„75% der systemrelevanten Berufe werden von Frauen ausgeübt“

In der Diskussion zu dem Artikel von Hensel entstand auch eine Diskussion darüber, ob es richtig ist, dass 75% der systemrelevanten Berufe von Frauen ausgeübt werden.

Kibo schreibt dazu:

Der heute bei Arne verlinkte Publico-Artikel kommt zu ähnlichen Schlussfolgerungen,wie rano64 sie aufgestellt hat:

Dazu beruft sie sich auf eine Untersuchung des deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), die einen Frauenanteil von 75 Prozent in den krisenrelevanten Berufen behauptet. Allerdings widmet sich die Studie vor allem der Gehaltsstruktur bestimmter Berufsgruppen. Die DIW-Forscher stellen nebenbei die 75-Prozent-Behauptung auf, allerdings, ohne darzulegen, wie sie darauf kommen. Die Zahlen aus der Arbeitswelt lassen von dieser Behauptung nicht viel übrig.

Nach den Angaben des Statistischen Bundesamtes beträgt der Männeranteil an Beschäftigten in der Landwirtschaft 76,8 Prozent, an der Lebensmittelherstellung 69,8, an der Getränkeherstellung 85,5, an Jobs im Bereich Güterumschlag und Post 73, bei Fahrzeugführern im Straßenverkehr 94,2, im Schienenverkehr 95,9, in Schutz- und Sicherheitsberufen 72,2, in der Energietechnik 96 und in der Müllentsorgung fast 100 Prozent. In den Draegerwerken, die Beatmungsgeräte herstellen, von denen zur Zeit das Überleben vieler Menschen abhängt, arbeiten zu 71,5 Prozent Männer. Dafür stellen weibliche Mitarbeiter im Lebensmittelverkauf mit 86,1 Prozent die übergroße Mehrheit, in medizinischen Gesundheitsberufen (82,4 Prozent) und in der Altenpflege (83,7 Prozent), also in nicht nur krisenrelevanten, sondern auch sehr großen Bereichen der Wirtschaft.

Crumar schreibt darauf:

Die DIW Studie arbeitet mit Prozenten und nicht mit absoluten Zahlen – mit keiner einzigen.
Die Berufsgruppen sind nach eigenem Gusto zusammengestellt und zusammengefasst.
Sie haben z.B. „Pharmazeutische Berufe“, die es so gar nicht gibt.
Sie haben „Verwaltungsberufe“, die nach ihren Angaben 32% der „systemrelevanten Berufe“ ausmachen – mir ist nicht klar, wie sich diese zusammen setzen und sie weisen es auch nicht aus.

Dann arbeiten sie mit dem Klassiker des Betrugs, den man nur erkennt, wenn man weiß, dass es keine „deutschen“ Brutto-Stundenlöhne gibt, sondern diese nach Ost und West unterschiedlich sind.
Der durchschnittliche Brutto-Stundenlohn in D ist 19,33 Euro, aber in den neuen Bundesländern (ohne Berlin) nur 14,99 Euro. D.h. um so höher der prozentuale Anteil von Ost-Frauen in einer bestimmten Berufsgruppe, desto niedriger der Durchschnittsverdienst von „Frau“, desto höher ist in Frauenberufen der „gender pay gap“.

Kibo dazu:

@crumar

Sie haben „Verwaltungsberufe“, die nach ihren Angaben 32% der „systemrelevanten Berufe“ ausmachen – mir ist nicht klar, wie sich diese zusammen setzen und sie weisen es auch nicht aus.

In einer Fussnote deuten die Autorinnen an, was sie als Ausgangsbasis für ihre Betrachtng genommen haben:

Die vorliegende Analyse bezieht sich auf die zuerst veröffentlichte Liste der Berliner Senatsverwaltung, Stand 12. März 2020

Das müsste dann folgende Liste sein:

– Arzt- und Praxishilfe
– Medizinisches Laboratorium
– Gesundh.,Krankenpfl., Rettungsd.Geburtsh.
– Human- und Zahnmedizin
– Pharmazie
– Altenpflege
– Verkauf von Lebensmitteln
– Verkauf drog.apotheken.Waren, Medizinbed.
– BVG
– Polizei
– Feuerwehr
– Energietechnik
– Land-, Tier-, Forstwirtschaftsberufe

In einer weiteren Fußnote schreiben sie:

Die Einteilung in die jeweiligen Berufsgruppen erfolgt anhand der 3-Steller-Ebene der Klassifikation der Berufe (KldB 2010)

So sind beispielsweise alle human-und zahnmedizinischen Berufe in einer gemeinsamen Berufsgruppe enthalten und die Berufsgruppe der Verwaltungsberufe umfasst neben betriebsnotwendigem Personal in öffentlichen Einrichtungen und Behörden auch andere Verwaltungsberufe. Zudem lassen sich einige der als systemrelevant ausgewiesenen Berufe wie beispielsweise Krisenstabspersonal und Personal der kritischen Infrastruktur und Grundversorgung nicht eindeutig innerhalb der KldB 2010 zuweisen, sodass die hier vorgenommene Auswahl systemrelevanter Berufsgruppen möglicherweise nicht alle betroffenen Personen abbildet.

Um es klar zu sagen, sie haben hier massiv manipuliert. mMn kann man mit den Prozentzahlen schon rechnen, aber wenn ich die Zahlen aus der Abbildung 4 nehme und damit rechne komme ich selbst mir ihrer manipulierten Liste nur auf 56% Frauenanteil! Bei Bedarf stelle ich die Zahlen gern zur Verfügung. Ein Frauenanteil von 75% ist völlig utopisch.

Für mich bleibt die 75% wie rano64 schon sagte eine „durch nichts belegte bzw. frei erfundene Zahl“

Crumar dazu:

  • Wie funktioniert der Fake in der Studie „Systemrelevant und dennoch kaum anerkannt: Das Lohn- und Prestigeniveau unverzichtbarer Berufe in Zeiten von Corona“ von Josefine Koebe, Claire Samtleben, Annekatrin Schenker, Aline Zucco des DIW Berlin?

    Zunächst wird in der Fußnote eingeräumt, es gibt gar keine bundeseinheitliche Liste.
    Laut ihrer eigenen Aussage haben sie die Berliner Liste verwendet, weil sie als erste da war – nicht weil sie zutreffend oder umfassend ist.

    1. In der gleichen Fußnote (3, S. 2) eine Bemerkung, die nachfolgend relevant ist: „Die Einteilung in die jeweiligen Berufsgruppen erfolgt anhand der 3-Steller-Ebene der Klassifikation der Berufe (KldB 2010). Diese wurde von der Bundesagentur für Arbeit und dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) mitentwickelt und ermöglicht eine hohe Vergleichbarkeit über verschiedene Datenquellen hinweg.“

    Nur nutzen sie entgegen ihrer Behauptung nicht die „3-Steller-Ebene“, sondern verfahren hochgradig manipulativ nach eigenem Gusto. D.h. die Gruppierung erfolgt nicht konsistent, sondern so, wie es in das ideologische, nämlich feministische Schema passt.

    2. Wie ich bereits schrieb, die Gruppe „Pharmazeutische Berufe“ gibt es in der Klassifikation der Berufe (KldB) überhaupt nicht.
    Sondern nur Berufe in der Pharmazie.
    Diese haben aber einen 4er Schlüssel (8188) und keinen 3er.
    Die Ebene der 3 Stellen, also die Obergruppe, heißt „Pharmazie“ und deren Schlüssel ist 818.

