Die PoMo-Bubble (Gastartikel)

Ein Gastartikel von Marc:

Ich habe die PoMo-Bubble mal näher unter die Lupe genommen, die sich selbst als antirassistisch und feministisch verortet. Der Begriff „PoMo“ steht für Postmoderne und „Bubble“ bedeutet übersetzt (Filter-)Blase. Man könnte es als Identitätspolitik im Endstadium bezeichnen.

Menschen werden in Gruppen nach ihrer Hautfarbe, Geschlecht und sexuellen Orientierung eingeteilt, wodurch eine Hierarchie entsteht. Es zählt nicht mehr was gesagt wird, sondern wer etwas sagt. Je weniger Privilegien man hat desto einen höheren Stellenwert hat man innerhalb der Gruppe. Das endet dann in der „Oppression Olympics“, in der „weiße heterosexuelle Männer“ an der Spitze stehen und zur Zielscheibe geworden sind, weil sie für alles Übel auf der Welt verantwortlich sein sollen. Rassismus und Sexismus wird so umdefiniert, dass weiße Männer immer Täter, aber nie Opfer sein können.

Da hilft nur noch die Selbstkasteiung:

 

Sie verwenden die Rassismus- und Sexismuskarte missbräuchlich und verfallen in eine Opfermentalität. Bei berechtigter Kritik nutzen sie es dann als eine Art Schutzschild, um den Gesprächspartner mundtot zu machen.

Laut ihnen dürfen nur sie entscheiden, ob eine bestimmte Handlung Rassismus oder Sexismus darstellt, weswegen weiße Männer kein Mitspracherecht haben. Wenn man Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe oder ihres Geschlechts aus einer Diskussion ausgrenzt, ist das diskriminierend. Sie beanspruchen für sich die Deutungshoheit über die Begriffe. Als weißer Mann darf man nur als Ally (Verbündeter) solidarisch in Erscheinung treten, aber darf keineswegs selber zu aktiv sein, weil man ihnen sonst z.B. durch Bücher und Vorträge über Rassismus und Sexismus den Raum und das Geld wegnimmt.

Es gibt sogenannte „Crybullies“, die regelmäßig ‚Fishing for Hate‘ betreiben:

  1. Stark provokante Äußerung tätigen (z.B. gegen Deutsche, Männer oder Weiße)
  2. Gegenreaktionen erhalten
  3. Sachliche Kritik ausblenden und nur auf einzelne Trollkommentare fokussieren
  4. Sich als Opfer inszenieren
  5. Alles wiederholen

Wer Hass sät, wird Hass ernten:

Sie beschweren sich stets über Hate Speech, aber bekämpfen dann Rassismus mit Rassismus und Sexismus mit Sexismus. Wenn man den Spieß umdreht, ist man kein Deut besser. Da wird mit zweierlei Maß gemessen. Es wird einem auch „Tone policing“ vorgeworfen, wenn man sich mit ihnen ruhig und sachlich unterhalten möchte.

 

Sie wollen keine Gleich- sondern eine Sonderbehandlung. Ihnen geht es nur um den Opferstatus einer Person. Wir „überprivilegierten“ weißen Männer gehören zu den bösen Unterdrückern und müssen alles über uns ergehen lassen. Da sind Witze, Vorurteile, Verallgemeinerungen, Beschimpfungen und Hasstiraden erlaubt. Frei nach dem Motto: „It’s okay when we do it“. Das ist ihr krankes Verständnis von Gerechtigkeit.

„White Fragility“, „White Tears“, „Male Fragility“ und „Male Tears“ sagen ausgerechnet die Leute, die sonst sehr fixiert auf sprachliche Sensibilität sind. Dabei sind sie diejenigen, die sich mit erhobenem Zeigefinger über alles Mögliche empören und Trigger Warnings und Safe Spaces brauchen. In einem Tweet beleidigen sie andere Menschen aufs Übelste und in einem anderen Tweet regen sie sich über Mikroaggressionen (z.B. „Woher kommst du?“), kulturelle Aneignung (z.B. Dreadlocks tragen und Yoga machen) und das fehlende Gendersternchen auf.

Viele machen es sich zu einfach, begeben sich in die Opferrolle, übernehmen keine Eigenverantwortung und geben anderen die Schuld für ihren Misserfolg. Intersektionalität kreiert Feindbilder, kollektive Schuldzuweisungen und fehlende Selbstkritik. Es gibt auch weiße Männer, die sehr „woke“ sind und das unterstützen. Entweder sind die voller Selbsthass oder sie leiden am Stockholm-Syndrom.

