„Gleichberechtigung: Die Krise der Männer“ von Jana Hensel

Der Zeitartikel „Gleichberechtigung: Die Krise der Männer“ von Jana Hensel wurde recht häufig von verschiedenen Personen aufgegriffen, so dass er sich für eine Besprechung anbietet:

Ganz am Anfang der Corona-Krise, da waren die Schulen und Kindergärten noch geöffnet, habe ich auf Twitter aus nichts als einer Laune heraus gefragt, ob es unter den Virologen in Deutschland eigentlich auch Frauen gäbe, und erntete das, was man einen veritablen Shitstorm nennt.

Die allermeisten fanden, ich fasse das jetzt einmal so freundlich wie möglich zusammen, dass es nun doch wirklich der falscheste Zeitpunkt für solcherart „Gedöns“-Fragen sei. Hätte ich denn nicht begriffen, wie ernst die Lage sei? Dass es doch völlig nebensächlich sei, ob Männer oder Frauen oder Männer und Frauen mit Migrationsgeschichte uns retteten? Denn ja, im Moment ginge es um nichts anderes als unser Überleben.

Aus der Sicht von jemanden, der einer Identitätspolitik anhängt kann es natürlich nicht egal sein, wer etwas sagt bzw welche Gruppe die Gelegenheit gegeben wird etwas über einen Vertreter zu sagen. Denn alles ist im intersektionalen Feminismus ja nur aus der Sicht dieser Gruppen zu bewerten, es steht damit ein Machtkampf dahinter: Wenn der Experte männlich ist, dann bedeutet es, dass er weibliche Interessen in der Gesellschaft nicht vertreten kann und das Männer als kompetent dargestellt werden und als die, die in einer solchen Krise zu befragen sind und auf deren Meinung es ankommt.

Die „normale“ Ansicht innerhalb der Bevölkerung, die auch zu dem Shitstorm geführt haben dürfte, wäre wohl eher, dass man ein Problem lösen muss und dazu jemanden suchen muss, der auf dem Gebiet klasse ist und eine Lösung bieten bzw das Problem aus seiner Fachsicht erklären kann. Wer es ist ist dabei nicht so wichtig, solange er es gut erklären kann, er erkennbar qualifiziert ist und er (aus Sicht der Medienschaffenden) auch bereit ist vor eine Kamera zu treten und dort nach Möglichkeit gut anzukommen.

Für die Medien dürfte es auch interessant sein, da nicht jedesmal einen neuen Experten vorzustellen, sondern nach Möglichkeit einen Experten zu etablieren, der sowohl fachlich als gut anerkannt wird als auch als vertrauensvoll angesehen wird. Denn der Aufbau eines Experten macht dessen Aussage für die Leute interessanter und wichtiger.

Die Expertendämmerung

Meine Frage auf Twitter hatte also, ohne dass ich es ahnen konnte, in eine Art Wespennest gestochen. Zu diesem Zeitpunkt, ich erinnere noch einmal daran, war das Land ganz versessen auf Christian Drosten und seinen täglichen Podcast. Man soll mich nicht falsch verstehen, ich habe überhaupt nichts gegen Christian Drosten, aber der Virologe war, ohne es zu wollen, so etwas wie die Vorhut einer männlichen Expertendämmerung.

Interessant, dass sie sich auch nicht traut etwas gegen Drosten zu sagen. Noch nicht einmal ein Mansplaining Vorwurf oder etwas in dieser Art.

Er war nur eben die Vorhut der anderen Männer.

Seither hören wir wie gebannt all den männlichen Wissenschaftlern und ihren Zahlenanalysen zu. Wir schauen den männlichen Politikern bei uns und im Ausland zu, wie sie die Pandemie zu lösen und sich wie nebenbei zu profilieren versuchen. Und wenn uns das noch nicht reicht, können wir auch noch stapelweise Interviews und Texte von männlichen Soziologen, Philosophen, Ökonomen, Unternehmern, Schriftstellern und Therapeuten lesen, die uns erzählen, wie sie durch die Krise kommen oder auf welche Art wir anderen es versuchen sollten.

Liegt ja schon meist daran, dass sie eben bereit sind sich vor die Kamera zu stellen, sie die Texte schreiben, sie die Zusatzzeit investieren etwas zu dem Inhalt zu produzieren.

Wären da nicht Angela Merkel, Juli Zeh und die Infektiologin Marylyn Addo, man könnte den Eindruck gewinnen, unser Land bestünde ausschließlich aus Männern. Aber, halt! Das ist ja auch so, unser Land besteht in den Chefetagen noch immer größtenteils aus Männern, und wer in all den feministischen Debatten der vergangenen Jahre eventuell den Eindruck bekommen hatte, daran hätte sich irgendetwas geändert, der wird nun mit den kalten Tatsachen konfrontiert. All die Chefs wissenschaftlicher, medizinischer oder virologischer Institute sind größtenteils Männer, die meisten Chefärzte von Kliniken und Pflegeeinrichtungen sind ebenso Männer wie der übergroße Teil der Ökonomen und Politiker. All das ist bekannt. Man weiß das aus allen möglichen statistischen Erhebungen und Faktenanalysen. Nun, in der Krise, wird es uns noch einmal anschaulich und sichtbar vor Augen geführt.

Das ist erst einmal richtig. Aber wie so häufig erklärt es diese Grafiken hier eigentlich ganz gut:

Männer wollen eher einen Job mit einem hohen Lohn, mit Prestige, mit einer Herausforderung, Frauen wollen weitaus eher einen Job, der eine nicht zu hohe Arbeitsstundenzahl erfordert.

Letzteres macht auch die weitere Grafik deutlich:

Arbeitsstunden Bereitschaft idealer Job

Arbeitsstunden Bereitschaft idealer Job

Rechnet man dann noch die Frauen ab, die lange Zeit wegen Kindererziehung ausgesetzt haben und danach auch nur einen Teilzeitjob wollen, dann wird erst recht deutlich, dass es wenig erstaunlich ist, dass weitaus mehr Männer nach oben kommen als Frauen.

Aber das Führungspositionen nicht nur per Geschlecht vergeben werden, sondern eher ein Geschlecht überrepräsentiert ist, weil in diesem eben ein Verhalten vorherrscht, welches einen eher nach oben kommen lässt, ist ein Gedankengang, der einer Feministin wohl als unvorstellbar erscheinen muss.

Markus Söder, Jens Spahn, Olaf Scholz, Armin Laschet, Lothar Wieler, Alexander Kekulé, Hendrik Streeck, Jonas Schmidt-Chanasit, Clemens Fuest und andere, sie alle zusammen bilden das Gesicht dieser Krise. Natürlich haben sie gewiss auch Mitarbeiterinnen und Kolleginnen, aber als sprechfähig betrachtet werden die Männer. Und in den Talkshows werden sie allenfalls flankiert von meist weiblichen Pflegerinnen, Krankenschwestern, Kita-Erzieherinnen, Jugendamtsmitarbeiterinnen, Friseurinnen und Supermarktkassiererinnen, die dann auch mal kurz berichten dürfen, wie es draußen im Land wirklich ausschaut.

Verdammt, der Gesundheitsminister meldet sich zu Maßnahmen bezüglich eines Viruses, wer hätte es gedacht. Und der Ministerpräsident des bevölkerungsreichsten Bundeslandes (Laschet), dazu noch mit einem recht zurückhaltenden Ansatz, der insoweit umstritten ist, ist auch in der Presse. Unglaublich.

Wollte zB  Manuela Schwesig denn in die Talkshows und über die Krise reden? Gibt es entsprechend renomierte weibliche Forscher, die in die Talkshows wollen?

Aber natürlich waren auch weitere Frauen in den Talkshows, etwa Prof. Melanie Brinkmann bei Lanz, weitere Namen in der Presse wären etwa Ulrike Protzer oder Prof. Dr. Karin Mölling.

„Das Virus macht die Gesellschaft wieder viril, männlich“, schrieb die Journalistin Heide Oestreich kürzlich in einer Kolumne. Ich würde ja eher sagen, das Virus zeigt unsere Gesellschaft wieder so viril, wie sie eigentlich ist. Nun jedoch offen, hemdsärmelig und breitbeinig, ohne schlechtes Gewissen und ohne verschämte Gesten.

Wie sagte Markus Söder kürzlich in einem Spiegel-Interview: „In der Krise wird oft nach dem Vater gefragt.“ Obwohl, um einmal im Bild der Familie zu bleiben, von den 1,6 Millionen Alleinerziehenden in Deutschland 1,44 Millionen Frauen sind und ungefähr die Hälfte der Väter keinen Unterhalt zahlen.

Billige Stimmungsmache gegen Väter, die vollkommen unberechtigt ist.

Und wenn Söder anführt, dass in der Krise nach einem Vater gefragt wird, also jemand, der fürsorglich aber bestimmt die Verantwortung und Führung übernimmt, dann hätte er, weil er ja sich selbst meint, wohl kaum anführen können, dass nach einer Mutter gefragt wird.
Aber natürlich hätten Schwesig oder Merkel (eh die Mutter der Nation) ein ähnliches Bild aufgreifen können, wenn sie wollten, es sagt ansonsten wenig aus.

 

Und wie forderte die Werteunion, der sehr konservative Flügel der CDU, auf Twitter: „Diese schlimme Zeit macht jetzt hoffentlich auch dem Letzten klar, dass Professoren für Medizin, Chemie und Biologie unendlich viel wichtiger sind als solche für ‚Gender Studies‘.“

Die Autorin  studierte Romanistik und Neuere Deutsche Literatur. Vielleicht führt sie sich da mit angesprochen. Ich meine sie hätte sich noch nicht einmal als besonders intersektional hervorgehoben, aber ein Angriff auf die Gender Studies steht ja auch immer stellvertretend für einen Angriff gegen den Feminismus.

Obwohl der Anteil von Frauen in den sogenannten systemrelevanten Jobs bei 75 Prozent liegt. Und es gerade solche Wissenschaftlerinnen sind, die sich unter anderem mit der schlechten Bezahlung von Frauen in Pflegeberufen, sogenannter Care-Workerinnen, beschäftigen.

Tatsächlich sind viele dieser Frauen-Jobs auch nicht schlechter bezahlt als andere durchaus wichtige Männerjobs. Und es war ja hier schon häufig Thema, aber die Systemrelevanz bestimmter Berufe ist keineswegs abschließend dafür, dass das System nur diese nicht entbehren kann. Natürlich braucht man weiterhin Techniker, die den Laden am laufen halten etc.

Trotz des sich hartnäckig haltenden Klischees, wonach Feminismus eine Angelegenheit von Besserverdienenden sei, waren es immer wieder Feministinnen, die auf solche sozialen Missstände aufmerksam gemacht und dagegen gekämpft haben. Wo bleibt eigentlich deren Expertise in diesen Wochen?

