Corona-Krise und die Auswirkungen auf den Umgang

Corona scheint auch beim Umgang einige Probleme auszulösen.

Anscheinend haben verschiedene Elternteile im Residenzmodell die Auffassung, dass die Vermeidung sozialer Kontakte bedeutet, dass auch Umgangsrechte nicht mehr zu gewähren sind und das insoweit ein Ausschluss des anderen Elternteils das Risiko verringert.

Aus meiner Sicht keine wirklich haltbare Position, sofern man nicht eine konkrete Gefährdung durch den anderen Elternteil nachweisen kann.

Demzufolge lass ich auch schon in einer Facebookgruppe zu dem Thema die Frage:

Wie kommt ihr eigentlich zu Recht, wenn ihr euer Kind in der Coronakrise nicht sehen könnt?

Natürlich kommt auch einigen die Idee, dass Corona zu einer Ausweitung des Umgangs führen müsste:

Viele haben Regeln, nach denen Kindergartenferien und Schulferien zu teilen sind. Jetzt sind Kindergarten und Schulen geschlossen. Also, so vertreten es einige, müsste auch hier doch eine gewisse Teilung zumindest der bisher beschlossenen Schließungszeiten erfolgen.

Das halte ich juristisch für wenig überzeugend. Denn es würde ja bei längeren Zeiten letztendlich zu einem Wechselmodell führen, welches aber in dem Fall durch die Ferienregelung nicht vereinbart werden sollte.

Auch Angst vor Ausgangssperren wurde schon geäußert, denn schließlich muss derjenige, der den Umgang ausüben will, üblicherweise auch das Kind abholen. Wird ihm das aber durch eine Ausgangssperre untersagt, dann besteht ein extremes Problem

18 Gedanken zu “Corona-Krise und die Auswirkungen auf den Umgang

  1. Verstehe den Artikel nicht.

    Also, so vertreten es einige, müsste auch hier doch eine gewisse Teilung zumindest der bisher beschlossenen Schließungszeiten erfolgen.

    Was sind „beschlossene Schließungszeiten“?

    Denn es würde ja bei längeren Zeiten letztendlich zu einem Wechselmodell führen, welches aber in dem Fall durch die Ferienregelung nicht vereinbart werden sollte.

    Hä?

    Wird ihm das aber durch eine Umgangssperre untersagt, dann besteht ein extremes Problem

    Was ist mit „Umgangssperre“ gemeint? Die Weigerung eines Elternteils, das Kind herauszugeben?

    • „Also, so vertreten es einige, müsste auch hier doch eine gewisse Teilung zumindest der bisher beschlossenen Schließungszeiten erfolgen“

      Momentan sind die Kitas und die Schulen „erstmal bis nach dem Osterferien“ geschlossen.

      Das kann man teilen.

      Beim zweiten hatte ich mich verschrieben, hätte Ausgangssperre heißen müssen, ist korrigiert

      • Danke.

        Schließungszeiten ist missverständlich, man versteht darunter eher Zeitpunkte. Hier geht es offenbar um einen Zeitraum. Vielleicht solltest du lieber vom Schließungszeitraum sprechen.

      • Mir ist auch noch nicht klar, weshalb du eine eventuell bestehende Ferienregelung erwähnst. Was hat diese mit den aktuellen Schul- und Kindergartenschließungen zu tun? Geht es darum, dass man die aktuelle Situation so behandeln sollte wie Ferien? Oder gerade nicht so behandeln, sondern anders? Gibt es einen Konflikt mit der Ferienregelung?

        Steig da gerade nicht durch.

        • Ich vermute, du willst darauf hinaus, dass die Ausgangssperren noch Monate bestehen werden und dass sich bei einer hälftigen Aufteilung des Umgangs quasi das Wechselmodell ergibt.

          Richtig verstanden?

          Allerdings könnte man einwenden, dass die üblichen Wochenendregelungen ja nur ein Notbehelf ist, der sich daraus ergibt, dass die Eltern werktags arbeiten und die Kinder im Hort oder in der Schule sind. Und dass sich dieser Notbehelf jetzt erübrigt.

          Womit sich dann auch die bisher übliche Unterhaltsregelung erübrigt.

          • „Allerdings könnte man einwenden, dass die üblichen Wochenendregelungen ja nur ein Notbehelf ist, der sich daraus ergibt, dass die Eltern werktags arbeiten und die Kinder im Hort oder in der Schule sind. Und dass sich dieser Notbehelf jetzt erübrigt.“

            Hab ich Dich jetzt falsch verstanden, oder bist Du wirklich so naiv?
            Die Umgangsregelung hat in fast allen Fällen die Absicht, das Residenzmodell und infolgedessen eine Unterhaltsregelung zu rechtfertigen.
            Es ist nicht so, dass die Kinder den Müttern zugeschlagen werden, WEIL die Väter arbeiten, sondern DAMIT die Väter arbeiten.

