„75% der systemrelevanten Berufe werden von Frauen ausgeübt“

In der Diskussion zu dem Artikel von Hensel entstand auch eine Diskussion darüber, ob es richtig ist, dass 75% der systemrelevanten Berufe von Frauen ausgeübt werden.

Kibo schreibt dazu:

Der heute bei Arne verlinkte Publico-Artikel kommt zu ähnlichen Schlussfolgerungen,wie rano64 sie aufgestellt hat:

Dazu beruft sie sich auf eine Untersuchung des deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), die einen Frauenanteil von 75 Prozent in den krisenrelevanten Berufen behauptet. Allerdings widmet sich die Studie vor allem der Gehaltsstruktur bestimmter Berufsgruppen. Die DIW-Forscher stellen nebenbei die 75-Prozent-Behauptung auf, allerdings, ohne darzulegen, wie sie darauf kommen. Die Zahlen aus der Arbeitswelt lassen von dieser Behauptung nicht viel übrig.

Nach den Angaben des Statistischen Bundesamtes beträgt der Männeranteil an Beschäftigten in der Landwirtschaft 76,8 Prozent, an der Lebensmittelherstellung 69,8, an der Getränkeherstellung 85,5, an Jobs im Bereich Güterumschlag und Post 73, bei Fahrzeugführern im Straßenverkehr 94,2, im Schienenverkehr 95,9, in Schutz- und Sicherheitsberufen 72,2, in der Energietechnik 96 und in der Müllentsorgung fast 100 Prozent. In den Draegerwerken, die Beatmungsgeräte herstellen, von denen zur Zeit das Überleben vieler Menschen abhängt, arbeiten zu 71,5 Prozent Männer. Dafür stellen weibliche Mitarbeiter im Lebensmittelverkauf mit 86,1 Prozent die übergroße Mehrheit, in medizinischen Gesundheitsberufen (82,4 Prozent) und in der Altenpflege (83,7 Prozent), also in nicht nur krisenrelevanten, sondern auch sehr großen Bereichen der Wirtschaft.

Crumar schreibt darauf:

Die DIW Studie arbeitet mit Prozenten und nicht mit absoluten Zahlen – mit keiner einzigen.
Die Berufsgruppen sind nach eigenem Gusto zusammengestellt und zusammengefasst.
Sie haben z.B. „Pharmazeutische Berufe“, die es so gar nicht gibt.
Sie haben „Verwaltungsberufe“, die nach ihren Angaben 32% der „systemrelevanten Berufe“ ausmachen – mir ist nicht klar, wie sich diese zusammen setzen und sie weisen es auch nicht aus.

Dann arbeiten sie mit dem Klassiker des Betrugs, den man nur erkennt, wenn man weiß, dass es keine „deutschen“ Brutto-Stundenlöhne gibt, sondern diese nach Ost und West unterschiedlich sind.
Der durchschnittliche Brutto-Stundenlohn in D ist 19,33 Euro, aber in den neuen Bundesländern (ohne Berlin) nur 14,99 Euro. D.h. um so höher der prozentuale Anteil von Ost-Frauen in einer bestimmten Berufsgruppe, desto niedriger der Durchschnittsverdienst von „Frau“, desto höher ist in Frauenberufen der „gender pay gap“.

Kibo dazu:

@crumar

Sie haben „Verwaltungsberufe“, die nach ihren Angaben 32% der „systemrelevanten Berufe“ ausmachen – mir ist nicht klar, wie sich diese zusammen setzen und sie weisen es auch nicht aus.

In einer Fussnote deuten die Autorinnen an, was sie als Ausgangsbasis für ihre Betrachtng genommen haben:

Die vorliegende Analyse bezieht sich auf die zuerst veröffentlichte Liste der Berliner Senatsverwaltung, Stand 12. März 2020

Das müsste dann folgende Liste sein:

– Arzt- und Praxishilfe
– Medizinisches Laboratorium
– Gesundh.,Krankenpfl., Rettungsd.Geburtsh.
– Human- und Zahnmedizin
– Pharmazie
– Altenpflege
– Verkauf von Lebensmitteln
– Verkauf drog.apotheken.Waren, Medizinbed.
– BVG
– Polizei
– Feuerwehr
– Energietechnik
– Land-, Tier-, Forstwirtschaftsberufe

In einer weiteren Fußnote schreiben sie:

Die Einteilung in die jeweiligen Berufsgruppen erfolgt anhand der 3-Steller-Ebene der Klassifikation der Berufe (KldB 2010)

So sind beispielsweise alle human-und zahnmedizinischen Berufe in einer gemeinsamen Berufsgruppe enthalten und die Berufsgruppe der Verwaltungsberufe umfasst neben betriebsnotwendigem Personal in öffentlichen Einrichtungen und Behörden auch andere Verwaltungsberufe. Zudem lassen sich einige der als systemrelevant ausgewiesenen Berufe wie beispielsweise Krisenstabspersonal und Personal der kritischen Infrastruktur und Grundversorgung nicht eindeutig innerhalb der KldB 2010 zuweisen, sodass die hier vorgenommene Auswahl systemrelevanter Berufsgruppen möglicherweise nicht alle betroffenen Personen abbildet.

Um es klar zu sagen, sie haben hier massiv manipuliert. mMn kann man mit den Prozentzahlen schon rechnen, aber wenn ich die Zahlen aus der Abbildung 4 nehme und damit rechne komme ich selbst mir ihrer manipulierten Liste nur auf 56% Frauenanteil! Bei Bedarf stelle ich die Zahlen gern zur Verfügung. Ein Frauenanteil von 75% ist völlig utopisch.

Für mich bleibt die 75% wie rano64 schon sagte eine „durch nichts belegte bzw. frei erfundene Zahl“

Crumar dazu:

  • Wie funktioniert der Fake in der Studie „Systemrelevant und dennoch kaum anerkannt: Das Lohn- und Prestigeniveau unverzichtbarer Berufe in Zeiten von Corona“ von Josefine Koebe, Claire Samtleben, Annekatrin Schenker, Aline Zucco des DIW Berlin?

    Zunächst wird in der Fußnote eingeräumt, es gibt gar keine bundeseinheitliche Liste.
    Laut ihrer eigenen Aussage haben sie die Berliner Liste verwendet, weil sie als erste da war – nicht weil sie zutreffend oder umfassend ist.

    1. In der gleichen Fußnote (3, S. 2) eine Bemerkung, die nachfolgend relevant ist: „Die Einteilung in die jeweiligen Berufsgruppen erfolgt anhand der 3-Steller-Ebene der Klassifikation der Berufe (KldB 2010). Diese wurde von der Bundesagentur für Arbeit und dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) mitentwickelt und ermöglicht eine hohe Vergleichbarkeit über verschiedene Datenquellen hinweg.“

    Nur nutzen sie entgegen ihrer Behauptung nicht die „3-Steller-Ebene“, sondern verfahren hochgradig manipulativ nach eigenem Gusto. D.h. die Gruppierung erfolgt nicht konsistent, sondern so, wie es in das ideologische, nämlich feministische Schema passt.

    2. Wie ich bereits schrieb, die Gruppe „Pharmazeutische Berufe“ gibt es in der Klassifikation der Berufe (KldB) überhaupt nicht.
    Sondern nur Berufe in der Pharmazie.
    Diese haben aber einen 4er Schlüssel (8188) und keinen 3er.
    Die Ebene der 3 Stellen, also die Obergruppe, heißt „Pharmazie“ und deren Schlüssel ist 818.

    Durch „Pharmazeutische Berufe“ kann dafür gesorgt werden, dass ein Frauenanteil von 80% in der Leitung von Apotheken und deren überdurchschnittliche Vergütung einfach verschwindet.
    Konkret verschwinden dadurch folgende Berufsgruppen:
    8180 Apotheker/innen, Pharmazeuten/Pharmazeutinnen
    8181 Fachärzte/-ärztinnen in der Pharmakologie
    8182 Berufe in der pharmazeutisch-technischen Assistenz
    8189 Führungskräfte – Pharmazie

    Durch diese Manipulation wird Durchschnittsgehalt der Berufsgruppe nach unten „korrigiert“ und das ist der Zweck der Maßnahme/Manipulation.

    3. Der KldB Schlüssel für die Gruppe „Fahrzeugführer/innen im Straßenverkehr“ hat einen 5er Schlüssel, abermals keinen 3er.
    Der 3er Schlüssel hingegen heißt „Fahrzeugführung im Straßenverkehr“ – arg auffällig, dass diese geschlechterneutrale Formulierung der Klassifikation nicht verwendet wird.
    Diese Berufsgruppe ist in der Studie natürlich in weiblicher Form (Fahrzeugführerinnen) geschrieben – wenn schon gegen die Realität argumentiert, dann aber richtig!

    Das sagt die Klassifikation der Berufe über die zugehörigen Berufe Fahrzeugführer/innen im Straßenverkehr:
    „Zugeordnete Berufe (Beispiele):
    – Auslieferungsfahrer/in (nicht Verkaufsfahrer/in)
    – Botenfahrer/in
    – Fahrradkurier/in
    – Rettungswagenfahrer/in

    Nicht einzubeziehende Berufe:
    – Berufskraftfahrer/in – Güterverkehr (52122)
    – Testfahrer/in (27312)“

    Jedenfalls ist durch diese Manipulation der „Trucker“ verschwunden und wird in der Studie nicht berücksichtigt. Da in dieser Berufsgruppe der Männeranteil hoch und die Bezahlung niedrig ist, werden gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Der Männeranteil der „systemrelevanten Berufe“ sinkt proportional und bei der Gruppe „Mann“ wird das Lohnniveau erhöht.

    4. Hingegen umfassen die von ihnen zusammengefassten „Arzt- und Praxishilfen“ nach Schlüssel 811 folgende Berufsgruppen:
    8110 Medizinische Fachangestellte (ohne Spezialisierung)
    8111 Zahnmedizinische Fachangestellte
    8112 Podologen/Podologinnen
    8113 Orthoptisten/Orthoptistinnen
    8114 Tiermedizinische Fachangestellte
    8118 Medizinische Fachangestellte (sonstige spezifische Tätigkeitsangabe)

    Es ist utopisch anzunehmen, alle diese Berufsgruppen wären gleichermaßen „systemrelevant“.
    Hier ging es offensichtlich darum, die Beschäftigtenzahlen für „Frau“ künstlich nach oben zu treiben.
    Das gleiche Spiel mit Schlüssel 831 „Erziehung, Sozialarbeit, Heilerziehungspflege“ – Manipulation der Beschäftigtenzahlen im Sinne „Frau“ nach oben.

