Dr. Luke und Kesha: Wie sich der Fall weiter entwickelt

Da hier über die Anschuldigungen berichtet worden ist sollte auch ein Bericht über den weiteren Verlauf erfolgen:

In der Auseinandersetzung mit ihrem ehemaligen Produzenten Dr. Luke muss Sängerin Kesha einen herben Rückschlag hinnehmen: Die 32-Jährige muss dem Musikmanager, der mit bürgerlichem Namen Lukasz Gottwald heißt, 375.000 US-Dollar (etwa 342.000 Euro) Schadensersatz zahlen. Das geht aus Gerichtsdokumenten hervor, die der US-Seite „Entertainment Online“ vorliegen sollen.

Kesha habe im Februar 2016 in einer SMS an Lady Gaga eine „unwahre Aussage“ getätigt, heißt es demnach in der Urteilsbegründung. Die Sängerin hatte in ihrer Kurznachricht erklärt, Dr. Luke habe ihre Kollegin Katy Perry vergewaltigt. Perry jedoch habe eindeutig ausgesagt, dass dies nicht den Tatsachen entspreche, so das Gericht weiter.

Es gebe keinen Zweifel an der Wahrheit von Perrys Aussage, heißt es weiter. Auch darüber hinaus gäbe es keine Beweise für eine Vergewaltigung der „I Kissed A Girl“-Sängerin. Keshas Anwälte haben bereits angekündigt, in Berufung gehen zu wollen.

In die Berufung zu gehen scheint mir mutig, wenn man eine Behauptung über eine Interaktion mit einer anderen Person aufstellt und diese andere Person darlegt, dass es nicht so wahr. Aber ich kenne ja auch nicht die Feinheiten des amerikanischen Prozesswesens.

Ein weiterer Prozess gegen Kesha selbst steht anscheinend noch aus.

Dr. Luke hatte im Sommer 2016 eine Klage wegen übler Nachrede gegen Kesha eingereicht. Darin forderte er eine Entschädigung von 50 Millionen US-Dollar, die ihm wegen dieser „böswilligen Unwahrheiten“ an Einnahmen verloren gegangen seien. Nachdem Lady Gaga die SMS von Kesha erhalten hatte, hatte sie negative Nachrichten über den Produzenten via Social Media und in der Presse verbreitet.

Kesha hatte zu Beginn ihrer Karriere mehrere Hits mit Dr. Luke aufgenommen, darunter auch den Song „Tik Tok“, mit dem sie 2009 ihren Durchbruch feierte. 2014 zeigte sie den Produzenten an. Sie warf ihm vor, sie jahrelang sexuell, physisch und psychisch missbraucht zu haben.

Dr. Luke weist die Vorwürfe bis heute zurück und verklagte die Sängerin und ihre Mutter, die sich ebenfalls in die Auseinandersetzung eingeschaltet hatte, im Gegenzug wegen Verleumdung. Diese Vorwürfe werden demnächst in einem weiteren Gerichtsverfahren verhandelt. Unterdessen erschien vor einer Woche das vierte Studioalbum von Kesha. Es hört auf den Titel „High Road“.

Das bizarre an den amerikanischen Prozessen sind natürlich immer die unglaublich hohen Summen.

Johnny Depp macht ja ähnlich hohe Beträge geltend.

Wie es hier ausgeht wird interessant. Er scheint sich ziemlich sicher zu sein, sonst wäre eine Klage sehr mutig, denn meines Wissens nach ist eine Gerichtsakte in amerikanischen Akten quasi für jeden einsehbar.

