Jutta Allmendinger und die Rückkehr des Patriarchats

Bei Anne Will war die Soziologin Jutta Allmendinger zu Gast und führte laut der Welt aus:

Bildung zähle nicht nur auf dem Arbeitsmarkt, sondern bringe uns auch besser durch Krisen, erklärt Jutta Allmendinger, Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung. Bildung schaffe Vertrauen in die Zukunft und Selbstwirksamkeit, also die Überzeugung, schwierige Situationen bewältigen zu können. Doch durch Schulschließungen steige die Bildungsungleichheit. Die Wahrscheinlichkeit, dass Kinder von Eltern ohne höhere Bildung ein Gymnasium besuchen, sinke. „Da wissen wir, dass für Kinder aus solchen benachteiligten Schichten vier Wochen, sechs Wochen überhaupt nicht mehr nachzuholen sind“, erklärt sie. Das zeige sich aber erst in zehn oder 20 Jahren

„Und wir wissen, dass für Frauen, die lange zu Hause sind, die noch mehr mit ihrer Arbeitszeit zurückgehen, auch das im Arbeitsmarkt kaum noch zu kompensieren ist – was die Rente betrifft, was Karrierechancen betrifft.“ Dieses Wissen jedoch sei von der Politik gar nicht einbezogen worden, obwohl es neue empirische Zahlen gibt. Ein Problem, da dies wohl nicht mehr umkehrbar ist: „Die Frauen werden eine entsetzliche Retraditionalisierung weiter erfahren. Ich glaube nicht, dass man das so einfach wieder aufholen kann und dass wir von daher bestimmt drei Jahrzehnte verlieren. Wir sehen es ja an der Repräsentanz von Frauen in Führungspositionen, die jetzt schon wieder zurückgeht“, sagt Allmendinger.

Was da ja häufig nicht verstanden wird: Jeder entsetzliche Rentenausfall der Frau trifft, wenn sie verheiratet ist, genauso den Mann. Entweder über den Versorgungsausgleich oder darüber, dass die gemeinsame Rente dann geringer ist.

Und bei einer Teilzeitquote der Frauen von etwas unter 50% der berufstätigen Frauen und 66% der Frauen mit minderjährigen Kindern im Haushalt dürften auch die meisten Karrierechancen nicht sonderlich betroffen sein – Karriere war häufig gar nicht das gesetzte Ziel. Immerhin wollen 75% der in Teilzeit Beschäftigten auf keinen Fall Vollzeit arbeiten.

Insofern wäre ich interessiert, worauf sie ihre These, dass gerade dadurch ganz erhebliche Einbrüche entstehen werden, stützt? Wenn sie dazu mehr gesagt hat, dann wäre ich interessiert.

Und eine „Retraditionalisierung“ ist auch interessant. Glaubt sie wirklich, dass eine solche Notlage wirklich neues bringt? Oder das Frauen im Schnitt da ihre Haltung grundsätzlich geändert haben, dass im Zweifel sie für die Kinder zuständig sind und er das Geld zu verdienen hat? Und welche Führungskraft wäre innerhalb dieser kurzen Zeit gefeuert worden, weil ja was eigentlich? Weil sie ihre Kinder betreut hat und nicht zur Arbeit erschienen wäre? Weil jemand gedacht hat: Sie macht zwar gut Arbeit, aber weil so viele Frauen gerade auf Kinder aufpassen feuere ich sie? Oder weil Leute gesagt haben: In der Coronakrise muss die Frau ja eh auf Kinder aufpassen, deswegen nehmen wir lieber einen Mann?

Wie soll die kurze Zeit überhaupt zu einem messbaren Unterschied geführt haben?

„Herr Habeck, meldet sich gerade das Patriarchat zurück?“, fragt die Moderatorin. Der antwortet: „Man hat jedenfalls gesehen, wer keine Lobby hat. Ich würde sagen: Alleinerziehende, Kinder und Frauen.“

Alleinerziehende, Kinder und Frauen haben keine Lobby? Das erscheint mir eine steile These.

Welche Maßnahmen hat sie sich denn vorgestellt? Immerhin hat ja niemand explizit Frauen verdonnert zuhause zu bleiben. Wenn besonders viele Frauen zuhause geblieben sind, dann war das eher den Absprachen geschuldet.
Interessanterweise hat Corona in der Hinsicht ja sogar Lockerungen und Streitigkeiten gebracht. Ich habe von einigen getrenntlebenden Eltern gehört, dass sie über die Zeit mal das Wechselmodell ausprobiert haben. Gleichzeitig entbrannte ein Streit darum, ob in der Coronazeit ein Umgang stattfindet oder man diesen dem anderen Elternteil verweigern kann (Stichwort: Soziale Distanz).

Der weitere Streit entbrannte natürlich auch um den Unterhalt, der in der Kurzarbeit oft herabgesetzt wurde, weil eben auch das Einkommen sank. Also harte Zeiten für alle.

66 Gedanken zu “Jutta Allmendinger und die Rückkehr des Patriarchats

    • Was lässt sich darauf erwidern, wenn es heißt, Frauen, die ihre Männer, oder Kinder, die ihre Väter lieben, litten unter dem Stockholmsyndrom. Oder ist das eine nicht falsifizierbare These?

      • @uepsilonniks:

        »Oder ist das eine nicht falsifizierbare These?«

        Ja, sofern man es höflich formulieren möchte. Aber eigentlich ist es die Logik der Inquisition: wer trotz inquisitorischer Anklage leugnet vom Teufel besessen zu sein, beweist nur, wie sehr der Teufel ihn im Griff hat.

        Auf sachlicher Ebene lässt sich also gar nichts darauf erwidern. Sondern nur: »schiebt euch eure inquisitorischen Unterstellungen sonst wohin!«

        • Interessant wäre mal zu erörtern, ob der Feminimus nicht in ungleich geringerer Zeit, weitaus mehr Menschen in den ‚Freitod‘ trieb als die Inquisition.

      • Was lässt sich darauf erwidern, wenn es heißt, Frauen, die ihre Männer, oder Kinder, die ihre Väter lieben, litten unter dem Stockholmsyndrom. Oder ist das eine nicht falsifizierbare These?

