„Das ist der neue „Männer macht mehr Hausarbeit“-Feminismus“ und „Die Familie als Team und nicht als Gegner“

Unter dem hier gestern besprochenen Artikel fanden sich auch einige interessante Leserkommentare:

nbglfa kommentierte:

Mich beschleicht das Gefühl, dass hier das Beste aus zwei Welten gewollt wird. Erstens soll der Mann genug Geld verdienen, dann soll er genauso viel im Haushalt und in der Kinderbetreuung helfen. Abgesehen davon, dass Kommentare zu dem Thema oft von privaten Beobachtungen ausgehen (Frauen machen immer mehr Hausarbeit als Männer), erklärt die Diskussion das private Aushandeln von partnerschaftlichen Pflichten zum politischen Schlachtfeld. Das ist der neue „Männer macht mehr Hausarbeit“-Feminismus. Ich habe als Mann auch keine Lust, meine Lebenszeit in der Lohnarbeit zu verschwenden, aber die Antwort ist nicht: dann bitte die CARE-Arbeit machen! Wo kommt die Arbeit denn her? Wer stellt die Aufgaben? Jedes Paar für sich! Da kann man doch schonmal ansetzen und den ganzen Kram reduzieren, den man für notwendig hält. Frauen: Bitte wählt doch eure Partner so aus, dass sie bereit sind, eure Klos zu putzen. Fragt die Männer direkt danach: „Machst du zu Hause mein Klo sauber, wenn ich mich jetzt mit dir einlasse?„. Wenn nicht, dann nicht. Aber mir schwant, dass Hausarbeitsbereitschaft eben in der Partnerschaftsanbahnung den Frauen dann auch nicht so fürchterlich wichtig sein kann. Dann lieber später jammern.

Der „Männer macht mehr Hausarbeit“-Feminismus und die darauf folgende Frage: „Machst du zuhause mein Klo sauber?“ als Kriterium der Partnerwahl merke ich mir für eigene Diskussionen mit Feministinnen vor.

Und von „Epstein didn’t kill himself„:

Es macht sich halt keiner die Mühe, das ganze ökonomisch zu betrachten. Was kann „der Feminismus“ „den Männern“ anbieten?
Die Vorteile genießen Männer dabei ohnehin schon. Es war für Männer noch nie so einfach, zwanglosen Sex außerhalb einer festen Paarbeziehung zu bekommen, wie heute. Das ist insbesondere der Fall für Akademiker, weil es immens viel mehr Frauen an den Unis gibt als Männer und Frauen nach wie vor Partner präferieren, die älter sind und einen höheren Status haben als sie.

Im Bereich der „Care-Arbeit“ macht man den Männern eben kein greifbares Angebot. Alleine es als „Arbeit“ zu bezeichnen ist doch schon der ideologische Versuch, das ganze mit Lohnarbeit gleichzusetzen. Frauen gebähren Kinder, sie scheiden daher in jedem Beruf für die Zeit um die Geburt und danach aus, in vielen Berufen bereits durch die Schwangerschaft. Welchen Sinn soll es da machen, wenn der Partner, der während dieser Zeit seine Karriere voranbringen kann, dem Haushalt durch ein freiwilliges Aussetzen wirtschaftlichen Schaden zufügt?
Kinder haben eben verzögerte ökonomische Utilität und eine ca. 18-jährige Dependenz. Wie soll man das schon prinzipiell monetarisieren? Also abseits von: Wir schicken Kinder mit 10 Jahren wieder in die Minen und zum Schornsteinfegen?

In der Tat eines der Probleme: Wenn einer eh schon eher aussetzen muss (und dazu noch etwa gestillt werden soll, und zwar das erste Jahr durch) dann ist dessen Karriere eh schon geschädigt. Warum die zweite dann auch noch gefährden?

Und umgekehrt: Bringt es ihr einen so hohen Mehrwert schnell wieder arbeiten zu gehen, wenn sie dann evtl später jedenfalls auch Teilzeit arbeiten möchte? Sie hat dann eh einen beruflichen Nachteil, auch wenn sie weniger aussetzt als andere Mütter.

Und Trümmerlotte schreibt:

Ich bin nun schon eine Alterskohorte älter als der Autor und an dem Thema hauptsächlich noch deshalb interessiert, da meine Söhne meine Meinung dazu wissen wollen, wie man das handhaben kann.

Aber es war für mich immer wichtig, dass meine Partnerin auch ihren Berufsweg gehen kann. Und das jetzt gar nicht als großartig überhöhten Anspruch an eine gerechte Welt pipapo, sondern viel simpler, wegen meiner auch egoistischer: ich wollt die Koffer packen können, wenn es nicht mehr passt und mich dann nicht noch um Finanzen rumstreiten müssen.

Und natürlich bedeutete das für mich berufliche Einschränkungen, als wir uns für Kinder entschieden, da es vollkommen außer Frage stand, dass das Beide betrifft und man sich diese „Pflicht“ aufteilt.

Aber das nun auch nicht aus höherer Erkenntnis heraus, weil ich so ein toller, aufgeklärter, progressiver Kerl bin. Ich geb grundsätzlich keine Privilegien ungefragt auf. Und genau das war der Punkt: Freundin hätte mir die Hölle heiß gemacht, denn es ging auch um ihr Leben und das sie das so gestalten kann, wie sie es will unter Beachtung der Einschränkungen, die Kinder nun einmal erfordern.

Ist ja also nett, wenn der Autor die Diskrepanz zwischen Spruch und Tat offen legt bei seinen progressiven Kumpels. Aber es sagt für mich viel mehr über die Frauen aus, die sich das scheinbar gefallen lassen. Da besteht wohl zwischen verbal geäußertem Anspruch und entsprechender Tat ebenfalls ein erheblicher Widerspruch.

Das hatte ich ja auch gestern schon kritisiert: Warum überhaupt so etwas gefallen lassen?
Die Feministinnen scheinen da also nicht besser zu sein als die Feministen.

