Brauchen wir Beschäftigung?

Mal eine zur Corona Krise passende Frage:

Brauchen wir Beschäftigung und in welcher Form?

Der ein oder andere wird in der Quarantäne vielleicht ganz glücklich sein, Netflix durchschauen und faulenzen.

Andere suchen dringend nach etwas sinnvollen zu tun, renovieren das Haus etc und hoffen bald wieder auf einen Beginn der Arbeit.

Klar, das Problem wird verstärkt, weil alle Läden zu haben, man keine Parties mit vielen Leuten machen kann etc

Und vielen wird es auch schlicht um das finanzielle gehen.

Dennoch ja interessant, dass uns überhaupt langweilig sein kann. Nichts tun ist ja gleichzeitig der beste Weg Energie zu sparen.

Allerdings bringt einen Nichtstun aber auch um die Gelegenheit seinen Status zu erhöhen oder ein Absinken zu vermeiden und auch sich für Kooperationen zu qualifizieren oder seine Fähigkeiten zu verbessern.

Dagegen wiederum: wer es sich erlauben kann nichts zu tun kann damit sonstige Anzeichen für Status vorausgesetzt evt auch Status aufbauen.

38 Gedanken zu “Brauchen wir Beschäftigung?

  1. Peterson meint, neurologisch gesehen ist Glück = einem-Ziel-näher-kommen

    Wenn das stimmt, kann man beim Nichtstun nur glücklich sein, wenn das Ziel ist, einen Erschöpfungszustand zu beenden.

    • „Der Kampf gegen Gipfel vermag ein Menschenherz auszufüllen. Wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen.“

      Albert Camus

      Nee Quatsch, den Rest hab ich auch gar nicht gelesen. 😉

      • Camus hat sich auch bei mir nie ergeben. (Ich kenne die Geschichte nur in der Version von Finnemore)

        Wenn ich Peterson richtig in Erinnerung habe, meint er das aber nicht philosophisch sondern konkret biologisch. Die entsprechenden, fürs Glück relevanten Hormonausschüttungen gibt es nicht beim Erreichen des Ziels, sondern beim Gefühl, auf dem richtigen Weg zu sein.

  2. Da gibt es mehrere Aspekte, die beitragen.

    Zunächst ist es mentalitätsabhängig. Menschen empfinden und reagieren nun mal unterschiedlich. Was dem einen gefällt, stört einen anderen.

    Es kommt sicher auch darauf an, wie lange so ein Zustand anhält. Die ersten paar Wochen mögen noch wie Urlaub erscheinen, aber zunehmend zieht die Langeweile ein. Manch einem fällt die Decke auf den Kopf.

    Wer Untätigkeit freiwillig gewählt hat, kommt besser damit klar, als jemand, dem sie aufgezwungen wurde.
    Noch schlimmer ist es, wenn (wichtige) Pläne umgestoßen wurden, die vielleicht die gesamte (berufliche) Existenz in Frage stellen (wie es derzeit vielen Selbständigen, Freiberuflern, Handwerkern, Dienstleistern, Unternehmern ergeht).

    Es kann recht erholsam sein, nicht auf andere angewiesen zu sein, und mal wieder dazu zu kommen, ein Buch zu lesen oder einen Film zu schauen (Tipp für alle, die nicht wissen, wohin mit ihrer Zeit: die Feynman Messenger Lectures).

    Derzeit kann es schwierig sein, zu Erfolgserlebnissen zu kommen, was auf Dauer den Menschen nicht gut tut.
    Ich hole mir meine Erfolgserlebnisse mit Kochen, da ich aktuell dafür genug Zeit habe, und die Restaurants eh geschlossen haben. Und schließlich muss man ja was essen.

    • Zustimmung.

      Von Richard Feynman gibt es auch (mehr oder weniger) laientaugliche Bücher, sogar auf deutsch. Er schreibt recht unterhaltsam und vermag es z.B: ganz gut, komplexe Zusammenhänge aus der Quantenwelt zu erklären:

    • Kochen ist sicher eine gute Beschäftigung. Man hat ein schnelles Erfolgserlebnis, kann die Zutaten etc. selber bestimmen und gezielt auf seine Vorlieben hin gestalten.
      Dazu ist Auswärts Essen eine der sichersten Möglichkeiten viel Geld für oft wenig Ergebnis auszugeben.a

