Dr. Luke und Kesha: Wie sich der Fall weiter entwickelt

Da hier über die Anschuldigungen berichtet worden ist sollte auch ein Bericht über den weiteren Verlauf erfolgen:

In der Auseinandersetzung mit ihrem ehemaligen Produzenten Dr. Luke muss Sängerin Kesha einen herben Rückschlag hinnehmen: Die 32-Jährige muss dem Musikmanager, der mit bürgerlichem Namen Lukasz Gottwald heißt, 375.000 US-Dollar (etwa 342.000 Euro) Schadensersatz zahlen. Das geht aus Gerichtsdokumenten hervor, die der US-Seite „Entertainment Online“ vorliegen sollen.

Kesha habe im Februar 2016 in einer SMS an Lady Gaga eine „unwahre Aussage“ getätigt, heißt es demnach in der Urteilsbegründung. Die Sängerin hatte in ihrer Kurznachricht erklärt, Dr. Luke habe ihre Kollegin Katy Perry vergewaltigt. Perry jedoch habe eindeutig ausgesagt, dass dies nicht den Tatsachen entspreche, so das Gericht weiter.

Es gebe keinen Zweifel an der Wahrheit von Perrys Aussage, heißt es weiter. Auch darüber hinaus gäbe es keine Beweise für eine Vergewaltigung der „I Kissed A Girl“-Sängerin. Keshas Anwälte haben bereits angekündigt, in Berufung gehen zu wollen.

In die Berufung zu gehen scheint mir mutig, wenn man eine Behauptung über eine Interaktion mit einer anderen Person aufstellt und diese andere Person darlegt, dass es nicht so wahr. Aber ich kenne ja auch nicht die Feinheiten des amerikanischen Prozesswesens.

Ein weiterer Prozess gegen Kesha selbst steht anscheinend noch aus.

Dr. Luke hatte im Sommer 2016 eine Klage wegen übler Nachrede gegen Kesha eingereicht. Darin forderte er eine Entschädigung von 50 Millionen US-Dollar, die ihm wegen dieser „böswilligen Unwahrheiten“ an Einnahmen verloren gegangen seien. Nachdem Lady Gaga die SMS von Kesha erhalten hatte, hatte sie negative Nachrichten über den Produzenten via Social Media und in der Presse verbreitet.

Kesha hatte zu Beginn ihrer Karriere mehrere Hits mit Dr. Luke aufgenommen, darunter auch den Song „Tik Tok“, mit dem sie 2009 ihren Durchbruch feierte. 2014 zeigte sie den Produzenten an. Sie warf ihm vor, sie jahrelang sexuell, physisch und psychisch missbraucht zu haben.

Dr. Luke weist die Vorwürfe bis heute zurück und verklagte die Sängerin und ihre Mutter, die sich ebenfalls in die Auseinandersetzung eingeschaltet hatte, im Gegenzug wegen Verleumdung. Diese Vorwürfe werden demnächst in einem weiteren Gerichtsverfahren verhandelt. Unterdessen erschien vor einer Woche das vierte Studioalbum von Kesha. Es hört auf den Titel „High Road“.

Das bizarre an den amerikanischen Prozessen sind natürlich immer die unglaublich hohen Summen.

Johnny Depp macht ja ähnlich hohe Beträge geltend.

Wie es hier ausgeht wird interessant. Er scheint sich ziemlich sicher zu sein, sonst wäre eine Klage sehr mutig, denn meines Wissens nach ist eine Gerichtsakte in amerikanischen Akten quasi für jeden einsehbar.

Wie kommen wir feministisch korrekt durch die Corona-Krise (Teil1)

 

Die Wirkung von Testosteron auf das Immunsystem und warum Männer eher an Corona erkranken

Aus einem Artikel des MDR:

Woran liegt das? Wissenschaftler kennen das von vielen Infektionserkrankungen. Auch bei der Grippe trifft es Männer härter, wie wir spätestens seit der Untersuchung von Dr. Kyle Sue über die „Männergrippe“ aus dem Jahr 2017 wissen.

