Es wird bei dem Vorwurf von Sexualdelikten an amerikanischen Universitäten endlich einen fairen Prozess geben

Arne berichtet über neue Regelungen, die an amerikanischen Universitäten die bei Anschuldigungen bezüglich Sexualstraftaten endlich rechtsstaatliche Verfahren etablieren sollen:

More than a year after issuing a draft rule, the department released final regulations on how colleges and universities must treat students involved in disciplinary procedures under Title IX, the federal law that bans sex discrimination—and has been interpreted to include sexual misconduct—in federally funded education programs. Institutions will finally have to guarantee due process for students caught up in campus kangaroo courts.

Consider the presumption of innocence. The most recent survey of due process protections at U.S. News’s top 53 national universities by the Foundation for Individual Rights in Education determined that 72% of them—including Georgetown and Caltech—didn’t explicitly tell accused students that they are presumed innocent until proven guilty. The new rules will correct this abuse.

Aus meiner Sicht höchste Zeit. Immerhin ist die Bedeutung der Anschuldigung sehr hoch und es müssen damit auch rechtsstaatliche Regelungen gelten. Es ist aus meiner Sicht schon sehr unverständlich, dass dies nicht weitaus früher geschehen ist.

Current law requires campuses to investigate even felony-level sex crimes like rape and sexual assault; they may not simply be turned over to police and courts.

Die Taten, wie in Deutschland auch, schlicht von den Gerichten wie andere Strafsachen auch regeln zu lassen, wäre aus meiner Sicht die einfachste Sache. Aber es versteht sich wohl nicht ohne weiteres mit dem amerikanischen Verständnis der Universität, die eben weitaus eher ein Staat im Staat ist, und der höheren regionalen Autonomie in Amerika.

Wie es dazu kommen konnte, dass selbst einfachste Regelungen ausgesetzt werden konnten wäre interessant. Vermutlich weil es eben vor normalen Gerichten nur sehr eingeschränkt angreifbare Entscheidungen waren und damit eine gewisse Narrenfreiheit bestand und zudem die Fördergelder an eine solche Regelung geknüpft worden sind, wie man auch bei Arne lesen kan.

Yet university investigations and hearings under Title IX lack thoroughness and impartiality. Students struggle to navigate proceedings without the rights to receive written notice of the exact charges, to see all relevant evidence (including exculpatory evidence), to cross-examine accusers and witnesses through a lawyer or other adviser of one’s choosing, and even to a live hearing.

Das war ja hier auch schon bei verschiedenen Berichten über solche Verhandlungen Thema: Der Angeklagte hatte kaum Rechte und konnte noch nicht einmal wirklich entlastendes Material, etwa Chatverläufe einbringen bzw die Aussagen der „Anzeigenerstatterin“ prüfen.

None of these protections are unusual off campus. All are routinely denied on campus. More than 40% of top colleges don’t even specify that their equivalents of judges and juries must be impartial. This madness will end when the rules take effect.

Auch das ist erstaunlich. Die Unbefangenheit des Richters ist ja auch sonst ein hohes Gut vor allen Gerichten.

Crucially, the department relies on the Supreme Court’s standard from Davis v. Monroe County Board of Education (1999) to advance a fair definition of student-on-student sexual harassment: “Unwelcome conduct [on the basis of sex] determined by a reasonable person to be so severe, pervasive, and objectively offensive that it effectively denies a person equal access to the recipient’s education program or activity.” This is a substantial improvement over the current patchwork of rules, which invite censorship of speech or behavior that is both constitutionally protected and not harassment. In Title IX’s name, colleges over the years have banned what they characterize as “derogatory cartoons,” “innuendo” and “sexually suggestive statues.” Students and professors’ political, academic and artistic speech deserves protection.

Man darf gespannt sein, wie sich die neuen Regeln auswirken und wie lange sie bestehen bleiben und wie der „interne Widerstand“ aussehen wird.

 

96 Gedanken zu “Es wird bei dem Vorwurf von Sexualdelikten an amerikanischen Universitäten endlich einen fairen Prozess geben

  1. Faire Prozesse … auch für Männer … welch ein Rückschritt für die Frauengleichberechtigung der Frauen. Wie die Feministinnen sagen, wenn man Männer nicht schon allein durch ein Anschuldigung schuldig sprechen kann, dann ist das gleichbedeutend damit die Jagd auf Frauen zu eröffnen, Frauen ihre Menschlichkeit abzusprechen und Frauen zu sagen das ihr Platz in der Küche und Lego nichts für Mädchen ist sowie das die Gesellschaft sie hasst. Alle wissen doch dass Männer Monster sind.

    • Ah-ja, faire Prozesse auch für Männer mit auch noch unparteiischen Richtern bedeutet das der Campus für Frauen kein sicherer Ort mehr ist… für Frauen!

      • Ein wichtiger Aspekt. Wenn der Peiniger, der der Studentin unverhohlen auf den Po geguckt hat, plötzlich wieder frei rumläuft und auch noch studieren darf, dann müssen zusätzliche Schutzräume geschaffen werden.

        Denn auch nach Freispruch gilt das neumodische Regelwerk weiterhin: „Sexuelle Übergriffe sind das, was die Frau als solche empfindet.“ Sie hat natürlich weiterhin die Option, den Übergriff zu dulden, wenn sie den Typen rattenscharf findet. Dann kann sie seine Anmache ja ein paar Jahre später immer noch ahnden lassen, wenn er keinen Bock mehr auf sie hat oder sie sich im Streit getrennt haben.

        • Ich hab so den Eindruck, dass das nicht wirklich optional ist. Jedenfalls nicht wenn es nach den Radikalen geht.
          Da MUSS Frau mindestens einmal im Leben einen sexuellen Übergriff überlebt haben. Damit das auch ganz sicher der Fall ist, wird die Messlatte halt nicht allzu hoch gelegt. Ein Blick, ein Wort genügt da schon.

          Die Leidtragenden sind dann halt neben den Männern die Frauen, die wirklich belästigt und/oder vergewaltigt werden (denen das dann auch nicht erst auffällt, wenn’s grad passt).

          • Vielleicht gibt es ja inzwischen Frauen, die ihre äußerliche Attraktivität über das Maß und die Menge sexueller Übergriffigkeiten definieren. Da wäre es schon ein herber Schlag, wenn kein Typ hinguckt. Also werden auch Augenbewegungen oder Blondinenwitze als sexueller Übergriff empfunden. Dadurch fühlen sie sich begehrt.

            Projektion XL eben…

          • @beweis,

            da gibt es ein berühmtes Beispiel aus der „I need feminism“ Zeit für.
            Ich habs nur in dieser Version gefunden:

    • Catherine Lhamon, eine Obama-Beamtin, die die alte Regel durchsetzte, twitterte, dass der neue Standard eine Rückkehr sei „zu den schlechten alten Tagen, die vor meiner Geburt lagen, als es erlaubt war, ungestraft Studentinnen zu vergewaltigen und sexuell zu belästigen“

      Wann diese schlechten Tage wohl waren? Als es noch keine Studentinnen gab oder vielleicht noch davor, zu Zeiten des himmlischen Matriarchats?

