Kein Blank Slate bzw Tabula rasa

In feministischen Kreisen wird häufig tatsächlich noch ein Blank Slate vertreten.

Insofern lohnt es sich die Argumente noch mal zusammenzutragen.

In der Neuzeit hat Sigmund Freud den Begriff des unbeschriebenen Blattes in seiner Abhandlung „Notiz über den Wunderblock“ (1925) in Bezug auf das System Wahrnehmung-Bewusstsein in Abgrenzung zum Unbewussten verwendet.[10]

Einige moderne Wissenschaftsdisziplinen haben die Vorstellung von der Tabula rasa in Frage gestellt. Kognitionswissenschaftler haben verschiedene angeborene Mechanismen identifiziert, die Voraussetzung für Lernen sind (z. B. einen Sinn für Objekte und Zahlen, eine Theory of Mind). Laut der Evolutionspsychologie gibt es eine Reihe von kulturellen, gesellschaftlichen, sprachlichen, verhaltensbezogenen und psychologischen Merkmalen, die sich in allen menschlichen Populationen finden. Zweitens können viele menschliche Charakteristika (z. B. AppetitRacheAttraktivität) nur als evolutionäre Anpassungen im Kontext der Jäger und Sammler verstanden werden. Die Neurowissenschaft hat gezeigt, dass das pränatale Gehirn komplexe Verschaltungen durchläuft, die genetisch gesteuert werden. Auch verträgt sich die Tabula rasa nicht mit der Erkenntnis der Verhaltensgenetik, dass alle menschlichen Verhaltensmerkmale teilweise erblich sind.[11]

Die englische Wikipedia ist da schon etwas ausführlicher:

Psychology and neurobiology

Main article: Nature versus nurture

Psychologists and neurobiologists have shown evidence that initially, the entire cerebral cortex is programmed and organized to process sensory input, control motor actions, regulate emotion, and respond reflexively (under predetermined conditions).[9] These programmed mechanisms in the brain subsequently act to learn and refine the ability of the organism.[10][11] For example, psychologist Steven Pinker showed that—in contrast to written language—the brain is „programmed“ to pick up spoken language spontaneously.[12]

There have been claims by a minority in psychology and neurobiology, however, that the brain is tabula rasa only for certain behaviours. For instance, with respect to one’s ability to acquire both general and special types of knowledge or skills, Michael Howe argued against the existence of innate talent.[13] There also have been neurological investigations into specific learning and memory functions, such as Karl Lashley’s study on mass action and serial interaction mechanisms.

Important evidence against the tabula rasa model of the mind comes from behavioural genetics, especially twin and adoption studies (see below). These indicate strong genetic influences on personal characteristics such as IQ, alcoholism, gender identity, and other traits.[12] Critically, multivariate studies show that the distinct faculties of the mind, such as memory and reason, fractionate along genetic boundaries. Cultural universals such as emotion and the relative resilience of psychological adaptation to accidental biological changes (for instance the David Reimer case of gender reassignment following an accident) also support basic biological mechanisms in the mind.[14]

Social pre-wiring

Twin studies have resulted in important evidence against the tabula rasa model of the mind, specifically, of social behaviour.

The social pre-wiring hypothesis refers to the ontogeny of social interaction. Also informally referred to as, „wired to be social.“ The theory questions whether there is a propensity to socially oriented action already present before birth. Research in the theory concludes that newborns are born into the world with a unique genetic wiring to be social.[15]

Circumstantial evidence supporting the social pre-wiring hypothesis can be revealed when examining newborns‘ behaviour. Newborns, not even hours after birth, have been found to display a preparedness for social interaction. This preparedness is expressed in ways such as their imitation of facial gestures. This observed behaviour cannot be attributed to any current form of socialization or social construction. Rather, newborns most likely inherit to some extent social behaviour and identity through genetics.[15]

Principal evidence of this theory is uncovered by examining twin pregnancies. The main argument is, if there are social behaviours that are inherited and developed before birth, then one should expect twin fetuses to engage in some form of social interaction before they are born. Thus, ten fetuses were analyzed over a period of time using ultrasound techniques. Using kinematic analysis, the results of the experiment were that the twin fetuses would interact with each other for longer periods and more often as the pregnancies went on. Researchers were able to conclude that the performance of movements between the co-twins were not accidental but specifically aimed.[15]

The social pre-wiring hypothesis was proved correct, „The central advance of this study is the demonstration that ’social actions‘ are already performed in the second trimester of gestation. Starting from the 14th week of gestation twin fetuses plan and execute movements specifically aimed at the co-twin. These findings force us to predate the emergence of social behaviour: when the context enables it, as in the case of twin fetuses, other-directed actions are not only possible but predominant over self-directed actions.“[15]

Gerade im Geschlechterbereich finde ich auch die hier schon häufig angeführten Sonderfälle, von CAH-Mädchen bis Transsexualität wichtig.

Welche Argumente für oder gegen einen „Blank Slate“ findet ihr überzeugend?

74 Gedanken zu “Kein Blank Slate bzw Tabula rasa

  1. Wichtig ist, dass sowohl sexuelle Orientierung als auch empfundenes Geschlecht angeboren sind und auch nicht geändert werden können. Damit ist klar belegt, dass das Gehirn in mindestens diesen beiden Aspekten nicht leer auf die Welt kommt und auch erstaunlich wenig Flexibilität hat. Da eine Einschränkung des „mindestens“ auf exakt diese zwei Punkte von jeder weiteren Erkenntnis zu dem Thema bedroht ist, läuft das ganze Argument sehr schnell auf ein „god of the gaps“ hinaus. Meiner Ansicht nach müsste deshalb das Skandinavische Paradoxon und Transsexualität im Kern der Gender Studies stehen, da hier eine Falsifikation droht die entweder eingegrenzt oder widerlegt werden muss. Stattdessen wird mit Ideologie anderswo Strohfeuer gelegt um seine Pfründe zu retten.