    • Du hast da vollkommen recht. Es geht hier vor allem um den Kontrollverlust. Ich bin es gewohnt mein Leben weitestgehend selbst im Griff zu haben. Ich brauche keine Nanny. Da ist man schnell Abweichler, gerade heute, wo jeder am liebsten sein ganzes Leben vom Staat geregelt haben möchte. Aber selbst die kleine Illusion der Freiheit hält die Menschen aufrecht. Rausgehen, wann man will. Mit wem man will. Leute treffen. Wild knutschen und vögeln. In eine Bar gehen und sich hemmungslos besaufen. Für die meisten ist es genug. Und auch wenn ich selbst kaum rausgehe, muss ich zumindest die Möglichkeit haben. Reicht mir schon. Ja, damals in der Reha habe ich auch an Sonntagen, wenn ich keine Termine habe, meist die Zeit im Zimmer verbracht. Aber da wusste ich, dass ich jederzeit rauskonnte. Wenn ich wollte. Und das macht den Unterschied zu heute.

      Das ist das Stichwort: Selbst entscheiden, was man machen will. Und das fehlt.

      Noch äußert es sich nur im Hamstern von Toilettenpapier. Warum hamstert der Doitsche Toilettenpapier? Klar: Er weiß von Kanzler Birne halt: Es zählt, was hintenraus kommt. Der Niederländer hamstert Haschisch. Dauerbreit übersteht man die Scheiße halt besser. Die Franzosen eher klassisch mit Rotwein und Kondomen. Mon amour toujours. Alles Maßnahmen um den Kontrollverlust zu übertünchen.

      • Die Deutschen „hamstern“ Klopapier, weil u.a. unsere Dummenmedien das Thema mit ihrer verantwortungslosen Spöttelei in den Fokus gerückt und dadurch eine sich selbst verstärkende Hortungsspirale in Gang gesetzt haben. Bei uns sind seit Wochen die entsprechenden Regale komplett leer und überall hängen Schilder mit blabla-haushaltstypische Mengen, aber es wird schlicht nicht mehr aufgefüllt. Wer nicht rechtzeitig entsprechende Mengen gekauft hatte, steht jetzt blöd da.Wer noch was findet, kauft, was er bekommen kann, vollkommen logisch und rational.

        Zum Glück kann man noch online bestellen. Wir haben für 20 Euro+ Versand acht 8ter Packungen bestellt (weniger ging absurderweise nicht), wenn auch nur zweilagiges Papier. Wir brauchen als Familie 2-3 Rollen pro Woche, man kann sich also ziemlich genau ausrechnen, wie lange die eigenen Vorräte reichen.

        Aber es nervt mich echt, wie man das Thema wieder gegen unser Volk ausschlachtet und uns verspottet. Muss das immer sein? Die meisten Sachen kann man immer noch (oder wieder) kaufen, das Gezänk hielt sich im Rahmen, die meisten haben sich sehr umsichtig und zivilisiert verhalten. Für eine angeordnete zweiwöchige Quarantäne braucht eine Familie erstaunliche Mengen Lebensmittel usw., eine Menge, die Durchschnittsfamilien normalerweise nicht auf Lager haben. Wenn die alle auf einmal entsprechend spät vorzusorgen beginnen, ist eine temporäre Knappheit vorprogrammiert, kann gar nicht anders sein! Nur verblödete Journalisten mit Dyskalkulie kapieren das nicht, nachdem sie (wie unsere Deppenregierung) anfangs alles runtergespielt hatten…

        • Seit 2016 gingen doch auch die Papiere vom Bundesamt für Merkelfallschutz um, die uns anrieten für 2 Wochen Katastrophe gewappnet zu sein.

          Ging natürlich unter im ständigen Prepper und Reichsbürgerspot der Medien.

          https://www.focus.de/politik/deutschland/erstmals-seit-kalten-krieg-bundesregierung-fordert-bevoelkerung-auf-vorraete-fuer-den-notfall-anzulegen_id_5845252.html

          https://www.epochtimes.de/politik/deutschland/vorbereitung-auf-katastrophenfall-neuer-staatlicher-krisenplan-fuer-versorgungsengpaesse-a2050809.html

          hätte TP ne brauchbare Suche gäb’s gar nen linksversifften Link.

          Und ja, obwohl ja nun jeder ein Smartphone mit Kamera hat, bescheidenes bis beschissenes Verhalten wurde wie immer nur bei nicht-europäern aufgenommen, wie immer halt, wie immer halt …

        • Der Run auf Klopapier war ein globales Phänomen…also zumindest in Ländern wo Klopapier gebräuchlich ist

          Kann man also nicht den deutschen Massenmedien vorwerfen.