      Glaubt ihr das Lhamon das wirklich glaubt oder ist sie nur ein manipulatives Arschloch, dass keine richtigen Pro-Argumente für diese sexistisch Kangaroo-Courts hat und deswegen maximal emotionale Quatsch-Bedrohungen für Frauen an die Wand zeichnet?

      • Catherine Lhamon ist 48 Jahre alt, selbstverständlich war schon vor ihrer Geburt Vergewaltigung in den USA strafbar.
        Da lügt sie also.

        Der Begriff „sexual harassment“ wurde überhaupt erst mit dem Feminismus der zweiten Welle eingeführt.
        Den juristischen Tatbestand und gegen welche bereits existierenden Gesetze sich dieser richten könnte, wurde 1979 von McKinnon formuliert.
        D.h. nicht nur an den Universitäten war der Straftatbestand bis dahin unbekannt – daher selbstverständlich nicht strafbar.

        Bereits 1986 entschied der United States Supreme Court: „in a 9-0 decision, recognized sexual harassment as a violation of Title VII of the Civil Rights Act of 1964. The case was the first of its kind to reach the Supreme Court and would redefine sexual harassment in the workplace.“ (Wiki)
        Dieses folgte der Entscheidung eines Berufungsgerichts des District Columbia in einem anderen Fall bereits im Januar 1981!
        https://web.archive.org/web/20180410135537/https://www.washingtonian.com/2018/03/04/hertoo-40-years-ago-this-woman-helped-make-sexual-harassment-illegal-sandra-bundy/
        Das Berufungsgericht bestand übrigens ausschließlich aus männlichen Richtern; das Patriarchat hatte sich also mal wieder durchgesetzt. 😉

        Als sie selbst also zu studieren begann (1986 war sie erst 15), war der Drops also bereits gelutscht. Diese Aussage ist also bestenfalls eine Halbwahrheit.

        Eine Lüge und eine Halbwahrheit in zwei Aussagen – ich würde behaupten, das ist solider feministischer Durchschnitt.

  2. Soweit ich weiß wurden diese „Title *irgendwas*“-Gesetze durch eine präsidiale Weisung in Kraft gesetzt, quasi über Nacht, mit der Drohung des Verlusts von staatlicher Förderung, dabei wurden 2000-1000 Jahre historisch entwickelte Rechtsstaatlichkeit weggeworfen.

    Bei der jetzigen teilweisen Rückkehr zu eben Dieser gab es mehr als 100.000 bürgerliche kritische Eingaben(?), welche alle „rechtsstaatlich“ überprüft werden „mussten“ (WTF!?)

    Habe ich einen übertriebenen Gerechtigkeitssinn, weil mir bei so Etwas fasst der Kopf platzt?

    • Die Abteilung gab die neuen Regeln nach Prüfung von mehr als 124.000 öffentlichen Kommentaren heraus. Ministerin DeVos machte sich die Mühe, den formellen Prozess der Regelsetzung zu durchlaufen, obwohl das Jahre dauerte. Vergleichen Sie das mit der Obama-Regierung, die die Scheinprozesse auf dem Campus mit nichts weiter als einem informellen Beratungsschreiben installierte, das die Drohung enthielt, andernfalls Bundesgelder einzubehalten.

      • Das mit der Drohung und dem informellen Brief hatte immerhin den Vorteil, dass die Idioten sich damit vor Gericht nicht darauf berufen konnten, sondern sich ihr vermeintlichen Vorgaben folgendes Verhalten voll zurechnen lassen mussten.

    • Bei 320 Millionen Menschen gepaart mit vorgefertigten E-Mail Vorlagen braucht es nur eine überschaubare Kampagnenpower, um 100.000 Eingaben zustande zu bringen.

      Alyssa Milano hat 3.6 Millionen Follower. Emma Watson sogar 29 Millionen.

      Je nach prominenter Fürsprache und Einfachheit der Eingabe kann man solche Zahlen fix erreichen. Wenn man dann noch paar tausend Euro aus irgendeinem Budget eines Interessensverbandes oder eines „Think Tanks“ für gezielte Werbung verbraten kann, hat man das schnell zusammen.

  3. Und Joe Biden hat angekündigt dass er das sofort wieder rückgängig machen wird, wenn er Präsident wird. Ich muss sagen mit soviel Doppelmoral hatte ich nicht gerechnet.
    Man bedenke auch, dass die Beschuldigten hier Studenten gewesen sind also Männer die über fast gar keine Macht verfügen. Und diese wurden der Willkür einflussreicher Netzwerke ausgesetzt. Und dann ist da Joe Biden, der als einflussreiche Persönlichkeit ganz andere Möglichkeiten hat sich gegen Anschuldigungen zur Wehr zu setzen. Dass er trotz diesem überlegenen Status für sich noch zusätzlich andere Standards verlangt, ist im Prinzip eine Zurschaustellung einer extrem narzistischen Persönlichkeit. Da unterscheidet er sich von Trump letztlich nur darin, dass er besser darin ist andere zu blenden.

    • Und wie man sieht, überschlagen sich unsere Medien mit Meldungen über eine derartige Doppelstandards.

      Was wäre wohl, wenn der Delinquent nicht Biden und ein Demokrat sondern Trump wäre?

      Tageszeitungen wären vermutlich doppelt so dick und statt Nachrichten gäbe es Sondersendungen, in denen man Trump zu Recht verbal zerlegt hätte

  4. „Wie es dazu kommen konnte, dass selbst einfachste Regelungen ausgesetzt werden konnten wäre interessant.“

    Die Menschheit verfällt eben immer mal wieder in Barbarei und scheint nichts aus der Vergangenheit zu lernen.
    Das Muster erkennst Du problemlos schon in den Hexenprozessen von Salem.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Hexenprozesse_von_Salem
    Religiöse Eiferer erzeugen damals wie heute eine Art Pogromstimmung in der „Gemeinde“ und den Wunsch, ein ungeheures verdecktes Verbrechen aufzuklären und zu verfolgen.

    Dass das im 21. Jahrhundert genau wie im 17. Jahrhundert in einer sich aufgeklärt wähnenden Gesellschaft funktioniert, empfinde ich als äußerst beunruhigend. Erst recht, weil es sich hier um die Bildungselite handelt und nicht um das bildungsferne Prekariat.

    • Dass das im 21. Jahrhundert genau wie im 17. Jahrhundert in einer sich aufgeklärt wähnenden Gesellschaft funktioniert, empfinde ich als äußerst beunruhigend. Erst recht, weil es sich hier um die Bildungselite handelt und nicht um das bildungsferne Prekariat.