Offenbar ist das weibliche Immunsystem stärker als das von Männern. „Östrogen stimuliert das Immunsystem, Testosteron hingegen unterdrückt es. Das Immunsystem von Frauen reagiert deshalb schneller und aggressiver gegen Krankheitserreger als das von Männern“, erklärt Marcus Altfeld vom Heinrich-Pette-Institut in Hamburg. Der Effekt wirkt am stärksten nach der Pubertät bis zur Menopause.

Und Männer leben ungesünder. Das Robert Koch-Institut hat dazu 2014 eine umfangreiche Untersuchung dazu veröffentlicht.  Zitat: „Anhand epidemiologischer Daten kann seit langem konsistent gezeigt werden, dass sich Männer und Frauen in Bezug auf Gesundheit und Krankheit deutlich unterscheiden.“ Und zwar zuungunsten der Männer.

In China kann man das an einem ausgewählten Beispiel besonders gut erkennen. Für eine Krebsstudie untersuchten Wissenschaftler den Tabakkonsum im Land. Ergebnis: 52,1 Prozent der Männer in China rauchen – aber nur 2,7 Prozent der Frauen. Rauchen schwächt die Lungen. Für eine Infektion, bei der die oberen Atemwege  entzündet sind, also keine gute Idee.

Das Testosterone das Immunsystem beeinträchtigt steht schon länger fest. Evolutionär gibt es Überlegungen, ob das nicht sogar viel Testosteron noch schwieriger zu erreichen lässt und ein hoher Testosteronstand bei sonstiger Gesundheit damit vergleichbar mit einem Pfauenschwanz ist, der auch eine Last darstellt, über die man seine Stärke beweisen kann.

Verhalten spielt natürlich auch mit rein. Was an dem Tabakkonsum ja gut zu sehen ist.

Natürlich darf nichts Männer mehr betreffen als Frauen:

 

 

Österreich: Automatisches Rentensplitting bei gemeinsamen Kindern soll kommen

Eine interessante Meldung aus Österreich:

Die Regierung will mit dem automatischen Pensionssplitting nun offenbar Ernst machen. Wer gemeinsame Kinder hat, soll die Pensionsbeiträge künftig aufteilen, kündigten Frauenministerin Susanne Raab (ÖVP) und Sozialminister Rudolf Anschober (Grüne) heute an. Anschober hatte sich diese Frage zuletzt noch offengelassen.

Derzeit ist das Pensionssplitting nur freiwillig und nur mit gemeinsamen Kindern möglich. Im Regierungsprogramm stehen nun zwei Reformvarianten nebeneinander: ein automatisches Pensionssplitting bei gemeinsamen Kindern (mit einer einmaligen, zeitlich befristeten Ausnahme) und ein freiwilliges Splitting für alle Paare. Ersteres wollte die ÖVP, zweiteres die Grünen. Sozialminister Anschober hatte zuletzt gemeint, welche Variante kommen werde, sei noch nicht hundertprozentig geklärt.

Frauenministerin Raab hat nun im Ö1-Mittagsjournal die Einführung eines automatischen Pensionssplittings angekündigt, wenn gemeinsame Kinder vorhanden sind. „Wir werden das automatische Pensionssplitting einführen“, sagte Raab. Wenn ein Elternteil arbeite und sich der andere Elternteil um die Kindererziehung kümmere, dann solle der Berufstätige seine Pensionsansprüche teilen. Ein genaues Modell werde aber erst erarbeitet. Offen sei etwa, wie etwa Patchworkfamilien erfasst werden.

Das Sozialministerium bestätigte das auf APA-Anfrage. „Die im Regierungsübereinkommen angekündigten Formen des Pensionssplittings schließen sich nicht aus“, so Sozialminister Anschober in einer Aussendung. Beide Varianten „erweitern den Ist-Stand jedenfalls und bieten Modelle für diverse Formen von Lebensrealitäten und somit bessere Absicherungen für Frauen“. Ein genaues Modell werde nun anhand internationaler Beispiele erarbeitet.

Ein automatisches Rentensplitting wäre brutal. In Deutschland müsste man dafür immerhin heiraten und könnte es immerhin noch teilweise durch einen Ehevertrag einschränken, wenn auch bei einem Kind nur sehr erschwert, wenn einer tatsächlich hauptsächlich einsetzt.
Bei unverheirateten wird es aber interessant. Immerhin könnte ein Mann ja auch Kinder mit mehreren Frauen haben. Bekommen sie dann einen Bruchteil seiner Rente und er jeweils die Hälfte von ihren?