Da ist wenig Expertise, mit der man wirklich etwas anfangen kann. Es ist überwiegend lediglich die simple Aussage, dass Frauen natürlich besser zu bezahlen sind. Tiefgreifende Analysen kann man da nicht erwarten, wirklich effektive Maßnahmen neben „bekämpft das nebulöse Patriarchat“ und „die toxische Männlichkeit ist schuld“ kommt da nicht.
Will man einen wirklichen Arbeitsmarktexperten oder jemanden, der sich mit Arbeitskampf auskennt dann bringt einem eine Feministin nichts.

Blick in viele kleine Maschinenräume unseres Landes

Solche Wortmeldungen sind nichts anderes als Versuche, traditionelle Rollenvorstellungen wieder wie die natürlichste Sache der Welt aussehen zu lassen und emanzipative und progressive Bewegungen und Diskurse als eine Art Luxusprobleme darzustellen. Krisen erleichtern solche Argumentationen. Krisen lassen solche reaktionären Forderungen als irgendwie logisch und plausibel erscheinen. Und so können Krisen, dafür gibt es genügend historische Beispiele, immer auch genutzt werden, um einen Backlash einzuleiten.

Ja, bei all dem geht es nur darum, dass das Patriarchat seine Macht ausbauen will. Was für ein einfaches Weltbild und eigentlich ein recht guter Beleg dafür, dass es eben schlicht nichts bringt Feministinnen zu irgendwelchen Problemen zu befragen: Es kommt einfach nichts wirklich intelligentes.

Man könnte hier anführen, dass Männer der Krankenschwestern, die evtl freigestellt sind, gerade mehr Kinder betreuen, dass genug Männer sich aufopfern und sich keineswegs toxisch verhalten, dass alle in der Krise zusammen halten müssen und das sich in vielen Fällen eben gerade Männer und Frauen als Team bewehren.

Aber da ist kein frauenbezogenes Opfernarrativ vorhanden, also warum sollte darüber von einer Feministin etwas gesagt werden?

Nicht zuletzt in den Nachkriegsjahren der alten Bundesrepublik gelang es gerade wegen des einsetzenden Wirtschaftswunders, Frauen in die Rolle der Mütter und Hausfrauen zurückzudrängen. Daraus entstand später der Feminismus der Neuen Sozialen Bewegungen. Nach der Wiedervereinigung, auf dem Höhepunkt der Massenarbeitslosigkeit in Ostdeutschland, waren es die Frauen, die meist als erste ihre Jobs verloren. Man setzte darauf, dass die Männer als traditionelle Ernährer sich wieder allein um die Familien kümmern würden. Das gelang zum Glück nicht, die Frauen wehrten sich dagegen.

„Man“. Die unbestimmte leitende Instanz. Das Patriarchat im Endeffekt. Gegenübergestellt werden „die Frauen“. Der klassische feministische Kampf. Ob tatsächlich auch Frauen froh waren, dass ihr Mann genug verdiente und sie nicht jeden Job annehmen mussten, weil es ihre Rolle weniger verlangte oder sie sich eher „in den Westen machten“ um sich dort einen zahlungskräftigeren Mann zu suchen kommt da auch nicht vor. Wie auch, das es etwas anderes sein kann als ein Kampf von Männern gegen Frauen um Macht ist unmöglich.

Aber das ist das eine. Das ist die öffentliche und sichtbare Seite der sich momentan wieder so viril zeigenden Gesellschaft. Dann gibt es noch eine andere, bisher eher unsichtbare Seite, die sich nun jedoch in all den Bildern aus den Homeoffices, die man in den sozialen Netzwerken sehen kann, offenbart.

Im Moment lassen uns viele ja in ihre privaten Wohnungen, auf ihre Schreibtische und Balkone sehen. Das lässt sich nicht statistisch erfassen, aber nach meinem Gefühl sind auf den allermeisten Bildern von sogenannten Telefonkonferenzen mehr Männer als Frauen zu sehen.

„Das lässt sich nicht statistisch erfassen aber nach meinem Gefühl“ ist schon mal ein guter Anfang.
Aber selbst wenn es stimmt: Was wäre daran ungewöhnlich? Männer arbeiten eher in der freien Wirtschaft, Frauen eher im öffentlichen Dienst. In der freien Wirtschaft braucht es auch eher Konferenzen. Und sie werden auch eher die Ausrüstung dafür zur Verfügung stellen um so etwas einzurichten. Aber nein, bei ihr ist es schlicht das Geltungsbewußtsein der Männer oder was auch immer.

Auch sie zeigen nicht mehr als die Realität in vielen Büros und Institutionen, wo Frauen oft die Minderheit darstellen. Normalerweise sieht man das nicht, normalerweise schaut man nicht in so viele verschiedene Unternehmen und Institutionen hinein, nun aber wird auch dieses Phänomen öfter als sonst und meist wahrscheinlich eher unfreiwillig, wie ein unerwünschter Nebeneffekt, sichtbar gemacht. Diese Krise, sie ist auch ein Blick in all die vielen kleinen Maschinenräume unseres Landes.

Dieser gefühlte Blick offenbart ihr also erst einmal, dass Männer eher in Unternehmen arbeiten. Warum, da braucht man keine tiefere Analyse zu. Es ist eben das Patriarchat, welches nun endlich seine Fratze ganz deutlich zeigt!

Dabei können wir auch sehen, welche Bücher zum Beispiel auf den Schreibtischen der Politiker liegen. Christian Lindner, Friedrich Merz und Lars Klingbeil lesen demnach wie in einer großen großen Koalition Das Ende der Illusionen des Soziologen Andreas Reckwitz. Dietmar Bartsch von der Linkspartei liest Ulf Poschardts Unmündig und Robert Habeck liest gleichzeitig Albert Camus‘ Die Pest, Rainer Forsts Normativität und Macht und Hans Roslings Factfulness.

Wahrscheinlich ist es kein Zufall ist, dass alle diese Männer Bücher männlicher Autoren lesen.

Es könnte daran liegen, dass Sachbücher weitaus häufiger von Männern geschrieben werden und Männer insgesamt auch eher Autoren sind.

Natürlich sollten sie aber eigentlich alle mal endlich ein paar Feministinnen lesen. Gut, Robert Habeck hätte da nach der grünen Quote zumindest eine Autorin aufnehmen sollen, das ist wirklich anzuprangern.

Eher ist das ein privates Spiegelbild der vorhin beschriebenen Phänomene. Man nennt das übrigens Homosozialität und es bedeutet, dass sich Menschen am liebsten mit Menschen umgeben, die ihnen ähnlich sind. Frauen tun das genauso wie Männer, aber Männer sind eben viel öfter in einflussreichen Positionen. Und all diese einflussreichen Männer suchen in der momentanen Krise offenbar ausschließlich den Rat anderer Männer. Es scheint wie ein Teufelskreis, es ist eigentlich ziemlich ernüchternd. 

Nett auf nur dieses eine Kriterium heruntergebrochen. Qualität spielt keine Rolle und viel wichtiger bei einem Buch, welches auf dem Schreibtisch eines Politikers liegt: Verwertbarkeit des Titels dafür, dass man sich über für seine Rolle wichtige Probleme Gedanken macht spielt auch keine Rolle.

Parallel dazu muss ich an die Mütter denken, die im Moment mit den Kindern zu Hause sind. Auch dafür habe ich keine Zahlen, sondern muss mich auf die Beobachtungen in meinem Umfeld stützen. In eigentlich allen Familien, die ich kenne, gehen nämlich die Männer dennoch ins Büro und lösen die Frauen allenfalls in den späten Nachmittagsstunden mit der Kinderbetreuung ab. Es ist exakt eine Familie, die mir einfällt, in der diese Arbeit tatsächlich paritätisch geteilt wird.

„Auch dafür habe ich keine Zahlen“. Herrlich.

Und warum sollte auch die Arbeit in der Krise paritätisch geteilt sein, wenn der Großteil der Frauen in Teilzeit arbeitet und auch in Teilzeit arbeiten will während sie gleichzeitig Männer attraktiver finden, die gutes Geld verdienen? Es muss dieses verdammte Patriarchat sein.

Schon als klar war, dass Homeschooling und Homeoffice drohten, war zu befürchten, dass es in den Familien nun schnell zurück in alte Rollenmodelle ging – falls die jemals wirklich aufgehoben waren. Frauen in den sozialen Netzwerken berichteten immer wieder, wie sie das nun regeln, wie es manche auch überforderte. Lag das daran, dass Frauen sich mehr mit solchen Fragen beschäftigen?

Diese verdammten alten Rollen, was fällt den Leuten nur ein? Die sollten Verboten werden, vor der Krise war das alles anders. Und natürlich ist es durchaus fordernd mit kleineren Kindern zuhause zu sein. Wir erleben es gerade selbst, eine 1,5jährige zu beschäftigen wenn alles zu hat ist schon mitunter nicht einfach.

Aber es ist ja auch nicht so, dass das unlösbare Probleme sind oder es nicht durchaus auch ganz nett sein kann und das Büros in Coronazeiten ein Ort ewigen Frohlockens sind.

Vielleicht liegt es auch einfach daran, dass Frauen diese Aufgaben schon vorher angefordert haben, ausüben wollten, es gar nicht einsehen, dass sie „9 Monate Schwanger waren und dann nichts von dem Kind haben“ und Halbtagsarbeit einfacher ausfallen kann bzw eher mit Kinderbetreuung verbunden werden kann als ein Vollzeitjob.

Von den Alleinerziehenden einmal abgesehen, sie trifft natürlich auch jetzt das härteste Los.

Sowieso immer. Aber auch das ist natürlich eine starke Verallgemeinerung. Eine Alleinerziehende muss es durchaus nicht schlecht haben mit etwas älteren Kindern und zuhause. Und vielleicht sogar mit Unterstützung des neuen Partners, der Eltern etc. Und sie kann – auch das war ja in der Krise Thema – durchaus auch den Vater ausschließen, ihm mehr Umgang verweigern, meinen, dass Umgang ausfällt und alles daran setzen, dass er das Kind weniger sieht. (nicht generell, genug werden auch dort zusammenarbeiten, aber das plumpe Bild der Alleinerziehenden, die absolut hilflos ist, während der Vater Geld scheffelt, froh, dass er die Kinder nicht am Hals hat, ist ja nun wirklich etwas stark vereinfacht.

Trotz allem glaube ich nicht, dass die Corona-Krise das Land in einen Backlash stürzen wird. Dafür wird sie trotz all der Einschränkungen nicht lang genug anhalten. Auch wenn freilich noch niemand sagen kann, wie lange sie dauern wird. Aber die Corona-Krise hat uns, als ein unbeabsichtigter Nebeneffekt freilich, gezeigt, wie sehr das Land noch immer von Männern dominiert wird, welche Nebenrollen Frauen in vielen Bereichen noch immer spielen. Oder dass sie dort, wo sie die Hauptlast einer solchen Krise tragen, erschreckend unterbezahlt sind.

Auch interessant, dass sie das in dem Artikel gar nicht wirklich herausarbeitet, mit einem umfassenden Vergleich des Gehalts von Männern und Frauen in entsprehenden Berufen, sondern einfach mal so feststellt, weil es ja gar nicht anders sein kann.

