Die Woody Allen Biografie

Genderama berichtet breit über den Protest gegen die Woody Allen Biografie.

Diese Stelle hier finde ich ganz interessant:

Die Autoren des offenen Briefes an den Rowohlt-Verlag halten es nun für „unethisch“, dass der Verlag die Angaben vermutlich nicht prüfen werde, die Woody Allen in seinem Buch mache, und erkennen darin einen „Mangel an Interesse für die Belange der Opfer sexueller Übergriffe“. Unethisch ist aber in erster Linie das blinde Nachbeten einer Falschbeschuldigung. Und um eine solche handelt es sich nach den klaren, ohne Einschränkung formulierten Ergebnissen der polizeilichen, medizinischen und psychologischen Untersuchungen zu diesem Fall. (…) Der Brief an den Rowohlt-Verlag ist (…) ein weiterer Beleg mangelnden Interesses für die Opfer von Falschbeschuldigungen, das in der MeToo-Debatte nach wie vor zum Ausdruck kommt.

Am Ende ihres Briefes werfen die Rowohlt-Autoren Woody Allen noch vor, er habe „sich nie überzeugend mit den Vorwürfen seiner Tochter auseinandergesetzt“ und die „öffentliche Auseinandersetzungen über sexuelle Gewalt als Hexenjagd heruntergespielt“. Offenbar haben sie nie gelesen, was Allen in der New York Times zu den Behauptungen von Dylan geschrieben hat.

Das wirkt schon für sich betrachtet überzeugender als alles, was von Mia, Dylan und Ronan Farrow in dieser Sache geäußert worden ist. Zum Beispiel der (unbestrittene) Hinweis, dass sich Allen freiwillig einem Polygrafentest („Lügendetektor“) unterzogen und ihn bestanden hat – während sich Mia Farrow dem Test verweigerte. Nach all dem kann kaum ein Zweifel daran bestehen, dass in diesem Fall nur ein Vorwurf zu erheben ist: der des Rufmordes. Ein Rufmord, der jetzt unter den Autoren des Rowohlt-Verlages weitere willige Gehilfen gefunden hat.

Ebenso diese:

Nun tun Allens Kritiker so, als sei Allen so eine Art Weinstein 2.0 und die nunmehr 50-jährige Soon-Yi sein hilfloses Opfer. Davon könne gar keine Rede sein, schreibt Moses Farrow, eines der Adoptivkinder von Mia Farrow, in seinem Blog: Mia Farrow habe nach der Trennung von Woody all ihren Kindern eingedrillt, was für ein „schrecklicher Vater“ der sei. Dabei habe Mia, die selbst aus eine dysfunktionalen Familie stamme, ihre Adoptivkinder ständig angeschrien, geschlagen, eingesperrt, oder Gehirnwäschen unterzogen, damit sie kleine Vergehen gestehen. Soon-Yi habe die Affäre mit Allen nur angefangen, um Mia zu entkommen, wohingehend zwei andere Adoptivkinder Selbstmord begangen hätten.

(…) Auch Soon-Yi hatte ihren Mann im New York Magazine verteidigt und wurde dafür von ihrem kleinen Bruder Ronan angegriffen. Überhaupt beharken Ronan und Dylan jeden auf Twitter, der sich ihrem Feldzug entgegenstellt, und niemand in der Branche möchte sich Ronans Rache aussetzen. Inzwischen haben sich mehrere Schauspielerinnen, darunter Natalie Portman und Mia Sorvino, dafür entschuldigt, in Allens Filmen aufgetreten zu sein — wobei ihm keine vorwarf, ihr zu nahe getreten zu sein. Selbst Regisseure wie Greta Gerwig distanzierten sich von ihm.

Ich habe die Einzelheiten zu dem Fall nicht verfolgt, aber das klingt als wären da einige Unklarheiten und Ungereimtheiten vorhanden.

Weiß da jemand mehr?

51 Gedanken zu “Die Woody Allen Biografie

  1. Der NY Times Artikel ist sehr interessant. Insbesondere der Teil mit dem Lügendetektortest.

    Andererseits sollte man auch Artikel wie diesen hier lesen: https://www.vanityfair.com/news/2014/02/woody-allen-sex-abuse-10-facts
    Hier werden die angeblichen, entlastenden Fakten kritisch beleuchtet.

