Ist Feminismus überholt?

Die 13 Jährige Olivia hat in Rahmen eines Projekts einen Artikel zu der Frage geschrieben, ob Feminismus überholt ist.

Und weil er so schön die gängigen Wege geht, die man auch anderweitig findet, lohnt es sich den Artikel anzuschauen:

Sexismus gibt es laut vielen Feministen und Feministinnen immer noch, und er ist häufig in unserem Alltag zu finden. Ein Mädchen namens Carla im Alter von 14 Jahren aus dem Umkreis von Flensburg erlebt Sexismus auch in ihrem Alltag in der Schule. Zum Beispiel meinte ihr Lehrer letztens: „Ich brauche einmal ein paar starke Jungs für den Beamer.“ Darauf hat Carla ihn angesprochen, denn wieso soll es denn nur starke Jungs ge-ben?! Und die Mädchen ihrer Klasse haben den Beamer dann auch wieder weggebracht.

Da wird man unproblematisch mitgehen. Allerdings ist es eben auch gleichzeitig:

  1. War, das Männer stärker sind (auch wenn man es für einen Beamer nicht braucht
  2. Sexismus nicht nur gegen die Mädchen, sondern eben auch gegen die Jungs, die mit der Hervorhebung besonders stark zu sein zu arbeiten verdonnert werden

Feminismus ist laut Duden ,,Eine Frauenbewegung, die von den Bedürfnissen der Frau ausgehend eine grundlegende Veränderung der gesellschaftlichen Normen (z.B. traditionelle Rollen-verteilung) und der patriarchalischen Kultur anstrebt.“ Doch inzwischen gibt es auch männliche Feministen, welche zusammen mit den Frauen gegen Ungerechtigkeiten gegenüber Männern und Frauen (Sexismus) kämpfen.

Nur das es eben keine patriarchale Kultur gibt und gerade der moderne Feminismus damit keineswegs erfasst ist. Es ist eine Definition, die sehr sehr vage ist und damit weniger Angriffsfläche bietet als der moderne Feminismus.

Im Alltag begegnet vielen Jugendlichen ebenfalls Sexismus, wenn das Klischee aufkommt: Jungs seien cool, wenn sie gefühllos, beleidigend und ignorant sind und Mädchen sollten niedlich, dankbar und glücklich sein. So bekommen Mädchen und Jungen das Gefühl, diese Erwartungen erfüllen zu müssen

In vielen Fällen ist es ja auch nicht einfach ein Klischee oder eine Erwartung, die von einer gesichtslosen Gesellschaft an die Leute herangetragen wird:

Der coole Junge kommt eben nicht nur bei seinen Freunden gut an, sondern auch gerade bei den Mädchen.
Und der Junge, der ein „Weichei“ ist kommt gerade nicht gut bei den Mädchen an (was etwas anderes als der Coole Junge, der zur richtigen Zeit und aus dem richtigen Grund Gefühle zeigt)

Auch die Auswahl der Eigenschaften ist etwas selektiv um eben besser zum Ziel des notwenigen Feminismus zu passen:

Jungen sollen nicht gefühllos sein. Sie sollen für die richtige Sache voller Begeisterung kämpfen, sie sollen engagiert sein, sie sollen Gentleman sein etc. Im modernen Feminismus sollen sie sich zudem schämen. Nämlich für ihre toxische Männlichkeit.

Und Mädchen sollen keineswegs nur niedlich, dankbar und glücklich sein. Weitaus eher sollen sie sexy sein, Männer um den Finger wickeln können, eine herausgehobene Position unter ihren Freundinnen haben, die Bienenkönigin sein, die Prinzessin zu der alle neidvoll aufblicken etc.

Sogar in der Medizin findet man Benachteiligung aufgrund von Geschlecht. Eine Medizinerin fand in einer Studie zum Beispiel heraus, dass nur 15 Prozent der Arzneimittel-Zulassungsstudien geschlechtsspezifisch erheben, was bedeutet, dass die Arznei-mittel nur an Männern und nicht an Frauen getestet werden, ob-wohl sie bei Männern und Frauen unterschiedlich wirken.

Das hatten wir hier auch schon mehrmals. Es ist nicht unbedingt ein Vorteil das Geschlecht zu sein, bei dem die Medikamente auf die groben Nebenwirkungen getestet werden.

Aber Feministinnen würden teilweise ja auch schon Bauchschmerzen bekommen, wenn man ihnen sagt, dass Medikamente verschieden wirken.

Viele Kritiker behaupten jedoch, dass Feminismus Männerhass sei. Sie sagen, er sei übertrieben, und es gäbe doch bereits Gleichberechtigung.