    Durch „Pharmazeutische Berufe“ kann dafür gesorgt werden, dass ein Frauenanteil von 80% in der Leitung von Apotheken und deren überdurchschnittliche Vergütung einfach verschwindet.
    Konkret verschwinden dadurch folgende Berufsgruppen:
    8180 Apotheker/innen, Pharmazeuten/Pharmazeutinnen
    8181 Fachärzte/-ärztinnen in der Pharmakologie
    8182 Berufe in der pharmazeutisch-technischen Assistenz
    8189 Führungskräfte – Pharmazie

    Durch diese Manipulation wird Durchschnittsgehalt der Berufsgruppe nach unten „korrigiert“ und das ist der Zweck der Maßnahme/Manipulation.

    3. Der KldB Schlüssel für die Gruppe „Fahrzeugführer/innen im Straßenverkehr“ hat einen 5er Schlüssel, abermals keinen 3er.
    Der 3er Schlüssel hingegen heißt „Fahrzeugführung im Straßenverkehr“ – arg auffällig, dass diese geschlechterneutrale Formulierung der Klassifikation nicht verwendet wird.
    Diese Berufsgruppe ist in der Studie natürlich in weiblicher Form (Fahrzeugführerinnen) geschrieben – wenn schon gegen die Realität argumentiert, dann aber richtig!

    Das sagt die Klassifikation der Berufe über die zugehörigen Berufe Fahrzeugführer/innen im Straßenverkehr:
    „Zugeordnete Berufe (Beispiele):
    – Auslieferungsfahrer/in (nicht Verkaufsfahrer/in)
    – Botenfahrer/in
    – Fahrradkurier/in
    – Rettungswagenfahrer/in

    Nicht einzubeziehende Berufe:
    – Berufskraftfahrer/in – Güterverkehr (52122)
    – Testfahrer/in (27312)“

    Jedenfalls ist durch diese Manipulation der „Trucker“ verschwunden und wird in der Studie nicht berücksichtigt. Da in dieser Berufsgruppe der Männeranteil hoch und die Bezahlung niedrig ist, werden gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Der Männeranteil der „systemrelevanten Berufe“ sinkt proportional und bei der Gruppe „Mann“ wird das Lohnniveau erhöht.

    4. Hingegen umfassen die von ihnen zusammengefassten „Arzt- und Praxishilfen“ nach Schlüssel 811 folgende Berufsgruppen:
    8110 Medizinische Fachangestellte (ohne Spezialisierung)
    8111 Zahnmedizinische Fachangestellte
    8112 Podologen/Podologinnen
    8113 Orthoptisten/Orthoptistinnen
    8114 Tiermedizinische Fachangestellte
    8118 Medizinische Fachangestellte (sonstige spezifische Tätigkeitsangabe)

    Es ist utopisch anzunehmen, alle diese Berufsgruppen wären gleichermaßen „systemrelevant“.
    Hier ging es offensichtlich darum, die Beschäftigtenzahlen für „Frau“ künstlich nach oben zu treiben.
    Das gleiche Spiel mit Schlüssel 831 „Erziehung, Sozialarbeit, Heilerziehungspflege“ – Manipulation der Beschäftigtenzahlen im Sinne „Frau“ nach oben.

    5. Auch die von ihnen angeführten „Reinigungsberufe“ haben keine 3er Schlüssel, sondern nach KldB einen 2er; der 3er Schlüssel heißt einfach nur „Reinigung“.
    Das kann ganz ordinäre Schlamperei sein, es wirft aber die Frage auf, welche darunter gefassten Berufe von ihnen herangezogen worden sind.
    Denn nach ihrer Studie haben „Reinigungsberufe“ einen Anteil von satten 14% an denen aller „systemrelevanten Berufe“!
    Hier alle nach dem 4er (!!!) Schlüssel aufgelisteten Berufe:
    5410 Berufe in der Reinigung (ohne Spezialisierung)
    5411 Berufe in der Gebäudereinigung
    5412 Berufe in der Glas- und Fensterreinigung
    5413 Berufe in der Textilreinigung
    5414 Berufe in der Maschinen- und Anlagenreinigung
    5415 Berufe in der Fahrzeugreinigung
    5418 Berufe in der Reinigung (sonstige spezifische Tätigkeitsangabe)
    5419 Aufsichtskräfte – Reinigung

    Ich möchte niemandem in der Glas- und Fensterreinigung zu nahe treten, aber unter „systemrelevant“ stelle ich mir dann doch andere Berufe vor.
    Zum Zweck der Manipulation siehe die vorhergehenden Punkte.

    6. Noch einmal auf die größte Gruppe der „systemrelevanten Berufe“ – die in der Studie unter „Verwaltungsberufe“ zusammengefasst wird und nach dieser einen Anteil von 32% hat – einzugehen, kann ich mir hier sparen, denn das aufgezeigte manipulative Muster wird identisch sein.

    Zusammengefasst ist die Studie manipuliert worden, um zwei „Ergebnisse“ aufzuzeigen, die so formuliert werden:
    a. „Der Frauenanteil in den systemrelevanten Berufsgruppen insgesamt liegt bei knapp 75 Prozent.“ S. 5
    b. „Nicht nur sind also knapp drei Viertel der in systemrelevanten Berufen tätigen ArbeitnehmerInnen
    Frauen, sondern darüber hinaus werden diese (…) deutlich schlechter bezahlt als ihre männlichen Kollegen.“ (S. 6)
    Die Ergebnisse in Anführungszeichen, weil diese der eigentliche Zweck der Fake-Studie sind und natürlich ganz am Anfang standen. Politisches Ziel ist die „finanzielle Aufwertung“ von Berufen, in denen besonders Frauen tätig sind und für dieses Vorhaben ist jede wissenschaftliche Fälschung, jede Manipulation, jede Täuschung der Öffentlichkeit selbstredend vertretbar.

    Diese feministische Fake-Studie ist wissenschaftlich ein weiterer Fall für das Altpapier/die Löschtaste, interessant nur als Beispiel, wie politische Propaganda funktioniert und wie fake konkret fabriziert wird.

     

 

Natürlich hängt letztendlich alles an der Definition von „Systemrelevant“. In einem komplexen System wie dem unseren ist tatsächlich sehr viel systemrelevant im weiteren Sinne. Ein gutes Gesundheitssystem kann letztendlich auch nur in einer starken Wirtschaft existieren.

„Systemrelevant“ bedeutet ja auch nur „innerhalb der Coronakrisenquarantäne zur Aufrechterhaltung des Betriebes notwendig, auch wenn ansonsten alles, was ein hohes Ansteckungsrisiko in sich trägt, nicht stattfinden darf“.  Es ist nicht damit zu verwechseln, was außerhalb einer Quarantäne eigentlich entbehrlich ist oder damit, dass andere Tätigkeiten nicht gebraucht werden und nicht wichtig sind.

 

Punktesystem für die Behandlung oder das Sterbenlassen der Coronapatienten in Irland und Benachteiligung von Männern

Arne berichtet über einen Artikel in der Sun zu einem Triage-System, mit dem man in Irland entscheiden soll, welche Patienten bei der Knappheit von Intensivstationsbetten und Beatmungsgeräten die bessere Behandlung bekommen und bei welchen dann eher paliativ behandelt wird.

