Modellierung der Wirksamkeit von Atemschutzmasken bei der Reduzierung von Grippeausbrüchen

Aus einer Studie:

Outbreaks of influenza represent an important health concern worldwide. In many cases, vaccines are only partially successful in reducing the infection rate, and respiratory protective devices (RPDs) are used as a complementary countermeasure. In devising a protection strategy against influenza for a given population, estimates of the level of protection afforded by different RPDs is valuable. In this article, a risk assessment model previously developed in general form was used to estimate the effectiveness of different types of protective equipment in reducing the rate of infection in an influenza outbreak. It was found that a 50% compliance in donning the device resulted in a significant (at least 50% prevalence and 20% cumulative incidence) reduction in risk for fitted and unfitted N95 respirators, high‐filtration surgical masks, and both low‐filtration and high‐filtration pediatric masks. An 80% compliance rate essentially eliminated the influenza outbreak. The results of the present study, as well as the application of the model to related influenza scenarios, are potentially useful to public health officials in decisions involving resource allocation or education strategies.

Quelle: Modeling the Effectiveness of Respiratory Protective Devices in Reducing Influenza Outbreak

Deepl-Übersetzung:

Ausbrüche von Influenza stellen weltweit ein wichtiges Gesundheitsproblem dar. In vielen Fällen gelingt es nur teilweise, die Infektionsrate mit Impfstoffen zu senken, und als ergänzende Gegenmaßnahme werden Atemschutzgeräte (RPDs) eingesetzt. Bei der Entwicklung einer Schutzstrategie gegen Influenza für eine bestimmte Bevölkerung sind Schätzungen des Schutzniveaus, das verschiedene RPDs bieten, von großem Wert. In diesem Artikel wurde ein zuvor in allgemeiner Form entwickeltes Risikobewertungsmodell verwendet, um die Wirksamkeit verschiedener Arten von Schutzausrüstung bei der Verringerung der Infektionsrate bei einem Influenza-Ausbruch abzuschätzen. Es wurde festgestellt, dass eine 50%ige Compliance beim Anlegen des Geräts zu einer signifikanten (mindestens 50% Prävalenz und 20% kumulative Inzidenz) Verringerung des Risikos für angepasste und nicht angepasste N95-Atemschutzmasken, hochfiltrierende chirurgische Masken und sowohl niedrig- als auch hochfiltrierende pädiatrische Masken führte. Eine 80%ige Compliance-Rate verhinderte im Wesentlichen den Ausbruch der Grippe. Die Ergebnisse der vorliegenden Studie sowie die Anwendung des Modells auf verwandte Influenza-Szenarien sind potenziell für Beamte des öffentlichen Gesundheitswesens bei Entscheidungen über die Zuweisung von Ressourcen oder Bildungsstrategien von Nutzen.

Christian Drosten als Sexsymbol

In der Süddeutschen schreibt ein Mann ein Porträt über die Virologin Brinkmann, in der ihre positive Ausstrahlung gelobt wird, dann schreibt eine Frau über den Virologen Drosten:

Christian Drosten

Christian Drosten

Die Zeiten ändern sich und damit die Sex-Symbole! Seit Wochen hängen wir dem Virologen Christian Drosten an den sinnlichen Lippen und fragen uns, warum der eigene Gatte nichts Anständiges gelernt hat und waschlappenartig über Börsenverluste jammert.

An Drosten würden rein optisch sicherlich die meisten jetzt nichts besonderes finden, aber führender Virologe und Autoritätsfigur in einer Krise verleiht im „sinnliche Lippen“ und es wird klischeehaft kombiniert mit einer ökonomischen Abwertung des eigenen Gatten. Der ist anscheinend kein echter Mann, sondern ein Waschlappen, und hat „nichts anständiges gelernt (im Vergleich zum Virologen).

Das ist interessant, weil sie eine Lobrede auf einen bestimmten Mann gleich mit einer Abwertung eines anderen, wenn auch eines abstrakten Mannes, verbindet.