      Da stelle ich mir die Frage, ist es Dummheit, Boshaftigkeit oder Verblendung? Ich vermute Letzteres. Feministische Dauerpropaganda, die Männer als „potentielle Vergewaltiger“ darstellt, die Männlichkeit als im Kern toxisch behauptet und die jederzeit ihre Beherrschung verlieren können ist die ideologische Grundlage, die solche Menschenrechtsverletzungen als angemessen erscheinen lassen.
      Um Menschen ihre grundlegendsten Rechte abzusprechen hilft es, diese Menschen erst zu dämonisieren. Das ist nicht wirklich neu und ist Teil jeder Kriegspropaganda. In dieser Hinsicht war und ist der Feminismus erfolgreich.
      Ich vermute, das Dummerchen Stokowski wird nächstens ihren Senf dazu geben. Ich bin gespannt wie ein Fitzebogen, ob sie diese neuen Regeln für gut oder schlecht hält.

      • Da stelle ich mir die Frage, ist es Dummheit, Boshaftigkeit oder Verblendung?

        Das ist so eine Mischung aus Gut- und Bösartigkeit. Weil man zu den Guten gehört, und unter diesen Guten Status erringen möchte, muss man ganz feste das Böse bekämpfen, man muss also boshaft zu den Bösen sein. Da kommt’s auch nicht so darauf an, ob es den Richtigen trifft. Im Gegenteil, es muss gerade unklar sein, wer als nächstes gelyncht wird, damit es effektiv ist.

        Unklare Regeln sind da fundamental wichtig, denn sonst könnten die Bösen ja immer genau an die Grenzen jener Regeln gehen.

        Fear, Uncertainty and Doubt.

        • Und wer ein Opfer ist bzw. sich als eines sieht oder das Opfersein so umdefiniert, das man ein Opfer ist, gehört natürlich zu den Guten(TM), der muss man zuhören, weil deren Meinung nähmen valide ist. Denn um ein Opfer zu sein, muss man nicht mal was tun und deshalb haben Opfer besonderes Wissen.

        • „Das ist so eine Mischung aus Gut- und Bösartigkeit.“

          Bösartigkeit will ich als Grundsatz gar nicht mal annehmen.
          Es ist einerseits sicherlich der Wunsch, die Welt zu verbessern – wollte Lenin auch – , andererseits aber auch, persönlich erlittenes (und sei es nur gefühlt) Unrecht rächen zu wollen. Oder das der Freundin, die sich vermeintlich nicht selber zu wehren traut.
          Es ist dabei die Rachsucht der Putzfrau einer Pulverfabrik, die ihre Zigarette im Sprengstoff in der Absicht ausdrückt, dem Chef mal so richtig zu schaden.
          Dummheit ist es also in jedem Fall, Boshaftigkeit im Einzelfall und Verblendung als Charaktermerkmal, die eigenen Fähigkeiten und die Folgen des Tuns falsch einzuschätzen.

          • Ich glaube tatsächlich eher, dass es vor allem um Statusgenerierung geht. Um Rache eher im Einzelfall.

          • Der Hauptfehler ist dabei: Die Welt verbessern wollen und blind den eigenen Schwächen gegenüber sein. Wäre die Betreffenden fähig Ihre Forderungen auch auf das eigenen Handeln zu beziehen wäre das alles halb so wild. Aber Forderungen nach Wohlverhalten beim anderen und absolute Unreflektiertheit gegenüber den eigenen schlechten Eigenschaften führt zu diesem seltsamen Verhalten von Scheinheiligkeit und moralisierender, weinerlicher Gehässigkeit.

      • „Um Menschen ihre grundlegendsten Rechte abzusprechen hilft es, diese Menschen erst zu dämonisieren. Das ist nicht wirklich neu und ist Teil jeder Kriegspropaganda. In dieser Hinsicht war und ist der Feminismus erfolgreich.“

        Ich arbeite mich gerade durch van Crevelds Essay auf VoxDay.
        Ich möchte ihn in diesem Zusammenhang zitieren:
        „Long ago, I had the honor of studying Hegel, Marx and Engels with one of the world’s greatest experts on those thinkers. As well as Lenin, the man who lit the fuse and turned his predecessors’ [Vorgänger] vision into a gigantic bloodbath. From them I learnt that history, unlike physical and chemical processes, does not move in a straight line as a bullet does. Instead, it is a question of action/reaction. X comes up with an idea. A new force (such as feminism) appears out of nowhere, as it seems, and starts spreading across the historical stage. Hardly has it done so than a countertheory or counterforce emerges. As the two grow they recognize each other as opponents and wrestle. Out of this struggle a synthesis is born. That synthesis in turn forms a new force or argument, provoking a reaction. And so on, in a process broadly known as dialectics.

        Having gained momentum, feminism now forms as powerful a social force as may be found in the contemporary world. For good or ill, a reaction is bound to happen. In Brazil (Jair Messias Bolsonaro), in Italy (Matteo Salvini), and in the U.S (Donald Trump) it had already begun. The number of anti-feminist organizations is growing. So, according to Google Ngram, is the use of expressions such as “Feminazis.” As well as statements like “feminism is cancer” (14,400,000 hits on Google, most by men but some by women too). Much to the loss of both sexes, probably never in history have so many men hated women as much as do so today. And the other way around.
        And this is only the beginning. Being 74 years old, I consider myself lucky in that I am unlikely to live long enough to see the movement unfold in its full fury. I am, however, afraid that, unless something drastic happens, my children and grandchildren, both male and female, very likely will. What might such a reaction look like? I am a historian, not a novelist. That is why, looking for an answer, I turn to Margaret Atwood’s 1984 masterpiece, The Handmaid’s Tale, as well as its 2019 sequel, The Testaments.“

        http://voxday.blogspot.com/2020/05/impossible-part-ii.html

        Er sieht das, was ich schon seit Jahren auch predige (und wahrlich nicht nur ich): das wird ein sehr böses Ende nehmen. Und die Verlierer werden ganz besonders die Frauen sein. Sie werden mehr verlieren, als sie je in iher Geschichte verloren haben.
        JEDER, der Augen hat und sie zu gebrauchen weiß, kann das sehen.
        Und die Semis dieser Welt peitschen fleißig weiter auf die Zossen ein, die den Karren im Galopp in den Abgrund ziehen.

        • „das wird ein sehr böses Ende nehmen. Und die Verlierer werden ganz besonders die Frauen sein. Sie werden mehr verlieren, als sie je in iher Geschichte verloren haben.“
          Und ist das schlimm?
          Ich kann kein Problem darin sehen. Ich denke es wird denn Frauen als Kollektiv gut tun einmal richtig eine verpasst zu bekommen und zwar nicht durch die Männer, sondern durch den „Führern“ denen sie gefolgt sind.
          Der Gedanke hat gerade heute, am 8. Mai, etwas ironisches.
          Aber bis es soweit ist, wird es noch lange dauern.

          • „Und ist das schlimm?“

            Es ist schlimm, weil – wie so oft – die Suppe andere auslöffeln dürfen, als die, die sie angerichtet haben.

            Ich kann da keinen Fortschritt erkennen, wenn eine Frau wirklich Opfer einer Gewalttat geworden ist, ihr aber dann noch weniger geglaubt wird, als einem Mann heute. Das ist genauso wenig gesund.