The patient evaluation process at major hospitals along the west coast ranks patients by age and medical conditions and sometimes by gender.

People will receive points in the scoring system for pre-existing medical conditions

The document then advises that patients with a score of over eight points they should not be admitted to ICU for intubation or mechanical ventilation

Patients are given points for their age with people over 80 hit with seven points – just one shy of the exclusion total – despite government ethical guidelines advising that patients should not be excluded from treatment because of their age.

Men also on occasion receive more points than women in the scoring system with one point given to males aged between 50 and 60 and no points given to females in the same age bracket.

The points climb with age with two points for men ages 61 to 65 and one point for women in the same age sector.

Three points are given to men between 66 and 70 (two for women), five points for men between 71 and 75 and four points for women of the same age.

Patients between 76 and 80 are given six points and those over 80 are given seven points regardless of gender.

The Government’s Ethical Framework for Decision Making in a Pandemic states that exclusion for treatment on the basis of age should be avoided as “this can imply that some age groups are worth saving more than others.”

Also noch mal etwas übersichtlicher

a )50-60

  • Männer: 1 Punkt
  • Frauen: 0 Punkte

b) 61-65

  • Männer: 2 Punkt
  • Frauen: 1 Punkte

c) 66-70

  • Männer: 5 Punkt
  • Frauen: 4 Punkte

ab 71:

Gleiche Punkte

Ist das einfach „Frauen zuerst“ oder liegt da eine andere Wertung zugrunde, etwa das Männer eine schlechtere Überlebenschance haben und es daher sinnvoller ist Frauen mit der höheren Chance zu retten? Das würde bedeuten, dass man Leute nach den Überlebenschancen behandelt, die dann eben für Männer schlechter wären. Immerhin sterben doppelt so viele Männer an Corona was in eine Behandlung, die schlicht darauf abstellt, wer durch die Behandlung eher überlebt ja ins Gewicht fallen könnte. Wenn ein 70jähriger Mann selbst bei bester Hilfe mit einer höheren Wahrscheinlichkeit stirbt als die Frau mit gleicher Hilfe, dann wäre es eine sinnvolle Entscheidung der Frau zu helfen (wobei der Effekt natürlich verfälscht wird, wenn das vorher schon so betrieben worden ist und darauf die Sterberate beruht).

Und wäre letzteres eine ethische Entscheidung?

Die weiteren Erklärungen:

People will also receive points in the scoring system for pre-existing medical conditions such as congestive heart failure with clocks up two points and hypertension which costs one point.

People with respiratory issues have higher points with COPD given two marks and those on home oxegen given three.

Patients with neurological conditions also rank poorly with dementia giving two points and advanced parkinson’s disease giving three points.

One or two points is given for diabetes depending on the severity of the condition with obesity also effecting people’s ability to receive intensive care.

People suffering from obesity receive points ranging from one for those with a BMI of 35-40 to 6 for anyone with a BMI of greater than 60.

The document then advises that if a patient has a score of over eight points they should not be admitted to ICU for intubation or mechanical ventilation.

also:

  • Herzprobleme: 2 Punkte
  • Bluthochdruck: 1 Punkt
  • Chronische obstruktive Lungenerkrankung: 2 Punkte
  • auf Sauerstoff angewiesen: 3 Punkte
  • Demenz: 2 Punkte
  • fortgeschrittene Parkinsonerkrankung: 3
  • Diabetes: 1-2
  • Übergewicht: Ab einem BMI von 35 einen Punkte bis zu 6 bei BMI 60

Das bedeutet in der Kombination dann, dass Männer mit einer weniger schweren Erkrankung und im gleichen Alter eher nicht behandelt werden bzw eingeschränkt behandelt werden.

1 Punkt ist so gesehen nicht viel, kann aber hier den Unterschied zwischen Leben und Tod machen.

Dazu heißt es in dem Dokument laut der Sun:

The guidelines advise that these patients may still benefit from aggressive therapy and enhanced nursing but if their condition doesn’t improve they should be given palliative care.

The Irish Sun understands that patients who are deemed not fit enough to be intubated or put on mechanical ventilation – both of which can be difficult to come off of – are put on non invasive ventilation in other wards in the hospital with oxygen masks.

Arne weißt zu recht darauf hin, dass zwar das Alter in dem Artikel diskutiert wird, die Unterschiede nach Geschlecht aber nicht.

Dabei sind sie ja stark erklärungsbedürftig. Sie verletzten erst einmal den Grundsatz, dass niemand wegen seines Geschlechtes benachteiligt werden sollte.

 

Alyssa Milano, Joe Biden, #metoo und Doppelmoral

Alte Tweets zu Kavanaugh:

vgl:

 

Das „Karen“-Meme ist natürlich problematisch

Besuchern von Seiten wie 9gag dürfte das „Karen“ Meme gut bekannt sein. Es ist eine Frau, die meint, dich wegen alles beschweren zu können und sich für besser als andere hält, typischerweise will sie den Manager sprechen, weil für sie etwas möglich gemacht werden soll.

Know your meme beschreibt es so:

Karen is a slang term used as an antagonistic female character in memes. „Karen“ is generally characterized as an irritating, entitled woman, sometimes as an ex-wife who took custody of „the kids.“

Natürlich darf man über sich beschwerende Frauen keine Witze machen.

Daher dauerte es auch nicht lange bis zu Artikeln wie diesem:

The Karen chat stepped up a notch last week when the feminist writer Julie Bindel tweeted: “Does anyone else think the ‘Karen’ slur is woman-hating and based on class prejudice?” Cue a social media firestorm, one I blithely wandered into: “Yes – it’s sexist, ageist and classist, in that order.” Soon, I had thousands of responses. Some were from people of colour, frustrated that the term’s original meaning had been lost and that two white women were denigrating a term they use to describe racism, and fair enough. But they were at least equalled by men gleefully calling me a Karen (“OK, Karen”) and telling me to make them a sandwich. Truly, few things warm the heart like the palpable excitement of men when they find a new misogynistic term they can lob at women with impunity.

Do I really need to spell out the sexism of a meme about a woman’s name that took off from a man griping about his ex-wife and has become a way of telling women to shut up? Yes, there are memes about Chad and Zach, but these have never gained the popularity of ones about Becky, Susan or Tammy, let alone Karen. When I see young (and not so young) white women defending the Karen meme, I’m reminded of the Cool Girl passage in Gone Girl: yeah, I’m not a basic pushy-mum-type woman – I’m a cool girl. Mmm, let’s see how long denigrating your own sex works for you, ladies.

Next, ageism: “Karen”, as we have established, is a mother. One with multiple children, as Vox put it. So we’re probably talking middle age here. Middle-aged women – ew!

Finally, class. Whatever upper-middle connotations Karen might have in the US, in the UK the name is not posh. Try substituting Karen for Emily, Freya, Alice or Isabel and the meme doesn’t work. It is no coincidence that a tweet calling Jess Phillips a Karen was so popular, given Phillips grew up working-class, is a mother and – not wanting to shock anyone here – a woman. Tick, tick, tick.

Auf die Idee, dass dieses Meme auch durchsetzt gerade weil es ein bestimmter Typ Frau ist und er insofern einen bestimmten Kern hat, kann man, wenn man nur in Machttheorien denkt natürlich nicht kommen. Dann ist es auch nur ein weiteres Mittel Frauen mundtot zu machen.