Wie sollte man damit umgehen?

Don’t take the bait.

Twitter ist nicht das echte Leben. Einfach links liegen lassen (höhö) oder sich darüber amüsieren. Das ist ein recht unterhaltsamer Satireaccount, der alles auf die Spitze treibt:

48 Gedanken zu “Die PoMo-Bubble (Gastartikel)

  1. Da hat sich in den letzten 10 Jahren wenig getan.

    „Es zählt nicht mehr was gesagt wird, sondern wer etwas sagt.“ – Das galt 2010 auch schon. Wenn ein Männerrechtler über feministischen Falschdarstellung oder Männerdiskriminierung berichtet, ist das nur ein Mann der Angst um seine Privilegien hat. Wenn eine Frau genau das gleiche tut, ist das auf einmal diskussionswürdig. Ich erninnere mich da noch an die Medienresonanz auf ein Buch von Arne – keine – und auf ein Buch von zwei Frauen, in dem genau das gleiche steht – nicht viel, aber es gab eine.

    ‚Fishing for Hate‘ haben auch schon Anita Sarkeesian und Zoe Quinn betrieben.

    Und das die gleichen Leute, die behaupten dass das Opfer entscheidet ob etwas beleidigend oder diskriminierend ist – die meine das man Hate Speech stoppen soll, diesen Grundsatz sofort über Bord werfen, sobald es gegen Männer oder Weiße geht ist auch nichts neues.

  2. Das sind doch alles Nebenaspekte. Der weithin sichtbarste und wichtigste Ausdruck der Postmoderne ist die gigantische Vermögensblase der Märkte, die jetzt angestochen ist und vor dem Platzen steht. Die Nachkriegs-Ära der letzten 70 Jahre steht vor dem Ende, vor dem totalen Zusammenbruch.

    for soon the cold of night will fall
    summoned by your own hands

    Die Postmoderne wollte zeigen, dass die Idee von „Wahrheit“ überflüssig, ja verderblich ist. Das wird ihr tödliches Verhängnis gewesen sein. Das ist unverzeihlich dumm, wenn man sieht, dass die Menschheit vor genau dieser Dummheit seit Anfang an gewarnt wird. Wir wollten die zentrale und einzige Botschaft der Vergangenheit nicht hören, too bad.

    • Bezeichnen sich Postmodernisten eigentlich selbst als „postmodern“? Oder konkreter gefragt, wuerde sich Judith Butler selbst als Postmodernistin definieren? Oder ist das eine Fremdzuschreibung?

      • Ich weiss nicht wo das auftauchte, aber die ganzen Irrationalisten seit Ende WK2 waren immer total stolz darauf, die Moderne abzulösen und eine „ganzheitlichere“ Weltanschauung anzubieten, die nicht vom kaltherzigen Rationalismus, Utilitarismus etc bestimmt wäre.

        • Hab mal irgendwo gelesen, die postmoderne Ideologie (dieses ganze unlogische und unmoralische) sei eine Reaktion auf den Zusammenbruch der kommunistischen Idee. Die privilegierten Ex-Linken in den Wohlstands Staaten fühlen sich geistig heimatlos, und üben sich in Rassismus und Sexismus.

          • Das ist unter Konservativen eine weit verbreitete These, da Außenstehende sich die Entwicklung nicht anders erklären können.

            Zu den Gründen, warum die Linke(™) das weit von sich weist, findest du hier in den Kommentaren viele Beiträge (die ich persönlich irgendwann wg ausufernden Zitier-Gish-Gallops aufgehört habe zu lesen, deswegen kann ich sie nicht angemessen zusammenfassen. Mein Eindruck war, dass es auf „Bei Marx kommt das Wort ‚postmodern‘ nicht vor. QED“ hinausläuft).

          • Das ist nachweislich falsch.