    5. Auch die von ihnen angeführten „Reinigungsberufe“ haben keine 3er Schlüssel, sondern nach KldB einen 2er; der 3er Schlüssel heißt einfach nur „Reinigung“.
    Das kann ganz ordinäre Schlamperei sein, es wirft aber die Frage auf, welche darunter gefassten Berufe von ihnen herangezogen worden sind.
    Denn nach ihrer Studie haben „Reinigungsberufe“ einen Anteil von satten 14% an denen aller „systemrelevanten Berufe“!
    Hier alle nach dem 4er (!!!) Schlüssel aufgelisteten Berufe:
    5410 Berufe in der Reinigung (ohne Spezialisierung)
    5411 Berufe in der Gebäudereinigung
    5412 Berufe in der Glas- und Fensterreinigung
    5413 Berufe in der Textilreinigung
    5414 Berufe in der Maschinen- und Anlagenreinigung
    5415 Berufe in der Fahrzeugreinigung
    5418 Berufe in der Reinigung (sonstige spezifische Tätigkeitsangabe)
    5419 Aufsichtskräfte – Reinigung

    Ich möchte niemandem in der Glas- und Fensterreinigung zu nahe treten, aber unter „systemrelevant“ stelle ich mir dann doch andere Berufe vor.
    Zum Zweck der Manipulation siehe die vorhergehenden Punkte.

    6. Noch einmal auf die größte Gruppe der „systemrelevanten Berufe“ – die in der Studie unter „Verwaltungsberufe“ zusammengefasst wird und nach dieser einen Anteil von 32% hat – einzugehen, kann ich mir hier sparen, denn das aufgezeigte manipulative Muster wird identisch sein.

    Zusammengefasst ist die Studie manipuliert worden, um zwei „Ergebnisse“ aufzuzeigen, die so formuliert werden:
    a. „Der Frauenanteil in den systemrelevanten Berufsgruppen insgesamt liegt bei knapp 75 Prozent.“ S. 5
    b. „Nicht nur sind also knapp drei Viertel der in systemrelevanten Berufen tätigen ArbeitnehmerInnen
    Frauen, sondern darüber hinaus werden diese (…) deutlich schlechter bezahlt als ihre männlichen Kollegen.“ (S. 6)
    Die Ergebnisse in Anführungszeichen, weil diese der eigentliche Zweck der Fake-Studie sind und natürlich ganz am Anfang standen. Politisches Ziel ist die „finanzielle Aufwertung“ von Berufen, in denen besonders Frauen tätig sind und für dieses Vorhaben ist jede wissenschaftliche Fälschung, jede Manipulation, jede Täuschung der Öffentlichkeit selbstredend vertretbar.

    Diese feministische Fake-Studie ist wissenschaftlich ein weiterer Fall für das Altpapier/die Löschtaste, interessant nur als Beispiel, wie politische Propaganda funktioniert und wie fake konkret fabriziert wird.

     

 

Natürlich hängt letztendlich alles an der Definition von „Systemrelevant“. In einem komplexen System wie dem unseren ist tatsächlich sehr viel systemrelevant im weiteren Sinne. Ein gutes Gesundheitssystem kann letztendlich auch nur in einer starken Wirtschaft existieren.

„Systemrelevant“ bedeutet ja auch nur „innerhalb der Coronakrisenquarantäne zur Aufrechterhaltung des Betriebes notwendig, auch wenn ansonsten alles, was ein hohes Ansteckungsrisiko in sich trägt, nicht stattfinden darf“.  Es ist nicht damit zu verwechseln, was außerhalb einer Quarantäne eigentlich entbehrlich ist oder damit, dass andere Tätigkeiten nicht gebraucht werden und nicht wichtig sind.

 

109 Gedanken zu “„75% der systemrelevanten Berufe werden von Frauen ausgeübt“

  1. Offtopic: kann mir bitte jemand den Link zu dieser einen feministischen Studie geben, bei der nicht manipuliert wurde um Frauen als Opfer hinzustellen?

  2. Danke, sowas hatte ich mir schon gedacht. Ich vermute aber das was hier als Freizeit geleistet wird ist vom Durchschnittsjournalisten nicht zu erwarten….

    • Es ist von Durchschnittsjournalisten auch nicht erwünscht, so etwas zu hinterfragen. Diese offensichtlich vom ersten bis zum letzten Ergebnis manipulierte und fingierte „Studie“ liefert denen doch genau das als „Beleg“ für ihre schon seit Beginn der Coronamaßnahmen verlautbarten Schwätzereien, was sie nun gerade noch brauchten, um künftig diese rein aus dem Arsch gezogenen Behauptungen adeln zu können mit dem Zusatz „wie eine Studie des DIW belegt“.

      Die sind geistig von genau diesem Bullshit durchseucht. Seit zwei Monaten schallt es auf allen Kanälen rauf und runter: „Wie heldenhafte Frauen unsere Gesellschaft am Leben erhalten und dafür sooooooooo wenig bekommen!“. Das Narrativ ist gesetzt und soll nicht gestört werden.

      Es ist doch auffällig, dass die ganzen „Faktenfinder“, „Faktenchecker“, „Fakten-was-auch-immer“ nur anspringen, wenn sie in für sie zu prominenter Stelle Infos entdecken, die ihren gesetzten Narrativen widersprechen und dann bekannterweise nur die „Fakten“ als Gegenargument suchen, die ihr eigenes Narrativ stützen und mit BEWUSST GEHANDHABTER Selektivität die ungefähr 99,9 % der Fakten ignorieren, die ihr Narrativ geradezu pulverisieren. Und auch das ist kein Zufall, wenn man bedenkt, dass einer der „Cheffaktenfinder“ der ehrenwerte Herr Gensing ist, der sich höchstselbst in einem Artikel bereits von den eigentlichen ethischen Grundprinzipien journalistischer Arbeit verabschiedet hat und sich in entlarvender Offenheit zum „Haltungsjournalismus“ bekannte. Es gab mal Zeiten, da hätte ein Journalist nach solch einem Pamphlet nicht mal mehr die Kreuzworträtsel in der Blitzillu zur Bearbeitung gekriegt, heutzutage kannst du dir solch einen Mist in hoher Position beim ÖR leisten und schadest dir damit nicht im Geringsten, musst dich noch nicht einmal mehr mit Kritik aus deinen Reihen auseinandersetzen. Sehr traurig das alles.

      • Volle Zustimmung. Und „Faktenerfinder“ Gensing von der Tagesschau tut sich da tatsächlich besonders hervor. Es ist eigentlich nicht zu übersehen, dass der Faktencheck dort wirklich fast ausnahmslos der Verteidigung erwünschter Narrative dient (Herrn Gensing genehme „Fakten“ werden selbstverständlich nie gecheckt, egal wie fragwürdig sie sind) und zu diesem Zweck offenkundig manipulativ vorgeht.

        Leider lassen sich sehr viele Menschen davon beeindrucken. Ich hatte beispielsweise letztens mal mit einem hochintelligenten Menschen diskutiert (Typ Intellektueller aus universitärem Umfeld), der überhaupt nicht verstehen konnte, wie ich die Seriösität des Faktenfinders in Zweifel ziehen könne – es handle sich doch um die TAGESSCHAU!!! Ich habe ihm diverse konkrete Beispiele geliefert, bei denen zwar nicht ausdrücklich gelogen, aber offenkundig manipulativ argumentiert wurde, z.B. durch ausschließliche Verwendung eindeutig parteiischer Quellen oder den argumentativen Trick, Zweifel an einzelnen Teilaspekten zu sähen und so zu tun, als sei damit die Kernaussage widerlegt. Es endete damit, dass er, ohne sich auch nur im geringsten auf konkrete Argumentationen einzulassen, mir gönnerhaft nahelegte, mich nicht in Verschwörungstheorien zu verrennen…
        Die ÖR haben leider aus irgendwelchen Gründen immer noch einen so hohen Vertrauensvorschuss, dass ihnen unhinterfragt geglaubt wird, selbst wenn man dafür die Augen ganz fest zumachen muss.

        • Weil der Kerl seit der Wiege vermutlich vom WDR und der Maus, und das dürfte auch seine „Intellektualität“ gut umschreiben, darauf geeicht wurde der Tagesschau zu glauben.

          Und weil er damit gut fuhr, gibt sein Erfolg der Tagesschau recht.

        • „Die ÖR haben leider aus irgendwelchen Gründen immer noch einen so hohen Vertrauensvorschuss, dass ihnen unhinterfragt geglaubt wird, selbst wenn man dafür die Augen ganz fest zumachen muss.“

          Welche Alternative hast Du denn zu bieten?
          Die Privaten?
          Danisch?
          Printmedien?
          Twitter?
          Facebook?

          Ich denke, von allen möglichen Alternativen bleiben wirklich nur die ÖR – verbunden mit einer Prise gesundem Menschenverstand.

          • „Ich denke, von allen möglichen Alternativen bleiben wirklich nur die ÖR – verbunden mit einer Prise gesundem Menschenverstand.“

            So oder so ähnlich habe ich die Story von Hugor aber auch aufgefasst. Ihm geht es nicht darum, dass ein anderes Medium grundsätzlich zuverlässiger ist, als die ÖR. Er beklagt wohl eher die recht kritiklose Haltung vieler Leute selbigen gegenüber.

            Schoppe leitete, glaube ich, mal einen Artikel ein, mit dem Verweis auf die Skulptur eines Lesenden. Er beschrieb das bemerkenswerte daran, dass die Körperhaltung zwar Versunkenheit und Konzentration andeutete, aber auch die allzeitige Bereitschaft, mit dem Finger auf einen Auszug zu zeigen und zu sagen: „Das stimmt so nicht! Das deckt sich nicht mit dem, was ich weiß!“. Als negativen Gegenentwurf beschrieb er etwa frühere chinesische Studenten beim Studieren oder besser wohl auswendig Lernen der Mao-Fibel.

            Ich verstehe Hugors Einwurf so, dass er sich mehr Leute wie den beschriebenen Lesenden wünscht und weniger Leute, die alles, was von Verantwortlichen der ÖR kommt, aufsaugen und unkritisch perpetuieren, wie es früher chinesische Studenten mit den Weisheiten Maos getan haben.