Von anderer Seite könnte man es auch schlicht als besondere Form „toxischer Weiblichkeit“ nehmen, eben als etwas mit dem der Feminismus gar nicht rechnet: Frauen, die meinen, dass man sie ganz besonders gut behandeln muss und die andere aus dieser Position heraus besonders schlecht behandeln, oft ohne besondere Basis dafür.

„Gleichberechtigung: Die Krise der Männer“ von Jana Hensel

Der Zeitartikel „Gleichberechtigung: Die Krise der Männer“ von Jana Hensel wurde recht häufig von verschiedenen Personen aufgegriffen, so dass er sich für eine Besprechung anbietet:

Ganz am Anfang der Corona-Krise, da waren die Schulen und Kindergärten noch geöffnet, habe ich auf Twitter aus nichts als einer Laune heraus gefragt, ob es unter den Virologen in Deutschland eigentlich auch Frauen gäbe, und erntete das, was man einen veritablen Shitstorm nennt.

Die allermeisten fanden, ich fasse das jetzt einmal so freundlich wie möglich zusammen, dass es nun doch wirklich der falscheste Zeitpunkt für solcherart „Gedöns“-Fragen sei. Hätte ich denn nicht begriffen, wie ernst die Lage sei? Dass es doch völlig nebensächlich sei, ob Männer oder Frauen oder Männer und Frauen mit Migrationsgeschichte uns retteten? Denn ja, im Moment ginge es um nichts anderes als unser Überleben.

Aus der Sicht von jemanden, der einer Identitätspolitik anhängt kann es natürlich nicht egal sein, wer etwas sagt bzw welche Gruppe die Gelegenheit gegeben wird etwas über einen Vertreter zu sagen. Denn alles ist im intersektionalen Feminismus ja nur aus der Sicht dieser Gruppen zu bewerten, es steht damit ein Machtkampf dahinter: Wenn der Experte männlich ist, dann bedeutet es, dass er weibliche Interessen in der Gesellschaft nicht vertreten kann und das Männer als kompetent dargestellt werden und als die, die in einer solchen Krise zu befragen sind und auf deren Meinung es ankommt.

Die „normale“ Ansicht innerhalb der Bevölkerung, die auch zu dem Shitstorm geführt haben dürfte, wäre wohl eher, dass man ein Problem lösen muss und dazu jemanden suchen muss, der auf dem Gebiet klasse ist und eine Lösung bieten bzw das Problem aus seiner Fachsicht erklären kann. Wer es ist ist dabei nicht so wichtig, solange er es gut erklären kann, er erkennbar qualifiziert ist und er (aus Sicht der Medienschaffenden) auch bereit ist vor eine Kamera zu treten und dort nach Möglichkeit gut anzukommen.

Für die Medien dürfte es auch interessant sein, da nicht jedesmal einen neuen Experten vorzustellen, sondern nach Möglichkeit einen Experten zu etablieren, der sowohl fachlich als gut anerkannt wird als auch als vertrauensvoll angesehen wird. Denn der Aufbau eines Experten macht dessen Aussage für die Leute interessanter und wichtiger.

Die Expertendämmerung

Meine Frage auf Twitter hatte also, ohne dass ich es ahnen konnte, in eine Art Wespennest gestochen. Zu diesem Zeitpunkt, ich erinnere noch einmal daran, war das Land ganz versessen auf Christian Drosten und seinen täglichen Podcast. Man soll mich nicht falsch verstehen, ich habe überhaupt nichts gegen Christian Drosten, aber der Virologe war, ohne es zu wollen, so etwas wie die Vorhut einer männlichen Expertendämmerung.

Interessant, dass sie sich auch nicht traut etwas gegen Drosten zu sagen. Noch nicht einmal ein Mansplaining Vorwurf oder etwas in dieser Art.

Er war nur eben die Vorhut der anderen Männer.

Seither hören wir wie gebannt all den männlichen Wissenschaftlern und ihren Zahlenanalysen zu. Wir schauen den männlichen Politikern bei uns und im Ausland zu, wie sie die Pandemie zu lösen und sich wie nebenbei zu profilieren versuchen. Und wenn uns das noch nicht reicht, können wir auch noch stapelweise Interviews und Texte von männlichen Soziologen, Philosophen, Ökonomen, Unternehmern, Schriftstellern und Therapeuten lesen, die uns erzählen, wie sie durch die Krise kommen oder auf welche Art wir anderen es versuchen sollten.

Liegt ja schon meist daran, dass sie eben bereit sind sich vor die Kamera zu stellen, sie die Texte schreiben, sie die Zusatzzeit investieren etwas zu dem Inhalt zu produzieren.

Wären da nicht Angela Merkel, Juli Zeh und die Infektiologin Marylyn Addo, man könnte den Eindruck gewinnen, unser Land bestünde ausschließlich aus Männern. Aber, halt! Das ist ja auch so, unser Land besteht in den Chefetagen noch immer größtenteils aus Männern, und wer in all den feministischen Debatten der vergangenen Jahre eventuell den Eindruck bekommen hatte, daran hätte sich irgendetwas geändert, der wird nun mit den kalten Tatsachen konfrontiert. All die Chefs wissenschaftlicher, medizinischer oder virologischer Institute sind größtenteils Männer, die meisten Chefärzte von Kliniken und Pflegeeinrichtungen sind ebenso Männer wie der übergroße Teil der Ökonomen und Politiker. All das ist bekannt. Man weiß das aus allen möglichen statistischen Erhebungen und Faktenanalysen. Nun, in der Krise, wird es uns noch einmal anschaulich und sichtbar vor Augen geführt.

Das ist erst einmal richtig. Aber wie so häufig erklärt es diese Grafiken hier eigentlich ganz gut:

Männer wollen eher einen Job mit einem hohen Lohn, mit Prestige, mit einer Herausforderung, Frauen wollen weitaus eher einen Job, der eine nicht zu hohe Arbeitsstundenzahl erfordert.

Letzteres macht auch die weitere Grafik deutlich:

Arbeitsstunden Bereitschaft idealer Job

Arbeitsstunden Bereitschaft idealer Job

Rechnet man dann noch die Frauen ab, die lange Zeit wegen Kindererziehung ausgesetzt haben und danach auch nur einen Teilzeitjob wollen, dann wird erst recht deutlich, dass es wenig erstaunlich ist, dass weitaus mehr Männer nach oben kommen als Frauen.

Aber das Führungspositionen nicht nur per Geschlecht vergeben werden, sondern eher ein Geschlecht überrepräsentiert ist, weil in diesem eben ein Verhalten vorherrscht, welches einen eher nach oben kommen lässt, ist ein Gedankengang, der einer Feministin wohl als unvorstellbar erscheinen muss.

Markus Söder, Jens Spahn, Olaf Scholz, Armin Laschet, Lothar Wieler, Alexander Kekulé, Hendrik Streeck, Jonas Schmidt-Chanasit, Clemens Fuest und andere, sie alle zusammen bilden das Gesicht dieser Krise. Natürlich haben sie gewiss auch Mitarbeiterinnen und Kolleginnen, aber als sprechfähig betrachtet werden die Männer. Und in den Talkshows werden sie allenfalls flankiert von meist weiblichen Pflegerinnen, Krankenschwestern, Kita-Erzieherinnen, Jugendamtsmitarbeiterinnen, Friseurinnen und Supermarktkassiererinnen, die dann auch mal kurz berichten dürfen, wie es draußen im Land wirklich ausschaut.