            Allerdings bin ich uneingeschränkt für eine Änderung des Eherechts, dahingehend, dass Frauen keinen nachehelichen Unterhalt mehr einklagen können, wenn dieser nicht zuvor einvernehmlich notariell beurkundet worden war. Meiner Meinung nach DAS Instrument zur Verminderung des GPG.

        • Bildung garantiert kein gutes Urteilsvermögen. In diesem Sinn gibt es eine Menge Leute, die durchaus gebildet sind, aber erstaunlicherweise über ein geringes Urteilsvermögen verfügen. Die Medien tragen ihren Teil dazu bei, wenn sie Ereignisse von geringer Bedeutung als bedeutsam und charakteristisch darstellen, um der Sensationsgier zu genügen.
          Was Urteilsvermögen – insbesondere Urteilsheuristiken und kognitive Verzerrungen – anbelangt, sind die Arbeiten von Kahnemann und Tversy sehr aufschlussreich.

          • „Bildung garantiert kein gutes Urteilsvermögen.“

            Aber Du musst zugeben, dass Bildung Voraussetzung für Urteilsvermögen ist.

          • „Aber Du musst zugeben, dass Bildung Voraussetzung für Urteilsvermögen ist.“

            Wissen. Bestenfalls.

      • Feministische Ideologie und Justiz haben aber nichts mit Bildung zu tun, außer das sie gezielt dort zum Wirken kommen, wo Bildung vermittelt wird.

        • „Feministische Ideologie und Justiz haben aber nichts mit Bildung zu tun, außer das sie gezielt dort zum Wirken kommen, wo Bildung vermittelt wird.“

          Hmm,
          ich glaub, ich verstehe Dich nicht.
          Sowohl Feminismus, als auch Teil der Justiz zu sein, bedingt Bildung.
          Wobei ich hier das aktive Vorantreiben von Feminismus meine, nicht das unreflektierte Mitlaufen auf dem Niveau „Feminismus ist irgendwas mit Emanzipation von Frauen und deshalb bin ich Feministin“.

          Stokowski ist sicherlich strunzdumm, aber ebenso sicher gebildet.

          • „Stokowski ist sicherlich strunzdumm, aber ebenso sicher gebildet“

            Nein, ist sie mit Sicherheit nicht. Sie hat Bildungseinrichtungen besucht und Teilbereiche einer allgemeinen und speziellen Bildung genossen. Aber Bildung, unter anderem die Fähigkeit sein eignes Handeln in einen allgemeinen, wissenschaftlichen, historischen, gesellschaftlichen Kontext zu stellen und unter solchen Blickwinkeln zu verstehen hat sie, wie sie immer wieder beweist nicht. Was sie fordert ist dumm, auf Ebene der Analyse wie auf Ebene der Konsequenz und zeigt das sie nicht versteht wie der Mensch funktioniert und entsprechende historische Beispiele entweder nicht kenne, nicht verstanden hat oder nicht auf die heutige Zeit anwenden kann. Ein gebildeter Mensch sollte dies können und er sollte die Regelungen kennen mit denen man sich neuen Informationen zu seinem Weltbild hinzufügen kann.

          • „Was sie fordert ist dumm, auf Ebene der Analyse wie auf Ebene der Konsequenz und zeigt das sie nicht versteht wie der Mensch funktioniert und entsprechende historische Beispiele entweder nicht kenne, nicht verstanden hat oder nicht auf die heutige Zeit anwenden kann.“

            Klingt nicht unlogisch.
            Muss ich drüber nachdenken.

          • Feministische Ideologie ist genau das, eine Ideologie. Das hat nichts mit Wahrheitsfindung zu tun, denn die Ergebnisse stehen ja schon von vornherein fest. Würdest du Flat-Earther als gebildet ansehen, weil sie viele Text zu diesen Thema gelesen haben? Feminismus basiert heute in so gut wie allen Fällen auf Lügen und Halbwahrheiten. Wer sich das anhört und dann glaubt, wurde nicht ausgebildet – im wissenschaftlichen Sinne – sondern ideologisiert.

          • Margarethe ist meines Wissens Trägerin des Kurt Tucholsky- Preises. Einer von ca 500 hochwertigen deutschen Journalisten Preisen, der den Träger:innen Engagement und Sprachgewalt bescheinigt.
            Du Kulturbarbar.

          • „Margarethe ist meines Wissens Trägerin des Kurt Tucholsky- Preises. “

            Das ist doch mal eine interessante, hypothetische Frage: Wäre Tucholsky heute Feminist oder Männerrechtler?

  5. „Aus meiner Sicht höchste Zeit. Immerhin ist die Bedeutung der Anschuldigung sehr hoch und es müssen damit auch rechtsstaatliche Regelungen gelten. Es ist aus meiner Sicht schon sehr unverständlich, dass dies nicht weitaus früher geschehen ist.“

  6. „Man darf gespannt sein, wie sich die neuen Regeln auswirken und … wie der „interne Widerstand“ aussehen wird.“

    Im Jahre 1996 wurde im Bundesstaat California die Affirmative Action verboten:

    https://en.wikipedia.org/wiki/1996_California_Proposition_209

    Mit welchem Ergebnis? An den Universitäten entstand ein Handbuch, wie man weiterhin Affirmative Action betrieben könne, ohne dabei verurteilt zu werden.

    Ich glaube, dass die Hexenjagden an den US-Universitäten weitergehen werden, nur die dabei angewendeten Methoden werden sich ändern.

  7. Auch so eine Perle linkender Männerrechte.

    „Das Lager Joe Biden gegen das Lager Donald Trump: Selbst wenn die Corona-Seuche im Herbst überstanden sein sollte, bleibt den Amerikanern bei der Präsidentschaftswahl nur noch die Wahl zwischen Pest und Cholera. “

    Es ist die Wahl zwischen dem Kerl dessen Team Obongo den Rechtsstaat für Männer ausgesetzt hat und dem Kerl dessen Team es wieder eingesetzt hat.

    Aber der Arne, der Wichsanleitungspapst, der ist ein ganz Dufter.

    • Murdoch, ich gebe dir einen Tipp:
      Wenn dir die politische Orientierung der Autoren von Blogs, Artikeln und Büchern aus der MRM nicht passen, dann probiere es doch mal mit eigener Arbeit.
      Eröffne selber einen Blog, verfasse selber Artikel und schreibe Bücher in Eigenleistung.
      Dein einziger Beitrag bisher besteht im virtue signalling deiner politischen Korrektheit – in der Geschmacksrichtung politisch Rechts.

        • Er sieht quasi überall den schädlichen Einfluss von Juden in der Welt. So meint er z.B., dass Juden amerikanischen Gangsterrappern die Texte schreiben, um damit zu Gewalt gegen weiße Frauen aufzustacheln.
          Er findet, es gäbe ca. zehn menschliche Rassen auf der Erde, von denen jede das Recht haben müsse, in ihrem Gebiet homogen zu bleiben.
          Er stänkert gegen alles Linke, „links“ ist für ihn gleichbedeutend mit schlecht.