Auch da interessant, dass die Autorin zwei Punkte einfach zusammen wirft bzw direkt aufeinander folgen lässt, ohne die Position wirklich darzustellen. Denn in der Tat enthält der Feminismus viel Hass, spaltet in Gruppen, weißt einseitig schuld zu etc.

Und in der Tat gibt es weitaus mehr Gleichberechtigung als Feministinnen dies wahrnehmen wollen. Nur das Männer und Frauen eben andere Interessen und Fähigkeitsausprägungen haben (jeweils im Schnitt) so dass es dennoch nicht zu Ergebnisgleichheit kommt.

Jedoch geht es bei Feminismus um Gleichberechtigung, welche die Rechte der Männer mit einbezieht.

Nein.  In den meisten Teilen des Feminismus ist das eben gerade nicht der Fall. Dort kann es keine eigene Position der Männer geben, sie werden allenfalls insofern bedacht als es eben ihre Aufgabe ist das Patriarchat, welches den mächtigen Männern nützt, aufzuheben weil damit auch bestimmte Nachteile für sie wegfallen sollen

Laut vielen Feministinnen und Feministen werden auch Männer und Jungen benachteiligt, indem man sagt, sie dürften keine Gefühle zeigen, sondern müssten stark, hart oder gefühllos sein. Aber auch Jungen haben Gefühle und können sie zeigen und sollten Dinge an sich heranlassen. Wenn Jugendliche, sowohl Mädchen wie Jungen, sich diesen klischeehaften Erwartungen unterwerfen, wird es für sie unmöglich, eine eigene und authentische Persönlichkeit zu entwickeln.

Das können Männer auch ohne den Feminismus. Und damit entgehen sie dem dortigen sehr toxischen Teil, der verlangt, dass sie sich beständig die Büsserpeitsche auf den Rücken hauen.

Adele nimmt ab, Feministinnen und Fat Studies Anhänger sind entsetzt

Adele hat abgenommen

 

Feministinnen und Anhänger der Fat Studies nehmen es schwer. Hier beispielsweise ein Auszug aus einem Text:

I woke up this morning to a stream of messages from my girlfriends on Whatsapp. Usually this means a celebrity has died or someone we haven’t seen for the better part of a decade has got engaged. But in this case the messages all started with a picture of a very pretty, slim girl in a short black dress. An unrecognisable Adele – along with dozens of comments.

„She looks amazing“; „She’s so beautiful now“; „I didn’t recognise her“; „Her body is insane“; „Her cheekbones could cut glass“; „Good for her“; „Well done“.

She would probably be receiving slightly less praise if she had found an overnight cure for Covid 19.

As a society, we are supposed to have progressed beyond noticing what a woman weighs. The A+ feminist reaction to her reported seven stone weight loss would be to have no reaction at all. But while I would dearly love to pretend that I saw the photos and moved on with my day, I didn’t. I saw the photos and my heart sank. I felt personally affronted, as if Adele had done something deliberately to hurt me.

Meine Vermutung war das sie dachte:

Verdammt, die sieht gut aus.

Und dann

Wenn sie abnehmen kann und besser aussieht, dann…

Das ist das Problem bei Geisteshaltungen, die man nur sehr mühsam aufrechterhalten kann und für die man immer wieder die Realität ausblenden muss.
Wann immer dann so etwas passiert dringt die Realität doch wieder ein und das tut weh.

Es mag der Wunsch sein, dass Schönheit im Inneren liegt, dass einige Leute gar nicht abnehmen können, dass es Gesundheit bei jeder Körperfülle gibt und das es nur diese dämliche Gesellschaftliche Norm ist, die man überwinden muss.
Und dann schert jemand, den man bisher immer als gutes Beispiel nehmen konnte, einfach aus und wirft alles, was man auf ihn gesetzt hat über Board, läuft ins feindliche Lager über und fühlt sich da anscheinend auch noch wohl und sieht dort gut aus. Nicht gut.

vgl auch:

Selbermach Samstag 289 (09.05.2020)

Welche Themen interessieren euch, welche Studien fandet ihr besonders interessant in der Woche, welche Neuigkeiten gibt es, die interessant für eine Diskussion wären und was beschäftigt euch gerade?

Welche interessanten Artikel gibt es auf euren Blogs? (Schamlose Eigenwerbung ist gerne gesehen!)

Welche Artikel fandet ihr in anderen Blogs besonders lesenswert?

Welches Thema sollte noch im Blog diskutiert werden?