    Es ergibt sich kein klares Bild und es erscheint für mich als einzige gesicherte Tatsache , als wären vor allem die Kinder die Opfer, auf die ein oder andere Weise.

    Nichtsdestotrotz denke ich, dass das Verwehren einer Buchveröffentlichung nicht mit unserem zivilisatorischen Selbstbild übereinstimmt. In unserem Rechtsstaat ist die Möglichkeit des Menschen, sich zu ändern fest angelegt. U. A. Deswegen ist die Todesstrafe abgeschafft. Deswegen heisst lebenslänglich 15 bis 20 Jahre. Deswegen dürfen verurteilte Straftäter wählen und auch sonst am öffentlichen Leben teilhaben.

    Jemandem eine Buchveröffentlichung zu verwehren, weil er eines Verbrechens angeklagt aber nicht verurteilt wurde, ist ein diktatorischer und radikaler, ideologische Schritt. Es ist ein Abweichen von den Grundprinzipien des Rechtsstaates und ein Entzug der Menschenrechte. Das ist ein Zeichen für radikale und extreme Ideologie, nicht für einen demokratischen Rechtsstaat.

    • Hier die Stellungnahme von Moses Farrow, Adoptivsohn von Mia Farrow und Woody Allen. Besonders interessant sind die Mitteilungen über die anderen Kinder Mia Farrows und ihre Erziehungsmethoden.
      http://mosesfarrow.blogspot.com/2018/05/a-son-speaks-out-by-moses-farrow.html
      Un die Englischsprachige Wikipedia hat so zusammengefasst:
      „The Connecticut State’s Attorney investigated the allegation but did not press charges,[5] the Connecticut State Police referred Dylan to the Child Sexual Abuse Clinic of Yale–New Haven Hospital who concluded that Woody Allen had not sexually abused Dylan[6][7] and the New York Department of Social Services found „no credible evidence“ to support the allegation.[8] In response to the allegation, Allen sued Farrow for sole custody of Dylan, Satchel and Moses.[9] He lost the case in June 1993; the judge concluded that the allegation of sexual abuse had not been proven.“
      Dann hier mit den Schmierereien von Vice zu kommen, finde ich gelinde gesagt erstaunlich.

      • Was ich ebenfalls bemerkenswert finde, weil ich es nicht wusste, Allen hat Soon-Yi geheiratet und sie haben zwei Töchter – es sind aber gar nicht die eigenen, sondern sie wurden von ihnen adoptiert.
        Wäre Allen in den Augen der Behörde wirklich der Kinderschänder, als der er medial dargestellt worden ist, wie ist die zweifache Adoption dann überhaupt möglich gewesen?

        • In einer idealen Welt nicht. Aber wenn wir in einer Welt leben, wo die Unschuldsvermutung in bestimmten Fällen ausgesetzt werden darf, dann wäre es mir lieber, wenn ein Pädophilie-Verdachtsfall eine Adoption verhindert und keine Buchveröffentlichung.

          • Hmmm, aus einem vernünftigen Artikel einige Zweifel am gängigen Narrativ mit meiner Hervorhebung:

            „I know I’m treading a delicate path here, and opening myself up to accusations of “blaming the victim.” However, I’m merely floating scenarios to consider, and you can think what you will. But if Mia’s account is true, it means that in the middle of custody and support negotiations, during which Woody needed to be on his best behavior, in a house belonging to his furious ex-girlfriend, and filled with people seething mad at him, Woody, who is a well-known claustrophobic, decided this would be the ideal time and place to take his daughter into an attic and molest her, quickly, before a house full of children and nannies noticed they were both missing.“

            Sagen wir mal so, das finde ich ebenfalls sehr, sehr merkwürdig. Er zeigt dieses Verhalten ausgerechnet, wenn es um das Sorgerecht und den Unterhalt nach einer Trennung geht?
            Vorher nicht?