Und noch mal Epstein didn’t kill himself:

Man wertet die „Care-Arbeit“ nicht dadurch auf, in dem man sie mit „unentgeltlicher Arbeit“ bezeichnet und als „gesellschaftlich nötig“. Ich werde die „Care-Arbeit“ meiner Frau dadurch auf, in dem ich mich dankbar zeige für das Essen, was sie mir kocht, bevor ich abends nach Hause komme. In dem ich ihr ein freies Wochenende verschaffe, das sie mit ihren Freundinnen in einem Wellnesshotel verbringen kann, während ich mit den Kindern was unternehme (genauso wie sie mir auch mal einen „Männertrip“ ermöglicht). In dem ich das Wunder, dass Sie Leben in diese Welt geboren hat, achte, respektiere und in Ehren halte. In dem ich meinen Kindern der beste Vater bin, der ich sein kann. Indem ich meiner Frau der beste und stärkste Partner bin, der ich sein kann.
Meine Frau und ich spielen für dasselbe Team: Unsere Familie. Ich sehe absolut NULL Mehrwert darin, mit dieser lächerlichen Aufrechnerei anzufangen. Meine Frau arbeitet wieder halbtags, meine Schwiegereltern sind mit in die Betreuung der Kinder eingebunden. Meine Frau arbeitet nicht, weil sie muss, sondern weil sie will. Genauso, wie sie wegen der Kinder eine Weile nicht gearbeitet hat, weil sie es wollte. Es war für unsere Familie viel besser, dass wir das so gemacht haben. Ich habe in meinem Job vorher schon mehr Geld verdient und konnte dank ihr für uns meine Karriere weiterentwickeln, wodurch wir im Ergebnis wirtschaftlich unabhängiger geworden sind. Das Haus hätten wir uns ansonsten nicht leisten können.

Der „Teamgedanke“ ist ja leider im Feminismus nicht sehr verbreitet. Dort stehen die Geschlechter als Gruppen gegeneinander. Eine „falsche Wahl“ ist nicht etwa eine persönliche Sache, sondern kann letztendlich nur ein Produkt der Gesellschaft sein und von Macht.

Martin Schiller schreibt:

Gewundert habe ich mich über den Wunsch des Autors, dass Männer feministisch handeln sollen.

Habe dann mal den Begriff „Feminismus“ gegoogelt: „Richtung der Frauenbewegung, die, von den Bedürfnissen der Frau ausgehend, eine grundlegende Veränderung der gesellschaftlichen Normen (z. B. der traditionellen Rollenverteilung) und der patriarchalischen Kultur anstrebt“.

Ich würde mir von den männlichen Autoren der Zeit wünschen, dass sie sich Gedanken machen, wie ausgehend von den Bedürfnissen der Männer eine Gleichberechtigung aussehen könnte.

Das wäre mal ein wertvoller Input!

Die Bedürfnisse von Männern sind im Feminismus ja klar: Sie wollen Frauen unterdrücken und Macht ausüben, sofern sie keine Feministen sind („hurr hurr hurr“). Sind sie aber Feministen, dann wollen sie die Welt gerechter machen, was bedeutet, dass Männer endlich mal ihre Bedürfnisse zurückstellen müssen um Gleichberechtigung zu erreichen.

Aber eine schöne Antwort darauf:

JudiBut schreibt:

„Ich würde mir von den männlichen Autoren der Zeit wünschen, dass sie sich Gedanken machen, wie ausgehend von den Bedürfnissen der Männer eine Gleichberechtigung aussehen könnte.“ 😂

Gebe Ihnen uneingeschränkt Recht. Da müsste dann mal Arne Hoffmann oder Lucas Schoppe oder cumar etwas hier verfassen. Das würde die Debatte zu einer ehrlichen Auseinandersetzung machen.

Ich werde nicht erwähnt 😦

Aber in der Tat begrüsse ich ebenso Kommentare von Arne, Lucas und Crumar an jeder Stelle.

Am Anfang war Vernunft schreibt:

Hat ZON eigentlich begriffen, wie widersprüchlich argumentiert wird?

Männer sollen sich in der Familie voll einbringen, ein toller Partner sein, ein super Vater, dann auch noch voll gepflegt und darauf achten, dass ihre Frau voll auf ihre Kosten kommt, nebenbei soll er auch im Beruf „was darstellen“, genug verdienen und morgens um 7 aus dem Haus, nebenher die kleinen in den Kindergarten bringen und abends wieder abholen, sich regelmäßig fortbilden und kulturell auf der Höhe sein, dann sich mehr im Haushalt um das kümmern, was die Frau nicht so gerne macht und sich um seine und ihre Eltern kümmern, das Auto warten und im Garten mal eben die Schaukel reparieren, ach ja, der Rasen müsste noch gemäht werden, weil morgen ihre Freundinnen kommen ….. ach, Schatz, kannst mal eben ……..

Leute, es liegt am System, was weder brave Männer noch prima Frauen geschaffen haben …… sondern Manager, die vom Leben wenig verstehen, aber dafür mehr von Rendite und Ausbeutung anderer, die das eine Zeit lang mitmachen und dann irgendwann nur noch funktionieren …. zulasten ihrer Gesundheit und den drei Leben, die man heute in eines packen soll, damit alle sich alles leisten können und total stylish leben …..
Das kann kein Mann!
… und weil die Frauen oftmals eher die Notbremse ziehen und sich besser Nischen suchen können, überlassen sie den Männern den Beruf, darin sie das Sinnlose schaffen können, dafür zuhause weniger reinreden.

Zuhause ist weniger kalt als draußen 🙂

Erwartungen von Frauen an Männern? So ganz egoistische und schwer erfüllbare? Welch unfeministische Betrachtungsweise

Leben und Leben lassen antwortet darauf:

Ich muss Ihnen da voll zustimmen! Ich sehe das im Bekanntenkreis (zum Großteil Akademiker, zumindest unter den Männern). Frau möchte ein schickes Eigenheim, VW-Bus, drei Kinder, die immer schick angezogen sind und bitte ein Mal im Jahr in den Urlaub im All-inc Familienhotel. Der Mann soll das alles finanziell möglich machen und aber zu Hause ordentlich mit anpacken, weil der Haushalt macht sich schließlich nicht von allein. Muss er mal auf Dienstreise, bemitleiden sich die daheim gebliebenen Mütter über diversen Latte Macchiatos selbst, während die Kinder in der Nobelkita den ganzen Tag optimal gefördert werden.

Mir ist klar, dass es nicht überall so zu geht. Aber es ist durchaus Realität. Männern wird heutzutage ganz schön viel abverlangt. Mann soll viel verdienen, involvierter Vater sein, auch mal den Putzlappen schwingen, ohne dafür gelobt werden zu wollen. Wann wird eigentlich mal ein Mann danach gefragt, wie er Beruf und Familie unter einen Hut bringt? Äußerst selten!

Mein Mann und ich ziehen gemeinsam (!) vier Kinder groß. Er bringt das Geld nach Hause, das uns unser Haus und unseren Lebensstandard finanziert, ich leiste den größten Teil der Arbeit daheim. Nebenher werkel ich an meiner Promotion in einem Orchideenfachgebiet, das wohl in dieser Welt niemals als systemrelevant eingestuft sein wird. Purer Luxus!