Für das Flüchtlingsthema oder für Israel etc gibt es andere Blogs

Ich erinnere auch noch mal an Alles Evolution auf Twitter und auf Facebook.

Es wäre nett, wenn ihr Artikel auf den sozialen Netzwerken verbreiten würdet.

Wer mal einen Gastartikel schreiben möchte, auch gerne einen feministischen oder sonst zu hier geäußerten Ansichten kritischen, der ist dazu herzlich eingeladen

Geschlechtsspezifische akademische Fähigkeiten und Einstellungsmuster bei Schülern in entwickelten Ländern

Eine Studie untersucht Geschlechterunterschiede bei akademischen Fähigkeiten und Einstellungen:

Highlights

  • Student sex can often be predicted based on a set of achievement and attitude data.
  • Student sex can often be predicted based on classification models from other countries.
  • Universal patterns in academic sex differences are larger than hitherto thought.
  • Academic sex differences are stronger in societies with more socioeconomic equality.

Abstract

The extent of sex differences in psychological traits is vigorously debated. We show that the overall sex difference in the pattern of adolescents‘ achievement and academic attitudes is relatively large and similar across countries. We used a binomial regression modeling approach to predict the sex of 15 and 16 year olds based on sets of academic ability and attitude variables in three cycles of the Programme for International Student Assessment (PISA) data (N = 969,673 across 55 to 71 countries and regions). We found that the sex of students in any country can be reliably predicted based on regression models created from the data of all other countries, indicating a common (universal) sex-specific component. Averaged over three different PISA cycles (2009, 2012, 2015), the sex of 69% of students can be correctly classified using this approach, corresponding to a large effect. Moreover, the universal component of these sex differences is stronger in countries with relative income equality and women’s participation in the labor force and politics. We conclude that patterns in academic sex differences are larger than hitherto thought and appear to become stronger when societies have more socioeconomic equality. We explore reasons why this may be the case and possible implications.

Quelle: Sex-specific academic ability and attitude patterns in students across developed countries

Eine Geschlechterschätzung anhand der akademischen Fähigkeiten und Einstellungen schneidet also wesentlich besser ab als eine zufällige Schätzung (50% zu 69%), wenn ich es richtig verstehe.

Das macht aus meiner Sicht deutlich, dass es eine erhebliche Überlappung gibt, aber auch, dass dennoch erhebliche Unterschiede im Schnitt vorhanden sind.

Aus der Studie, leider nur als Bild:

Und:

Man könnte natürlich anführen, dass das weltweite Patriarchat alles steuert, aber auch hier zeigt sich das Gender Equality Paradox, dass dazu nicht passt. Auch interessant: Die Ankündigung eines Artikels von Geary in 2021 dazu, dass sich die gleichen Muster auch bei den anderen Säugetieren zeigen. Sollte ich den bei Erscheinen verpassen und ihn jemand sehen, dann würde ich mich über eine Nachricht freuen.

Geary und Stoet häufen hier immer mehr Daten an, die immer wieder das gleiche Bild zeigen.

Es wird bei dem Vorwurf von Sexualdelikten an amerikanischen Universitäten endlich einen fairen Prozess geben

Arne berichtet über neue Regelungen, die an amerikanischen Universitäten die bei Anschuldigungen bezüglich Sexualstraftaten endlich rechtsstaatliche Verfahren etablieren sollen:

More than a year after issuing a draft rule, the department released final regulations on how colleges and universities must treat students involved in disciplinary procedures under Title IX, the federal law that bans sex discrimination—and has been interpreted to include sexual misconduct—in federally funded education programs. Institutions will finally have to guarantee due process for students caught up in campus kangaroo courts.

Consider the presumption of innocence. The most recent survey of due process protections at U.S. News’s top 53 national universities by the Foundation for Individual Rights in Education determined that 72% of them—including Georgetown and Caltech—didn’t explicitly tell accused students that they are presumed innocent until proven guilty. The new rules will correct this abuse.

Aus meiner Sicht höchste Zeit. Immerhin ist die Bedeutung der Anschuldigung sehr hoch und es müssen damit auch rechtsstaatliche Regelungen gelten. Es ist aus meiner Sicht schon sehr unverständlich, dass dies nicht weitaus früher geschehen ist.

Current law requires campuses to investigate even felony-level sex crimes like rape and sexual assault; they may not simply be turned over to police and courts.

Die Taten, wie in Deutschland auch, schlicht von den Gerichten wie andere Strafsachen auch regeln zu lassen, wäre aus meiner Sicht die einfachste Sache. Aber es versteht sich wohl nicht ohne weiteres mit dem amerikanischen Verständnis der Universität, die eben weitaus eher ein Staat im Staat ist, und der höheren regionalen Autonomie in Amerika.