Verdammt, der Gesundheitsminister meldet sich zu Maßnahmen bezüglich eines Viruses, wer hätte es gedacht. Und der Ministerpräsident des bevölkerungsreichsten Bundeslandes (Laschet), dazu noch mit einem recht zurückhaltenden Ansatz, der insoweit umstritten ist, ist auch in der Presse. Unglaublich.

Wollte zB  Manuela Schwesig denn in die Talkshows und über die Krise reden? Gibt es entsprechend renomierte weibliche Forscher, die in die Talkshows wollen?

Aber natürlich waren auch weitere Frauen in den Talkshows, etwa Prof. Melanie Brinkmann bei Lanz, weitere Namen in der Presse wären etwa Ulrike Protzer oder Prof. Dr. Karin Mölling.

„Das Virus macht die Gesellschaft wieder viril, männlich“, schrieb die Journalistin Heide Oestreich kürzlich in einer Kolumne. Ich würde ja eher sagen, das Virus zeigt unsere Gesellschaft wieder so viril, wie sie eigentlich ist. Nun jedoch offen, hemdsärmelig und breitbeinig, ohne schlechtes Gewissen und ohne verschämte Gesten.

Wie sagte Markus Söder kürzlich in einem Spiegel-Interview: „In der Krise wird oft nach dem Vater gefragt.“ Obwohl, um einmal im Bild der Familie zu bleiben, von den 1,6 Millionen Alleinerziehenden in Deutschland 1,44 Millionen Frauen sind und ungefähr die Hälfte der Väter keinen Unterhalt zahlen.

Billige Stimmungsmache gegen Väter, die vollkommen unberechtigt ist.

Und wenn Söder anführt, dass in der Krise nach einem Vater gefragt wird, also jemand, der fürsorglich aber bestimmt die Verantwortung und Führung übernimmt, dann hätte er, weil er ja sich selbst meint, wohl kaum anführen können, dass nach einer Mutter gefragt wird.
Aber natürlich hätten Schwesig oder Merkel (eh die Mutter der Nation) ein ähnliches Bild aufgreifen können, wenn sie wollten, es sagt ansonsten wenig aus.

 

Und wie forderte die Werteunion, der sehr konservative Flügel der CDU, auf Twitter: „Diese schlimme Zeit macht jetzt hoffentlich auch dem Letzten klar, dass Professoren für Medizin, Chemie und Biologie unendlich viel wichtiger sind als solche für ‚Gender Studies‘.“

Die Autorin  studierte Romanistik und Neuere Deutsche Literatur. Vielleicht führt sie sich da mit angesprochen. Ich meine sie hätte sich noch nicht einmal als besonders intersektional hervorgehoben, aber ein Angriff auf die Gender Studies steht ja auch immer stellvertretend für einen Angriff gegen den Feminismus.

Obwohl der Anteil von Frauen in den sogenannten systemrelevanten Jobs bei 75 Prozent liegt. Und es gerade solche Wissenschaftlerinnen sind, die sich unter anderem mit der schlechten Bezahlung von Frauen in Pflegeberufen, sogenannter Care-Workerinnen, beschäftigen.

Tatsächlich sind viele dieser Frauen-Jobs auch nicht schlechter bezahlt als andere durchaus wichtige Männerjobs. Und es war ja hier schon häufig Thema, aber die Systemrelevanz bestimmter Berufe ist keineswegs abschließend dafür, dass das System nur diese nicht entbehren kann. Natürlich braucht man weiterhin Techniker, die den Laden am laufen halten etc.

Trotz des sich hartnäckig haltenden Klischees, wonach Feminismus eine Angelegenheit von Besserverdienenden sei, waren es immer wieder Feministinnen, die auf solche sozialen Missstände aufmerksam gemacht und dagegen gekämpft haben. Wo bleibt eigentlich deren Expertise in diesen Wochen?

Da ist wenig Expertise, mit der man wirklich etwas anfangen kann. Es ist überwiegend lediglich die simple Aussage, dass Frauen natürlich besser zu bezahlen sind. Tiefgreifende Analysen kann man da nicht erwarten, wirklich effektive Maßnahmen neben „bekämpft das nebulöse Patriarchat“ und „die toxische Männlichkeit ist schuld“ kommt da nicht.
Will man einen wirklichen Arbeitsmarktexperten oder jemanden, der sich mit Arbeitskampf auskennt dann bringt einem eine Feministin nichts.

Blick in viele kleine Maschinenräume unseres Landes

Solche Wortmeldungen sind nichts anderes als Versuche, traditionelle Rollenvorstellungen wieder wie die natürlichste Sache der Welt aussehen zu lassen und emanzipative und progressive Bewegungen und Diskurse als eine Art Luxusprobleme darzustellen. Krisen erleichtern solche Argumentationen. Krisen lassen solche reaktionären Forderungen als irgendwie logisch und plausibel erscheinen. Und so können Krisen, dafür gibt es genügend historische Beispiele, immer auch genutzt werden, um einen Backlash einzuleiten.

Ja, bei all dem geht es nur darum, dass das Patriarchat seine Macht ausbauen will. Was für ein einfaches Weltbild und eigentlich ein recht guter Beleg dafür, dass es eben schlicht nichts bringt Feministinnen zu irgendwelchen Problemen zu befragen: Es kommt einfach nichts wirklich intelligentes.

Man könnte hier anführen, dass Männer der Krankenschwestern, die evtl freigestellt sind, gerade mehr Kinder betreuen, dass genug Männer sich aufopfern und sich keineswegs toxisch verhalten, dass alle in der Krise zusammen halten müssen und das sich in vielen Fällen eben gerade Männer und Frauen als Team bewehren.

Aber da ist kein frauenbezogenes Opfernarrativ vorhanden, also warum sollte darüber von einer Feministin etwas gesagt werden?

Nicht zuletzt in den Nachkriegsjahren der alten Bundesrepublik gelang es gerade wegen des einsetzenden Wirtschaftswunders, Frauen in die Rolle der Mütter und Hausfrauen zurückzudrängen. Daraus entstand später der Feminismus der Neuen Sozialen Bewegungen. Nach der Wiedervereinigung, auf dem Höhepunkt der Massenarbeitslosigkeit in Ostdeutschland, waren es die Frauen, die meist als erste ihre Jobs verloren. Man setzte darauf, dass die Männer als traditionelle Ernährer sich wieder allein um die Familien kümmern würden. Das gelang zum Glück nicht, die Frauen wehrten sich dagegen.

„Man“. Die unbestimmte leitende Instanz. Das Patriarchat im Endeffekt. Gegenübergestellt werden „die Frauen“. Der klassische feministische Kampf. Ob tatsächlich auch Frauen froh waren, dass ihr Mann genug verdiente und sie nicht jeden Job annehmen mussten, weil es ihre Rolle weniger verlangte oder sie sich eher „in den Westen machten“ um sich dort einen zahlungskräftigeren Mann zu suchen kommt da auch nicht vor. Wie auch, das es etwas anderes sein kann als ein Kampf von Männern gegen Frauen um Macht ist unmöglich.

Aber das ist das eine. Das ist die öffentliche und sichtbare Seite der sich momentan wieder so viril zeigenden Gesellschaft. Dann gibt es noch eine andere, bisher eher unsichtbare Seite, die sich nun jedoch in all den Bildern aus den Homeoffices, die man in den sozialen Netzwerken sehen kann, offenbart.