            Die französischen Vertreter der Postmoderne wirkten schon ab den frühen 1970ern.
            Foucault z.B. erhielt seine Pariser Professur 1970, die einflussreichsten Werke erschienen ab 1975 und er starb bereits 1984 – also lange vor dem Zusammenbruch der Staaten des „realen Sozialismus“.
            Judith Butler – aus den USA – wiederum veröffentlichte das sehr bekannte „Gender Trouble“ 1990 und in ihrem Buch findest du kein einziges Zitat von Marx und auch keines der Vertreter der Frankfurter Schule (also der eigentlichen Kritischen Theorie: Adorno, Marcuse, Habermas etc.).
            Dafür setzt sie sich mit Foucault auseinander.
            Da dies ihre Dissertation war und diese in der Regel drei Jahre zur Erstellung benötigt, kannst du davon ausgehen, bereits 1987 spielten Theorien der „traditionellen Linken“ bei ihr keine Rolle mehr.
            Auch das liegt vor dem Zusammenbruch der sozialistischen Staaten.

            Ich weiß, es gibt seit Jordan Peterson den hilflosen Versuch, aus den Postmodernen irgendwelche „Neo-Marxisten“ zu machen, nur ist das Quatsch.

          • Die Verursacher der Postmoderne sind Leute wie der alte Weizäcker und andere, die die Quantenphysik dahingehend auslegten, dass hier das alte mechanische Ursache-Wirkungsmodell der Wissenschaft in Frage stehe. Dann Leute wie Aldous Huxley, die fernöstliche Philosophie wiederbelebten und mit „psychedelischen Drogen“ die Metawirklichkeit suchten.
            Das hat alles mit der politischen Linken an sich wenig zu tun, die Postmoderne ist eine geistesgeschichtliche Ära, die nicht auf ein politisches Lager begrenzt ist.

          • Ich glaube, es gibt in jeder Wissenschaft Krisen, in der klar wird, alte Erklärungsmodelle taugen nicht mehr, neue existieren aber noch nicht.
            In dieser Zwischenzeit existieren mehr oder weniger glaubwürdige Thesen und Spekulationen.
            Das Problem ist „glaubwürdig“ – nämlich a. für wen und b. bezieht die Glaubwürdigkeit der These ihre Legitimation aus der Wissenschaft, aus der sie ursprünglich entstammte?

          • „Ich glaube, es gibt in jeder Wissenschaft Krisen, in der klar wird, alte Erklärungsmodelle taugen nicht mehr, neue existieren aber noch nicht.“

            Typisch postmoderne These von crumar: Es gäbe keine Wahrheit, nur Interpretationen.

          • „Typisch postmoderne These von crumar: Es gäbe keine Wahrheit, nur Interpretationen.“

            Stimmt, hier irrt crumar.
            Es gibt durchaus Wahrheiten, nämlich MEINE! Und die sind nicht interpretierbar.
            🙂

      • „Bezeichnen sich Postmodernisten eigentlich selbst als „postmodern“?“

        Das Wort „Postmodernismus“ als Oberbegriff für solche weltanschaulichen Strömungen, die im deutschsprachigen Raum meist eher mit Begriffen wie „poststrukturalistisch“ oder „stark poststrukturalistisch beeinflusst“ bezeichnet werden, ist in den USA entstanden.
        (Neben dieser Bedeutung von Postmodernismus quasi als Synonym für Poststrukturalismus gibt es noch andere Bedeutungen und Verwendungsweisen von Postmodernismus, die an dieser Stelle aber nicht relevant sind.)

        Die ursprünglichen (nicht-politisch-korrekten) französischen Denker, die im Allgemeinen unter der Rubrik „Postmodernismus“ oder „Poststrukturalismus“ zusammengefasst werden, haben diese Bezeichnungen in der Regel nicht verwendet.

        Der französische Philosoph Jean-Francois Lyotard hat in seinem Buch „Das postmoderne Wissen“ zwar den Begriff Postmoderne popularisiert, dieser war von ihm aber eher als Epochenbezeichnung gemeint. Er verstand Postmoderne aber nicht als „Ende der Moderne“ oder „Überwindung der Moderne“, sondern als neue Phase der Moderne, in der kulturelle Leitbilder religiöser, politischer oder philosophischer Art sich zunehmend pluralisieren. Dies bezeichnete er als das „Ende der großen Meta-Erzählungen“.

        Mir wäre nicht bekannt, dass sich einer der ursprünglichen (nicht-politisch-korrekten) französischen Poststrukturalisten/Postmodernisten je selbst mit diesen Begriffen bezeichnet hätte.

        Speziell Michel Foucault und Jacques Derrida lehnten „Postmodernismus“ und „Poststrukturalismus“ als Selbstbezeichnung übrigens entschieden ab. (Da Only-Me so gerne Zitate mag, gibt´s an dieser Stelle mal wieder welche.)