    • „Damit ist klar belegt“

      Ich seh keinen Beleg, nur ne Behauptung.

      „Empfundenes Geschlecht“, kann man das überhaupt nachweisen oder widerlegen, zum Beispiel bei nem „Genderfluiden“?

      Und ich kenn 2 Leute, männlich, bei denen ich vermute, daß sie sich ihre (verklemmte) Bisexualität erst im Jugendheim eingefangen haben.

        • Ganz billiger Strohmann.
          Sexuelle Präferenzen können sich im Laufe eines Lebens ändern, daß manche Schwule Heterofamilien gründen, und manche Heterosexuelle Altershomosexualität für sich entdecken, ist hinreichend bekannt.
          Das laß ich mir auch gerne von kompetenten Leuten näher erklären und einordnen.

          Von dir erwarte ich aber erstmal eine Erklärung oder Korrektur dieser Nullaussage:

          „Wichtig ist, dass sowohl sexuelle Orientierung als auch empfundenes Geschlecht angeboren sind und auch nicht geändert werden können. Damit ist klar belegt (…)“

          Meinst du vielleicht biologisches Geschlecht?

          • Ähm nein. Ich meine wir können gerne Adrian fragen, aber ich halte es aus biologischer Sicht und auch aus evolutionären Gründen für gegeben, dass sexuelle Orientierung angeboren ist. Dafür spricht unter anderem dass man das offenbar auch mit Therapie nicht ändern kann (Heilung). Dass ich das auch nicht für notwendig erachte spielt dabei gar keine Rolle.
            Nein ich meine nicht das körperliche Geschlecht, sondern als was man sich empfindet. Offenbar ist es möglich sich als ein Geschlecht zu empfinden, dass nicht in Deckung mit der eigenen Physis ist. Dass das ebenfalls nicht beliebig ist zeigt unter anderem das Drama um David Reimer aber auch Geschlechtsangleichende Operationen bei Kindern mit unklarem Geschlecht.

          • Sexuelle Orientierung hat doch nichts mit empfundenem Geschlecht zu tun. Wie kann ich ein Geschlecht überhaupt empfinden? Ich habe doch keine Vergleichsmöglichkeit in mir selber. Ich bin ich – wenn ich an mir runterschaue, sehe ich das was, was mich als Mann ausweist. Also bin ich das. Auch wenn ich rosa liebe und mit Puppen spiele.

            Ganz anders sieht es doch mit der sexuellen Orientierung aus. Selbst meine Mutter ist in mittlerem Alter zu Frauen gewechselt. Sexuelle Orientierung ist im Leben durchaus wandlungsfähig. Nun kann man wie bei Pädophilen versuchen, diese Neigungen zu beseitigen – früher wollte man das ja auch mit Schwulen so machen – das funktioniert aber durch Außeneinflüsse eher selten bis gar nicht.

            Also bin ich definitiv ein Mann, der sexuell an Frauen interessiert ist. Vielleicht treffe ich mal einen Mann, der in mir etwas auslöst, dass ich dann auf diesen Mann oder gar auf Männer stehe. Egal wie ich mich verhalte, was ich mache, was ich liebe, ich bleibe aber ein Mann. Ich kapiere bis heute nicht, wie so etwa infrage gestellt werden kann.

          • „Selbst meine Mutter ist in mittlerem Alter zu Frauen gewechselt. Sexuelle Orientierung ist im Leben durchaus wandlungsfähig.“

            Bei Frauen ja. Sie können je nach Lage zwischen Hetero- und Homosexualität hin- und herswitchen.
            Das ist auch schon lange wissenschaftlicher Konsens.

            Und weil Frauen sich für ihre sexuelle Ausrichtung entscheiden können, denken die Feministas in ihrer unnachahmlichen Empathiefähigkeit, dass das auch für Männer gilt.
            Bei denen – und das ist mittlerweile auch common sense in der Wissenschaft – ist die sexuelle Ausrichtung tatsächlich von Geburt an festgelegt und auch nicht mehr änderbar.
            Dass es Schwule gibt, die mit einer Frau verheiratet sind und mit der sogar Kinder haben, dürfte eher gesellschaftlichen Normerwartungen geschuldet sein, denn einer persönlichen Präferenz.

          • @ Sebastian
            Ob etwas angeboren ist, ist kein Indikator für oder gegen eine Krankheit. Viele Krankheiten sind angeboren. Und nicht alle sind heilbar – zumindest noch nicht.
            Was eine Krankheit ist, ist in gewissem Sinne auch eine gesellschaftliche Definition.

          • „Selbst meine Mutter ist in mittlerem Alter zu Frauen gewechselt.“

            Kein großes Ding. Selbst „heterosexuelle“ Frauen schmusen mit ihren Freundinnen mehr rum, als so manches heterosexuelle Paar.
            Weibliche Sexualität im Sinne männlicher Sexualität gibt es nicht.