Das Gegenstück wäre wohl, dass ein männlicher Journalist über eine sehr schöne Forscherin schreiben würde, dass man auf ihre perfekten Rundungen schaut während man sich fragt, warum die eigene Gattin nicht auch mal zum Sport gehen kann und sich beständig Süßigkeiten in den Mund stopft. Die Resonanz wäre wohl wohl auf einen solchen Text wenig erfreulich.

Den Drosten kann man schon aus dem Labor rauslassen: Seine Jacketts von der Stange sind nicht ganz so breitschultrig verschnitten, wie man das von einem Wissenschaftler erwarten würde; trotzdem verbreitet er beflissen den Eindruck, dass er nur mal eben schnell den weißen Kittel gegen die Notjacke ausgetauscht hat, die im Labor für den Fall im Schrank hängt, dass die Regierung ruft. Er flitzt da sogar mit dem Fahrrad hin, hat er mal erzählt! Ob er bei diesem Abenteuer einen Helm trägt? Ist der Fahrradhelm gar die neue Superheldenmaske? Und die Haare! Geradezu lausbübisch wirkt dieser Kurz-vor-rausgewachsen-Schnitt, den sonst nur Italiener tragen.

Der Held im Einsatz! Und das ganz modern, mit Fahrrad unterwegs. Dazu diese lausbübischen Haare! Ein südländisches Flair!

Wirklich gerne wüsste man, ob er sich im normalen Leben verwegen die Strähnen aus der Stirn streicht und damit Doktorandinnenherzen zum Schmelzen bringt.

Auch wieder klassischer Aufbau als begehrter Mann: Er ist verwegen und andere Frauen schmelzen dahin.

Aber ins Gesicht fassen ist ja leider grade verboten. Bleibt also die Frage, warum einer, der im Moment viel damit beschäftigt ist, mit Podcast-Timbre seine Meinungen vom Vortag zu revidieren (und zu erklären, warum man revidieren muss), der Posterboy der Stunde ist. Ganz einfach: Er zeigt uns, dass unsere Aufmerksamkeitsspanne entgegen allen kulturpessimistischen Theorien doch ein bisschen länger ist als die eines Goldfischs. Fühlt sich geradezu sexy an. (Julia Werner)

Gehend wir mal die klassischen Attraktivitätsmerkmale durch:

  • Pre-selected by women („Von anderen Frauen für gut befunden): Er lässt Doktorandinnenherzen höher schlagen und Frauen hängen an seinen sinnlichen Lippen und finden ihren Mann plötzlich unsexy
  • Leader of men. (Anführer anderer Menschen): Er führt den Kampf gegen das Coroanvirus
  • Protector of loved ones (Beschützer von ihm Nahestehenden): Er schützt ganz Deutschland vor dem Coronavirus und eben auch die Frauen, die an seinen Lippen hängen
  • Willing to emote (In der Lage gesunde Gefühlsbindungen einzugehen): Er nimmt sich Zeit für uns!

Ich habe schon von einigen Frauen Tweets in diese Richtung gelesen, also ein Schwärmen für Drosten als Mann. Natürlich ist das auch in der Übertreibung eine klassische Art weibliche Bewunderung etc spielerisch darzustellen in dem ein Mann als ganz besonders toll dargestellt wird.

Aber es ist dennoch interessant, wie es passiert und welche Seiten dabei hervorgehoben werden um dieses Bild zu malen. Eben die, die man evolutionär erwartet.

 

Makeup für Männer

Anscheinend bemüht man sich Make-Up für Männer nach vorne zu bringen, so jedenfalls ein Artikel in der Süddeutschen:

Make-up für Männer ist kein besonders populäres Thema – zumindest noch. Die Marktforschung sagt voraus: In keinem Segment wird der Beauty-Markt in nächster Zeit so stark wachsen wie hier. Schon heute nutzen angeblich neun Prozent der deutschen Männer Schminkprodukte. Das hört sich wenig an, deutet laut Experten aber auf einen Zeitenwechsel hin. 2019 gaben Männer weltweit für Make-up geschätzt rund eine Milliarde Dollar aus. Jetzt hofft man, dass der Umsatz sich ähnlich entwickelt wie der mit Hautpflegeprodukten für Männer – der soll bis 2024 nämlich um ein Viertel steigen, auf fünf Milliarden Dollar. Die meisten großen Marken versuchen deshalb, diese neue Zielgruppe anzusprechen.