            „Even people who give Woody the benefit of the doubt and defend him on the internet are often confused on a few points. Some mistakenly say that the court found him “not guilty” of the molestation charges. The fact is there was never such a ruling because he was never charged with a crime, since investigative authorities never found credible evidence to support Mia’s (and Dylan’s) claim.

            Das wird in der Tat medial anders dargestellt.

            „Let’s back up a bit: Mia’s allegations of molestation automatically triggered a criminal investigation by the Connecticut State Police, who brought in an investigative team from the Yale-New Haven Hospital, whose six-month long inquiry (which included medical examinations) concluded that Dylan had not been molested. I’ve since read a recurring canard that Woody “chose” the investigative team. Yet nobody has suggested how or why Mia’s team would ever outsource the investigation to a team “chosen” by Woody.“

            Was es schwierig macht, das Narrativ der sexuellen Belästigung seines Kindes aufrecht zu erhalten.
            Lesenswert übrigens: https://www.thedailybeast.com/the-woody-allen-allegations-not-so-fast

          • Du hast so RECHT: „Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Muthes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sapere aude! Habe Muth, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.“
            Das ist natürlich Frauen unterdrückendes TEUFELszeug! Das kann bereits dadurch bewiesen werden, der Autor hat in der englischen Übersetzung eine Nähe zum weiblichen Geschlechtsteil. I rest my case!

          • „I rest my case!“

            Darf man den eigentlich wegen seines sexistischen Namens nicht mehr lesen, oder weil er mal „Neger“ gesagt hat?
            Oder weil er sich geweigert hat, jemals eine Frau zu heiraten, was ja nun eindeutig misogyn ist.

          • @djad @only me
            „Immaculate Cunt“ erkläre ich hiermit zur verbindlichen Sprachregelung! xD
            Ich verrate nie wieder, welchen Wein ich trinke. Sonst kann ich ihn mir ein Jahr später nicht mehr leisten.

            „Darf man den eigentlich wegen seines sexistischen Namens nicht mehr lesen, oder weil er mal „Neger“ gesagt hat?“

            Unsere „copy&paste“-Journalisten mit dem Geschäftsfeld Import moralischer Läuterungsagenda haben es mit der Eindeutschung von „n-word“ als N-Wort geschafft, eine rassistische Beschimpfung aus den USA zu importieren, die es hier gar nicht gab – aber unterstellen dafür, man hätte sie immer gemeint. In Sachen bösartiger Unterstellung sind sie Höchstleister*Innenx.

            „Oder weil er sich geweigert hat, jemals eine Frau zu heiraten, was ja nun eindeutig misogyn ist.“
            Auf diesen Schluss in Sachen MGTOW warte ich noch. Bzw. eigentlich ist es nur eine Frage der Zeit.

      • Was ich sage ist nur, dass sich der Fall nicht eindeutig präsentiert. Allen ist nie verurteilt worden. Hätte es eine klare Beweislage gegeben, wäre das sicherlich passiert. Auf der anderen Seite sagte der Staatsanwalt es gäbe hinreichende Verdachtsmomente, ein Verfahren einzuleiten, verzichtete aber darauf. Der Bericht der Psychologen, die während des Sorgerechts Prozesses Dylan untersuchten und zum Schluss kamen, sie sei nicht missbraucht worden, nannte der Richter „inconclusive“.

        Während ich dazu neige, Allen eher zu glauben als Farrow, sind in dem Fall zahlreiche Fragezeichen, und es gibt kein klares Bild aufgrund der Faktenlage. Das in Abrede zu stellen, nur weil ein Artikel aus einem Medium ist, das Dir nicht passt, zeigt auch nur, dass bei Dir die Schubladen-Ideologie genauso ausgeprägt ist, wie bei den Rowohltautoren.

    • Sehr richtig, sehr richitg.
      Aber gerade von den Woodies hin zu uns hier, ist das ja sehr auf einem Spektrum und wir an sehr verschiedenen Enden genau dieses Spektrums.

    • Das ist (mal wieder) falsch!
      Lebenslänglich heißt lebenslänglich.
      Es besteht nur die Möglichkeit, nach frühestens 15 Jahren Straferlass zu bekommen. Das ist aber an strenge Kriterien geknüpft. Und so sitzen Lebenslängliche dann im Durchschnitt eben nicht 15-20 Jahre ein, sondern 23 Jahre.