            Faustregel:
            schwul = sexuelle Orientierung
            lesbisch = Lebensstil
            queer = Politik

          • @beweis:
            „Sexuelle Orientierung hat doch nichts mit empfundenem Geschlecht zu tun. Wie kann ich ein Geschlecht überhaupt empfinden? Ich habe doch keine Vergleichsmöglichkeit in mir selber. Ich bin ich – wenn ich an mir runterschaue…“
            ———————————
            Sowohl „sexuelle Orientierung“, als auch die Prädisposition für das eigene „Geschlechts-Empfinden“ sind zwei zeitlich unabhängig ablaufende Prozesse, die pränatal determiniert werden, wie dies u.a. die Neurobiologin und bekennende „cis-„Lesbe, Dr. Veronica Drantz, ausführt.
            Diesbezügliche Uneindeutigkeiten, sowie spätere Möglichkeiten des „hin- und her-switchens“ sind ebenfalls als Möglichkeiten im Einzelfall biologisch determiniert, was aber nicht bedeutet, daß jedem und jeder „alles“ möglich ist, vielmehr sind diese Gegebenheiten im Regelfall bei den allermeisten Menschen stabil.
            Die eigene Geschlechts-Wahrnehmung und -Empfindung mit dem „wenn ich an mir runterschaue“ zu erklären, entspricht genau dem untauglichen Vorgehen im Rahmen des Experiments, mit dem der schwule, pädosexuelle John Money die Reimer-Zwillinge über Jahre hinweg bei deren „Therapie-Terminen“ malträtiert hat.
            Die Befassung mit diesem Fall ist ein „Muß“, insbesondere für alle immer noch unbedarft in Sachen „Geschlechtswesen“ daher schwätzenden Zeit-Genoss_Innen: BBC-Doku:
            „The Boy Who Was Turned Into a Girl (part 1 of 5)“:

          • Afaik könnte die sexuelle Orientierung vorgeburtlich durch die Mutter beeinflusst werden. Irgendwo mal vor einigen Monaten gelesen, dass Frauen in der Schwangerschaft Anti-Körper gegen das Embryo bilden. Dies soll sich auf diw sex. Präferenz, insbesondere des Zweitgeborenen auswirken.

            Bei Pädophilen wird mWn. nicht versucht, die Neigung zu entfernen oder zu unterdrücken, sondern ins Sozialverträgliche zu kanalisieren.

          • @Adrian, natürlich ist Krankheit eine Definition und nicht abhängig davon ob etwas angeboren ist. Ich wollte nur verdeutlichen, dass wir (zumindest männliche) Homosexualität nicht durch Therapie ändern können. Brauchen wir mMn auch nicht, denn das ist echt Privatsache. Aber wenn wir das nicht ändern können muss es auch sehr wahrscheinlich eine andere Ursache als Sozialisierung haben.

          • @carnofis:

            „Bei Frauen ja. Sie können je nach Lage zwischen Hetero- und Homosexualität hin- und herswitchen. Das ist auch schon lange wissenschaftlicher Konsens.“

            Echt? Hast du da ne Quelle zu? Oder ist mir die Ironie entgangen? 🙂

          • „Hast du da ne Quelle zu? Oder ist mir die Ironie entgangen?“

            Die Ironie beschränkt sich auf das „beliebig hin- und herswitchen“, ansonsten stimmt die Aussage.
            Quelle muss ich nachliefern. Hab ne Vermutung, woher ich das habe, habe aber derzeit keinen Zugriff auf die Quelle.

          • „Die Ironie beschränkt sich auf das „beliebig hin- und herswitchen“, …“

            Also auf das „beliebig“.

      • °„Empfundenes Geschlecht“, kann man das überhaupt nachweisen oder widerlegen, zum Beispiel bei nem „Genderfluiden“?
        Und ich kenn 2 Leute, männlich, bei denen ich vermute, daß sie sich ihre (verklemmte) Bisexualität erst im Jugendheim eingefangen haben.“
        ———————————————
        „Genderfluide“ dürften wohl eher eine Ausnahme sein im Spektrum dessen, was Menschen als ihr Geschlecht empfinden. Nach meiner diesbezüglichen Erfahrung gehe ich davon aus, daß Menschen unterschiedlich eindeutig determiniert sind, und daß es bei einigen auch eine klare Determinierung für „Uneindeutigkeit“ (non-binary, gender-fluid etc.) gibt, wobei sich die Determinierung im einzelnen bezüglich des jeweiligen Ausmaßes bzw. der Bedeutung, die dies für den einzelnen Menschen hat, zum Teil erheblich unterscheidet.

        Und zu dem Beispiel mit den beiden „verklemmten“ Bisexuellen ist zu sagen, daß dies ja auch wieder dafür spricht, daß sich „diese“ (Bisexualität) erst im Jugendheim, bei entsprechend gebotener Gelegenheit und Umwelt-Gegebenheit als ihre diesbezügliche Disposition manifestiert hat.
        Daß sich viele genetische Dispositionen erst bei entsprechenden Umwelt-Gegebenheiten manifestieren, ist eine altbekannte Tatsache in der Biologie!