Wie es dazu kommen konnte, dass selbst einfachste Regelungen ausgesetzt werden konnten wäre interessant. Vermutlich weil es eben vor normalen Gerichten nur sehr eingeschränkt angreifbare Entscheidungen waren und damit eine gewisse Narrenfreiheit bestand und zudem die Fördergelder an eine solche Regelung geknüpft worden sind, wie man auch bei Arne lesen kan.

Yet university investigations and hearings under Title IX lack thoroughness and impartiality. Students struggle to navigate proceedings without the rights to receive written notice of the exact charges, to see all relevant evidence (including exculpatory evidence), to cross-examine accusers and witnesses through a lawyer or other adviser of one’s choosing, and even to a live hearing.

Das war ja hier auch schon bei verschiedenen Berichten über solche Verhandlungen Thema: Der Angeklagte hatte kaum Rechte und konnte noch nicht einmal wirklich entlastendes Material, etwa Chatverläufe einbringen bzw die Aussagen der „Anzeigenerstatterin“ prüfen.

None of these protections are unusual off campus. All are routinely denied on campus. More than 40% of top colleges don’t even specify that their equivalents of judges and juries must be impartial. This madness will end when the rules take effect.

Auch das ist erstaunlich. Die Unbefangenheit des Richters ist ja auch sonst ein hohes Gut vor allen Gerichten.

Crucially, the department relies on the Supreme Court’s standard from Davis v. Monroe County Board of Education (1999) to advance a fair definition of student-on-student sexual harassment: “Unwelcome conduct [on the basis of sex] determined by a reasonable person to be so severe, pervasive, and objectively offensive that it effectively denies a person equal access to the recipient’s education program or activity.” This is a substantial improvement over the current patchwork of rules, which invite censorship of speech or behavior that is both constitutionally protected and not harassment. In Title IX’s name, colleges over the years have banned what they characterize as “derogatory cartoons,” “innuendo” and “sexually suggestive statues.” Students and professors’ political, academic and artistic speech deserves protection.

Man darf gespannt sein, wie sich die neuen Regeln auswirken und wie lange sie bestehen bleiben und wie der „interne Widerstand“ aussehen wird.

 

Komplimente am Arbeitsplatz – ganz böse Sache (Gastbeitrag)

Gastbeitrag von Ypsilonniks

Komplimente am Arbeitsplatz – ganz böse Sache

Liebe Leserin, verstehst Du das? Wenn ein Mann dir sagt, dass Du schön bist, dann will er nicht deine Kompetenzen anzweifeln, sondern seine Zuneigung ausdrücken. Er findet dich schön. Er mag dich. Er will dir nah sein. Er will deine Zuneigung.

Das wird geleugnet von verbitterten Feministen, die Slogans wie „Eine Frau ohne Mann ist wie ein Fisch ohne Fahrrad“ anhängen und damit unter Beweis stellen, dass ihnen nichts an einer liebevollen Beziehung zwischen den Geschlechtern gelegen ist sondern deren gegenseitige Entfremdung. Und diese Feministen sind mächtig. Aus Angst vor Millionenklagen verbieten verschiedene US-Konzerne ihren Mitarbeitern bereits, private Beziehungen zu führen. Da sind zwei Menschen, die sich mögen, die sich gerne nahe wären und es ist ihnen verboten, sich zueinander zu bekennen. Es ist ein Merkmal von Totalitarismus, dass den Menschen vorgeschrieben wird, wie sie sich im Privaten zu verhalten haben.

Im Berufsleben war es die als Befreiungsschlag gefeierte #metoo-Kampagne, die zu dem paradoxen Ergebnis führte, dass das kollektive Anklagen der scheinbar übergriffigen Männer die Situation für Frauen am Arbeitsplatz nicht verbesserte sondern verschlechterte (*1), da die Männer aus Angst vor einer willkürlichen Verleumdung auf Abstand gehen. Denn diese Anklagen sind tatsächlich willkürlich, denn bei diesen geht es nicht mehr um scharf umrissene, tatsächlich übergriffige Handlungen, sondern allein um die Befindlichkeiten der Klägerin, welche bereits „In die Augen blicken“ (*2) als sexuelle Belästigung werten will, wenn ihr danach ist, denn wie lautet die feministische Parole: „Belästigung ist das, was Du als Belästigung empfindest.“ – aber was ist mit dem Empfinden des Mannes, der sein Verhalten nicht als Belästigung empfindet, sondern als Ausdruck seiner Zuneigung? Oder der seinen Spruch nicht als Übergriff sondern als Ausdruck seines Humors sieht? Offensichtlich sind Empfindungen mancher Menschen mehr wert und gravierender als die anderer Menschen. Dass es Männer  nur selten wirklich böse meinen, zu dem Ergebnis kommt eine Studie ausgerechnet von Feministinnen, so schreibt Arne Hoffmann in „Sind Frauen bessere Menschen?“