 

Corona und die Folgen

Langsam gehen sie Einschränkungen los, die den Virus ausbremsen sollen. In den meisten Bundesländern machen die Schulen und Kitas zu, was auch schon einiges an Umorganisation erforderlich macht.

Auch Diskos etc sollen schließen, Großveranstaltungen werden reihenweise abgesagt etc

Vielen Leuten wird das an die Substanz gehen, gerade im Gastronomiebereich und beim längeren aussetzen.

Hart treffen wird es auch die Urlaubsländer. Griechenland, gerade wieder einigermaßen aus der Krise, wird in den Tourismusgebieten arge Probleme bekommen, Italien hat auch einen reichlichen Schuldenberg und steht nicht gut dar.

Die große Frage wird sein: wie lange wird man das so machen müssen?

In vielen Bundesländern heißt es „ersteinmal bis nach den Osterferien“, aber bis dahin wird der Virus ja auch nicht weg sein.

 

Die PoMo-Bubble (Gastartikel)

Ein Gastartikel von Marc:

Ich habe die PoMo-Bubble mal näher unter die Lupe genommen, die sich selbst als antirassistisch und feministisch verortet. Der Begriff „PoMo“ steht für Postmoderne und „Bubble“ bedeutet übersetzt (Filter-)Blase. Man könnte es als Identitätspolitik im Endstadium bezeichnen.

Menschen werden in Gruppen nach ihrer Hautfarbe, Geschlecht und sexuellen Orientierung eingeteilt, wodurch eine Hierarchie entsteht. Es zählt nicht mehr was gesagt wird, sondern wer etwas sagt. Je weniger Privilegien man hat desto einen höheren Stellenwert hat man innerhalb der Gruppe. Das endet dann in der „Oppression Olympics“, in der „weiße heterosexuelle Männer“ an der Spitze stehen und zur Zielscheibe geworden sind, weil sie für alles Übel auf der Welt verantwortlich sein sollen. Rassismus und Sexismus wird so umdefiniert, dass weiße Männer immer Täter, aber nie Opfer sein können.

Da hilft nur noch die Selbstkasteiung:

 

Sie verwenden die Rassismus- und Sexismuskarte missbräuchlich und verfallen in eine Opfermentalität. Bei berechtigter Kritik nutzen sie es dann als eine Art Schutzschild, um den Gesprächspartner mundtot zu machen.

Laut ihnen dürfen nur sie entscheiden, ob eine bestimmte Handlung Rassismus oder Sexismus darstellt, weswegen weiße Männer kein Mitspracherecht haben. Wenn man Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe oder ihres Geschlechts aus einer Diskussion ausgrenzt, ist das diskriminierend. Sie beanspruchen für sich die Deutungshoheit über die Begriffe. Als weißer Mann darf man nur als Ally (Verbündeter) solidarisch in Erscheinung treten, aber darf keineswegs selber zu aktiv sein, weil man ihnen sonst z.B. durch Bücher und Vorträge über Rassismus und Sexismus den Raum und das Geld wegnimmt.

Es gibt sogenannte „Crybullies“, die regelmäßig ‚Fishing for Hate‘ betreiben:

  1. Stark provokante Äußerung tätigen (z.B. gegen Deutsche, Männer oder Weiße)
  2. Gegenreaktionen erhalten
  3. Sachliche Kritik ausblenden und nur auf einzelne Trollkommentare fokussieren
  4. Sich als Opfer inszenieren
  5. Alles wiederholen

Wer Hass sät, wird Hass ernten:

Sie beschweren sich stets über Hate Speech, aber bekämpfen dann Rassismus mit Rassismus und Sexismus mit Sexismus. Wenn man den Spieß umdreht, ist man kein Deut besser. Da wird mit zweierlei Maß gemessen. Es wird einem auch „Tone policing“ vorgeworfen, wenn man sich mit ihnen ruhig und sachlich unterhalten möchte.

 

Sie wollen keine Gleich- sondern eine Sonderbehandlung. Ihnen geht es nur um den Opferstatus einer Person. Wir „überprivilegierten“ weißen Männer gehören zu den bösen Unterdrückern und müssen alles über uns ergehen lassen. Da sind Witze, Vorurteile, Verallgemeinerungen, Beschimpfungen und Hasstiraden erlaubt. Frei nach dem Motto: „It’s okay when we do it“. Das ist ihr krankes Verständnis von Gerechtigkeit.