          Witzig fand ich ja, dass eine Weile am Anfang nur die vierlagigen vergriffen waren, dreilagig und Recycling gab’s noch Palettenweise ..hat sich dann aber schnell geändert

        • Das Märchen vom bösen Hamsterer hält sich weiterhin hartnäckig. Tatsächlich liegen die beobachteten Versorgungsengpässe alle an einem deutlich gestiegenen Verbrauch und nicht an einem Einlagern für schlechte Zeiten. Im Fall von Toilettenpapier ist der Verbrauch gestiegen weil die Leute eher zu Hause aufs Klo gehen und weil Zuhause-Klopapier ein vollkommen anderes Produkt als Unterwegs-Klopapier ist.

          https://marker.medium.com/what-everyones-getting-wrong-about-the-toilet-paper-shortage-c812e1358fe0

          • „Tatsächlich liegen die beobachteten Versorgungsengpässe alle an einem deutlich gestiegenen Verbrauch und nicht an einem Einlagern für schlechte Zeiten.“

            Schwachsinn!

            Es wurde und wird immer gleich viel geschissen. Ob zu Hause, oder unterwegs.
            Du kriegst auch kein Küchenpapier mehr. Wie erklärt man das? Mit mehr Dreck in der Küche?

            Hefe soll seit Wochen ausverkauft sein. Wollen die Leute jetzt zu Hause Bier brauen?
            Wem willst Du weismachen, dass plötzlich die Backlust ausgebrochen ist?

            Nee, wir erleben schon bei einem besseren Schnupfen eine Massenhysterie. Ich hatte vor einigen Jahren im Falle einer Pandemie eine ähnliches Szenerie hier im Blog beschrieben, war aber von einer echten Katastrophe ausgegangen.
            Sich hier und jetzt die Kammer mit Klo- und Küchenpapier vollzuknallen, halte ich einfach nur für rücksichtslos. Auf selbstgebackenen Kuchen kann ich länger verzichten, das mögen die Leute meinetwegen hamstern, bis die Gefriertruhe birst.

          • Der Verbrauch Zuhause steigt natürlich, wenn Leute nicht mehr arbeiten oder unterwegs sind und nur Zuhause die Toiletten nutzen. Es gab auch mal einen Artikel nachdem der Verkauf von Großrollen und dem Papier schlechter Qualität, wie man es in Betrieben etc einsetzt stark gesunken ist

          • Wurde in unserer empirischen Welt eigentlich schon der Gender-Klopapier-Gap beleuchtet? Es ist offensichtlich, dass Frauen erheblich mehr Klopapier verbrauchen. Während Männer am Ende alles abperlen lassen, nutzen Frauen auch beim kleinen Gang zum Klo meistens das begehrte Produkt. Selbst im Wald hinterlassen sie gerne dann ein weiß-leuchtendes Tempo hinterm Baum.

            Wer benötigt also überwiegend all das Klopapier? Wenn es die Frauen sind, aber ebenso viele Männer Klopapier horten, dann tun sie das wohl, um ihre Frauen zu versorgen. Ganz klassisch – wie es sich gehört in der Not.

            Der Beweis ist allein schon, dass das Vierlagige immer komplett vergriffen ist, das Harte für die Männer aber noch lange verfügbar war.

  3. Es gibt nicht nur Status auf der Welt. Wir haben ein hochentwickeltes Gehirn, das Reize und Abwechslung benötigt um ausgeglichen zu sein.

  4. Man gewöhnt sich im Leben oft an viel Freizeit und entwickelt dann Strategien damit Langeweile nicht aufkommt, z.B. viel und lange Schlafen, Fernsehen etc.
    Das ist oft bei Rentnern der Fall die nach dem Ende des Arbeitslebens einen plötzlichen Schock der Umstellung erleben aber sich dann in den ersten Jahre der Rente an die viele Freizeit gewohnen und in der Regel sich gut beschäftigen wissen, z.B. mit Reisen.

    Ob Beschäftigung für einen gut ist kommt sicher auch auf die Persönlichkeit drauf an.

