Hengameh Yaghoobifarah: „Ich bin fett und arrogant“

Hengameh Yaghoobifarah hat mal wieder einen interessanten Text geschrieben, diesmal zu Dickenfeindlichkeit und ihrem Bedauern, dass man sie nicht für arrogant hält:

Die hohe Anzahl an „OMG, ich werd nach Corona so fett sein“-Beiträgen auf Social Media ist ein Virus für sich. Selbst in Zeiten einer Pandemie scheint die größte Angst schlanker Menschen zu sein, fett zu werden. Für Menschen mit Essstörungen ist es beschissen, solche Postings zu sehen. Für dicke Leute sowieso, klar, offensichtlich ist mein Körper euer Albtraum. Ich würde die skinny Karens und Sörens dieser Welt gern fragen, was genau sie davon abhält, einfach zu Hause Sport zu machen und die Fresse zu halten, anstatt uns ihren belastenden Gedanken auszusetzen. Schließlich sagen sie doch selbst immer so gern: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Also heult mich bitte nicht voll.

Ich bekenne mich schuldig, ich fühle mich auch gerade zu dick. Es ist noch im Rahmen, aber irgendwie hat man sich in den Coronazeiten anders ernährt, schnell mal noch was vom Becker holen, die Restaurants waren ja zu, und es sind wieder ein paar Kilos zu viel.

In der Tat wäre ihr Körper (in männlich) ein ziemlicher Alptraum für mich, ebenso der Körper dicker Freunde, die ich habe, und überaus schätze als Mensch.

Das eine hat ja mit dem anderen nichts zu tun und schlank ist eben ein weltweites Schönheitsideal. 

Ich kann verstehen, dass das dicke Leute stört und würde jetzt sicherlich nicht vor dicken Freunden über die paar Kilos jammern, die ich zu viel habe. Aber den meisten Dicken ist ja bewusst, dass sie dünn besser aussehen würden.

Sobald eine dicke Person über etwas anderes als Gewichtsverlustvorhaben spricht, wollen schlanke Leute Scheindebatten über Gesundheit führen. Nicht mit mir. Sie können dazu Bücher lesen, zum Beispiel von Magda Albrecht, Virgie Tovar oder Friedrich Schorb. Oder schlanke Menschen wollen das Gespräch zu sich lenken und erzählen, dass auch sie schlimme Dinge erlebt haben. Das bestreite ich nicht, aber heute geht es um mich. Denn ich bin fett und arrogant. Ein Widerspruch in sich?

„Health at every size“ ist eine sehr peinliche Pseudowissenschaft, die so wenig haltbar ist wie Homöopathie oder Gesundbeten.  Aber in den sehr linken Kreisen darf man das natürlich nicht sagen. Das wäre ja Opferstatuseinschränkend.

Gier, Faulheit, Exzess, Dummheit, Ungepflegtheit – viele negativ konnotierte Attribute werden fetten Menschen zugeschrieben, Arroganz jedoch nie. Ganz so, als hätten fette Menschen den Blick von außen so sehr verinnerlicht, dass sie sich automatisch als minderwertig betrachten.

Das ist mal ganz interessant. Arroganz wäre ja:

Unter Hochmut (hebräisch גָּאוֹן ga’on; altgriechisch μεγαλοψυχία megalopsychia; lateinisch superbia), umgangssprachlich auch Anmaßung, Überheblichkeit und Arroganz genannt, versteht man seit der frühen Neuzeit den Habitus von Personen, die ihren eigenen Wert, ihren Rang oder ihre Fähigkeiten unrealistisch hoch einschätzen.

Ich kenne durchaus Dicke, eher Frauen, die sich maßlos überschätzen und in der Hinsicht arrogant sind. Vielleicht einfach, weil Frauen, auch dicke Frauen, immer noch relativ leicht Bestätigung bekommen.
Das man dennoch relativ selten Arroganz vorwirft liegt vielleicht daran, dass die unrealistische Einschätzung in dem Bereich zu offensichtlich ist.

Wenn ein kleiner schmächtiger in keiner Kampfsportart geschulter Kerl meinen würde einen Mike Tyson in jungen Jahren herauszufordern, dann würde man das wahrscheinlich weniger für Arroganz halten, sondern eher für Dummheit. Arroganz erfordert, dass man sich als zu hoch stehend einschätzt, aber es muss einem abgenommen werden, dass man wirklich glaubt besser zu sein. Das fällt schwer, wenn das so offensichtlich nicht der Fall ist. Arroganz funktioniert am besten, wenn zumindest ein kleiner Zweifel entsteht ob derjenige nicht noch einen Trick im Ärmel hat, einfach weil er so selbstbewußt geht. Es ist insofern auch schwer mit einer Opferhaltung vereinbar.

Rege ich mich über schlanke Leute auf, heißt es direkt: „Gerade von DIR hätte ich das nicht erwartet …“ Weil du denkst, dass ich mein Dicksein durch übermäßige Freundlichkeit, großzügige Empathie und scharfen Intellekt kompensieren muss?

Nein, eher weil man annehmen könnte, dass du jedem zugestehst, dass er den Körper hat, den er haben will und niemanden deswegen abwertest. Immerhin können ja auch schlanke Körper folge einer Essstörung sein um ihren obigen Einwand aufzugreifen. Für sie ist es aber vermutlich „Thin Privilege“.

Aber ein arroganter Mensch würde sich auch eben nicht über schlanke Leute aufregen müssen, weil er eben über ihnen steht.