Und das eine Dominanz ausgemacht wird ohne je nach Gründen zu fragen.

In Wahrheit zeigt uns ausgerechnet Corona, wie unglaublich viel noch zu tun ist, wenn wir wollen, dass es in Deutschland für Männer und Frauen wirklich so etwas wie Gleichberechtigung gibt.   

Dazu noch die Annahme, dass Frauen an vielen Bereichen wirklich etwas ändern wollen und es nur die Männer sind, die sie zurückhalten. Und die übliche Verwechselung von Gleichberechtigung mit Gleichstellung.

111 Gedanken zu “„Gleichberechtigung: Die Krise der Männer“ von Jana Hensel

  1. Eine frohe Nachricht zuerst: „Auch „Die Zeit“ /Anm.: wie die SZ) wird für drei Monate Kurzarbeit einführen. Dies bestätigte eine Sprecherin gegenüber dem Medienmagazin „Horizont“. Die Kurzarbeit gelte dort ebenfalls für die Print-Redaktion, hieß es.“ https://www.spiegel.de/kultur/corona-krise-kurzarbeit-fuer-sueddeutsche-und-zeit-a-86b23524-9818-4939-8e06-2694c34c84dc

    Nun kann Jana Hensel endlich ein wenig kürzer treten, denn wenn sie und ihre Kollegen eins nicht sind, dann „systemrelevant“. 🙂

    Ich glaube, der Weg in den Abgrund begann mit der feministischen Forderung, Frauen müssten „die in der patriarchalischen Gesellschaft unterdrückten und unterbewerteten Aspekte der Weiblichkeit (Körper, Natur, Gefühl) bewußt aufgreifen und ausbauen und vor der Ausbeutung durch das männliche Prinzip (Intellekt, Technik, Sachlichkeit) schützen.“ (Frauenlexikon, 1983)

    Jana Hensel ist kein Individuum, sondern ein Symptom.
    Natürlich sind die 75% Frauenanteil in den „systemrelevanten“ Berufen falsch, ebenso, dass diese dort unterbezahlt sind, Väter prellen nicht zur Hälfte den Unterhalt, usw. usf.
    Wir können nun mit Arnes „Lexikon der feministischen Irrtümer“ und Gunnars „Schwarzbuch“ daher gehen, jede einzelne Aussage zu zerpflücken.
    Der Artikel besteht aus Verzerrungen, Halbwahrheiten, offenen Lügen, Unterstellungen, Denunziationen und Christian hat ja ganze Arbeit geleistet, die Fakten richtig zu stellen und einzuordnen.

    Ich fürchte, Jana Hensels Problem ist auch der Pressekodex:
    „1. Wahrhaftigkeit und Achtung der Menschenwürde
    Die Achtung vor der Wahrheit, die Wahrung der Menschenwürde und die wahrhaftige Unterrichtung der Öffentlichkeit sind oberste Gebote der Presse. Jede in der Presse tätige Person wahrt auf dieser Grundlage das Ansehen und die Glaubwürdigkeit der Medien.“

    Für sie – und alle anderen Feministinnen in den Medien – ist das m.E. einfach nur ein „männliches Prinzip“, an das sie sich daher nicht gebunden fühlen.
    „Achtung vor der Wahrheit“ ist etwas, dass alte weiße Männer erfunden haben – sehr wahrscheinlich, um Jana „gefühlte Wahrheit“ Hensel zu unterdrücken und zum Schweigen zu bringen.

    • Eine frohe Nachricht zuerst: „Auch „Die Zeit“ /Anm.: wie die SZ) wird für drei Monate Kurzarbeit einführen.

      Und wer verteidigt dann die Demokratie? Wer erklärt uns, was Nazi ist und was nicht? Wer sagt uns, was wie wann gesagt werden darf und wo die grenzen des Sagbaren liegen? Wer informiert uns dann über die besonders betroffenen Frauen und erklärt uns, was sie besonders betrifft? Wer berechnet jetzt den Gender Pay Gap?

      Nicht systemrelevant??! Du hast vielleicht Nerven!!

      • „Wer informiert uns dann über die besonders betroffenen Frauen und erklärt uns, was sie besonders betrifft?“

        Ohne die unermüdlichen und unerschrockenen Vorkämpferinnen für die Frauenbevorzugung wüssten wir vielleicht gar nicht, dass Frauen angesichts der Todesraten durch die Krankheit, durch das Corona-Virus besonders betroffen sind.
        Eines kann man den Gendas wirklich nicht nachsagen – Phantasielosigkeit.
        Keiner anderen Philosophie gelingt es so regelmäßig und zuverlässig, ein persönliches Privileg in eine schreiend ungerechte Benachteiligung umzudeuten.

      • Ich vermute mal, dass wir daher bald eine Demokratieabgabe gemäß dem „Gute Medien Gesetz“ bekommen werden.
        Wie die Gelder verteilt werden entscheidet eine unabhängige Kommission besetzt mit Friede Springer, Liz Mohn etc..

    • Eine frohe Nachricht zuerst: „Auch „Die Zeit“ /Anm.: wie die SZ) wird für drei Monate Kurzarbeit einführen.

      Entschuldige, dass ich da etwas Wasser in Deinen Wein kippen muss: Die Einführung von Kurzarbeit wird vermutlich deshalb vorgenommen, um die eigenen Kosten auf die Allgemeinheit umzulegen. Arbeiten (im Sinne von „Ihre Sicht der Dinge in die Welt posaunen“) werden die Damen (und Herren) vermutlich trotzdem.

      Mit anderen Worten: Die Ideologie stirbt nicht, sie sammelt nur Brennholz um ihre üblichen Verdächtigen braten zu können. Und das tolle in der genannten Situation ist: Die üblichen Verdächtigen bezahlen sie auch noch dafür.

    • Aha, liest wohl keiner mehr SZ und ZEIT – die Zwangs-Online-Werbung wird anscheinend so selten aufgerufen, dass die Verlage sich Kohle vom Staat für ihre Redakteurinnen holen. Komisch, ich dachte, jetzt ist die Zeit des Digitalen.

      Da hilft auch Jana Hensel nicht. Weil die hat nicht Virologin oder was anderes Anstänidiges gelernt. Die nörgelt hauptberuflich rum. Kurzarbeit ist da eigentlich viel zu lang.

  2. Dieser Artikel von Frau Hensel war unsäglich und beispielhaft dafür, wie die feministische Kohorte in den Medien versucht, den Diskurs zu steuern.

    Dass dabei vorsichtshalber der Kommentar erreicht gleich abgeschaltet wird, um die üblicherweise abweichende Meinung der Leserschaft gar nicht erst darzustellen, ist ebenso bezeichnend.

    Mich erinnert das Agieren immer an Präsident Bush, den Jüngeren. Man braucht keine Fakten, das eigene Bauchgefühl reicht aus. In Abwandlung eines Stephen Colbert Zitats:
    Fakten unterliegen einer wohlbekannten maskulistischen Verzerrung.

  3. „Die Autorin studierte Romanistik und Neuere Deutsche Literatur.“
    Wieder mal ein gutes Beispiel Geistes“wissenschaften“ von öffentlich geförderten Universitäten zu verbannen. Wer das wirklich „studieren“ will, soll das auf eigene Kosten an einer Privaten Uni machen. Gesellschaftlich vollkommen nutzlose Studiengänge die nur dafür da sind, damit der Absolvent sagen kann, dass er oder sie studiert hat.

    • „Wieder mal ein gutes Beispiel Geistes“wissenschaften“ von öffentlich geförderten Universitäten zu verbannen.“

      Bildung zu privatisieren, ist immer die schlechtere Wahl.
      Besser wäre hier die Einführung einer Geschlechter-Quote. Das wäre das, was die Gendas wollen und würde mancher von ihnen den Weg in eine nutzlose Kolumnisten-Rolle versperren.

      • „Bildung zu privatisieren, ist immer die schlechtere Wahl.“

        Warum?

        Inwiefern ist Privatisierung NOCH schlechter als ein System ohne nennenswerten oder sinnvollen Selektionsdruck?

        • „Inwiefern ist Privatisierung NOCH schlechter als ein System ohne nennenswerten oder sinnvollen Selektionsdruck?“

          Möchtest Du in einem Land leben, in dem ein Unternehmer entscheidet, was Du lernst?

          Mich nervt weit mehr der Konformismus, die freiwillige Selbstbeschränkung öffentlicher Bildungseinrichtungen, als die – oft eh nicht bewertbare – Qualität ihrer Angebote.

          • Möchtest Du in einem Land leben, in dem ein Unternehmer entscheidet, was Du lernst?

            Naja, diese Sicht auf die Dinge ist eine Seite. Die andere ist: Wenn ein Kunde 20TEUR im Semester für die Ausbildung berappt, dann wird er sehr selbstbewusst Forderung stellen, wenn es nicht nach seinen Vorstellungen läuft und der Unternehmer wird sich verdammt ins Zeug legen, diese Forderungen zu erfüllen.

            Ich halte Kultur für einen wichtigen Kern, um das menschliche Zusammenleben zu erhalten. Aber Gender Studies scheinen mir eher eine zersetzende, denn eine leistungssteigernde Wirkung auf die Wissenschaft und die Kultur zu haben.

          • „Wenn ein Kunde 20TEUR im Semester für die Ausbildung berappt, dann wird er sehr selbstbewusst Forderung stellen, wenn es nicht nach seinen Vorstellungen läuft und der Unternehmer wird sich verdammt ins Zeug legen, diese Forderungen zu erfüllen.“

            Es dürfte eher wahrscheinlich sein, dass Kunde und Betreiber der Lehranstalt eh aus demselben Stall kommen und sich im Lehrinhalt einig sind.
            Ich dagegen, Kind eines Arbeiterhaushalts, hätte in so einer Gesellschaft nie auch nur die Chance gehabt, eine höhere Bildung zu erhalten.
            Ich habe also vielleicht einen anderen Blick auf die Möglichkeiten einer öffentlichen Bildung – trotz ihrer offensichtlichen Mängel – als einige andere hier Postende.

          • „Möchtest Du in einem Land leben, in dem ein Unternehmer entscheidet, was Du lernst?“

            Wenn der Unternehmer ein Monopol hat: nein.
            Wenn es einen funktionierenden Markt gibt: ja, warum nicht?

            Noch lieber wäre mir ein Land, in dem natürliche HIerarchien nicht verteufelt werden, so dass besonders kluge oder leistungsfähige Menschen mehr gepriesen werden als Menschen, die besonders gut tugendhaft tun können.

            In einem Land, in dem virtue signalling alles und Tüchtigkeit nichts wert scheint, möchte ich nämlich auch nicht leben.

          • @carnofis
            „Ich dagegen, Kind eines Arbeiterhaushalts, hätte in so einer Gesellschaft nie auch nur die Chance gehabt, eine höhere Bildung zu erhalten.“

            Die Kinder aus Arbeiterfamilien zahlen ihre Lehre und den Meister in systemrelevanten Berufe alle selbst. Gleichzeitig dürfen sie und ihre Eltern, den Kindern reicher Eltern das kostenlose Studium der Sozialwissenschaften bezahlen.