Bloß wie? In Asien ist der Markt schon heute riesig. Die Ästhetik der Männlichkeit hat sich dort nachhaltig gewandelt, hin zu einem weicheren, eher androgynen Männerbild. Ein Grund dafür soll der seit einigen Jahren große Erfolg der K-Pop-Bands sein. Deren Mitglieder stehen für ein neues, absichtsvoll gestyltes Mannsein, das bewusst mit Geschlechtergrenzen spielt und auch Jungs im Westen zeigen soll, dass man sich als Kerl problemlos einen makellosen Seidenteint schminken kann, ohne deshalb gleich als Dragqueen verbucht zu werden. Entsprechend viele Werbedeals schließen asiatische Beauty-Marken gerade mit K-Pop-Bands ab. Aber hat das auch im Westen eine Chance?

Ich vermute nicht. Aber vielleicht auch nur, weil ich darauf absolut keine Lust hätte. Mir reicht schon rasieren.

Ich sehe auch gar nicht, warum sich die Männlichkeit dahin wandeln sollte. Es ist ja nicht so als wäre Schminken per se etwas negatives, was unbedingt praktiziert werden sollte oder welches positive Auswirkungen hat.

 

Uniklinik Bonn verbietet Vätern bei der Geburt des Kindes dabei zu sein (wegen Corona)

Eine andere Form der „Umgangsvereitelung“ im sehr weiteren Sinne hat wohl gerade die Bonner Uniklinik praktiziert: Nämlich in dem Vätern untersagt wird bei der Geburt des Vaters dabei zu sein und die Mutter auch bei der Geburt zu unterstützen:

Die Uniklinik Bonn hat beschlossen, dass schwangere Frauen ab sofort nicht mehr mit Begleitung in die Geburtenstation dürfen. Damit wollen die Verantwortlichen das Risiko für Infektionen mit dem Coronavirus verringern. Werdende Väter sind mit dieser Entscheidung sehr unzufrieden.

„Meine Freundin ist seit Samstag überfällig“, berichtet Michael Rosenbaum aufgebracht. „Am Dienstag wurde uns dann mitgeteilt, dass Väter nicht mehr mit in die Geburtenstation dürfen. Meine Partnerin war in Tränen aufgelöst, als sie davon erfahren hat.“ Der Leiter der Geburtenstation habe ihm gesagt, dass das zum Schutze des Personals und der Patienten aufgrund der aktuellen Lange nötig sei. „Dafür habe ich auch Verständnis“, sagt Rosenbaum. „Doch muss man auch den werdenden Vätern die Möglichkeit geben, ihre Partnerinnen bei der Geburt zu begleiten.“

Dabei sieht Rosenbaum die Uniklinik auch in der Pflicht, den Vätern bei der Geburt den Einlass zu gewähren. „Auf der Homepage werden sowohl Mutter als auch Vater begrüßt. Und die Weltgesundheitsorganisation hat in ihren Richtlinien stehen, dass die werdende Mutter eine Begleitung wählen darf. Das zu verbieten, wäre demnach unzulässig und ohnehin nicht zu empfehlen.“ Die Praxis der Geburtsstationen, dem Vater die Teilnahme an der Geburt zu verbieten, sehe er als durchaus unverhältnismäßig an. „Es herrscht trotz der schwierigen Situation weder ein Notstand noch eine Katastrophe.“

Ein weiteres Paar, das seinen Namen lieber nicht in der Zeitung lesen will, sieht die Sache genauso. „Klar, es gibt Einschränkungen im öffentlichen Leben“, sagt der werdende Vater dem GA. „Aber irgendwann geht es auch zu weit. Es ist ziemlich schlimm für uns, dass wir die Geburt nicht zusammen erleben dürfen.“