Im Moment lassen uns viele ja in ihre privaten Wohnungen, auf ihre Schreibtische und Balkone sehen. Das lässt sich nicht statistisch erfassen, aber nach meinem Gefühl sind auf den allermeisten Bildern von sogenannten Telefonkonferenzen mehr Männer als Frauen zu sehen.

„Das lässt sich nicht statistisch erfassen aber nach meinem Gefühl“ ist schon mal ein guter Anfang.
Aber selbst wenn es stimmt: Was wäre daran ungewöhnlich? Männer arbeiten eher in der freien Wirtschaft, Frauen eher im öffentlichen Dienst. In der freien Wirtschaft braucht es auch eher Konferenzen. Und sie werden auch eher die Ausrüstung dafür zur Verfügung stellen um so etwas einzurichten. Aber nein, bei ihr ist es schlicht das Geltungsbewußtsein der Männer oder was auch immer.

Auch sie zeigen nicht mehr als die Realität in vielen Büros und Institutionen, wo Frauen oft die Minderheit darstellen. Normalerweise sieht man das nicht, normalerweise schaut man nicht in so viele verschiedene Unternehmen und Institutionen hinein, nun aber wird auch dieses Phänomen öfter als sonst und meist wahrscheinlich eher unfreiwillig, wie ein unerwünschter Nebeneffekt, sichtbar gemacht. Diese Krise, sie ist auch ein Blick in all die vielen kleinen Maschinenräume unseres Landes.

Dieser gefühlte Blick offenbart ihr also erst einmal, dass Männer eher in Unternehmen arbeiten. Warum, da braucht man keine tiefere Analyse zu. Es ist eben das Patriarchat, welches nun endlich seine Fratze ganz deutlich zeigt!

Dabei können wir auch sehen, welche Bücher zum Beispiel auf den Schreibtischen der Politiker liegen. Christian Lindner, Friedrich Merz und Lars Klingbeil lesen demnach wie in einer großen großen Koalition Das Ende der Illusionen des Soziologen Andreas Reckwitz. Dietmar Bartsch von der Linkspartei liest Ulf Poschardts Unmündig und Robert Habeck liest gleichzeitig Albert Camus‘ Die Pest, Rainer Forsts Normativität und Macht und Hans Roslings Factfulness.

Wahrscheinlich ist es kein Zufall ist, dass alle diese Männer Bücher männlicher Autoren lesen.

Es könnte daran liegen, dass Sachbücher weitaus häufiger von Männern geschrieben werden und Männer insgesamt auch eher Autoren sind.

Natürlich sollten sie aber eigentlich alle mal endlich ein paar Feministinnen lesen. Gut, Robert Habeck hätte da nach der grünen Quote zumindest eine Autorin aufnehmen sollen, das ist wirklich anzuprangern.

Eher ist das ein privates Spiegelbild der vorhin beschriebenen Phänomene. Man nennt das übrigens Homosozialität und es bedeutet, dass sich Menschen am liebsten mit Menschen umgeben, die ihnen ähnlich sind. Frauen tun das genauso wie Männer, aber Männer sind eben viel öfter in einflussreichen Positionen. Und all diese einflussreichen Männer suchen in der momentanen Krise offenbar ausschließlich den Rat anderer Männer. Es scheint wie ein Teufelskreis, es ist eigentlich ziemlich ernüchternd. 

Nett auf nur dieses eine Kriterium heruntergebrochen. Qualität spielt keine Rolle und viel wichtiger bei einem Buch, welches auf dem Schreibtisch eines Politikers liegt: Verwertbarkeit des Titels dafür, dass man sich über für seine Rolle wichtige Probleme Gedanken macht spielt auch keine Rolle.

Parallel dazu muss ich an die Mütter denken, die im Moment mit den Kindern zu Hause sind. Auch dafür habe ich keine Zahlen, sondern muss mich auf die Beobachtungen in meinem Umfeld stützen. In eigentlich allen Familien, die ich kenne, gehen nämlich die Männer dennoch ins Büro und lösen die Frauen allenfalls in den späten Nachmittagsstunden mit der Kinderbetreuung ab. Es ist exakt eine Familie, die mir einfällt, in der diese Arbeit tatsächlich paritätisch geteilt wird.

„Auch dafür habe ich keine Zahlen“. Herrlich.

Und warum sollte auch die Arbeit in der Krise paritätisch geteilt sein, wenn der Großteil der Frauen in Teilzeit arbeitet und auch in Teilzeit arbeiten will während sie gleichzeitig Männer attraktiver finden, die gutes Geld verdienen? Es muss dieses verdammte Patriarchat sein.

Schon als klar war, dass Homeschooling und Homeoffice drohten, war zu befürchten, dass es in den Familien nun schnell zurück in alte Rollenmodelle ging – falls die jemals wirklich aufgehoben waren. Frauen in den sozialen Netzwerken berichteten immer wieder, wie sie das nun regeln, wie es manche auch überforderte. Lag das daran, dass Frauen sich mehr mit solchen Fragen beschäftigen?

Diese verdammten alten Rollen, was fällt den Leuten nur ein? Die sollten Verboten werden, vor der Krise war das alles anders. Und natürlich ist es durchaus fordernd mit kleineren Kindern zuhause zu sein. Wir erleben es gerade selbst, eine 1,5jährige zu beschäftigen wenn alles zu hat ist schon mitunter nicht einfach.

Aber es ist ja auch nicht so, dass das unlösbare Probleme sind oder es nicht durchaus auch ganz nett sein kann und das Büros in Coronazeiten ein Ort ewigen Frohlockens sind.

Vielleicht liegt es auch einfach daran, dass Frauen diese Aufgaben schon vorher angefordert haben, ausüben wollten, es gar nicht einsehen, dass sie „9 Monate Schwanger waren und dann nichts von dem Kind haben“ und Halbtagsarbeit einfacher ausfallen kann bzw eher mit Kinderbetreuung verbunden werden kann als ein Vollzeitjob.

Von den Alleinerziehenden einmal abgesehen, sie trifft natürlich auch jetzt das härteste Los.

Sowieso immer. Aber auch das ist natürlich eine starke Verallgemeinerung. Eine Alleinerziehende muss es durchaus nicht schlecht haben mit etwas älteren Kindern und zuhause. Und vielleicht sogar mit Unterstützung des neuen Partners, der Eltern etc. Und sie kann – auch das war ja in der Krise Thema – durchaus auch den Vater ausschließen, ihm mehr Umgang verweigern, meinen, dass Umgang ausfällt und alles daran setzen, dass er das Kind weniger sieht. (nicht generell, genug werden auch dort zusammenarbeiten, aber das plumpe Bild der Alleinerziehenden, die absolut hilflos ist, während der Vater Geld scheffelt, froh, dass er die Kinder nicht am Hals hat, ist ja nun wirklich etwas stark vereinfacht.

Trotz allem glaube ich nicht, dass die Corona-Krise das Land in einen Backlash stürzen wird. Dafür wird sie trotz all der Einschränkungen nicht lang genug anhalten. Auch wenn freilich noch niemand sagen kann, wie lange sie dauern wird. Aber die Corona-Krise hat uns, als ein unbeabsichtigter Nebeneffekt freilich, gezeigt, wie sehr das Land noch immer von Männern dominiert wird, welche Nebenrollen Frauen in vielen Bereichen noch immer spielen. Oder dass sie dort, wo sie die Hauptlast einer solchen Krise tragen, erschreckend unterbezahlt sind.