        In einem Interview wurde Michel Foucault einmal folgende Frage zur Postmoderne gestellt:

        G. Raulet:

        „In der aktuellen Rezeption scheint es mir ein zweites buntes Durcheinander zu geben, und das ist die Postmoderne, auf die sich ziemlich viele Leute berufen und die auch in Deutschland eine gewisse Rolle spielt, seitdem Habermas diesen Terminus aufgenommen hat, um ihn zu kritisieren, um diese Strömung in all ihren Aspekten zu kritisieren.“

        Foucaults Antwort:

        „Was heißt Postmoderne? Ich bin nicht auf dem Laufenden.
        (…)
        Ich fühle mich verlegen, weil ich nicht sehr gut sehe, was dies bedeutet, und noch nicht einmal – das Wort ist nicht so wichtig , man kann stets eine willkürliche Etikette verwenden-, welche Art von Problemen mit diesem Wort gemeint ist oder den Leuten gemeinsam wäre, die man die Postmodernen nennt. So eindeutig ich sehe, dass hinter dem sogenannten Strukturalismus ein bestimmtes Problem stand, im Großen und Ganzen das Problem des Subjekts und der Umarbeitung des Subjekts, so wenig sehe ich bei denen, die man die Postmodernen oder Poststrukturalisten nennt, welches die ihnen gemeinsame Art von Problemen wäre.“

        (aus: Strukturalismus und Poststrukturalismus, Interview mit Michel Foucault 1983, in: Michel Foucault – Dits et Ecrits. Schriften Vierter Band 1980 – 1988, Suhrkamp, 2005, S. 541 f.)

        Und Jacques Derrida äußerte sich zu diesen Begriffen folgendermaßen:

        „Ich bin auch über eine gewisse Voreiligkeit schockiert, mit der man über (…) meine Arbeit im Allgemeinen als eine bestimmte Art spricht, als einen Fall oder ein Beispiel der „Gattung“ Postmodernismus oder Poststrukturalismus. Es handelt sich da um sehr dehnbare Begriffe, unter die die am wenigsten informierte öffentliche Meinung (und meistens die große Presse) so ziemlich alles fasst, was sie nicht mag oder nicht versteht, angefangen mit der „Dekonstruktion“.
        Ich betrachte mich weder als einen Poststrukturalisten, noch als einen Postmodernisten. Ich habe oft erklärt, warum ich diese Wörter fast nie benutze, außer um zu sagen, dass sie für das, was ich zu tun beabsichtige, unangemessen sind.“

        (aus: Jacques Derrida – Marx & Sons, Suhrkamp, 2004, S. 42)

        Der politisch korrekte Postmodernismus ist nicht in Frankreich, sondern in den USA entstanden, darauf bin ich u.a. hier eingegangen:

        https://man-tau.com/2018/04/10/postmodernismus-ethnopluralismus-differenzphilosophie-identitaetspolitik/

        Nicht alle US-amerikanischen Postmodernisten sind politisch korrekt, aber viele. Die US-amerikanischen Postmodernisten verwenden die Begriffe „postmodernistisch“ oder „poststrukturalistisch“ zum Teil auch als Selbstbezeichnung für ihre Arbeiten oder zur Benennung ideengeschichtlicher Einflüsse ihrer Werke. Sie haben mit den ursprünglichen französischen Postmodernisten/Poststrukturalisten aber m.E. insgesamt eher geringe Gemeinsamkeiten.

        • @ Crumar: Ich weiss ja, dass Du Jordan Peterson nicht sonderlich magst, grade wegen seinem Neomarxismus-Begriff.
          Ich hab aber neulich ein Video mit einem Vortrag von ihm gesehen, wo er genau das erläutert , warum er eben den Begriff Neomarxismus anstatt Postmoderne verwendet.Ich hab leider aufgrund meines fehlerhaften Englisch nicht alle Feinheiten verstanden. Wenn ich das Video finde, schick ichs Dir.

          • @ Leszek: Was hältst Du von der verbalen Schwurbelei der postmodernen Theoretiker? Ist die angemessen? Oder dient sie der Tarnung von grandiosem Unsinn? Camille Paglia (meine Lieblingsfeministin) hat mal diesen Verdacht geaeussert.