Oder denkst du, fette Menschen seien die Letzten, die sich über Äußerlichkeiten anderer zu Wort melden dürfen, während schlanke Leute – auch linke, queere, feministische – oft am laufenden Band Dickenfeindlichkeit reproduzieren?

Zumindest jemand der „Health at every size“ unterstützt und sich auf entsprechende Bücher beruht sollte da zurückhaltend sein.

Aber auch hier wieder die Idee, dass sie folgenlos gegen Andere, Privilegierte, wettern darf, weil diese Dickenfeindlichkeit produzieren.

Diese Rechtfertigungen dafür, dass die eine Seite draufhauen darf, die andere aber nicht, finde ich immer interessant.
Die produzieren „Dickenfeindlichkeit“. Sie meldet sich zu Wort.

Die treten aus ihrer Sicht ja auch nach unten (was auch nicht zu einem arroganten Menschen passt), sie hingegen nach oben, was in der Hinsicht nur Verteidigung ist.

Und natürlich die gute alte Call Out Culture: „ihr nehmt meine Einschränkung nicht ernst genug, ihr feiert meinen Widerstand nicht hinreichend als heldenhafte Tat. Was fällt euch ein meinen Opferstatus zu ignorieren?“
Okay, dass ist schon wieder in diesem Kontext etwas arrogant. Sie hält sich als Dicke anscheinend für stark diskriminiert, vielleicht weil ihr „white passing“ nicht genug Opferstellung gab

Warum kann ich kein Arschloch sein?

Wer dick ist, ist ein minderbemitteltes Opfer, so die Annahme. Doch was, wenn dicke Personen in Wirklichkeit auf andere herabschauen? Etwa, weil schlanke Leute ihr Leben lang auf Genuss und Glück verzichten, weil sie meist vergeblich einem Versprechen von Lebensqualität hinterherjagen, das eigentlich nur eine Lüge der neoliberalen, kapitalistischen, dickenfeindlichen Gesellschaft ist?

Weil dünne natürlich immer noch das Leben genießen können. Vielleicht sind Top Models sehr eingeschränkt, aber ansonsten kann man natürlich gut essen und entweder Sport machen oder eine kalorienreichere Mahlzeit eben damit ausgleichen, dass man an anderen Tagen kalorienärmeres isst.

Ein Extrem gegenüber stellen wird eben zu leicht durchschaut. Superschlanke und Fette sind ja nicht der Großteil der Gesellschaft. Normalschlanke und mittelgewichtige sind immer noch nicht fett.

Hübschen schlanken Frauen unterstellt man häufig Arroganz, ohne jemals mit ihnen gesprochen zu haben. Warum unterstellt man es mir nicht? Warum könnte ich nicht auch ein Arschloch sein?

Du bist ein Arschloch, liege Hengameh, in sehr vieler Hinsicht. Nur kauft man dir eben nicht ab, dass du in Hinblick auf körperliche Schönheit auf Leute herunterblickst.

Hübsche schlanke Frauen hält man leicht für arrogant, weil sie es teilweise sein müssen. Eine „ich spreche nicht mit jedem, lass mich in Ruhe, du störst“-Ausstrahlung kann eben viel Zeit sparen, weil sehr viele Leute etwas von ihr wollen.

Bezeichne ich mich selbst als fett, dauert es keine zwei Sekunden, bis jemand einwirft, ich sei doch hübsch. Bitch, das weiß ich und ich habe nie Gegenteiliges behauptet.

Und das du das weißt, dass nimmt man dir eben nicht ab. Das du es glauben willst vielleicht. Das du gerne hättest, dass es so wäre sicherlich auch. Aber nicht, dass du wirklich glaubst, dass andere dich hübsch finden und dein äußeres als besonders attraktiv wahrnehmen und du deswegen über den Leuten stehst. Das alle dich wollen, wegen deines hervorragenden Körpers. Das du Arroganz zum Schutz einsetzen musst, damit Leute abgeschreckt sind, etwa zu probieren.

Was genau an mir lässt dich glauben, ich sei bescheiden oder nicht selbstbewusst?

In Bezug auf deinen Körper? Deine offensichtliche Unattraktivität. Und das du merkst, dass Leute, dich nicht als schön wahrnehmen und verstehst, dass sie dicke nicht attraktiv finden. Du weißt, dass du in dieser Hinsicht nicht besser bist. Vielleicht denkst du, dass du wegen deiner „Wokeheit“ besser bist und bist in der Hinsicht arrogant. Aber du weißt, dass viele Leute dich hässlich finden.

Schlanke Menschen projizieren ihre Filme auf mich, als wäre ich eine Leinwand, aber ihr RTL können sie woanders spielen gehen.

Das du deinen Schreibstil und diesen Dis überschätzt und in der Hinsicht arrogant bist würde ich sogar glauben.

vgl.

84 Gedanken zu “Hengameh Yaghoobifarah: „Ich bin fett und arrogant“

    • Das erinnert mich an die Übungen, die mir helfen sollen, mir selbst einen Orgasmus vorzutäuschen.
      Was fällt einem noch dazu ein … tötet es, bevor es Eier legt? 😉

  1. Für Menschen mit Essstörungen ist es beschissen, solche Postings zu sehen. Für dicke Leute sowieso…

    Wieso weiß sie eigentlich so genau, wie es allen Dicken geht?

    Ich würde die skinny Karens und Sörens dieser Welt gern fragen, was genau sie davon abhält, einfach zu Hause Sport zu machen und die Fresse zu halten, anstatt uns ihren belastenden Gedanken auszusetzen.

    Gegenfrage: Was genau hält dich eigentlich davon ab, einfach zu Hause zu fredsen und die Fresse zu halten…?