            Ich habe durch viele Nebenbemerkungen über die Jahre hier und in anderen thematisch ähnlichen Blogs das Gefühl bekommen, dass das, was uns fast alle verbindet, ist, dass wir fast alle auch mal voll von feministischen Märchen überzeugt waren. Wir alle waren mal kleine Lightyears oder Semikolons. Jeder hat so seine ganz eigenen Erlebnisse gehabt, die ihn an den Narrativen haben zweifeln lassen. Und im Zuge dessen hat man plötzlich Informationen erhalten, die sich viel besser in die Grauzonen der eigenen Lebenswahrnehmung einfügten, die man als argumentative Leerstellen als von feministischen Mythen Überzeugter noch allzu bereitwillig in Kauf genommen hat. Man bekam Informationen, die gewiss auch selten die ganze Wahrheit abdeckten, aber mehr und mehr die Frage aufwarfen: „Warum zum Teufel werden diese Aspekte von großen Medien, vor allem von denen, die ich mit meinem Geld finanzieren muss, nie auch nur mal annähernd berücksichtigt? Warum höre ich von denen immer nur die Dinge, die ins feministische Weltbild passen?“

            Das führt dann aber auch unausweichlich zu der Frage: wenn mir mit den Dingen, die ich auf diesem Wege an Kenntnissen gewonnen habe, bei unseren ÖR derartig viele Auslassungen, Manipulationen und teils gar offene, dreiste Lügen auffallen, wie schaut es dann in Bereichen aus, von denen ich nach wie vor Null Ahnung habe? Die Gefahr dabei ist natürlich, dass man völlig überdreht und die ebenfalls völlig absurde Grundhaltung entwickelt, dass automatisch alles falsch sein muss, sobald es von den ÖR verlautbart wird. Ein Segen ist es jedoch, wenn man es schafft, aufgrund dieser Erfahrungen eine gesunde Quellenskepsis zu entwickeln und im Zweifel lieber noch einmal andere Quellen dazu konsultiert, sofern einen ein Thema interessiert. Aber auch da natürlich immer ganz wichtig: Medienkompetenz. Nicht alles muss stimmen, nicht alles muss erlogen sein. Selbst ein Danisch macht durchaus seine Punkte, neben seinen immergleichen Wutschnaubereien über „Linke“, die an allem Übel der Welt Schuld sind und seinen immer etwas ausufernden Theorien bzgl. seiner Doktorarbeit – wobei ich ihm gerne zugestehe, dass ihm da von der einen oder anderen Seite sehr übel mitgespielt worden ist – die ihm irgendwie wohl in einer schlimmen Kollaboration von verschiedenen Ministerien, dem BND, der CIA und natürlich dem diese Institutionen allesamt kontrollierenden George Soros versaut worden ist.

            Kurzum: ich glaube nicht, dass Hugor hier nun sagen wollte, dass es nun irgendwo ein ganz tolles Medium gibt, das die ÖR grundsätzlich aussticht, er bedauert es nur, dass erstens diese gerade bei bestimmten ideologisch aufgeladenen Themen sehr einseitig und somit mindestens unvollständig – in Teilen gar unwahr – berichten und gleichzeitig noch viel zu viele Leute dieses Medium so unkritisch beurteilen, dass sie, selbst wenn sie sonst durchaus intelligent sind, quasi instant alles glauben, was man ihnen dort erzählt.

          • @Carnofis – Billy Coen hat mich da offensichtlich deutlich besser verstanden als du. Ich habe nichts gegen die ÖR – im Gegenteil, ich finde die Idee unabhängiger gebührenfinanzierter Medien zur objektiven Informierung der Bevölkerung grundsätzlich sehr begrüßenswert.
            Aber das ist eben nur solange sinnvoll, wie tatsächlich objektiv informiert wird, und daran hapert es bei den deutschen ÖR bereits seit längerem. Zu bestimmten Themen wird da offenkundig nicht mehr objektiv informiert, sondern ideologisch indoktriniert. Im Zusammenhang mit dem noch immer weitverbreiteten Glauben, man werde von den ÖR zutreffend informiert, halte ich das für ziemlich gefährlich.
            Gensings Faktenfinder ist dafür ein gutes Beispiel. Faktenfinder der Tagesschau – mehr objektiver Wahrheitsanspruch geht ja kaum. Und dann kommt dort ein tendenziöser Artikel nach dem anderen, mit dem erkennbaren Ziel der Verteidigung gewünschter Narrative (teils ideologischer Art, teils auch einfach nur der aktuellen Regierungspolitik). Ich bin mir nicht sicher, was ich schlimmer finde – diesen Missbrauch der Vertrauensposition oder die Selbstverständlichkeit, mit der ein Großteil der Bevölkerung das alles schluckt.

            Fakt ist, dass, wer sich objektiv informieren will, sich heutzutage dazu bei vielen Themen nicht mehr (allein) auf die ÖR verlassen kann. Ich finde das sehr bedauerlich, aber wenn sich diese Entwicklung fortsetzt, gibt es bald tatsächlich keine Existenzberechtigung für gebührenfinanzierte ÖR Medien mehr.

          • „gibt es bald tatsächlich keine Existenzberechtigung für gebührenfinanzierte ÖR Medien mehr.“

            Faktisch sind es ja – spätestens seit der Umstellung auf die haushaltsbezogene Rundfunkabgabe – schon jetzt steuerfinanzierte Massenmedien. Mit den Länderregierungen als Aufsichtsrat.

            Könnte man etwas glattziehen, also historisch bedingte Tarnmäntelchen ablegen, aber was würde das ändern?

  3. Sie spielen ihre schiefen Jammerlieder auf Klavieren, die ihnen Männer gebaut und hingestellt haben.

    Das ist schon wieder so eine elendige Zahlentrickserei. Ich vermute mal die These ist, dass 75 Prozent der Jobs, die es in als systemrelevant bezeichneten Berufen gibt, von Frauen ausgeübt werden.

    Wenn dem so wäre, muss doch einer die Frage beantworten können, warum es in keinem dieser Berufe eine Männerquote gibt, warum also in einer Welt, in der überall die Gleichstellung der Frau gefordert wird, Männer selbstverständlich aus den systemrelevanten Bereichen des Lebens weitgehend ausgeschlossen werden.

    Eigentlich sollte das Fazit lauten: Was Frauen machen, ist zu 75 Prozent systemrelevant – die anderen 25 Prozent sind Care-Arbeit. Sei es auch die an den eigenen Fingernägeln.

    • „Was Frauen machen, ist zu 75 Prozent systemrelevant – die anderen 25 Prozent sind Care-Arbeit.“

      Bei Frauen besteht eben immer Vollbeschäftigung, volle 100% – schon seit Jahrtausenden. Arbeitslosigkeit ist eine Erfindung von Männern für Männer. Q. E. D.

  4. Es geht um gefühlte 75%. Das ist weibliche Mathematik.

    Aber mal was anderes.
    Eine Frage an die Frauen hier im Forum: Ist euch das nicht echt peinlich was diese komischen Feministinnen im Namen der Frauen verzapfen? Würde jemand so etwas andauernd in Bezug auf Männer raushauen, dann würde ich das echt zum fremdschämen finden. Oder sind die Vorteile durch den Feminismus so heftig, dass da Fremdscham vollkommen egal ist?

    • Zum Schämen müsste man erst realisieren.

      Die Normale Frau findet plausibel, glaubt und prüft nicht. Wo soll da die Scham herkommen?

    • Freilich ist mir das peinlich. Und es stört mich gewaltig, wenn Feministinnen vorgeben, im Namen aller Frauen zu sprechen.
      Ich habe schon oft genug gegen Feministinnen argumentiert, und mich von ihnen abgegrenzt. Aber was sonst kann ich dagegen machen?
      Leider haben sie die Medien auf ihrer Seite, die kritiklos feministische Mythen und Lügen weiterverbreiten.
      Die meisten Frauen (und BTW ebenso Männer!) hören von kleinauf immer wieder diese Behauptungen von allen Seiten. Bei dieser massiven Desinformation ist es kein Wunder, dass der Schwachsinn erst mal arglos geglaubt wird.

      PS: Mathematik wird manchmal überschätzt.

      • „Freilich ist mir das peinlich“

        Und du bist damit die Ausnahme.

        Ich kenne nicht eine einzige Frau, die in Punkte Feminismus nicht mainstream wäre. Deren Einstellung man also in etwa so zusammenfassen könnte: „Ich würd mich zwar selbst nicht Feministin nennen, aber stimmt schon, als Frau hat mans schwer“

        • So ähnlich ging’s mir ja früher selbst auch.
          Überall hört man nur „Frauen werden benachteiligt, diskriminiert, unterdrückt, belästigt, ..“.
          Das brennt sich ein und wird als selbstverständliche Wahrheit genommen, die nicht in Frage gestellt werden braucht.

          An dieser Stelle mein ausdrücklicher Dank an @Christian als Blogbetreiber, aber auch viele andere Kommentatoren hier, die mir, seit ich vor gut sechs Jahren zufällig hergefunden habe, immer wieder Denkanstöße gegeben und die Augen geöffnet haben.

        • Das wird mir erst langsam bewusst, die meisten Frauen sind durch die Propaganda so weichgekocht, dass sie sich an die Entschuldigung „das klappt nur nicht weil ich eine Frau bin“ total gewöhnt haben. Auch wenn das gar nicht zutrifft. Andersrum ist mir der Gedanke als Ausrede noch nie gekommen.

          • „Andersrum ist mir der Gedanke als Ausrede noch nie gekommen.“

            Natürlich nicht. Geht ja auch nicht. Gerade weil sich diese feministischen Lügenmärchen so weit eingebrannt haben im sozialen Gedächtnis, könntest du niemals damit durchkommen, wenn du sagst „nur weil ich ein Mann bin“, selbst wenn die Aussage sich auf etwas bezieht, wo du tatsächlich nachweislich aufgrund deines Geschlechtes benachteiligt bist.

            Du scheiterst eben als Mann, OBWOHL du doch alle Vorteile auf deiner Seite hast, bist also in doppelter Hinsicht ein unfähiger Trottel. Und wenn du selbst für die letzte Dumpfbacke verständlich darlegst, dass du eben in diesem oder jenem Fall gerade als Mann alles andere als bevorteilt bist, führt das in aller Regel nicht zu Einsicht und schon gar nicht zur Änderung des Weltbildes, sondern du erntest bestenfalls ein paar „Mimimi“- oder „Male Tears“-Memes.

    • „Im Namen der Frauen“ wird da ja nichts verzapft. Keine Frau muss im Alltag das Gefühl haben, für solch Agitprop haften oder sich rechtfertigen zu müssen.

      Witzigerweise müssen nicht mal Redakteusen die sowas schreiben irgendwas befürchten. Finden trotzdem genug Dates (so sie denn welche wollen). Auch Hardcore-Feministas müssen nichts befürchten. Wenn sie nicht eh lesbisch sind, haben auch die viele Verehrer und können sich ein Dreibein angeln.

    • written by [some lady]

      … women hit hardest … pay gap … single parents … women have the right to … domestic violence …

      Wieso glaubst du, dass dieser von Feministinnen für Feministinnen geschriebene Artikel interessant sei?

      Außer als weiteres Musterbeispiel für „Besonders Frauen“

    • Hm. „For now, the reason is still unclear.“ Und dann Absätze voller Mutmaßungen. Interessant ist immer wieder das Raucher-Thema. Denn das beschreibt ja einen Makel, der mit Verhalten und Genuss zu tun hat und führt zu einer Selber-schuld-Argumentation.

      Pathologen haben nun festgestellt, dass Rauchen an sich gar nicht das Thema ist, sondern die Herz- Kreislauferkrankungen, die eben bei Rauchern stärker verbreitet sind, aber auch Nichtraucher treffen. Das wiederum korrespondiert mit der hohen Todesrate von Fettleibigen und Zuckerkranken. Bei ersteren hat ja die Lunge nicht so viel Platz um ausreichend Luft zirkulieren zu lassen.