Was die Theorie einer gezielten Schikane im Gegensatz zu einem simplen Missverständnis weiterhin widerlegt, ist das Ergebnis einer Befragung, die zwei feministische Autorinnen unter einhundert Frauen durchführten, die angaben, sexuell belästigt worden zu sein. Dabei kam zutage, dass »die Männer ihr Verhalten sofort änderten und korrigierten, wenn die Frauen unmittelbar darauf hinwiesen, dass sie sich durch bestimmte Verhaltensweisen sexuell belästigt fühlten. Sie entschuldigten sich, und manche schickten der Frau Blumen.«

Der Witz an der Sache ist, dass einigen Studien zufolge nicht fiese Männer das größte Hindernis für Frauenkarrieren sind, sondern ausgerechnet die lieben Geschlechtsgenossinnen, so eine Untersuchung (*3):

„Die größte Bedrohung einer weiblichen Karriere ist eine andere Frau. 58% der Frauen haben Erfahrungen mit toxischer Weiblichkeit im Berufsleben.“

Aber gut: Ich verstehe deine Sorge. Der führende Männerrechtler Warren Farrell, ehemaliges und einziges mannliches Vorstandmitglied in der größten amerikanischen, feministischen Organisation erklärt das so: Man stelle sich vor, ein Vater soll einer Jugendamtsmitarbeiterin beweisen, dass er ein guter Vater ist, geeignet zur Säuglingspflege. Dann sagt sie aber, während er sein Kind wickelt, dass er schöne, kräftige Hände habe, die gut geeignet seien, harte körperliche Arbeiten auszuüben. Der Mann würde sich wohl Sorgen machen, dass sie seine Kompetenzen als Vater aus dem Blick verliere. Diese Situation lässt sich aber entschärfen, indem sie auch ihre Anerkennung für diese Kompetenzen äußert.

Ein  Mann, der dir ein Kompliment macht, spricht dir nicht deine Kompetenz ab, oder aber anders rum: Ob dich ein Mann attraktiv findet oder nicht, ist komplett unabhängig davon, ob er diesem Empfinden Ausdruck verleiht oder nicht – seine Einschätzung ändert sich dadurch nicht. Wenn also Männer gut aussehende Frauen automatisch als inkompetent wahrnehmen würden, hätten diese auf der Karriereleiter nicht die geringste Chance, und das stimmt offenkundig nicht (*4).

Liebe Frauen: Feministen sind eine Minderheit, aber sie sind laut und sie vergiften die Liebe zwischen Mann und Frau. Wenn euch etwas an einem liebevollen Miteinander der Geschlechter gelegen ist, bezieht Position, wehrt euch gegen Vereinnahmung von sogenannten „Feministen“, die mit dieser ihrer  Selbstbenennung für sich in Anspruch nehmen, in eurem Namen zu sprechen. Solche Frauen gibt es bereit, zum Beispiel Tamara Wernli:

 

Verweise:

1: https://jungefreiheit.de/politik/ausland/2018/studie-metoo-schadet-den-beruflichen-chancen-von-frauen/

2: https://deutsch.rt.com/nordamerika/71956-sexuelle-belastigung-netflix-verbietet-mitarbeitern-augenkontakt/

3: https://allesevolution.wordpress.com/2019/06/16/intrasexuelle-konkurrenz-unter-frauen-und-frauen-die-andere-frauen-am-aufstieg-hindern-sisterhood-ceiling/

4: https://www.youtube.com/watch?v=ib3gNtYW6Zc

Selbermach Mittwoch 266 (06.05.2020)

Bitte Kommentare bündeln, wenn sie nur aus einzelnen Tweets und kurzem Kommentar bestehen und man sehr viele davon plant

Frauen auf der 10-Skala bewerten (Gastbeitrag)

Gastbeitrag von Ypsilonniks

Es gibt nur wenige Themen, in welchen ich Feministen zustimme, hier zum Beispiel die Abwertung von sexuell aktiven Frauen als „Schlampen“(1).