    • Sie verweisen auf den Artikel von Maureen Orth in Vanity Fair, den sie als „unbestreitbare Fakten“ präsentiert. Dieser Titel ist völlig betrügerisch. Viele der darin enthaltenen „Fakten“ sind entweder Unwahrheiten oder Halbwahrheiten oder Anspielungen.

      Orth hat gesagt, dass die Faktenprüfer auf der Vanity Fair ihren Artikel selbst nach achtstündigen Verhandlungen für inakzeptabel hielten. VF würde der Veröffentlichung nur zustimmen, wenn Mia Farrow einen Brief unterschreiben würde, in dem sie persönlich für die „Tatsachen“ (d. H. ihre Lügen) schwören würde, falls VF jemals verklagt würde.

      Die ‚Fakten‘ in diesem Artikel wurden mehrfach widerlegt, nirgendwo besser und so gut beschafft wie hier:

      Auf Medium.com ansehen

      Es wäre rücksichtslos und desinformierend, sich nur auf Orths Lügen- und Halbwahrheitspaket zu beziehen, ohne sich auf seine Widerlegung zu beziehen.

  2. Tatsache ist, dass es nie zu einem Gerichtsverfahren gegen Allen kam, zumal man davon ausging, dass zuwenig belastendes Material vorliegt. De iure ist also Allen unschuldig und so ist er auch zu behandeln. Alles andere ist Missachtung, Konterkarierung und Hintertreibung von Rechtsstaatlichkeit. Es dürfe ja nun hinlänglich bekannt sein, dass gewisse metoo-Sympathisanten die Rechtsstaatlichkeit untergraben und somit Unrecht legitimieren wollen.

    • Interessant ist m.E., dass mit Lobo und Stokowski zwei der Unterzeichner beim Spiegel arbeiten und beide eifrig in den sozialen Medien veröffentlichen.
      Ich finde ebenfalls auffällig, welches Interesse in den Medien herrscht, den eigenen Bedeutungsverlust durch verschärfte Demonstration von „Haltung“ und „Meinungsmache“ zu kompensieren.
      Kurzer Rückschwenk in das Jahr 2018 in die Zeit von #metoo und zum Grund für die Trennung von Thomas Fischer von der Zeit (aller Herv. von mir):

      „Im Januar nahm Fischer Anstoß an der Berichterstattung des Zeit Magazins zu den Vorwürfen gegen Dieter Wedel. Nachdem die Zeit eine Replik Fischers nicht abdrucken wollte, ging er zum Branchenportal Meedia, das schreibt zumindest der Spiegel. Daraufhin trennte die Zeit sich von Fischer. Sein Verhalten sei „illoyal gegenüber unseren eigenen Reportern“ gewesen, sagte die stellvertretende Chefredakteurin der Zeit, Sabine ­Rückert, der Süddeutschen Zeitung.“

      Nun zu dem, was als „illoyal“ empfunden worden ist: „Der ehemalige Bundesrichter zitiert Interviews der Redakteurinnen, in denen diese von „erdrückenden“ Beweisen gegen Wedel sprechen. „Die Verwendung des Wortes ‚erdrückend‘ simuliert die Terminologie von staatlich-strafrechtlichen Verfahren“, schreibt Fischer.

      Damit begaben sich die Autorinnen quasi auf Fischers Terrain. „Wenn man meint, die Beweislage darstellen, auswerten und beurteilen zu sollen, als sei man Mitglied eines Gerichts, dann müsste man sich an die Regeln halten, die für solche Untersuchungen gelten“, schrieb Fischer. Also tat der erfahrene Revisionsrichter das, was er seit Jahren von Berufswegen tat. Er studierte das vermeintliche Urteil (Die Wedel-Story des Zeit Magazins) und suchte nach offenen Fragen in den Aussagen von Wedels möglichen Opfern und den Journalistinnen. Er fand einige.
      https://taz.de/Zeit-und-Ex-Bundesrichter-trennen-sich/!5494193/

      Das Bestreben, medial ein Verfahrens zu simulieren, um von der „drückenden Beweislast“ zur medialen Verurteilung zu kommen ist offensichtlich. Fischer kritisierte berechtigt fehlende Kompetenzen und den fehlenden Willen, überhaupt „offene Fragen“ zur Kenntnis zu nehmen.
      Die dem Feminismus innewohnende Bereitschaft zur Vorverurteilung und narzisstischer Selbstgerechtigkeit führt zu einem in sich geschlossenen Weltbild, das von einem Wahnsystem nicht mehr unterscheidbar ist.

