Frauen haben es leichter, nicht schwerer, in Schweden Professor zu werden als Männer

Eine interessante Studie bringt ein weiteres Puzzleteil in dem Bild, dass es Frauen aufgrund der Förderung heute nicht mehr schwerer, sondern einfacher haben, in höhere Positionen zu kommen:

The proportion of women tends to decrease the higher the academic rank, following a global pattern. Sweden has taken comprehensive measures to decrease this gap across 30 years, and many countries are following a similar path. Yet today only 27% of faculty with the rank of professor in Sweden are female. A common explanation is that academia is biased against women. According to this hypothesis, women have to reach higher levels of scholarly achievement than men to be appointed to the same academic rank. Publication metrics when attaining the rank of professor were compiled from the Web of Science for samples of the whole population of 1345 professors appointed at the six largest universities in Sweden during a six-year period. Men had significantly more publications and citations in both medicine and in the social sciences, rejecting the hypothesis that women are held to a higher scholarly standard in this context.

Quelle: Sex differences in the number of scientific publications and citations when attaining the rank of professor in Sweden

Aus der Studie:

We tested the hypothesis that when appointed to the rank of professor, females have higher publication merits than males, reflecting a sex bias favouring males at Swedish universities. The data falsified this hypothesis, in that none of the 12 comparisons (2 discipline clusters × 6 metrics based on WoS data) exhibited any significant effect in this direction. In contrast, six of these metrics exhibited significantly (p < .05) higher values for males after Holm correction. In terms of magnitude, males had 64%–80% more scientific publications that had attained 42%–260% more citations, resulting in a 72%–83% larger h-index (Table 7). While these are quite large differences, their effect sizes were more moderate, due to the large variability stemming both from individual differences (Simonton 2014) and differences between disciplines, in the case of the Social Sciences.

 

Also: Männer brauchten zum Professor werden:

  • zwischen 64% und 80% mehr Publikaitonen
  • 43%-260% mehr Zitierungen
  • eubeb 72% bis 83% größeren h-Index

Die Daten aus der Studie:

 

Man darf vermuten, dass das in anderen westlichen Ländern nicht anders ist, da ja gerade alle versuchen mehr weibliche Professoren zu bekommen. Es zeigt auch direkt, dass damit der Wettbewerb unter den Männern um die „restlichen Stellen“ wesentlich härter ausgetragen wird als Frauen dies müssen.

22 Gedanken zu “Frauen haben es leichter, nicht schwerer, in Schweden Professor zu werden als Männer

  1. Der Umstand, dass um die restlichen Positionen härter gekämpft werden muss ist auch schlecht für die restliche Belegschaft. Das ist auch in der Industrie so. Man kann sich ja ungefähr vorstellen was für Ellenbogen bei den Karrieristen ausgefahren werden, wenn die Posten seltener werden. Gerade wo große Unternehmen „Diversity“ zur Chefsache machen wird das spürbar. Das ruiniert das Arbeitsklima.

  2. Weil mir aufgefallen ist, dass keine MINT-Fächer (STEM) enthalten sind, habe ich in der Studie nachgelesen, und fand diese Begründung:

    Apart from the fact that a very small number or particularly low proportion of either sex makes group comparisons unreliable, it has been argued that a discipline dominated by one sex might provide a less favourable environment for the other sex (Yousaf and Schmiede 2016). With these considerations in mind, we excluded disciplines with a sex ratio greater than 2/3, namely Earth sciences, Engineering and technology, Physics, Chemistry, and Economics, as well as 19 disciplines with fewer than 30 individuals (see Table A2). Biology had a relatively large sample size as well as an equal sex distribution, but was excluded because it is the only discipline within the Natural sciences to fulfil these criteria, and can therefore not form a cluster of similar disciplines.

  3. Das man überhaupt glaubt das Frauen diskriminiert werden, liegt an der Behauptung von Feministinnen, die sich nur das Ergebnis, den Frauenanteil angesehen haben, nicht aber wie hoch deren Chancen auf den Job sind, WENN sie sich bewerben.

    Das gleiche Ergebnis wie hier, habe ich auch schon um 2010 bei Sciencefiles gelesen. Aber auch in 5 Jahren werden Feministinnen immer noch behaupten das Frauen bei Einstellungen diskriminiert werden, obwohl das Gegenteil der Fall ist. Weil sie es können.

    Kurzes Offtopic: hat jemand schon die Studie gefunden, in der Feministinnen nicht manipuliert haben, um Frauen als Opfer hinstellen zu können?