Wie wir uns das aufgeteilt haben, war ganz allein unsere Entscheidung. Daher wird auch nicht gemotzt.

Und auch hier: Frauen die Anforderungen an ihre Partner stellen und die ein recht gutes Leben dabei führen. Das muss dieser internalisierte Sexismus sein, den Frauen nur aufgrund des Patriarchats haben!

Und noch einer, der dreister Weise einfach darauf abstellt, dass man ein Team sein soll:

Gleichberechtigung muss wehtun“

Nein, eine Beziehung sollte beiden Partnern Zufriedenheit bringen. Wie die erreicht wird, ist Pärchensache, mithin also Privatangelegenheit.

Hilfreich ist dabei sicher, auf die männlich/weiblich-Konnotation zu verzichten und sich als Team zu verstehen. Dann spielt es auch überhaupt keine Rolle, wenn es mal Phasen gibt – und die gibt es – in denen ein Partner mehr leistet als der andere.

Man kann natürlich auch grundsätzlich dem Partner misstrauen und jeden Handschlag gegeneinander aufrechnen – aber glücklich wird man damit garantiert nicht.

Gibt sicherlich viele weitere lesenswerte, aber ich greife diese mal heraus.

54 Gedanken zu “„Das ist der neue „Männer macht mehr Hausarbeit“-Feminismus“ und „Die Familie als Team und nicht als Gegner“

  1. Am Ende des Tages handelt jedes Paar seinen eigenen Partnerschaftsvertrag aus, wie man den Alltag gestaltet. Wenn das dann Haus, Garten, VW-Bus und All-Inc Urlaub beinhaltet, dann kann man sich die Reinigungskraft, Saugroboter, Mähroboter und den Babysitter auch noch leisten, die sind sicher günstiger als so ein Bully.

    Und wenn man Wert auf diesen hohen Lebensstandard legt, wird man auch nicht umhin kommen, dass einer Karriere macht. Also so richtig. Entweder selbstständig mit Angestellten, oder angestellt mit Führungsverantwortung. Denn für all diesen Spass braucht man schon ein deutlich 6-stelliges Einkommen.

    Nur gibt es so etwas nicht für lau. Da ist man mindestens bei einer 60 Stunden Woche, eher 80. Oder eben bei zwei Vollzeitjobs, dann beide im gehobenen Einkommenslevel.

    Wieviel man dann von seinen Kindern hat? Naja… Eher in kondensierter Form. Die Annahme, Karriere mit Familie vereinbaren zu können, ist von vornherein optimistisch.

    Da befindet sich die Frauenwelt in ihrer eigenen Echokammer und Filterblase, in der das Geld vom Himmel fällt oder einfach da ist. In einer Welt aus Beamtenmentalität, in der Geld aus zugewiesenen Budgets besteht. Die durch Steuern oder Zuweisungen vom Himmel fallen. Während im real existierenden Kapitalismus Geld verdient wird, in dem man Aufträge gewinnt und bedient. Wo man in ein Angebot wochenlang Arbeit steckt. Und wenn man nicht der beste ist, und den Auftrag gewinnt, kriegt man eben nichts, und die Akquise-Arbeit war umsonst. Während man gleichzeitig die bestehenden Aufträge abarbeiten muss. Und sich um Kunden, Mitarbeiter, Bürokram und gesetzliche Vorgaben kümmern muss.

    Wenn Frau dann beschließt, dass man die Hose nur einen Tag anhaben kann, bevor sie gewaschen wird, wöchentlich die Bettwäsche gewechselt wird, und die Fenster einmal die Woche geputzt werden, um sich am Anschluss über die viele unbezahlte Care Arbeit zu beschweren, kann man manchmal nur müde lächeln.

    • Mein Reden. Es ist ja nicht so, dass die Mehrzahl der Frauen keine Ansprüche hätte. Ganz besonders die Leserinnen der Zeit. Die ganze Diskussion um Care Arbeit wird mMn nur aus dem Grund geführt, weil man das Schiff gender pay gap auf eine Sandbank gesetzt hat. Es ist mittlerweile schon fast Gemeingut dass Frauen aus freien Stücken andere Berufe ergreifen. Deswegen verlagert man die Frontlinie. Denn es ist zu erwarten, dass die Mehrheit ob ihres Kontaktes zur Realität auch bald spitz bekommt, dass Frauen im Mittel viel weniger arbeiten (beruflich). Diesen Umstand kennt man aus dem eigenen Leben. Daher muss eine Erklärung für diesen Luxus an Lebensqualität her, die dem verdammten Patriarchat anzulasten ist. Und diese Erklärung ist die Care Arbeit. Da werden zunächst die Alten vorgeschoben, die tatsächlich in der Regel von den Töchtern und Schwiegertöchtern gepflegt werden. Aber das erklärt natürlich nur einen kleinen Teil des Unterschieds und ermöglicht keine Klage auf breiter Front. So wird die Betreuung der eigenen Brut auf einmal zur Arbeit deklariert, der sich der faule Partner feige entzieht. Das ist natürlich völlig unangebracht, da diese Möglichkeit ja mit Elterngeld, Mutterschutz und Recht auf Teilzeit von genau dieser feministischen Lobby erst geschaffen wurde. Und sicher nicht um diese Mittel den Männern zu geben. Nun ist auch das nicht ausreichend, da Kinder leider kein allzu verbreitetes Phänomen unter jungen Frauen sind, so dass es immer noch Argumenten bedarf um das Unrecht der Welt zu beklagen. Und das ist der Haushalt. Hier ist es es möglich den Männern zu zeigen wie faul sie sind. Sie arbeiten weniger als ihre Partnerinnen im Haushalt. Und dazu gibt es Zahlen. Dass die vermutlich nicht sehr aussagekräftig sind und Männer auch als Single eine Frau im Haushalt ausnutzen, da sie dann auch nicht mehr Stunden aufräumen und putzen bleibt als Widerspruch.
      Hier bleibt als Erklärung nur völlig unterschiedliche angestrebte Standards. (und nebenbei bemerkt unfassbare Ineffektivität der Frauen, die in der Regel annehmen, dass sie besser in Haushaltsführung sind als Männer weil ihre Mutter ihnen irgendwas beigebracht habe).

      • Völlig richtig: Als in der Bevölkerung langsam durchgedrungen ist, dass sich der Pay Gap zum Großteil durch eine eklatante Arbeitsverweigerung der Frauen erklären lässt, wurde flugs die Strategie geändert und alles was Frauen tun, soll nun als „Arbeit“ verkauft werden. Und wie durch Zauberhand sind alle Medien dabei.
        Wahrscheinlich werden wir die nächsten 20 Jahre damit verbringen, den Mythos der „Care-Arbeit“ zu entlarven.