          • Warum mag man Camille Paglia?
            Die will den bildlichen Karren doch nur zurücksetzen und mit gleicher Geschwindigkeit und in die selbe Richtung erneut vor die Wand knallen lassen.
            Will sagen ist vollkommen lernbehindert, gefährlich und nicht im Geringsten zur Introspektive in der Lage.

  3. PoMo ist eine ganz besondere Bubble weil die ganze Literatur selbstreferentiell ist. A zitiert B, B zitiert C, C zitiert A.
    Keine echte Forschung wie in „die Messung von X unter Umstand Y ergab Fakt Z daraus folgern wir …“, man merkt die Herkunft aus den Sprachwissenschaften.

  4. Bei den Rechten sagen sie: »Wenn ich was nicht leiden kann, dann Vorurteile und Neger!«

    Bei den postmodernen Linken sagen sie: »Wenn ich was nicht leiden kann, dann Sexismus und alte weiße Männer!«

    Und im »postkolonialen Diskurs« mögen sie weder Rassismus noch Kartoffeln!

    Wobei die Kartoffel ja eigentlich eine kulturelle Appropriation aus dem indigenen Amerika ist.

    Überhaupt ist »Amerika« ja auch so ein kolonialer Name, der Namensgeber war irgend so ein Toskana-Spaghetti! Muss man das nicht umbenennen?

  5. „In einem Tweet beleidigen sie andere Menschen aufs Übelste und in einem anderen Tweet regen sie sich über Mikroaggressionen (z.B. „Woher kommst du?“), kulturelle Aneignung (z.B. Dreadlocks tragen und Yoga machen) und das fehlende Gendersternchen auf.“

    Widersprüchlich? Nein, eigentlich nicht.

    Sprache transportiert sowohl Informationen als auch Emotionen (die theoretisch auch eine Information über den Absender ist). Wenn der Transport von Emotionen das eigentliche Anliegen der Absender ist, dann spielt es gar keine Rolle, ob die gesendeten Informationen insgesamt in sich widersprüchlich sind. Sie sind nur Elemente um im Kopf des Empfängers anzudocken und ein Echo zu provozieren.

    „Twitter ist nicht das echte Leben. Einfach links liegen lassen (höhö) oder sich darüber amüsieren.“

    Stimmt. Am Ende dient es – in Maßen – eigentlich fast ausschließlich dem eigenen Amüsement. Und dafür war es ja eigentlich auch von den Erfindern gedacht. Wie immer gilt auch hier: Die Dosis macht das Gift.

  6. Interessante Koalition in der Trouble Bubble, wenn es gegen einen ganz bestimmten Feind geht.

    Und hier was feines zum Mindset.

    Und wer nen richtigen Einblick sucht, dem seie Frame Games „My …… Upbringing“ wirklich ans Herz gelegt.

  7. In den 80er Jahren hatten wir im universitären Bereich eine unübersehbare Menge von linken Gruppierungen. Eine davon war die Marxistische Gruppe (MG). Diese stand so weit links, dass sie auch die Ostblockstaaten noch als quasi-kapitalistisch eingeordnet hat. Sie hat deshalb auch sehr viel Aufwand getrieben, gegen sozialdemokratische, sozialistische und marxistisch-leninistische Politikentwürfe zu polemisieren. Es war vielleicht nicht alles falsch, aber sie haben sich wie die Zeugen Jehovas der linken Szene aufgespielt.

    Irgendwann war ich es leid, von denen in lange Diskussionen verwickelt zu werden. Ein Kommilitone riet mir, einfach zu sagen, ich fände den Kapitalismus ganz hervorragend. So etwas Ähnliches habe ich dann getan. Zur Lehre der MG gehörte, dass man seine Bedürfnisse nicht verleugnen sollte, sondern vielmehr die bürgerliche Gesellschaft dafür hassen, dass sie einem die Bedürfniserfüllung verweigert. Ich habe deshalb in solch einer Diskussion den Wunsch nach einer Schar von Dienstboten geäußert. Damit war ich die Plage los.

    So ähnlich könnte es auch bei der vergifteten Privilegiendiskussion kommen, indem immer häufiger gesagt wird, weiße heteronormative Cis-Männer seien die Krone der Evolution. Damit wäre zwar kein Friede erreicht, sondern allenfalls eine neue Stufe des Krieges (nicht gut), aber extreme Ansichten auf der einen Seite bringen nun einmal extreme Ansichten auf der anderen Seite hervor.