    • Feministinnen behaupten doch auch das Frauen bessere Chefs sind, weil sie für den gleichen Job ja angeblich viel mehr leisten müssen wie Männer und das macht sie dann eben besser (Männer erhalten gut Jobs ja nur aufgrund ihrer Privilegien).
      Wenn man nun dieses Argument für voll nimmt, was sagt dann die Studie über den Qualitätsunterschied zwischen Männer und Frauen?

      Es ist wirklich abgefahren, wie oft es gilt: Nimm die Behauptung von Feministinnen, kehre sie ins Gegenteil und du hast ein ungefähres Bild der Realität.

  4. So wenig überraschend dieses Ergebnis ist, so vorhersagbar ist auch die feministische Gegenargumentation, die jetzt begründen wird, warum Frauen trotzdem benachteiligt sind und die Bevorzugung, die die Studie aufdeckt, absolut gerechtfertigt ist.

    Dass Frauen deshalb weniger zitiert werden, weil die Zitierenden Vorbehalte gegen Frauen haben.
    Dass sie deshalb weniger publizieren, weil sie durch patriarchale Machtstrukturen daran gehindert werden.
    Dass alles an fehlenden weiblichen Vorbildern liegt, und wir deshalb mehr Quoten brauchen.
    Oder man deklariert jedes Einstellungskriterium, das dazu führt, dass am Ende nicht mindestens 50% der Universitätsdozenten weiblich sind, schon in sich als diskriminierend und sexistisch, egal was der Grund ist.
    Dahinter steht die Argumentation, die wir auch schon von den „Paritäts“-gesetzen kennen: Letztlich sei Leistung sowieso egal, Karrieren basierten sowieso nur auf Beziehungen und Korruption, da könnte man wenigstens dafür sorgen, dass Frauen die Hälfte vom Kuchen bekommen.

    • „So wenig überraschend dieses Ergebnis ist, so vorhersagbar ist auch die feministische Gegenargumentation
      (…)
      Dass Frauen deshalb weniger zitiert werden, weil die Zitierenden Vorbehalte gegen Frauen haben.
      Dass sie deshalb weniger publizieren, weil sie durch patriarchale Machtstrukturen daran gehindert werden.“

      Das hab ich tatsächlich vor ca ner Woche zu dieser Studie schon irgendwo genauso gelesen. 🙂

    • Am Besten fan ich ja noch die australische Studie, wo sie zeigen wollten das es bei Bewerbungen ein Nachteil ist eine Frau zu sein. Also haben sie Fake-Bewerbungen an Firmen geschrieben, bei manchen das Geschlecht angegeben, manche anonymisiert mit ansonsten gleichen Zeugnissen/CV verschick.

      Ergebnis:
      Frauen erhalten mit anonymisierten Bewerbungen eine geringe Chance auf die Einladung zu einem Vorstellungsgespräch.
      Männer erhalten mit anonymisierten Bewerbungen eine höhere Chance auf die Einladung zu einem Vorstellungsgespräch.

      Frauen sind halt besonders betroffen.

  5. Also nach meinem subjektiven Erleben werden bei uns fast immer und überall händeringend Frauen für Führungspositionen gesucht – und auch gerne genommen. Dass das jetzt erst Eingang in eine Statistik gefunden hat, wundert mich und stärkt meine Skepsis gegenüber der selektiven Neuzeit-Empirie.

    • Also nach meinem subjektiven Erleben werden bei uns fast immer und überall händeringend Frauen für Führungspositionen gesucht – und auch gerne genommen

      Genau deswegen gibt es Headhunter, die auf weibliche Führungskräfte spezialisiert sind. Die Nachfrage nach Managerinnen ist höher als das Angebot, von wegen dass zig Frauen sich den Kopf an der gläsernen Decke wundstoßen. Die gibt es schlicht nicht.

      • Ich habe eine gute Bekannte, die ist Headhunterin im Medienbereich. Sie hat mich schon mehrmals angerufen, um Empfehlungen aus meinem Adressbuch zu bekommen. Die Vorgaben des Auftraggebers waren die letzten Male dogmatisch eindeutig. Es musste eine Frau sein unter 35 Jahren. Die Qualifikation und Erfahrung war ganz klar sekundär.

        Ich hatte da nicht viel zu bieten, da eben die erfahrenen Frauen älter waren – und die jungen eben generell nicht im Mainstream-Medienbereich arbeiten wollten. Die wollten entweder „was mit Menschen“ machen oder in einem hippen Startup arbeiten.

        Meine Bekannte hat zwei Jungen, die jetzt etwa volljährig sind. Irgendwann fragte sie mich dann, was denn wohl aus ihren Kindern werde in der Zukunft, wenn die Jobangebote immer so eindeutig gegen sie zugeschnitten seien.