      Noch einen Schritt zurück zum Fall Lohfink und einer Kolumne von Thomas Fischer im Spiegel, die übrigens eine lesenswerte Replik auf die von M. Stokowski war: „Nachdem die Vorsitzende des Rechtsausschusses des Deutschen Bundestags – eine Rechtsanwältin übrigens – am 7. Juli in der „Zeit“ schrieb: „Wo bleibt die Solidarität mit Frau Lohfink?“, und die Bundesministerin Schwesig dem „Team Lisa“ beitrat, kommt es aber insoweit auf Frau Stokowski nicht mehr an. Dass Bundespolitikerinnen in einem laufenden Verfahren gegen die Justiz der Bundesrepublik hetzen, als gehe es um den Freiheitskampf gegen ein totalitäres Regime, ist nicht witzig, sondern skandalös.
      https://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/thomas-fischer-antwort-auf-kolumne-von-margarete-stokowski-a-1101994.html

      Man sollte sich daran erinnern, wer im #teamginalisa eifrig Solidarität für eine dann überführte und verurteilte Falschbeschuldigerin einforderte, auch an die Komplizinnenschaft zwischen Politik und Medien. Die Beteiligten scheinen jenseits von „double down“ kein Verhaltensrepertoire zu besitzen.
      „Nicht lernfähig“ könnte man wohl urteilen. 😉

      • „Man sollte sich daran erinnern, wer im #teamginalisa eifrig Solidarität für eine dann überführte und verurteilte Falschbeschuldigerin einforderte, auch an die Komplizinnenschaft zwischen Politik und Medien.“

        Und man erinnere sich, dass vor kurzem ein FDP-Mann von allen Ämtern zurücktreten musste, weil er auf Twitter Kemmerich zu dessen kurz zuvor erfolgten, zwischenzeitlichen Wahl zum MP in Thüringen gratuliert hatte.

        Und eine Schwesig, die sich „auf die Seite von TeamGinaLisa schlägt“, einer groben Gruppe von Femi-Trullas, die tatsächlich recht offen und unverblümt gegen den Rechtsstaat hetzten, muss sich nicht einmal eine einzige kritische Frage dazu anhören; weder im Bundestag noch von medialer Seite. Selbst als Gina Lisa selbst wegen Falschbeschuldigung verurteilt wurde, kam da nichts. Keine Einsicht, keine Mitleidsbekundung mit den Opfern einer Falschbeschuldigerin, gegen die man aus ministerieller Position zu Felde zog. Einfach nur totschweigen. Und die kam damit durch. Einfach weil eben weiblich und feministisch und somit voll im Sinne des Zeitgeistes.

        UNGLAUBLICH!

  3. Die ganze Diskussion ist verfehlt. Die Frage, was Woody Allen mit seinen Kindern gemacht oder nicht gemacht hat, ob er ein schlechter Mensch war oder nicht, usw., ist völlig irrelevant für die Frage, ob seine Memoiren bei einem normalen Buchverlag erscheinen können.

    Ich meine, bei einem der Zeitungsausschnitte, die Genderama kürzlich zitiert hat, wurde das auch erwähnt: Es gibt Hunderte von fragwürdigen Zeitgenossen (z. B. Kriminelle), die ihre Memoiren bei einem gängigen Verlag veröffentlicht haben. Diese Bücher sind gut oder schlecht – je nachdem, aber ihre Veröffentlichung wird nicht dadurch in Frage gestellt, dass ihre Autoren eine zweifelhafte Vergangenheit aufweisen.