  5. Ich brauche vor allem Abwechslung und ab und zu Ruhe für mich, meine Motivation sinkt mit der Dauer des Aufenthaltes in den eigenen vier Wänden kontinuierlich ab. Noch schneller, wenn ein gewisser Dichtestress da ist, weil die Kinder herumspringen, versorgt und beschäftigt werden müssen und weil meine Frau das ungewöhnliche Talent hat, mir immer in den Weg zu springen, wenn ich gerade irgendwas machen will. Und weil ich keinen richtigen Platz nur für mich habe, da wir zu beengt wohnen. Zum Glück war das Wetter schön (wir hatten die letzte Woche Urlaub, normalerweise hätten wir da unsere Eltern besucht) so dass ich in den Garten ausweichen konnte und die Stimmung nicht so regenwetter-mässig war.

    Heute habe ich es nicht mehr ausgehalten und bin in die Firma gefahren, geht bei uns zum Glück auch an Feiertagen). Stadtbewohner, die vielleicht nicht arbeiten gehen können und mit Familie in die Wohnung eingepfercht sind, tun mir echt leid…

  6. „Mal eine zur Corona Krise passende Frage:

    Brauchen wir Beschäftigung und in welcher Form?“

    Da wir in der Firma dabei sind, eine neue Produktlinie aufzubauen und dabei gleich den ganzen Produktionsprozess umstellen, wurde mir sogar mein Osterurlaub gestrichen, während alle anderen ihn nehmen MUSSTEN. Corona-Langeweile kommt bei mir also derzeit überhaupt nicht auf.

    Ansonsten aber habe ich so viele Projekte, die ich gern noch angehen würde, dass ich selbst bei einer lebenslangen coronabedingten Zwangspause genug Beschäftigung hätte.

    Weit mehr Probleme bereiten mir die ganz normalen Alltagsbesorgungen. Mal eben in den nächsten Supermarkt und zum Mittag ein belegtes Brötchen holen, kann schnell zu einer längeren Aktion mutieren. Und seit einer Woche versuche ich, banale Küchentücher zu besorgen. Aber die Regale in den Läden sind leergefegt, wie die mit dem Klopapier. Verdammte Hamster!

    Die Corona-Pandemie wird Bezos in einem Dauerzustand der Euphorie halten, während die kleinen Läden vor Ort gerade dabei sind, ihre Kunden forever zu verlieren. Das macht mir bei dieser ganzen Geschichte am meisten Sorgen.

    • Bin ich gar nicht so sicher. Es kann auch zu einem Revival des interpersonalen Einkaufens führen. Es ist einfach etwas Besonderes, am kleinen Häuschen des Schweinebauers anzustehen mit gebührendem Abstand, um dann die Würste aus der Schlachtung von gestern erwerben zu können. Es ist ein sozialer Akt. Da freut man sich schon vorher drauf. Denn letztlich bleibt der Mensch ein soziales Wesen.

      Die Seuche wird in einer kalten, numerischen Welt schon sehr bald sehr vielen zeigen, wie wichtig der Kontakt mit realen Menschen ist.

  7. Also ich habe sonst, wenn ich arbeiten muss, viel zu wenig Zeit für meine häuslichen Interessen, so dass ich das jetzt nicht unangenehm empfinde. Gartenarbeit, endlich mal die Bücher lesen, die seit Jahren ungelesen rumliegen, längere Telefongespräche, ganz in Ruhe kochen (abwechselnd mal ich mal meine Frau), Nachrichten aus Kolumbien schauen (da ist Ausgangssperre für nichtwesentliche Sachen bis zum 27. April), und gelegentlich ein kleiner Spaziergang (wir wohnen am Stadtrand und können ungestört durch die Gärten und Felder laufen).

    So lange am 1. das Geld auf dem Konto ist lässt sich das aushalten

  8. Nun, beschäftigen tun wir uns doch. Beispielsweise durch deinen Blog.
    Ich muss ehrlich gestehen, dass mir nach wie vor quasi nichts fehlt (habe aber auch das Glück in großzügigen räumlichen Verhältnissen am Ortsrand eines ländlichen Städtchens zu wohnen).
    Sogar Sachen die ich vroher als essentiell betrachtet habe, wie Restaurantbesuche, finde ich völlig verzichtbar. Meine Kollegen sowieso. Insgeheim hoffe ich, dass es zumindest noch ein paar Wochen so weitergeht,

  9. Schöner Familienfilm.
    Besonders in Verbindung mit der Frage, warum wohl gegen ein ganz normales Gefühl wie Hass (im Englischen ja weitaus normaler als im Deutschen sprachlich, I hate to tell you) geht? Und wohin die Reise wohl führen mag.

    Und wohl der Klassiker (und einzige mir bekannte Film mit einem echten Happy End!) schlechthin.

