Schutzmaßnahmen, die sich als Belastung für die darstellen, die geschützt werden sollten.

Ein interessanter Artikel zu einer Studie, die aufzeigt, dass eine eigentlich als Hilfe gedachte Maßnahme sich schnell als Belastung darstellen kann:

Instead of helping minority ex-offenders, a new study finds that “Ban The Box” policies appear to harm the job prospects of all young, low-skilled African American and Hispanic job candidates.

Some 34 states and the District of Columbia have adopted Ban the Box (BTB) policies that prohibit employers from including a box on a job application that applicants must check if they have been convicted of a crime. Generally, employers cannot ask about an applicant’s criminal record until later in the hiring process, often after a job offer is extended.

Es geht also darum, dass Arbeitgeber bei einer Bewerbung die Zusicherung haben wollten, dass der Bewerber noch nicht wegen einer Straftat verurteilt worden sind. In Deutschland würde wahrscheinlich auch mancher Arbeitgeber gerne ein polizeiliches Führungszeugnis anfordern, was aber auch nicht erlaubt ist. 

The premise of BTB is that minority ex-offenders have a better chance of getting a job if they delay informing employers of their criminal conviction and get a job interview, where they can signal their job readiness.

However, a study recently accepted for publication in the University of Chicago Journal of Labor Economics indicates the opposite is true.

Researchers found that BTB policies decrease the probability of employment for young low-skilled black men by 3.4 percentage points (5.1%). BTB policies reduce the probability of employment for young low-skilled Hispanic men by 2.3 percentage points (2.9%).

“We find evidence that BTB has unintentionally done more harm than good when it comes to helping disadvantaged job seekers find jobs,” write the researchers.

In der Spieltheorie ist es recht anerkannt, dass Unkenntnis über ein Risiko natürlich die Entscheidung beeinflusst.

Üblicherweise wird diese Unsicherheit dann schlicht mit eingepreist indem man die Wahrscheinlicheit, dass der negative Faktor zutrifft mit der Höhe des potentiellen Schadens  multipliziert und in die Gleichung einsetzt. Alternativ kann man die Kosten unnützer Bewerbungsgespräche kalkulieren, wenn man dann dort die Frage stellt.  Glaubt man also, dass ungelernte Schwarze in dieser Gegend mit höherer Wahrscheinlichkeit eine Gang- oder sonstige Kriminalitätsvergangenheit haben, man diese aber nunmehr schlechter herausfiltern kann, dann steigen die Kosten davon, dass man Personen aus dieser Gruppe einlädt. Es kann dann billiger sein von vorneherein nur Leuten aus Gruppen einzuladen, bei denen das Risiko geringer ist.

(…)

They say employers don’t want to hire ex-offenders with recent convictions and incarcerations and they don’t want to waste time and money interviewing these candidates. Therefore, they write, employers are forgoing interviewing all young low-skilled black and Hispanic men, even those with no criminal record who might otherwise have been hired.

The researchers say their study “contributes to a growing literature showing that well intentioned policies that remove information about racially imbalanced characteristics from job applications can do more harm than good for minority job seekers.” In fact, they say that providing information about criminal records, drug tests and credits histories appears to help black men and women find jobs.

The researchers note that ex-offenders are more likely to have engaged in violent, dishonest, or otherwise antisocial behavior and to suffer from higher rates of f untreated mental illness, addiction, and emotional trauma

Wenn man aus einer Gruppe, bei der man negative Faktoren eher vermutet, die aussondern kann, auf die diese Faktoren zutreffen, dann ist es interessanter, aus dieser Gruppe Bewerber zu interviewen.

“[P]olicy makers cannot simply wish away employers’ concerns about hiring those with criminal records. Policies that directly address those concerns—for instance, by providing more information about job applicants with records or improving the average ex-offender’s job readiness— could have greater benefits without the unintended consequences found here,” they write.

The researchers said BTB appeared to have no effect on employment for young, low-skilled white men or applicants with college degrees

Interessant ist diese Studie auch für die Geschlechterthematik. Wenn man beispielsweise eine Frau nicht fragen kann, ob sie schwanger ist oder wie sie nach evtl Kindern weiter arbeiten möchte, dann wird gleichzeitig ein Mann interessanter für die gleiche Position. Auch hier verschwinden Bedenken nicht, wenn es nicht mehr erlaubt ist diese anzusprechen.

 

7 Gedanken zu “Schutzmaßnahmen, die sich als Belastung für die darstellen, die geschützt werden sollten.

  1. Anne hat mal beim feministischen Hühnerhaufen (Maren etc) für helle Aufregung gesorgt, als sie all die Gründe aufzählte, warum sie zu manchen Vorstellungsgesprächen Frauen erst gar nicht einlädt.

    All die Gründe, die Sicht des Arbeitgebers… alles egal:

    Es gab nur ein Argument:
    „Du hast die Gruppe, die ich als meine Kinder betrachte, gefälligst so zu behandeln, wie ich mir das wünsche“

    • Jeder der Mitarbeiter beschäftigt kennt die Gründe und egal ob er Pro-Feministisch oder Contra-Feministisch ist, muss er das machen was der Firma nützt. Es gab mal eine Feministin die alles anders machen wollte und nur Frauen eingestellt hat (Artikel finde ich gerade nicht), nachdem ihre Belegschaft sie in den Ruin getrieben hat, meinte sie, dass sie nur noch Männer einstellt.
      Dieses Nicht-Lernen Wollen aus der Erfahrung Anderer ist deutlich auffallend. Generell scheint heutzutage Erfahrung anderer nicht viel zu zählen wenn es der eigenen Überzeugung entgegen steht.
      Deswegen bin ich ganz zuversichtlich, dass die „Generation Woke“ noch ordentlich auf die Fresse bekommen wird. Ich denke Schmerz ist der beste Lehrer, Schmerz macht Kinder zu Erwachsenen und zu interessanten Persönlichkeiten.

  2. Die Lösung ist hier, die Kriminalitätsrate der POC zu senken, nicht Formulare zu regulieren.

    Letztendlich laufen wieder viele Fäden bei der Bildung und der Bekämpfung der Drogenkriminalität zusammen.

    • Aber wo anfangen?

      Vielleicht hier?

      More than three quarters of African American births are to unmarried women, nearly double the illegitimacy rate of all other births, according to new federal data.

      The National Center for Health Statistics said that in 2015, 77.3 percent of non-immigrant black births were illegitimate. The national non-immigrant average is 42 percent, and it was 30 percent for whites.

      Nicht solange Feminismus was zu sagen hat.
      Im Feminismus hat – per definitionem – eine Frau (vor allem eine schwarze Frau) grundsätzlich niemals an irgendwas die Schuld.

      Also werden bis zum Zusammenbruch des Systems Formulare geändert werden und Pronomen strafrechtlich verfolgt.
      Was anderes bleibt ja gar nicht übrig.

    • Hier sollte man allerdings die Diskriminierung nicht ausser Acht lassen.

      „African Americans are more likely than white Americans to be arrested; once arrested, they are more likely to be convicted; and once convicted, and they are more likely to experience lengthy prison sentences.“

      https://www.sentencingproject.org/publications/un-report-on-racial-disparities/

      Wobei vieles nicht explizit gegen Farbige gerichtet ist, sondern gegen vor allem gegen Arme.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.