    Für die Frage, ob ein Memoiren-Manuskript bei einem normalen Verlag veröffentlicht werden kann, gibt es rein außer-moralische Kriterien, vor allem:

    – Gibt es eine potentielle Käuferschaft für diese Memoiren?
    – Beinhalten diese Memoiren zeitgeschichtlich relevante Informationen?
    – Sind diese Memoiren gut (zumindest akzeptabel) geschrieben?

    Die Frage, ob Allens Memoiren-Manuskript veröffentlicht werden kann, bemisst sich an derartigen Kriterien – und nicht an der Frage, was er wohl mit seinen Kindern angestellt oder nicht angestellt hat. Darum halte ich es für irreführend, darauf hinzuweisen, dass allen Allen gemäß den offiziellen Untersuchungen als unbelastet angesehen werden muss.

    Der wesentliche Fehler dieser Rowohlt-Ankläger (Stokowski, Lobo usw.) besteht nicht darin, dass sie Allen für „schuldig“ halten – was er nicht ist -, sondern dass sie völlig sach-fremde Kriterien in die Frage der Veröffentlichung seiner Memoiren einschmuggeln. Eine Veröffentlichung ist ganz unabhängig von irgendwelchen Schuldfragen.

    • Die ganze Diskussion ist verfehlt. Die Frage, was Woody Allen mit seinen Kindern gemacht oder nicht gemacht hat, ob er ein schlechter Mensch war oder nicht, usw., ist völlig irrelevant für die Frage, ob seine Memoiren bei einem normalen Buchverlag erscheinen können.

      hear hear

      Schade, dass es nicht zu der Ironie kommen wird, dass ein Haufen Autoren aufsteht und von Rowohlt fordert, keine Autoren mit Mob-Mentalität mehr zu veröffentlichen.

  4. Ich kann das kaum glauben und formuliere das jetzt ganz bewusst mal sarkastisch überspitzt:

    Da versuchen deutsche Kartoffeln, die zarte deutsche Volksseele vor den Worten des lüsternen alten Juden zu bewahren und fühlen sich noch toll dabei.

    Merken die eigentlich noch irgendwas? Bücherverbrennung 2.0 for the win?

    • Ich denke nicht, dass die antisemitische Keule hier irgendwas gewinnbringendes zu suchen hat.

      Der tut die Inflation genauso wenig gut wie der Umgang mit „Nazi“.

      Und eine Welt, in der man jemanden nicht mehr kritisieren darf, nur weil er nebensächlicherweise eine bestimmte Religion hat, ist auch keine gute Welt.

      • Du hast recht, bringt nichts. Ist ja normalerweise auch nicht meine Art.

        Und natürlich steht niemand über dem Gesetz oder darf nicht kritisiert werden, bloß weil er sich einen virtuellen Freund herbeiphantasiert. Egal wie der heißt. Ich mag Allen und seine Filme auch nicht besonders, aber finde es trotzdem ein Unding, dass man die Veröffentlichung seiner Memoiren (die mich nicht die Bohne interessieren) unterbinden will.

          • Nicht nur sein Stand up. Bspw. ist sein Film „Annie Hall“ geradezu avantgardistisch. Da hätte sich die Nouvelle Vague ein paar Scheiben von abschneiden können.

            Leider hat Allen von diesen Innovationen keinen Gebrauch mehr gemacht in seinen späteren Filmen (Ausnahme vielleicht „Zelig“ – müsste man genauer untersuchen).

            Von Allen stammen ja auch ein paar Bücher aus den 1970ern. Daraus werden einige Texte in der Literaturtheorie heute noch diskutiert – Stichwort: Intertextualität.

    • Naja, hier geht es ja schließlich um einen potentiellen Kinderficker. Da darf man aber auch gerne mal unterschiedliche Maßstäbe anlegen. Ob er tatsächlich unschuldig ist spielt dabei keine Rolle. Und sollte er tatsächlich schuldig sein ist er ohnehin ein Untermensch, nicht lebenswert, darf ruhig massakriert werden und erst recht an der Veröffentlichung seiner Memoiren gehindert werden. Schließlich hat er sich seine mutmaßliche sexuelle Neigung ja ausgesucht. Pädophil oder schwul ist doch jeder Mann gerne, ist doch all bereits bekannt

      Interessant dabei ist sogar höchstrichterliche Rechtsprechung:
      Soweit ich mich erinnere, ist laut BGH selbst die temporäre Speicherung von kinderpornografischen Bildern im Cache des Browsers bereits strafrechtlich relevanter Besitz.
      Bei Urheberrechtsverletzungen durch Streaming, also ebenfalls temporäre Speicherung von beispielsweise Spielfilmen, konnte sich die deutsche Justiz jahrelang nicht dazu durchringen, dies als strafbewehrte Urheberrechtsverletzung einzustufen. Trotz guter Lobbyarbeit.