        Wie schon von djadmoros richtig erwähnt, lohnt es sich nicht wirklich darauf einzugehen. Wer auch immer so etwas sagt, will sich gar nicht überzeugen lassen. Aber es kann natürlich sinnvoll sein, klar zu machen, dass man nicht bereit ist dies einfach so stehen zu lassen. Deshalb antworte ich in solche Situationen nur noch knapp mit „Männer- bzw. Väterfeindlichkeit ist Menschenfeindlichkeit“.

    • Aber natürlich sind ganz viele Frau gleichzeitig stark, unabhängig und selbstbestimmt!

      Man könnte fast glauben die sehnt sich danach und dann mit dem Rumgequacke von vorne beginnen zu können. Endlich wieder (nicht wirklich) diskriminiert!

  1. Hat schon was von Realsatire.

    Den Shutdown gibt es seit März und jetzt ist schon abzusehen das dieser Frauen – und nur Frauen – 30 Jahre zurückwirft?

    Frauen haben keine Lobby?

    Und als nächstes beschwert sie sich noch das sie nicht ernst genommen wird – natürlich nur weil sie eine Frau ist!

    • „Frauen – und nur Frauen – 30 Jahre zurückwirft?“

      eine 50-jährige wäre dann also quasi wieder 20 — geil!
      Männer bleiben 50 ? gemein !

      —-
      eine lose (gelegentliche) Geschäftspartnerin von mir, Alleinerziehend (unverschuldet), bei der ich gerade wegen eines Auftrages war, hat sich bei mir etwas ausgeweint, volle Arbeit und daneben noch das Kind beschulen. Das sind Probleme, nicht das Zu Hause bleiben, weil der Mann ja der „Ernährer, Versorger“ ist, wie viele Frauen offensichtlich noch ganz selbstverständlich denken.

  2. Die Frauen werden eine entsetzliche Retraditionalisierung weiter erfahren. Ich glaube nicht, dass man das so einfach wieder aufholen kann und dass wir von daher bestimmt drei Jahrzehnte verlieren.

    Also zurück auf den Stand von 1990? Warum nicht 1985 oder 1995? Das war natürlich entsetzlich damals, da waren die Frauen noch Leibeigene der Männer, und später mußten sie nur noch mit Keuschheitsgürtel herumlaufen!1elf12 – oder war das umgekehrt oder beides zusammen? Ich muß mal im Geschichtsbuch nachlesen…

    Im Ernst: Was Professor Allmendinger hier produziert, ist klassischer Bullshit a la Harry Frankfurt. Völlig sinnfreies Gerede, bei dem unklar bleibt, was genau gemeint sein könnte, das nur die Debatten emotionalisiert und verbale Nebelkerzen zündet.

    Ich beneide sie auch um die telepathische Fähigkeit, ca. 5 Mio. Haushalte vom WZB-Büro aus zu überwachen und empirisch genau zu bestimmen, was da so abläuft. Eventuell hat sie aber auch 200.000 studentische Hilfskräfte, die in der ganzen Republik herumlaufen und Protokolle erfassen, wie lange Papa bzw. Mama dem Kind vorgelesen hat. Zumindest tut sie so, als ob.

    In einem ganz anderen Sinn könnte sie mit den drei Jahrzehnten zurück aber recht haben: Die seit den 1990 Jahren existierende hegemoniale Position von Feministinnen hierzulande, darunter in prominenter Stelle sie selber, könnte auf das damalige Maß zurückfallen. Dieser drohende Machtverlust ist natürlich aus ihrer Sicht „entsetzlich“.

    Da verwechselt sie aber die feministische Mafia hierzulande mit der weiblichen Population.

    • ja das Wort entsetzlich ist in dem Zusammenhang völlig unpassend und unangemessen.
      Die Verwendung zeigt die Hysterie, in die man sich da reinsteigert.

  3. „Herr Habeck, meldet sich gerade das Patriarchat zurück?“, fragt die Moderatorin. Der antwortet: „Man hat jedenfalls gesehen, wer keine Lobby hat. Ich würde sagen: Alleinerziehende, Kinder und Frauen.“

    Hahaha! Prust! Brüll! BITTE WAS??? *Träne aus Augenwinkel wisch*

    In welchem Paralleluniversum muss man leben, um ohne jeden Anflug eines Lachkrampfes so etwas rauszuhauen?

    • Wäre ja noch schöner wenn der Lobbyvorsitzende das Vorhandensein eben jener Lobby bestätigen würde. „Natürlich beeinflusst der Bund dt. Waffenhersteller die dt. Politik dergestalten, dass auch wirklich jede Bananenrepbulik ihre Revolutionäre mit einem qualitativ hochwertigen Leopard 2 Panzer überrollen kann.“

    • Das ist der Vorteil von auswendig gelernten Parolen. Herr Habeck als Grüner verfügt über einen Satz Parolen, die er jederzeit raushauen kann und die seine Klientel erwartet und reflexartig beklatscht. Die eigentliche Aussage ist: Ich heisse Habeck und setze mich ganz doll für Frauenundkinder ein. Das ist eine Kategorie – zumindest bei Frauenfreunden. Für pööhse Männer wie ich hingegen sind es zwei. Darum gelte ich als frauenfeindlich. Iss so.

  4. “The second item in the liberal creed, after self-righteousness, is unaccountability. Liberals have invented whole college majors–psychology, sociology, women’s studies–to prove that nothing is anybody’s fault. No one is fond of taking responsibility for his actions, but consider how much you’d have to hate free will to come up with a political platform that advocates killing unborn babies but not convicted murderers. A callous pragmatist might favor abortion and capital punishment. A devout Christian would sanction neither. But it takes years of therapy to arrive at the liberal view.”

    • Murdoch, du musst diesen Quatsch einfach mal prüfen, bevor du ihn veröffentlichst:
      „Als eigenständige Wissenschaft wurde die Soziologie erst seit Ende des 19. Jahrhunderts anerkannt. (…) Der Namensgeber der Soziologie war Auguste Comte mit seinem 1851–1854 erschienenen vierbändigen Werk Système de politique positive, ou Traité de sociologie, instituant la religion de l’humanité.“

      Psychologie wurde als eigenständige akademische Disziplin Anfang des 19. Jahrhunderts in damaligen wissenschaftlichen Zentren Deutschlands wie Leipzig und Königsberg begründet.