    • Dem stimme ich absolut zu. Die Tatsache, dass es aller „Heteronormativität“ zum Trotz überhaupt Homo- und Transsexuelle gibt, ist für sich genommen schon ein deutlicher Hinweis, dass die Tabula-Rasa-Theorie nicht stimmen kann. Was sie aber vollends disqualifiziert, ist der Umgang ihrer Vertreter mit diesem Widerspruch. Es wird ja meines Wissens nicht einmal der Versuch unternommen, das zu erklären – stattdessen beschäftigt man sich eher mit der Frage, warum nicht noch viel mehr Leute homosexuell sind, und beantwortet sie damit, dass die Sozialisierung die Natur überlagert. Demnach wäre also Homosexualität angeboren und natürlich, und Heterosexualität wäre anerzogen und unnatürlich. Wie bei den Religiösen, nur umgekehrt. Und beide verteidigen ihre Haltung wider besseres wissenschaftliches Wissen und aus rein ideologischen Gründen.
      Ich frage mich, warum das so ist. Meiner Ansicht nach liegt die Antwort in der Persönlichkeit derer, die diese Theorie vertreten.
      Empirische Studien zeigen, dass Konservative und Religiöse eine niedrige Ekelschwelle haben. Der Ekel vor dem Unnormalen führt zu Hass. Um den Hass zu rechtfertigen, erklärt man das Unnormale zur Sünde, zum Werk des Teufels, zum Unnatürlichen.
      Bei den Sozialkonstruktivisten lief es wohl ähnlich ab, nur war hier der Auslöser anscheinend das Trauma der Ablehnung, die sie durch die eigene Homosexualität von der Gesellschaft ihrer Zeit erfahren haben (zumindest sind die meisten einflussreichen Sozialkonstruktivisten, die mir jetzt einfallen, z.B. Butler, homosexuell). Möglicherweise hat man, um das Trauma zu verarbeiten, kurzerhand die Heterosexualität zum Unnatürlichen, zum Aufgezwungenen erklärt, während die Homosexualität das Natürliche ist, das Angeborene, für das man nicht selbst verantwortlich ist.

      • Die Heterosexualität soll ja der Sündenfall der Menschheit sein. Damit kam alles Elend in die Welt, allen voran die Unterdrückung der Frauen durch die Männer. Nur der Homosexuelle ist unschuldig und steht über dem allen, er ist die Personifikation der unsprünglichen Reinheit und damit des „Blank Slate“.
        Das Ganze scheint einfach ein Plagiat der biblischen Schöpfungslehre zu sein, wobei der Sünderfall nicht der Apfel ist, sondern die Heterosexualität von Adam und Eva….

        • „Nur der Homosexuelle ist unschuldig und steht über dem allen, er ist die Personifikation der unsprünglichen Reinheit und damit des „Blank Slate“.“

          Nicht ganz richtig, Personen die (vorgeblich) überhaupt nicht aufs Geschlecht kucken, weder bei sich noch bei andern (also z.Bsp. Lann Hornscheidt), sollen die zukünftigen moralischen und geistigen Übermenschen sein.

          • Also sollen Leute die ihre Genitalien in alles reinstecken oder ranhalten was nicht bei drei auf den Bäumen ist der neue Übermensch sein?
            Klint für mich eher wie Nietzsches „letzter Mensch“.

          • @BJ
            vom Prinzip her hast du absolut recht, die reine Unschuld kann nur in der Asexualität gesehen werden, hier sollten sogar alle möglichen religiösen Dogmen mit der progressiven Weltanschauung zusammenfallen. In der Praxis ist es aber eine absolute Minderheitenansicht, der Gender-Katechismus setzt vor allem auf die Homosexuellen (die ja auch viel zahlreicher sind als Asexuelle).

        • „Nur der Homosexuelle ist unschuldig “

          Au contraire. Der männlichen Homosexuelle hat einen entscheidenden Makel: Er hat kein Interesse daran, Ressourcen für Frauen zu beschaffen und sich um sie zu kümmern.

          • @ PfefferundSalz,
            nein, die können auch monogam leben, nur daß eben das Geschlecht egal sein soll.

          • Ich kenne aber einige schwule Männer, die auch glauben, Frauen würden unterdrückt und benachteiligt – und die sich entsprechend aufstellen. Die sind halt gesellschaftlich entsprechend konditioniert. Da schlägt der Neofeminismus voll durch – indem er Männer dazu erzieht, Frauen zu beschützen und zu versorgen, obwohl Schwule sexuell gar kein Interesse an denen haben.

          • Das sind diejenigen Homos, die selbst an ein Patriarchat glauben, das auch sie unterdrückt, weil sie die heterosexiatischen Anforderungen nicht erfüllen.

      • „Dem stimme ich absolut zu. Die Tatsache, dass es aller „Heteronormativität“ zum Trotz überhaupt Homo- und Transsexuelle gibt, ist für sich genommen schon ein deutlicher Hinweis, dass die Tabula-Rasa-Theorie nicht stimmen kann.“
        ————————————-
        Die allermeisten transsexuellen Menschen werden i.d.R. „ohne wenn und aber“ entsprechend dem Geschlecht ihres Geburtsgenitals sozialisiert. Wenn diese aber all diesen Sozialisationsanstrengungen zum Trotz ein dem entgegengesetztes Wissen über ihr Geschlechtswesen entwickeln, dann liegt das im Regelfall nicht an kognitiv-geistiger Minder-Bemitteltheit. Und auch ein „Outing“ dieser Gegebenheit dürfte selbst noch in heutiger Zeit viele gesellschaftliche Konventionen „sprengen“, und mit mehr oder mit mehr oder weniger „Sanktionen“ für die Betroffenen verbunden sein.
        Diese skizzierten Gegebenheiten offenbaren die Absurdität und den inhärenten Widerspruch der lerntheoretischen Annahmen (tabula rasa und „Belohnungs“-Lernen).
        Zudem sollten die diesbezüglichen sozialisationstheoretisch „begründeten“ Experimente an David Reimer und die vielen frühkindlichen Genitaloperationen genitaluneindeutig geborener Kinder mit später fatalem Ausgang bezüglich ihrer eigeen Geschlechts-Wahrnehmung Mahnung und Warnung genug sein, Menschen weiterhin diesen „Experimenten“ auszusetzen!