      Damit wären wir bei den hohen Fallzahlen in den USA.

      https://www.sueddeutsche.de/politik/coronavirus-covid-19-tote-1.4884154

      • Was ich allerdings dann doch bezweifeln möchte. Zumindest ist das Rauchen für Lungenkrankheiten sicherlich sehr förderlich. Es sollte eigentlich jeder wissen, dass bpsw. die Selbstreinigungsfunktion der Lunge verschlechert wird, weil die Flimmerhärchen, die Schleim und Fremdkörper UND KRANKHEITSERREGER wieder nach draußen befördern sollen, lahmgelegt werden.

        Rauchen ist also imho nicht ursächlich für Corona-Todesfälle, fördert Infektion und schweren Krankheitsverlauf aber wahrscheinlich.

    • Erstens: unfassbar Off-Topic

      und zweitens: es hätte gar nicht OT sein müssen, weil du mal wieder viiieeel zu spät dran bist und dieses Thema hier schon längst behandelt wurde. Und es wurde hier auch schon lang und breit genau das besprochen, was auch der von dir verlinkte Artikel in epischer Breite macht: er handelt die medizinischen Annahmen in zwei kurzen Sätzen ab und fabuliert dann über irgendwelche anderen Faktoren. Diese gehen zum einen in die Richtung: Männer sind selber Schuld, indem auf die Raucherquoten Männer zu Frauen in China verwiesen wird, obwohl diese in vielen anderen betroffenen Ländern nicht so zu finden sind, die Differenzen zwischen den Geschlechtern bei COVID-19-Auswirkungen aber weitgehend gleich bleiben, was eigentlich nahelegt, dass diese bequeme Begründung nicht stichhaltig ist. Und ansonsten kommen ellenlange Elaborate über soziale Entwicklungen, bei denen man sich beim Lesen fragt, wo dann irgendwann ein plausibler Übergang zur Begründung einer höheren Sterberate bei Männern kommt, nur um am Ende enttäuscht feststellen zu müssen: der bleibt aus.

    • dazu auch:
      https://allesevolution.wordpress.com/2020/03/17/die-wirkung-von-testosteron-auf-das-immunsystem-und-warum-maenner-eher-an-corona-erkranken/

      Aber wo du gerade mal da bist:
      Hast du Lust einen Gastartikel für das 10jährige Jubiläum von „Alles Evolution“. Beliebiges Thema, gerne aber auch deine Sicht auf die Seite und wo sie daneben liegt oder was du gut findest.
      https://allesevolution.wordpress.com/2020/04/02/am-1-mai-wird-alles-evolution-10-jahre-alt-bitte-um-gastbeitraege/

    • Wir müssen die Schwachen dringend besser vor Covid-19 schützen – aber wer sind sie? Bei einer unverhältnismäßig großen Zahl von Sportlern wurde Covid-19 diagnostiziert.(…) Männer in ihren besten Jahren benötigen intensive Pflege, um zu überleben. Als Forscherin biologischer Geschlechtsunterschiede bin ich zunehmend beunruhigt darüber, dass die potenzielle Bedeutung des Geschlechts im Kampf gegen Covid-19 in den Hintergrund gerückt ist. Ich wende mich mit meinen Bedenken an den Arzt Hugh Montgomery, Professor für Intensivmedizin an der Universität London.

      Gesunde, sporttreibende Männer gehören zur Risikogruppe. Ja, dann wird bestimmt das männliche Verhalten alá toxic masculinity Schuld an der höheren Sterberate sein. Wären die Geschlechter vertauscht, wäre die Diagnose natürlich, dass das Patriarchat (= Männerherrschaft) Frauen so sehr schadet, das sie eher für den Virus anfällig sind.

      „In Eile (die Frontlinie ist hektisch, ich bin auf Hochtouren). Sie haben Recht. Der Geschlechtsunterschied bei Patienten auf der Intensivstation ist groß und wird meiner Meinung nach noch zunehmen. Es scheint wahr zu sein, dass viele Männer mittleren Alters mit nur einem Risikofaktor (z.B. Bluthochdruck) auf die Intensivstation eingeliefert werden, und viele sind sehr fit und körperlich aktiv. (…)“.

      Die Auswirkungen von Covid-19 auf die italienische Bevölkerung haben dazu geführt, dass eine hohe Zahl ansonsten fitter männlicher Ärzte an Covid-19 gestorben ist. Männliche Frontmediziner sind Patienten, die mit einer hohen Viruslast infiziert sind, übermäßig ausgesetzt. Aber das gilt auch für Ärztinnen und Krankenschwestern. Ich habe Professor Montgomery gefragt, ob Elitesportler, männliche Frontline-Mediziner und ältere Erwachsene anfälliger für diese Krankheit sind als andere Gruppen: Ist es möglich, dass Testosteron ein gemeinsamer Faktor ist?

      „Eindeutig Y-Chromosom. Aber warum? Ist Testosteron schlecht? Oder ist Östrogen schützend? Wir brauchen große genetische, altersspezifische Daten, und ich kann keine aus China bekommen, ich habe viele Wege ausprobiert. Die Studien hier beginnen gerade. Aber es kann sein, dass wir nicht schnell genug Daten sammeln können, da ansonsten in der Forschung tätige Krankenschwestern und Pfleger gerade an vorderster Front eingesetzt werden“.

      (…) Die Geschlechtshormone sind nicht der einzige Grund, warum Männer und Frauen eine unterschiedliche Veranlagung für die gleichen Krankheiten haben. Die Gene sind geschlechtsspezifisch und können bei Männern und Frauen unterschiedliche Auswirkungen auf Krankheiten haben. Ein Beispiel dafür ist, dass das gleiche Gen junge Mädchen vor Bronchitis schützt und gleichzeitig die Anfälligkeit kleiner Jungen erhöht. Dr. Ted Morrow ist ein Experte für sexuell antagonistische Wirkungen, bei denen genetische Varianten unterschiedliche Folgen haben.

      „Ein Hauptproblem ist, dass die Daten, die Forschern bei der Untersuchung dieser Fragen helfen könnten, nicht öffentlich zugänglich sind. Grundlegende Daten über Infektionsraten und Ergebnisse getrennt nach Geschlecht werden nicht veröffentlicht (oder gar gesammelt!). Zum Testosteron-Effekt benötigen wir gleichzeitig nach Alter und Geschlecht geschichtete Daten. Ich habe die Behörden in Schweden, wo ich arbeite, [um diese Informationen] gebeten. Sie erstellen jede Woche ein Diagramm mit diesen genauen Daten und löschen die Berichte der Vorwoche, und die zugrunde liegenden Daten sind nicht frei zugänglich“.

      Die Erforschung von Geschlechtsunterschieden war früher ein Routine-Element der Biomedizin. Aber viele Jahre lang hat die Sammlung von Daten zu Geschlechtsunterschieden (und die Forschung zu den biologischen Unterschieden zwischen verschiedenen geografischen Populationen) schlechte Publicity erhalten. Aktivisten neigten dazu, Gleichheit zu fördern, da sie befürchteten, dass die Anerkennung von Unterschieden zu Diskriminierung führen würde. (…) Heute werden Daten zu Geschlechtsunterschieden nicht routinemäßig erhoben, weil Vorwürfe des Sexismus diese Forschung vereitelt haben. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird seit langem kritisiert, weil sie es versäumt hat, Daten über Geschlechtsunterschiede in ihre Impfkampagnen und Krankheitsinterventionen einzubeziehen. Professor David Geary ist ein Experte auf dem Gebiet der menschlichen Evolution und der Anfälligkeiten, die Geschlechtsunterschiede unterstreichen. Ich erwähnte die Schwierigkeiten, denen die Ärzte an vorderster Front im Vereinigten Königreich beim Zugang zu Analysen über die Geschlechterunterschiede bei der Pandemie gegenüberstehen, und fragte Professor Geary, ob wir, wenn die politisch korrekte Forschung zur Bekämpfung der Geschlechterunterschiede nicht stattgefunden hätte, jetzt mehr Einsicht hätten, um uns bei der Bekämpfung von Covid-19 zu helfen.

      https://genderama.blogspot.com/2020/04/wie-gender-aktivisten-die-bekampfung.html

      Und Lightyear, findest du das Verhalten der Gender-Aktivisten kritikwürdig?

  5. Ich hab nix gegen lange Texte, aber bei dem Artikel von dem Fräulein Hensel kam ich nur bis „Wären da nicht Angela Merkel, Juli Zeh und die Infektiologin Marylyn Addo“.

    Denn: Was hat denn Merkel *gemacht*, wer ist Juli Zeh, und hat irgendwer wirklich von Marrryllyyynn (oder so) mal was gehört? Nein? Nichts?

    Eben. Bullshit in, Bullshit out; da _kann_ nichts sinnvolles danach kommen. Jana ist ebenfalls nicht systemrelevant.

    Gute Argumente, die Du zusammengetragen hast, Christian, aber:

    Wo sind denn die ganzen „systemrelevanten“ Frauen? In der „Pflege“, wo gerade (und sonst auch) _reihenweise_ Leute sterben? Die Teilzeit-Schönwetter-Ärztinnen, die nur Studienplätze belegen, aber nicht arbeiten? _Welchen_ Verwaltungsjob „brauchen“ wir denn wirklich? Geld verteilen ist einfach, Geld *erwirtschaften* ist schwer.

    Wo, genau, hat Merkel, wenn wir ihr das Krisenmanagement zuschreiben wollen, denn nicht auf voller Linie versagt, bis es – nach Kurz und dem tschechischen Babis – auch dem Söder zu blöd wurde?

    Was, genau, haben die tollen Frauen denn in den letzten 5 Wochen „Lockdown“ geleistet? Haben wir mehr Hefe? Gibt’s irgendwo wieder Hakle „Sanft & Sicher“?

    Welche Gesundheitsministerin in welchem Land (ich bin aus Bayern, selbst da ist das ein Mädchen) hat denn Contact-Tracing – Teams zusammengestellt, rechtzeitig? Was macht Fräulein Merkel, bei aktuell immer noch gut 50.000 bestätigten Fälle? Wieviele Frauen arbeiten in den 5-köpfigen Teams rund um die Uhr, um das einzudämmen? Wo sind die 250.000 arbeitslosen Kindergärtnerinnen, die das machen?

    Ach – die Antwort auf _alle_ Fragen ist „öhmjö“?

    Komisch.

    ——-

    Anmerkung: Das Virus verhält sich, wenn die Zahlen stimmen – und wir machen genug Tests, wenn die denn was taugen, als dass die Zahlen stimmen könnten – *sehr* seltsam, und die gerade stattfindende globale Massenpanik in Verbindung mit dümmlichem, weil mindestens zu späten und wenn, nicht hilfreichen Aktionismus ist typisch-*weibliche* Hysterie. Fräulein Hensels „systemrelevante“ Mindestlohn – Frauen werden zu den Billionen, die das kostet, ziemlich genau 0 beitragen (gerundet).