          • „In einem Land, in dem virtue signalling alles und Tüchtigkeit nichts wert scheint, möchte ich nämlich auch nicht leben.“

            Dann kämpf doch lieber für ein Land, in dem Gerechtigkeit für alle herrscht, als sie komplett abzuschaffen, weil sie wenige bevorzugt.
            Ist es nicht sinnvoller, dafür zu kämpfen, dass es allen besser geht, als dafür, dass es auch denen schlechter geht, die derzeit aus dem existierenden System Blut saugen?

          • „Dann kämpf doch lieber für ein Land, in dem Gerechtigkeit für alle herrscht,“

            Gerechtigkeit ist subjektiv.

          • Ich dagegen, Kind eines Arbeiterhaushalts, hätte in so einer Gesellschaft nie auch nur die Chance gehabt, eine höhere Bildung zu erhalten.

            Ich verstehe, was Du meinst. Meine Perspektive war lange Zeit die gleiche. (Quasi, die Perspektive der klassischen SPD.) Ich bin auch nicht für eine komplette Privatisierung des Bildungssektors. Es gibt aber ein paar Mechanismen, die in dieser Perspektive schlechter funktionieren, als in der anderen, das ist mir erst allmählich klar geworden. Deshalb lohnt sich mAn immer eine Abwägung.

            Btw: In einem Artikel habe ich einmal schön dargestellt gesehen, wie Gruppen-Unterschiede den Kontext einer Aussage bestimmen und so dieselbe Aussage zu völlig anderen Interpretationen führen kann:

            A1: „Ich hasse Opern.“
            A2: „Ich hasse Opern.“

            Ist A1 ein großbürgerlicher Sproß und A2 ein Arbeiterkind, dann wird die Aussage von A1 in großbürgerlichen Kreisen als „Ich habe mir als Kind daueren Opern anhören müssen und kann diesen schwülstigen Kram nicht leiden.“ interpretiert, die von A2 aber als „Ich habe keine Ahnung von Opern und auch sonst bin ich Banause.“

            Die Fähigkeit zur Wahrnehmung der Gestaltungsfreiheit als Kunde kann durchaus gruppenbezogen sein. Das lässt sich auch nie ganz wegadminstrieren. Und es ist auch niemand davor gefeit. Gerade die Kinder der Bildungsaufsteiger der 70iger Jahre sind heute diejenigen, die sich mit ihrem „Genderdiskurs“ ganz bewusst und konsequent von anderen Gruppen („Pöbel“) abgrenzen.

          • „Es gibt aber ein paar Mechanismen, die in dieser Perspektive schlechter funktionieren, als in der anderen, das ist mir erst allmählich klar geworden. Deshalb lohnt sich mAn immer eine Abwägung.“

            Da gehen wir vollkommen konform. Aber einen Gestaltungsspielraum haben wir in der Bildung nur, wenn sie ein öffentliches Gut bleibt.

            „Die Fähigkeit zur Wahrnehmung der Gestaltungsfreiheit als Kunde kann durchaus gruppenbezogen sein. Das lässt sich auch nie ganz wegadminstrieren. Und es ist auch niemand davor gefeit. Gerade die Kinder der Bildungsaufsteiger der 70iger Jahre sind heute diejenigen, die sich mit ihrem „Genderdiskurs“ ganz bewusst und konsequent von anderen Gruppen („Pöbel“) abgrenzen.“

            Hier bin ich mir dagegen nicht so sicher. Zweifellos werden sich einige dieser Kinder auch in den Genderdiskursen finden, aber das Privileg, nutzlose Fächer zu studieren, ist ein charakteristisches Kennzeichen der klassischen Bildungselite, die sich selbst fälschlicherweise eher im Jetset verortet, denn beim Pöbel. Wer Sozialwissenschaften und/oder Gender-Gedöns studiert, hat bewusst nicht vor, sich mit eigener Hände Arbeit zu ernähren. Wer dagegen aus der Gosse kommt, der wird ein solches Risiko nicht eingehen.
            Es sei denn, er ist eine Frau, die auch in den unteren Schichten gelernt hat, dass Frauen nicht arbeiten müssen, um gut leben zu können.

            Wäre mal interessant, die Vitae der berühmt-berüchtigsten Gendas auf ihren sozialen Hintergrund hin zu beleuchten.

          • „Dann kämpf doch lieber für ein Land, in dem Gerechtigkeit für alle herrscht,“

            Das ist erst mal eine hohle Phrase.

            Was bedeutet es denn, dass „Gerechtigkeit für alle“ herrscht?

            Jeder kann ohne Risiko alles ausprobieren und ist zu nichts verpflichtet?

            Wäre es da nicht gerechter, dass Ausbildung einen Preis hat, der allerdings so aussehen muss, dass jemand, dem die Bildung nutzt, diesen auch bereit zu zahlen ist? Womit aber all die, die sinnlos Kosten verursachen, selbst auf diesen sitzen bleiben?

            Das Problem jeder Gesellschaft sind die Nutznießer.
            Indem die Linke sich darauf beschränkt, den „Deserving Poor“ helfen zu wollen (soweit das bei den Linken überhaupt der Fall ist), OHNE den Nutznießern einen Riegel vorzuschieben, macht sie alles schlimmer.

            Ersteres ist unbedingt sinnvoll, letzteres macht alles sinnlos.

            Die Frage ist also: Was ist „deserving“, wie finden wir das raus und wie bestehen wir darauf, dass das das relevante Kriterium bleibt?

            Ich kenne keine Antwort und bei uns darf nicht mal die Frage gestellt werden.

            Ob das auch daran liegt, dass viele Frauen empört von dem Konzept sind, dass Ressourcen verdient werden müssen, weiß ich nicht.

          • „Was bedeutet es denn, dass „Gerechtigkeit für alle“ herrscht?“

            Chancengleichheit?

            „Jeder kann ohne Risiko alles ausprobieren und ist zu nichts verpflichtet?“

            Zu einem überschaubaren Risiko und zur Verpflichtung einer schnellen Entscheidung.

            „Wäre es da nicht gerechter, dass Ausbildung einen Preis hat, der allerdings so aussehen muss, dass jemand, dem die Bildung nutzt, diesen auch bereit zu zahlen ist?“

            Ich verstehe nicht, was Du mich mit dem Satz fragen möchtest. Wie groß wäre denn ein Preis, den jemand für eine ihn nützliche Bildung zu zahlen bereit wäre?
            Mich, als Arbeiterkind auf Volldarlehensbasis Bafög beziehend, trieb ständig die Frage um, ab wann das Risiko des Weiterstudierens zu groß wird.
            Ich bin mit 20.000 DM Schulden aus dem Studium in eine Wirtschaft gegangen, die Anfang der 90er Ingenieure nur auf Zeit und oft nur mit einem Praktikantengehalt einstellte. (Die Folge war über ein Jahrzehnt ein Ingenieursmangel)
            Würde ich heute unter gleichen Bedingungen immer noch studieren?
            Rational betrachtet, nein.

            „Womit aber all die, die sinnlos Kosten verursachen, selbst auf diesen sitzen bleiben?“

            Wäre schön, aber die Stoßrichtung würde eben nicht nur Gendas, sondern auch Motivierte aus den bildungsfernen Schichten, die ein MINT-Fach studieren würden, abschrecken.
            Du nimmst das Faktum eines abgeschlossenen Studium, die Entscheidung des Ob wird aber VOR dem Studium getroffen.
            Ist Papa Rechtsanwalt, ist es mir wurscht, ob meine Bildungskosten in „Genda-Sciences“ sinnlos sind, solange sie mir Spaß machen. Papa zahlt alles.
            Zerlegt Papa aber bei Rastings Schweine und ich weiß, dass ich von ihm keine Unterstützung erwarten KANN, dann werde ich viel und lange über die Risiken nachdenken, Ingenieurswissenschaften zu studieren.
            Und vielleicht dann doch verzichten.

            „Das Problem jeder Gesellschaft sind die Nutznießer.
            Indem die Linke sich darauf beschränkt, den „Deserving Poor“ helfen zu wollen (soweit das bei den Linken überhaupt der Fall ist), OHNE den Nutznießern einen Riegel vorzuschieben, macht sie alles schlimmer.

            Ersteres ist unbedingt sinnvoll, letzteres macht alles sinnlos.“

            Das ist das Problem.

            „Ich kenne keine Antwort …“

            Ich auch nicht. Und solange es keine befriedigende Antwort gibt, bin ich zähneknirschend bereit, diese parasitierende Parallelgesellschaft durchzufüttern. Nicht zuletzt auch in der Zuversichtlichkeit, dass es ihr früher oder später an den Kragen geht.

            „… und bei uns darf nicht mal die Frage gestellt werden.“

            Du stellst sie doch gerade.
            Und ich wage zu behaupten, dass noch keine Gestapo an Deine Tür geklopft hat.

          • Noch lieber wäre mir ein Land, in dem natürliche HIerarchien nicht verteufelt werden, so dass besonders kluge oder leistungsfähige Menschen mehr gepriesen werden als Menschen, die besonders gut tugendhaft tun können.

            Aber was machst du denn mit besonders klugen oder leistungsfähigen Menschen, die bspw. auf grund ihrer sozialen Verhältnisse niemals die Möglichkeit haben werden, 20k € für ein Studium auszugeben.

            Steht Gleichberechtigung nicht für Chancengleichheit und haben solche Menschen eben nicht diese Chancengleichheit, wenn ihnen der Zugang zur Bildung nicht gleichermaßen gewährt wird?

            Ok, wirkliche Chancengleichheit besteht ohnehin nicht. Das fängt schon im Elternhaus mit unterschiedlichen Bildungsniveaus an und setzt sich über den sozialen Status fort. Unsere „Eliten“ lassen ihre Zöglinge längst an privaten Schulen und Unis unterrichten. Aber deshalb auf ein möglichst gutes Bildungsangebot für Otto-Normal-Bürger zu verzichten, kann nicht der richtige Weg sein.

          • Ich möchte vor allem nicht in einem Land leben, wo nur die studieren können deren Eltern 20 TEUR im Jahr flüssig haben.Der Ruf nach „Privatisierung“ ist doch die Standard-Antwort auf alles aus der neoliberalen Mottenkiste, das ist sowas von 2000er. Eine Antwort auf ideologischen Missbrauch und sinkende Standards in der Akademia ist es nicht. Die Lösung sollte sein, dass die Lehrinhalte sich an Qualitäts-Standards zu halten haben, die von der Politik gesetzt sind und die neutral gemessen werden können. Wichtig ist, dass das keine inhaltlichen Vorgaben sein dürfen, sondern nur die Trennung von Wissenschaft und Pseudo-Wissenschaft sein darf. Insbesondere bei Geisteswissenschaften kann dabei auch die Ergebnisoffenheit der Forschungsmethoden gemessen werden.