          • „Und dass das nicht im Kern der Forschung der Gender Studies steht ist aus meiner Sicht eine Bankrotterklärung.“

            Der ganze Feminismus ist eine Bankrotterklärung des gesunden Menschenverstands.
            Er muss so viele Annahmen und Vorausbedingungen für seine Legitimation schaffen, dass sich eine absurde Welt ergibt.
            Im philosophischen Zentrum stehen weit überdurchschnittlich (um nicht zu schreiben: fast ausschließlich) Lesben mit einem schwer gestörten Männerbild. Beides sehen sie als normal an und versuchen nun, den Rest der Welt von der alleinigen Gültigkeit ihres Bildes zu überzeugen.
            Sie erklären uns allen Ernstes eine Scheibenwelt, die wir Terry Pratchett nie abzunehmen bereit waren.

          • „Er muss so viele Annahmen und Vorausbedingungen für seine Legitimation schaffen, dass sich eine absurde Welt ergibt.“

            Yep!

            Ich finde es auch interessant, dass sich die Genderpriester immer gerne auf das Thema Trans stürzen und meinen, diese Menschen, also die ECHTEN, seien ein Beweis ihrer Blank-Slate-These, obwohl sie doch eigentlich ein absoluter Gegenbeweis dafür sind. Diese Menschen haben sich das nicht ausgesucht und sie wurden auch nicht dazu erzogen (von wem denn überhaupt – von einer Gesellschaft, die „heteronormativ“ ist, doch wohl kaum). Sie werden in der Regel schon so geboren und entwickeln entsprechend schon in sehr früher Kindheit, allerspätestens mit Einsetzen der Pubertät, sehr klare Disparitäten zwischen körperlichem und psychischem Geschlecht zu entwickeln. Und das hat auch wenig mit „fluid“ zu tun. Sie sind da doch ziemlich festgelegt. Und als wesentlicher Faktor dieser Festlegung kommt wohl nur die Natur ins Spiel.

            Aber was kann man schon von Leuten halten, die skrupellos Menschenversuche durchführen und das, da sie sich ja als Versuchskaninchen auffälligerweise immerzu Jungen raussuchen, mit denen man das ja machen kann, unter den unkritischen Augen der Öffentlichkeit und diese als bahnbrechende Beweise ihres Blödsinns darstellen, aber ganz schnell das Mäntelein des Schweigens über die Angelegenheit niedersinken lassen, sobald das Experiment doch tatsächlich mit dem Selbstmord des Versuchskaninchens endet. Das ist halt eine verlogene Bagage… 😦

          • Naja, aus männlicher Sicht.
            Da gibt’s ja kein Stich vs Polygamy.
            Aus weiblicher Sicht gibt’s Oberhenne vs teppichlecken.

            Solange kein pöhses Christentum halbwegs Zivilisation erzwingt.

    • „Wichtig ist, dass sowohl sexuelle Orientierung als auch empfundenes Geschlecht angeboren sind und auch nicht geändert werden können.“
      Beim empfundenen Geschlecht wäre ich da vorsichtig. Bei Transgendern mit angeborener Dysphorie verschwindet diese in der Mehrzahl der Fälle bis zum Ende der Pubertät (ich vermute im Zuge der Umstellung des Hormonhaushalts), diejenigen sind dann also schließlich cis, aber dann fast alle auch homosexuell. Dann gibt’s wieder welche, da entwickelt sich die Dysphorie erst im Teenageralter und scheint etwas anders angelegt zu sein. Angesichts dessen, dass sich bei weiblichen Teenagern „trans sein“ oft in Clustern äußert und es da eine enorme Steigerung im letzten Jahrzehnt gab, liegt der Verdacht nahe, dass in vielen dieser Fälle eher gesellschaftliche Gründe dahinterstecken, etwa der Wunsch, etwas Besonderes zu sein, oder eine Unzufriedenheit mit dem bisherigen Leben und die damit verbundene Hoffnung, alles würde sich bessern, wenn man seine Identität ändert. Es gibt auch Vergleiche mit Hysterien in der Vergangenheit, so haben einige die Trans-Schwemme unter weiblichen Jugendlichen mit dem massenhaften Behauptungen angeblicher „unterdrückter Erinnerungen an sexuellen Missbrauch“ in den 80er Jahren verglichen, die sich auch als Unsinn herausstellten und deren Idee sich offenbar fast viral verbreitete.
      Bei biologischen Jungen wiederum, die in der Pubertät trans werden, haben einige Forscher die Theorie aufgestellt, dass diese oft einfach sexuell von dem Gedanken erregt werden, eine Frau zu sein. (Und es gibt einige Transfrauen, die das bestätigen.) Das sind dann vermutlich auch die, die eher männlich wirken und sich eine lange Zeit normal maskulin präsentierten, so wie Bruce/Caitlyn Jenner. Die Forscher legen aber Wert auf die Feststellung, dass die Geschlechtsdysphorie in all diesen Fällen dennoch real ist und eine Geschlechtsumwandlung eine Art der Behandlung sein kann (allerdings die drastischste, weswegen sie nicht die erste Wahl sein sollte).

      • Alles valide Punkte, das wäre dann die Abgrenzung der Blank Slate Theorie gegen diese Falsifikationen. Bloß bringt das die lieben Genderanten sofort in den Verdacht reaktionär, wenn nicht gar Nazi, zu sein, weil man das Thema in den Bereich der persönlichen Entscheidungen verschiebt. Was gleichzeitig natürlich auch bedeutet, dass der Staat das Thema nicht allzu ernst nehmen muss. Was wieder Ärger mit den SJW bringt.