  2. „Bezeichne ich mich selbst als fett, dauert es keine zwei Sekunden, bis jemand einwirft, ich sei doch hübsch“

    Der schönste Satz im ganzen Artikel. „Hört! Ich sage euch, es gibt Leute, die finden mich hübsch!! Warum nicht ALLE?!?“

  3. Vielleicht sollte diese dicke Frau einfach mal ihre Privilegien checken. Dicke sind in Deutschland nämlich die Mehrheit und da nach der SJW-Ideologie nur die Mehrheit überhaupt diskriminieren kann und die Minderheit immer das Opfer ist…
    Der große Schwachsinn von Dicken ist üblicherweise zu glauben, dass Schlankheit ein Geschenk Gottes ist. Leider ist es so, dass es für viele jeden Tag ein neuer Kampf ist nicht fett zu werden. Es ist ein permanenter Krieg gegen seine eigene Lust, gerade in einer Gesellschaft die so viele Möglichkeiten fett zu werden bietet wie diese. Wenn man sich die Märchen vom Schlaraffenland anguckt, muss man zu dem Schluss kommen, dass diese Gesellschaft dieses Märchen weit übertroffen hat..Im Prinzip ist Übergewicht daher der direkte Beweis, dass die entsprechende Person zu wenig Willenskraft besitzt.

    • „Vielleicht sollte diese dicke Frau einfach mal ihre Privilegien checken. Dicke sind in Deutschland nämlich die Mehrheit und da nach der SJW-Ideologie nur die Mehrheit überhaupt diskriminieren kann“

      Die, die die Macht haben, können diskriminieren.

    • Immerhin scheint Gott es manchen Menschen aber leichter zu machen, schlank zu bleiben.
      Mal ist es die Darmflora mit bestimmten Bakterien, dann allgemein ein Gen, das jemanden zu einem besseren Futterverwerter macht. Und letztens ging es um irgendein Enzym oder irgendwas, das manche Menschen haben oder bilden und das man jetzt versucht, künstlich zu erzeugen.

      Tatsache dürfte trotz allem sein, dass die meisten dicken Menschen einfach zu viel essen und sich zu wenig bewegen. Bei einer Tussi wie oben ist aber sehr wahrscheinlich das Patriarchat schuld.

      • „Mal ist es die Darmflora mit bestimmten Bakterien, dann allgemein ein Gen, das jemanden zu einem besseren Futterverwerter macht. Und letztens ging es um irgendein Enzym oder irgendwas, das manche Menschen haben oder bilden und das man jetzt versucht, künstlich zu erzeugen.“
        Egal ob Gen oder Mikrobiom, es ist und bleibt ein ewiger Kampf. Ich komme jeden Morgen auf dem Weg zur Arbeit an mindestens 50 Fressbuden vorbei, das hat es vor 100 Jahren nicht gegeben. Hier liegt das eigentliche Problem, Essen ist einfach viel zu verfügbar. Solange das so bleibt werden die Leute immer fetter und es bleibt ein Kampf gegen sich selbst. Allerdings, zumindest sehe ich das so, finde ich das auch nicht schlecht. Man sieht gleich wer Willensschwach ist.

        • „Man sieht gleich wer Willensschwach ist.“

          Ich würde es nicht nur Willensschwäche nennen. Es ist auch schlicht Dummheit und fehlende Eigenverantwortung. Vielen Menschen fehlt einfach das Wissen über die Funktionsweise ihres eigenen Körpers, obwohl es grade mit Youtube mega einfach ist, sich das Wissen anzueignen. Hinzu kommt, dass viele Menschen kein Bewusstsein für ihren eigenen Körper haben, obwohl er das einzige ist, was sie am Leben hält. Außerdem sind Eltern den Kindern heutzutage diesbezüglich auch kein Vorbild mehr.

          • „obwohl es grade mit Youtube mega einfach ist, sich das Wissen anzueignen.“

            Bei YouTube habe ich mir das „Wissen“ angeeignet, dass die Ölindustrie Flugzeuge verhindert, die nur mit Luft als Treibstoff fliegen.

          • @Adrian
            +“Bei YouTube habe ich mir das „Wissen“ angeeignet, dass die Ölindustrie Flugzeuge verhindert, die nur mit Luft als Treibstoff fliegen.“
            Mag sein, dass du auf so etwas kommst wenn du dir ein einziges Video anguckst. Aber wenn du beginnst dich mit dem Thema zu beschäftigen, das Thema von mehreren Seiten zu beleuchten und auch mal Bücher liest (scheint ja kaum einer mehr zu machen), dann kommst du schnell den Ursachen auf den Grund. Aber das ist natürlich Arbeit. Herumjammern hingegen ist billig, einfach und bringt einem noch den linken Opferbonus ein. Warum sollte man sich also anstrengen?

          • Beim Thema dick und dünn gibt es nicht viel zu wissen. Dick wird der, der mehr Kalorien aufnimmt, als er verbraucht. Dünn wird der, der weniger Kalorien aufnimmt, als er verbraucht.

          • @Anne

            „Nicht notwendigerweise.
            Bei schlechten Futterverwertern wird der Überschuss einfach wieder ausgeschieden.“

            Dann eben so:
            Wer dick ist, hat mehr Kalorien aufgenommen, als sein Körper verarbeiten kann.

          • @Adrian:

            Das ist natürlich ein Extrembeispiel und solche Menschen sind dann halt einfach dumm. Eine gewisse Grundintelligenz sollte man schon besitzen. Leider ist Intelligenz heute kein Selektionsvorteil mehr.