      Ich persönlich bin ja dafür, dass in beiden Fällen der unrechtmäßige Besitz entsprechend bestraft wird. Nur so schaffen Rechtssicherheit

  5. Der Klamauk-König meiner Jugend als Bestie, dessen Filme und Bücher plötzlich böse und gefährlich sind.

    Man stelle sich mal vor, drei Frauen würden behaupten, Sascha Lobo habe sie in seiner Jugend unaufgefordert unsittlich mit seinem Irokesen gekitzelt. Dann ist aber Schluss mit Bücherschreiben. Oder er kann die selber lesen. Spielt auch keine Rolle, was drin steht. Schließlich ist ja schon die Feder verseucht, mit der er geschrieben hat. Der absonderliche Alchemist der Worte würde gejagt und geächtet wie eine Hexe vor vielen Jahrhunderten. Erst würden seine Bücher verbrannt, dann er selbst.

    Ganz schön unzivilisiertes Gedankenbild.

    Da hat es Goethe besser. Der wird nur inhaltlich angegriffen, weil er angeblich mit seinem Heideröslein die Rape Culture verharmlost hat. Der wurde nur aus den universitären Femo-Schutzräumen verbannt. Und der hat’s ja auch schon hinter sich.

    • Ich mag Goethe.

      Sah ein Knab ein Döslein steh’n,
      Döslein auf der Heiden,
      lief er schnell, es nah zu seh’n
      Sah’s mit tausend Freuden.
      Hob es auf und dreht daran,
      schaute lauernd um sich,
      endlich geht das Döslein auf!
      Inhalt: Zwei Mark Fummsich

      In der deutschen Lyrik nach wie vor unübertroffen.

      • Ich mag auch Lyrik:

        Oswald von Wolkenstein Ain Graserin

        Ain graserin durch külen tau
        mit weissen, blossen füsslin zart
        hat mich erfreut in grüner au;
        das macht ir sichel brawn gehart,
        do ich ir half den gattern rucken,
        smucken für die schrencken,
        lencken, sencken in die seul,
        wolbewart, damit das freul
        hinfür an sorg nicht fliesen möcht ir gensel.

        Als ich die schön her zeunen sach,
        ain kurze weil ward mir ze lanck,
        bis das ich ir den ungemach
        tett wenden zwischen zwaier schranck.
        mein häcklin klein hett ich ir vor
        embor zu dienst gewetzet,
        gehetzet, netzet; wie dem was,
        schübren half ich ir das gras.
        zuck nicht, mein schatz! Simm nain ich, lieber Jensel.

        Als ich den kle hett abgemät
        und all ir lucken wolverzeunt,
        dannocht gert si, das ich jät
        noch ainmal inn der nidern peunt;
        ze lon wolt si von rosen winden,
        binden mir ain krenzel.
        swenzel, renzel mir den flachs!
        treut in, wiltu, das er wachs!
        herz liebe gans, wie schön ist dir dein grensel.

        Auf Ihr Zensoren, ans Werk!

      • Ich mag auch Lyrik:

        Oswald von Wolkenstein Ein Graserin

        Ain graserin durch külen tau
        Ain graserin durch külen tau
        mit weissen, blossen füsslin zart
        hat mich erfreut in grüner au;
        das macht ir sichel brawn gehart,
        do ich ir half den gattern rucken,
        smucken für die schrencken,
        lencken, sencken in die seul,
        wolbewart, damit das freul
        hinfür an sorg nicht fliesen möcht ir gensel.