          • @Mario & carnofis,

            „Chancengleichheit“

            Wie Mario selbst schon andeutet, kann es Chancengleichheit nur geben, indem man manchen ihre Chancen nimmt.
            Ansätze in die Richtung gibt es ja auch schon (Kinder aus ihren Elternhäusern entfernen etc). Dieser Weg ist in meinen Augen falscher als alle anderen, Privatschulen inklusive.
            Wenn „Chancengleichheit“ das Ideal ist, scheint daran kein Weg vorbei zu führen: Allen außer Bonzenkindern werden Knüppel zwischen die Beine geworfen und die Ausbildung selbst wird komplett entwertet, weil jeder die Chance haben soll, einen Abschluss zu machen.

            Vielleicht wären reine Männer-Unis mit einer inoffiziellen Liga (Wer hat die meisten Absolventen mit Patentantrag bis 3 Jahre nach Abschluss oder dergl.) schon eine gute Idee.
            Studieren wäre immer noch frei, aber die guten Unis mit den guten Dozenten haben einen Ansporn, die guten Studenten zu locken bzw. auszusieben.

            Und die Klotzköpfe können dann immer noch nach Bremen an die Uni gehen.

          • Der traurige Witz ist halt, das Linkende Politik schon lange gegen Arbeiterkinder vorgeht.
            Und euer Sozialromantikgesäusel daher vollkommen zu recht Arbeiterkindern, was meist noch mit Alleinerziehendem Hintergrund einhergeht, mindestens die Fäuste in den Taschen ballen lässt.

          • Von daher, Sozialromantik Opas, bitte Deckel zu und möglichst tief.

            Aktuell ist das Land eine Hinterfotzokratie, nicht selten hauptsächlich zum Nutzen grüner Pensionsempfängertöchterchen.

          • Wie Mario selbst schon andeutet, kann es Chancengleichheit nur geben, indem man manchen ihre Chancen nimmt.

            Ich bin mir nicht sicher, ob ich das in „links-grün-versifft“ oder aber „Kapitalismus pur“ einstufen soll.
            Ich frage mich aber in jedem Fall, wie du darauf kommst, dass etwas immer nur dann (besser) funktioniert, indem man irgendwem irgendetwas wegnimmt.

          • „Ich frage mich aber in jedem Fall, wie du darauf kommst, dass etwas immer nur dann (besser) funktioniert, indem man irgendwem irgendetwas wegnimmt.“

            Ah, du hast kein Wort verstanden.

            Es ist theoretisch unmöglich, alle Menschen auf den größten vorhandenen Nenner zu bringen.
            Wenn alle die selben Chancen haben sollen, bleibt also nur, sie auf den kleinsten gemeinsamen Nenner zu bringen.

            https://en.wikipedia.org/wiki/Harrison_Bergeron

          • Euch fällt schon auf, das in Amerika wo Studieren Geld kostet jede Menge dieser Stuidengänge gefüllt sind.
            Damit könnt Ihr die Diskussion das es besser wäre wenn Studieren Geld kostet doch direkt in die Tonne treten.

          • „Euch fällt schon auf, das in Amerika wo Studieren Geld kostet jede Menge dieser Stuidengänge gefüllt sind.
            Damit könnt Ihr die Diskussion das es besser wäre wenn Studieren Geld kostet doch direkt in die Tonne treten.“

            In meinen Augen beißen sich die beiden Aussagen. Kannst Du bitte präzisieren, was Du uns sagen möchtest?

            Genau die USA habe ich neben meiner eigenen Vita vor Augen.
            Ich hatte einige Jahre für einen US-Konzern gearbeitet und in dem Rahmen auch „drüben“ gearbeitet.
            Mein dortiger Chef war Leiter der F&E für die gesamten USA. Er hatte zwei Kinder an mir unbekannten Unis am Studieren und lebte nach meinen Maßstäben ziemlich ärmlich. Amis sind Auto-Fetischisten, umso erstaunter war ich, dass er in seiner Position sich nur einen klapprigen Toyota Corolla leisten konnte. Aber mehr blieb nach Ableistung der Studiengebühren nun mal nicht übrig.
            Einem Laborkollegen ging es da sogar noch übler. Er hatte nur ein Kind im Studium und musste sich deshalb nach der Decke strecken. Er war auch der Erste, der nach der Bankenkrise 2008 am Freitag Nachmittag die Nachricht bekam, er bräuchte am Montag nicht mehr zu kommen. Für den brach seine ganze Existenz weg.

            Das sind Verhältnisse, die ich hier in D nicht möchte, Bonzenkids hin oder her.

        • „Möchtest Du in einem Land leben, in dem ein Unternehmer entscheidet, was Du lernst?“

          Besser, als wenn Feministen und Grüne es entscheiden, ist es in jedem Fall 🤷‍♂️

          • „Besser, als wenn Feministen und Grüne es entscheiden, ist es in jedem Fall“

            Du bist ja billig zu kaufen (*kopfschüttel*)

            Ich formuliere gleich mal mein Wahlkampfslogan: „Wir sind für ein Verbot der Grünen und des Feminismus – und für die Wiedereinführung der Todesstrafe auf Homosexualität“

            Bevor Du Dich jetzt empörst, lies noch einmal DEIN Statement, das eben vier Zeilen höher kopiert und eingesetzt habe.
            Willst Du das wirklich, was Du da schreibst?

            Vergiss nicht: Wen die Götter verderben wollen, dem erfüllen sie seine Wünsche.

          • @carnofis
            Ich verstehe den Zusammenhang nicht. Was haben private Universitäten mit der Todesstrafe für Homosexualität zu tun?

          • „Ich verstehe den Zusammenhang nicht. Was haben private Universitäten mit der Todesstrafe für Homosexualität zu tun?“

            Das verstehst Du sehr gut, Adrian.
            Manchmal versuchst Du, Dich in semikolonscher Naivität und das nervt.

            Außerdem habe ich nichts gegen private Universitäten, solange sie neben öffentlich geförderten existieren. Soweit ich weiß, ist das aber selbst in D eh schon so geregelt.

          • „Das verstehst Du sehr gut, Adrian.“

            Nein, tu ich nicht.

            Ich sage: Unternehmer über Universitätsinhalte entscheiden zu lassen, wäre besser als dies Feministen und Grünen zu überlassen.

            Du sagst: Oh man, Adrian, Du würdest also die Todesstrafe für Homosexualität in Kauf nehmen, wenn man dafür Feministen und Grüne abschafft?

            Wo ist der Zusammenhang?

          • „Nein, tu ich nicht.“

            Doch, tust Du.

            Aber in diesem Fall, Punkt für Dich.
            Ich habe Dein Statement: „Besser, als wenn Feministen und Grüne es entscheiden, ist es in jedem Fall“ unzulässigerweise auf Dein sonstiges Credo: „Besser als Rot/Grün ist es allemal“ verallgemeinert.
            Ich werde an gegebener Stelle darauf zurückkommen 😉

            Dennoch bleibe ich dabei, dass ich Bildung lieber in einer meinetwegen auf feministischen oder grünen Hand wissen möchte, als z.B. in der eines deutschen Bolsonaros. Denn dann kann ich noch darauf einwirken.

          • Ihr streitet Euch aus meiner Sicht um die Präferenz für „Pest“ oder „Cholera“.
            Für ein Bildungssystem, daß sich nicht als politische Indoktrinierungsanstalt versteht, sollte die Qualität der (wissenschaftlichen) Ausbildung an erster Stelle stehen.
            Bis weit in die 70-er und den Beginn der 80-erJahre hinein, hatten Qualität und Unabhängigkeit der universitären Einrichtungen bei uns in Deutschland ihren weltweit anerkannten Ruf.
            Im Rahmen dieses Systems war es auch Arbeiterkindern wie mir möglich, nach erfolgreichem Abitur (1973, an einen naturwissenschaftlichen Gymnasium), ein den Interessen und Fähigkeiten entsprechendes Studium zu absolvieren.
            Mein Fazit: Für unser seinerzeit vorbildliches Bildungssystem benötigten wir damals und sicher auch heute weder angelsächsische Elite-Universitäten, noch grün-feministische Gouvernanten!

          • @Seerose

            Der Umbau kam ja dann schleichend.
            Gestellte Schulbücher weg. Muss Anfang der 90er gewesen sein.
            Busgeld nur noch für Haupt- und Realschüler, ebenfalls um den Dreh herum.
            Und wer dann um 86 geboren wurde, der verpasste ja auch Diplomstudiengänge.
            Und noch viel schlimmer, alte männliche Lehrer. 😉

          • @Murdoch:
            „Und noch viel schlimmer, alte männliche Lehrer. 😉“
            ———————————-
            An dieser Stelle gilt mein besonderer und aufrichtiger Dank den „alten männlichen Lehrern“, die damals an einer naturwissenschaftlichen Penne gar nicht „gendergerecht“ anzutreffen waren…

        • Bei allem was privatisiert wird, ist die Gewinnmaximierung an erster Stelle. Das ist das Problem. Darum wird der eigentlichen Zweck zB. eines Spitals, Kranke und Verunfallte zu heilen, immer ohne Ausnahme an 2. Stelle (oder weiter unten) gestellt. Darum behalten Spitäler und Pharma die Kranken weiterhin krank. Weil ein gesunder oder toter Mensch nicht gewinnbringend ist.

      • Ich denke man müsste einen besseren Entscheidungsmechanismus für die Vergabe öffentlicher Gelder finden; aktuell reiten da die Politiker ihre Steckenpferde. Warum sollen Genderstudies aus Steuergeldern finanziert werden? Weil Grüne und SPD das wollen, nicht weil sie irgendeinen gesellschaftlichen Nutzen hätten (auch für die Mehrheit derFrauen nicht).

        • „Ich denke man müsste einen besseren Entscheidungsmechanismus für die Vergabe öffentlicher Gelder finden;“

          Versuche hat es immer mal wieder gegeben. Allein, auch mir fällt keine wirklich überzeugende Alternative ein, auch wenn ich Dir da sogar zustimme.

          „Warum sollen Genderstudies aus Steuergeldern finanziert werden? Weil Grüne und SPD das wollen, nicht weil sie irgendeinen gesellschaftlichen Nutzen hätten.“

          Nur so zur Erinnerung: bundesweit regiert die CDU seit 1982 mit kurzer Unterbrechung. In elf Ländern regiert die CDU mit, in nur fünf Ländern ist sie an der Regierung nicht beteiligt.
          An der Bildungspolitik jedenfalls lässt sich eine politische Präferenz nicht erkennen. Hochburgen des Feminismus gibt es in Berlin, wie in München.

          • „Ja natürlich, die CDU ist längst auf den Zug aufgesprungen.“

            … und deshalb Rot/Grün, um das Feindbild nicht überarbeiten zu müssen?

            Dann stimmt das mit dem frauenunterdrückenden Patriarchat aber auch.

          • @carnofis:

            An der Bildungspolitik jedenfalls lässt sich eine politische Präferenz nicht erkennen.