    • „Wären da nicht Angela Merkel…“

      Dazu passend (über Danisch gesehen):
      Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hält Regierungschefinnen für die besseren Krisenmanager in der Corona-Pandemie. Dänemark, Island, Finnland, Neuseeland, Norwegen, Taiwan und Deutschland haben eine weibliche Regierungsspitze und im internationalen Vergleich relativ niedrige Infektionsraten und/oder Todesfälle. „Dass Länder, die von Frauen regiert werden, besser durch die Krise kommen, überrascht mich nicht“, sagte Giffey der „Bild am Sonntag“.
      Man wisse „aus vielen Studien, dass Frauen häufig die besseren und moderneren Führungskräfte sind“. Das weibliche Geschlecht verfügt nach Ansicht der Ministerin über Fähigkeiten, die bei der Bewältigung der Coronakrise von Vorteil seien. „Frauen kommunizieren klarer, weibliche Führungskräfte sind bei Veränderungen reaktionsschneller und ergreifen eher die Initiative. Frauen gelten insgesamt als empathischer, sozialverträglicher und kooperationsbereiter.“ Sie ließen andere Meinungen zu, stellten die Sache in den Mittelpunkt und nicht die Machtfrage. Diese Eigenschaften „zählen in Krisenlagen umso mehr“, so Giffey.

      https://www.oldenburger-onlinezeitung.de/nachrichten/giffey-haelt-frauen-fuer-bessere-fuehrungskraefte-39706.html

      Ich kenne jetzt nicht alle Regierungschefinnen der genannten Länder, aber unserer Bundeskanzlerin die Eigenschaften
      – klare Kommunikation
      – Reaktionsschnelligkeit
      – Initiative
      – Empathie
      – Kooperationsbereitschaft
      – Sache wichtiger als Macht
      zuzuschreiben, da musste ich doch etwas schmunzeln. 😉

      • Es ist auch bezeichnend, dass sie bei ihren Aufzählungen beständig Schweden mit ohrenbetäubendem Schweigen aussparen, obwohl die doch nicht nur EINE Regierungschefin haben sondern gar die (Selbstzuschreibung) „erste feministische Regierung der Welt“.

        Die haben da bislang die Hände in den Schoß gelegt und gehofft, die Sache regelt sich von selbst. Sie haben also exakt den Holzweg gewählt, auf dem sich Trump und Johnson für kurze Zeit auch befanden, von diesem aber beide schon längst abgegangen sind. Unterschied: die beiden wurden von unseren Medien für ihr Vorgehen scharf kritisiert, die schwedische Regierung wurde hingegen immer wohlwollend mit ihrem „schwedischen Modell“ für ihre „Gelassenheit“ (netter Euphemismus für faule Untätigkeit) gelobt. Inzwischen machen sie das, was feministische (gleichbedeutend mit „verlogene“) Menschen immer machen: still und heimlich kehren sie die Sache um, beginnen Maßnahmen in Erwägung zu ziehen, wie sie von ihren skandinavischen Nachbarn schon vor Wochen eingeleitet wurden, um sich dann hinstellen zu können, dass das doch von Anfang an ihr Plan gewesen sei und sie doch auch niiieee etwas anderes gesagt oder nur gewollt hätten. Und jeder, der mittels eindeutigen Zitaten das Gegenteil beweist, ist nur ein frauenfeindlicher Nazi.

        Merke: immer, wenn ein Narrativ nur am Leben gehalten werden kann, indem man sehr relevante Tatsachen (in diesem Falle z. B. Schweden) verschweigt, ist das Narrativ somit erwiesen gesicherter Humbug und wird nur von ideologisch verblendeten Klerikern weiter verbreitet.

        • „Die haben da bislang die Hände in den Schoß gelegt und gehofft, die Sache regelt sich von selbst.“
          Tut es offenbar auch.
          Die hatten ein paar Ausbrüche in Altenheimen, aber das hatten wir auch, so auch ein Ausbruch auf einer Onkologiestation in Hamburg. Aber die Zahlen der Neuinfektionen sollen sinken.

        • “ indem man sehr relevante Tatsachen (in diesem Falle z. B. Schweden) verschweigt,“

          Was gibt es denn bei Schweden zu verschweigen in dem Zusammenhang?

          • Dass sie inzwischen die mit großem Abstand höchsten Fallzahlen und auch Todeszahlen aller skandinavischen Länder haben. Nur mal so als Beispiel… 😉

          • PS: Und auf die Bevölkerungsgröße runtergerechnet immerhin etwa dreimal so viele Corona-Tote wie Deutschland.

          • „PS: Und auf die Bevölkerungsgröße runtergerechnet immerhin etwa dreimal so viele Corona-Tote wie Deutschland.“

            Da musst Du aber noch nachgeschult werden.
            Wenn die Fallzahlen niedrig sind, nimmt man die, wenn sie – relativ zur Bevölkerung – hoch sind, sonst nimmt man den Anteil.
            Je nach feministischer Pipi-Langstrumpf-Welt.

            Ich hab das doch schon am Beispiel des Raddampfers ‚Central America‘ vorgemacht:
            Headline: „Raddampfer im Sturm gesunken – nur 30 Frauen gerettet. SKANDAL!“
            Dann meldest Du im Text: „Unter den 149 Geretteten befanden sich nur 30 Frauen, das sind 20%“
            und schließt messerscharf: „Frauen werden vom Patriarchat so unterdrückt, dass sie sogar in Katastrophen schlechte Karten haben!“

            Nur ausgewiesene Antifeministen/Maskulisten würden in so einer dramatischen Situation demagogisch berichten: Raddampfer im Sturm gesunken – ALLE Frauen gerettet, 82% der Männer ertrunken!“

          • Sie haben immerhin geringere Fallzahlen als wir und schädigen sich wirtschaftlich auch nicht so stark.

          • „Sie haben immerhin geringere Fallzahlen als wir und schädigen sich wirtschaftlich auch nicht so stark.“

            Würdest Du Dich als Bundespolitiker hinstellen und im Interesse der Wirtschaft 50.000 zusätzliche Tote inkauf nehmen?
            Und was sagst Du, wenn sich am Ende zeigt, dass Du doch restriktiver werden musst?

            Es ist immer wohlfeil, Verantwortungsträger zu kritisieren.

          • Ich wäre von Anfang an sehr restriktiv vorgegangen und hätte Fußball usw nicht erlaubt, damit man Infektionsketten noch nachverfolgen kann. Wenn die Wirtschaft kollabiert wird man jedenfalls noch ganz andere Probleme haben als Corona. In einem kollabierten System geht es Alten und Kranken ja oft auch nicht so gut.

            @beweis
            In Taiwan und Neuseeland haben sie Frauen an der Spitze und zumindest diese Länder haben es ganz gut gemacht.

          • „In Taiwan und Neuseeland haben sie Frauen an der Spitze und zumindest diese Länder haben es ganz gut gemacht.“

            Es sagt hier ja auch keiner, dass sich das ausschließt. Solche Sexisten haben wir hier nur sehr wenige. Es geht hier ja um die sehr zahlreichen Sexisten von der anderen Seite, die so tun, als gäbe es kausale Zusammenhänge zwischen den Krisenbewältigungen und dem Geschlecht der Staatsführer. Wir sagen hier nicht, dass Frauen automatisch schlechter sind, wir widersprechen nur vehement dem medial und politisch flächendeckend gepflegten Narrativ, sie seien automatisch besser.

          • @carnofis
            „Es ist immer wohlfeil, Verantwortungsträger zu kritisieren.“

            Ja, weil sie eben Verantwortungsträger sind.
            Falsche Entscheidungen treffen kann ich auch alleine.

            Davon abgesehen sind ab Ramadananfang wieder religiöse Zusammenkünfte bis 30 Personen drinnen und 50 draußen offen. Während die Christen an Ostern nicht durften.
            Dafür darf man sich nach wie vor nicht auf einem Spielplatz treffen oder Freunde zum Grillen treffen. Insofern ist die Gefahr wohl jetzt auch vorbei bzw wird der schwedische Weg gewählt.

          • „Ja, weil sie eben Verantwortungsträger sind.
            Falsche Entscheidungen treffen kann ich auch alleine.“

            Was eben in DEINEN Augen falsche Entscheidungen sind.
            Ich schrieb es schon mehrfach: Politiker müssen eine Entscheidung auf die Zukunft treffen, also auf Ereignisse, die noch gar nicht eingetroffen sind – und so die Götter wollen, auch nie eintreffen. Und egal, welche Entscheidung sie treffen, die Hälfte der Bevölkerung hält sie für falsch.
            Und findet sich im Nachhinein bestätigt.

            Und aus Deinem ersten Satz leuchtet so eine kindliche Vorstellung von Politikern, als Halbgöttern, die auf mysteriöse Weise klüger und weitsichtiger sind, als wir alle.
            Sind sie aber nicht. Es sind Menschen, wie Du und ich, die bestimmte Vorstellungen von einer idealen Gesellschaft haben und für die Durchsetzung dieser Vorstellung bereit sind, ihren Arsch hochzunehmen und die Gesellschaft zu gestalten.
            Ich habe in meiner politischen Zeit viele Leute kennengelernt, von denen ich einige als ausgemachte Arschlöcher bezeichnen würde. Dennoch ziehe vor jedem Einzelnen von ihnen den Hut für sein Engagement, auch wenn ich es nicht teile.

          • Zu Schweden:
            Ich finde, bis jetzt haben die Schweden alles richtig gemacht. Ihre Krankenhäuser sind nicht überlastet, und die knapp 2.000 Toten bis jetzt entsprechen hochgerechnet auf die deutsche Bevölkerung 18.000 Toten. Das sind – bis jetzt – weniger, als wir in der Grippesaison 2017/18 hatten (25.000). Was nicht heißt, dass die schwedischen Maßnahmen für uns geeignet wären. Schweden ist weitaus dünner besiedelt als Deutschland, auch wenn z.B. die Bevölkerungsdichte Stockholms doppelt so hoch ist wie die von Köln, bei annähernd gleicher Einwohnerzahl.
            Vielleicht haben die Schweden einfach ein entspannteres Verhältnis zu den Härten des Lebens, wozu das Wissen um unsere Sterblichkeit gehört. Jeder muss irgendwann sterben, und ob alle paar Jahre eine Grippewelle oder Corona die Altenheime ein wenig leeren, ist im Prinzip egal.

            Es ist übrigens ja auch nicht so, dass die Schweden gar keine Maßnahmen ergriffen haben; Gymnasien (d.h. alle Schulen ob Klasse 9 oder 10, bin da gerade nicht sicher) sowie die Universitäten sind dicht gemacht bzw. auf digital umgestellt. Das wird in vielen Berichten gerne mal unterschlagen.

          • @Renton

            Too little, too late.
            Stand 22.4. 23.11 Uhr haben sie 16.004 Infizierte und 1.937 Tote, hingegen 550 bestätigte Genesene.
            Das Verhältnis der geschlossenen Fälle zur Mortalitätsrate ist 78%.
            D.h. das Verhältnis der Differenz zwischen Infizierten und „active cases“ besteht zu über drei Vierteln aus Toten.
            Zunahme der Infektionen:
            Am 20.4. 392 Fälle
            Am 21.4. 545 Fälle
            Am 22.4. 682 Fälle

            Wir werfen mit dieser Diagnose immer einen Blick in die Vergangenheit.
            4-5 Tage Inkubationszeit und 14-16 Tage insgesamt bis zum Tod.