31 Gedanken zu “Dr. Luke und Kesha: Wie sich der Fall weiter entwickelt

  1. Ich weiß jetzt nicht, wie es bei Dr. Luke aussieht, anhand der ungefähren Vermögen bzw. Verdienste von „Musikern“ halte ich Forderungen von 50 Mill. USD aber nicht für überzogen.
    Laut https://www.vermoegenmagazin.de/johnny-depp-vermoegen/ bekam Johny Depp pro Film rund 20 Mill. USD.
    Dank metoo weiß ja jeder, dass Männer, die sich Gewalt- und Vergewaltigungsvorwürfen ausgesetzt sehen, die Vorwürfe durchaus als Karriereende ansehen können. Inklusive (zukünftiger) Verdienstausfälle.
    Absurd sind dagegen eher Schmerzensgeldforderungen, weil Frau sich heißen Kaffee über den Schritt geschüttet hat.

    • Der Fall Stella Liebeck vs. McDonald’s ist kein gutes Beispiel, um die Absurditäten des amerikanischen Rechtssystems aufzuzeigen. Es gibt in den USA absurde Urteile, die Kaffee-Geschichte gehört aber definitiv nicht dazu. Leider hat sich das zu einer urban legend entwickelt und scheint nicht mehr einzufangen zu sein.

      • Mag sein.. Dass die Frau im Auto saß, hatte ich ohnehin gar nicht auf dem Schirm, ist für mich aber auch irrelevant. Kalt kochen kann man nicht (doch geht wohl 😉 ) also sollte man sich nicht wundern, dass Kaffee heiß ist.
        Bliebe dann noch der Fall, wo sich angeblich der Fahrer eines Wohnmobils Kaffee kochte – während der Fahrt.
        Für mich ist nicht nachvollziehbar, wieso manche Menschen anscheinend wie Feministinnen bei allen möglichen und unmöglichen Tätigkeiten an die Hand genommen werden müssen, weil sie alleine zu blöd sind.

        • Der Unsinn der Urban legend ist zu glauben sie hätte finanziell nen Stich gemacht. Hat sie nicht.
          Die Verbrennungen sahen übel aus.
          Aber solange es nur dem Vorurteil dient wird hier auch der heißeste Kaffee kannenweise geschluckt.

        • Was heißt da „Mag sein.“? Der Artikel ist verlinkt, da stehen alle Fakten drin, einfacher kann man seine Ignoranz nicht ablegen (oder zeigen):

          So how did the public’s view of this case get so warped? According to Conover, lawyers spent years running a disinformation campaign, which much of the media bought into, holding up the McDonald’s coffee lawsuit as an example of a supposed epidemic of frivolous lawsuits.

          Stella Liebeck was a 79-year-old woman in Albuquerque, New Mexico, whose grandson drove her to McDonald’s in 1992. She was in a parked car when the coffee spilled.
          Liebeck acknowledged that the spill was her fault. What she took issue with was that the coffee was so ridiculously hot — at up to 190 degrees Fahrenheit, near boiling point — that it caused third-degree burns on her legs and genitals, nearly killing her and requiring extensive surgery to treat.
          McDonald’s apparently knew that this was unsafe. In the decade before Liebeck’s spill, McDonald’s had received 700 reports of people burning themselves. McDonald’s admitted that its coffee was a hazard at such high temperatures. But it continued the practice, enforced by official McDonald’s policy, of heating up its coffee to near-boiling point. (McDonald’s claimed customers wanted the coffee this hot.)
          Liebeck didn’t want to go to court. She just wanted McDonald’s to pay her medical expenses, estimated at $20,000. McDonald’s only offered $800, leading her to file a lawsuit in 1994.
          After hearing the evidence, the jury concluded that McDonald’s handling of its coffee was so irresponsible that Liebeck should get much more than $20,000, suggesting she get nearly $2.9 million to send the company a message. Liebeck settled for less than $600,000. And McDonald’s began changing how it heats up its coffee.

  2. „Nachdem Lady Gaga die SMS von Kesha erhalten hatte, hatte sie negative Nachrichten über den Produzenten via Social Media und in der Presse verbreitet.“

    Finde ich verblüffend. Allein auf der Basis einer SMS verbreitet Lazy Gags schlechte Nachrichten über einen prominenten Produzenten. Als Insiderin musste ihr klar sein, dass sie nun wegen übler Nachrede, Rufschädigung u. dgl. auf Schadensersatz verklagt werden kann, und dass die Forderungen der Gegenseite vermutlich Millionen-schwer ausfallen würden. Doch diese Aussicht scheint Gaga nur wenig beeindruckt zu haben.