      In Leipzig gründete Wilhelm Wundt gemeinsam mit Gustav Theodor Fechner 1879 (zunächst als Privatinstitut) das Institut für experimentelle Psychologie. Um diese beiden sammelte sich binnen kurzer Zeit ein Kreis engagierter junger Forscher, zu denen unter anderem Emil Kraepelin, Hugo Münsterberg, Granville Stanley Hall und James McKeen Cattell gehörten. 1883 wurde das Institut offizielles Universitätsinstitut.“
      Alles Wikipedia.
      So könntest du herausfinden, dass diese Wirrköpfe einfach nur Unsinn absondern, den sie zwanglos um irgendwelche Behauptungen gruppieren.

      • Fällt denn das, was Allmendinger lehrt, in die von dir genannten Fachbereiche oder ist das eine neue Lehre unter altem Namen?

  5. Ihr stellt alle die falschen Fragen, die einzig richtige Frage lautet:

    Wie können Männer die entsetzliche Retraditionalisierung und 3 verlorene Jahrzehnte wiedergutmachen?

    Ich stelle mir vor, wie sie in den feministischen Redaktionen schon in die Taschenrechnertasten haun, um eine astronomische Summe zu fabrizieren. ;-)))

  6. Ich gab am Sonntag genau an dieser Stelle zugeschaltet und nach 30 s den Fernseher wieder ausgemacht. Ich wollte mich am Sonntag Abend nicht aufregen.

    Natürlich haben Frauen keine Lobby. Brauchen sie auch nicht. Sie haben ein eigenes Ministerium und 3 ganze Parteien, die sich vordringlich um sie kümmern.

    • Eine Lobby ist per Definition etwas, was NICHT vom Staat bezahlt wird, oder?

      Insofern hast du wohl recht. Alle wesentlichen Fraueninteressenvertreterinnen werden aus dem Staatssäckel finanziert.

    • „Natürlich haben Frauen keine Lobby. Brauchen sie auch nicht. Sie haben ein eigenes Ministerium und 3 ganze Parteien, die sich vordringlich um sie kümmern.“

      Ja, stimmt.

        • Oh in der CDU machen da schon einige viel Wind.

          Ich wollte ja nur wissen, welche Partei da vergessen wurde. 🙂
          Naja AfD…. Da bin ich ein bißchen erstaunt, daß die da jetzt auch auf den Zug aufspringen. Gutes Beispiel, wenn man denen Populismus vorwerfen will. Klassisches Eigentor. Aber vielleicht meinten die ja auch, daß das nur ein Problem in nicht-deutschen Haushalten ist.
          Bevor mich jemand falsch versteht – ich bin gegen jede Art der Gewalt. Egal ob gegen Männer oder Frauen oder Kinder (ganz besonders gegen Kinder, die können sich am wenigsten schützen/wehren).

          • Ich dachte tatsächlich an Grüne, SPD und Linke. Aber ihr habt recht, mindestens die CDU muss man auch rein nehmen. AFD und FDP nicht, würde ich sagen. Nur weil jemand auch Politik für Frauen macht, heißt das noch lange nicht dass dies das vordringliche Ziel ist.

          • „Nur weil jemand auch Politik für Frauen macht, heißt das noch lange nicht dass dies das vordringliche Ziel ist.“

            Frauen machen immer Frauenpolitik. Wenn es um die Wahrung ihrer Interessen geht, kennen sie keine Parteigrenzen, ob sie Dorothee Bär (CSU), Rita Süßmuth (CDU), Manuela Schwesig (SPD), oder Annalena Baerbok (Die Grünen) heißen.
            Bei den Linken fällt mir jetzt ehrlich gesagt keine Frau ein, die sich explizit durch die Vertretung von Fraueninteressen profiliert hat. Nur weil sie „Die Linke“ heißen, reicht mir nicht als Argument.

  7. Nun, wir hatten am Wochenende einen (nichtsdestotrotz sehr guten) Gastbeitrag, warum „wir“ Debatten verlieren. Und am Sonntag schlägt dann bei Anne Will die Realität zu. Da wird einfach kackdreist Ideologie verbreitet. Und es gibt keine Gegenrede, keine Gegenöffentlichkeit. Es gibt keine Debatte. Ein paar frustrierte Männer grummeln irgendwo im Netz. Und wenn sie brav genug grummeln, dann werden sie wenigstens nicht gesperrt. Und wenn sie anonym genug grummeln, dann verlieren sie keine Freunde und setzen nicht ihrer Laufbahn selbst ein Ende. Aber bitte immer höflich und positiv bleiben! Ich bin dieser Scheiße so dermaßen müde.

    Dabei ist Allmendinger wenigsten noch ein bisschen um Empirie bemüht. Allerdings hat sie auch eine akademische Laufbahn, die fast das Nonplusultra ist und mit renommierten Universitäten und Instituten gespickt ist.

      • @only me:

        Naja. Wie würde denn die Diskussion ablaufen, wenn wir nicht von der Soziologie, sondern von der Biologie reden würden? Nehmen wir einen Staat an, dessen Wissenschaft nicht vollständig, aber sehr weitgehend vom Lyssenkoismus geprägt ist, und es würde tagein, tagaus mit Unterstützung durch Politik und Medien verkündet: »Gene? Schtonk!«

        Während andererseits die Schriften von Wissenschaftlern wie Ernst Mayr, Rupert Riedl, Richard Dawkins und Daniel Dennett nicht verboten wären, sondern bloß nicht zum im Medienlautsprecher verstärkten Mainstream gehören würde.

        Wie würde die Kritik lauten? Würde behauptet werden, die Biologie sei eine nutzlose Schwätzerwissenschaft? Oder würde nicht vielmehr die Forderung erhoben werden, es möge endlich wieder seriöse Biologie betrieben und die ideologisch verseuchten Doktrinen aus der Universität verbannt werden?

        Meines Erachtens ist die Antwort klar. Die Biologie als Wissenschaft komplett abschreiben würden nur Leute, die ohnehin keine Idee davon haben, wozu sie gut sein kann, und Lyssenko wäre dafür die komfortable Ausrede.