        • Was wohl dem Care-Arbeits Mythos das Ende einläuten wird?

          Am liebsten wäre mir, dass an „Arbeit“ ein Qualitätsanspruch gebunden ist, so dass Care-Frauen ihre Arbeit öffentlich inspiziert sehen. Sobald genug Väter-vergraulende Alleinmütter am öffentlichen Pranger stehen dafür, wie schlecht ihre Kindererziehung qualitativ ist, ist schnell Schluss mit „care“.

          Man müsste aber Mütter/Frauen dazu manipulieren, andere Frauen an den Pranger zu stellen, denn Männer dürfen das natürlich nicht.

          • „Am liebsten wäre mir, dass an „Arbeit“ ein Qualitätsanspruch gebunden ist,“

            Das versucht man durch Quoten und weitere Staatsregulierung ebenfalls zu unterbinden.

          • Stimmt, wenn eine Arbeitsstelle in der Wirtschaft nicht mehr an Qualitätsansprüche gebunden ist, warum sollte dann eine Arbeitsstelle im Heim das sein?

            Wäre das alles geplant, müsste man sich vor denen verneigen. Es ist, als hätten die an alles gedacht.

      • Da werden zunächst die Alten vorgeschoben, die tatsächlich in der Regel von den Töchtern und Schwiegertöchtern gepflegt werden.

        Die Alten werden, so sie denn pflegebedürftig sind, in der Regel in ein Altersheim abgeschoben. Ich würde diese Heerscharen von sich aufopfernden Pflegetöchtern ja gern mal in der Realität sehen. Damit meine ich nicht das Pfelgepersonal in den Heimen, sondern die Pflege auf privater Basis, also die vielbeschworene „unbezahlte Care-Arbeit“. Die „unbezahlte Care-Arbeiterin“ ist die Trümmerfrau der Postmoderne. Im Wesentlichen ist das ein feministischer Mythos.

        • Sehr schön gesagt!
          Wie es auch extrem widersprüchlich ist, alle Kindererziehung ab Krippenalter zu sozialisieren – und dann die besondere Wertschätzung für die Frauenarbeit bei der Kindererziehung einzufordern.
          Und die Existenz von reihenweise Convenience-Fraß in den Supermärkten verträgt sich nicht so richtig mit einem riesigen Aufwand in Sachen Zubereitung von Speisen.
          Dass der nagelneue „Arbeit“sbegriff nunmehr „emotionale Arbeit“ umfasst oder den „mental load“ der Organisation von Kindergeburtstagen soll schlicht ausgleichen, dass der Aufwand für die reine „Hausarbeit“ (die gemessen wird immer Hausfrauenarbeit ist) ins Bodenlose fällt.

          • Herrlich, der „mental load“-Faktor als Indikator, wie Frauen in unserem Patriarchat schon allein aufgrund ihrer Existenz überfordert und benachteiligt sind.

            Hausarbeit ist doch ne Lachnummer. Seit ich nicht mehr mit einer Partnerin zusammenwohne, fällt davon weit weniger als die Hälfte an. Und es ist sauberer. Ich wische einfach über die Flächen und muss nicht vorher komische Deko wegräumen. Und um die hatte sie immer nur drumrum gewischt, wenn sie überhaupt mal eine solch entwürdigende Tätigkeit durchführte.
            Wenn ich mal eine Putzkraft buchen würde – ich würde immer nur Männer nehmen.

      • Wo ist das Problem? Frauen leisten ja offenbar durchaus mehr Care-Arbeit.
        Maßgeblich ist aber. Die Frauen entscheiden sich auch dazu in der Regel aus freien Stücken und Care-Arbeit ist nicht unbezahlt.

          • Es gibt eine Untersuchung, die hier schon gelegentlich zitiert wurde, dass Single-Frauen mehr Zeit wöchentlich für „Care“ aufbringen als Single-Männer. Wobei „Care“ hier den kompletten Haushaltskram inklusive Speisezubereitung etc. wohl mitzählt.

            Anekdotischer Exkurs: Das scheint mir plausibel – ich koche zB nur etwa jeden zweiten Tag und fasse den Staubsauger konsequent nur an Samstagen an. Reicht mir, meine 80m² sind mir sauber genug auch für spontanen Besuch. Mir bekannte Weibchen meinen aber, ihre halb so grossen Wohnungen spätestens alle zwei Tage saugen und wöchentlich wischen zu müssen, und die Fenster müssen alle zwei Wochen… nun gut, das mache ich nach Bedarf, nicht nach Kalender… und wer unbedingt jeden Tag kochen und jedes Geschirrteil sofort reinigen muss, statt zwei-drei Mal pro Woche die „Minna“ mit einem Tab zu füttern, braucht da insgesamt und sogar pro Kochvorgang zusätzlich viel Zeit.

            Zurück zur Studie: Offensichtlich erledigen die Singles die Care-Arbeit überwiegend für sich selbst, konsumieren also den Effekt. Daraus könnte man auch den Schluss ziehen, das Single-Frauen grundsätzlich mehr Care konsumieren als Single-Männer. Und warum sollte das in Beziehungen plötzlich anders aussehen? Wir haben hier einen Gender-Care-Consumption-Gap! Schrei! 🙂

          • Dürfte vermutlich ähnlich dem Gender-Spending-Gap sein.
            Das Frauen sechmal soviel Care konsumieren wie sie verdienen.

          • Die entscheidenden Frage ist doch, was überhaupt als „Care-Arbeit“ definiert wird. Wie bei den „systemrelevanten Berufen“ nur das, was sich gut für Frauen ausschlachten lässt?

          • Im Übrigen: Warum sollten Männer ebensoviel „Care-Arbeit“ wie Frauen leisten, wenn Frauen doch weniger Erwerbsarbeit leisten?

        • Ich finde, nicht Frauen machen mehr Care-Arbeit, sondern das, was Frauen machen, wird einfach fast immer als Care-Arbeit definiert. In diesem Sinne machen sie in der Tat mehr Care-Arbeit.
          Wenn ein Mann für seine Liebsten die wirtschaftliche Basis schafft, dass sie gut leben können und alles haben, ist das doch auch Care-Arbeit. Aber das cared keinen.

          • Nein, das ist richtige Arbeit. Die dient dazu, seine Machtposition im Patriarchat zu festigen und sich in seinem Leben mit seinen Interessen selbstzuverwirklichen.
            Eine rundumversorgte Ehefrau und 1-3 Kinder sind da quasi nur Abfallprodukt.