Auch interessant, dass sie das in dem Artikel gar nicht wirklich herausarbeitet, mit einem umfassenden Vergleich des Gehalts von Männern und Frauen in entsprehenden Berufen, sondern einfach mal so feststellt, weil es ja gar nicht anders sein kann.

Und das eine Dominanz ausgemacht wird ohne je nach Gründen zu fragen.

In Wahrheit zeigt uns ausgerechnet Corona, wie unglaublich viel noch zu tun ist, wenn wir wollen, dass es in Deutschland für Männer und Frauen wirklich so etwas wie Gleichberechtigung gibt.   

Dazu noch die Annahme, dass Frauen an vielen Bereichen wirklich etwas ändern wollen und es nur die Männer sind, die sie zurückhalten. Und die übliche Verwechselung von Gleichberechtigung mit Gleichstellung.

Selbermach Samstag 286 (18.04.2020)

Welche Themen interessieren euch, welche Studien fandet ihr besonders interessant in der Woche, welche Neuigkeiten gibt es, die interessant für eine Diskussion wären und was beschäftigt euch gerade?

Welche interessanten Artikel gibt es auf euren Blogs? (Schamlose Eigenwerbung ist gerne gesehen!)

Welche Artikel fandet ihr in anderen Blogs besonders lesenswert?

Welches Thema sollte noch im Blog diskutiert werden?

Für das Flüchtlingsthema oder für Israel etc gibt es andere Blogs

Ich erinnere auch noch mal an Alles Evolution auf Twitter und auf Facebook.

Es wäre nett, wenn ihr Artikel auf den sozialen Netzwerken verbreiten würdet.

Wer mal einen Gastartikel schreiben möchte, auch gerne einen feministischen oder sonst zu hier geäußerten Ansichten kritischen, der ist dazu herzlich eingeladen

Opfermentalität

Im Feminismus scheint einer Form der Opfermentalität stark verbreitet. Hier mal ein paar typische Merkmale einer solchen:

The desire of empathy is crucial in that the mere experience of a harmful event is not enough for the emergence of the sense of being a victim. In order to have this sense, there is the need to perceive the harm as undeserved, unjust and immoral, an act that could not be prevented by the victim. The need to obtain empathy and understanding can then emerge.[7]

Individuals harbouring a victim mentality would believe that:[1]

  • their lives are a series of challenges directly aimed at them;
  • most aspects of life are negative and beyond their control;
  • because of the challenges in their lives, they deserve sympathy;
  • as they have little power to change things, little action should be taken to improve their problems.

Victim mentality is often the product of violence. Those who have it usually had an experience(s) of crisis and/or trauma at its roots.[8] In essence, it is a method of avoiding responsibility and criticism, receiving attention and compassion, and evading feelings of genuine anger.

Und:

A victim mentality may manifest itself in a range of different behaviours or ways of thinking and talking:

  • Identifying others as the cause for an undesired situation and denying a personal responsibility for one’s own life or circumstances.[9]
  • Exhibiting heightened attention levels (hypervigilance) when in the presence of others.
  • Awareness of negative intentions of other people.
  • Believing that other people are generally more fortunate.
  • Gaining relief from feeling empathy for oneself or receiving empathy from others.

It has been typically characterized by attitudes of pessimismself-pity, and repressed anger.[10] People with victim mentality may develop convincing and sophisticated explanations in support of such ideas, which they then use to explain to themselves and others of their situation.

People with victim mentality may also be generally:

  • realist, with a general tendency to realistically perceive a situation; yet may lack an awareness and/or curiosity about the root of actual powerlessness in a situation[11]
  • introspective
  • likely to display entitlement and selfishness.[12]
  • defensive: In conversation, reading a negative intention into a neutral question and reacting with a corresponding accusation, hindering the collective solution of problems by recognizing the inherent conflict.
  • categorizing: tending to divide people into „good“ and „bad“ with no gray zone between them.[9]
  • unadventurous: generally unwilling to take even small and calculated risks; exaggerating the importance or likelihood of possible negative outcomes.
  • exhibiting learned helplessness: underestimating one’s ability or influence in a given situation; feeling powerless.
  • self-abasing: Putting oneself down even further than others are doing.

A victim mentality may be reflected by linguistic markers or habits, such as pretending

  • not to be able to do something („I can’t…“),
  • not to have choices („I must…“) („I have no choice…“), or
  • epistemological humility („I don’t know“).

Was seht ihr da im Feminismus (und im Maskulismus)?

Jugendschutz und Pornographie

NRW will wohl die großen ausländischen Pornoseiten zwingen den deutschen Jugendschutz zu beachten:

Medienaufseher wollen die großen Porno-Portale im Internet zwingen, die in Deutschland geltenden Jugendschutzvorgaben einzuhalten. Der Vorstoß kommt aus NRW.

Als bundesweiter Vorreiter teilte die Landesanstalt für Medien NRW mit, man habe einen entsprechenden Bescheid an den Marktführer der Branche mit Sitz in Zypern geschickt. Lange hätten Pornoanbieter gemacht, was sie wollten, sagte der Chef der Landesanstalt, Thomas Schmid, in Düsseldorf.

“Der Jugendschutz macht keinen Sinn, wenn jedes Kind vom Kikaninchen zu Pornhub wechseln kann.”, so Schmid. “Wenn wir einerseits im Fernsehen jeden Trailer kontrollieren, Kinder im Netz aber ungefiltert mit abnormalen Sexualpraktiken konfrontieren, können wir es auch sein lassen.”

In der Tat ist der deutsche Jugendschutz sinnlos, wenn der amerikanische Jugendschutz einfach nur die Frage ausreichen lässt, ob man über 18 Jahre alt ist.

Gleichzeitig wird man kaum Pornographie eindämmen können. Entweder wird das den VPN-Anbietern erheblichen Zulauf bescheren oder die Torrentseiten werden eben noch attraktiver für die Jugendlichen.  Mit der heutigen Speicherkapazität von Datenträgern kann man selbst offline genug tauschen, wenn man nur Leute kennt, die genug heruntergeladen haben.

Die Idee, dass man Kinder vor Pornographie beschützen kann, erscheint insofern antiquiert.

Zumal amerikanische Teenager keine größeren Ausfallerscheinungen zu haben scheinen als deutsche und insofern das Jugendschutzgesetz wenig Auswirkung hat.

Vielleicht wäre es eher interessant schlicht aufzugeben und zu akzeptieren, dass ein erfolgreicher Jugendschutz auf diese Weise nicht umgesetzt werden kann. Und einfach auf das amerikanische System umzustellen.

Adeles Scheidung und der Aufschrei, wenn reiche Frauen bei einer Scheidung genauso hohe Beträge zahlen müssen wie sonst Männer

Die Sängerin Adele lässt sich von ihrem Ehemann Simon Konecki scheiden und muss ihm einen hohen Betrag zahlen.

Ein interessanter Artikel dazu stellt dar, dass dieser Fall, obwohl bei Männern durchaus häufig, bei einer Frau anders bewertet wird:

If you’re reading this then you’ve probably heard about Adele’s $140 million divorce split. Adele has an estimated net worth of $190 million but now has to pay $140 million to her ex-husband. Just because she has an estimated net worth of $190 million doesn’t mean this is the cash she has on hand. The singer recently sold the marital home for $3 million which sounds like a lot of money but she sold the home at a loss.