        Als ich die schön her zeunen sach,
        ain kurze weil ward mir ze lanck,
        bis das ich ir den ungemach
        tett wenden zwischen zwaier schranck.
        mein häcklin klein hett ich ir vor
        embor zu dienst gewetzet,
        gehetzet, netzet; wie dem was,
        schübren half ich ir das gras.
        zuck nicht, mein schatz! Simm nain ich, lieber Jensel.

        Als ich den kle hett abgemät
        und all ir lucken wolverzeunt,
        dannocht gert si, das ich jät
        noch ainmal inn der nidern peunt;
        ze lon wolt si von rosen winden,
        binden mir ain krenzel.
        swenzel, renzel mir den flachs!
        treut in, wiltu, das er wachs!
        herz liebe gans, wie schön ist dir dein grensel.

        Auf ihr Zensoren, ans Werk!

    • Eigentlich wäre der Vergleich dieser: Eine Reihe großer Firmen und Konzerne schreiben einen offenen Brief an bspw. den Spiegel, dass sie nicht mehr von ihren Kunden mit Lobo assoziiert werden wollten; wenn der Spiegel und Lobo nicht freiwillig auf eine weitere Zusammenarbeit verzichteten, gäbe es bestimmt andere Inserenten für den Spiegel, sie selbst würden sich eben andere Werbeträger suchen. Dies sei aber keine Zensur, da Herr Lobo sicher noch andere Plattformen finden kann, um seine Meinung zu veröffentlichen.

      Wohlgemerkt, ich wäre in dem Fall weiterhin auf Lobos Seite, aber so richtig viel Sympathie wäre nicht mehr dabei.

  6. Je mehr ein Fall nach Falsch Beschuldigung riecht, desto mehr und Verbissenheit behaupten Feministinnen das es eine Vergewaltigung war.

    Mehrfacher Missbrauch im großen Stil, wie bei pakistanischen Grooming Gangs interessieren sie hingegen nicht.

    • Vermutlich hat das etwas mit virtue signalling zu tun. Hierfür eignen sich eben nur die unplausiblen Fälle, weil man sich dann von all dem un-woken Pack unterschieden und entsprechend produzieren kann.

      Und es hat es etwas mit Klassen-Abwertung zu tun: Hunderte von Mädchen aus den niederen Schichten vergewaltigt oder/und zur Prostitution gezwungen? Weg mit dem Pöbel! Allein die Blicke und Berührungen in der Upper Class zählen! #AUFSCHREI

  7. Was für ein erbärmlicher Totentanz, sollen sie doch alle in ihrer Burg verrecken!

  8. Rowohlt hat sich nicht erpressen lassen, denn man kann Allens Biographie ohne Vorbehalt vorbestellen. Nun müssten die Autoren des Aufrufs konsequenterweise den Verlag verlassen, den sie öffentlich angegriffen und beschuldigt haben. Mal schauen, ob sie soviel Anstand haben oder ob der nur von anderen eingefordert wird.

  9. Warum sollte Woody Allen ein Kind missbrauchen?
    Wenn er pädophil wäre hätte er doch keine Beziehung mit Soon-Yi begonnen.
    Die Geschichte zeigt auch, wie fingierte und suggerierte Missbrauchsvorwürfe nicht nur dem Mann schaden, sondern auch dem vorgeblichen Opfer falsche Erinnerungen einpflanzen.

    • Es zeigt vor Allem wie unbedeutend die Rechtsstaatlichkeit im Bereich Sex ist.

      Über Fr. Arndt (?) in Australien könnte man auch mal reden, sie machte ein Interview mit einem (vor Jahrzehnten) Verurteilten, und erntete einen Shitstorm sollte keine Preise erhalten und Niemand solle mit ihr reden dürfen.

      • Wenn Gustaf Gründgens seinerzeit die Rolle des Mephisto adaptierte und sich dadurch zum Nationalsozialist wandelte, was ist dann wohl mit der Hauptdarstellerin von Rosemaries Baby passiert? Genau!

  10. Nur der Form halber: Allen verweigerte einen Test mit dem Lügendetektor mit der Polizei und führte einen eigenen durch. Farrow wurde nie aufgefordert, einen zu machen, konnte sich also auch nicht weigern.

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