          Noch mehr überflüssige rhetorische Fragen deinerseits?

          • Und das sind Tugenden der Rechten? Oder eher „Tugenden“.

            Es geht ja beim Virtue Signalling um echte (allgemein anerkannte) Tugenden, etwa Gerechtigkeit. Lediglich das Signalling treibt dann sonderbare Blüten, die jeweils zugrundeliegende Tugend ist dagegen nicht zu zu kritisieren.

            Wenn man das nicht auseinanderhält, wird jede politische Meinungsäußerung zum Virtue Signalling.

          • @FS
            Du willst also darauf hinaus, dass es nur allgemein anerkannte Tugenden gibt und keine gruppenspezifisch anerkannten. Das ist falsch. „Sexuelle Enthaltsamkeit“ z.B. ist bei bestimmten religiösen Gruppen eine Tugend, für andere Menschen bloß eine Option unter vielen ohne moralischen Wert. „Auf Rassenhygiene achten“ war eine staatlich verordnete Tugend im dritten Reich, von vielen anerkannt, aber auch von vielen insgeheim abgelehnt.

            Ob eine politische Meinungsäußerung virtue signalling ist, hängt von ihrer Intention ab. Diese ist von außen nur über den Kontext zu beurteilen. Das Posten von „Je suis Charlie“-Bildern auf Facebook, ohne weiteren Kommentar, kann man als virtue signalling werten, aber auch als Trauer- oder Mitleidsbekundung. Die Kolumne von Oskar Lafontaine kann man als virtue-signalling werten, oder ihr aufklärerischen Charakter zubilligen, sie also als Beitrag zur politischen Diskussion auffassen, der Argumente transportieren soll. Das unterscheidet sich klar vom Signalisieren einer Haltung.

            Wie man Murdochs Beiträge hier wertet, kommt auch darauf an, wie man sie wahrnimmt. Wenn man ihm unterstellt, er sei sich darüber im Klaren, dass praktisch keiner, der nicht eh schon auf seiner Linie ist, seine Beiträge weiter verfolgt, kann man sie durchaus als Zurschaustellung der eigenen Haltung, sprich virtue signalling (so kann man das nämlich auch übersetzen!), betrachten.

        • „Du willst also darauf hinaus, dass es nur allgemein anerkannte Tugenden gibt und keine gruppenspezifisch anerkannten.“

          Es gibt natürlich spezifisch konservative Werte, diese Einschränkung war mir bewusst.

          Ich sehe allerdings nicht, dass Murdoch hier eine hochmoralische Pose einnimmt. Er macht meines Erachtens eher auf Enfant terrible.

          Und Rassenhygiene als Tugend dürfte auch unter Rechten inzwischen eher umstritten sein. Die Zeiten ändern sich.

          • „Es gibt natürlich spezifisch konservative Werte“ und „Und Rassenhygiene als Tugend dürfte auch unter Rechten inzwischen eher umstritten sein. Die Zeiten ändern sich.“
            Eben, inzwischen umstritten. Damals aber nicht und selbst damals eine höchst gruppenspezifische Tugend.
            Und ich möchte nur ungerne anfangen, den Unterschied zwischen „Tugenden“ und „Werten“ zu diskutieren.

            Lieber gehe ich auf
            „Ich sehe allerdings nicht, dass Murdoch hier eine hochmoralische Pose einnimmt. Er macht meines Erachtens eher auf Enfant terrible.“
            ein:
            Kann man so sehen. Ich schrieb ja, dass virtue signalling die entsprechende Intention voraussetzt. Wir können nicht in Murdochs Kopf gucken, vielleicht möchte er einfach nur ein bißchen trollen und freut sich, wenn wir auf ihn reagieren. Er verbindet das ganze aber mit einer, wenn schon nicht hochmoralischen, so doch herablassenden Pose. Deshalb habe ich ihm am Mittwoch ja auch ein Spottgebet gewidmet.
            Man kann das Ganze aber auch so sehen wie crumar. Genau weiß es nur Murdoch selbst, wenn überhaupt.

          • Falsche Ebene erwischt.

            Noch eine Ergänzung:
            „Zurschaustellung der eigenen Haltung, sprich virtue signalling“

            Sorry, aber dann werden solche Begriffe wirklich beliebig.

            Jede Kommunikation kann man als Zurschaustellung betrachten, und Haltung ist nicht gleich Tugend.

          • Ich weiß nicht, ob wir Begriffe so unterschiedlich verstehen.
            virtue signalling bedeutet meiner Meinung nach, nicht bloß die eigene Tugendhaftigkeit zu signalisieren – „seht her, ich masturbiere nicht!“, sondern auch, die dem zugrunde liegende Haltung zu demonstrieren „Seht her, ich sage: Ein anständiger Mensch masturbiert nicht!“
            Wenn letzteres für dich KEIN virtue signalling ist, ersteres schon, erkläre mir, warum.

            P.S.: Muss jetzt leider grillen 🙂

          • Okay, wir haben da tatsächlich eine vollständig entgegengesetzte Auffassung von dem Begriff.

            Ich würde dein erstes Beispiel als Virtue Signalling bezeichnen (aber auch nur dann, wenn ein ungewöhnlich hoher Aufwand betrieben wird, dies zu kommunizieren). Das letztere Beispiel würde ich als Moralisieren bezeichnen. Denn es wird ja nicht kommuniziert, inwieweit man sich selbst an die moralische Regel hält.

          • Vielleicht haben wir deutlich unterschiedliche Auffassungen, ja.
            Ich persönlich würde viel Twittergeschnattere als VS ansehen. Aus deiner Sicht dürfte VS auf Twitter ja unmöglich sein, wenn ich dich richtig verstehe, da a) kein ungewöhnlich hoher Aufwand erforderlich und b) das eigene-an-die-Regel-halten ja in aller Regel nur implizit mitgemeint wird.

            Finde ich eine deutlich zu eng gehaltene Auffassung von VS.

          • Mit Aufwand meine ich nur, dass man eine Sache mehr herausstellt als üblich. Sonst müsste ich jedes Reden über eigenes Handeln als Signalling bezeichnen. In deinem Beispiel deutet du das auch an – durch die Formulierung „seht her“. Damit sagst du, dass auf eine aufmerksamkeitsheischende Art kommuniziert wird. Dasselbe meine ich mit „kommunikativem Aufwand“.

            Zu b) Es spielt für mich keine Rolle, ob das eigene Verhalten direkt angesprochen oder impliziert wird.

          • Sorry, aber dann verstehe ich nicht, wieso du mein zweites Beispiel nicht als signalling ansiehst. Dass man selbst nicht masturbiert, wird bei „Ein anständiger Mensch masturbiert nicht!“ impliziert, sonst wäre man unglaubwürdig.
            Das „seht her“ stand stellvertretend (wer spricht denn auch so?), z.B. für das Absetzen eines Tweets. Wenn du einen Tweet – so wie ich – als aufmerksamkeitsheischende Art der Kommunikation siehst, sind wir uns wohl einig, das VS auf Twitter möglich ist (und auch betrieben wird).