          • @crumar
            In GB ist das Verhältnis 100%, weil die gar keine Genesenen ausweisen. Was soll dieses Verhältnis aussagen?
            Ob es die Schweden noch wesentlich härter trifft, werden wir sehen. Prognosen sind halt immer schwierig, besonders, wenn sie die Zukunft betreffen. Obwohl auch ein Nowcast, also eine Jetzt-sage statt einer Vorhersage, gar nicht mal so leicht ist, wie ich vor kurzem lernen dürfte.
            Ist eine Prognose für die Vergangenheit eigentlich auch eine Vorher-sage, da es ja um etwas geht, was _vorher_ war? 😉

          • Ist’s dem Naturwissenschaftler nicht vollkummen hupe zu welchem Zeitpunkt er den 100% Zustand kennt?
            Kennt er einen kennt er alle.
            Da war doch was mit Determinismus.

      • Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hält Regierungschefinnen für die besseren Krisenmanager in der Corona-Pandemie.

        Frau DOKTOR Franziska Giffey bitte. Ihre Dissertation gilt zwar als wertlos, aber sie darf ihren Doktortitel behalten, weil, aaahm, weil … weiss ich doch auch nicht,ist aber so.

        • „Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hält Regierungschefinnen für die besseren Krisenmanager in der Corona-Pandemie.“

          Vermutlich hat sie ntv geguckt.
          Dort (übrigens: kein ÖR!) erfahren wir:
          „In Skandinavien, wo vier von fünf Regierungen von Frauen geführt werden, wurden ebenfalls früh strenge Maßnahmen gegen die Ausbreitung der Pandemie ergriffen. Norwegen reagierte als eines der ersten europäischen Länder mit einem Lockdown. Bis heute sind dort nur 6600 Menschen infiziert, 140 sind gestorben. In Dänemark war man sogar noch etwas früher dran. Dort öffneten heute wieder die ersten Schulen. Auch in dem nördlichen Nachbarland Deutschlands liegt die Sterberate unter dem Durchschnitt der übrigen europäischen Staaten.

          Islands Premierministerin Katrín Jakobsdóttir, Ministerpräsidentin des kleinen Inselstaats Island mit nur 360.000 Einwohnern, ermöglichte der kompletten Bevölkerung Tests auf eine Infektion mit dem Coronavirus – also auch Personen, die keine Symptome zeigten.“

          Zählen wir doch mal durch:
          Erwähnt werden von ntv VIER von fünf Regierungen.
          Aufgezählt werden:
          – Norwegen,
          – Dänemark,
          – Island und
          äh
          und
          ?
          Von Schweden kein Wort.
          Warum nur nicht? Wo doch Schweden sonst immer DAS Vorzeigeland für vorbildliche, weil weiblich geführte Politik ist.

          https://www.n-tv.de/politik/Sind-Anfuehrerinnen-unverhaeltnismaessig-gut–article21719264.html?utm_source=pocket-newtab

          • „(übrigens: kein ÖR!) “

            Hat ja auch nie jemand gesagt, dass die Privaten da grundsätzlich besser wären. Man beachte nur Uepsis Kritik an einer wohl an plumper Feminismuspropaganda kaum noch zu toppenden Serie die derzeit in der Primetime auf Pro7 dargeboten wird: https://uepsilonniks.wordpress.com/2020/04/22/serienkritik-frau-jordan-stellt-gleich/

            Sein geistiges Gift verspritzt diese Ideologie auf absolut allen nur auffindbaren Kanälen. Bei einem von uns allen gebührenfinanzierten und per Rundfunkvertrag eigentlich ausdrücklich der Objektivität verpflichteten Medium ist es nur halt um so tragischer, wenn dort derselbe Mist exerziert wird.

          • „Hat ja auch nie jemand gesagt, dass die Privaten da grundsätzlich besser wären.“

            Nein, weiß ich doch, Billy.
            Aber das hindert einige hier Postende nicht daran, ständig NUR über die ÖR zu wettern. Das könnte nun mal den Eindruck vermitteln, die Welt wäre besser ohne sie.

            Aber wir müssen eben so lange den Finger immer wieder in die Wunde legen, bis sie wieder ehrlicher werden und ihr Sendungsbedürfnis zügeln.

    • Wie wahr! Wo sind denn die Frauen mit Vorstößen, die uns in der Situation weiterbringen. Merkel laviert rum und übernimmt keine Führung. Warum hat die nicht mal angeregt, dass deutsche Autokonzerne auch ein paar Beatmungsgeräte produzieren. Für Italien zum Beispiel – oder für Spanien?

      Am schlimmsten ist aber von der Leyen. Die hat mit ihrem Nichtstun in den ersten Wochen – und eigentlich bis jetzt – vermutlich die EU auf dem Gewissen. Keine Koordination, als alle beliebig ihre Grenzen geschlossen und eigene Regelungen eingeführt haben. Beinahe wäre die Versorgung kollabiert. Die Italiener und Spanier beschweren sich zu Recht über eine solche EU. Wer braucht die denn noch – und wofür? Als überall schon Lockdown war, hat EU-Uschi sich noch immer primär um die Mädchen auf den griechischen Inseln gesorgt.

      Und unsere Familienministerin aka Frauenministerin hat sich nur um Frauen gesorgt, denen zuhause ihre Männer mal widersprechen. Null Empathie für die Alten, die sozial vollkommen entkoppelt wurden und in ihren Heimen oder Wohnungen mit den nicht vorhandenen Blumen sprechen müssen. Keine Sorge um die Kinder, die mit ihren angespannten Eltern eingekerkert waren. Kein Einspruch, dass Familienmitglieder das Sterben ihrer Liebsten nicht begleiten und nicht gemeinsam trauern durften.

      Ich erwarte von Menschen in solchen Positionen, dass sie sich für den ihnen überantworteten Bereich einsetzen – und nicht immer nur den gleichen Quatsch wie alle andern erzählen und fordern.

      • In Sachen Kreativität und Mut war die Corona-Krise bisher eine feminine Nullnummer. Auch wenn jetzt alle applaudieren, weil Frauen ihre Jobs in der Pandemie weitergemacht haben und nicht einfach zuhause geblieben sind.

        • Dann hätten doch einfach mal alle Krankenschwestern, Pflegerinnen, medizinisch-technischen Assistentinnen, pharmazeutisch technische Assistentinnen, Laborantinnen, OP-Schwestern, Erzieherinnen in der Notbetreuung und Verkäuferinnen zuhause bleiben sollen und dort einfach mal alle Frauen die Beine hoch legen sollen – das wäre so richtig schön geworden. Was da los gewesen wäre im Krankenhaus, in den Laboren, den Supermärkten den Kindergärten/ Kitas und nicht zuletzt zuhause……eieiei, kann man sich gar nicht vorstellen!

      • Da wurde mir bei pinkstinks erklärt, dass das in Schweden daran liegt dass der Ministerpräsident ein Mann ist. Und es ist völlig egal dass deren Gesundheitsministerium von einer Frau geführt wird und natürlich kann man Söder auch nicht zugute halten dass er ein Mann ist… Doppelte Standards wohin man blickt

  6. Crumar, vielen Dank für Deine Mühen. Schade, dass Du (vermutlich) nicht im journalistischen Bereich arbeitest und dass es leider kein nennenswertes linkes (Massen-)Medium gibt, dass Deine Recherchen veröffentlichen würde!

    • Gern geschehen! 🙂
      Und nein, ich arbeite weder journalistisch, noch akademisch und ja, die Chancen, meine Recherchen würden in einem linken Massenmedium veröffentlicht sind zur Zeit annähernd 0%.
      Sie sind in ihrem Glaubenssystem ungefähr auf der gleichen Stufe, wie ich vor dem Jahr 2005.
      Ich war damals der festen Überzeugung, niemals könnten die feministischen Klagen auf Fälschungen beruhen – wir sind doch schließlich alles Linke und würden uns nie anlügen, nicht wahr…
      Das Ausmaß, in dem ich manipuliert und betrogen worden bin, hätte ich einfach nicht für möglich gehalten.
      Ich kann die Abwehrhaltung von Lightyear2000 sogar nachvollziehen – menschlich in diesem Umfang und in seiner ganzen Lebenszeit getäuscht worden zu sein ist eine verdammt große „rote Pille“, die man erst einmal schlucken muss.

      • Geht mir ähnlich. Bin Links aufgrund von Krankenkassen und Gesundheitssystem immer noch.
        Aber haben erst Naturwissenschaft studiert, und jetzt ne Gesellschaftwissenschaft oben drauf gelegt. Bin platt wie da fast niemand rechnen kann und sich Behauptungen halten.

  7. Herzlichen Dank! Ich fühlte mich ja schon herausgefordert, als man mir hier – zu recht – vorwarf, diese 75% als haltlos hinzustellen, ohne selbst Gegenbelege zu bringen. Da habt ihr mir einige Arbeit abgenommen.

    Aber ich bleibe dabei: diese Zahl bekommen wir nie wieder weg und noch in 100 Jahren wird in den Geschichtsbüchern stehen, wie damals die Frauen die Welt retteten, obwohl sie doch so schrecklich benachteiligt waren.

    • Die Legenden wiederholen sich. Auch beim Wiederaufbau nach dem 2. Weltkrieg sollen es ja vor allem Frauen gewesen sein, das alles geleistet haben. Dazu die Ergebnisse einer Historikerin:
      https://www.deutschlandfunk.de/truemmerfrauen-studie-wer-deutschland-wirklich-vom-schutt.1310.de.html?dram:article_id=311180

      Kurz zusammengefasst: Die Zahl der Trümmerfrauen war gemessen an der Gesamtbevölkerung sehr klein und hätte mit den auf den (nachweislich nur zu propagandistischen Zwecken entstandenen) Bildern dargestellten Arbeitsmethoden bis heute noch nicht mal die Hälfte des Schutts aus deutschen Großstädten beseitigt. Schuttbeseitigung und Wiederaufbau wurde zu annähernd 100 % auch schon kurz nach dem Krieg von Baufirmen geleistet. Und welches Geschlecht die dort Angestellten nahezu ausschließlich hatten, da muss man wohl nicht lange drüber nachdenken.

      • Die Legenden wiederholen sich. Auch beim Wiederaufbau nach dem 2. Weltkrieg sollen es ja vor allem Frauen gewesen sein, das alles geleistet haben. Dazu die Ergebnisse einer Historikerin:

        In der Psychologie wird es Kompensation genannt – Kompensation einer tatsächlich oder nur empfundenen Minderwertigkeit. Diese „Frauen sind ja so toll und überhaupt viel besser – Propagandisten“ glauben selbst nicht, was sie andauernd behaupten. Es sind im Gegenteil meist Leute, Männer wie Frauen – die im Grunde überzeugt sind, dass Frauen minderwertig und minderfähig sind. Das ist die dauernd verkannte Ironie dieser Sache.