        Und darauf läuft auch das Soziologie-Bashing hinaus. Anstatt darüber zu diskutieren, worin der Unterschied zwischen guter und schlechter Soziologie besteht und die gute gegen die schlechte in Stellung zu bringen, wird sie als Ganze abgeschrieben. Und bei Danisch, der keine Ahnung hat und keine Ahnung haben will, passiert dass, wie crumar zu Recht beanstandet, aus Narzissmus und geistiger Faulheit.

        • @djadmoros,

          „Würde behauptet werden, die Biologie sei eine nutzlose Schwätzerwissenschaft? Oder würde nicht vielmehr die Forderung erhoben werden, es möge endlich wieder seriöse Biologie betrieben und die ideologisch verseuchten Doktrinen aus der Universität verbannt werden?“

          Ganz klar ersteres. Wenn keiner sich erinnern kann, wann er das letzte mal aus der Biologie sinnvolle Ergebnisse gehört hat, weil fast ausschließlich Schindluder produziert wird, hätte Biologie den gleichen Ruf und die gleiche Kritik wie Soziologie heute.

          Wie konnte es denn so weit kommen, dass die Soziologie so abgerutscht ist? Du schreibst so, als wären der böse Staat und die bösen Medien allein daran schuld und obwohl die Soziologen (die damals noch guten) sich nach Kräften dagegen gestemmt hatten, waren sie einfach chancenlos.

          Um das auch noch mal zu betonen: Danisch ist ziemlich sicher ein Narzisst.
          Und Danisch hat ziemlich sicher keine Vorstellung, was Soziologie sein könnte.
          Aber ihm geistige Faulheit zu attestieren, weil aus seiner Perspektive der utopische Zustand der Soziologie irrelevant ist und er sich auf den konkreten Zustand konzentriert, ist absurd.
          Danisch ist alles mögliche, aber nicht denkfaul.
          Scheuklappen, ja.
          Arroganz, ja.
          Aber nicht denkfaul.

          Ich unterstelle euch, dass dieser Vorwurf aus einer Arroganz eurerseits her rührt: „Er ist zu faul, sich die Mühe zu geben, so schlau wie ich zu sein und die gleichen Prioritäten zu haben.“

          Da folge ich nicht.

          • »Wie konnte es denn so weit kommen, dass die Soziologie so abgerutscht ist? Du schreibst so, als wären der böse Staat und die bösen Medien allein daran schuld und obwohl die Soziologen (die damals noch guten) sich nach Kräften dagegen gestemmt hatten, waren sie einfach chancenlos.«

            Meines Erachtens hat das damit etwas zu tun, dass Wissenschaftler (nicht nur Soziologen), denen in erster Linie die Wiesenschaft wichtig ist, sich eher aus der Wissenschaftspolitik heraushalten, weil das bedeutet, sehr zeitaufwendige Gremienarbeit betreiben zu müssen. Das heißt aber auch: sie konzentrieren sich darauf, in ihrer unmittelbaren Reichweite am Lehrstuhl gute Wissenschaft zu betreiben, haben aber nicht den weiteren politischen Horizont im Blick.

            Zweitens entstehen bestimmte Denkschulen zwar innerhalb der Wissenschaften (die »postmodernen« Denkschulen z. B. in der Philosophie), aber es ist zwischen Entstehung und Ausbreitung zu unterscheiden. Das Gewicht, dass Fachgebiete wie die Genderforschung heute haben, ist ihnen tatsächlich auf politischem Wege zugeschanzt worden (femnistische Netzwerke), insofern ist das Wort vom »bösen Staat« hier zutreffend. »Nach Kräften dagegen gestemmt« haben sich die zuvor etablierten Fachwissenschaftler allerdings weniger – aus eingangs genanntem Grund zum einen, zum anderen ist der Einfluss von Wissenschaftlern gering, wenn es nicht um die Neubesetzung von Stellen am eigenen Lehrstuhl geht, sondern ganze Bereiche neu geschaffen werden.

            Dahinter steht ähnlich wie beim Gender-Mainstreaming auf UNO-Ebene erfolgreiches politisches Lobbying. Wie man da manipulieren kann, zeigt ja das Professorinnenprogramm: eine neu zu schaffende Stelle wird geschlechtsunabhängig ausgeschrieben, aber tatsächlich bewilligt wird sie nur, wenn sie an ein Frau geht.

            Und ich erinnere mich auch an inhaltliche Auseinandersetzungen: Leute wie Jürgen Habermas und Manfred Frank, die sich schon in den 1980ern mit Poststruktruralismus und Postmoderne auseinandergesetzt haben, Auseinandersetzung mit Annahmen der »feministischen Wissenschaft« am eigenen Fachbereich (konkret ging es damals um die Kohlberg-Gilligan-Kontroverse), und einzelne Profs wie Wolfgang Merkel, die feministischen Ideologinnen im Seminar »den Rost runtergetan« haben, wie man bei den Schwaben sagt.

            Das hilft nur leider nichts, wenn einfach nebenan eine als Wissenschaft getarnte feministische Kaderschule aus dem Boden gestampft wird, die es vorher gar nicht gab und wo die Ideologinnen unter sich sind und im eigenen Saft schmoren.

            »Danisch ist alles mögliche, aber nicht denkfaul.«

            Ok, ich präzisiere meine Aussage: Danisch ist nicht schlechterdings denkfaul, sondern selektiv: nämlich jeweils da, wo seine Selbstverliebtheit ihm einflüstert, dass ein Gegenstand seines Urteils es nicht wert sei, sich Sachkompetenz zu verschaffen.

            »Ich unterstelle euch, dass dieser Vorwurf aus einer Arroganz eurerseits her rührt: „Er ist zu faul, sich die Mühe zu geben, so schlau wie ich zu sein und die gleichen Prioritäten zu haben.“«

            Ich bin der Ansicht, dass, wenn man zu einem Fachthema mitreden möchte, eine gewisse Holschuld entsteht, der man nachkommen muss. Ich nehme für mich selbst beispielsweise in Anspruch, in Bezug auf Biologie und Evolutionspsychologie einer solchen Holschuld nachgekommen zu sein, und ich wiederhole auch gern, dass dieser Blog hier für mich hierzu sowohl Anstoß wie auch Trainingsboden gewesen ist. Es geht mir also nicht um meine »Schlauheit« (zumal ich jemanden wie Danisch auch nicht für dumm halte), sondern um Aufrichtigkeit. Und die vermisse ich bei Danisch und beim Soziologie-Bashing generell.