  2. Gibt es von Gender-Seite überhaupt schon eine Auseinandersetzung mit Pinkers Buch? Oder nur keine, die man ernst nehmen könnte?

    Ansonsten scheinen mir ein Prinzip und ein Beispiel knackig genug für den Anfang zu sein:

    Prinzip Beweislastumkehr:
    Wer nicht völlig verstrahlt ist, weiß, dass es rein körperlich deutliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen gibt. Wenn die Evolution die Körper deutlich verschieden ausformt, muss nicht bewiesen werden, dass auch Psyche und mentale Fähigkeiten verschieden ausgeformt sind. Das ist default-Annahme. Es müsste belegt werden, dass die Evolution zwar zwei verschiedene Arten von Hardware entwickelt, aber auf diesen exakt die selbe Software laufen lässt.

    Beispiel:
    In Gegenden, in denen alle Erwachsenen nur Pidgin sprechen, bilden die Kinder (!) grammatisch vollwertige Sprachen aus den Pidgin-Versatzstücken aus; Sprachen, die sie von keinem Erwachsenen gelernt haben können.
    Es bräuchte eine Occams-Razor-gerechte Erklärung, die nicht auf angeborenen Sprachfähigkeiten aufbaut, um Blank Slate nicht über Bord zu werfen.

    • „Gibt es von Gender-Seite überhaupt schon eine Auseinandersetzung mit Pinkers Buch?“

      Tausende. Konklusio: „Weißer, alter Mann“, „Nazi“, „Sexist“.

    • Wenn die Betriebssysteme inkompatibel sind, kann nie die selbe Software drauf laufen. Man kann versuchen, die Software so anzupassen, dass sie das selbe tut, aber sie wird immer unterschiedlich sein müssen. Allein schon aufgrund der Hormonlage sind die Betriebssysteme garantiert unterschiedlich. Und jetzt programmieren alle an der Software rum, was ganz schlimme Bugs mit sich bringt – wie den Neofeminismus.

  3. Hier stellt sich wieder die Frage an jeden Sozialkonstruktivismus: Wie ist denn die Existenz der Gesellschaft zu erklären? Sie kann sich ja wohl nicht selber konstruiert haben.

    Gesellschaften bestehen aus handelnden Menschen, und Menschen sind biologische Wesen, für deren Existenz es bis jetzt nur die Erklärung von Darwin gibt.

    • Und Menschen sind wohl die einzigen Wesen, die meinen, für sich, ihre Handlungen und ihre Umgebung Erklärungen finden zu müssen. Wenn sie dann Erklärungen meinen gefunden zu haben, handeln sie oft danach (s. Klimakatastrophe oder Corona). Das kann sowie in den Untergang als auch zu acht Milliarden Menschen auf der Welt führen. Oft wissen sie halt nicht, dass sie im Grunde nichts wissen.

    • „Gesellschaften bestehen aus handelnden Menschen, und Menschen sind biologische Wesen, für deren Existenz es bis jetzt nur die Erklärung von Darwin gibt.“

      Es gibt mit Sicherheit hunderte von Erklärungen für die Existenz von Menschen, angefangen bei Adam und Eva.
      Darwins Erklärung ist schlicht die überzeugendste, weil sie in ihrer Gleichung keine Korrekturglieder benötigt.

  4. CAH ist eine andere Bezeichnung für PCOS – der laut wiki häufigsten, diagnostizierten Zyklusstörung bei Frauen im gebärfähigen Alter.

    „Hyperinsulinämie und erhöhtes LH gelten heute als dominierende Faktoren bei der Entstehung und Aufrechterhaltung des PCOS.

    Eine Insulinresistenz findet sich fast immer bei stark übergewichtigen (adipösen) Frauen, so dass diese eine besondere PCOS-Disposition aufweisen. Es wird geschätzt, dass mehr als 50 Prozent der PCOS-Patientinnen übergewichtig sind. In der Pubertät ist die Adipositas die wohl häufigste Ursache für die Entwicklung des PCOS. Für schlanke Frauen ohne Insulinresistenz gibt es bisher keine Ursachenforschung oder Erklärung. Neueste Forschungen aus Israel haben jedoch ergeben, dass schlanke Frauen mit PCO-Syndrom ohne Insulinresistenz eine Verbesserung ihrer hormonellen Situation erfahren, wenn sie den größten Teil ihrer Lebensmittel vormittags zu sich nehmen… Aufgrund der Bedeutung von Insulinresistenz und Adipositas für die Ausbildung des PCOS geht man davon aus, dass sich ein beträchtlicher Teil der heutzutage auftretenden PCOS-Fälle lebensstilbedingt entwickelt. Selbst eine ggf. genetische Disposition zur Insulinresistenz sollte nicht als grundsätzlich krankheitswertig interpretiert werden. Vielmehr handelt es sich wahrscheinlich um eine evolutionäre Entwicklung für Zeiten mit begrenztem Nahrungsangebot, die erst in unserer Zeit unbegrenzten Angebots hochglykämischer, energiereicher Lebensmittel bei gleichzeitig oft nur noch geringer körperlicher Belastung mit entsprechend vermindertem Kalorienbedarf zum gesundheitlichen Risiko wird.“

    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Polyzystisches_Ovar-Syndrom

  5. Bezüglich Trans gibt es übrigens eine wissenschaftliche Diskussion, inwiefern das Auseinanderfallen von körperlichem und sozusagen seelischem Geschlecht(sempfinden) „sozial ansteckend“ sei.