  8. Und noch etwas: Kann es sein, dass einfach nur Köpfe gezählt wurden und nicht nach Arbeitsleistung gewichtet wurde. wie war nochmal die durchschnittliche Wochenarbeitszeit? Männer 42 und Frauen 26 Stunden habe ich im Kopf.

    • Nein. Es wurden einfach nur Berufe genommen, in denen Frauen überrepräsentiert sind. Und diese wurden dann als systemrelevant eingestuft.
      Ziemlich schlechte Propaganda übrigens. Mit mir im Team wäre man auf mindestens 95 Prozent aller Berufe gekommen.

    • Stimmt aber diese Arbeitszeit wurde vor Corona erfasst. Und es gibt hier Stimmen die auf die Hausarbeit und Care-Arbeit verweisen als Ausgleich.
      Dies hat sich in Corona verändert, bin selber im Gesundheitswesen tätig, und viele Frauen arbeiten jetzt mehr Stunden vor allem wenn sie eine Partner haben der jetzt zu Hause ist.
      Daher die gewichtet Arbeitszeit ist relevant für die Aussage Frauen tragen das System erheblich, aber nicht für andere Aussagen. Im Vergleich zu den anderen Fehlern, ist das tatsächlich ein Cut den man machen kann und irgendwann muss man aufhören zu verkleinern und muss gruppieren.
      Aber es wird dann nochmal wichtig, wenn so getan wird also ob Frauen zu Hause die Arbeitsleistung stemmen mit mehr Kinderbetreuung wie vor Corona und Gleichzeitig die Gesellschaft am Laufen halten. also man ein Bild vermittelt als könnte man Männer weg zaubern und es würde nichts fehlen.

  9. „Der 3er Schlüssel hingegen heißt „Fahrzeugführung im Straßenverkehr“ – arg auffällig, dass diese geschlechtsneutrale Formulierung der Klassifikation nicht verwendet wird.
    Diese Berufsgruppe ist in der Studie natürlich in weiblicher Form (Fahrzeugführerinnen) geschrieben – wenn schon gegen die Realität argumentiert, dann aber richtig!“

    Das hat alles Methode. Da wo Frauen die Mehrheit bilden, werden sie extra erwähnt – hachja, wie toll sie doch sind – da wo sie eine (verschwindend geringe) Minderheit bilden, wird eine geschlechtsneutrale Form verwendet. Immer nur ganz zufällig.

  10. „But if you think Clinton’s accounting [in 1998] was reasonable, then you will have no problem with the narrative around the gender death gap in the COVID-19 coronavirus pandemic. You might have noticed that in the media […], and even in the world of health […], a commonly recurring narrative has developed around the pandemic: More men are dying, but the real victims are women. Moreover, this narrative usually implies that men’s deaths are largely due to men’s poor decisions about health behaviour.

    https://quillette.com/2020/04/22/covid-19s-gender-gap/

    • Die Taz hat sowas auch raus gehauen.
      https://taz.de/Corona-ist-weiblich/!5670768/

      und nehmen wir mal an es stimmt, männer sterben mehr weil sie mehr rauchen mehr übergewichtig sind und sich ungesund ernähren und die deathgap kann herunter gerechnet werden. so das es nicht am geschlecht biologisch liegt sondern an den entscheidungen die diese Treffen.
      ist das nicht genau die umgekehrte Argumentation wie bei der Paygap? also entweder gibt es pay und deathgap basiert auf dem geschlecht oder aber es gibt beides nicht.

      • „ist das nicht genau die umgekehrte Argumentation wie bei der Paygap? also entweder gibt es pay und deathgap basiert auf dem geschlecht oder aber es gibt beides nicht.“

        Im Prinzip stimmt das.
        Allein, Du weißt doch: das Gleiche ist noch lange nicht dasselbe.

  11. Dazu passt der Artikel der Sciencefiles echt gut.

    https://sciencefiles.org/2020/04/20/totalitarismus-ist-weiblich-wie-die-covid-19-krise-von-klimahysterikern-genutzt-werden-soll/

    Nunmehr gilt das Interesse vieler Frauen nicht der Sicherstellung der Arbeitskraft und Gewährleistung der Fügsamkeit des Familienernährers zu den gesellschaftlichen Vorgaben, der Konservatismus, der dazu führt, dass viele Frauen zu den besten Verbündeten des politischen Zeitgeistes werden, hat nunmehr einen neuen Adressaten: Den Staat. Die ökonomische Sicherheit vieler Frauen basiert auf Transferzahlungen des Staates oder des Einkommenstransfers von Männern zu Frauen, der durch den Staat sichergesestellt wird. Eine neue Allianz hat sich gebildet, eine, die Dr. habil. Heike Diefenbach schon vor Jahren, Jahrzehnten fast, thematisiert hat: Die vermeintlich emanzipierten Frauen haben ihr Wohl und Wehe zwar immer noch an den “Pater Familias”, der das ökonomische Auskommen sicherstellt, gekoppelt, aber der “Pater Familias” ist nicht mehr der Ehemann, es ist nunmehr der Staat, der Ausgangspunkt der regelmäßigen Geldzahlungen in Transfer oder Einkommen für Beschäftigung beim Staat ist. Die Abhängigkeit wurde getauscht. Galt das Interesse früher der Sicherung der Einkommensquelle “Ehemann”, ohne den die Mittelschichtsfamilie vor dem Nichts steht, so gilt es nun dem Staat, ohne den viele Mittelschichtsfrauen vor dem Nichts stehen.

    ———————————————————————————————————————————-

    SEHR SYSTEMRELEVANT ist der H4 Empfänger, der kostet selbst nur 15k pro Jahr, bringt den Damen aber mit jedem Bildungsgutscheint 50k in die Genderkassen.

  12. Als Ergänzung zu dem hier bereits v.a. von Crumar gesagten, selbst wenn man, trotz der dreisten Manipulation, die Auswahl der systemrelevanten Berufe als gegeben hinnimmt, komme ich nicht auf 75%.

    Hier die Zahlen, die ich aus der Abbildung 4 der „Studie“ entnommen habe.

    32% – 60%
    14% – 81%
    13% – 33%
    7% – 78%
    7% – 8%
    5% – 30%
    4% – 82%
    3% – 50%
    3% – 70%
    2% – 90%
    2% – 85%
    1% – 87%
    1% – 5%
    1% – 13%
    1% – 48%
    1% – 78%
    1% – 93%
    0.5% – 88%
    0.5% – 5%
    0.5% – 2%
    0.5% – 4%

    Die Erste Zahl ist der Anteil Beschäftigten der jeweiligen Kategorie innerhalb der von der „Studie“ als „systemrelevant“ definierten Berufe. Die zweite Zahl ist dann der Frauenanteil. Die erste Zahl addiert sich zu 100%. Wenn ich beide Zahlen jeweils multipliziere und alles addiere sollte ich den Frauenanteil der systemrelevanten Berufe bekommen. Ich komme aber damit nur auf einen Frauenanteil von 56%. Eventuell kann das ja noch mal jemand nachrechnen oder überprüfen, ob ich die falschen Zahlen verwendet habe.

    • “ Ich komme aber damit nur auf einen Frauenanteil von 56%.“

      Faktenchauvinist!

      Rechnerische 56% sind gefühlte 80%.
      Da sind 75% schon ein Entgegenkommen.

    • Ich entnehme der Abbildung 4 fast dieselben Zahlen wie du:
      32 58
      14 81
      13 33
      7 78
      7 7
      5 29
      4 82
      3 48
      3 68
      2 90
      2 84
      1 96
      1 4
      1 13
      1 48
      1 78
      1 93
      0,5 86
      0,5 6
      0,5 3
      0,5 5
      Auch deine Wertung von <1% mit 0,5 habe ich beibehalten. Ich komme auf einen Frauenanteil von 55,65 Prozent.

      In der Studie steht übrigens, dass Abbildung 4 in einer neueren Version KORRIGIERT wurde.

      Hier zwei Thesen meinerseits:

      1. Mit den exakten Zahlenwerten der Studie ergibt sich ein Frauenanteil von knapp 57%. Durch einen Zahlendreher wurde daraus 75%.
      2.In der ersten Version der Studie gab es einen dicken Rechenfehler. Der wurde zusammen mit der Abbildung behoben, der Text der Studie wurde aber nicht angepasst.

      So oder so – WIE VERFICKT NOCHMAL ÜBERPEINLICH WÄRE DAS DENN BITTESCHÖN?!?!?

      Ich glaube, ich schreibe den Autorinnen eine Mail mit der Bitte um Aufklärung.

      • Ich habe genau das gleiche gemacht bereits vor 2 Wochen. Ich habe die Studie in einem Online Seminar zu sehen bekommen, zum Thema Gesundheitssystem und Systemrelevanten Arbeiten.
        Ich habe genau diese Frage and die Dozenten gestellt, ich hab vor dem Bildschirm nur riesen große und verwirrte Augen gesehen. Da damit ein Teil der Aussagen zusammenbrechen. Mir wurde gesagt wenn ich die Forscher anschreibe soll ich mal sagen was daraus kommt, ein Interesse das selber zu checken gab es nicht.
        Aber es wird noch schlimmer man muss gar nicht wie Cumar die Grundlagen angereifen die Studie Wohlgemerkt 7 Seiten davon Deckblatt und Impressum dann noch knapp 6. Ist in sich unstimmig und bereits einmal korrigiert worden. Denn Vergleiche mal die Löhne von Abbildung 2 und Abbildung 4
        Wie gibt es in Abbildung 2 in der Verwaltung einen Durchschnittslohn von unter 19 euro wenn in Abbildung 4 Frauen im Durchschnitt 21 Euro verdienen und Männer 26 Euro? Wie kann der Durchschnitt außerhalb davon liegen? Und schau mal über alle Beruf das ist in mehreren der Fall.
        Zuletzt die Daten stammen aus 2010 und 2014. Es wird erwähnt, dass der Mindestlohn in den unteren Beruf die PayGaps block, aber der wurde doch erst Sommer 2014 verabschiedet und 1.1.2015 Rechtskräftig.
        Daher ich würde gar nicht die Datenbasis angreifen sondern es stimm einfach intern nicht.

          • Ja, aber bisher nur über die Abweichungen von Geschlechteranteil und das damit die Aussagen, die GenderPayGap 20% würde sich deutlich reduzieren hinfällig werden.
            Dann nur wenn die das Geschlechterverhältnis in den Berufsfedler stark von der Parität abweicht z.B: 75% und diese zum kein großes Missverhältnis in Voll vs. Teilzeit aufweisen, würde durch Gehaltserhöhung die allgemeine PayGap sinken. Damit ist der letzte Satz der Studie(der wohl absichtlich dort steht falsch)
            Zudem habe ich angemerkt, dass ohne Vollzeit äquivalent die Aussage Frauen tragen die Gesellschaft auch unklar wird. Denn wenn 33% der Männer Vollzeitarbeiten und 66% Frauen Teilzeit 50%
            verschiebt sich die Gesamtleistung. Ich habe ein Antwort bekommen ich will nicht alles erzählen weil ich, aber ich habe eine Antwort bekommen in der es darum geht, aber Frauen leisten auch mehr unbezahlte Erziehungsarbeit.