(…)

Die Entscheidung, nur noch den werdenden Müttern den Zugang zur Geburtenstation zu gewähren, sei ihnen sehr schwer gefallen, teilt die Uniklinik auf GA-Anfrage mit, „Angesichts der aktuellen und sich weiter verschärfenden Corona-Krise haben wir uns in der Klinik für Geburtshilfe und Pränatalmedizin zu einem Schritt entscheiden müssen.“ Es sei notwendig, um das Infektionsrisiko für Patientinnen und Mitarbeiterinnen möglichst gering zu halten.

Dem Klinikum sei bewusst, dass dieser Schritt für die werdenden Mütter und Väter eine große Enttäuschung bedeute. „Viele von uns sind selbst Eltern und wir können deswegen nachvollziehen, was diese Entscheidung für die jungen Familien emotional bedeutet. In der derzeitigen Situation muss aber die Gesundheit die absolut oberste Priorität haben“, heißt es in der Stellungnahme weiter. Deshalb sehe man sich schweren Herzens gezwungen, ein Besuchsverbot in der Geburtshilfe auf unbestimmte Zeit zu erlassen.

Ich finde das absolut unmenschlich und mir ist nicht klar, wie man so eine Entscheidung treffen kann. Der Vater, der an der Geburt teilnimmt, dürfte meist mit der Mutter zusammen leben und damit dürfte das Risiko, dass nur er Corona hat, aber die Mutter nicht, auch nicht so hoch sein.

Dazu ist es einfach ein Ereignis, dass man einem Menschen nicht nehmen sollte. Sicherlich haben früher die Väter häufig draußen gewartet, aber es ist aus meiner Sicht schon etwas anderes dabei zu sein und auch etwas anderes, wenn man dann ja anscheinend die Mutter auch nur sehr eingeschränkt im Krankenhaus besuchen darf um sie und das Kind zu sehen.

Selbermach Samstag 282 (21.03.2020)

Welche Themen interessieren euch, welche Studien fandet ihr besonders interessant in der Woche, welche Neuigkeiten gibt es, die interessant für eine Diskussion wären und was beschäftigt euch gerade?

Welche interessanten Artikel gibt es auf euren Blogs? (Schamlose Eigenwerbung ist gerne gesehen!)

Welche Artikel fandet ihr in anderen Blogs besonders lesenswert?

Welches Thema sollte noch im Blog diskutiert werden?

Für das Flüchtlingsthema oder für Israel etc gibt es andere Blogs

Ich erinnere auch noch mal an Alles Evolution auf Twitter und auf Facebook.

Es wäre nett, wenn ihr Artikel auf den sozialen Netzwerken verbreiten würdet.

Wer mal einen Gastartikel schreiben möchte, auch gerne einen feministischen oder sonst zu hier geäußerten Ansichten kritischen, der ist dazu herzlich eingeladen

Corona-Krise und die Auswirkungen auf den Umgang

Corona scheint auch beim Umgang einige Probleme auszulösen.

Anscheinend haben verschiedene Elternteile im Residenzmodell die Auffassung, dass die Vermeidung sozialer Kontakte bedeutet, dass auch Umgangsrechte nicht mehr zu gewähren sind und das insoweit ein Ausschluss des anderen Elternteils das Risiko verringert.

Aus meiner Sicht keine wirklich haltbare Position, sofern man nicht eine konkrete Gefährdung durch den anderen Elternteil nachweisen kann.

Demzufolge lass ich auch schon in einer Facebookgruppe zu dem Thema die Frage:

Wie kommt ihr eigentlich zu Recht, wenn ihr euer Kind in der Coronakrise nicht sehen könnt?