            [Denkpause]

            Ok, wir brauchen eine Definition von VS. Eine kurze Googlesuche hat ein Ergebnis gebracht, das sich prinzipiell mit den Wikipediaeinträgen in drei verschiedenen Sprachen deckt:
            „Virtue signalling […] ist eine englischsprachige Bezeichnung für das Zurschaustellen von Ansichten, welche die moralische Korrektheit der eigenen Position zu einem bestimmten Thema demonstrieren und gleichzeitig als besonders zustimmungsfähig erachtet werden. Hierzu wird auch die offensive Ablehnung von als nicht zustimmungsfähig eingeschätzten Ansichten gezählt.“ Die englischsprachige Wikipedia wählt den Begriff „moral values“ für das, was zur Schau gestellt wird, ebenso spricht die schwedische von moralischen Werten und übersetzt VS mit dem Begriff „Godhetssignalering“, also sinngemäß „Gutheit signalisieren“.
            „Virtues“ in VS bedeutet also nicht, wie von dir eingangs dargestellt, einfach Tugenden. Tugenden sind, da bin ich bei dir denke ich, nicht bloß innere Haltungen, sondern konsistentes, praktiziertes Handeln, das allgemeine (innerhalb der jeweiligen Gruppe) Anerkennung findet. Aber für VS reicht es eben doch aus, eine Haltung zu transportieren bzw. einen Wert hochzuhalten – „Für Diversität!“, „Gegen Rassismus!“ – um bei der für einen selbst relevanten Gruppe nach Bestätigung zu heischen. Das Zurschaustellen einer Tugend ginge da ja sogar noch einen Schritt weiter, kommt der zur Schau zu stellende moralische Wert dabei ja schließlich nur indirekt vor.

            Deine allererste Frage „Mit welche rechten Tugenden schmückt er[Murdoch] sich denn?“ habe ich deshalb im eigentlichen Sinne falsch beantwortet. Ich habe keine Tugenden aufgeführt, sondern von Murdoch vertretene inhaltliche Positionen. Daran entzündete sich unser Konflikt. Allerdings ist zu bedenken, dass gerade das Formulieren dieser „verbotenen“ – wie die Rechten gerne behaupten, tatsächlich aber nur geächteten – Positionen für Rechte virtue signalling darstellt. Daran erkennen sie einander, und dafür zollen sie sich gegenseitig Anerkennung. („Das der sich das traut, das zu formulieren!“) Und genau deshalb bin ich nach wie vor der Ansicht, dass crumar recht hat, wenn er behauptet, dass Murdoch hier VS „in der Geschmacksrichtung politisch Rechts“ betreibt.

            Und ja, falls du den Gedanken hast, auch so manch anderer betreibt hier mit seinen Aussagen meiner Ansicht nach VS, und zwar bezogen auf die männerrechtliche Community.

          • Dass man selbst nicht masturbiert, wird bei „Ein anständiger Mensch masturbiert nicht!“ impliziert

            Nicht unbedingt, es fehlt der Kontext. Es muss ja nicht so sein, dass man sich zu den Anständigen zählt. Abgesehen davon würde es zum Signalling gehören, dass man noch viel anständiger ist als der Durchschnittsmensch, von dem man sich ja abheben will. Das wird in deinem Beispiel nicht deutlich genug.

            Wenn du einen Tweet – so wie ich – als aufmerksamkeitsheischende Art der Kommunikation siehst

            Nein, ich mache das nicht am Medium fest. Auf Twitter gibt es zwar wegen der Abwesenheit von Hierarchie ein gewisses Alle-gegen-alle – und dementsprechend eine Neigung, voll aufzudrehen -, aber das gilt nicht für jeden einzelnen Tweet.

            Daran entzündete sich unser Konflikt.

            Ja, und ich würde noch ergänzen, dass Murdochs Kommentare nicht wirklich „offensiv“ sind. Er sucht nicht die Auseinandersetzung, sondern spammt einfach überall seine Videos rein. Virtue Signaller beklagen sich typischerweise über die Reaktionen anderer (nachdem sie selbst kräftig provoziert haben). Dieses auf Streit gebürstete Verhalten sehe ich bei ihm nicht.

          • „Er sucht nicht die Auseinandersetzung, sondern spammt einfach überall seine Videos rein.“

            Was mich an dieser Flut an Videos stört ist, dass sie nicht einmal die Grundlage für eine Auseinandersetzung liefern. Sie erzählen Geschichten – oft aus dritter Hand -, die irgendwo in Mittleren Westen eines 50 Einwohner-Drecksnests passiert sein und uns zeigen sollen, wie schrecklich es uns ergehen wird, wenn wir Schwarze, Moslems, oder meinetwegen Indianer in unser Land lassen.
            Ich sehe das wie Renton, dass ein zufällig vorbeikommender Leser, der das Pech hat, als Einführung auf diese Videos zu stoßen, gleich abgestoßen wegclickt. Das konterkariert zumindest meine Absicht, über die Folgen des Feminismus in UNSERER Gesellschaft zu diskutieren und aufzuklären.
            Dieser Blog ist so liberal, dass auch Rassefragen diskutiert werden können und Androsch uns Hitlers „Mein Kampf“ wärmstens ans Herz legen darf – und das ist auch gut so.
            Aber sie sollten nicht durch ihre schiere Masse zum Schwerpunkt werden. Erst recht nicht, wenn aus Information Agitation wird, indem alles, was nicht einer Vorstellung von Liebe zum Vaterland und Rassehygiene folgt, wider die Tatsachen als „links“, bzw. „linkend“ diskreditiert wird.

            Wie wollen wir die Feminilistinnen glaubwürdig angreifen, wenn wir hier in gleicher Weise finsteren Verschwörungstheorien folgen?

          • @Carnofis
            Ich verstehe die Kritik, wollte nur das mit dem Virtue Sign. klären. Vielleicht etwas kleinlich von mir.

            Leute rauskanten, weil sie eine radikale Ansicht vertreten, ist aber trotzdem nicht meins. Ich finde es ganz an sich gut, wenn man mit hier allem konfrontiert wird, was auch sonst existiert.

            Allerdings könnte Christian Leute, die reihenweise Tweets und Videos posten, mal etwas ermahnen.

          • @FS
            „Dass man selbst nicht masturbiert, wird bei „Ein anständiger Mensch masturbiert nicht!“ impliziert. –
            Nicht unbedingt…“

            Nein, nicht unbedingt. Es gibt vielleicht 1% der Menschen, die einen psychischen Knacks haben und sich selbst als unanständig sehen und auch so bezeichnen. Aber alle anderen meinen „ich bin anständig und verhalte mich so, wie ich es predige“.