    • Hat aber sicher nichts mit echtem Trans zu tun, sondern wohl eher mit der zeitgeistigen, schneeflockigen Selbstinszenierung. Und bei Leuten, die in „progressiven“ Kreisen verkehren, in denen die Zuschreibung „cis“ nichts geringeres als eine der übelsten Beleidigungen gilt, ist es wenig überraschend, dass sich dort Leute schnell aus Prinzip als mindestens „fluid“, wenn nicht gar gleich direkt als „trans“ verstanden sehen wollen. Also ja, in diesem Kontext könnte ich mir eine „Ansteckung“ mit „trans“ ganz gut vorstellen; als eine besonders skurrile Form repressiver Gruppendynamiken.

      • Klassischerweise waren Trans-people weit weit mehrheitlich males-to-females, im Verhältnis 9 zu 1 ca.
        In jüngerer Zeit scheint sich das zu verändern, Verhältnis vielleicht eher Richtung 2 zu 1.

        Die EMMA hatte kürzlich in einem Schwerpunkt zum Thema auch ein Interview mit einem Jugendpsychologen, Auszug:

        „In Ihrer Ambulanz kommen auf einen Jungen inzwischen acht Mädchen. Wie erklären Sie sich das?
        Eine Ursache könnte sein, dass eine zunehmende Anzahl von Mädchen sich heutzutage unter dem Druck des gesellschaftlichen Schönheits- und Schlankheitsideals mit den anstehenden Anforderungen der Pubertät überfordert fühlt. Ein Teil dieser Mädchen sieht in dem Geschlechts(rollen)wechsel einen vermeintlichen Ausweg. Man könnte die Geschlechtsdysphorie also auch als „moderne“ Störung betrachten, die teilweise an die Stelle der Anorexie tritt, also der Magersucht.

        Leben wir inzwischen nicht in einer Gesellschaft, in der Mädchen die gern Fußball spielen oder sich in andere Mädchen verlieben, sozial anerkannt sind?
        Nein, offensichtlich nicht. Wir erleben gerade ein konservatives Rollback.“

        https://www.emma.de/artikel/was-richten-wir-da-337375

        • Aua. Aber genau das habe ich mir gedacht. Es ist eine Modeerkrankung. Die Schlussfolgerung der Emma dass die Hasis deswegen zum männlichen Geschlecht wechseln weil sie sonst glauben nicht Fußball spielen zu dürfen, bestätigt nur meine Vorurteile über den geringen Intellekt der dortigen Mitarbeiter….

          • „… bestätigt nur meine Vorurteile über den geringen Intellekt der dortigen Mitarbeiter….“

            Eher der Leser.
            Wenn eine Zeitschrift sich über 40 Jahre lang mit so einem geistigen Dünnschiss halten kann, spricht das weit eher gegen die LeserInnen, denn gegen die AutorInnen.

  6. Habe die Vertreter der Blank Slate neue Argumente oder Beweise wie vor 10, 20 oder 40 Jahren für ihre Theorie?

    Sie stellen einen Haufen contra-intuitive Behauptungen über Geschlechter und Sexualität auf, die wiederum einen Haufen Wissenschaftler Stoff liefern, den man erforschen kann. Und so weit ich das mitbekommen haben, zeigt jede richtige wissenschaftliche (= nicht feministische) Studie, die sich mit deren Thesen auseinander setzt, dass die Gender-Ideologen so ziemlich in jede Richtung auf dem Holzweg sind.

    Es gibt eigentlich gar keinen Grund deren These zu wiederlegen. Sie müssten selbst erstmal überhaupt eine belastbar Grundlage für ihrer Thesen schaffen. Man könnte die Blank Slate Theorie ziemlich gut mit biblischen oder antiken (Zeus & Co.) Welterklärungsunsinn gleichsetzen, der nach und nach von der Wissenschaft erforscht und richtig gestellt wurde, nur das es bei der Blank Slate Theorie genau anders herum ist. Sie sind der Unsinn und haben es geschafft durch strategisches Personalgeschachere (Sexismusvorwürfe, Frauenquote, Frauenstipendien, etc.) genügen Gläubige in Machtpositionen zu installieren, so dass nun so getan werden kann, also ob der Schwachsinn die anerkannte wissenschaftliche Erklärung ist.

    Was für eine Katastrophe

    • „Habe die Vertreter der Blank Slate neue Argumente oder Beweise wie vor 10, 20 oder 40 Jahren für ihre Theorie?“

      Ich kenn ein zumindest sehr lustiges Argument, weiß nicht ob das neu ist:

      Genderforscher haben ja ein stetes Problem mit der Tierwelt, weil die sich auch nie an ihre Theorien hält.
      Selbst sie wissen, daß bspw. Löwen- oder Gorillamännchen ziemliche Obermacker sind, und die Weibchen sich da auch fügen.

      Kreative Erklärung: Das ist nur bei den beobachteten Tieren so, weil die sich das von den Tierfilmern/Forschern so abgekuckt haben. ;-)))

  7. @ carnofis

    „Bei Frauen ja. Sie können je nach Lage zwischen Hetero- und Homosexualität hin- und herswitchen.“

    Das hab ich echt noch nie gehört, dass Frauen mal eben so wechseln können.

    Ist das wirklich so?
    Ich kann das zumindest nicht, kann mir auch keinen befriedigen Sex mit Frauen vorstellen.
    Können andere Frauen wohl mehr als ich.

  8. „Ist das wirklich so?
    Ich kann das zumindest nicht, kann mir auch keinen befriedigen Sex mit Frauen vorstellen.“

    Dass FRAUEN das können, heißt nicht, dass ALLE Frauen das können.
    Zugegeben: „hin- und herswitchen“ ist ein wenig überzeichnet 😉 .