          • „Danisch ist nicht schlechterdings denkfaul, sondern selektiv: nämlich jeweils da, wo seine Selbstverliebtheit ihm einflüstert, dass ein Gegenstand seines Urteils es nicht wert sei, sich Sachkompetenz zu verschaffen.“

            Das kann man so stehen lassen.

            Ich bin allerdings in keiner Position, hier als erster mit Steinen zu werfen.

          • „Wie konnte es denn so weit kommen, dass die Soziologie so abgerutscht ist?“

            Wenn ich mir den haarsträubenden Unfug ansehe, den Frau Allmendinger im Fernsehen von sich gegeben hat, dann ist mit unklar, ob sie privat als randalierende Feministin spricht oder beruflich als Professorin für Bildungssoziologie und Arbeitsmarktforschung. In „der Soziologie“ ist ihre feministische Randale sehr wahrscheinlich nicht der allgemeine Konsens. Daß Allmendinger und andere Feministinnen auf Plattformen mit derart hoher Reichweite auftreten dürfen, liegt vor allem an der medialen Macht des Feminismus, allen voran die 4 weiblich/feministischen Polit-Talkshows. Die öffentliche Wahrnehmung der Soziologie ist daher nicht das gleiche wie der tatsächliche Zustand der Soziologie.

            Die negative Wahrnehmung der Soziologie liegt mMn neben den von djadmoros genannten Punkten (insb. der feministischen Unterwanderung) am einem prinzipiellen Problem der Soziologie als Wissenschaft, das sich aktuell (bzw. seit rund einem Jahrzehnt) in der Replikationskrise äußert. Daß Erkenntnisse der Soziologie replizierbar sein sollen, ist ein Anspruch, den sie nach meinem Eindruck bei fast allen interessierenden Fragen nicht erfüllen konnte, kann und können wird. Die Maßstäbe und Erwartungen sind einfach überzogen. Soziologische (und z.T. auch psychologische) können vielleicht Indizien liefern, aber keine harten Fakten. Zum Teil ist die Erwartung von harten Fakten da, und in den politischen Debatten werden ständig die originären soziologische Erkenntnisse, die allenfalls statistische Aussagen mit oft nicht klaren Unsicherheitsbereichen sind, verallgemeinert zu markigen Pauschalaussagen und ehernen Weisheiten (Allmendinger lieferte ein Musterbeispiel), die in der vergröberten Form einfach nicht stimmen. Diese Vergröberung ist sozusagen der Rufmord.

            „Wissenschaftler (nicht nur Soziologen), denen in erster Linie die Wiesenschaft wichtig ist, sich eher aus der Wissenschaftspolitik heraushalten,“

            Genau, sie halten sich vor allem aus der Allgemeinpolitik und den Politikersatz-Shows von Will und Co heraus, und sie verallgemeinern ihre Erkenntnisse nicht unzulässig (was sie wiederum für die Skandalberichterstattung uninteressant macht).

          • „Daß Erkenntnisse der Soziologie replizierbar sein sollen, ist ein Anspruch, den sie nach meinem Eindruck bei fast allen interessierenden Fragen nicht erfüllen konnte, kann und können wird. “

            Kratzt das nicht massiv an dem Selbstverständnis als Wissenschaft?
            „Unsere Modelle sind so schlecht und wir verstehen die Zusammenhänge so wenig, dass wir keine Vorhersagen machen können“?

            Ich weiß, das ist zu polemisch formuliert.

            Aber wenn ein Soziologe nicht an der Realität scheitern kann, weil das per se nicht erwartbar ist, dass seine Aussagen einen prüfbaren Realitätsbezug haben, wie kann man dann a) einem normalen Menschen den Nutzen erklären und b) wie kann das Fach sich gegen Scharlatane schützen?

          • „Kratzt das nicht massiv an dem Selbstverständnis als Wissenschaft?“

            Nein, fundierte, sogar schmerzhafte Selbstkritik und Erkennen der eigenen Beschränkungen ist mMn gerade ein starkes Indiz für eine gute Wissenschaft.

            „Unsere Modelle sind so schlecht und wir verstehen die Zusammenhänge so wenig, dass wir keine Vorhersagen machen können“

            Nicht in das entgegengesetzte Extrem verfallen. Daß Wissen unsicher ist, bedeutet eben nicht, daß es völlig unbrauchbar ist, zumal wenn man auf die jeweiligen Fragestellungen keine besseren Antworten hat.

            „wie kann man dann einem normalen Menschen den Nutzen erklären“

            Ganz einfach: man hätte gerne in vielen politischen Debatten und Entscheidungssituationen psychologisches und/oder soziologisches Wissen, das eine Basis für moralische Bewertungen, intervenierende Maßnahmen usw. ist. Die Debattenteilnehmer haben alle möglichen Quellen für dieses Wissen: die eigene Phantasie, Verschwörungstheorien, irgendwelche halbseidenen Untersuchungen und eben wissenschaftliche Veröffentlichungen. Manche Debattenteilnehmer (m/w/d, z.B. Frau Allmendinger) tragen ihre freien Phantasien mit dem Brustton der Überzeugung vor, bewundernswert ist hier die Dreistigkeit, diesen Müll als gesicherte Erkenntnis zu verkaufen. Gute wissenschaftliche Veröffentlichungen werden gerade das nicht tun, sondern sogar versuchen, die Unsicherheit zu quantifizieren. Der Konsument dieses Wissens (also Teilnehmer in politischen Debatten) kommt so oder so nicht drum herum, sich die inhärente Unsicherheit bewußt zu machen und Konsequenzen daraus zu ziehen. Was ideologische Fanatiker natürlich nicht machen werden (das ist genau der oft beklagte Realitätsverlust von Feministen).

    • Der Arne muss halt seine „Besser Wichsen“ Büchlein an seinen Fanclub verhökern.

      Es geht halt um die gute Optik …

      Linkende halt … und da verstehen manche leider nicht, warum andere das für einen Schwachsinnsansatz halten.

      • Murdoch, hat man dir eigentlich schon ein Urkunde für deine Idiotie ausgestellt?

        Denkst du, nur weil sich einer gerne einen Dildo in den Popo steckt, das er sich nicht ernsthaft politisch engagieren kann?