      • Die, die „von Natur aus“ schlank sind, auf Grund irgendwelcher Begünstigungen im Darm oder Stoffwechseln, sind in der Anzahl prozentual genauso niedrig, wie die Dicken, die auf Grund einer Erkrankung zu Fettleibigkeit neigen.
        Die meisten Schlanken müssen ebenso auf ihre Kalorien achten und sich entsprechend bewegen um nicht dick zu werden – das ist anstrengend, aufwendig und wie @PfefferundSalz sagt: ein täglicher Kampf.
        Die Arroganz von Hengameh Yaghoobifarah steckt in der Annahme, dass sie von der „Natur“ benachteiligt wurde und alle Schlanken klar im Vorteil einer genetischen Begünstigung sind. Ihre Arroganz ist nur ein Mittel, um nicht selbstreflektierend sich die Tatsache vor Augen führen zu müssen, dass sie wohl doch zu denen gehört, die an ihrem dicken Körper selbst Schuld sind.

  4. Etwa, weil schlanke Leute ihr Leben lang auf Genuss und Glück verzichten, weil sie meist vergeblich einem Versprechen von Lebensqualität hinterherjagen, das eigentlich nur eine Lüge der neoliberalen, kapitalistischen, dickenfeindlichen Gesellschaft ist?

    Wie kommt man auf so einen Schwachsinn?
    Selbst wenn der eigene Stoffwechsel natürliche Schlankheit nicht (mehr) unterstützt, kann man seine Ernährungsgewohnheiten dem Wirkungsgrad seiner Nahrungsverwertung anpassen, und schlicht und einfach nicht mehr essen, als der Organismus wirklich braucht. Von nix kommt nix.
    Das hat überhaupt nichts mit Verzicht oder Einschränkungen zu tun.

    Aber auf schlanken Personen darf man ja rumhacken, ist ja nur zu deren eigenem Wohl.

      • Das Hedonismus heute quasi durchgehend als „Trivialhedonismus“ betrieben und der etwas weitsichtigere Blickwinkel eines Epikur nicht mehr eingenommen wird, ist mir auch schon häufiger aufgefallen. Dass dies gerade von „Gebildeten“ so gehandhabt wird, entbehrt nicht einer gewissen Ironie.

          • Ich glaube, wir müssen das nicht auf „Feministen“ einschränken. Trivialhedonismus ist eine Grundhaltung, die sich deutlich häufiger in der aktuellen Gesellschaft findet, als Feminismus.

      • Welche „synthetischen Süßigkeiten“ denn?
        Kristallzucker (Saccharose) wird meist aus Zuckerrohr oder Zuckerrüben hergestellt, und ist genauso Natur wie z.B. Glucose, Fructose, Lactose oder Maltose.
        Künstlich dagegen sind Süßstoffe, die nur einen sehr geringen Brennwert haben.

        • Ja richtig, die Zuckerarten, die du aufzählst, sind natürlich.
          Aber ich glaube er meint statt synthethisch eher „raffiniert “ bzw. „hergestellt.

          Das ganz grosse Problem ist:
          Der Mensch (oder eigentlich alle Säugetiere) haben kein vernünftiges Sättigungsgefühl bei Lebensmitteln, die eine Kombination von Fett und (schnellen) Kohlehydraten sind – diese Kombination gibts in der Natur nämlich nicht. Wer ein anderweitiges Beispiel kennt immer her damit.

          Auch wenn Zuckerrohr sehr gut schmeckt (Rüben habe ich nie probiert), wird man da nach relativ schneller Zeit keine Lust mehr haben weiter zu essen. Das gleiche bei den Süssigkeiten der Natur (aka Obst oder Gemüse wie Wassermelonen) – ich liebe Himbeeren, aber mehr wie 500 Gramm ess ich nie. Mascarpone würd ich pur vielleicht 100gr essen bevor ich kein Bock mehr habe
          Kombiniert man aber Fett+Zucker etwa in der Form eines Himbeer-Tiramisu, so kann man wesentlich mehr davon essen als die Einzelkomponenten in Summe.

          • Ach so.
            Aber ich glaube, dass es da sehr unterschiedliche Geschmacksvorlieben gibt.
            Einer schafft mit Limonaden, Energydrinks und Bier (zusätzlich zum normalen Essen) eine übermäßige Energiezufuhr. Ein anderer isst vorzugsweise fettreiche Speisen wie Schweinebraten oder Pommes Frites. Ein dritter bevorzugt tatsächlich Süßes wie Schokolade, Eiskrem, Kuchen (zu denen gehöre ich). Der nächste isst alles durcheinander, Hauptsache viel.
            Im Endeffekt kommt es dennoch auf den Gesamtbrennwert der Nahrung an. Wenn man nur trockenes Brot isst, stellt sich das Sättigungsgefühl freilich bei geringerer Energiezufuhr ein, als wenn man hochkalorische Nahrungsmittel zu sich nimmt.
            Besonders verlockend (zumindest geht’s mir so) ist es, wenn es eine vielfältige Auswahl (wie bei einem All-you-can-eat-Buffet) gibt. Dann will ich dieses noch probieren, und jenes auch, so dass ich schließlich weit über meinen eigentlichen Hunger hinaus gegessen habe.
            Kann man gelegentlich machen, aber halt besser nicht zu oft.