    Ich kann mich auch nur auf wissenschaftliche Studien berufen, die z.B. eine Varianz der Homosexualität bei Knastfrauen, oder in Klöstern beobachtet haben.
    Vermutlich wird deshalb weibliche Homosexualität auch weit eher gesellschaftlich toleriert, als bei Männern.
    Eines der größten Traumata der Gendas ist ja, dass weibliche Homosexualität im Gegensatz zur männlichen selbst bei den Nazis nicht verfolgt wurde. Dort verfolgt gewesen zu sein, wäre der Ritterschlag für jedes Berufsopfer und würde zu jahrhundertelangen Kompensationsansprüchen berechtigen.

    • Ich denke, der Grund, warum weibliche Homosexualität mehr toleriert wird ist banal: Männer stehen auf Frauen und finden die Idee anregend. Frauen ist es egal.

      Das ist bei männlicher Homosexualität anders. Die ist Frauen zwar auch egal, aber heterosexuelle Männer haben eine viel größere Abscheu davor.

      • „Das ist bei männlicher Homosexualität anders. Die ist Frauen zwar auch egal, aber heterosexuelle Männer haben eine viel größere Abscheu davor.“

        Das ist eine Beschreibung, keine Erklärung, Adrian.

        • Verstehe ich nicht. Das, wovor man sich ekelt, betrachtet man nicht mit Sympathie. Dies wirkt dann auch gesellschaftlich. Wieso ist das keine Erklärung?

          • Es gibt Vieles, vor dem man sich ekelt, ohne dafür eine Mordlust oder wenigstens ein restriktives Regelungsbedürfnis zu entwickeln.
            Und warum sollte weibliche Homosexualität weniger eklig sein, als männliche?
            Ich muss ehrlich sagen, dass ich diese Einstellung bis heute nicht ansatzweise verstehe.

      • Kann das nicht auch daher kommen, dass Männer unabhängig von der sexuellen Orientierung ihren Trieb generell stärker nach außen richten? In meiner Jugend bin ich häufiger von schwulen Männern angegangen worden als von Frauen. Die musste ich mir klassisch selbst ranbalzen.

        • „Kann das nicht auch daher kommen, dass Männer unabhängig von der sexuellen Orientierung ihren Trieb generell stärker nach außen richten?“

          Tun sie das?
          So weit ich zurückdenken kann, war unter den Männern meiner Umgebung das Triebleben kein nennenswertes Thema.

          „In meiner Jugend bin ich häufiger von schwulen Männern angegangen worden als von Frauen.“

          Hmm, das liegt vielleicht an dem Milieu? Ich bin mit zwei anderen Kumpeln und meinem schwulen Klassenkameraden zur Schulzeit um die Häuser gezogen. Sein Schwulsein war bei uns kein Thema, er war ein prima Kumpel, das allein zählte. Und angebaggert hatte er keinen von uns – jedenfalls habe ich davon nichts in Erinnerung.

          • Ich finde schon, dass Männer generell eher eine sexuell motivierte Kontaktaufnahme vornehmen. Frauen sind da in der Regel passiver. Egal welcher Film, egal welche Schule oder Uni, Männer baggern irgendwelche Frauen an – oder eben andere Männer.

            Und so schlimm war mein Milieu nicht, dass sich da alle übergriffigen Schwulen gesammelt hätten. Beim Trampen, am Tresen in irgendwelchen Kneipen, selbst in der Schule hab ich diese meist unmittelbar handgreiflichen Anmachen erleben müssen. Kann sein, dass ich für viele genau das Beuteschema darstellte. Aber das würde der These nicht unbedingt widersprechen.

          • „Ich finde schon, dass Männer generell eher eine sexuell motivierte Kontaktaufnahme vornehmen.“

            Weil es von ihnen erwartet wird.

            „Frauen sind da in der Regel passiver.“

            Weil es von ihnen erwartet wird.
            Im übrigen fand ich mal einen Spruch einer Frau aus dem österreichischen 3-Teiler „Vorstadtweiber“ über eine andere sehr gelungen: „Sie weiß schon, wie man als Beute dem Jäger auflauert“.
            Ich bin mir nicht sicher, ob manches Rehlein, das wir erobert zu haben glaubten, nicht in Wirklichkeit uns zur Strecke gebracht hat. 😀

  9. Ach, weil ich es gerade hier habe und ich damit vielleicht Frank (oder wie er heißt) ein bisschen ärgern kann:
    „Gelegentlich stattet die Persönlichkeit, die das künftige Kind werden will, der Umwelt beider künftigen Eltern einen Besuch ab. Auch dies geschieht aufgrund von Anziehung und ist völlig natürlich. Zwischen den Leben kann ein Individuum blitzartige Eindrücke von seiner künftigen Existenz empfangen. Dabei wird es sich weniger um bestimmte Ereignisse handeln, als um das Wesentliche der neuen Beziehung, die angeknüpft werden soll. Die Erwartung erinnert das Individuum dann an die Aufgabe, die es sich selber gestellt hat […].
    Ihr habt also keine völlig leere Hülle, die darauf wartet, gefüllt zu werden. Die neue Persönlichkeit ist um sie herum, besonders gleich nach der Empfängnis und mit größerer Häufigkeit und Intensität in den späteren Stadien.“

    Zitat aus „Gespräche mit Seth“ S.229 und 230

    Kaum ernst zu nehmen, würde es sich nicht mit Nahtoderlebnissen, Reinkarnationsforschung, Rückführungshypnosen ala Michael Newton usw. immer wieder überschneiden und bestätigen.

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