        Wenn es die Puritaner noch in den USA gibt, würdest du da echt fabelhaft hineinpassen.
        Sex scheint für dich nur ein Mittel zur Fortpflanzung.

      • »Der Arne muss halt …«

        Sieh‘ das doch mal positiv: was hätte Arne mehr prädestinieren können, zum Pionier der Männerrechtsbewegung zu werden, als zu wissen, wie es sich anfühlt, wenn man Haue kriegt? Und das meine ich völlig ernst! Ich habe mich zwanzig Jahre lang für Fringe-Themen interessiert, drum weiß ich, wie es sich anfühlt, sich an stigmatisierten Themen abzuarbeiten. Wenn irgendwas der inneren Unangreifbarkeit weiterhilft, dann sowas!

  8. Die Herrenfrauen entscheiden selbst, ob sie arbeiten oder nicht, ob sie Kinder haben oder nicht. Wenn sie sich für Kinder entschieden haben und eine Epidemie kommt, dann beklagen sie sich, dass sie sich selbst um ihre Kinder kümmern müssen. Was ist denn das überhaupt für eine Haltung gegenüber Kindern?

    Wenn allerdings nach einer Trennung ein Vater seine Kinder bei sich haben und erziehen möchte, dann wird ihm das von Frau und Gesellschaft in aller Regel verwehrt. Und gleichzeitig in das Horn geblasen, dass Frauen so viel Care-Arbeit verrichten müssen. Dass sie ach so überfordert seien. Das ist allein die Folge davon, dass sie den Kindern den Vater und dem Vater die Kinder nehmen in ihrer Herrschsucht und Missgunst. Sie bestimmen das ganz alleine – und bekommen überall Unterstützung. Unsere ganze Gesellschaft ist ihre Lobby.

    Wo sind die Forderungen nach gleicher Care- und Betreuungszeit bei getrenntlebenden Eltern? Wo sind die Forderungen danach, dass endlich der Vater die Kinder zugesprochen bekommt – und die Frau sich auf ihren Aufsichtsratsposten konzentrieren kann? Weil der würde das sehr oft gerne machen und nicht über die Care-Belastung jammern. Aber er darf es nicht.

    Er kriegt ja nicht mal eine Männerquote im hoffnungslos verweiblichten Erziehungs- und Bildungsbereich zugebilligt. Er soll schön bei VW SUVs produzieren, ordentlich Unterhalt abdrücken und sich dann anhören, dass er zu wenig Care-Arbeit leistet. Wie hinterfotzig und verlogen ist das denn eigentlich?

    Wer Habeck am Sonntag genau beobachtet hat, der konnte sehen, dass ihm diese verlogene Politik seiner Partei durchaus bewusst ist. Und das macht ihn und das alles noch viel schlimmer – denn dann ist ein solcher Umgang mit Vätern Vorsatz und nicht nur Dummheit und Ignoranz.

    • „Wo sind die Forderungen nach gleicher Care- und Betreuungszeit bei getrenntlebenden Eltern?“

      Die gibt es doch, nur soll der Vater immer noch den vollen Unterhalt zahlen. Väter geht es ja nur ums Geld, wissen Mütterlobbisten.

      • „Wo sind die Forderungen nach gleicher Care- und Betreuungszeit bei getrenntlebenden Eltern?“

        Es gibt wohl wieder vermehrt Probleme mit den Umgangsvereinbarungen.
        Die Zahl der Väter, denen mit Verweis auf Corona von den Mütter die Tür gewiesen wird, steigt.

        Und die Familienrichter, die bei sog. „häuslicher Gewalt“ wie die Bluthunde aktiv werden, sind plötzlich alle in Corona-Urlaub.

        • https://www.sueddeutsche.de/muenchen/coronavirus-urteil-sorgerecht-umgangsrecht-notbetreuung-1.4897151

          Ein starker Beschluss aus Bayern: Eine Frau arbeitet „systemrelevant“. Sie lebt vom Mann getrennt mit ihrer Tochter, deren Lebensmittelpunkt bei ihr ist. Sie gibt ihr Kind lieber in die Notbetreuung, als es zum Vater in sein Homeoffice zu lassen. Eine Richterin hat nun entschieden, dass das Mädchen zum Vater darf, weil sie dort einem erheblich geringeren Infektionsrisiko ausgesetzt ist.

          Eigentlich ist das doch sowas von selbstverständlich, wenn es wirklich um das Kind ginge – und nicht nur um die Herrschsucht und das Besitzdenken der Mutter.

          Die Süddeutsche stellt die kranke Frage: „Gefährden die Notbetreuungen also das Kindeswohl?“
          Warum stellen sie nicht gleich die Frage, ob Väter nicht das Kindeswohl mehr gefährden als Notbetreuungen in Pandemie-Zeiten?

          Das Jugendamt hat wohl gleich reagiert und eine „Stellungnahme bei Gericht eingereicht: Dass Nadja die Notbetreuung besucht, werde nicht als „Gefährdung im Sinne des Kinderschutzes“ gesehen, die Verlegung des Lebensmittelpunktes von Nadja zum Vater stelle dagegen eher „eine Belastung für Mutter und Kind dar“.“

          Ein glücklicher Vater, dem Care-Arbeit erlaubt wird, ohne dass permanent hinter ihm eine Herrenfrau Befehle gibt. Ein Traum – wenn wahrscheinlich auch nur kurz.

      • Die Forderungen nach gleich viel Care-Arbeit von Vater und Mutter gilt offenbar nur für Familien, nicht für getrenntlebende Elternteile. Wo die Mütter den Vätern die Kinder vorenthalten, sehen wir, wie bigott diese Forderung ist. Einige versuchen sogar, den Vätern auch noch den regulären Umgang unter Verweis auf Corona zu verwehren.

        Nur, um dann mit den Kindern wochenlang alleine in der Bude zu hocken und über die unglaubliche Care-Belastung zu klagen und Habeck anzuhimmeln. Ein Mann, der sie versteht, auch wenn der eigene Sohn das schon lange nicht mehr kann.