Natürlich kommt auch einigen die Idee, dass Corona zu einer Ausweitung des Umgangs führen müsste:

Viele haben Regeln, nach denen Kindergartenferien und Schulferien zu teilen sind. Jetzt sind Kindergarten und Schulen geschlossen. Also, so vertreten es einige, müsste auch hier doch eine gewisse Teilung zumindest der bisher beschlossenen Schließungszeiten erfolgen.

Das halte ich juristisch für wenig überzeugend. Denn es würde ja bei längeren Zeiten letztendlich zu einem Wechselmodell führen, welches aber in dem Fall durch die Ferienregelung nicht vereinbart werden sollte.

Auch Angst vor Ausgangssperren wurde schon geäußert, denn schließlich muss derjenige, der den Umgang ausüben will, üblicherweise auch das Kind abholen. Wird ihm das aber durch eine Ausgangssperre untersagt, dann besteht ein extremes Problem

Wie kommen wir feministisch korrekt durch die Corona-Krise (Teil2): „Es sind die Frauen, die das Land rocken“

Ein Artikel im Tagesspiegel hat ausgemacht, dass eigentlich nur die Frauen Deutschland noch am laufen halten und leitet daraus her, dass sie dann auch besser bezahlt werden müssen:

Die Coronavirus-Krise fordert den Menschen mehr Fürsorge ab. Für Kranke, für Schwache, für Kinder. Doch die Arbeit ist meist unterbezahlt, oft unbezahlt, scheinbar unsichtbar. Und: Fast immer ist es Frauenarbeit.

Schon lange vor dem Ausbruch des Coronavirus haben Frauen in Deutschland laut OECD die Hauptlast bei der Kindererziehung und der Pflege von Angehörigen getragen, fast 80 Prozent dieser Aufgaben werden von Frauen erledigt. Nun kommt hinzu: Frauen arbeiten oft in genau den Berufen, die jetzt als „systemrelevant“ bezeichnet werden.Eindrücklich zeigt das eine Grafik der Bundesagentur für Arbeit vom Sommer 2019. Demnach sind fast drei Viertel der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Einzelhandel, also etwa die Kassierer im Supermarkt, weiblich. Ganz ähnlich sieht es in den Krankenhäusern aus, wo die Belegschaft zu 76 Prozent aus Frauen besteht. In Kindergärten und Vorschulen ist das Ungleichgewicht noch deutlicher: Nur sieben Prozent der hier Arbeitenden sind Männer, aber 93 Prozent sind Frauen.

Die Liste der „Systemrelevanten Berufe“ ist tatsächlich etwas länger:

Systemrelevante Berufe gem. § 2 Abs. 2 der o.g. Verordnung sind nachfolgend abschließend aufgezählt:
1. Angehörige des Polizeivollzugsdienstes und Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer des Landes, die bei den Polizeipräsidien tätig sind und Vollzugsaufgaben wahrnehmen,
2. Angehörige von Feuerwehren,
3. Richterinnen und Richter sowie Staatsanwältinnen und Staatsanwälte der Justiz,
4. Bedienstete des Justiz- und Maßregelvollzuges,
5. Bedienstete von Rettungsdiensten,
6. Helferinnen und Helfer des Technischen Hilfswerkes,
7. Helferinnen und Helfer des Katastrophenschutzes,
8. die in der gesundheitlichen Versorgung von Menschen tätigen Angehörigen medizinischer und pflegerischer Berufe, insbesondere
a) Altenpflegerinnen und Altenpfleger nach § 1 des Altenpflegegesetzes in der Fassung der Bekanntmachung vom 25. August 2003
(BGBl. I S. 1691), zuletzt geändert durch Gesetz vom 15. August 2019 (BGBl. I S. 1307) in Verbindung mit § 64 des Pflegeberufegesetzes vom 17. Juli
2017 (BGBl. I S. 2581), zuletzt geändert durch Gesetz vom 13. Januar 2020 (BGBl. I S. 66), oder nach § 58 Abs. 2 des Pflegeberufegesetzes,
b) Altenpflegehelferinnen und Altenpflegehelfer nach § 1 des Hessischen Altenpflegegesetzes vom 5. Juli 2007 (GVBl. I S. 381),
zuletzt geändert durch Gesetz vom 21. Juni 2018 (GVBl. S. 296),
c) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Einrichtungen, die Kindern und Jugendliche im Rahmen der stationären Hilfen zur Erziehung oder der Eingliederungshilfe nach § 35a des Achten Buches Sozialgesetzbuch betreuen,
d) Anästhesietechnische Assistentinnen und Anästhesietechnische Assistenten im Sinne der §§ 1 und 2 der DKGEmpfehlung zur Ausbildung und Prüfung von Operationstechnischen und Anästhesietechnischen Assistentinnen/Assistenten vom 17. September 2013,
e) Ärztinnen und Ärzte,
f) Apothekerinnen und Apotheker,
g) Desinfektorinnen und Desinfektoren,
h) Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerinnen und Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger,
i) Gesundheits- und Krankenpflegerinnen und Gesundheits- und Krankenpfleger,
j) Hebammen,
k) Krankenpflegehelferinnen und Krankenpflegehelfer,
l) Medizinische Fachangestellte,
m) Medizinisch-technische Laboratoriumsassistentinnen und Medizinisch-technische
Laboratoriumsassistenten,
n) Medizinisch-technische Radiologieassistentinnen und Medizinisch-technische Radiologieassistenten,
o) Medizinisch-technische Assistentinnen für Funktionsdiagnostik oder Medizinisch-technischer
Assistenten für Funktionsdiagnostik,
p) Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter,
q) Operationstechnische Assistentinnen und Operationstechnische Assistenten,
r) Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner,
s) Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner,
t) Pharmazeutisch-technische Assistentinnen oder pharmazeutisch-technische Assistenten,
u) Rettungsassistentinnen und Rettungsassistenten,
v) Zahnärztinnen und Zahnärzte
w) Zahnmedizinische Fachangestellte.

Ich habe mal die fett markiert, bei denen ich mehr Männer vermute.

Bedeutet: Vor allem Frauen kümmern sich aktuell in den Kitas um die Kinder von Ärzten, Krankenschwestern und Polizisten. Ohne sie würde Deutschland aktuell wohl zusammenbrechen.

Die Grafik konnte man schlecht kopieren, sie entsprach aber im wesentlichen dieser hier:

Ich will die Arbeit vieler der dort arbeitenden gar nicht kleinreden, aber die Aussage, dass jetzt in der Krise die Kindergärtnerinnen besonders viel Arbeit haben und Deutschland am Laufen halten ist angesichts des Umstandes, dass die meisten Kitas schlicht bis auf Notgruppen zu haben, dann doch etwas merkwürdig.

Und natürlich würde Deutschland auch ohne die hier nicht erwähnten LKW-Fahrer, Techniker, Frachtlogistiker, etc zusammenbrechen, die neue Waren bringen und dafür sorgen, dass weiterhin alles läuft.

Ganz abgesehen davon, dass eine Tätigkeit in der Sozialversicherung insofern auch kein systemrelevanter Job ist. Und alle im Einzelhändel beschäftigen Frauen zu Heldinnen auszurufen, wenn viele davon dank geschlossener Geschäfte (Einzelhandel ist ja nicht nur Lebensmittel) auch nichts anderes machen, erscheint auch merkwürdig.

Es ist eigentlich ganz interessant, warum da nicht auch technische Berufe aufgenommen sind oder eben LKW-Fahrer oder andere Leute, die auch wichtig sind, damit der Laden weiter läuft, aber die eben eher in männerdominierten Berufen arbeiten:

Kleine Verschwörungstheorie: Technische Berufe muss man nicht aufnehmen, weil Männer eben seltener Kinder betreuen. Sie brauchen keine Zusatzbetreuung, die kann aber bei relevanten Berufen, die eher weiblich besetzt sind oder einen hohen Anteil haben, sehr relevant sein.