„White Fragility“, „White Tears“, „Male Fragility“ und „Male Tears“ sagen ausgerechnet die Leute, die sonst sehr fixiert auf sprachliche Sensibilität sind. Dabei sind sie diejenigen, die sich mit erhobenem Zeigefinger über alles Mögliche empören und Trigger Warnings und Safe Spaces brauchen. In einem Tweet beleidigen sie andere Menschen aufs Übelste und in einem anderen Tweet regen sie sich über Mikroaggressionen (z.B. „Woher kommst du?“), kulturelle Aneignung (z.B. Dreadlocks tragen und Yoga machen) und das fehlende Gendersternchen auf.

Viele machen es sich zu einfach, begeben sich in die Opferrolle, übernehmen keine Eigenverantwortung und geben anderen die Schuld für ihren Misserfolg. Intersektionalität kreiert Feindbilder, kollektive Schuldzuweisungen und fehlende Selbstkritik. Es gibt auch weiße Männer, die sehr „woke“ sind und das unterstützen. Entweder sind die voller Selbsthass oder sie leiden am Stockholm-Syndrom.

Wie sollte man damit umgehen?

Don’t take the bait.

Twitter ist nicht das echte Leben. Einfach links liegen lassen (höhö) oder sich darüber amüsieren. Das ist ein recht unterhaltsamer Satireaccount, der alles auf die Spitze treibt:

Selbermach Samstag 281 (14.03.2020)

Welche Themen interessieren euch, welche Studien fandet ihr besonders interessant in der Woche, welche Neuigkeiten gibt es, die interessant für eine Diskussion wären und was beschäftigt euch gerade?

Welche interessanten Artikel gibt es auf euren Blogs? (Schamlose Eigenwerbung ist gerne gesehen!)

Welche Artikel fandet ihr in anderen Blogs besonders lesenswert?

Welches Thema sollte noch im Blog diskutiert werden?

Für das Flüchtlingsthema oder für Israel etc gibt es andere Blogs

Ich erinnere auch noch mal an Alles Evolution auf Twitter und auf Facebook.

Es wäre nett, wenn ihr Artikel auf den sozialen Netzwerken verbreiten würdet.

Wer mal einen Gastartikel schreiben möchte, auch gerne einen feministischen oder sonst zu hier geäußerten Ansichten kritischen, der ist dazu herzlich eingeladen

Männliche Autoren kreieren eher weibliche Kriegerinnen in ihren Romanen

Eine interessante Studie:

Previous research has found that the sex of the author can influence the characteristics of their fictional hero and that these differences can be predicted using evolutionary psychology. According to sexual selection theory, males and females evolve different behavioral strategies, and thus different psychologies, in order to maximize reproductive success; thus, humans will have behavioral tendencies influenced by subconscious mechanisms that would have aided fitness in the ancestral environment. This study focuses on how the characteristics of the female hero may differ based on the sex of the author using 30 fantasy series written for children ages 10–17. Male authors are predicted to create female heroes who are more physically powerful and more likely to engage in physical conflicts than female authors, because males benefit more than females from physical battle. Although not all comparisons produced statistically significant differences, all data produced trends in the predicted directions. A closer analysis found that female authors created female heroes who were more likely to be human girls without superhuman abilities, while males created female heroes who were unlikely to be fully human. When examining male–female hero teams, it was found that female authors tended to make the male hero more powerful than his female teammate, which was not true for male authors. This may be because females benefit when their mate can dominate other males. These results suggest that males and females create different traits in their heroes, irrespective of the hero’s sex, and that female-created heroes achieve their goals without resorting to physical violence. (PsycINFO Database Record (c) 2020 APA, all rights reserved)

Quelle: Who creates warrior women? An investigation of the warrior characteristics of fictional female heroes based on the sex of the author.

Aus einer Besprechung der Studie:

Male fantasy writers tend to create more powerful female heroes than female fantasy writers, according to new research published in Evolutionary Behavioral Sciences. The findings suggest that women are more likely to create a hero who uses intellect rather than physical violence and supernatural powers.