        • Wenn man den Haushalt zu führen als Care-Arbeit definiert, also das Kochen bis zum Staubsaugen dazu zählt, dann sind es tatsächlich die Frauen, die den Hauptteil abarbeiten. Ich dachte aber an die Behauptung, dass die Töchter in der Regel die Alten pflegen. Das ist Quatsch. Was die sogenannte Care-Arbeit, also Haushaltsführung anbelangt, so können das nur die Frauen sein, weil sie in signifikant geringerem Umfang erwerbstätig sind.

  2. Mir scheint die größte Gefahr der aktuellen flächendeckenden Feminismus-Welle die damit gesäte permanente Unzufriedenheit der Frauen. Der nach genügend medialer Penetration auch bei moderaten Frauen latent schwelende Zweifel an der eigenen Rolle spaltet Beziehungen und Familien. Sie spielen nicht mehr im Team Familie, wie „Epstein didn‘t hire his girls“ es beschreibt, sondern sie definieren sich über ein politisch, medial und dann gesellschaftlich vorgegebenes Frauenbild.

    Dieser subjektive Zweifel wird permanent geschürt, indem weitere angebliche Ungerechtigkeiten dargestellt werden. Gender Pay Gap, unbezahlte Care-Arbeit. Es wird eine materielle Benachteiligung fernab der Realität an die Wand gemalt. Denn es wird bei der numerischen Bewertung nie berücksichtigt, was die meist voll arbeitenden Männer den carearbeitenden Frauen an materiellen Gütern zuschieben oder auf sie umschichten. Es werden auch nicht die verschiedensten Unterhaltszahlungen und die staatlichen Leistungen und Vergünstigungen für Frauen und Mütter einbezogen.

    Die Folge sind immer mehr Trennungen, immer mehr Kinder, die in die Ganztagsbetreuung müssen und ohne Vater aufwachsen. Durch die Zerstörung der klassischen Familie nimmt der mediale, staatliche und gesellschaftliche Einfluss auf die Einzelnen zu, denn es gibt eben nicht mehr die starken Familien-Teams mit ihrem oft unerschütterbaren Zusammenhalt. Es irren zunehmend vereinzelte Individuen durch die Welt, die sich in sozialen Medien mit Ihresgleichen in ihrer Unzufriedenheit verstärken und empfänglich sind für alles, was sie darin bestätigt.

    Ich finde, es gibt in der aktuellen Feminismus-Welle kein Familienbild, das die Feministen zufriedenstellen würde. Arbeitet die Frau voll, ist es unmenschlich, weil sie ja auch noch Care-Arbeit leistet, arbeitet sie halbtags, schlägt der Pay Gap voll zu, arbeitet sie gar nicht und betreibt Care-Arbeit an ihren Pferden und Fingernägeln, ist das auch verwerflich, da sie ja als Heimchen unterdrückt wird und kein eigenes Einkommen hat.

    Ist die Familie oder Beziehung dann zertrümmert, ist die Frau auch die Arme, denn sie wird ja auf dem Arbeitsmarkt benachteiligt und muss dann womöglich noch ihr Kind ins Bett bringen, das den Vater nicht mehr sehen darf.

    Diese Feminismus-Welle ist die schlimmste bisher, weil sie den Kern der Gesellschaft, eben die Familie angreift und zerstört.

    • „medialer Penetration“

      🙂 muß ich mir merken. Penetration ist in der strengen feministischen Lehre ja immer Vergewaltigung. Gehirnwäsche kann man sogar irgendwie als eine Form der Vergewaltigung ansehen.

      „Der nach genügend medialer Penetration auch bei moderaten Frauen latent schwelende Zweifel an der eigenen Rolle…“

      Ich wüßte gerne, welche Schäden die permanente feministische Gehirnwäsche in der Psyche von Frauen anrichtet, insn. der Wahrnehmung von Männern. Daß z.B. das angebliche Gender Pay Gap nicht existiert, findet man nur heraus, wenn man sich die Berichte genauer ansieht, dazu hat nicht jede Frau Zeit, glaubt also die ganze Propaganda, fühlt sich also diskriminiert und entwickelt einen Sozialneid oder sogar Haß auf Männer.

      „Dieser subjektive Zweifel wird permanent geschürt,..“

      Wie dieser Zweifel / Sozialneid / schlimmstenfalls Haß auf Männer genau aussieht, also letztlich wie erfolgreich die Propaganda war, wüßte ich gerne. Offiziell bezeichnen sich nur wenige Frauen als Feministin, aber das zeigt die psychische Situation nicht wirklich an.

      • Das ist sicher nicht so leicht rauszukriegen, vor allem nicht empirisch. Aber immer weniger Frauen zumindest in meinem Umfeld sind mit ihrer Rolle zufrieden. Untereinander sind sie nur am klagen oder rechtfertigen sich, warum sie viel, wenig oder gar nicht arbeiten. Ich kenne eigentlich keine, die sagt: „Hey, ich hab‘s voll gut. Mein Mann arbeitet, ich habe viel Zeit für die Kinder und unser Hausbau geht auch gut voran. Und ich hab sogar jeden Tag Zeit zum Stricken oder für mein Orchideen-Hobby.“ Selbst wenn das eine sagen würde, riskiert die doch öffentlich angespuckt zu werden.

        • „riskiert die doch öffentlich angespuckt zu werden.“

          Öffentlich vermutlich nicht. Aber es ist in weiblichen Peer-Groups schon wichtig, nicht allzusehr aus der Reihe zu tanzen. Und schon gar nicht mit einer privilegierten Situation anzugeben. Sonst wird frau schnell aus dem Freundinnenkreis entfernt und dient fortan als Buhfrau, also als abwesendes Hassobjekt.

          Optimal ist die Position „Privilegiert sein, die anderen wissen es genau, aber trotzdem immer mal wieder über Nichtigkeiten klagen“

          Oder anders: „Lerne klagen ohne zu leiden“ diese alte Kaufmannsweisheit lässt am besten bei Frauen lernen.

          • Diese Weisheit kannte ich noch gar nicht, ist aber klasse. Es gibt halt ein gravierendes Problem dabei: Wenn du immer jammerst und klagst, dann kannst du das nur am Anfang wirklich taktisch einsetzen. Irgendwann fängst du an, den Mist erst ein kleines Stück, dann aber komplett selbst zu glauben. Auch wenn dir jede Freundin vor Augen hält, wie super es dir geht, fühlst du dich doch als Benachteiligte, als Opfer.

            Daraus resultiert eine permanente Anspruchshaltung und Unzufriedenheit, die schnell jede Partnerschaft oder Familie sprengen kann.