140 Millionen Dollar sind sicherlich eine stolze Summe. In der Wikipedia heißt es zu ihrer Beziehung bzw Ehe:

Adele began dating charity entrepreneur and Old Etonian Simon Konecki in the summer of 2011.[206] In June 2012, Adele announced that she and Konecki were expecting a child.[207][208] Their son Angelo was born on 19 October 2012.[209] On the topic of becoming a parent, Adele observed that she „felt like I was truly living. I had a purpose, where before I didn’t“.[210] Adele and Konecki brought a privacy case against a UK-based photo agency that published intrusive paparazzi images of their son taken during family outings in 2013.[211] Lawyers working on their behalf accepted damages from the company in July 2014.[212] Adele has also stated that she has suffered from postnatal depressiongeneralized anxiety disorder, and panic attacks.[213][214]

In early 2017, tabloids started speculating that Adele and Konecki had secretly married when they were spotted wearing matching rings on their ring fingers.[215] During her acceptance speech at the 59th Annual Grammy Awards for Album of the Year, Adele confirmed these reports of their marriage by calling Konecki her husband when thanking him.[216] She repeated this in March 2017, telling the audience at a concert in Brisbane, Australia, „I’m married now“.[217] Adele became a stay-at-home mother.[218] In April 2019, Adele’s representatives announced to the Associated Press that she and Konecki had separated after more than seven years together, but that they would continue to raise their son together.[219][220] On 13 September 2019, it was reported that Adele had filed for divorce from Konecki in the United States.[221]

Wenn sie 2017 geheiratet haben, dann hat sich die Ehe für ihn dann tatsächlich gelohnt. Nach den Scheidungspapieren sollen sie wohl sogar erst 2018 geheiratet haben.

Aber weiter in dem Artikel:

On April 8, 2020, Katherine Singh from Flare published a piece about Adele’s divorce and how the author didn’t like what happened. You don’t need to read the piece to get the gist of what Singh’s angle was. At the very top of the article, you’ll find the words, “This isn’t what women meant when they demanded gender parity.” An obvious question is, “if this person is proclaiming to answer for all women then maybe she could tell us what women wanted?” If this isn’t what women wanted then perhaps there should be more women protesting unfair and often illegal practices by Family Courts. Singh is a self-described feminist. The modern-day feminist ideology has members who preach about men cutting off access to power and wealth that men have always enjoyed. Wouldn’t it be fair to assume that the lack of protesting from at least a sizable amount of American women be a potent symbol that women know the Family Courts are biased in their favor?

Das Scheidungsrecht in den USA ist meines Wissens nach je nach Bundesstaat unterschiedlich, sieht aber wohl in einigen Bundesländern vor, dass das bei der Scheidung vorhandene Vermögen zu teilen ist, also nicht nur das dazugewonnene Vermögen wie im deutschen gesetzlichen Zustand der Zugewinngemeinschaft, sondern alles Vermögen, egal ob man es innerhalb der Ehe erworben hat oder es bereits hatte. Wie sich eine solche Regelung halten kann ist mir ein Rätsel. Sie ist natürlich über Eheverträge änderbar, aber sei produziert ja gerade bei Ehen, bei denen vorher Vermögen auf einer Seite vorhanden war und die dann nur kurz halten, erkennbare Ungerechtigkeiten.

Aber in der Tat ist es unbillig darüber nur zu jammern, wenn es eine Frau trifft.
Entweder es ist ungerecht an sich, für beide Geschlechter, oder es ist nicht ungerecht.

No, this isn’t unprecedented. This happens rather often. Men have been the majority of the people who have suffered at the hands of Family Courts across the country with several deceptive and often illegal tactics utilized to stack the odds against them to deny visitation with children, payment of excessive child support, court fees, attorney fees and sometimes for several attorneys, and guardian-ad-litem fees. While people shouldn’t use this as a “gotcha” moment it should be a moment for reflection. If someone is upset with the idea of Adele having to pay her ex-husband $150 million when she is only worth $190 million then that person should ask themselves, “by what principles am I upset?” Should a person be upset that this is happening to a person at all or that it’s happening to a woman? Where was Katherine Singh and all the people detesting this Family Court ruling when it was happening to men in the United States?

The reason why Adele’s struggles fall on deaf ears to some men is that while this sort of stuff was happening to men a lot of people justified it.

In der Tat: Die Forderung kann dann nur sein ein moderneres Eherecht zu fordern. Angesichts des Umstandes, dass Frauen heute natürlich ihr eigenes Geld verdienen können und Ehen nicht mehr für die Ewigkeit geschlossen werden, erscheint das überfällig.

Es werden dann noch einige sehr teure Scheidungen von Männern, etwa Paul McCartney angesprochen, bei den es den Aufschrei eben weitaus weniger gab, obwohl in diesen Scheidungen enorme Beträge zu zahlen waren.

Und es werden Fälle wie der von Mark Roesler dargestellt:

Where was the outrage for Mark Roesler? South Carolina Family Court Judge Rochelle Conits granted Roesler a divorce from his then-wife Sarah Roesler. The divorce was granted based on the wife’s physical cruelty. Here is a quote directly from Mark Roesler’s appeal to the South Carolina Court of Appeals: “Shortly thereafter, a dispute arose between Husband and Wife over money and whether they were able to afford the Greer house.  Wife began hitting and slapping Husband.  Husband left the hotel and Wife followed.  As Husband attempted to leave the parking lot in his car, Wife used her car to push Husband’s car approximately six feet onto the curb to prevent him from leaving.  Wife exited her vehicle and began tossing items from Husband’s trunk.”

One would think that a judge who concedes that a wife is physically cruel wouldn’t grant custody of both children to the wife and make the abused combat veteran pay $4000 a month in child support. That person who believed a judge wouldn’t do such a thing would be wrong. That’s exactly what Judge Conits did. Mark Roesler appealed Judge Conit’s decision where something questionable was revealed. Judge Conits based the child support payments on Mark Roesler’s combat pay during a tour of duty but Mark Roesler was no longer in the military. How can a judge base child support payments based on combat pay that a combat veteran is no longer receiving?

Es wird auch dargestellt, dass die Richter bei Frauen üblicherweise großzügiger entscheiden, ihnen eher Geld und auch eher die Kinder zusprechen.

Das Schlusswort:

In conclusion, if it is outrageous for one gender then it is outrageous for all genders. Adele is a victim of predatory and often immoral Family Court practices. It’s good to see that there are women who are protesting against this harsh and tyrannical treatment. Suppose that every man was convinced that the gender wage gap was real. How would women ever rise up to make as much as their male counterparts and risk getting married when there is a real threat of them becoming like Adele? It would appear that things are changing and now that some people who haven’t experienced Family Court nonsense gender equality is suddenly a trend. Some could say that the men who have experienced family court would have one message to their newfound women allies and that message is, “welcome, glad to see you’ve noticed.”

In der Tat kann man nur darauf hinweisen, dass dann eben das Eherecht für alle geändert werden muss. Aber dafür werden sich viele Frauen eben auch nicht begeistern können, denn es nimmt ihnen erhebliche Vorteile, wenn sie eben diejenigen sind die die Kinder betreuen und wenig arbeiten. Im gegenwärtigen System schreckt es Männer ab, sich scheiden zu lassen und lässt (überwiegend) Frauen an den Erfolgen der Männer teilhaben, was durchaus interessanter sein kann als selbst Karriere zu machen.