Männliche Fantasy Autoren erschaffen also stärkere weibliche Helden als weibliche. Wäre interessant, wie das in feministische Theorien passt. Verinnerlichte Frauenfeindlichkeit? Toxische Männlichkeit führt dazu, dass Männer nur Gewalt schreiben können?

“I am an animal behaviorist, evolutionary biologist, and college professor. After teaching and thinking about biology for 10 or more hours per day, when I come home from school I relax by watching escapist television shows, and in the 1990s that included Xena Warrior Princess and Buffy the Vampire Slayer,” said study author Victoria Ingalls of the Marist College School of Science.

“I noticed that others started to applaud these characters as new, strong female role models, but I noted that they had all been created by men. The data supporting evolved differences in the behaviors of males and females is substantial, so I wondered if the sex of the creator impacted the traits of their heroes.”

Ingalls systematically analyzed female heroes in 15 children’s fantasy stories written by a male author and 15 children’s fantasy stories written by a female author. She found that most of the female heroes created by female authors did not engage in physical combat and had either weak magical powers or no special powers.

“It is interesting to note that two of the female-created female heroes who do have some special powers either lose that power or find that the power is essentially useless at the end of the series,” Ingalls wrote in her study.

In contrast, many of the female heroes created by men were warriors who engaged in physical battles.

The findings suggest that “the sex of an author does influence the characteristics of their heroes in some interesting ways,” Ingalls told PsyPost.

“Male-created female heroes typically had some superhuman power, were very powerful physically, were quite willing to engage in physical battles, and were not completely human (they could be an alien, a demigod, an elf, etc.), while the female-created feymale heroes were more likely to be normal girls (not superhuman) who were simply dealing with some type of superhuman evil.”

Rather than relying on physical prowess, the female heroes created by women often solved their problems by being clever and finding answers to mysteries.

“If we hold up certain characters as role models for girls, I think it would be valuable to determine if it matters whether that character was created by a male mind or a female mind. Note that female-created heroes are less likely to solve their problems with physical violence than are male-created heroes,” Ingalls remarked.

Wäre interessant, ob sich das auch bei Büchern für Erwachsene zeigt. Game of Thrones hatte immerhin eine starke Kämpferin, Brienne of Tarth.

 

Gründerinnen und Investitionskapital

Zwei Frauen hatten in Unternehmen gegründet, in welchem einem gebrauchte Kleidung zugeschickt wird, die man dann für 4 Wochen behält, sie wird nach bestimmten Geschmacksvorgaben zusammengestellt und man bekommt quasi eine Überraschung. Der Artikel ist zwar bereits aus März 2019, aber wurde auf der Spiegelseite noch einmal angezeigt

Die Idee hat nicht geklappt, sie mussten wohl Insolvenzantrag stellen.

Unter anderem hatten sie unterschätzt, dass Pakete nicht zugestellt werden, sie hatten Probleme in vielen Bereichen, mit nachhaltigeren, aber dickeren Kartons, die dafür mehr Lagerplatz brauchten und umständlich entsorgt werden mussten etc.

Sie schreiben zB:

Würdet ihr sagen, ihr seid zu idealistisch an die Sache herangegangen?

Thekla: Es stimmt, fair und nachhaltig im ganzheitlichen Sinne zu wirtschaften war unsere oberste Prämisse. Wir wollten die stabileren Pappkartons, die länger halten, unsere Mitarbeiter nicht lauter Überstunden machen lassen und haben jeden Fotografen bezahlt – so hat es unserer Vision entsprochen. In der Branche herrscht aber enormer Preisdruck, der mit unseren Ansprüchen schwer zu halten war.

Und zum Geschlechterthema heißt es dann:

in eurem Abschiedspost schreibt ihr, dass es schwer war, als Gründerinnen-Duo Investoren zu finden.Thekla: Genau das ist ein wichtiger Punkt, warum wir uns entschieden haben, das Posting zu veröffentlichen. Wir wollen anderen Frauen Mut machen, zu gründen. Auch wenn es bei uns nicht funktioniert hat, wir es schwer hatten, Investoren von unserer Vision zu überzeugen und man am Ende aufgeben muss, es ist trotzdem alles wert.