          • „Daraus resultiert eine permanente Anspruchshaltung und Unzufriedenheit“

            Das zieht sich durch die gesamte Kulturgeschichte der Menschheit. Ob es eine Familie sprengt, hängt vom äußeren Druck ab der die Familie zusammenhält. Es ist ja jetzt auch unabhängig von den Launen der Weiber nicht so, dass Familie eine freiwillige Form des Zusammenlebens ist.

            In jedem Fall aber gehe ich davon aus, dass das Genörgel der Frauen ein wesentlicher Grund für die geringere Lebenserwartung des Mannes ist…

    • Das ist in der Tat ein beobachtbares Phänomen. Ich habe den Eindruck, dass die Überzeugung irgendwie benachteiligt zu sein mittlerweile bei fast allen Frauen Realität ist. Wenn also irgendetwas nicht funktioniert, sei es beruflich, sei es privat, hat sie immer die Erklärung, dass es wegen der Unterdrückung geschieht. Egal ob es andere Erklärungen gibt. Das ist nicht nur idiotisch und nicht erwachsen, es ist unglaublich behindernd. Wer nämlich keine Verantwortung bei sich sucht kann natürlich auch nichts verbessern. Aber wem sage ich das…

      • »Wer nämlich keine Verantwortung bei sich sucht kann natürlich auch nichts verbessern.«

        Klingt nach etwas, wonach man in Bewerbungsgesprächen filtern sollte. 😀

    • Aber das ist doch genau die linke Politik, die alle wollen.
      Die konservative Vergangenheit beklagen, mit intakter Familie, in der homogenen Nachbarschaft spielenden Kindern, die nicht abgestochen wurden und Vereinswesen und Kirchgang.

      • In der Vergangenheit gab es natürlich auch heftigen Gruppendruck und Ausgrenzung Andersdenkender, gesellschaftliche Normen, denen sich alle zu unterwerfen hatten. Interessant ist aber, dass der Druck heute mindestens genauso stark ist, es also nicht akzeptiert ist, das Leben einer solchen von dir beschriebenen Familie zu führen.

        Heute ist aus Sicht des Feminismus eben jegliche Form von Familie frauenfeindlich. Denn selbst durch die bloße Anwesenheit von Kindern müssen sich Frauen einer Care-Zwangsarbeit unterwerfen.

        Bleibt also nur die Variante Alleinerziehende Mütter, die von der Gesellschaft durchgefüttert werden. So wie in Frankreich, wo jede allein oder mit Partnerin lebende Frau einen Anspruch auf eine Samenspende hat.

        Familie ist da nur noch etwas für Ewiggestrige…

    • „Mir scheint die größte Gefahr der aktuellen flächendeckenden Feminismus-Welle die damit gesäte permanente Unzufriedenheit der Frauen.“

      Nein. Die größte Gefahr ist die schleichende Unzufriedenheit der Männer. Männer machen Revolutionen. Nicht Frauen.

      • Aber unzufriedene Frauen zersetzen die Gesellschaft von innen. Das ist viel gravierender als eine plumpe Revolution durch Männer.

        Schau doch die revolutionären Aktionen der Maskulisten an.

          • Komisch, dann leben wir in Paralellwelten. In meiner gibt‘s überall Frauenklagen. Egal, welche ich spreche, welchen Sender in anschalte, welchen Politiker ich reden höre. Zuviel Arbeit, zu wenig Arbeit. Zu viele und die falschen Blicke von Männern, zu wenig Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit, kein Geld für Care-Arbeit, körperliche Misshandlungen in der Familie, durch Partner, im Parkhaus, sexistische Komplimente von Männern, Blumen statt Privilegien, zu wenig Frauenhäuser, Betreuung der eigenen Kinder in der Pandemie, kleineren Pool als die Nachbarin, Geschlechtsgenossinnen als verfügbare Sexojekte in der Werbung. Den Kram könnte ich hier ewig fortsetzen.

            Und wem es so scheiße geht, der ist unzufrieden.

          • Genau, aber in dieser Feminismus-Welle wird das Quengeln systemrelevant, weil immer mehr Familien zerplatzen, weil das Gejammere nicht mehr durch das weibliche Individuum, sondern dazu auch durch die ganze Gesellschaft erfolgt.

          • Hmmm, ja das stimmt schon. Der größte Fehler ist wohl, dass man versucht, es den Frauen recht zu machen.

          • „Die größte Gefahr ist die schleichende Unzufriedenheit der Männer. Männer machen Revolutionen. Nicht Frauen.“
            und
            „Keine Ahnung was Du meinst. Ich sehe keine unzufriedenen Frauen.“

            Wow, zwei Statements von Dir in Folge, denen ich uneingeschränkt zustimmen kann, Adrian.
            Was ist los mit Dir? Schwächelst Du? 😉

          • „Der größte Fehler ist wohl, dass man versucht, es den Frauen recht zu machen.“

            Das sehe ich auch so. Und damit tut man ihnen auch keinen Gefallen, denn irgendwann müssen sie ja mal erwachsen werden und Verantwortung für sich selbst übernehmen. Nur leider spielen noch zu viele Männer bei dem Spiel mit. Am Ende verlieren beide.

  3. dass Kommentare zu dem Thema oft von privaten Beobachtungen ausgehen (Frauen machen immer mehr Hausarbeit als Männer), erklärt

    Ganz so Privat ist diese Beobachtung nicht. Es gibt eine ältere Untersuchung des Destatis, die ich hier ausführlicher behandele, danach gilt das sogar für Alleinlebende!

    Alleinlebende Frauen bzw, Männer verwenden ca. 230 bzw. 160 Minuten pro Tag für die Haushaltsführung, Frauen als fast die Hälfte mehr Zeit als die Männer!

    Bei Alleinlebende ist aber die Person offensichtlich
    1. der „Auftraggeber“, der bestimmt, wie aufwendige Hausarbeiten durchgeführt werden, und
    2. der „Konsument“ der Ergebnisse dieser Hausarbeit.

    Das große Defizit der Debatte um die Hausarbeit ist mMn, daß die Rolle des Auftraggebers und des Konsumenten völlig außer Betracht bleibt.

    • Allerdings kommen mir diese Zahlen insgesamt sehr hoch vor. „Alleinlebende Männer ohne Armutsrisiko“, werden typischerweise einer Vollzeiterwerbstätigkeit nachgehen. Wer hat neben dieser mehr als 2,5 Stunden täglich für Haushaltsführung Zeit? Selbst wenn man Einkäufe und ähnliches addiert? Die angegebene Quelle gibt als Quelle auch nur „Statistisches Bundesamt, Zeitbudgeterhebung 2001/02, eigene Berechnungen“ an, was wenig aussagekräftig ist. Mir ist jedenfalls nicht klar geworden, was alles zur „Haushaltsführung“ gezählt wird.