          • Ja natürlich gibt es ganz unterschiedliche Vorlieben, aber wie gesagt diese Kombi aus Fett+KH steckt in schon in sehr vielen Dingen, die sehr viele Menschen mögen. Auch das meiste was du aufgezählt hast, besteht aus eben dieser Kombi:
            – Schweinebraten mit Kloss (gut da ist der Kloss die KH Beilage, aber nehmen wir halt das Schnitzel als besseres Beispiel)
            – frittierte Pommes
            – Schokolade
            – Eis
            – Kuchen

            „Im Endeffekt kommt es dennoch auf den Gesamtbrennwert der Nahrung an“
            Ja ganz genau – es ist sogar schon fast scheiss egal, was man isst, die Kalorienbilanz ist der deterministische Faktor über zu- und abnehmen.
            Allerdings strebt der Körper auch immer eine gewisses Gleichgewicht an – ich bin ein sehr sportlicher Mensch und komme trotz der Phasen des Verfettens (als Pumper lebt man ja teils über und teils unterkalorisch) wieder recht schnell auf mein Durchschnittsgewicht runter, so dass ich schon glaube, dass man den Körper ans Fett, muskulös oder meinetwegen schlank gewöhnen kann, so dass man sich auch mal temporäre Ausrutscher leisten kann.

            Ein anderes Thema sind Kalorien in Getränken – die nimmt man auch kaum als solche wahr. Wer hungrig ist, kann 5 Liter Cola trinken und hat danach wohl immer noch Hunger…

          • „diese Kombination gibts in der Natur nämlich nicht.“

            Muttermilch soll das einzige Nahrungsmittel sein, auf das die Kombination süß und fettig zutrifft.

            Was Anne sagt, ist wohl auch gut belegt: Durch Essen schwindet nur der Appetit (zu unterscheiden von Hunger) auf die Art Speisen, die man bereits gegessen hat. Gibt es eine reichhaltige Auswahl, neigt man dazu, sich zu überfressen.

      • Im Gegenteil, Süßigkeiten in sich reinzustopfen ist evolutionär zu erwarten. Zucker ist unsere Lebensenergie, der pure Stoff, und nicht nur für uns sondern für fast alle Lebewesen. Da wir in einer permanenten Mangelsituation evolviert sind, haben wir den Trieb evolviert, bei Zucker (und auch bei Fett) hemmungslos zuzuschlagen, wenn wir sie kriegen können. Übrigens auch Milch – die ja die Evolution als „Idealernährung“ für neugeborene Säugetiere entwickelt hat – ist praktisch eine reine Zucker-Fett-Emulsion, und das hat seinen guten Grund.

        Blöderweise hat dieser Zucker-Jieper keinen Aus-Schalter evolviert, weil der evolutionär nicht nötig war. Das fällt uns jetzt auf die Füße: Wir leben in einer Situation, wo erstmals Zucker und Fett und defacto unbegrenzter Menge verfügbar sind, und wer sich da nicht im Zaum hat nimmt zuviel zu sich. Schokolade ist zB der Ideal-Auslöser dieses Triebs.

        Deswegen sind seit ca. 100 Jahren Menschen mit gering ausgeprägtem oder sogar gar keinem Süßschnabel evolutionär im Vorteil. Aber noch gibt es die anderen 🙂

        • Ich widerspreche dir ja gar nicht: Absolut evolutionär sinnvoll (und ja Milch ist wohl eine der wenigen KH/Fett Kombis natürlichen Ursprungs), aber in der heutigen Gesellschaft wird man durch dieses ehemals sinnvolle Programm halt tendenziell fetter, weils diese Kombi im übermass gibt, den Schalter aber nicht.

          • Süßigkeiten sind keine Erfindung der Neuzeit, es gibt sie seit dem Altertum; damals basierend auf Honig, seit der Entdeckung Amerikas basierend auf Rohrzucker. Auch scheinbar „neumodische“ Leckereien wie Nutella sind nicht neu. Das Produkt ist praktisch identisch zu (dunklem) Nougat, der vor 200 Jahren erfunden wurde. Es waren aber früher Luxusartikel. „Neu“ ist nur, dass die Wohlstandsgesellschaft sie allen Menschen zur Verfügung stellt.

    • Besonders schön finde ich auch den „dickenfeindlichen Kapitalisten“ 😀
      Ohne Frage wird es Unternehmer geben, die ihrer Cashcow gegenüber feindlich gestimmt sind, mehrheitsfähig wird das aber wohl nicht sein.

  5. Auch hier kann man(n) wieder etwas von einer Feministin lernen: Denn auch sie hat im Wesentlichen nicht verstanden, dass sie eine Frau ist und für Frauen die Methoden der Männer nicht funktionieren. Als Mann kann man problemlos körperliche Defizite mit Arroganz kompensieren. Denn für die Attraktivität von Männern für Frauen ist das Selbstbewusstsein wichtiger als die körperlichen Merkmale. Für sie als Frau funktioniert das allerdings natürlich überhaupt nicht – außer vielleicht in ihrer Einbildung.

  6. „Health at every size“

    Ich habe diesbezüglich noch nichts darüber gelesen. Aber bedeutet es auch, dass stark anorektische Frauen (bei dem Thema Essstörungen können ja nur um Frauen betroffen sein) „healthy“ sein können?

  7. Hm… ist das sowas wie Selbsterkenntnis bei Fettie, also, dass sie nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich hässlich ist? Oder denkt die immer noch, dass „Gier, Faulheit, Exzess, Dummheit, Ungepflegtheit“ nicht auf sie zutreffen?!

  8. Ich kenne viele übergewichtige Frauen die ihr Übergewicht mit einer lauten, selbstbewussten Art kompensieren (zumindestens nach außen hin).
    Also so ähnlich wie Bühnenfiguren a la Cindy aus Marzahn oder Hella von Sinnen.