    Ja, so sind sie, diese starken Frauen …

          • Du bist witzig. Ja, Google, hahaha. Habe ich auch gemacht.
            Trotzdem wäre es schön, wenn man Artikel, die man zitiert, auch verlinkt.

          • „Habe ich auch gemacht.“

            Anscheinend aber nicht erfolgreich, denn sonst hättest du den gefundenen Link ja gepostet, statt zu nörgeln, dass da keiner ist.

          • „Eine Quellenangabe wäre aber trotzdem sinnvoll und auch nicht unüblich“

            Sicher.

            Und wenn einem, der neben Job, Familie und Kind auch noch jeden Tag einen Artikel raushaut, viele davon mit Recherche verbunden, einmal im Monat ein Flusigkeitsfehler unterläuft, was ist dann die sinnvolle und übliche Reaktion?

            a) Nörgeln, dass da was fehlt
            b) Unaufgefordert die fehlende Information im Kommentar nachliefern.

          • was ist dann die sinnvolle und übliche Reaktion?

            a) Nörgeln, dass da was fehlt
            b) Unaufgefordert die fehlende Information im Kommentar nachliefern.

            Beides….
            Einerseits stehe ich auf dem Standpunkt, dass jeder selbst in der Lage sein sollte, Google zu bedienen. Zumal das beim Zeitaufwand sicherlich einfacher wäre, als tagelang auf eine Antwort zu warten. Aber wer behauptet oder zitiert, ist üblicherweise in der Bringschuld.

            Da darf dann auch gerne mal das Fehlen einer Quelle angemerkt werden. Vielleicht nicht unbedingt in der Adrian-typischen Art. 😉

  3. Ich habe nie verstanden, warum man Frauen, gerade im Bereich der Sexualität, glauben sollte. Es spricht einfach zu vieles dagegen:
    1. Sie sind auch nur Menschen.
    2. Sie haben eine blumige Phantasie und weitschweifende Emotionalität.
    3. Ihre Sexualität ist selektiv und grotesk.
    4. Sie wissen, dass man ihnen eher glaubt, als Männern.
    5. Sie sind es gewohnt, dass sie kaum Verantwortung tragen müssen.

      • Männer sind, was Frauen angeht, unglaublich naiv. Das hat sich durch die vaterlose Gesellschaft natürlich noch einmal verstärkt.
        Meine Sohn würde das nicht passieren. Darauf mein Wort!

          • Ich verstehe das so: Weil sie körperlich auf Männer stehen, deren Persönlichkeit aber ablehnen oder verächtlich machen. Oder sich Männern an den Hals werfen, die tatsächlich schädlich sind.

        • Das ist das was für viele heterosexuelle Männer scheinbar so schwer zu verstehen ist*. Frauen stehen auf sich selber. Sie stehen nicht auf den Mann, sondern auf das was er für sie tun kann, in sexueller, wirtschaftlicher und sonstiger Hinsicht. Ausnahmen bestätigen da die Regel. Und natürlich kann sich bei langjähriger Beziehung auch eine Art echter Zuneigung zur Person entwickeln. Aber es ist eben nicht das typische, die Regel bei Frauen.

          *Obwohl es doch so offensichtlich ist.
          Vielleicht liegt es auch daran, daß Männer oft den Irrtum begehen, anzunehmen, nur weil sie darauf getrimmt sind etwas an Frauen sexy und attraktiv zu finden, das Frauen das dann auch immer oder in erster Linie für die Männer tun. Nein Frauen tun viele Dinge aus purer Lust an sich selbst und Männer sind darauf konditioniert das sexy zu finden.
          Deswegen kann man ja auch Pornos drehen mit Frauen die sich selbst befriedigen und Männer macht das oft an. Umgekehrt funktioniert das eher selten.

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