Ein weiterer Punkt wäre die Bewertung von Frauen auf der 10-Skala, heißt, eine 9 ist hot, eine 3 not. Feministen, die sich an anderer Stelle faschistoider Rhetorik von toxischen Männern“ (2) bedienen, können hierzu natürlich die ganz dick Keule auspacken, das sei „entmenschlichend“. Das rührt daher, dass Menschen – auch Männer – über kalte Zahlen beurteilt werden, sie werden auf eine Ziffer reduziert. Dahinter steckt aber noch etwas, was besonders für unattraktive Frauen (und Männer) hart ist: Nämlich, dass manche Menschen mehr, andere weniger attraktiv sind, was durch die Ziffer codiert wird – eine 9 hat mit der Skala vermutlich weniger Probleme als eine 3. Das ist also deshalb hart, da man kaum Einfluss darauf hat, ob ein anderer einen anziehend findet oder nicht: „Attraction is not a choice“. Dieser brutalen Gesetzmäßigkeit unterliegen auch Männer: Ein Topmanager ist hot, ein Hartz-IV-Empfänger not.

Wenn diese Skala nur ein anderer Ausdruck ist von „sehr attraktiv“, „mäßig attraktiv“, „weniger atttraktiv“ etc., warum sollte man sie nicht verwenden? Nun: Einmal hat mich ein Freund genötigt, ein Mädchen, für das ich Gefühle hatte, mit so einer Ziffer zu bewerten. Ich wollte nicht, aber er war hartnäckig, bis er mir schließlich so eine Zahl abrang. Das fand ich scheiße, und mehr gibt es dazu nicht zu sagen.

Verweise:
(1):
https://uepsilonniks.wordpress.com/2017/10/01/frauen-schlampen-maenner-playboys/

(2):
https://man-tau.com/2018/12/10/toxische-maennlichkeit-merkel-jusos-abtreibung/

Siehe auch meinen Artikel zum gleichen Thema:

Jutta Allmendinger und die Rückkehr des Patriarchats

Bei Anne Will war die Soziologin Jutta Allmendinger zu Gast und führte laut der Welt aus:

Bildung zähle nicht nur auf dem Arbeitsmarkt, sondern bringe uns auch besser durch Krisen, erklärt Jutta Allmendinger, Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung. Bildung schaffe Vertrauen in die Zukunft und Selbstwirksamkeit, also die Überzeugung, schwierige Situationen bewältigen zu können. Doch durch Schulschließungen steige die Bildungsungleichheit. Die Wahrscheinlichkeit, dass Kinder von Eltern ohne höhere Bildung ein Gymnasium besuchen, sinke. „Da wissen wir, dass für Kinder aus solchen benachteiligten Schichten vier Wochen, sechs Wochen überhaupt nicht mehr nachzuholen sind“, erklärt sie. Das zeige sich aber erst in zehn oder 20 Jahren

„Und wir wissen, dass für Frauen, die lange zu Hause sind, die noch mehr mit ihrer Arbeitszeit zurückgehen, auch das im Arbeitsmarkt kaum noch zu kompensieren ist – was die Rente betrifft, was Karrierechancen betrifft.“ Dieses Wissen jedoch sei von der Politik gar nicht einbezogen worden, obwohl es neue empirische Zahlen gibt. Ein Problem, da dies wohl nicht mehr umkehrbar ist: „Die Frauen werden eine entsetzliche Retraditionalisierung weiter erfahren. Ich glaube nicht, dass man das so einfach wieder aufholen kann und dass wir von daher bestimmt drei Jahrzehnte verlieren. Wir sehen es ja an der Repräsentanz von Frauen in Führungspositionen, die jetzt schon wieder zurückgeht“, sagt Allmendinger.

Was da ja häufig nicht verstanden wird: Jeder entsetzliche Rentenausfall der Frau trifft, wenn sie verheiratet ist, genauso den Mann. Entweder über den Versorgungsausgleich oder darüber, dass die gemeinsame Rente dann geringer ist.

Und bei einer Teilzeitquote der Frauen von etwas unter 50% der berufstätigen Frauen und 66% der Frauen mit minderjährigen Kindern im Haushalt dürften auch die meisten Karrierechancen nicht sonderlich betroffen sein – Karriere war häufig gar nicht das gesetzte Ziel. Immerhin wollen 75% der in Teilzeit Beschäftigten auf keinen Fall Vollzeit arbeiten.

Insofern wäre ich interessiert, worauf sie ihre These, dass gerade dadurch ganz erhebliche Einbrüche entstehen werden, stützt? Wenn sie dazu mehr gesagt hat, dann wäre ich interessiert.