    Bei mir als Mann hat das Übergewicht immer massiv negativ auf das Selbstbewusstsein geschlagen und mich runtergezogen, worauf ich mit mehr Essen reagiert habe.

    Der beliebte feministische Mythos das Männer, von Natur aus mit unendlichem Selbstbewusstsein ausgestattet, sich nicht um körperliche Mängel bei sich selber scheren würden stimmt natürlich nicht. Genauso wenig stimmt es dass Frauen über solche Mängel wie Übergewicht bei Männern hinweg sehen würden (Umgekehrt vielleicht noch schlimmer).

  9. „Health at every size“ ist eine sehr peinliche Pseudowissenschaft, die so wenig haltbar ist wie Homöopathie oder Gesundbeten. Aber in den sehr linken Kreisen darf man das natürlich nicht sagen. Das wäre ja Opferstatuseinschränkend.

    Jetzt komm mal von deinem „Mein Kampf – gegen links“ runter. Wie wäre es mal, wenn du dir einer von den allerdümmsten Rechten aussuchst und seine Ergüsse hier zur Diskussion stellst?

      • Die Konservativen, vor allem Anhänger der CSU und AfD verbreiten jede Menge von dem Feminismus 1.0, wo der Mann sich gefälligst totzuarbeiten hat und, wenn er dazu zu doof war, sich in diversen Kriegen verheizen lassen soll. In meinen Augen unterscheiden sich die Rechten und Linken kaum im Kampf gegen uns Männer. Das ist eine Einheitsfront die nur in Feinheiten voneinander unterscheidet. Die Rechten wollen, dass die Männer die Frauen direkt bezahlen und die Linken wollen, dass die Männer den Staat bezahlen damit dieser die Frauen bezahlt. Liegt daran, dass bei den Linken noch einige Staatsparasiten zusätzlich durchgefüttert werden sollen.

        • Da stimme ich dir zwar zu, aber pjotrs Aufforderung war ja, konkrete rechte Artikel auseinander zu nehmen, die auf absurden, nicht-funktionierenden Annahmen basieren.

          …und… Das Konzept, dass der Mann für Ressourcen und die Frau für Familie sorgt, funktioniert nachgewiesenermaßen.
          Ob ein Mann das Konzept im einzelnen gut findet oder ob es bessere Alternativen gibt, ändert daran erst mal nichts.

          Feminismus hingegen funktioniert nicht.

          • „…und… Das Konzept, dass der Mann für Ressourcen und die Frau für Familie sorgt, funktioniert nachgewiesenermaßen.“
            Funktionieren? Was funktioniert denn da? Das Einzige was funktioniert ist, dass sich Frauen ein entspanntes Leben auf Kosten der Männer machen können. Ansonsten funktioniert da gar nix. Und das hat absolut gar nichts mit dem Feminismus zu tun.

            „Ob ein Mann das Konzept im einzelnen gut findet oder ob es bessere Alternativen gibt, ändert daran erst mal nichts.“
            Deswegen muss jeder seine eigenen Entscheidungen treffen was sein Leben betrifft. Die Meisten wollen gerne die Diener der Frau sein und ein paar Andere halt nicht. Aber je mehr das nicht mehr wollen, desto eher ändert sich die Gesellschaft, egal ob Frauen oder ihre konservativen Verbündeten das gut finden.

          • „Funktionieren? Was funktioniert denn da?“

            Vatersicherheit, Arbeitsteilung, Kinder mit zwei Eltern, (emotionale) Stabilität…
            Und: Eine Gesellschaft, in der alle oder viele diesem Modell folgen, würde nicht deswegen dem Untergang geweiht sein.

            Das sind handfeste Kriterien für „funktionieren“.

            Dein Modell funktioniert nicht im Big Picture, nur für dich selbst.

          • @PfefferundSalz:
            Natürlich funktioniert das Konzept 1Mann,1Frau als (Ehe)paar, lässt sich auch wunderbar mit Hilfe der Austauschtheorie nach Peter Blau erklären. Frau hat als Resource Sex anzubieten und der Mann Sicherheit und Versorgung für den Nachwuchs. Das Konzept ist sogar so erfolgreich, dass es weltweit zu finden ist. Das Konzept 1Mann,n Frauen funktioniert auch (und ist wahrscheinlich auch das „natürlichere“), jedoch sind diese Gesellschaften stärker durch Gewalt geprägt als das 1:1 Modell.

            Für den einzelnen persönlich mag das 1:nix Konzept am besten sein, aber gesellschaftlich funktioniert es definitiv.

            „Die Meisten wollen gerne die Diener der Frau sein und ein paar Andere halt nicht. Aber je mehr das nicht mehr wollen, desto eher ändert sich die Gesellschaft, egal ob Frauen oder ihre konservativen Verbündeten das gut finden.“
            Das finde ich auch relativ spannend – obs wirklich eine echte Entwicklung in diese Richtung gibt? Ich unterstelle jetzt einfach mal, dass der Grossteil der Menschen einen festen Partner sucht und „an die Liebe glaubt“, so dass ich das für eher unwahrscheinlich halte, aber vielleicht erleben wir es ja trotzdem noch? Die steigende Anzahl der Singles scheint das ja zu suggerieren.

          • „Die steigende Anzahl der Singles scheint das ja zu suggerieren.“

            Ein wild spekuliertes Gebiet.

            Meine These: Die meisten Männer sind nur bis etwa 25-30 so unerfahren und haben so schlechte Karten im Beziehungsspiel, dass sie sich auf eine Ehe mit einer sub-par Frau einlassen. Sobald sie erste Erfahrungen haben, sich ihr Marktwert verbessert und – nicht zuletzt – sie anfangen, mehr mit dem großen als dem kleinen Kopf zu denken, werden sie zurückhaltender.