            Der heute bei Arne verlinkte Publico-Artikel kommt zu anderen Schlussfolgerungen:

            Deutlich mehr als die Hälfte aller Genderprofessuren in Deutschland, nämlich 110, entfallen auf nur drei Bundesländer: Nordrhein-Westfalen 63 (wo Rot-Grün bis 2017 Genderprofessuren kräftig förderte), Berlin 36, Hamburg 11. Berlin mit einem Genderlehrstuhl pro etwa 100 000 Einwohner behauptet nicht nur den deutschen, sondern wahrscheinlich auch einen weltweiten Spitzenplatz in dieser Kategorie. In Bundesländern, denen oft eine nicht ausreichend progressive Politik nachgesagt wird, sieht es deutlich anders aus: Bayern kam 2017 auf 7 Genderlehrstühle, Sachsen-Anhalt auf einen, Sachsen auf Null. Die drei Staaten reichen also noch nicht einmal annähernd an das heran, was allein die Freie Universität in Berlin an Genderprofessuren zu bieten hat, nämlich 12.

      • >>> Bildung zu privatisieren, ist immer die schlechtere Wahl.

        Bildung in Bereich von Hobbies ohne nennenswerten Bedarf auf dem Markt sollte nicht auf Kosten der Allgemeinheit erfolgen. Es ist sicher für manche auch sehr interessant die Geschichte des Autotunings, Ufosichtungen, Flacherde, Fußnägel lackieren, … zu studieren. Und sicher werden Einzelne, die sich einen Namen erarbeiten, damit auch Geld verdienen können, weil es auch dafr einen gewissen Markt dafür gibt.

        Dennoch ist es wenig sozial, dass die Allgemeinheit in allen Bereichen auch Hobbystudiengänge kostenlos zur Verfügung stellt. Denn wieso sollte der Realschüler, der vielleicht auch viel Interesse an „Romanistik und Neuere Deutsche Literatur“ hat, aber magels Abitur nicht studieren kann, anderen ihre Hobbies mitfinanzieren? In den Studiengängen mit hohen Bedarf auf dem Arbeitsmarkt lässt sich das ja vielleicht noch damit erklären, dass das für die Gesamtwirtschaft sinnvoll ist und die Studenten auch einen wahrscheinlichen Nutzen zu Gunsten der Allgemeinheit erbringen bzw. zurückzahlen werden.

        Der explizit nachgefragte Arbeitsmarkt für Experten auf dem Gebiet der „Romanistik und Neuere Deutsche Literatur“ ist aber ähnlich hoch wie auf dem Gebiet der Ufosichtungen. Es ist daher weder der Allgemeinheit, noch dem konkreten Studenten gegenüber fair, am Arbeitsmarkt vorbei ausgebildet zu werden, während der Studiendauer nichts zu erwirtschaften und dem der Allgemeinheit keinen Nutzen zu erbringen und auch nach dem Studium sehr wahrscheinlich keinen Beruf zu ergreifen, wofür das Studium erforderlich war.

        • „Bildung in Bereich von Hobbies ohne nennenswerten Bedarf auf dem Markt sollte nicht auf Kosten der Allgemeinheit erfolgen. Es ist sicher für manche auch sehr interessant die Geschichte des Autotunings, Ufosichtungen, Flacherde, Fußnägel lackieren, … zu studieren.“

          Ich wäre auch dafür, „nutzlose“ Studienfächer zumindest aus der staatlichen Förderung herauszunehmen.
          Allein, welche Fächer sind nutzlos?
          Und meiner Ansicht nach hat ein Studium auch die Aufgabe, auf Technologien der Zukunft vorzubereiten, die heute nutzlos erscheinen mögen.
          Keine Ahnung, wofür man Romanistik, verbunden mit neuer deutscher Literatur gebrauchen kann. Aber ich kann mir vorstellen, dass das Übersetzen von Büchern, speziell Comics besser funzt, wenn Du Dich sehr gut in der Kultur auskennst, in der das Original entstand. Gudrun Penndorf als Übersetzerin der Asterix-Bücher ist da ein gutes Beispiel.
          https://de.wikipedia.org/wiki/Gudrun_Penndorf

          Laser-Technik galt mal als nutzlos, Informatik, …

          Keiner muss Nutzloses studieren, aber es deshalb aus dem Angebot nehmen, halte ich für falsch.
          Ob allerdings 110 Professuren für Genda-Sciences einen angemessenen Output liefern, wage ich stark zu bezweifeln. Von der Tochter einer Freundin weiß ich, dass selbst Studentinnen den Quark ablehnen, aber der Schein in dem Fach ZWINGEND für den erfolgreichen Abschluss in ihrem Fach ist.
          Ich muss mal nachfragen, was sie studiert.

        • „für die Gesamtwirtschaft sinnvoll ist und die Studenten auch einen wahrscheinlichen Nutzen zu Gunsten der Allgemeinheit erbringen bzw. zurückzahlen werden.“
          Was zahlen die den zurück? Diese Dienstleistungen müssen vom Arbeiter auch noch zusätzlich sehr teuer gekauft werden. Also, zwar eventuell ein „Nutzen“, aber teuer gekauft.

  4. Das Problem ist einfach umschrieben: Sie besitzt einen Hammer (ok der Stiel wackelt und sie weiß weder wie das zu beheben ist noch wie man ihn wirklich benutzt, aber sie hat einen) und deswegen muss (wegen Gerechtigkeit, Parität und den Thesen der Beauvoir) das Problem einfach immer ein Nagel sein (genau genommen kennt sie nur einen Nagel bei dem sie auch noch jedesmal daneben haut, wegen s. O.). Und weil sie den Nagel nie trifft kann sie immer wieder Versuche dazu unternehmen die nur belegen wie wichtig es ist dass sie es mit aller Kraft versucht. Und wenn es nicht klappt ist der Nagel schuld.

  5. Man beachte auch, wie jetzt schon sehr eifrig an der feministischen Legende gestrickt wird. Aktuell wird den Menschen u.a. in den Kopf gehämmert, dass angeblich 75% der systemrelevanten Berufe von Frauen ausgeübt werden. Diese durch nichts belegte bzw. frei erfundene Zahl wird eifrig hin und her gereicht und damit „wahr“. In Zukunft wir sie uns genauso verfolgen wie der legendäre Gender Pay Gap.

    • „Diese durch nichts belegte bzw. frei erfundene Zahl“

      Da ist doch ein Link. Der führt zu einem Zeitungsartikel. In dem wird die entsprechende Studie vom DIW besprochen. Ebenfalls mit Link, zur Studie.

      „Frei erfunden“ ist also in dem Fall deine Behauptung des Durch-nichts-belegt-seins.

      Du kannst die Studie ja gerne auseinandernehmen. Oder auf jemanden verweisen, der das bereits getan hat. Aber so machst du es dir zu einfach.

      • @Renton

        Der heute bei Arne verlinkte Publico-Artikel kommt zu ähnlichen Schlussfolgerungen,wie rano64 sie aufgestellt hat:

        Dazu beruft sie sich auf eine Untersuchung des deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), die einen Frauenanteil von 75 Prozent in den krisenrelevanten Berufen behauptet. Allerdings widmet sich die Studie vor allem der Gehaltsstruktur bestimmter Berufsgruppen. Die DIW-Forscher stellen nebenbei die 75-Prozent-Behauptung auf, allerdings, ohne darzulegen, wie sie darauf kommen. Die Zahlen aus der Arbeitswelt lassen von dieser Behauptung nicht viel übrig.

        Nach den Angaben des Statistischen Bundesamtes beträgt der Männeranteil an Beschäftigten in der Landwirtschaft 76,8 Prozent, an der Lebensmittelherstellung 69,8, an der Getränkeherstellung 85,5, an Jobs im Bereich Güterumschlag und Post 73, bei Fahrzeugführern im Straßenverkehr 94,2, im Schienenverkehr 95,9, in Schutz- und Sicherheitsberufen 72,2, in der Energietechnik 96 und in der Müllentsorgung fast 100 Prozent. In den Draegerwerken, die Beatmungsgeräte herstellen, von denen zur Zeit das Überleben vieler Menschen abhängt, arbeiten zu 71,5 Prozent Männer. Dafür stellen weibliche Mitarbeiter im Lebensmittelverkauf mit 86,1 Prozent die übergroße Mehrheit, in medizinischen Gesundheitsberufen (82,4 Prozent) und in der Altenpflege (83,7 Prozent), also in nicht nur krisenrelevanten, sondern auch sehr großen Bereichen der Wirtschaft.

        • @Kino
          Habe ich auch gelesen. Leider macht der Artikel selbst genau das falsch, was er der DIW-Studie vorwirft. Direkt nach dem von dir zitierten Absatz geht es weiter mit:
          „Alles in allem entspricht die Geschlechterverteilung in den Berufen, die die Gesellschaft auch in einer Krise am Laufen halten, im Großen und Ganzen dem allgemeinen Verhältnis, also etwa fünfzig zu fünfzig.“
          Auch hier wird nicht dargelegt, wie diese Behauptung zustande kommt; ich habe die diesbezüglich in Frage kommenden Teile des Artikels gelesen.
          Die DIW-Studie habe ich nicht gelesen, nur kurz überflogen. Ich weiß deshalb nicht, wie gut die ihre Zahlen begründen. Mir geht es aber ums Prinzip. Wenn jemand die Zahlen behauptet, soll er sie begründen; wenn jemand die Zahlen dann anzweifelt, soll auch das begründet geschehen. Einfach nur zu sagen „Stimmt nicht!“ ist mir zu niveaulos.
          Deshalb finde ich auch deine Formulierung „Schlußfolgerungen“, die rano angestellt habe, verkehrt. rano schlußfolgert nicht, er postuliert bloß. Kann jeder, und hilft keinem weiter.

          • Die DIW Studie arbeitet mit Prozenten und nicht mit absoluten Zahlen – mit keiner einzigen.
            Die Berufsgruppen sind nach eigenem Gusto zusammengestellt und zusammengefasst.
            Sie haben z.B. „Pharmazeutische Berufe“, die es so gar nicht gibt.
            Sie haben „Verwaltungsberufe“, die nach ihren Angaben 32% der „systemrelevanten Berufe“ ausmachen – mir ist nicht klar, wie sich diese zusammen setzen und sie weisen es auch nicht aus.

            Dann arbeiten sie mit dem Klassiker des Betrugs, den man nur erkennt, wenn man weiß, dass es keine „deutschen“ Brutto-Stundenlöhne gibt, sondern diese nach Ost und West unterschiedlich sind.
            Der durchschnittliche Brutto-Stundenlohn in D ist 19,33 Euro, aber in den neuen Bundesländern (ohne Berlin) nur 14,99 Euro. D.h. um so höher der prozentuale Anteil von Ost-Frauen in einer bestimmten Berufsgruppe, desto niedriger der Durchschnittsverdienst von „Frau“, desto höher ist in Frauenberufen der „gender pay gap“.