    Ich hatte auch einen Chef, der war 1912 geboren und erzählte, in den Jahren vor 1933 sei er mal bei den Linken und mal bei den Rechten gewesen. Aber immer radikal.

    • Leider kann man ja kaum ansprechen, wer immer auf beiden Seiten am radikalsten ist, so lange es nur dem Ziele des Zertrümmerns des verhassten christlichen Westens dient.

      Kein Wunder, dass die angelich deutsche Spezialität des Neides schon in der Bibel so bekannt war, da könnte man nachzudenken beginnen, wird man aber nicht, die Denkbefreiung ist zu stark eingebleut.

  8. Wir brauchen eine christlich-konservative Haltung. Ein Mensch, der kein Kind möchte, sollte auch keinen sexuellen Kontakt haben (und ohne gesundheitsschädliche Antibabypille oder Abtreibung auskommen). Mehr dazu auf meiner Internetseite (bitte auf meinen Nick-Namen klicken).

      • Hypothese: Jeder, der einen Satz mit „Wir brauchen…“ beginnt* hat NICHT recht, sondern spinnt.

        (* außer in trivialen Fällen wie: „Wir brauchen noch Spaghetti für die Bolognese“)

    • Also auf der verlinkten Seite steht dazu unter anderem:

      „Wenn die Menschen sich öko-spirituell verhalten, brauchen immer weniger (nicht unbedingt gar keine) Kinder geboren zu werden. Weniger Kinder, die sich später (hauptberuflich) um vermeintlich Alte (in Wahrheit Berufskranke, Alkoholkranke, Ernährungskranke, Egoismuskranke usw.) kümmern müssen. Und keine Kinder, die später Arbeiten erledigen, die eigentlich überflüssig sind. Dann fallen die Wohnplätze, Arbeitsplätze und ggf. Parkplätze dieser Menschen weg. Ein Mensch, der kein Kind möchte, sollte einfach keinen sexuellen Kontakt haben (und ohne gesundheitsschädliche Antibabypille oder Abtreibung auskommen).“

      Das ist eventuell naturzentrisch posthumanistisch. Aber mit christlichen Prinzipien (u.a. Bergpredigt) nicht vereinbar. Und konservativ ist es auch nicht. Du solltest eventuell Deine Schublade wechseln…

      • @ Peter Müller
        Hahaha …….
        Natürlich sind Christlich-Konservative gegen Abtreibung und Verhütungsmittel. Weil aber die Bevölkerungsexplosion gestoppt werden muss, ist für viele Menschen sexuelle Enthaltsamkeit wichtig.

        • Christlich-konservative lehnen aber auch den Begriff „Bevölkerungsexplosion“ ab.

          Zudem kommt natürlich bei „sexueller Enthaltsamkeit“ gleich die Frage auf, warum denn bei der Begründung „Bevölkerungsexplosion“ auch alle sexuellen Praktiken darunter fallen sollen, die auch ohne Verhütungsmittel prinzipiell für eine Zeugung ungeeignet sind.

          Üblicherweise behilft man sich mit dem rhetorischen Kniff, solche Praktiken einfach nicht als Sex zu deklarieren.

          Was sagst Du dazu?

          • Das nennt Masturbation und hat halt eben nix mit Sex zu tun.
            Man könnte sich da vom Kutschera aufklären lassen.

            ist jetzt aus dem Gedächtnis, ich bin ja schon aufgeklärt und werd’s jetzt nicht nachprüfen. Aber da erklärts der Biologe der mäßig Bemittelten Kelle.

            Recreational Sex, der Begriff dürfte die Ursünde sein, die die Verwirrung hervorruft.
            Hätte man früher weniger gewichst, vielleicht wäre man heute weniger biologieblind.

            Bibel 1 – Atheismus 0

  9. Ich finde die Aufarbeitung in dem Text spitze. Auch Herrschsucht und Missgunst werden sichtbar.

    Allerdings hab ich mit dem Titel Schwierigkeiten. Pumuckl im Schaumbad. Ich finde auch postmodern etwas abgelutscht, wie hier ja schon angemerkt. Dieser gesellschaftliche Trend ist eigentlich auch nicht postmodern, denn er ist keine kulturelle Strömung.

    Für mich ist das postzivilisatorisch. Es spaltet die menschliche Gesellschaft, entsolidarisiert sie. Und das überwiegend aufgrund von Eigenschaften, die nicht im Ermessen des Einzelnen liegen.

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