            Hinzu kommt, dass Frauen mit 30 noch lange nicht ihre Ansprüche gesenkt haben und also immer noch 80% der Männer für unterdurchschnittlich attraktiv halten.

            Disclaimer: …nicht alle… jada jada jada (dass das selbst in diesem Forum immer noch extra erwähnt werden muss)

            tl;dr: Mit Anfang 20 wollen die meisten Frauen nicht, mit Anfang 30 würden sie wollen, aber nur mit den besten Männern und die wollen nicht mehr.

            Würde mich nicht wundern, wenn das einen Großteil des Singlewachstums erklären würde.

          • @OnlyMe:
            Meine These: Die meisten Männer sind nur bis etwa 25-30 so unerfahren und haben so schlechte Karten im Beziehungsspiel, dass sie sich auf eine Ehe mit einer sub-par Frau einlassen.

            Ja diese These hört man oft, aber so ganz glaube ich – wenn ich in meinen erweiternen Bekanntenkreis aus Freunden, Schule, Uni, Arbeit etc. schaue – auch nicht dran. Da gabs ausserordentlich wenige Männer, die mit 30 noch so richtig unerfahren waren. Ausserdem gibts ja auch auf weiblicher Seite ne Menge Ladenhüter – besonders wenn die Jugend langsam verblasst.

            Natürlich sind Frauen in der Partnerwahl selektiver und ich stimme dir auch zu, dass Männer in Kurzzeitbeziehungen („Fette sind dankbar und strengen sich im Bett an“ „Dumm fickt gut“) auch wirklich gerne mal sub-par Frauen nehmen. Aber ich denke nicht, dass das bei Langzeitbeziehungen genauso ist.

          • Missverständnis, nehme ich an…

            Ein 30-jähriger wird mit wesentlich mehr Verstand in eine Ehe gehen als ein 20-jähriger, der spitz ist, wenig Erfahrung hat und sein ganzes Leben lang gehört hat, dass ALLEN Frauen die Sonne aus dem Hintern scheint.

            Vor allem die Top 20% der Single-Männer, auf die es die meisten der immer-noch-single Frauen abgesehen haben, sind zurückhaltender, als sie 10 Jahre vorher noch gewesen wären.

  10. „Ich würde die skinny Karens und Sörens dieser Welt gern fragen, was genau sie davon abhält, einfach zu Hause Sport zu machen und die Fresse zu halten, anstatt uns ihren belastenden Gedanken auszusetzen“

    Hey, dasselbe fragen sich Karen, Sören und ich auch in Bezug auf Hengameh 🤷‍♂️

    • Das muss etwas modifiziert werden bezüglich Yengahmoh … aahm Yengafaroh Yogi fa … also bei der Dicken da.
      „Ich würde die fetten Yogis dieser Welt gerne fragen, was genau sie davon abhält, sich zu Hause den Wanst vollzufressen und die Fresse zu halten, anstatt uns mit ihren Gedanken zu belästigen.

  11. Im wesentlichen ist das genetische Glückssache, ob man dick wird oder nicht, aber das heißt ja nicht, dass man das einfach so hinnehmen muss. Dicke sterben früher und sind häufiger krank, meine Beobachtung nach zumindest, deshalb sollte die guten Hengameh mal was für ihre Figur tun, sonst liegt sie mit 60 auf der Nase.

    • „Im wesentlichen ist das genetische Glückssache, ob man dick wird oder nicht,…“

      Kompletter Unsinn. Es gibt wohl genetische Vor- oder Nachteile, aber deren Auswirkung liegt in einem kcal-Bereich, der locker zu kompensieren ist.
      Jedes Pfund kommt durch den Mund!

  12. Daß Christian jemanden als „Arschloch“ betitelt, erlebt ich zum erstenmal. 😉

    Hat schon jemand ihren Sammelband „Eure Heimat ist unser Albtraum“ gelesen?
    Meines Wissens beklagen sich darin halb prominente Migrantenkinder mit Identitaetsneurose darüber, wie grässlich rassistisch D. doch ist, dieselben Leute, die nie wegziehen würden, da sie anderswo kein zahlendes Publikum fuer ihr Opfergeningel hätten.

    • Daß Christian jemanden als „Arschloch“ betitelt, erlebt ich zum erstenmal. 😉
      Stympt
      Nachdem spektakulaeren Antifa Definitionsrodeo mit Lolek & Bolek gestern
      ist das Hengameh mein zweiter Crush dieser Woche.
      Grossen Dank & Respekt @Christian Ehrenmann
      das Lolek & Bolek noch kein Tapezierverbot hier haben zeugt von wahrhaftigt
      gelebter Toleranz.
      Ich machte vor einem Jahr die Erfahrung das Hengameh samt Partnerin und Hund auf einem Spaziergang in Berlin zu erleben.
      Wenn eins sicher ist dann die Selbstauskunft Fett und arrogant zu sein.
      Sollte es hier von Interesse sein bin ich bereit mein Erlebnis hier zu teilen
      Gruss Sense

  13. Als stramme Linke müsste Hengameh doch für streng staatlich kontrollierte Kalorienabgabe bzw. Kalorienzunahme sein.

    Seit Corona wissen streng marschierende Linke doch, dass der Staat nicht mehr tatenlos zusehen darf, wenn Bürgergefährdungen denkbar erscheinen. Bei Corona liegt es ja auch nicht mehr in dem Verantwortungsbereich der etwaig gefährdeten Personen, frei eigenverantwortlich selber zu entscheiden, wie er sich zu schützen versucht bzw. welche Lebensrisiken er einzugehen bereit ist. Es werden stattdessen vorsorglich alle als potentielle Gefährder betrachtet, so dass das Leben aller staatlich reguliert werden muss.