Diese Berufsgruppen, und damit den Frauen, hat Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrer Fernsehansprache am Mittwoch den Rücken gestärkt: „Danke, dass Sie da sind für ihre Mitbürger und buchstäblich den Laden am Laufen halten“, sagte sie in ihrer ersten außerplanmäßigen TV-Ansprache überhaupt.

Merkel sagte:

ich möchte mich bei dieser Gelegenheit zu allererst an alle wenden die als Ärzte oder Ärztin im Pflegedienst oder in einer sonstigen Funktion in unseren Krankenhäusern und überhaupt im Gesundheitswesen arbeiten sie stehen für uns in diesem Kampf in der vordersten Linie sie sehen als erster die kranken und wie schwer manche Verläufe der Infektion sind und jeden tag gehen sie aufs neue an ihrer arbeit und sind für die Menschen da was sie leisten ist gewaltig und ich danke ihnen von ganzem herzen dafür also es geht darum das Virus auf seinem weg durch Deutschland zu verlangsamen (…)

lassen Sie mich auch hier dank aussprechen an Menschen den zu selten gedankt wird wer in diesen Tagen an einer Supermarktkasse sitzt oder Regale befüllt der macht einen der schwersten Jobs die es zur Zeit gibt. Danke dass sie da sind für ihre Mitbürger und buchstäblich den Laden am laufen halten
Es ist  das Richtige und fast selbstverständliche bei einer Krise, die insbesondere medizinisches Personal belastet und noch stark belasten wird. Auch anzuerkennen, dass es gegenwärtig an einer Supermarktkasse nicht einfach ist, kann man sicherlich machen.
Daraus ein Geschlechterding zu machen scheint mir aber vollkommen an dem Inhalt ihrer Rede vorbeizugehen. Merkel scheint mir weit eher dafür werben zu wollen nicht zu hamstern und Mitarbeiter dort freundlich zu behandeln und diesen etwas Mut zu machen.

An vorderster Front in dieser Krise mit einmaligen Einschränkungen in der Geschichte der Bundesrepublik sieht sie neben den Kassiererinnen ganz klar die Beschäftigten in Pflege- und Krankenberufen: „Sie stehen für uns in diesem Kampf in der vordersten Linie.“

Es ist eine seltene Anerkennung. Deutlich wird das zum Beispiel bei den Pflegefachkräften. Die empfinden ihren Job als besonders undankbar. Gefolgt von Paketbotinnen, Erzieherinnen und Müllmännern. Das zeigt eine Umfrage des Vergleichsportals Gehalt.de aus dem Jahr 2018 unter knapp 9.000 Personen.

Finden Paketboten und Erzieher ihre Arbeit weniger undankbar? Wäre interessant.

Die Befragten berichten von vielen Überstunden, hoher körperlicher Belastung und Risiken für die eigene Gesundheit. Etwa 17.000 offene Stellen gibt es in der Pflege. Das verschlechtert die Arbeitsbedingungen zusätzlich, etwa durch viele Überstunden und Dauerstress.

Und die Arbeit ist außerdem schlecht bezahlt. Der Mindestlohn für ungelernte Pflegekräfte liegt aktuell bei 11,35 Euro pro Stunde. Bei einer 40 Stunden-Woche entspricht das einem Bruttogehalt von nicht mal 2.200 Euro. Selbst über drei Jahre ausgebildete Kräfte erhalten nur wenig mehr und kommen auf knapp 2.700 Euro brutto.

Auch weil Frauen in Berufen wie diesen arbeiten, kommt es zu einem eklatanten Gehaltsgefälle: Erst diese Woche berichtete das Statistische Bundesamt, dass vergangenes Jahr der durchschnittliche Bruttostundenlohn der Frauen mit 17,72 Euro um 20 Prozent niedriger lag als der von Männern mit 22,61 Euro.