          • „Ja,“

            Bis hierhin habe ich deine Antwort verstanden.

            „aber bisher nur über die Abweichungen von Geschlechteranteil“

            Verstehe ich das richtig, du hast auch eine Anfrage bezüglich des Widerspruchs zwischen der Aussage „Frauen stellen 75% der Beschäftigten in systemrelevanten Berufen“ und den Zahlen, die man der Abbildung Nr. 4 entnehmen kann, gestellt?

            „…“

            Tut mir leid, der Rest von deinem Posting hat derartig viele Wort- und Grammatikfehler, dass ich meistens nicht verstehe, was du sagen willst 😦

          • Okay ich versuche es nochmal.

            Ja ich habe die Autorinnen angeschrieben.

            Angesprochen habe ich sie auf den Fehler mit den 75%.
            Zudem habe ich darauf hingewiesen, dass wenn der Anteil nahe 50% ist, sich auch die Aussagen der Studie zum Genderpaygap als hinfällig erweisen. Also der letzte Satz der Studie ist dann falsch. Denn die Bundesweite Genderpaygap von 20% würde sich bei einer Lohnerhöhung für die systemrelevanten Beruf nur verkleinern wenn in systemrelevanten Beruf auch deutlich mehr Frauen als Männer arbeiten.
            Zudem habe ich angemerkt, dass sie nur Pro Kopf zählen. Aber wenn 3 Menschen in einer Abteilung arbeiten, 2 Frauen und 1 Mann die beiden Frauen 20 Stunden die Woche und der Mann 40 Stunden die Woche, hat man zwar ein Verhältnis von 66% aber die Aussage Frauen tragen einen erheblichen Teil der Arbeit in dieser Abteilung wird dadurch nicht wahr.
            Ich habe eine Antwort bekomme befinde mich aber noch im Austausch, daher will ich nicht alles breit treten. Aber auf meine Aussage, dass Frauen bei einem Anteil von 55% und deutlich häufigerer Teilzeit Beschäftigung nicht erheblich die Gesellschaft tragen, sondern Männer zum gleichen oder größeren Teil. War die Antwort: Es müsse ja auch die unbezahlte Care Arbeit oder Erziehungsarbeit oder so wahrgenommen werden. (Nur ist die halt nicht Teil der Studie. Und die von der DIW falsche berechnete Arbeitslastverteilung in der Corona Krise gegen die CareArbeit in der nicht Krise zu setzen ist halt völlig unsinnig. Denn ob sich diese nicht auch verschiebt, wenn z.B. der Mann Kfz Mechaniker sich um die Kinder kümmert während seine Frau Krankenschwester mehr arbeitet)

            Nicht angesprochen habe ich bis jetzt: Die Aussagen zum Mindestlohn. Irgendwo wird gesagt dieser hätte Einflussauf die Daten. Obwohl die Daten aus 2010 und 2014 stammen und der Mindestlohn wurde erst 2014 verabschiedet und trat erst 1.1.2015 in Kraft.
            Nicht angesprochen habe ich die Unterschiede der Bruttostundenlöhne zwischen Abbildung 2 und Abbildung 4. (Schau mal genau hin, in Abbildung 2 Verwaltung 18 Euro in Abbildung 4 Verwaltung Frauen 21 und Männer 26. Wie genau kann der Durschnitt außerhalb davon liegen? Schau dir das mal bei allen Berufen an.)
            Nicht angesprochen habe ich, dass damit die Aussage 90% aller systemrelevanten Berufe sind unterdurchschnittlich bezahlt hinfällig wird.
            Nicht angesprochen habe ich, dass in dem Zeit Artikel der Marcel Fratzscher diese Studie lobt ohne irgendwo zu erwähnen, dass er der Präsident des Institutes ist, welches die Studie erstellt hat. Und dieser Interessenskonflikt vielleicht hätte erwähnt werden sollen. Und nicht nur dem aufmerksamen Leser durch zufall.

          • @Julius

            Jetzt verstehe ich dich 🙂
            Mir hat noch niemand geantwortet. Würdest du eure Mailkorrespondenz an mich weiterleiten? Ohne Rücksprache mit dir würde ich sie nicht weiter teilen. Meine Mailadresse ist rentonindiätweb.de

            Zum Mindestlohn: Vor dem allgemeinen Mindestlohn gab es bereits viele branchenbezogenge Mindestlöhne. Dies geschah, wenn ich mich recht entsinne, indem die Bundesregierung Mindestlöhne aus Tarifverträgen für allgemeinverbindlich erklärte. (Die SPD hatte sich längere Zeit gegen einen allgemeinen Mindestlohn gesperrt, weil sie das Thema über die Allgemeinverbindlichkeitserklärungen am Köcheln und so wahlkampftverwendbar halten wollte.)

          • @ Renton
            vorerst nicht. Auch wenn ich denke in dieser Studie ist vieles Falsch. Trotzdem brauch es Raum für nicht öffentliche Diskussion, Austausch und Kritik. Nur weil Email-Verkehr es leichter macht, lege ich persönlich den gleichen Umgang wie mit Briefen an den Tag. Eine weitergabe, wenn der Austausch abgeschlossen ist, sich keine Einsicht zeigt oder der Wille zur Korrektur, würde ich das noch einmal bewerten.
            Mit der Sammlung an Fehler und internen Widersprüchen wäre eine Neuveröffentlichung oder ein Rückzug aus wissenschaftlichem/akademischen Anstand geboten.

            Danke für den Hinweis der Mindestlöhne ich kannte nur den Pflegemindestlohn schon vorher der immer noch höher liegt. Aber ich habe nicht, dass Gefühl dass die Autorinnen diese meinen. Sonst müssten sie ja Mindestlöhne schreiben.

          • @Julius
            Kann ich verstehen. Briefe würde ich zwar jemandem zu lesen geben, aber nicht unbedingt kopieren. (Das ist bei Email leider unvermeidlich.) Mich interessiert halt bloß, wie die Autorinnen genau argumentieren. Mir antworten sie ja nicht. Hm… vielleicht haben sie zu viele Anfragen gekriegt. Wäre wohl besser gewesen, sie hätten sauber gearbeitet 🙂

  13. Fiamengo weist auf den Begleittext zu den Bildern hin, den sie in ihren Tweet aber nicht mitaufgenommen hat. Im Text zum rechten Bild wird wohl der Anteil von Frauen in Gesundheitsberufen angegeben, im Text zum linken Bild der Anteil der Männer bei Lkw-Fahrern hingegen NICHT.

  14. Wie mehrere andere Diskussionsteilnehmer hatte ich nach dem Hensel-Artikel die in der Abb. 4 der Studie aufgeführten Zahlen nachgerechnet und kam auf ca. 55% unter Berücksichtigung der Anteile der Berufsgruppen an der Gesamtzahl aller in den systemrelevanten Berufen arbeitenden Personen. Ich habe daraufhin die Verfasserinnen angeschrieben und bekam tatsächlich eine Antwort, die bestätigte, dass die 75%-Aussage auf den nicht gewichteten Zahlen beruht, also die Zahl der Beschäftigten innerhalb der untersuchten Branchen ignoriert. 75% von 1000 Beschäftigten wären hier also mehr als 60% von 1 Million. Wie genau die 75% errechnet wurden, habe ich zwar bislang rechnerisch noch nicht nachvollziehen können, es sind aber auf jeden Fall nicht 75% ALLER Beschäftigten in den entsprechenden Berufen.

    Die Formulierungen der Studie:

    „Die Betrachtung des Frauenanteils in den einzelnen Berufsgruppen zeigt deutlich, dass jene größtenteils unterdurchschnittlich bezahlten und angesehenen Aufgaben überwiegend von Frauen gestemmt werden.“

    und

    „Der Frauenanteil in den systemrelevanten Berufsgruppen insgesamt liegt bei knapp 75 Prozent“

    kann man mit sehr viel gutem Willen noch als „nur“ irreführend aber vielleicht faktisch noch korrekt ansehen (fast jeder wird sie als Aussage über den absoluten Anteil verstehen), dies aber:

    „Nicht nur sind also knapp drei Viertel der in systemrelevanten Berufen tätigen ArbeitnehmerInnen Frauen“

    ist nicht mehr tragbar. Wenn man sich dann noch vor Augen führt, dass Marcel Fratzscher, Chef des Institutes, das die Studie durchgeführt hat und dessen Artikel Hensel verlinkt, in diesem ebenfalls schreibt:

    „Das dritte Resultat der Studie ist, dass knapp 75 Prozent aller Beschäftigten in den systemrelevanten Berufen Frauen sind.“

    dann ist das eine völlig eindeutige Aussage, die nur durch peinlichstes Unwissen oder klare Lüge zu erklären ist.

    • Hi, kannst du nochmal nachschauen (vier Augen prinzip) ob im Artikel von Marcel Fratzscher irgendwo erwähnt wird, dass er Chef der DIW ist? Und nicht nur irgendwo auf der Autorenseite? Weil dieser eventuelle Interessenkonflikt wird nirgendwo angegeben oder ich hab es überlesen.

      • Also ich sehe nicht, dass das im Artikel erwähnt wird, aber ist wahrscheinlich das kleinere Problem, glaube auch nicht, dass es das erste Mal war, dass er seine eigenen Zahlen für die Kolumne verwurstet hat. Ich lese die Kolumne schon eine Weile und es sind halt wie bei den Feminismuskolumnen immer wieder dieselben Standardthemen, die er abspult (in 9 von 10 Artikeln steht, wie schlimm das Ehegattensplitting ist). Wie gesagt, ich würde den Interessenskonflikt da im Vergleich zur definitiv inkorrekten Aussage über die 75% für nachgeordnet halten.
        Ich möchte jetzt auch keinen privaten mailverkehr veröffentlichen, mein Eindruck war, dass die Studie, aus welchen Gründen auch immer, recht schnell unter Coronazuständen zusammengeklöppelt wurde und evtl. auch nicht alle damit glücklich sind. Auf der anderen Seite hat sich bisher aber auch niemand dagegen gewehrt, dass diese 75% ausschließlich in irreführender oder gar klar falscher Weise zitiert werden.

  15. Auf der DIW-Seite zur Studie wurde die Zahl jetzt korrigiert, mit folgendem Hinweis:

    „Wegen eines Gewichtungsfehlers wurde die Abbildung 4 und der entsprechende Text dazu geändert: Der durchschnittliche Frauenanteil aller systemrelevanten Berufsgruppen liegt (Stand: 19. März 2020) nicht bei 75 Prozent, sondern bei knapp 60 Prozent. Für die einzelnen Berufsgruppen ändert dies nichts, da hier die Gewichtungen keine Bedeutung haben.“

  16. Pingback: Ein neuer Hashtag wird durchs Dorf getrieben: #Stattblumen | Alles Evolution

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