  9. https://www.danisch.de/blog/2020/05/04/30-jahre-verloren-oder-30-jahre-verpfuscht/

    Eben noch wollte man die Naturwissenschaften absägen, alles durch Marxismus als Staatsreligion ersetzen, und dann braucht man auf einmal doch wieder die Naturwissenschaftler für das Klima und die Mediziner und Biologen wegen Corona, und fängt plötzlich selbst an, Listen von wichtigen Berufen zu machen, auf denen Geisteswissenschaftler und Genderpriester gar nicht erst vorkommen.

    Am Sonntag kam Anne Will. Die in letzter Zeit ja schon verblüffend selten kam. Die arbeitet da auch nur Sonntags, aber das auch eher selten, was zum Geld scheffeln völlig reicht, wenn man mal im öffentlich-rechtlichen Fernsehen drinsteckt.

    Völlig überraschendes Thema, mit dem keiner gerechnet hatte: Corona-Virus. Da haben sie sich echt mal ein originelles Thema einfallen lassen.

    Geladen hatte sie unter anderem die Soziotröte Jutta Allmendinger um mit ihr darüber zu jammern, dass auch das Corona-Virus, wie alles andere, Frauen so schrecklich benachteiligt und sie so schrecklich darunter leiden. Frauen leiden einfach unter allem. Könnte sich irgendwer erinnern, dass sich Frauen in den letzten Jahren über irgendetwas mal nicht beschwert hätten, mit irgendetwas mal zufrieden gewesen wären? Gibt’s nicht. Oder mal irgendetwas erfunden, neu gemacht, hervorgebracht, entdeckt hätten? Auch nicht. Und da kam es unter den beiden Feministinnen zu diesem denkwürdigen Dialog:

    Siehe Video oben

    Uäääh, uäääh, uäääh! Drei Jahrzehnte Feminismus durch ein Virus verloren. Und man kann es nicht mal als männlich beschimpfen, weil es das und nicht der Virus heißt. *Heul*

    Sie will eine staatliche Garantie, dass sie auch künftig nochmal aus der Familienquarantänehaft ans Tageslicht darf.

    Auf die Frage, ob nicht umgekehrt der ganze Feminismus einfach nur ein schwindsüchtiger fehlkonstruierter Haufen Schrott ist, wenn er schon bei der ersten Windböe zusammenfällt, kommt man nicht.

    Hatte man uns nicht 20 Jahre lang versprochen, dass durch Frauen alles besser würde, alles widerstandsfähiger, die Firmen ertragreicher, erfolgreicher, innovativer, gesünder, unkaputtbar? Und kaum kommt etwas Seegang, schmeißen viele Firmen erst mal die Frau über Bord, weil es mit Schönwettersegeln nicht mehr geht.

    Die Corona-Krise ist die erste echte Bewährungsprobe für den Feminismus, und er hat sie nicht bestanden.

    Interessant ist, wie die auf 30 Jahre kommt. Was war vor 30 Jahren? 2020-30=1990. Ende DDR.

    Linkende, die halt …

    • Danisch ist ein inkompetenter Narzisst bei eigentlich allen Fragen, die über seinen engen Fachhorizont hinausgehen.
      Er hat davon keine Ahnung, weil er noch nicht einmal ein Einführungsbuch zu dem Thema gelesen hat, das er gleichwohl zu beurteilen gedenkt.
      Weil wir Anfangs wenigstens die gröbsten Patzer per Kommentar kritisiert hatten, hat das Schneeflöckchen seine Kommentare abgeschaltet.
      Und sich damit kein Deut weniger sensibel gezeigt, als bspw. die Süddeutsche Zeitung.

      Seitdem hat er sich erfolgreich selbst ins (rechte) Nirvana radikalisiert und hält seine eigenen Verschwörungstheorien für die Realität.
      Dass wir bspw. „unterwandert von SED und Stasi“ sind, hält er für ausgemacht – selbstverständlich ohne einen einzigen Beweis.

      Er ist a. in Umfang und Ausmaß seiner gefühlten Wahrheiten Feministinnen immer ähnlicher geworden. Zieht man b. den gesammelten bullshit und emotionalisiertes Gerede aus seinem Artikel(n) ab, dann bleibt zur Sache wenig übrig und zu der haben Andere früher und bessere Beiträge geleistet.

      • Hat Allmendinger ein Einführungsbuch gelesen? Ist davon was zu merken? Ist die am Ende keine echte™ Soziologin, obwohl Präsidentin?

        „Weil wir Anfangs wenigstens die gröbsten Patzer per Kommentar kritisiert hatten, hat das Schneeflöckchen seine Kommentare abgeschaltet.“

        Er hat die Kommentare abgeschaltet, als es sich abzeichnete, dass Blogbetreiber für die Inhalte der Kommentare haften sollen.
        Weißt du immer, wovon du redest?

        • „Weißt du immer, wovon du redest?“

          Ich sage nur: unentspannt.

          Zu Danisch fällt mir immer diese Maxime ein: „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“

          Danisch macht das, ich mache das, andere machen das. So haben wir alle was davon. Somit eine typische Win-Win-Win-Situation.

          • Crumar hat ja insofern recht, als Danisch häufig großen Mist redet und vieles von dem, wovon er redet, nicht alles versteht.
            Und ein Narzisst ist er auch.

            Aber: Das ist eben nicht alles, was Danisch ist.

            Und dass Danisch „Soziologie“ daran bemisst, was Präsidenten soziologischer Fachbereiche von sich geben, statt an dem, was Soziologie sein sollte, ist nichts auszusetzen. Auch nicht, wenn crumar a la Humpty Dumpty meint, nur seine Definition von Begriffen sei wahr.

          • @only me

            Wenn er ein einziges Buch zu Soziologie, Psychologie oder Poltikwissenschaft gelesen hätte, wäre ihm klar, was von der Präsidentin eines WZB zu halten ist, die groben Unfug erzählt und ausschließlich feministische Propaganda verbreitet.
            Weil er das aber nicht getan hat, nimmt er eine ganze Fachrichtungen (bzw. „die Sozialwissenschaften“) in Sippenhaft – die er zudem ausschließlich politisch basht, weil er sie wissenschaftlich nicht kritisieren kann.

            Damit tut er den Feministinnen und Genderisten den allergrößten Gefallen, denn so sind sie auf dem politischen Parkett und inszenieren sich als Linke/Progressive, die von rechts attackiert werden.
            Statt sie für gefälschte Studien, unwissenschaftliches Arbeiten und politischen Aktivismus auf Kosten des Steuerzahlers inhaltlich zu kritisieren.