            Zu Murdoch sei noch angemerkt, dass ich mich auch nie dafür ausgesprochen habe, ihn „rauszukanten“. Ich kritisiere seine Art, fordere ihn inhaltlich heraus oder spotte über ihn, wie ich es gerade für angebracht halte. Aber seine Meinung soll er hier trotzdem äußern dürfen, auch als Nazi. Nur deutlich fundierter wäre mir lieber.

        • Nee, schreib du mal vernünftige. Was an dir stört, ist ja nicht einfach deine Nazigrundeinstellung; über diese Weltsicht könnte man trefflich diskutieren. Sondern dass du sie bzw. ihre Inhalte eben nicht zur Debatte stellst, sondern beständig bloß Duftmarken setzt, in der Hoffnung, Gleichgesinnte zu finden, die dir applaudieren. Statt selbst Aussagen zu treffen und zu begründen, schickst du Links zu Videos, als ob das eine Diskussion ersetzen könnte, und ätzt gegen die doofen Leute („Plumpsklo im Kopf“), die deine Weltsicht nicht teilen.

          • @Renton
            Du würdest so gern Murdochs Nazi-Weltsicht diskutieren … wenn er dich lassen würde.

            Wenn das mal kein V-Signalling ist.

          • @FS
            „Du würdest so gern Murdochs Nazi-Weltsicht diskutieren“
            Treffend erkannt.
            „Wenn das mal kein V-Signalling ist.“
            Voll daneben.
            Ich würde das auch mit ihm diskutieren wollen, wenn KEINE Mitleser vorhanden wären. Meine Motivation dabei ist nicht virtue-signallling, sondern a. Zerstreuung b. die Möglichkeit, dabei vielleicht etwas zu lernen, was meine Weltsicht verändert c. ansonsten die Bestätigung meiner Weltsicht zu genießen.

          • Nachtrag:
            Dass ich Murdochs Beiträge hier gerne mal kritisiere, liegt u.a. tatsächlich daran, dass ich bei unvoreingenommenen Lesern, die sich nach AE verirren, den Eindruck vermeiden möchte, wir wären ein Naziblog, implizit mit Murdochs Ansichten einverstanden. Wenn du das als virtue signalling ansehen möchtest, be my guest.

          • @Renton
            „wir“

            Christian erlaubt hier relativ extreme Ansichten und ist auch nachsichtig mit denen, die einen Ablageort für ihre Videoclip-Sammlung suchen. Seinen Ruf als gastfreundlicher Blogger hat er auch weg.

            Aber viel Erfolg bei deiner Mission!

          • Wolltest du was lernen, du Komiker, dann käme kein q.e.d. 3 Minuten nach einem 75 Minuten Video.

            Was der Grund ist, weshalb meine Kommunikation mit Dir sich auf die kürzlich geschriebenen 4 Zeichen beschränkt.

            Du willst hier wahrlich einzig Virtue Signalling betreiben.
            Ich denke das hat FS gut erkannt.

          • Und da hier ja eher linkende Kommentatoren kommentieren, oder eben „sozial eher links und ansonsten vernünftig“, kann man mir hier wohl kaum Virtue Signaling für die Gruppe vorwerfen.

          • @Murdoch
            Ich so: „Statt selbst Aussagen zu treffen und zu begründen, schickst du Links zu Videos, als ob das eine Diskussion ersetzen könnte“
            Du so: „Link zu über einstündigem Video“
            Verarschen kann ich mich alleine. Du würdest es wohl auch kaum akzeptieren, wenn ich dir sagte: „Lies erstmal das Kapital, damit du etwas lernst, du Komiker.“

            Zu VS habe ich oben das passende gesagt. Du kannst deine Motivation ja auch mal offen legen, wenn kein VS dahinter steckt.

          • Nur für den Fall, dass du es echt nicht kapierst: Deine Posts hier sind eine Zumutung. Als „Antwort“ ein 75-Minutenvideo zu posten und von mir zu erwarten, es anzuschauen, ist, wie von mir zu erwarten, als Antwort einen 75minütigen Monolog deinerseits anzuhören, dessen Gedanken noch nicht einmal deine eigenen sind. („Deine eigenen“ – erinnerst du dich an diese Worte? Sonst lies nochmal, was crumar zu dir gesagt hat.) Wenn du denkst, dass sich das irgendjemand antut, hast du ein Rad ab. Ich scheiße darauf, wenn du mir den Stinkefinger zeigst – ich bin selbst kein Kind von Traurigkeit. Aber solange du nicht willens oder in der Lage bist deine Gedanken selbst und in angemessener Länge hier im Forum zu präsentieren, sondern stattdessen über alle herziehst, die sich deine Postingorgien nicht antun wollen, um dein von irgendwo zusammengeklaubtes Weltbild nachzuvollziehen, musst du dich über die Ablehnung, die dir hier entgegenschlägt – nicht nur von mir – nicht wundern.

      • Ich finde, es hat auch etwas Beruhigendes, dass die Kategorie „Idiotisches“ hier nicht nur von semikolon und lightyear gefüllt wird.

        …verhindert die Echokammer…

        Es bleibt natürlich trotzdem wichtig, unter idiotische Beiträge zu schreiben: „Das war idiotisch“

        • „Ich finde, es hat auch etwas Beruhigendes, dass die Kategorie „Idiotisches“ hier nicht nur von semikolon und lightyear gefüllt wird.“

          Immerhin liefern beide etwas, an dem man sich reiben/auseinandersetzen kann.
          Letzten Endes schreiben wir ja ein großes Stück weit für die stillen Mitleser.

          Murdoch dagegen haut mit einem ameisenhaften Fleiß irgendwelche Mini-Videos, Twitter-Dialoge, und andere Nachrichtenfragmente – weit überwiegend aus dem US-Raum – mit nichts- oder wenigsagenden Kommentaren in den Blog, die letztllich nur die Botschaft tragen: „Links ist schlecht“.
          Wobei alles links ist, was sich links der AfD bewegt.
          Und wenn man schon 100mal widerlegt hat, dass der Feminismus links steht, vielmehr bürgerliche, also traditionell rechts-liberale bürgerliche Züge trägt, dann wird dieser Dauerbeschuss aus dem amerikanischen Mittleren Westen „LINKS = SCHLECHT!“ zunehmend – ja, sagen wir mal „anstrengend“.

          • Es geht ja noch weiter!
            Die US-Rechte ist allergisch gegen alle „liberals“, was das US-Codewort für Linke ist.
            Da sich faktisch das politische „Spektrum“ der USA auf und in zwei Parteien erschöpft, bezieht sich die rechte Propaganda aber zu 50% auf das eigene Lager.

            Nämlich Duftmarken zu setzen, was „authentisch“ rechts ist und was eine Abweichung davon.
            Sie imitieren die Taktik der identitären US-Linken, bestimmte Gedanken von vorne herein als Häresie zu kennzeichnen und damit Konformitätsdruck zu erzeugen.
            Das meinte ich mit „virtue signalling“ in dem Kontext.
            Also: „Ich denke so, wie auch meine Herde denkt! Ich gehöre dazu!“
            Der Druck lastet nicht nur auf den Individuen, sich dieser Konformität zu unterwerfen, sondern diese Unterwerfung durch permanentes öffentliches Wiederkäuen der gleichen Parolen und Phrasen zu bestätigen.
            Ich habe nichts gegen „Kollektivismus“ an sich, sondern gegen einen entschieden Anti-individuellen, der ausschließlich top-down vorgeht – also die Willensbildung eines Kollektivs, welches von den Individuen ausgehen müsste pervertiert.

