfreiem Lebenswandel. Ich bezweifle sehr, dass in den USA darauf ausreichend geachtet wird.

    Und natürlich exekutiert die Polizei bestehende Gesetze, sind diese schlecht, dann wird sie zum Sündenbock. Erinnern wir uns an die Bankenkrise, wo die Banken mit Milliarden gepampert wurden, während die Polizei säumige Familien notfalls mit Gewalt auf die Straße setzte. Sowas wird logischerweise als zutiefst ungerecht empfunden und diejenigen die das umsetzen müssen (und oft selbst sehr darunter leiden) werden zum sichtbaren Hassobjekt.

    Dazu kommt, dass das Gewaltlevel und das Verständnis von Freiheit anders sind und auch bei der Polizei geht Selbstschutz vor. Wer so dumm ist, auf einen Polizisten zu zielen (wie der erschossene Schwarze neulich), der muss ausgesprochenes Glück haben, keine Kugel zwischen die Augen zu bekommen. Die trainieren solche Situationen ja dauernd, weil es da auf Sekundenbruchteile, bzw. auf „der oder ich“ ankommt.

    Last but not least halte ich die USA für einen sehr harten Staat. Wenn die Wirtschaft brummt, mag man ein gutes Auskommen haben, stagniert sie, dann rutscht unmittelbar ein großer Teil der Unterschicht ins Elend ab, betäubt sich mit Drogen, wird kriminell usw. oder schuftet bis zur Selbstaufgabe. Ich fand den Mittelweg der sozialen Marktwirtschaft immer sehr viel besser, leider wird dieser durch die Politik gerade korrumpiert und würde in den USA vermutlich so auch nicht funktionieren (zu groß, zu heterogen usw.).

    Der ständige Zwang, allein z.B. für eine ausreichende Krankenversicherung, eine akzeptable Schule für die Kinder etc. voll arbeiten zu müssen (mit zwei Wochen Urlaub im Jahr) und entsprechend zu verdienen, ist m.E. ebenso schlecht für eine Gesellschaft, wie wenn man (gesunde) Leute ganz ohne Gegenleistung durchfüttert (wie es bei uns praktiziert wird). Beides verdirbt den Charakter. Man sagt den Amerikanern nicht umsonst nach, bei denen ginge es immer nur ums Geschäft…

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