  10. „Andere suchen dringend nach etwas sinnvollen zu tun, renovieren das Haus etc und hoffen bald wieder auf einen Beginn der Arbeit.“

    Ein Erwachsener, der sich beim Nichtstun langweilt, hat mMn im Leben irgendwas falsch gemacht. Ich finde Müßiggang sehr befriedigend. Ich habe nie verstanden, warum manche Menschen immer irgendwas machen müssen. Man hat endlich mal Zeit sich mit sich selbst zu beschäftigen, aber ich denke genau das haben die meisten Menschen verlernt. Sich bewusst selbst gegenüberzutreten und zu reflketieren. Dazu bleibt im Alltag ja kaum Zeit.

    • „Ich habe nie verstanden, warum manche Menschen immer irgendwas machen müssen.“
      Mein Mann ist so, immer unter Strom, immer ein Projekt am Start, immer wuseln, Hummeln im Arsch, Energie ohne Ende, immer Ideen, bei Wind & Wetter draußen aktiv, niemals Stillstand.
      Nun wird er bald operiert, nichts Schlimmes, aber danach 4 Wochen Ruhepause. Keine Werkstatt, keine Arbeit, kein Sport, keine Alltagsverrichtungen im Haushalt, kein Auto fahren, nichts, maximal lange Spaziergänge.
      Er liest aber auch nicht, guckt kein TV, zockt nicht, interessiert ihn alles ’nen Scheiß.

      Mir geht der Arsch auf Grundeis, denn
      er wird hier die Wände hochgehen und schrecklich darunter leiden.
      Keine Ahnung, wie wir das durchstehen.
      Mein ursprünglicher Plan war, dass er die Zeit nutzt und quer durchs Land per Zug fährt und mal wieder all seine Kumpels besucht.
      Dann kam der Lockdown.
      Ideen?
      (Jetzt sagt nicht: Steuererklärung machen! 😀 )

      • Interessant, dass du dir tagesstrukturierende Maßnahmen für deinen Mann ausdenkst. Der wird doch hoffentlich nicht am Kopf operiert.
        Mein Tipp wäre, ihn darin zu bestärken, selbst kreative Ideen für die Rekonvaleszenz zu finden. Und ihn dann auch in Ruhe zu lassen, wenn er eine Beschäftigung gefunden hat. („Pssst! Papi bastelt gerade wieder an seinen Kastanienmännchen!“)

        • @beweis
          Nein, aber an den Händen.
          Also leider keine Kastanienmännchen.

          Ich will ihm nichts vorschreiben, aber zumindest einen Plan B haben, wenn er anfängt, hier wie Tiger im Käfig Runden zu laufen.
          Ich bin tatsächlich eine Frau, die ihn oft „in Ruhe lässt“, weil er Handwerker ist und Fokus braucht für sein Schaffen.
          Das ist jetzt das Schwierige daran, er interessiert sich am meisten für die „echten“ Dinge, die Bestand haben, von denen was bleibt (er ist Tischler) und ist da sehr kreativ.
          Müßiggang mit Medien macht er fast nie, weil Zeitverschwendung und wenn dann sind es maximal Tutorials.
          Außerdem leben wir auf einem alten Restehof… ich kann das gut aushalten und improvisiere viel, er will halt „machen“, deswegen mein Plan, dass er runter von der Baustelle kommt.

          @mispel Jo, er ist das Brett und ich spiele.

          @BlueJaw Das ist witzig! 🙂

          @Murdoch Danke, ich schau mit das mal an.

  11. Mir geht es prima! Ich wohne zwar alleine in einer winzigen Wohnung und bin da wegen Homeoffice ziemlich festgenagelt, aber ich mache das Beste draus. Fester Tagesrythmus, jeden Tag aktive Mittagspause, pünklich Feierabend und dann noch Sport draußen. Während der Telkos mache ich viel Gymnastik, koche immer was Schönes und an den Wochenenden mache ich das, was ich ohnehin seit vielen Jahren am Liebsten mache. Lange Wanderungen. Und das Tolle ist: Die Kinder wollen jetzt immer sehr gerne mit, so dass ich sie viel mehr sehe als vor der Krise.
    Es ist wunderbar still draußen, die Menschen sind viel freundlicher als sonst und der Himmel blau wie nie. Ich bin maximal entschleunigt und hadere auch nicht damit, dass ich mir die großen und kühnen Pläne für die Zukunft erst einmal abschminken muss (vielleicht auch für immer). Da müssen halt die kleinen Freuden des Lebens herhalten und davon habe ich viele.

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