        • “ Geht es darum, dass man die aktuelle Situation so behandeln sollte wie Ferien?“

          Yupp, ich denke, das ist damit gemeint.
          Da die Ferien hälftig geteilt werden, erwarten einige Väter, naiv, wie sie sind, dass auch die anderen Schul- und KiTa-freien Zeiten hälftig geteilt werden sollten.

  2. Vor der Ausgangssperre muss aber niemand Angst haben, der sein Kind abholen will — das ist doch ganz sicher davon ausgenommen, wie eben Einkaufen und vor allem sich um andere kümmern.

  3. So, wie geht es Dir, lieber Christian, jetzt, wo deine spanische Frau und Du und euer Balg zu Hause chillen müsst? Schade, keine KiTa um das Kind dort abzuwerfen.

  4. Das RKI hat eine moderne, die sogenannte „grafische“ Aufbereitung und Darstellung seiner Daten entdeckt.
    Dieser modische Schnickschnack ist hier zu besichtigen: https://experience.arcgis.com/experience/478220a4c454480e823b17327b2bf1d4

    Es steht zu befürchten, irgendwann wird auch das RKI sich der sogenannten „Echtzeit Aktualisierung“ widmen, bisher hält man an der bewährten Praxis fest, die Datenlage von 0 Uhr nach einer angemessenen Frist von 10 Stunden einzupflegen.

    • Sieht doch gar nicht mal so schlecht aus. Erschreckend finde ich allerdings die 47 Todesfälle.
      Die Gippewelle 2017/18 hat über 530 mal mehr Todesopfer gefordert.
      Insofern kann ich einem heutigen Leserbrief nur zustimmen.

      Wir rasten aus wegen einer leichten Grippewelle.

      • „Wir rasten aus wegen einer leichten Grippewelle.“

        Schalt gelegentlich mal die Lügenmedien ein, um Dich zu informieren.
        In D sterben – noch – so wenig Menschen, weil die Kliniken die schweren Fälle noch auffangen können.
        In Italien fährt das Gesundheitssystem im roten Drehzahlbereich – und die Zahl der Toten explodiert förmlich.
        Ähnlich wird es in D auch aussehen, sobald die Kapazitäten der Krankenhäuser erschöpft sind.
        Dann wirst Du auch die hinreichende Zahl von Todesopfern verbuchen können, um das Virus ernst zu nehmen.

      • @Mario
        Selbst wenn wir den Wuhan-Virus nur mit einer Sterblichkeitsrate von 1% der Erkrankten veranschlagen, dann sind das bei aktuell 22.000 Erkrankten in D bereits 220 Tote in der Perspektive.
        Dass derzeit und bisher 83 ausgewiesen sind, sagt gar nichts.
        Die Inkubationszeit beträgt 4-5 Tage, stationäre Aufnahme nach 5-7 Tagen, bis zum Tod vergehen 9-15 Tage. Wenn nur 10% der Bevölkerung erkranken, bist du bei 8 Millionen Erkrankten und 80.000 Toten.

        Das eigentliche Problem siehst du hier:
        https://info.gesundheitsministerium.at
        Von 2882 Fällen in Österreich sind 100 hospitalisert und 15 befinden sich auf der Intensivstation, 8 sind bereits gestorben = Mortalitätsrate von 0,3% bezogen auf die Gesamtzahl, aber 8% auf die mit stationärem Aufenthalt im Krankenhaus und ca. 33% derjenigen auf der Intensivstation.

        Rechnen wir grob auf dieser Basis (0,3%) herunter: Pro 1000 Erkrankten 30 im Krankenhaus, 4 auf der Intensivstation, 2 Tote.
        Switch zu Italien und Umkehrschluss: 53.578 Erkrankte, Tote: 4.825 – d.h. mindestens die doppelte Anzahl Erkrankter muss gerade per Intensivmedizin betreut werden.
        In Deutschland gibt es ca. 25-28.000 Betten auf der Intensivstation – für alle Fälle.

  5. „Auch Angst vor Ausgangssperren wurde schon geäußert, denn schließlich muss derjenige, der den Umgang ausüben will, üblicherweise auch das Kind abholen. Wird ihm das aber durch eine Ausgangssperre untersagt, dann besteht ein extremes Problem“
    Kommt jetzt drauf an was man unter Ausgangssperre genau versteht. Bei den in Bayern seit heute geltenden Ausgangsbeschränkungen wurden die Besuchsrechte explizit ausgenommen und können wahrgenommen werden. Das heißt, Kinder können abgeholt werden und etwa auch Spaziergänge mit den eigenen Kindern sind möglich.

    Siehe z. B. https://www.br.de/nachrichten/bayern/ausgangsbeschraenkung-was-in-bayern-noch-erlaubt-ist,RtmeCyH

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