          • So stelle ich mir eine Auseinandersetzung mit der DIW-Studie vor. Insgeheim hatte ich auf dich gehofft, crumar. Selbst wollte ich mir dafür nicht die Zeit nehmen.
            Der verlinkte publico-Artikel war mir nicht vertrauenswürdig genug, da er selbst nicht sauber argumentiert, s.o.
            Crumar, du hingegen genießt bei mir weitgehende Autorität im Zerpflücken von Studien 😉

          • @crumar

            Sie haben „Verwaltungsberufe“, die nach ihren Angaben 32% der „systemrelevanten Berufe“ ausmachen – mir ist nicht klar, wie sich diese zusammen setzen und sie weisen es auch nicht aus.

            In einer Fussnote deuten die Autorinnen an, was sie als Ausgangsbasis für ihre Betrachtng genommen haben:

            Die vorliegende Analyse bezieht sich auf die zuerst veröffentlichte Liste der Berliner Senatsverwaltung, Stand 12. März 2020

            Das müsste dann folgende Liste sein:

            – Arzt- und Praxishilfe
            – Medizinisches Laboratorium
            – Gesundh.,Krankenpfl., Rettungsd.Geburtsh.
            – Human- und Zahnmedizin
            – Pharmazie
            – Altenpflege
            – Verkauf von Lebensmitteln
            – Verkauf drog.apotheken.Waren, Medizinbed.
            – BVG
            – Polizei
            – Feuerwehr
            – Energietechnik
            – Land-, Tier-, Forstwirtschaftsberufe

            In einer weiteren Fußnote schreiben sie:

            Die Einteilung in die jeweiligen Berufsgruppen erfolgt anhand der 3-Steller-Ebene der Klassifikation der Berufe (KldB 2010)

            So sind beispielsweise alle human-und zahnmedizinischen Berufe in einer gemeinsamen Berufsgruppe enthalten und die Berufsgruppe der Verwaltungsberufe umfasst neben betriebsnotwendigem Personal in öffentlichen Einrichtungen und Behörden auch andere Verwaltungsberufe. Zudem lassen sich einige der als systemrelevant ausgewiesenen Berufe wie beispielsweise Krisenstabspersonal und Personal der kritischen Infrastruktur und Grundversorgung nicht eindeutig innerhalb der KldB 2010 zuweisen, sodass die hier vorgenommene Auswahl systemrelevanter Berufsgruppen möglicherweise nicht alle betroffenen Personen abbildet.

            Um es klar zu sagen, sie haben hier massiv manipuliert. mMn kann man mit den Prozentzahlen schon rechnen, aber wenn ich die Zahlen aus der Abbildung 4 nehme und damit rechne komme ich selbst mir ihrer manipulierten Liste nur auf 56% Frauenanteil! Bei Bedarf stelle ich die Zahlen gern zur Verfügung. Ein Frauenanteil von 75% ist völlig utopisch.

            Für mich bleibt die 75% wie rano64 schon sagte eine „durch nichts belegte bzw. frei erfundene Zahl“

          • @Kibo

            Wie funktioniert der Fake in der Studie „Systemrelevant und dennoch kaum anerkannt: Das Lohn- und Prestigeniveau unverzichtbarer Berufe in Zeiten von Corona“ von Josefine Koebe, Claire Samtleben, Annekatrin Schenker, Aline Zucco des DIW Berlin?

            Zunächst wird in der Fußnote eingeräumt, es gibt gar keine bundeseinheitliche Liste.
            Laut ihrer eigenen Aussage haben sie die Berliner Liste verwendet, weil sie als erste da war – nicht weil sie zutreffend oder umfassend ist.

            1. In der gleichen Fußnote (3, S. 2) eine Bemerkung, die nachfolgend relevant ist: „Die Einteilung in die jeweiligen Berufsgruppen erfolgt anhand der 3-Steller-Ebene der Klassifikation der Berufe (KldB 2010). Diese wurde von der Bundesagentur für Arbeit und dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) mitentwickelt und ermöglicht eine hohe Vergleichbarkeit über verschiedene Datenquellen hinweg.“

            Nur nutzen sie entgegen ihrer Behauptung nicht die „3-Steller-Ebene“, sondern verfahren hochgradig manipulativ nach eigenem Gusto. D.h. die Gruppierung erfolgt nicht konsistent, sondern so, wie es in das ideologische, nämlich feministische Schema passt.

            2. Wie ich bereits schrieb, die Gruppe „Pharmazeutische Berufe“ gibt es in der Klassifikation der Berufe (KldB) überhaupt nicht.
            Sondern nur Berufe in der Pharmazie.
            Diese haben aber einen 4er Schlüssel (8188) und keinen 3er.
            Die Ebene der 3 Stellen, also die Obergruppe, heißt „Pharmazie“ und deren Schlüssel ist 818.

            Durch „Pharmazeutische Berufe“ kann dafür gesorgt werden, dass ein Frauenanteil von 80% in der Leitung von Apotheken und deren überdurchschnittliche Vergütung einfach verschwindet.
            Konkret verschwinden dadurch folgende Berufsgruppen:
            8180 Apotheker/innen, Pharmazeuten/Pharmazeutinnen
            8181 Fachärzte/-ärztinnen in der Pharmakologie
            8182 Berufe in der pharmazeutisch-technischen Assistenz
            8189 Führungskräfte – Pharmazie

            Durch diese Manipulation wird Durchschnittsgehalt der Berufsgruppe nach unten „korrigiert“ und das ist der Zweck der Maßnahme/Manipulation.

            3. Der KldB Schlüssel für die Gruppe „Fahrzeugführer/innen im Straßenverkehr“ hat einen 5er Schlüssel, abermals keinen 3er.
            Der 3er Schlüssel hingegen heißt „Fahrzeugführung im Straßenverkehr“ – arg auffällig, dass diese geschlechterneutrale Formulierung der Klassifikation nicht verwendet wird.
            Diese Berufsgruppe ist in der Studie natürlich in weiblicher Form (Fahrzeugführerinnen) geschrieben – wenn schon gegen die Realität argumentiert, dann aber richtig!

            Das sagt die Klassifikation der Berufe über die zugehörigen Berufe Fahrzeugführer/innen im Straßenverkehr:
            „Zugeordnete Berufe (Beispiele):
            – Auslieferungsfahrer/in (nicht Verkaufsfahrer/in)
            – Botenfahrer/in
            – Fahrradkurier/in
            – Rettungswagenfahrer/in

            Nicht einzubeziehende Berufe:
            – Berufskraftfahrer/in – Güterverkehr (52122)
            – Testfahrer/in (27312)“

            Jedenfalls ist durch diese Manipulation der „Trucker“ verschwunden und wird in der Studie nicht berücksichtigt. Da in dieser Berufsgruppe der Männeranteil hoch und die Bezahlung niedrig ist, werden gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Der Männeranteil der „systemrelevanten Berufe“ sinkt proportional und bei der Gruppe „Mann“ wird das Lohnniveau erhöht.

            4. Hingegen umfassen die von ihnen zusammengefassten „Arzt- und Praxishilfen“ nach Schlüssel 811 folgende Berufsgruppen:
            8110 Medizinische Fachangestellte (ohne Spezialisierung)
            8111 Zahnmedizinische Fachangestellte
            8112 Podologen/Podologinnen
            8113 Orthoptisten/Orthoptistinnen
            8114 Tiermedizinische Fachangestellte
            8118 Medizinische Fachangestellte (sonstige spezifische Tätigkeitsangabe)

            Es ist utopisch anzunehmen, alle diese Berufsgruppen wären gleichermaßen „systemrelevant“.
            Hier ging es offensichtlich darum, die Beschäftigtenzahlen für „Frau“ künstlich nach oben zu treiben.
            Das gleiche Spiel mit Schlüssel 831 „Erziehung, Sozialarbeit, Heilerziehungspflege“ – Manipulation der Beschäftigtenzahlen im Sinne „Frau“ nach oben.

            5. Auch die von ihnen angeführten „Reinigungsberufe“ haben keine 3er Schlüssel, sondern nach KldB einen 2er; der 3er Schlüssel heißt einfach nur „Reinigung“.
            Das kann ganz ordinäre Schlamperei sein, es wirft aber die Frage auf, welche darunter gefassten Berufe von ihnen herangezogen worden sind.
            Denn nach ihrer Studie haben „Reinigungsberufe“ einen Anteil von satten 14% an denen aller „systemrelevanten Berufe“!
            Hier alle nach dem 4er (!!!) Schlüssel aufgelisteten Berufe:
            5410 Berufe in der Reinigung (ohne Spezialisierung)
            5411 Berufe in der Gebäudereinigung
            5412 Berufe in der Glas- und Fensterreinigung
            5413 Berufe in der Textilreinigung
            5414 Berufe in der Maschinen- und Anlagenreinigung
            5415 Berufe in der Fahrzeugreinigung
            5418 Berufe in der Reinigung (sonstige spezifische Tätigkeitsangabe)
            5419 Aufsichtskräfte – Reinigung

            Ich möchte niemandem in der Glas- und Fensterreinigung zu nahe treten, aber unter „systemrelevant“ stelle ich mir dann doch andere Berufe vor.
            Zum Zweck der Manipulation siehe die vorhergehenden Punkte.

            6. Noch einmal auf die größte Gruppe der „systemrelevanten Berufe“ – die in der Studie unter „Verwaltungsberufe“ zusammengefasst wird und nach dieser einen Anteil von 32% hat – einzugehen, kann ich mir hier sparen, denn das aufgezeigte manipulative Muster wird identisch sein.

            Zusammengefasst ist die Studie manipuliert worden, um zwei „Ergebnisse“ aufzuzeigen, die so formuliert werden:
            a. „Der Frauenanteil in den systemrelevanten Berufsgruppen insgesamt liegt bei knapp 75 Prozent.“ S. 5
            b. „Nicht nur sind also knapp drei Viertel der in systemrelevanten Berufen tätigen ArbeitnehmerInnen
            Frauen, sondern darüber hinaus werden diese (…) deutlich schlechter bezahlt als ihre männlichen Kollegen.“ (S. 6)
            Die Ergebnisse in Anführungszeichen, weil diese der eigentliche Zweck der Fake-Studie sind und natürlich ganz am Anfang standen. Politisches Ziel ist die „finanzielle Aufwertung“ von Berufen, in denen besonders Frauen tätig sind und für dieses Vorhaben ist jede wissenschaftliche Fälschung, jede Manipulation, jede Täuschung der Öffentlichkeit selbstredend vertretbar.

            Diese feministische Fake-Studie ist wissenschaftlich ein weiterer Fall für das Altpapier/die Löschtaste, interessant nur als Beispiel, wie politische Propaganda funktioniert und wie fake konkret fabriziert wird.

  6. Warum wird uns Männern eigentlich zum Vorwurf gemacht, wenn Frauen nicht das hinbekommen, was sie gemäß der Meinung von Feministen hinbekommen müssten?

    • „Warum wird uns Männern eigentlich zum Vorwurf gemacht, wenn Frauen nicht das hinbekommen, was sie gemäß der Meinung von Feministen hinbekommen müssten?“

      Das solltest Du nach Jahren des Mitlesens und -schreibens eigentlich wissen.
      Weil wir sie mit aller patriarchalen Kraft daran hindern, ihr Ding zu machen.