Und eine „Retraditionalisierung“ ist auch interessant. Glaubt sie wirklich, dass eine solche Notlage wirklich neues bringt? Oder das Frauen im Schnitt da ihre Haltung grundsätzlich geändert haben, dass im Zweifel sie für die Kinder zuständig sind und er das Geld zu verdienen hat? Und welche Führungskraft wäre innerhalb dieser kurzen Zeit gefeuert worden, weil ja was eigentlich? Weil sie ihre Kinder betreut hat und nicht zur Arbeit erschienen wäre? Weil jemand gedacht hat: Sie macht zwar gut Arbeit, aber weil so viele Frauen gerade auf Kinder aufpassen feuere ich sie? Oder weil Leute gesagt haben: In der Coronakrise muss die Frau ja eh auf Kinder aufpassen, deswegen nehmen wir lieber einen Mann?

Wie soll die kurze Zeit überhaupt zu einem messbaren Unterschied geführt haben?

„Herr Habeck, meldet sich gerade das Patriarchat zurück?“, fragt die Moderatorin. Der antwortet: „Man hat jedenfalls gesehen, wer keine Lobby hat. Ich würde sagen: Alleinerziehende, Kinder und Frauen.“

Alleinerziehende, Kinder und Frauen haben keine Lobby? Das erscheint mir eine steile These.

Welche Maßnahmen hat sie sich denn vorgestellt? Immerhin hat ja niemand explizit Frauen verdonnert zuhause zu bleiben. Wenn besonders viele Frauen zuhause geblieben sind, dann war das eher den Absprachen geschuldet.
Interessanterweise hat Corona in der Hinsicht ja sogar Lockerungen und Streitigkeiten gebracht. Ich habe von einigen getrenntlebenden Eltern gehört, dass sie über die Zeit mal das Wechselmodell ausprobiert haben. Gleichzeitig entbrannte ein Streit darum, ob in der Coronazeit ein Umgang stattfindet oder man diesen dem anderen Elternteil verweigern kann (Stichwort: Soziale Distanz).

Der weitere Streit entbrannte natürlich auch um den Unterhalt, der in der Kurzarbeit oft herabgesetzt wurde, weil eben auch das Einkommen sank. Also harte Zeiten für alle.

Der „Diversity DAX“-Index – Ist die Verteilung der Geschlechter in Vorstand und Aufsichtsrat ein Renditetreiber? (Gastbeitrag)

Gastbeitrag von Michael

Die Deutsche Börse möchte zusammen mit dem Beratungsunternehmen Bosten Consulting Group (BCG) und der Technischen Universität (TU) München einen „Diversity Dax“-Index kreieren, der später als Grundlage für sogenannte Indexfonds oder ETFs dienen könnte, wie im Manager Magazin berichtet wurde.

Als Basis für die Zusammensetzung des „Diversity Dax“-Indexes dienen die Daten des „BCG Gender Diversity Index 2018“. Aus der BCG Gender Diversity Studie wurden die Top 30 Unternehmen (von 100 betrachten Unternehmen) für den Index ausgewählt („Für den BCG Gender Diversity Index 2018 wurden die 100 größten börsennotierten Konzerne Deutschlands analysiert. Dabei stand sowohl die Verteilung der Geschlechter in Vorstand und Aufsichtsrat im Mittelpunkt wie auch die Vergütung der Mitglieder in beiden Gremien und nach der Diversity Gesamtbewertung gewichtet, d.h. desto höher die Bewertung je höher auch die Gewichtung im Indexportfolio. Die Unternehmen die im „Diversity Dax“ vertreten sind, sind auch entweder im DAX (große deutsche börsennotierte Unternehmen), MDAX (mittelgroße deutsche börsennotierte Unternehmen), SDAX (kleine deutsche börsennotierte Unternehmen)
und/oder im TecDax (deutsche börsennotierte „Technologiewerte“) vertreten.

Nun zeigte sich, dass in einem zwei Jahreszeitraum (März 2017 bis März 2019) der „Diversity Dax“ den DAX um rund 4,3 Prozentpunkte übertroffen hatte. In der Süddeutschen (SZ) war dazu folgendes zu lesen: „Die Deutsche Börse spielt gerade mit der Idee eines „Diversity Dax“, eines Index, für den sie die Aktien nach der Vielfalt der Manager der Unternehmen aussucht. Er hätte den normalen Dax innerhalb der vergangenen zwei Jahre um 4,3 Prozent übertroffen. Es ist beachtlich, dass der Chauvinismus der Entscheider bisher sogar ihren kapitalistischen Profittrieb übersteigt.“
Und auf Twitter las man: “Männer sind zu emotional für die Börse