Zudem übernehmen Frauen nach wie vor deutlich mehr unbezahlte Care-Arbeit als Männer – etwa Kinderbetreuung oder Aufgaben im Haushalt. „Frauen weichen deshalb im Job oft auf Teilzeit aus, was langfristig mit deutlichen Einbußen bei den Stundenlöhnen verbunden ist“, sagte jüngst die Forscherin Karin Schulze Buschoff bei der Vorstellung einer entsprechenden Studie der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung.

Durch die Belastungen in Folge der Coronavirus-Epidemie wird sich die Situation für die Frauen verschärfen: Fast ganz Deutschland arbeitet seit Montag im Homeoffice, der Druck auf die Verteilung von Erwerbsarbeit, Kinderbetreuung und Haushalt steigt.

Tatsächlich verdienen Männer in Teilzeit sogar weniger als Frauen.

Ich finde die Verbindung zwischen den beiden Teilen sehr merkwürdig:

Er scheint erst einmal das falsche Bild aufzubauen, dass in der Krise die ganze Arbeit bei den Frauen hängen bleibt. Was ja schlicht nicht der Fall ist. Und das ihre Arbeit, die er irgendwie zur Arbeit aller Frauen macht, weil in bestimmten Berufen Frauen überproportional vertreten sind, ganz besonders wichtig ist.
Damit begründet er dann, dass man Frauenberufe besser bezahlen sollte und dann rundet er das noch mit einer Verschärfung der Situation der Frauen in der Krise ab, was wohl eine besondere Handlungsaufforderung sein soll und Dringlichkeit signalisieren soll.

Das Männer und Frauen meist eng verbunden sind und eine finanzielle Krise einer Frau meist die Krise einer Familie oder Partnerschaft ist oder eben dort aufgefangen werden muss kommt in dem Artikel nicht vor. Das Frauen nicht nur in Teilzeit gedrängt werden, sondern das genau die Vorstellung davon ist, wie sie gerne arbeiten wollen, möglichst bis zur Rente (vgl: „85 Prozent der etwa 2000 befragten teilzeitbeschäftigten Frauen fanden es demnach „super“ in Teilzeit zu arbeiten, 75 Prozent erklärten, derzeit „auf keinen Fall“ Vollzeit arbeiten zu wollen, 60 Prozent gaben an, möglichst bis zur Rente in Teilzeit arbeiten zu wollen.“) taucht in dem Artikel auch nicht auf.

Kurz zusammengefasst wäre der Inhalt des Artikels wohl „Seht mal wie wichtig Frauen sind, sie halten die Gesellschaft am laufen und ihr behandelt sie wie Dreck und zahlt ihnen zu wenig, zwingt sie in Kurzarbeit und die Kinder müssen sie auch noch betreuen, weil ihr sie unterdrückt. Und in der Krise wird es noch schlimmer.“

Aber das ist durch die Fakten eben so auch nicht gedeckt.

Der Wettlauf von Männern und Frauen nach Regine Hildebrandt

Auf Twitter las ich folgendes Zitat:

„Zu einem 400-Meter-Lauf treten ein Mann und eine Frau an! Der Mann mit zwanzig Metern Vorsprung und im sportlichen Outfit. Die Frau mit Rucksack, aus dem zwei Kinder gucken, vor ihr mehrere Hürden. Da ist die Frage, wer schneller ist, müßig.“ Regine Hildebrandt #Weltfrauentag

Das Bild an sich wird häufiger verwendet.
Vielleicht wäre es ganz interessant ein paar Gegenmodelle parat zu haben:

Ich versuche mal eins:

„Zu einem 400-Meter-Lauf treten ein Mann und eine Frau an! Der Mann hat 400 Meter Lauf als Spezialdisziplin, die Frau macht eigentlich lieber rhythmische Sportgymnastik, aber nur Halbtags. Sie möchte lieber auch noch für andere Bereiche ihres Lebens außer Sport Zeit haben. Der Mann wurde aus einer Konkurrenz von 100 Männern ausgewählt, die Frau aus einer Konkurrenz von 30. Da ist die Frage, wer schneller ist, müßig.

Die meisten Männer teilen ihre Siegesprämie allerdings ohnehin mit einer Frau.