      Schau, selbst das krachende Scheitern der Frauenfraktion in Hamburg Anfang der 90er vergangenen Jahrhunderts wurde ja rückblickend den (gar nicht vorhandenen) Männern vorgeworfen.

      Ohne unseren Widerstand lebten wir längst im Paradies.

  7. Wie kommt man eigentlich darauf, dass das Pflegen von Alten und Kranken systemrelevant ist?
    Und wenn Frauen etwas Systemrelevantes tun, dann meist, weil es einfach zu erlernen und auszuführen ist und Männer an wichtigen Positionen fehlen würden, müssten sie diese Tätigkeiten auch noch übernehmen. Wären die Folgen nicht so verheerend, könnte man das mal mit einem Streik der Geschlechter belegen. Ein Monat reicht. Der Monat der streikenden Frauen wird vielleicht unangenehm, keine Frage. Der Monat der streikenden Männer wird in einer humanitären Katastrophe enden.

  8. „Trotz allem glaube ich nicht, dass die Corona-Krise das Land in einen Backlash stürzen wird. Dafür wird sie trotz all der Einschränkungen nicht lang genug anhalten.“

    Hier erleben wir den Einbruch der Realität in eine geschlossene ideologische Welt. Es gibt Dinge, die sich nicht in die feministischen Schemata pressen lassen und die nicht verschwinden sondern uns das Leben kosten können. Was tun? Hoffen dass es bald vorüber geht.

    Derweil werden die Umfragewerte der CDU immer besser und die der Grünen schlechter. In Zeiten der Not schart man sich um die Häuptlinge.

    • „Nach den Angaben des Statistischen Bundesamtes beträgt der Männeranteil an Beschäftigten in der Landwirtschaft 76,8 Prozent, an der Lebensmittelherstellung 69,8, an der Getränkeherstellung 85,5, an Jobs im Bereich Güterumschlag und Post 73, bei Fahrzeugführern im Straßenverkehr 94,2, im Schienenverkehr 95,9, in Schutz- und Sicherheitsberufen 72,2, in der Energietechnik 96 und in der Müllentsorgung fast 100 Prozent. In den Draegerwerken, die Beatmungsgeräte herstellen, von denen zur Zeit das Überleben vieler Menschen abhängt, arbeiten zu 71,5 Prozent Männer. Dafür stellen weibliche Mitarbeiter im Lebensmittelverkauf mit 86,1 Prozent die übergroße Mehrheit, in medizinischen Gesundheitsberufen (82,4 Prozent) und in der Altenpflege (83,7 Prozent), also in nicht nur krisenrelevanten, sondern auch sehr großen Bereichen der Wirtschaft.“

      Ich weis nicht, aber mir scheint die Produktion der Güter die dann verkauft werden müssen eher relevanter als die Verkäuferinnen selbst. Eine Firma könnte ja direkt verkaufen, aber eine Verkäuferin kann nichts verkaufen, wenn keine Ware vorhanden ist.

      • „Ich weis nicht, aber mir scheint die Produktion der Güter die dann verkauft werden müssen eher relevanter als die Verkäuferinnen selbst. Eine Firma könnte ja direkt verkaufen, aber eine Verkäuferin kann nichts verkaufen, wenn keine Ware vorhanden ist.“

        Das ist ein Streit, der zu nichts führen würde.

        Wird nichts produziert, kann nichts verkauft werden.
        Wird nichts verkauft, wird auch nichts produziert.
        Wird das Produzierte nicht zum Verkauf transportiert, wird nichts verkauft – und infolgedessen auch sehr bald nichts mehr produziert.

        • „Wird nichts verkauft, wird auch nichts produziert.“
          ja, Das weiß ich. Darum habe ich vorher geschrieben dass eine Firma direkt verkaufen könnte. Ich meinte nicht das Verkaufen an sich, sondern die Arbeit der Verkäuferinnen. Und ja die Ware muss transportiert werden, aber meistens sind das ja Männer die in diesem Bereich arbeiten.

        • Darüber gibt es wenig zu streiten. Wer eher ländlich lebt, wird sicherlich den einen oder anderen Hofladen kennen, wo Erzeuger ihre Waren direkt und selbst verkaufen.
          Für die breite Masse ist das wahrscheinlich nichts, es ist aber zumindest für ein paar Leute eine gute und willkommene Alternative zur Warenlieferung an Großhandel bzw. Supermärkte.

          Btw. Verkäuferinnen gehören der aussterbenden Spezies an. Zumindest wenn es bspw. nach Amazon geht – Stichwort Amazon Go. Geschäfte, die 24 Stunden täglich geöffnet und kaum bis kein Verkaufspersonal haben, sind der feuchte Traum jedes Kapialisten. 😉

          PS:
          Was ist eigentlich unter „in medizinischen Gesundheitsberufen“ zu verstehen? Gehören dazu eigentlich nur Ärzte und Pflegepersonal oder bspw. Ergotherapeuten und andere Berufe im Gesundheitsbereich?

      • Beatmungsgeräte, Lokomotiven und Umrichterwerke werden eher von Verkäufern an den Mann gebracht, als von Verkäuferinnen. Geht unter B2B (Business to Business). Neben Verkauf sind da noch Beratung und Serviceabos. Da braucht es wieder Fachwissen, das bei jeder Firma aufs Neue erarbeitet werden muss. Schau Dir die Fachmessen für Elektrotechnik, oder Innotrans (Bahntechnik) dafür an. Eine Paretoverteilung (80:20) zugunsten der Männer ist extrem optimistisch.
        Verkäuferinnen sind gut sichtbar aber eigentlich irrelevant, da vieles auch im Onlineshop erhältlich ist.

        • Kassierin ist da der ehrlichere Begriff.

          Die Messe ein gutes Beispiel, wo man zwischen Augenschmuck, also der Hostesse, und dem Verkäufer/Berater unterscheiden kann.

          • Würde ich eigentlich auch so sehen.Aber, wenn mir jemand damit kommt sie sei wichtiger, die ganze Last geht auf ihr usw. Dann schlage ich zurück: ohne Ohren, Nase, Zunge, Augen, Beine, Penis, kann ein Mensch leben. Ohne oder machst du morgen um 8 Uhr Nieren, Lunge, Herz kann ein Mensch theoretisch auch leben nämlich mit künstlichen Organen. Das einzige Organ das man wirklich nicht künstlich oder sonstwie ersetzen kann, ist das Gehirn. Also hatte das Gehirn schon von Anfang an recht.

            Bezogen auf „Streit der Organe“ https://www.youtube.com/watch?v=ezBrYA4MfBg

    • Interessant das ihr wenn es um Väter geht, nur entsorgte Väter, die nicht in der Lage sind Kindesunterhalt zu zahlen, in den Sinn kommen. Der wohl kleinste Teil von Vätern überhaupt.

      Existieren Väter in funktionierenden, nicht-geschiedenen Familien für die Spalterin Jana überhaupt und ist es nicht viel wahrscheinlicher, das Söder genau diese Väter meint?

    • M.M.n das gleiche Phänomen wie hier, wo mehr Männer etwas zu Corona zu sagen haben. Oder auch Wikipedia, wo es mehr Autoren wie Autorinnen gibt, ohne das es für Frauen irgendein Hindernis gibt sie dort mehr einzubringen.

      Und würden sich mehr Frauen in die Diskussion Einschalten wollen, würden die Medien ihnen den roten Teppich auslegen.

      • Offenbar waren die Konditionen eben nicht so, dass der Job für Frauen interessant war.
        Die durch diese strukturelle Barriere Ausgeschlossenen werden auch noch verhöhnt.
        Das Patriarchat muss endlich die Karriereposten ändern

    • Ich vermute das Jana es Männern auch vorwerfen würde, wenn sie sich weniger wie Frauen in die Debatte einklinken würde. Männer wären dann verantwortungslos oder sowas.

  9. Ja es ist klar dass es Frauen gibt die viel mehr wollen als Kinderbetreuung, kochen, putzen und Teilweise Arbeiten. Aber diese Frauen sind so rar, wie grüne fliegende Hunde. Und dann leiden diese natürlich, weil die meisten Frauen sind froh, dass sie nicht da draußen kämpfen müssen.

    Mir wurde (ohne Witz) von einer Frau einmal gesagt, dass Männer die nicht heiraten wollen, egoistisch sind.

    • Die Argumente dafür, mal so einfach aus dem Gruppenerhalt heraus arguementiert, sind weitaus stichhalttiger als die für Feminismus oder MGTOW (was ja erstmal crazy femozentrik / gleichstellung erfordert um schlüssig zu erscheinen).

      • Also, Ich habe gar nichts gegen MGTOW. Das sind Männer die sich halt für sowas entschieden haben. Man muss immer berücksichtigen, das Meinungsverschiedenheiten meistens, von der Erfahrung und Weltanschauung geprägt ist.

          • Ich sehe das anders. MGTOW ist zwar schon eine Reaktion auf Feministinnen Politik. Aber ich sehe nicht warum MGTOW schädlich sein soll. Das sind Männer die allein bleiben wollen und das Leben so leben wollen wie Sie wollen. Was ist denn daran falsch? Ja das ist klar, eine Problemlösung wäre natürlich will intelligenter. Aber was willst du dann machen wenn das nicht funktioniert? Was willst du machen, wenn du schon in einem höheren Alter bist, und das einzige was dir interessiert ist den Rest deines Lebens so zu leben wie du willst?

          • …außerdem ist das seine Meinung. Vielleicht ist er auch gegen Haartransplantationen… Die MGTOW Befürwörter sagen zB. etwas ganz anderes.

          • Eine Währung, also eine finanzielle Absicherung des Alters, ist immer nur so wertvoll wie die Lenden die sie unterstützen.

            MGTOW sind halt auf eine ganz besondere Art und Weise blöde.

            Und klar kannst du meinetwegen strunzdoof oder auch superdollekluckkluck anderer Meinung sein als ich es bin.

            Weder werd ich mir die Mühe machen zu versuchen es für dich zu verstehen, noch dergestalt aufbereiten, das es dir verständlich würde.

      • Auf spieltheoretischer Ebene bleibt einem Mann in diesem Geschlechterkampf nur der Opt-Out; sprich MGTOW. Falschanschuldigungen, #metoo, Scheidungsrecht und Frauenförderung überall. Als Mann kann einer in so einem Minenfeld nur gewinnen, wenn er da nicht mehr mitspielt.
        Traurig, aber wahr.

        • Wir hatten hier vor einiger Zeit im Rahmen einer Diskussion über Double Binds mal den Hinweis, dass es drei Strategien gibt, wie man damit umgehen kann, dass mit gezinkten Karten gespielt wird:
          – Trainieren, dass man selbst besser im Zinken ist als das Gegenüber
          – Die Metaebene suchen, um zu fairen Spielregeln zurückzukehren
          – Das Spiel abbrechen

          PUA, MRA und MGTOW

          Nur Vollpfosten würden eine der Strategien für „dumm“ oder „böse“ erklären.

  10. Pingback: „75% der systemrelevanten Berufe werden von Frauen ausgeübt“ | Alles Evolution

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