        Ich konnte ihr auch nur zynisch antworten, dass für Müllwerker und Paketboten immer Bedarf bestehen werde – und dass das durchaus ehrenwerte Berufe und Tätigkeiten wären.

    • *Junge* Frauen haben es leichter.

      Frauen hinter der Mauer haben es schwerer, weil sie vor der Mauer, weil sie es da so leicht hatten, nicht das Notwendige fürs Alter gelernt haben.

    • „Frauen haben es schon lange leichter. Wenn sie etwas wollen, müssen sie nur Sex versprechen.“

      Das würde ich im Rahmen eines Vorstellungsgesprächs besser nicht ausprobieren.
      Das führt nur sehr selten zum gewünschten Erfolg.

      • Es schadet aber vermutlich nicht, wenn Frau nicht mit der gepflegten Zurschaustellung gewisser Körpermerkmale geizt.
        Aussehen ist allgemein ein großer Sympathiefaktor, natürlich nicht nur bei Frauen, sondern auch bei Männern. Es dürfte aber für Frauen einfacher und dezenter sein, den Aussschnitt etwas großzügiger zu gestalten, als für Männer, ihren Dödel während eines Vorstellungsgesprächs raushängen zu lassen. 😉

        Davon abgesehen sind Mädchen und Frauen schon immer bevorzugt worden, weil bspw. Anforderungen niedriger gesteckt sind. Man denke an Sportgeräte wie Wurfbälle oder unterschiedliche Leistungsbewertungen nach Geschlecht bei Sportabzeichen.

        • „Es schadet aber vermutlich nicht, wenn Frau nicht mit der gepflegten Zurschaustellung gewisser Körpermerkmale geizt.“

          Ich kann da nur für mich sprechen. Und da hätte es der Frau tendenziell eher geschadet. Denn, wenn mir eine Bewerberin im Rahmen eines Vorstellungsgesprächs entgegentritt, die offensichtlich ihre Reize mit einbringen möchte, achte ich besonders genau auf ihre Fähig- und Fertigkeiten.
          Ein Bewerber, der dort sicher ist, benötigt keine „sachfremden“ Mittel, sie zu verstärken. Und wenn ich was nicht ausstehen kann, dann ist es der Versuch, mich zu manipulieren.
          Ich hab übrigens solche Bewerbergespräche geführt. Allerdings gab es keinen Fall, wo Frauen mit ihren Reizen geworben haben. Eine hat sich rausgekegelt, weil sie als Sachfremde sehr beharrlich meinte, uns erklären zu müssen, wie unsere Produkte zu bewerten seien.
          Ansonsten gab es bei beiden Geschlechtern alles Mögliche an Angeboten – außer Sex 😉

          • Ich kenne mehrere Frauen, die in jüngeren Jahren zum TüV Termin dn kurzen Rock rausholten.

            Und ich kenne ein, zwei mittelständische Unternehmen, in denen der Chef großen Wert auf visuelle Wirksamkeit bei den Bewerberinnen legt.

            Ob sich das die Waage hält mit den Chefs, die sagen, sie wollen keinen Mutterschutzkandidaten auf jener verantwortungsvollen Position, ist dann natürlich die nächste Frage.

          • „Ich kenne mehrere Frauen, die in jüngeren Jahren zum TüV Termin dn kurzen Rock rausholten.

            Und ich kenne ein, zwei mittelständische Unternehmen, in denen der Chef großen Wert auf visuelle Wirksamkeit bei den Bewerberinnen legt.“

            DAS habe ich auch gar nicht bestritten. Es ging um Bewerbungen.
            Eine meiner Exen hatte mir bekannt, dass sie ihre sexuelle Wirkung durchaus einzusetzen wusste und eingesetzt hatte. Und kein ehrlicher Unternehmer würde die Kundenwirkung einer attraktiven Frau im Betrieb bestreiten. Nicht zufällig sitzen in der Rezeption gern junge, hübsche Frauen.
            Und nicht zufällig werden Messehostessen sehr viel besser bezahlt, als männliche Messehelfer. Auch wenn die vielleicht fachlich mehr auf der Pfanne haben.

      • Chef: „Und warum haben Sie ihren letzten Arbeitsplatz gekündigt?“
        Bewerberin: „Ich habe meinen Chef gevögelt.“
        Chef: „Sie sind eingestellt, mal sehen, wie es bei uns läuft.“
        (Bridget Jones – Schokolade zum Frühstück)

  6. Erste Assoziation zu Schweden :
    “ Hihi , selbst schuld. Hypertoleranter progressiver Clusterfuck!“

    Zweite Assoziation:
    „Ob es wohl noch länger, oder kürzer als 10 Jahre dauern wird bis Deutschland Schweden eingeholt haben wird ?“

    Hurra, selfowned…

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