Beruhen nun folgende Aussagen auf einer kritischen Auseinandersetzung mit dem Thema oder doch eher auf dem Phänomen des “Confirmation Bias“? Also der Neigung, Informationen so auszuwählen, zu ermitteln und zu interpretieren, dass diese die eigenen Erwartungen erfüllen/bestätigen

Ich möchte dabei vier Punkte zu bedenken geben:
1. Ist der Vergleich mit dem DAX fair?
Die Performance des „Diversity Dax“ wird mit der Performance des DAX verglichen. Allerdings stammen die Unternehmen/Aktien die im „Diversity Dax“ vertreten sind nicht nur aus dem DAX, sondern auch aus dem MDAX, dem SDAX und dem TecDAX.

Welche Performanz hatten diese Indizes also vom 1. März 2017 bis zum 1. März 2019:
 DAX: -3,3%
 MDAX: +5,1%
 SDAX: +9,2%
 TecDAX: +36,8%

Wie man erkennt, hatte der DAX die schlechteste Rendite in dem genannten Zeitraum. Ein Vergleich mit dem DAX lässt den „Diversity Dax“ besonders gut aussehen. Ein Vergleich mit dem DAX wäre jedoch nur redlich, wenn alle Werte aus dem „Diversity Dax“ auch aus dem DAX stammen würde und nicht auch aus den anderen Indizes.

2. Ist die Überrendite des „Diversity Dax“ überhaupt signifikant?

Der „Diversity Dax“ hat eine Überrendite von 4,3% im Vergleich zum DAX. Aber ist dieser Wert überhaupt außergewöhnlich? Wenn man rein zufällig 30 Aktien aus dem DAX, MDAX, SDAX und TecDAX zusammenstellen würde, wie viele der Portfolios würden eine bessere Rendite als der DAX aufweisen? Wie viele der Portfolios hätten eine Überrendite von mehr als 4,3% gegenüber dem DAX? Ohne eine solche Angabe ist eine Bewertung der Überrendite überhaupt nicht möglich.

3. Ein zu kurzer Zeitraum.

Um beurteilen zu können, ob der Diversity-Faktor tatsächlich eine Überrendite liefert, benötigt man Daten von deutlich mehr als zwei Jahren. Zugegeben wird eine Verlängerung der Studie auf fünf Jahre angestrebt („zufolge bietet sich auf Basis der Ergebnisse gemeinsam mit BCG und TU München eine Ausweitung der Studie auf weitere drei Jahre an, um das Konzept über einen längeren Zeitraum zu testen“ .

Aber auch ein fünf Jahres Zeitraum bleibt ein zu kurzer Zeitraum. In der Regel werden Zeiträume von deutlich mehr als 20 Jahren betrachtet, um zu beurteilen ob ein Faktor eine Überrendite produziert (siehe zum Beispiel Fama  French „The Cross-Section of Expected Stock Returns“, The Journal of Finance, 1992).

4. Ein internationaler Vergleich.
Ein recht bekannter weltweiter Aktienindex ist der „MSCI World“. Weniger bekannt ist der „MSCI World Womans Leadership Index“, welcher ein ähnliches Ziel verfolgt wie der „Diversity Dax“ (“The index aims to include companies which lead in their respective countries in terms of female representation in Board and in leadership positions”).

Wenn man nun die Performanz des „MSCI-World“ mit dem „MSCI-World Womens Leadership Index“ vergleicht, so zeigt sich im Zeitraum Mai 2016 bis März 2020, dass der „MSCI World“ eine bessere Performanz hatte als der „MSCI-World Womens Leadership Index“ (da alle Aktien im „MSCI-World Womens Leadership Index“ auch im „MSCI World“ enthalten sind, ist der Vergleich hier legitim/fair).

Das gleiche Ergebnis erhält man, wenn man den „MSCI Europe“ mit dem „MSCI Europe Womens Leadership Index“ vergleicht. Der „MSCI Europe“ hat eine bessere Performanz als der „MSCI Europe Womens Leadership Index“.

Bei beiden ist der Unterschied in der Performanz jedoch noch nicht so groß, als dass man von einem eindeutigen Ergebnis sprechen könnte. Aber beide Ergebnisse stützen nicht die These, dass mehr „Women Leadership“ auch mit einer höheren Rendite korreliert.

Schluss:
Wenn man in Unternehmen/Aktien investieren möchte, die nach dem „BCG Gender Diversity Index“ einen hohen Wert aufweisen, kann ein solcher „Diversity-Dax“-Index natürlich helfen, aber ob man damit auch eine Überrendite erzielt…da wäre ich sehr skeptisch.