            Zurück zum Thema: beziehen wir die Aversion gegen „liberals“ auf Deutschland, kann das nur zu Konfusion führen, denn es stellt sich die Frage, was überhaupt gemeint ist.
            Klassisch liberal wäre bspw. FDP als Partei, dann wäre aber noch immer die Frage, gegen welche politische Vorstellung von „liberal“ eigentlich vorgegangen werden soll: ordoliberal, neoliberal, sozialliberal? Was denn nun?!
            Gesetzt dem Fall es bedeute „liberal“ = „links“, dann wäre immer noch die Frage, ob mit „Linke“ das linke Parteienspektrum in Deutschland gemeint ist oder die Partei „Die Linke“.

            Aus dem mehr oder (eher) weniger linken Spektrum stammen in Deutschland gleich drei Parteien, die im Geschlechterthema eine Allianz bilden – unterstützt von einer CDU, die engagiert im gleichen Fahrwasser operiert.
            Was das links-rechts Schema nachhaltig beschädigt.
            Noch schlechter, wenn es – wie in Baden-Württemberg seit 2016 – eine Schwarz-Grüne Koalition gibt oder wie in Österreich eine Koalition zwischen der ÖVP und den Grünen.

            Diese Nuancierungen benötigt man in den USA nicht, weil das politische Spektrum nicht existiert; was aber anders herum bedeutet, der Import einer Schwarz-Weiß-Ideologie auf dieser Grundlage ist für eine politische Einschätzung der hiesigen Lage objektiv sinnlos und schädlich.

          • „Aus dem mehr oder (eher) weniger linken Spektrum stammen in Deutschland gleich drei Parteien, die im Geschlechterthema eine Allianz bilden – unterstützt von einer CDU, die engagiert im gleichen Fahrwasser operiert.“

            Wobei ich fast geneigt bin zu unterstellen, dass man gerade das Original, die Partei „Die Linke“ mit in Sippenhaft nimmt. Diese garantiert linke Partei ist mir nämlich bisher nicht durch feministischen Aktionismus aufgefallen. Wäre auch irgendwie nicht sinnvoll, wenn sie sich einreihen würde in die Phalanx der Gutmenschinnen, die in Gleichberechtigung in erster Linie Gleichstellung sehen und dabei fest auf die edlen Preziosen auf der Torte schielen. Die Linke steht nach eigenem Verständnis mehr für die Menschen, die nach Öl, Schweiß und Putzmittel riechen, nicht nach Chanel No 5 und Gucci.
            Und wer die Grünen als linke Partei bezeichnet, hat entweder keine Ahnung, oder definiert eben alles links der AfD als links.
            Aber dann ist eine solche Diskussion schlicht überflüssig, weil unsinnig.

          • @carnofis:

            »Wobei ich fast geneigt bin zu unterstellen, dass man gerade das Original, die Partei „Die Linke“ mit in Sippenhaft nimmt. Diese garantiert linke Partei ist mir nämlich bisher nicht durch feministischen Aktionismus aufgefallen.«

            DIE LINKE. Feministische Politik

            Was ist eigentlich linker Feminismus?

            Offensiv feministisch

            Über den Aktionismus vermag ich nichts zu sagen, weil das öffentliche Auftreten der »Linken« kaum verfolge. Aber aus obigen Links (heißen Links bei der AfD eigentlich Rechts?) geht m. E. klar hervor, dass Feminismus bei der Linken zumindest programmatisch fest verankert ist.

          • Mein Eindruck deckt sich da mit dem von djadmoros. Ich persönlich würde die Linken nicht wegen, sondern trotz ihrer feministischen Schlagseite wählen.

          • @crumar:
            „Ich habe nichts gegen „Kollektivismus“ an sich, sondern gegen einen entschieden Anti-individuellen, der ausschließlich top-down vorgeht – also die Willensbildung eines Kollektivs, welches von den Individuen ausgehen müsste pervertiert.“
            ——————————
            Diese Aussage impliziert aus meiner Sicht einen unüberbrückbaren Widerspruch. Deine persönliche Sichtweise mag ja durchaus sympathisch erscheinen, aber der dem Kollektivismus inhärente „Mechanismus“ vom kompromisslosen „top down“ (die immer Recht habende Partei!), egal ob trotzkistisch-anarchistisch verordnete „Kulturrevolutionen“, stählernen Kadaver-Gehorsam erzwingende Herrschaftssysteme oder sonstige verlogene Herrschaftssysteme, die sich zynisch „Arbeiter- und Bauern“-Republiken nennen, hat/haben die Respektierung und ehrliche Umsetzung Deiner individuellen Schwerpunkte stets ad absurdum geführt.

          • @ djad

            Du musst zugeben, dass man in dieser Zeit nicht gegen den Strich bürsten kann, wenn das nicht – wie bei der AfD – Programm ist.

            Ich beobachte natürlich mit Argusaugen die Linke, wenn ihre Vertreter in der Öffentlichkeit auftreten. Immerhin fühle ich mich bei den derzeitigen etablierten Parteien nicht willkommen. Von der AfD bin ich zu weit weg, weshalb sie mit ihrer antifeministischen Einstellung trotzdem nicht punkten kann.

            Wenn die Linken sich zu Feminismus äußern, dann klingt das in meinen Ohren eher wie eine Pflichtübung, denn nach Eifer.

            Und außerdem haben sie mit Abstand die hübscheste Bundestagsabgeordnete 😀

          • „Wen denn?“

            Das war jetzt eine rhetorische Frage, oder? 🙂

            Wer kann gemeint sein, wenn nicht Sahra Wagenknecht?
            😛

  8. Und nochmal: wem verdanken die Amis die Reparatur? Und wer hatte den Schaden angerichtet? Sollte man im allgemeinen Draufschlagen, in der Zuordnung zu „weise und gut“ und „dumm und böse“ nicht wenigstens das hervorheben, was absolut eindeutig ist?

  9. Sahara Wagenknecht ist meine Lieblingspolitikerin, die einzige wirtschaftspolitisch kompetente Person im Bundestag, die ich kenne. (Viele kenne ich nicht.) Und vor zehn Jahren hätte ich dir zugestimmt, aber leider altert Sahra auch :-/ Gut schaut sie aber noch aus 🙂

    • „Sahara W…“
      (prust 😀 )

      Ist schon richtig. Aber sie sieht auch in ihrem jetzigen Alter noch absolut herausragend aus.
      Und sie scheint hochintelligent, was meine Wertschätzung noch steigert – und sie lässt sich in Interviews nicht zu emotionalen Entgleisungen hinreißen, wie so viele andere.

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