            Die Frage ist, wieso es im gesellschaftlichen Interesse sein sollte eine „Wissenschaft“ zu finanzieren, die nachweislich lediglich ihr Eigeninteresse im Blick hat und zu diesem Zweck bereit ist, zu fälschen und zu manipulieren.
            Zu dieser Frage kommt es zuverlässig nicht, wenn man politische Lagerkämpfe inszeniert, die noch nicht einmal zutreffen, denn der linke Flügel der Männerbewegung kritisiert ausgiebig und hartnäckig – aber eben sachkundig – mit.

            Und die Begründung von Danisch halte ich für vorgeschoben. Würde sie zutreffen, hätte Christian entweder ebenfalls die Kommentarfunktion abschalten müssen oder mit Löschorgie reagieren – beides fand nicht statt.

          • @crumar:
            „Wenn er ein einziges Buch zu Soziologie, Psychologie oder Poltikwissenschaft gelesen hätte, wäre ihm klar, was von der Präsidentin eines WZB zu halten ist, die groben Unfug erzählt und ausschließlich feministische Propaganda verbreitet.
            Weil er das aber nicht getan hat, nimmt er eine ganze Fachrichtungen (bzw. „die Sozialwissenschaften“) in Sippenhaft – die er zudem ausschließlich politisch basht, weil er sie wissenschaftlich nicht kritisieren kann.”
            Soweit ich verstanden habe, wirft der Danisch der Soziologie im Wesentlichen vor, sich nicht gegen solche Gestalten wie diese Präsidentin des WZB zu wehren. Sozusagen als Fach den eigenen Anspruch an seine Wissenschaftlichkeit und Seriosität aufgegeben zu haben.

          • @Robert

            Es gibt erstens zahllose „Bindestrich-Soziologien“ (Familien-, Wirtschafts- usw. usf.), die sich um ihren eigenen Scheiß kümmern, weil sie mit dem genug zu tun haben.
            Das ist ein Teil der Erklärung.
            Der nächste, dass sie sich sehr wahrscheinlich drei Mal überlegen, mit einem feministischen/genderistischen Lager anzulegen, welches an den Universitäten fest etabliert ist.
            Erfordert Mut.
            Wer – wie Danisch – auf die ganze Wissenschaft draufprügelt, wenn er ein bestimmtes Lager meint, ruft Solidarisierungseffekte hervor, die ja auch vom feministischen/genderistischen Lager eingefordert werden.
            Kontraproduktiv.

    • ….dass sich Frauen in den letzten Jahren über irgendetwas mal nicht beschwert ….
      Da hat sich der Druckfehlerteufel eingeschlichen. Richtig muss es lauten „in den letzten Jahrzehnten“

      oder Jahrhunderten ? Jahrtausenden ?

  10. Letztlich ist das alles aktuell nur ein Kampf der Feminismus-Lobby um nach der Krise, wenn bei der Verteilung öffentlicher Mittel wegen dem Wiederaufbau verstärkt auf Effizienz geachtet wird, behaupten zu können dass man dringend weiterhin sehr viele öffentliche MIttel braucht, wenn nicht sogar noch mehr.
    Ich persönlich denke dass der Schuss nach hinten losgehen wird: Je stärker die Feminismus-Lobby sich jetzt in den Vordergrund drängt, desto stärker wird Rot-Rot-Grün nach der Krise auf Feminismus setzen und genau dadurch besonders viele Wähler verlieren.

  11. Noch eine kleine schulische Anekdote zur Rückkehr des Patriarchats.

    Ich habe mich gerade mit ein paar Kollegen darüber unterhalten, dass in Deutschland mehr Männer zwischen 50 und 60 an Corona gestorben sind als Frauen zwischen 60 und 70. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1104173/umfrage/todesfaelle-aufgrund-des-coronavirus-in-deutschland-nach-geschlecht/ An der Schule ist es trotzdem so, dass sich Lehrkräfte ab 60 (und solche aus anderen Risikogruppen) unabhängig vom Geschlecht vom Unterricht freistellen lassen können. Das bedeutet unter anderem, dass ein Man Ende 50 sich nicht freistellen lassen kann, obwohl er ein größeres Risiko trägt als Frauen Anfang 60. Im Zweifelsfall muss er noch zusätzliche Klassen übernehmen, weil eben andere fehlen.

    Hier wäre es wirklich mal nett gewesen, wenn Gleichstellungsbeauftragte sich eingeschaltet, auf die Bedeutung von Geschlechtsunterschieden hingewiesen und z.B. gefordert hätten, dass Männer schon etwas früher die Möglichkeit zur Freistellung bekommen sollten. Das aber nur nebenbei, ich möchte auf einen anderen Punkt hinaus.

    Im Gespräch kamen wir gut feministisch darauf, dass es eigentlich vernünftig wäre, die Schulen jetzt wesentlich durch Frauen unter 40 (und die paar Männer unter 30) im Betrieb zu halten. Denn dann trügen die Kollegien jetzt ein Risiko, das tatsächlich nicht größer wäre als bei einer normalen Grippe, eher noch kleiner. Nur: Gerade die Frauen dieser Altersgruppe sind jetzt sehr schwer in die Stundenpläne einzubauen, weil sie darauf bestehen, sich um ihre Kinder kümmern zu müssen. Dafür sind jetzt lauter Männer über 50 (und tatsächlich auch Männer und Frauen über 60) da, die den Betrieb am Laufen halten.

    Eben das sind Zustände, die Allmendinger als „Rückkehr des Patriarchats“ beschreibt. Das ist völlig unterkomplexes, auch unehrliches Gerede, und nicht einmal die simple Arbeitsverteilung an einer Schule lässt sich damit angemessen skizzieren.

    Auch darüber hinaus ist es beschämend ungeeignet ist, soziale Verhältnisse angemessen zu beschreiben. Das Problem ist nur, dass eher ich mich für diesen Quatsch fremdschäme, als dass Allmendinger selbst sich schämen würde.

  12. Pingback: Djadmoros & Only_Me über seriöse und unseriöse Soziologie – eine kurze Verteidigung der Geisteswissenschaften | uepsilonniks

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