      • „Mir ist jedenfalls nicht klar geworden, was alles zur „Haushaltsführung“ gezählt wird“.

        Steht in Abschnitt 2.2 Haushaltsführung und Kinderbetreuung:
        „Zum nachfolgend untersuchten Bereich der „Haushaltsführung“ gehören hauswirt-
        schaftliche und handwerkliche Aktivitäten, Garten- und Tierpflege, Einkäufe im Laden
        und per Internet, u. a. auch die hierfür notwendigen organisatorischen Arbeiten und Be-
        hördengänge, sowie die Unterstützung und Betreuung von erwachsenen Haushaltsmit-
        gliedern. Die Kinderbetreuungszeiten einschließlich der hiermit verbundenen Wege-
        zeiten werden separat untersucht.“

        Die Zeiten sind in der Tat hoch und vermutlich nicht gleichmäßig auf Arbeitstage und Wochenende verteilt. Wenn man aber selber kocht (also nicht nur die Fertigpizza in den Ofen schiebt), hat man sehr schnell eine Stunde gebraucht. Insofern sind andere Zahlen im Bereich 5 – 10 Stunden, Frauen oder Männer angeblich pro Woche im Haushalt arbeiten, eher zu klein bzw. basieren auf einer zu engen Definition, was Hausarbeit ist

        Es wäre natürlich gut, weitere Studien / Repliaktiosstudien dazu zu haben. Ich kenne aber keine weitere Studie,die die Zeiten für die Haushaltsführung auch für Alleinstehende ausweist.

        • Hi mitm, schön, wieder einen neuen Artikel von dir zu lesen! 🙂

          Es gibt eine kanadische Studie, die den identischen Befund präsentiert – muss ich mal versuchen zu finden.
          Auch bei kanadischen Singles verwenden Frauen mehr Zeit auf den Haushalt.
          Wobei ich bei allen Studien mutmaße, diese basieren auf Selbstauskünften und nicht auf teilnehmender Beobachtung und deshalb traue ich ihnen nicht.

          Dann finde ich an den Zeiten einiges auszusetzen: Wäsche waschen, Geschirr spülen bspw. erschöpft sich beim vorherrschenden Mechanisierungsgrad doch auf ein- und ausräumen und aufhängen. Viele haben natürlich auch noch eine Wäschetrocknerin (objektifizierter Wäschetrockner).
          Ich brauche bei meiner Waschmaschine nur die „Zeit sparen“ Taste nicht zu drücken und prompt „arbeite“ ich eine halbe Stunde länger.
          Auch Essen zubereiten – wenn ich die Vorbereitung abgeschlossen habe, dann stelle ich das Zeug auf den Herd oder in den Backofen und mache etwas anderes.
          Wenn man allerdings 1,5 Stunden braten im Backofen als Arbeit rechnet, komme ich auch auf hohe Werte.

          • Plausibel ist der zeitliche Mehraufwand bei Frauen schon. Da ist zum einen die höhere Reinigungsfrequenz der Wohnung bei Frauen und die höhere Gewichtung von (reinigungsintensiveren) dekorativen Elementen gegenüber rein funktionalen Wohnungselementen.

            Bei der Wäsche dürfte ebenfalls ein höherer Aufwand darin bestehen, dass viele weibliche Kleidungsstücke nicht für die Wäschtrocknerin geeignet sind. Und nicht wenige sogar nicht mal der Waschmaschinin gegeben werden können, sondern Handwäsche sind. Nicht zu vernachlässigen auch der Zeitaufwand, die in drei+ Kleiderschränken gelagerten Textilbestände regelmäßig zu lüften und umzuschichten…

          • „kanadische Studie“
            Wäre interessant bzw. notwendig. Studien, die nicht repliziert worden sind, halte ich inzwischen für generell wenig vertrauenswürdig.

            „basieren auf Selbstauskünften“
            Mir kam es vor allem auf die sehr deutliche Differenz bei Frauen und Männern an. Wenn bei beiden der Meßfehler in etwas gleich ist, dann ist die zentrale Erkenntnis unverändert.

            „Auch Essen zubereiten…“
            Manche Leute machen ein Hobby daraus, so ähnlich wie Helikoptereltern bei der Kindererziehung. Das führt zu der Frage, ob das wirklich so aufwendig sein muß, wer über den zu treibenden Aufwand entscheidet. Solange das nicht klar ist, halte ich alle feministischen Klagen über die enorme (angeblich unbezahlte) Sorgearbeit bzw. Haushaltsarbeit von Frauen für nicht ausreichend begründet.

          • @mitm @Peter @carnofis

            Der geilste Befund einer der Studien war, wenn diese zusamen zogen, weitete sich der Umfang der geschlechtsspezifischen Tätigkeiten aus.
            Die Frau verbrachte mehr Zeit mit Hausarbeit und der Kerl mit Reparaturen etc. – so als würden sich beide wechselseitig ihres Wertes füreinander vergewissern wollen. Je nach Geschlecht.

            „Plausibel ist der zeitliche Mehraufwand bei Frauen schon. Da ist zum einen die höhere Reinigungsfrequenz der Wohnung bei Frauen und die höhere Gewichtung von (reinigungsintensiveren) dekorativen Elementen gegenüber rein funktionalen Wohnungselementen.“

            Nein, er ist größtenteils stumpf übertrieben und unwahr.
            Ich bin nun lange genug alleine lebend und ohne bezahlte Kraft zur Reinigung und sonstiger Hilfsleistung, um abschätzen zu können, wie viel Zeit man zur Säuberung seiner Wohnung pro qm benötigt (und ich sauge und wische danach).
            Auch für „shopping“ und Nahrungszubereitung (und ich koche viel) können mir Frauen keinen Bären aufbinden. Wer eine halbe Stunde am Tag für „shopping für goods and services“ angibt – ergo 3,5 Stunden pro Woche – lügt einfach oder ist unfähig zu planen.

            „In einer ähnlichen Studie aus derselben Zeit – die ich bestimmt auch noch auf einer meiner tausenden archivierten Dateien herumliegen habe – wurde festgestellt, dass Frauen ihren Einsatz im Haushalt regelmäßig überschätzten, Männer dagegen ebenso regelmäßig unterschätzten.
            Befragt wurden beide zuerst nach ihrer Einschätzung ihres Haushaltseinsatzes und danach wurde der tatsächliche Aufwand anhand objektiver Beobachtungen gewürdigt.“

            Das ist, was ich mit der Korrektur durch teilnehmende Beobachtung meinte und was bereits Arne 2001 referierte. Es bringt vor diesem Hintergrund gar nichts Tagebücher auszuwerten, weil niemand genau auf die Uhr schaut, sondern die Zeitverwendung schätzt und Männer unterschätzen optimistisch und ständig die benötigte Arbeitszeit, während es bei Frauen sich genau anders herum verhält.