Aber woran liegt es, dass Frauen finanziell benachteiligt werden?

Pola: Es ist immer heikel, das richtig zu formulieren. Aber ich glaube schon, dass es einen Unterscheid zwischen männlichen und weiblichen Gründerinnen gibt. Die eher männliche Variante ist es, Luftschlösser zu verkaufen. Frauen gehen oft realistischer an ihre Idee ran, zeigen auch Herausforderungen auf. Potenzielle Investoren lassen sich von der männlichen Variante eher mitreißen – das haben wir bei fast allen Verhandlungen gemerkt. Sicherlich auch, weil unter den Geldgebern auch zu 90 Prozent Männer sitzen.

Am Ende zogen Jungs an uns vorbei, die nicht annährend so gute Ideen hatten wie wir.

Ich finde das – auch wenn ich den tatsächlichen Abschiedspost nicht gefunden habe – auf der Basis der Fakten, die der Artikel nennt, eine erstaunliche Wertung, die da aus meiner Sicht erst einmal nicht wirklich mit Fakten begründet wird.

Denn immerhin sind sie mit ihrer Idee gescheitert (auch wenn das Unternehmen oder die Idee an sich inzwischen wieder zu bestehen scheint). Sie haben es nicht geschafft, das ganze profitabel zu machen. Und die „Skalierbarkeit“ ihrer Idee scheint mir auch eingeschränkter zu sein, denn jemand muss ja die Mode zusammen stellen, die zurückkommende Kleidung überprüfen etc. Das scheint mir teilweise relativ viel individuelle Arbeit erforderlich zu machen, die dann eben teuer bezahlt werden muss. Und dann hatten sie noch zusätzlich ihre Ideale, die es noch teurer gemacht haben.

Dazu kann man sich in dem Bereich dann noch nicht einmal die Idee wirklich schützen lassen. Gebrauchte Kleidung verschicken darf jeder, schlägt es ein kann ein Konkurrent versuchen das Feld aufzurollen.

Man kann hier anführen, dass sie keine gute Investition sind und das die Gefahren für den Investor recht real sind.

„Funding Gender Gap“ – warum Frauen weniger Geld bekommen

Studien zeigen, dass Frauen es deutlich schwerer haben, Geld für ihre Geschäftsideen zu bekommen, als Männer – dabei aber oft einen besseren Job machen und mehr Geld wieder reinbringen (Faz). Die genannten Gründe:

  • Männer träten bei Präsentationen selbstbewusster auf
  • Frauen würde weniger technisches Verständnis zugetraut
  • Männliche Investoren verstünden die Geschäftsideen der Frauen einfach nicht
Müssen sich Frauen die Taktik von den Männern abschauen?

Selbst wenn Studien zeigen, dass Startups mit weiblicher Beteiligung mehr Geld rein bringen – sie führen hier ja noch nicht einmal an, dass sie zuwenig Geld hatten, sondern ihre Idee haben sie halt einfach nicht profitabel hinbekommen und waren anscheinend auch nicht bereit ihre Idee so umzustellen, dass sie profitabel wird.

Thekla: Frauen wird Emotionalität oft als Schwäche ausgelegt. Das Gegenteil ist der Fall: Frauen sind oft ehrlicher, können sich selbst reflektieren. Daran sollten sie nichts ändern, Frauen sollten sich nicht verstecken oder anpassen. Es ist eine Stärke, dass man auch mal vorsichtig ist, dass man auch mal sagt: ‚Das verstehe ich jetzt nicht – können wir da noch einmal genauer draufschauen?‘

Pola: Das System muss sich verändern. Das war auch einer der Gründe für uns, das Statement öffentlich zu machen. Wir wollten klar machen, dass es nicht an der Idee selbst lag und sagen: Hey, wir hatten eine gute Idee und wer nicht investiert hat, sollte die verpasste Chance bereuen.

Außerdem braucht es mehr Frauen auf der Investorinnenseite. Ich hoffe, dass wir mit unseren nächsten Start-ups so reich werden, dass wir es sind, die in starke Ideen von Frauen investieren können.

Mal wieder: Es soll sich die Welt ändern, aber nicht die Frauen. Auch wenn unsere Idee nicht wirtschaftlich war und damit evtl Geld verloren gegangen ist, war sie eben besser (weil umweltbewußter etc).