    Übergewicht bzw. die Folgeerkrankungen sind angeblich die zweithäufigste Todesursache in Deutschland und belasten zudem die Allgemeinheit auch über die sozialen Sicherungssysteme massiv. Für einen ideologisch verblendeten Linken muss das unerträglich sein, dass der Staat da nicht schon lange massiv die Freiheiten der Bürger reguliert und das Leben vieler Menschen beschützt. Wie asozial ist das bitte, dass der Staat den kapitalraffgierigen Supermärkten erlaubt, völlig verantwortungslos Kalorien auch noch an ersichtlich fette Menschen zu verkaufen und deren Lebensgefährdungen zu erhöhen. Der derzeitige unregulierte freie Nahrungsmittelverkauf ist doch einfach nur noch asozial und verantwortungslos.

    Auch die Fetten müssen ersichtlich vom Staat vor sich selber beschützt werden, da freiwillige Selbstkontrolle ersichtlich nicht funktioniert und gescheitert ist. Viele fette Menschen sind nicht einmal in der Lage, das Problem zu erkennen und wie asozial sie mit ihren ganzen Fettheitsfolgeerkrankungen die Gesundheitssysteme bzw. die Allgemeinheit belasten. Ein Staat, der den Gesundheitsauftrag wie bei Corona ernst nimmt, kann daher nur noch staatlich kontrollierte und rationierte Kalorienzufuhren erlauben bzw. wer die staatliche Kontrolle nicht nachweist, sollte vom allgemeinen Leben ausgeschlossen werden.

    Fette Menschen, die auch noch öffentlich ihr asoziales Verhalten ausleben, sind wirklich das Letzte. Das ist ja fast so asozial wie ein Corona-Kranker, der stolz darauf ist, ohne Schutzmaßnahmen andere zu gefährden.

    • In Zustimmung zu Deinen Ausführungen möchte ich (ironisch) korrigieren:

      statt:
      „Auch die Fetten müssen ersichtlich vom Staat vor sich selber beschützt werden, da freiwillige Selbstkontrolle ersichtlich nicht funktioniert und gescheitert ist. Viele fette Menschen sind nicht einmal in der Lage, das Problem zu erkennen und wie asozial sie mit ihren ganzen Fettheitsfolgeerkrankungen die Gesundheitssysteme bzw. die Allgemeinheit belasten.“,

      bitte ich Dich zu berücksichtigen:
      Wie konntest Du nur das VERURSACHERPRINZIP so weit außer acht lassen, und die Gesellschaft im allgemeinen, und das Patriarchat im besonderen von seiner zweifelsfreien Verantwortung implizit freispechen, indem Du so etwas weltfremdes wie fehlende EIGENVERANTWORTUNG beklagst?!
      Wer trägt denn schließlich die Schuld dafür, daß die Freiwillige Selbst-Kontrolle (FSK) bei den Ernährungsgewohnheiten gerade von ausgesprochen empathisch-hochsensiblen Frauen so „außer Rand und Band“ geraten ist?!

  14. Die schnellste ist sie auch nicht gerade, ich hatte schon am 25.3. einen Coronabauch.

    Da lagen die Ostermarzipaneier wie Blei in den Regalen und wurden allgemein als Notreserve bei der Quarantäne unterschätzt. Inzwischen ist die Marzipansaison ja vorbei aber die Eiscremes drängen sich allenthalben ins Bewusstsein. Schoko, Vanille, Banane – don’t get me started.

    … während schlanke Leute – auch linke, queere, feministische – oft am laufenden Band Dickenfeindlichkeit reproduzieren?

    Die traurige Tatsache ist: Schlanke Menschen sind latent sozialdarwinistisch und rechtsextrem, cis-normativ bis zu den Spitzen ihrer primären und sekundären Geschlechtsmerkmale und frauenfeindlich. Eine 100kg-Frau nicht zu mögen ist, nach Eva Riese, doppelt so frauenfeindlich als eine 50kg-Frau nicht zu mögen.

  15. Ich habe kaum n0ch einmal einen derart niedergeschlagenen Menschen gesehen, wie jenen befreundeten Hausarzt, der in diesem Zustand zu spät zum gemeinsamen Bier kam, weil seine Praxis länger dauerte. Darauf angesprochen explodierte er fast und meinte sein meistgehasster Satz sei: ‚Herr Doktor, Sie können sich gar nicht vorstellen wie wenig ich esse‘, wenn ihn die vielfältig Erkrankte zweieinhalb-zentrige 30 Jährige von sich flötet, während der Stuhl in welchem sie ihm gegenüber hockt schon fast alle viere von sich streckt..
    Nur was man reintut ist drin und zum Schluss auch dran!
    Und wenn ich ab und an mit meiner Frau in einem Café sitze und eine der oben angesprochenen Damen knallt sich am Nachbartisch in einen erbärmlich knarrenden Stuhl bauchfrei und mit die hängenden Ungeheuer nicht mehr bändigenden Top, nach Schweiß riechend und den größten Eisbecher samt Schokoshake bestellend, dann empfinde ich dies als grundsätzliche und insbesondere ästhetische Belästigung der Sonderklasse und eine vorsätzliche Attacke auf unsere solidarischen Krankenkassen!

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