            Man sollte sich zudem fragen, welches Zielpublikum die ganzen Nachmittagsshows im Fernsehen adressieren, wenn Frauen zu beschäftigt sind, diese nicht verfolgen zu können.
            Für wen sind sie dann überhaupt produziert worden?
            Das Label „Harz4-TV“ kann doch insofern nicht stimmen, als es sich um werbefinanziertes Privatfernsehen handelt und diese Bevölkerungsgruppe zwar konsumieren wollte, aber nicht kann.

          • „Man sollte sich zudem fragen, welches Zielpublikum die ganzen Nachmittagsshows im Fernsehen adressieren, wenn Frauen zu beschäftigt sind, diese nicht verfolgen zu können.
            Für wen sind sie dann überhaupt produziert worden?“

            Wenn man was über das Zielpublikum eines Mediums wissen möchte, dann muss man die Werbung zwischen den Beiträgen analysieren. Cartier inseriert nicht in der BILD, weil dort mit Sicherheit keiner der typischen Leser sich so eine Uhr leisten könnte. Auf der anderen Seite wird man im SPIEGEL keine Werbung für die Tagesangebote von Lidl finden.
            Am Sonntagmorgen fängt das Kinder-TV übrigens schon zu nachtschlafender Zeit an.
            Warum nur? 😀

    • „Es gibt eine ältere Untersuchung des Destatis, die ich hier ausführlicher behandele, danach gilt das sogar für Alleinlebende!“

      Diese Studie wurde in einer Zeit erstellt, als die Arbeitsteilung im Haushalt im Zentrum feministischer Aufmerksamkeit stand. Damals wurde gefordert, dass Männer sich MINDESTENS! zur Hälfte am Haushalt beteiligen müssten. Erwerbsarbeit war dabei ausdrücklich nicht berücksichtigt.
      In einer ähnlichen Studie aus derselben Zeit – die ich bestimmt auch noch auf einer meiner tausenden archivierten Dateien herumliegen habe – wurde festgestellt, dass Frauen ihren Einsatz im Haushalt regelmäßig überschätzten, Männer dagegen ebenso regelmäßig unterschätzten.
      Befragt wurden beide zuerst nach ihrer Einschätzung ihres Haushaltseinsatzes und danach wurde der tatsächliche Aufwand anhand objektiver Beobachtungen gewürdigt.

      Mein persönliche Erfahrung ist ähnlich. Die Mutter meiner Kinder hatte ihren Einsatz im Haushalt auf nahe Null herunter gefahren, weil sie Angst hatte, dort mehr als die Hälfte zu tun. Dennoch hatte sie das Gefühl, ich würde sie dort mit der Arbeit allein lassen.
      Ich war damals gegen Ende unserer Beziehung vollzeit berufstätig, habe auf dem Heimweg eingekauft und entweder den Haushalt gemacht, oder die Kinder bespaßt.

  4. Das sehe ich genauso. Hat Fiete nicht immer auf die finsteren Möglichkeiten, auf Kinderseelen zuzugreifen, hingewiesen, die sich ergeben, wenn dieser Wall gegen ideologisch aufgeladene Einflussnahme erst mal gefallen ist?

    Die Frage ist, ob das eine geplante und intendierte Entwicklung ist, oder ob wir nur eine gigantische Version von „Der Fischer in siine Fru“ erleben.

    • Ich glaube ja nicht an eine geplante Entwicklung, aber es ist opportun, das zu unterstützen und anzufeuern. Es wird in vielen Frauen das kleine Pflänzchen der Herrschsucht, der Habgier und vor allem der Missgunst gedüngt und gegossen, das ansonsten gar nicht so wuchern würde.

      Durch die überall und immer beschworene Benachteiligung müssen sich Frauen zumindest vor sich selbst positionieren. Sie stellen dann fest, dass noch immer mehr männliche Vorstandsvorsitzende existieren und zählen sich plötzlich auch zu einer Opfergruppe, mit der sei eigentlich gar nichts zu tun haben, denn in der Realität werden sie ja hofiert, quotiert, gefördert, beschützt und versorgt.

      Trotzdem sind sie unzufrieden und im Zweifel. Und wer jemals in einer Familie mit einer unzufriedenen Frau steckte, der weiß, wie übel das oft endet.

    • Das ist geplant.
      5G Warfare wenn man so will.
      Alleine der Nebenkriegsschauplatz gegen diese wertvollen traditionellen Märchen, gibt da ja schon einen starken Hinweis.
      „Schwarze bitterböseste Pädagogik!“

  5. Tja, man könnte ja lachen über all das. Aber mein Bürokollege schafft 6-stellig Einkommen nach Hause und schmeißt 80% des Haushalts. So lange es Männer gibt, die das mitmachen, ist es gar nicht so verrückt von Frauen, solche Forderungen zu stellen.

    • Und wenn sie sich scheiden lässt, muss er ihr trotzdem die Hälfte von allem geben, was er in der Zeit verdient hat.

      Wie blauäugig, wie hirnrissig.

      Es ist wohl utopisch zu erwarten, dass diese Frauen diese Männer vor sich selbst schützen.

  6. Das Problem ist ja nicht nur „Macht der Mann auch mein Klo sauber“. Das Problem ist „Macht der Mann mein Klo auch so sauber, dass ich es als sauber akzeptiere“.
    Einer der Gründe weswegen ich es als sinnvolle Entscheidung in Betracht zog meine zweite Frau zu heiraten war, weil sie, nachdem ich die Dusche sauber gemacht habe nicht – wie in „Caveman“ so schön beschrieben – sagte „Ach Duuu hast die Dusche sauber gemacht?“, als würde sie das einen Dreijährigen fragen, sondern mir einfach nüchtern erklärte, weswegen sie jetzt gar nicht gedacht hätte, ich hätte die Dusche schon geputzt. Ist schon faszinierend was für Frauen da teilweise wichtig ist. Da musste ich gleich an das Nitzsche Zitat: „Mann und Weib im ganzen verglichen, darf man sagen: das Weib hätte nicht das Genie des Putzes, wenn es nicht den Instinkt der zweiten Rolle hätte.“
    Ich muss sagen ich habe da nie eine Wissenschaft drauf gemacht. Ich glaube da haben die meisten Frauen tatsächliche eine andere Definition von „Sauber“ als die meisten Männer und entweder einigt man sich da auf eine Definition, oder es putzt der mit der niedrigeren Toleranzschwelle.

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