Es gibt sicherlich Beispiele, bei denen Gründerinnen zu Unrecht kein Geld bekommen haben und danach Erfolg hatten, genauso wie es die bei Männern gibt.
Aus allem dann einfach ein Geschlechterding zu machen erscheint mir da aber sehr einfach gedacht

Die Woody Allen Biografie

Genderama berichtet breit über den Protest gegen die Woody Allen Biografie.

Diese Stelle hier finde ich ganz interessant:

Die Autoren des offenen Briefes an den Rowohlt-Verlag halten es nun für „unethisch“, dass der Verlag die Angaben vermutlich nicht prüfen werde, die Woody Allen in seinem Buch mache, und erkennen darin einen „Mangel an Interesse für die Belange der Opfer sexueller Übergriffe“. Unethisch ist aber in erster Linie das blinde Nachbeten einer Falschbeschuldigung. Und um eine solche handelt es sich nach den klaren, ohne Einschränkung formulierten Ergebnissen der polizeilichen, medizinischen und psychologischen Untersuchungen zu diesem Fall. (…) Der Brief an den Rowohlt-Verlag ist (…) ein weiterer Beleg mangelnden Interesses für die Opfer von Falschbeschuldigungen, das in der MeToo-Debatte nach wie vor zum Ausdruck kommt.

Am Ende ihres Briefes werfen die Rowohlt-Autoren Woody Allen noch vor, er habe „sich nie überzeugend mit den Vorwürfen seiner Tochter auseinandergesetzt“ und die „öffentliche Auseinandersetzungen über sexuelle Gewalt als Hexenjagd heruntergespielt“. Offenbar haben sie nie gelesen, was Allen in der New York Times zu den Behauptungen von Dylan geschrieben hat.

Das wirkt schon für sich betrachtet überzeugender als alles, was von Mia, Dylan und Ronan Farrow in dieser Sache geäußert worden ist. Zum Beispiel der (unbestrittene) Hinweis, dass sich Allen freiwillig einem Polygrafentest („Lügendetektor“) unterzogen und ihn bestanden hat – während sich Mia Farrow dem Test verweigerte. Nach all dem kann kaum ein Zweifel daran bestehen, dass in diesem Fall nur ein Vorwurf zu erheben ist: der des Rufmordes. Ein Rufmord, der jetzt unter den Autoren des Rowohlt-Verlages weitere willige Gehilfen gefunden hat.

Ebenso diese:

Nun tun Allens Kritiker so, als sei Allen so eine Art Weinstein 2.0 und die nunmehr 50-jährige Soon-Yi sein hilfloses Opfer. Davon könne gar keine Rede sein, schreibt Moses Farrow, eines der Adoptivkinder von Mia Farrow, in seinem Blog: Mia Farrow habe nach der Trennung von Woody all ihren Kindern eingedrillt, was für ein „schrecklicher Vater“ der sei. Dabei habe Mia, die selbst aus eine dysfunktionalen Familie stamme, ihre Adoptivkinder ständig angeschrien, geschlagen, eingesperrt, oder Gehirnwäschen unterzogen, damit sie kleine Vergehen gestehen. Soon-Yi habe die Affäre mit Allen nur angefangen, um Mia zu entkommen, wohingehend zwei andere Adoptivkinder Selbstmord begangen hätten.

(…) Auch Soon-Yi hatte ihren Mann im New York Magazine verteidigt und wurde dafür von ihrem kleinen Bruder Ronan angegriffen. Überhaupt beharken Ronan und Dylan jeden auf Twitter, der sich ihrem Feldzug entgegenstellt, und niemand in der Branche möchte sich Ronans Rache aussetzen. Inzwischen haben sich mehrere Schauspielerinnen, darunter Natalie Portman und Mia Sorvino, dafür entschuldigt, in Allens Filmen aufgetreten zu sein — wobei ihm keine vorwarf, ihr zu nahe getreten zu sein. Selbst Regisseure wie Greta Gerwig distanzierten sich von ihm.

Ich habe die Einzelheiten zu dem Fall nicht verfolgt, aber das klingt als wären da einige Unklarheiten und Ungereimtheiten vorhanden.

Weiß da jemand mehr?

<span>%d</span> Bloggern gefällt das: