„Warum wir Mehrdeutigkeit nicht aushalten“ (In Bezug auf das Geschlecht)

Nils Pickert von Pinkstinks schildert zwei Vorfälle, bei denen sein Sohn aufgrund seiner langen Haare vermutlich anders behandelt wurde als Mädchen:

Einmal zögert der Friseur erst als der Junge einen Kurzhaarschnitt will, weil er ihn wohl für ein Mädchen hält. Als er hört, dass er ein Junge ist, lässt er aber alle Bedenken fallen.

Zudem hat die Lehrerin angeführt, dass dem Jungen die Haare häufig ins Gesicht fallen und ihn in der Schule beim Arbeiten stören. Sie meint, dass er ein Zopfgummi braucht. Es wird nachgefragt, ob sie das den Eltern der Mädchen, die ihr Haar offen tragen, auch geraten haben. Die Lehrerin verneint.

Es wird dann ausgeführt, dass gerade bei Kindern eine Eindeutigkeit verlangt wird in der Zuordnung. Bei Erwachsenen sei das einfacher, etwa habe der Friseur auch lange Haare gehabt, aber eben eine tiefe Stimme, einen Bart und Muskeln, deswegen sei er direkt als Mann identifizierbar. Bei Kindern habe man diese Merkmale nicht und das führe zu einer Mehrdeutigkeit, die für viele nicht zu ertragen sei.

Er schreibt:

Aber warum ist Mehrdeutigkeit so schwer auszuhalten? Warum frustriert es uns, wenn unser Kind für ein Mädchen gehalten wird, obwohl es ein Junge ist – und andersherum? Vielleicht haben Sie das, beispielsweise auf Spielplätzen, schon erlebt, vielleicht auch mit dem eigenen Kind? Die meisten Eltern berichtigen geschlechtsspezifische Ansprachen, die sie für falsch halten. „Ihre Tochter hat ja tolle lange Locken“ wird zumeist umgehend korrigiert: „Es ist ein Junge.“ Warum ist das nötig? Was würde passieren, wenn wir es nicht tun? Wir könnten ja auch einfach abwarten, bis das Kind selbst fähig und willens ist, das richtigzustellen.

Die eigentlich naheliegenste Antwort ist wenig überraschend: Es wird korrigiert, weil das Kind nicht mehrdeutig ist, sondern ein Geschlecht hat. Es ist eben ein Junge. Das ist keine sonderlich strittige Sache für die allermeisten. Und angesichts der Seltenheit von Transsexuellen oder Intersexuellen ist die Wahrscheinlichkeit äußerst niedrig daneben zu liegen, ohne das man das erkennt.

Sprich: Er macht ein Problem auf, weil er gerne eine Mehrdeutigkeit hätte und eine Pflicht zur Zurückhaltung sieht, die andere nicht sehen.

Wird ja auch an einem anderen Beispiel deutlich:

Jemand: „Eure Julia hat ja tolle lange Locken“

Eltern: „Sie heißt Sabine“

Warum können wir es da nicht bei der Mehrdeutigkeit belassen? Vielleicht wäre sie ja lieber eine Julia, ein Name mit vielen schönen Assoziationen, und keine Sabine. Vielleicht wäre sie sogar lieber eine Chantal. Wer weiß das schon?
Aber niemand ist verwundert, dass die Eltern da keine Mehrdeutigkeit wollen, bis das Kind selbst in der Lage ist das richtig zu stellen.

Aber irgendwie scheint die Verwechslung des Geschlechts der Kinder eine Beleidigung der Eltern darzustellen. So als wäre mit ihrem Nachwuchs irgendetwas falsch. Als hätten sie es versäumt, ihren Eindeutigkeitspflichten nachzukommen. Auch an dieser Stelle überbewerten wir die Geschlechtszuordnung. Das hat nichts Verspieltes, nichts von Ausprobieren oder Entdecken. Wenn sie groß sind, sollen unsere Kinder werden können, was sie wollen, aber jetzt, hier und heute, in diesem Sandkasten wird dem Opa da drüben klargemacht, welches Geschlecht das Kind hat. Nachher denkt der noch was Falsches. Mit geradezu verbissener Ernsthaftigkeit teilen wir die Welt in zwei Geschlechter ein.

Die Welt hat ja beim Menschen auch nur zwei Geschlechter. Und noch einige, aber überaus seltene Vermischungen von diesen zwei Geschlechtern.

Warum sollte man gerade in diesem Bereich anders verfahren als etwa bei allen anderen Punkten, wo man es wohl genau so korrigieren würde? Nils behauptet eine Alleinstellung, die aus meiner Sicht nicht besteht. Name, Herkunft, Staatsangehörigkeit, Augenfarbe, Größe, Alter, ich denke in all diesen Bereichen würde eine Richtigstellung erfolgen.

Etwa:

Jemand: „Oh, sie läuft aber schon toll für eine 1 Jährige

Eltern: „Sie ist 18 Monate alt“

Auch hier möchte sie vielleicht später jünger sein als sie dann ist, warum lassen wir da keine Mehrdeutigkeit zu?

Es ist eigentlich um so absurder, wenn man bedenkt, dass in den feministischen Identitätstheorien in vielen Bereichen gerade Mehrdeutigkeit abgelehnt wird.

Wer einen „Enby“ als Mann bezeichnet, der wird keine freundliche Mehrdeutigkeit erfahren, sondern eine Beschwerde über eine Falschgenderung.

72 Gedanken zu “„Warum wir Mehrdeutigkeit nicht aushalten“ (In Bezug auf das Geschlecht)

  1. Man muss schon wissen, ob ein Kind ein Mädchen oder ein Junge ist, bevor man es mit „Heul hier nicht rum“ anblafft.
    Bei einem Jungen wäre das nämlich ein angemessenes Erinnern, dass er endlich anfangen muss, seine Privilegien zu checken. Bei einem Mädchen wäre es eine unerträgliche Unterdrückung ihrer natürlichen Ausdrucksweise, ja ihres ganzen Selbst!

    Duh.

    • Exakt.
      Für die Behauptung der Existenz von Geschlechterhierarchien werden genau diese Eindeutigkeiten benötigt. Spätestens bei der Frage der politischen „Repräsentanz“ wird die Haarlänge und die Frage, ob man sich die Fingernägel lackiert oder nicht keine Rolle mehr spielen.

      Was Nils und Konsorten so unerträglich macht, ist ihre gigantische Heuchelei.

      • „Was Nils und Konsorten so unerträglich macht, ist ihre gigantische Heuchelei.“
        So sieht es aus. Ich finde es ja eher problematisch, dass Leute wie der Niels ihre Kinder anschließend in eine Privatschule schicken werden, anstatt sie in eine Öffentliche zu schicken. In dieser würde sich der Gendergaga Scheiß ganz schnell auflösen. In meiner Oberschule waren nämlich, auch aufgrund des hohen Ausländeranteils, die Geschlechterhierarchien ganz einfach zu bestimmen gewesen. Und ich kann sagen, dass es viele Dinge enorm erleichtert hat.

  2. Ich vermute jetzt mal, dass die meisten Menschen Eindeutigkeit möchten und zwar überall. Man möchte halt wissen, um was es sich genau handelt. Ist es ein Adler oder ein Bussard, eine Gazelle oder Antilope, ein Erdbeben oder ein schwerer Lastwagen, ein kleines Feuerchen oder ein Grossbrand, ein Fahrrad oder ein Moped, ein Hund oder eine Katze etc., usw., usf. Eindeutigkeit hat vermutlich was evolutionäres: Es dürfte also für Menschen, wie vermutlich auch für Tiere wichtig sein, dass sie eindeutig bestimmen können, was sie vor sich haben. Wenn ich dann weiss, es handelt sich um einen Transsexuellen oder Intersexuellen, dann ist die Eindeutigkeit auch wieder gegeben und ich bin beruhigt. 🙂

    • Vor allem sollten Transsexuelle mit ihrer Behauptung, sie würden den Körper des falschen Geschlechts haben und es gäbe für sie ein richtiges Geschlecht endlich als die Gender-Konservativen geoutet werden, die sie sind.

      Jemand muss diesen heimlichen Trump Anhängern den ganzen Tag über geduldig erklären:
      1. Es gibt kein richtiges oder falsches Geschlecht.
      2. Eigentlich gibt es gar kein Geschlecht, sondern nur ein Spektrum von Geschlechtern.
      3. Sie sollen endlich mal lernen, Mehrdeutigkeiten zu ertragen!

      Für diese challenge wähle ich Nils von pink stinks! 🙂

      • Soll das jetzt Ironie sein oder ist das von Dir ernst gemeint?!
        Falls Letzteres der Fall ist, kann ich dazu nur sagen, daß es vielleicht gut war, daß Du Dich bislang zu diesen Themen -zumindest für mich erkennbar- nicht geäußert hast.
        Dann widerspräche Dein Beitrag aber dem Niveau, das ich aus Deinen sonstigen Beiträgen gewohnt bin!

        • Du bist ziemlich merkbefreit, sobald das Wort „trans“ in einem Satz vorkommt, nicht wahr?

          Wieso bist du bei dem Thema eigentlich so fanatisch?

          • only me:
            Du bist ziemlich merkbefreit, sobald das Wort „trans“ in einem Satz vorkommt, nicht wahr?
            Wieso bist du bei dem Thema eigentlich so fanatisch?
            —————————
            Mag sein, daß bei mir spontan emotional die Enttäuschung stark dominierend gewesen ist, vermeintlich von Crumar einen solchen, transsexuellen Menschen unterstellten Schwachsinn zu vernehmen, wenngleich solche Enttäuschungen ja auch hier bisweilen schon vorgekommen sind bei Menschen, die sich ansonsten gerne als die intellektuellen Überflieger verstehen, die aber dann, wenn sie mit „ihrem Latein“ argumentativ erkennbar am Ende angekommen sind, sich nicht mehr anders zu helfen wissen, als eine Frau, die seitdem sie vor 45 Jahren transitioniert ist, und seither nicht ein einziges Mal im Alltag „miß-gendert“ wurde, mit den falschen Personalpronomen meinen mundtot machen zu können – eine wirkliche heldenhafte Leistung!

            Deinen Eindruck, daß ich „sobald das Wort „trans“ in einem Satz vorkommt“ ziemlich merkbefreit bin, teile ich so generell nicht. Es sollte nämlich in meinen Beiträgen ziemlich eindeutig klar geworden sein, was ich von „trans-trallala“ halte, und warum ich dieses Gedöns so vehement ablehne.

          • @seerose: mein Semantik-Parser ist ausgestiegen
            ( der hat mir folgende Interpretation geliefert: Du bist seit 45 Jahren eine M2F-Transsexuelle, die das Glück hatte, immer genügend weiblich zu wirken … Worauf du dich mit dem „mit den falschen Personalpronomen meinen mundtot machen zu können“ beziehst, hab ich offenbar nicht mitbekommen … )

            PS und nur ganz allgemein angemerkt: „Deinen Eindruck, daß ich „sobald das Wort „trans“ in einem Satz vorkommt“ ziemlich merkbefreit bin, teile ich so generell nicht.“ nun ja, um die eigene Merkbefreitheit beurteilen zu können, ist man selbst eigentlich so gut wie immer nicht qualifiziert. Die sieht man halt von aussen besser. In deinem auslösenden Posting jedenfalls hast du auch auf mich „themenbezogen merkbefreit“ gewirkt („themenbezogen“ deshalb, weil ich deine anderen Postings eigentlich immer für gut durchdacht und rational halte).

          • @Robert W:
            „Worauf du dich mit dem „mit den falschen Personalpronomen meinen mundtot machen zu können“ beziehst, hab ich offenbar nicht mitbekommen“
            ——————————-
            Ich hatte dieses Erlebnis hier im blog mit einem dozierenden Soziologen, der die biologischen Grundlagen unseres geschlechtlichen Seins für weitgehend unbedeutend hielt, denn „Geschlecht wird doch wohl ganz überwiegend sozial konstruiert“…

          • Hier im Forum?

            Da hast mal wieder vor Eifer den Witz nicht gesehen, was?

            Oder hast du den Link noch?

          • „vor 45 Jahren transitioniert“

            Ich trau mich einfach mal: wie war denn Dein Sexleben seither? Sind Dir Orgasmen möglich (ich nehme mal an, mit Deiner ursprünglichen, biologischen Grundausstattung waren sie das… aber auch noch nach der OP)?

          • @Semikolon:
            Eine spannende Frage, die vielleicht nicht nur Dich interessieren dürfte.
            Da ich VOR meiner GaOP kein Intimleben hatte, und dies auch nicht haben wollte, kann ich da gar nichts zu sagen.
            Meine einschlägigen postoperativen Erfahrungen sind für mich nach wie vor überwältigend! Da ich in diesem Jahr schon 40 Jahre mit m(einem) heterosexuellen „Bio-Mann“ verheiratet bin, und Sex für uns beide nach wie vor ein unverzichtbares Muss ist, sollte das eigentlich für sich sprechen. Unsere Ehe war und ist durchgängig lebendig, was ich gerne auch allen anderen (langjährig) Verheirateten wünsche, wovon ich aber leider nicht überzeugt bin, und es auch von vielen Paaren weiß, daß bei ihnen gar nichts mehr „läuft“…
            Mein Mann hat für mich auf Vieles verzichtet, denn er hatte eigentlich immer schon einen ausgeprägten Kinderwunsch, den ich ihm leider nicht erfüllen konnte.

          • @Seerose Entschuldige bitte, ich wusste davon nichts (unerfüllter Kinderwunsch) und bin Dir glaub ich neulich ganz schön durchs Gemüt getrampelt, weil ich soviel Detailkram wissen wollt. Ich dachte irgendwie, Du bist Therapeutin mit Schwerpunkt auf diesem Thema.

          • Nichtmal masturbiert hattest Du?
            Wie alt warst Du zu Beginn Deiner Transition?
            Wie positionierst Du Dich in Bezug auf die Frage, ab welchem Alter frühestens eine Hormontherapie begonnen werden sollte? Und siehst Du Blaire White tatsächlich als „originär transsexuelle Frau“, obwohl sie nicht bloß ihr Genital unoperiert lässt, sondern (wenn ich das jetzt richtig erinnere) auch bereits die Hormone wieder abgesetzt hat, damit sie noch – vielleicht – mit ihrem Sperma, einer gespendeten Eizelle und einer Leihmutter ein Kind zeugen kann?

          • @Freya:
            „Entschuldige bitte, ich wusste davon nichts (unerfüllter Kinderwunsch) und bin Dir glaub ich neulich ganz schön durchs Gemüt getrampelt, weil ich soviel Detailkram wissen wollt. Ich dachte irgendwie, Du bist Therapeutin mit Schwerpunkt auf diesem Thema.“
            Danke Freya, ich nehme Deine Entschuldigung gerne an! Oft ist es wie sicher auch bei Dir, keine böse Absicht, wie wohl manchmal auch Menschen mit persönlichen Defiziten sich eine Selbst-Aufwertung erwarten, indem sie tatsächliche oder vermeintliche Schwächen bei anderen rücksichtslos für ihre „Zwecke“ mißbrauchen.
            Aufgrund meines beruflich-professionellen Hintergrunds liegst Du mit meiner Verortung nicht ganz verkehrt, wie wohl es kein Schwerpunkt meiner seit kurzem zurückliegenden Tätigkeit war.

          • @Semikolon:
            „Wie alt warst Du zu Beginn Deiner Transition?
            Wie positionierst Du Dich in Bezug auf die Frage, ab welchem Alter frühestens eine Hormontherapie begonnen werden sollte? Und siehst Du Blaire White tatsächlich als „originär transsexuelle Frau“, obwohl sie nicht bloß ihr Genital unoperiert lässt, sondern (wenn ich das jetzt richtig erinnere) auch bereits die Hormone wieder abgesetzt hat, damit sie noch – vielleicht – mit ihrem Sperma, einer gespendeten Eizelle und einer Leihmutter ein Kind zeugen kann?“
            Zu meiner Zeit war ich mit 21 Jahren volljährig. Seither habe ich von einem auf den anderen Tag meine Transition umgesetzt. Ein Jahr später bekam ich schließlich kurzzeitig die für die Hormon-Therapie (HT) benötigten Geschlechts-Hormone, die ich aber schon nach einem Vierteljahr wieder absetzen mußte, weil bald darauf endlich meine GaOP durchgeführt werden konnte; nach weiteren vier Wochen konnte ich endlich die HET aufnehmen.
            Die Frage zum frühen Beginn der HT ist eine sehr individuell und eine sehr sorgfältig zu eruierende Frage. Für mich selbst war seit frühester Kindheit klar, was ich bin, und hätte mir von daher gewünscht, vor Einsetzen der Pubertät entsprechende Hormonblocker zu bekommen, ergänzt um die geschlechtsstimmigen weiblichen Hormone.
            Eine online-Umfrage unter Betroffenen hat ergeben, daß alle Teilnehmenden ihre Maßnahmen niemals bereut haben, sich aber einheitlich dafür aussprachen, mit den für sie erforderlichen Schritten schon eher begonnen zu haben. Darin sind natürlich auch viele Pbn. enthalten, die erst relativ spät den Einstieg in die Transition begonnen haben („late onset“).
            Heutzutage werden Transsexuelle infolge entsprechender Lei(d)tlinien dazu genötigt, doch möglichst ihre prä-op. vorhandene Fertilität für später zu nutzen. Für mich selbst wäre das niemals in Frage gekommen, wie wohl ich mir seit Kindheitstagen gewünscht hätte, ein Kind zu empfangen, auszutragen und zu gebären. Etwas anderes hätte ich unter keinen Umständen gewünscht.
            Ich will jetzt nicht über Blaire White urteilen, und festlegen, ob sie nun originär transsexuell ist oder nicht, habe aber den Eindruck, daß sie sich selbst bezüglich ihrer Fertilität einer schrecklichen Tortur aussetzt, was für mich unverständlich ist. Für mich persönlich ist es wichtig und richtig, daß wir originär transsexuelle Menschen (NGS) deshalb unsere unumgängliche Infertilität in Kauf nehmen müssen.
            Transsexuelle Menschen unterscheiden sich aber bisweilen hinsichtlich vieler Gegebenheiten, vielleicht auch hinsichtlich ihrer Bedürfnisse und Möglichkeiten; dies gilt für Schwule, Lesben und Intersexuelle ja bekanntlich auch.

        • Liebe Seerose, ich dachte, so langsam wäre Dir mein schräger Humor bekannt. 😉

          So sehen die unermüdlichen Kämpfer*_+-Innen für die Mehrdeutigkeit der gender expression aus:

          Tipp: Der Mann in diesem Bild hat keine langen Haare.
          Geht´s noch stereotypischer?
          Wieso muss der Sohn von Nils dafür herhalten, stellvertretend für ihn Kämpfe auszutragen, die er offensichtlich gar nicht führt oder führen will?

          Was mich ebenfalls verwundert – war da nicht mal was?

          So weit ich weiß, waren zu dieser Zeit junge Männer mit langen Haaren recht populär und es stellte ihre Zugehörigkeit zu einem bestimmten Geschlecht nicht in Frage.

          • Ich finde das auch irgendwie sehr konstruiert, dass sich echt noch jemand über kleine Jungs mit langen Haaren aufregt. Ist das so?
            Viel schlimmer ist das ständige Antatschen fremder Kinder ins Gesicht und in die Haare, meine haben blonde Engelslöckchen und ständig fummelt da jemand drin rum. Ich weiß, das ist lieb gemeint und so, was ich bei Bekannten noch einigermaßen tolerieren kann, nervt bei Fremden sehr.

          • Vielen Dank Dir, lieber Crumar, für die Klarstellungen, die mir „meine Welt“ wieder kognitiv und emotional konsistenztheoretisch gesehen „normalisieren“!

            Und der rhetorisch fragenden Feststellung von Dir kann ich mich auch voll und ganz anschließen:
            „Wieso muss der Sohn von Nils dafür herhalten, stellvertretend für ihn Kämpfe auszutragen, die er offensichtlich gar nicht führt oder führen will?“

          • Ich denke lange Haare sind seit den 1970ern bei Jungen und Männern als gängige Frisure akzeptiert, sie sind aber nicht mehr der Default wie eine Zeit lang, sondern nur noch eine Option unter mehreren. Gibt es inzwischen Kreise, die das anders sehen?

          • „Ich finde das auch irgendwie sehr konstruiert, dass sich echt noch jemand über kleine Jungs mit langen Haaren aufregt. Ist das so?“

            Wahrscheinlich eher nicht.
            Ich war Anfang der 60er (etwa zwei Jahre alt) das süßeste Mädchen der Straße, wie man auf alten Aufnahmen sehen kann. Blonde lange Löckchen.
            Und weder ich, noch irgendjemand sonst hat ein Trauma davongetragen.
            Nils treibt einfach nur wieder eine Sau durchs Dorf und pflegt öffentlich sein Vorurteil gegenüber Männern/dem Patriarchat.

          • Für die Kiddies hier:
            Jim Morrison!

            Und da wäre dann noch Ritchi Blackmore und Alice Cooper.
            Na gut, Letzterer wäre trotz der langen Haare nur schwer als Frau durchgegangen 😀

          • Ich habe entschieden, wir sollten endlich konstruktiv mit unseren Lieblingsfeministinnen von Pinkstinks – Nils Pickert und Stevie Meriel Schmiedel – umgehen sollten.
            Also ihnen rundweg, umfassend und global Recht geben.

            Liebe Jungen, folgend kommen historische und mahnende Beispiele, warum ihr nicht aus eurer Geschlechterrolle fallen solltet.

            Kaum hatte sich nachfolgende Gruppe entschieden Make-Up zu tragen, war es mit ihrer Karriere vorbei.
            Sie wurden allgemein als Mädchenband verhöhnt und sangen nur noch alberne Lieder über Ballsäle:

            Auch die Karriere dieses jungen Künstlers nahm ein jähes Ende, kaum färbte er sich die Haare und das Gesicht:

            „Lange Haare, kurzer Verstand!“, wie der Volksmund spricht und dann auch noch schwul.
            Das konnte nichts werden mit diesem Künstler aus Deutschland:

            Diese Gruppe aus England war mit Make-Up, Lippenstift, Girlie-Frisuren und geckenhaftem Auftritt zum Scheitern verurteilt:

            Als hätte es nicht genügend warnende Beispiele gegeben, wurde die Misere mit Nagellack und Ohrringen noch verschärft. Völlig zu Recht unbekannt geblieben:

            Zum Abschluss als Mahnung, wie ihr niemals aussehen solltet, wenn ihr als völlig normale, heterosexuelle Jungen jemals ein Date mit einem normalen Mädchen haben wollt:

            So wird das nie etwas mit dem weiblichen Geschlecht!

            Auch die Mädchen seien gewarnt! Kaum gibt es diese unvorteilhafte Kurzhaarfrisur, nimmt euch niemand mehr Weiblichkeit ab, wie es diese junge Frau hat bitter erfahren müssen:
            https://images.90s90s.de/files/2019-09/sinead90s.jpg?rect=0%2C13%2C801%2C450&fit=crop&crop=faces&w=602&h=339&dpr=1.25&auto=format

            Eine echte Frau trägt die Haare so, wie das männliche Geschlecht es schon immer gewollt hat, nämlich lang und offen:

            So! Das Patriarchat hat euch in den letzten Jahrzehnten mahnende Beispiele im Dutzend gegeben, warum es nicht möglich ist aus dem „Geschlechterrollenkäfig“, die „toxische Männlichkeit“ nun einmal darstellt, auszubrechen.
            Nils Pickert prangert das an – aber wie ich gezeigt und bewiesen habe, spricht die historische Evidenz gegen ihn. Wäre diesem Ansinnen Erfolg beschieden gewesen, dann würden wir diese Künstler heute noch kennen – aber so ist Widerstand gegen das Patriarchat zwecklos, weil es das immer schon war.

          • Zwei der ikonischsten Fotos meines Vaters (ein Modemuffel!) zeigen ihn
            – einmal mit Hornbrille und Wallemähne, grünem Pullunder, beiger Cord-Schlaghose, roten Socken und braunen Plateauschuhen
            – und einmal mit rosa Badeshorts mit Regenbogen drauf (beim Köpper vom 10er)
            Die 70er und 80er waren schon ziemlich schräg.

          • Nuja, aber bei Tokio Hotel waren ja bloß die Zwillinge sexuell interessant. Und das wahrscheinlich gerade auch, weil sie sich so unterschiedlich präsentierten.

            Dreadlocks sind imho tatsächlich die sicherste Art, als junger Mann lange Haare zu tragen und dennoch attraktiv zu wirken. Eigentlich hat nur der womöglich schwule (idk, just guessing) Twin richtig Mut bewiesen mit seinen Outfits.

            Aber im Prinzip wollte ich einzig angemerkt haben, wie verbreitet feminisiertes Styling für jüngere Männer während der zweiten Welle war. So liefen mitnichten nur die Stars rum.

          • „So! Das Patriarchat hat euch in den letzten Jahrzehnten mahnende Beispiele im Dutzend gegeben, warum es nicht möglich ist aus dem „Geschlechterrollenkäfig“, die „toxische Männlichkeit“ nun einmal darstellt, auszubrechen.“

            Möge Euch Tunten auch das Beispiel dieser – inzwischen vollkommen zu recht gänzlich unbekannten – britischen Popband „Queen“ Mahnung sein. Nachdem der Frontmann – ich glaube Freddy Quinn, halt nein, Freddy Mercury hieß der – mal als Putzfrau posierte (ich konnte leider im Net kein einziges Bild davon finden, PC sei Dank), wurde die Musik dieser so hoffnungsvollen Rockband an keinem Radiosender dieser Welt mehr gespielt. Da kennt das Patriarchat kein Pardon, wer aus der Reihe tanzt (hier auch im wörtlichen Sinne), wird ausselektiert.

            Daher steht dem Sohn des Nils Pinkert eine freudlose Zukunft bevor.
            Man kann ja auf dem Photo auch schon an seinem freudlosen Gesichtsausdruck sehen, wie er angstvoll nach Morgen blickt.

        • Semikolon, ab welchem Zeitpunkt ist deine Neugier für dich SELBST eigentlich unterscheidbar von UNVERSCHÄMTHEIT?
          Wo genau ziehst du die Grenze?
          Gibt es eine?
          Kennst du dass Wort „TAKT“?
          Was bedeutet es dir?
          Ich habe das Gefühl, du kommst mit basalen Erfordernissen von „Zivilisation“ nicht klar.

      • @crumar Transsexuelle sind nicht deckungsgleich mit Anhängern der Gender-Ideologie. Transe ist ebensowenig wie schwul ein politisches Programm. Bitte beim legitimen Bashen einer bekloppten Ideologie nicht die falschen treffen, sie existieren trotz der ungebetenen Fürsprecher. Dass die Genders in Wirklichkeit stockkonservativ sind ist sowieso klar, außerdem widersprechen sie sich selbst ohne Ende.

        • Deine differenzierenden Beiträge zum Thema „Trans“ begrüße ich sehr!
          Allerdings sind wir ja schon einmal wegen des aus meiner Sicht deplatziert-abwertenden Begriffs „Transe“ für originär transsexuelle Menschen (NGS) „aneinander geraten“.
          Ich weiß zwar, daß einige Betroffene diese Begriffs-Bezeichnung auch für sich akzeptieren; die meisten von ihnen lehnen ihn aber grundlegend ab.
          Aber gerade weil Du ansonsten im Thema zutreffend differenzierst, sollte dieser Begriff für Trans*-Gender exklusiv verwendet werden, die diesen Begriff auf Dauer-Karnevalsveranstaltungen (sprich: ganzjährig) gerne „loud & proud“ für sich verwenden, dabei MS-medial und politisch unterstützt von allen politisch-korrekten links-Grünen…

        • @anorak

          Das weiß ich. Die meisten Kämpfe kommen von SJW/allies nur in deren Namen. Für Trans Partei zu ergreifen entstammt aus deren bizarrer Ideologie, wonach wir alle zu ungeschlechtlichen, asexuellen „Personen“ mutieren sollten.
          Religiöse Heilslehre.
          Die interessieren sich in der Regel gar nicht für Trans und die „Trans-Aktivisten“ stehen noch einmal auf einem ganz anderen Blatt. Dieses Blatt hat die Überschrift: „Macht korrumpiert. Absolute Macht korrumpiert absolut.“
          AKA: Religiöse Heilslehre.

  3. „Als hätten sie es versäumt, ihren Eindeutigkeitspflichten nachzukommen. Auch an dieser Stelle überbewerten wir die Geschlechtszuordnung. Das hat nichts Verspieltes, nichts von Ausprobieren oder Entdecken.“

    Das also ist dem Autor wichtig: das spielerische Ausprobieren von Geschlechts-ROLLEN.
    Wenn wir schon kaum noch kindgemäßes Spielen ermöglichen, denn schon die Kleinsten haben heute einen vorgegeben durchstrukturierten Tagesablauf (Terminplan), dann soll aber bitte im Rahmen der kindlichen Geschlechtlichkeit eine „neue Spielwiese“ eröffnet werden.
    Kommt der „Spielwunsch der Uneindeutigkeit“ nicht vielleicht eigentlich doch eher von den Eltern als vom Kind?

    • Es dürfte häufig so sein. Ich kenne einen Fall eines Paares, das sich eine Tochter gewünscht hatte und dann einen Sohn bekam. Der Junge hatte dann langes Haar und wurde von den Eltern ziemlich feminin angezogen. Wie er selber das fand, weiß ich nicht, aber hier war klar der Wunsch der Eltern entscheidend; und so könnte es wohl auch beim Wunsch dieses Nils nach mehr Uneindeutigkeit sein.

      • Leider kommen solche pathologischen Projektionen manchmal ganz extrem im Alltag vor, und können dann, wie bei Walt Heyer, zu „Pseudo-Transsexualität“ führen, mit allen fatalen Konsequenzen, in diesem Falle für einen Mann…

      • „Ich kenne einen Fall eines Paares, das sich eine Tochter gewünscht hatte und dann einen Sohn bekam. Der Junge hatte dann langes Haar und wurde von den Eltern ziemlich feminin angezogen.“

        Ich bin so ein Fall.
        Meine Eltern haben sich aber dann doch irgendwann als ich drei oder vier Jahre alt war, in ihr Schicksal gefügt. Sie bekamen dann später auch die Wunschtochter.

  4. Ich kannte mal eine Hütehündin, deren Instinkte auch bei Menschengruppen durchschlugen. So wurde –wie bei einer Schafsherde– derjenige angebellt welcher aus der Reihe sprang, sich ungewöhnlich verhielt oder faxen machte.

    Menschen sind unterschiedlich und manche haben auch solche Wächtermentalitäten wie diese Hündin. Ungewöhnliches nicht der Herde entsprechendes wird beargwöhnt, verurteilt und bestraft. Eine Art Herdentrieb gibt es auch beim Menschen und gleichförmiges verhalten beruhigt so manchen und bereitet vielen die Sicherheit des Berechenbaren.

    Ich denke es ist normal und förderlich seine Kinder früh auf die kommende Geschlechtsrolle vorzubereiten, etwas was ich in den ersten zwei bewussten Dekaden meines Lebens –als erzogener Feminist– durchweg abgelehnt hätte.

    Eines der vielen Paradoxa im Feminismus ist ja einerseits die Auflösung der traditionellen Geschlechterrollen zu fordern, andererseits sind Feministinnen diejenigen welche am härtesten und ohne ein Mindestmaß an Empathie mit dem männlichen Geschlecht umgehen.

    Hr. Pickert viel mir auf, weil er trotz jahrelanger Beschäftigung mit dem Thema Geschlechtergerechtigkeit, völlig ungläubig und überrascht der Tatsache gegenüber stand, dass Männer in mehreren Gesetzen schlicht schlechter dastehen als Frauen. Und mit einem Link zu Breakpoints-Aufzählung dieser Gesetze (von Wehrpflicht, Genitalverstümmelung bis zur öffentlichen Nacktheit https://auschfrei.wordpress.com/2015/09/09/unterschiedliche-rechte/ ) war offensichtlich unbekanntes Neuland für ihn.

  5. Als ich etwa acht Jahre alt war, damals noch in Hosen und zeitweise einen Kurzhaarschnitt trug, wurde ich einmal von einer (vermutlich halbblinden) Seniorin als „Junge“ bezeichnet.
    Das hat mich damals schwer getroffen.
    Ich verstehe nicht, wie Eltern es darauf anlegen können, ihre Kinder mit dem Ziel der Uneindeutigkeit zu frisieren und zu kleiden. Auch Kinder wollen als das Geschlecht wahrgenommen werden, das sie sind.

    • Ja, diese Erfahrung hab ich auch durchgängig bei den Kindern gemacht!

      Aber bei diesem Thema geht es einigen, auch anscheinend hier, primär um ihre politisch-ideologischen Doktrinen, die unter allen Umständen durchgesetzt werden müssen; die Partei hat schließlich IMMER recht!

      • Irgendwo habe ich mal gelesen, dass amerikanische Forscher im letzten Jahrtausend Kindergartenkinder beim Spielen beobachtet hatten. Sie wollten herausfinden, ob die Kinder bereits rassistisch sind, i.e., ob schwarze und weiße Kinder getrennt spielen. Ergebnis: Die Hautfarbe spielte bei der Zusammensetzung der Spielgruppen keine Rolle.
        Aber bezogen auf das Geschlecht zogen die Kinder von selbst eine Gruppentrennung durch, die einem Apartheidsregime alle Ehre gemacht hätte. Kann das jemand bestätigen/widerlegen, der ab und an einen Blick in Kindergärten wirft?

        • Also in der 1. Klasse meines Kindes sind die Geschlechter auf dem Pausenhof ganz klar getrennt. Ich kriege immer zu hören, die Jungs seien soundso, die Mädchen wiederum soundso. Natürlich wird dann auch mal ein Junge zu einem Mädchengeburtstag eingeladen oder umgekehrt, aber die selbstgewählte geschlechtliche Gruppentrennung ist eindeutig.

          Die Interessen sind auch schon vor der Schule ganz klar und eindeutig ultrakonservativ in dieser Hinsicht. Rosa und blau als Farben, Pferdeliebe, Spielzeugautos. Jungs mehr nach außen gerichtet und agiler, Mädchen eher ruhiger in der Bewegung und stärker auf Dinge in ihrer unmittelbaren Reichweite konzentriert. Und das alles unabhängig davon, ob Geschwisterkinder vorhanden sind. Und auch spielt es keine Rolle, ob der jeweilige Junge oder das Mädchen männlich oder weiblich frisiert oder gekleidet ist und was für krude Eltern die jeweils haben.

          Dass Hautfarbe egal ist, kann ich aus meiner Erfahrung auch bestätigen. Die gleiche Sprache ist hingegen sehr wichtig für die Gruppenbildung.

          Als Jugendlicher hatte ich auch lange blonde Locken. Hat leider dazu geführt, dass ich von Frauen und Männern angefummelt wurde. Von den Männern aber direkter und aggressiver als von Frauen. Bei denen ging es mehr darum, generell an mir rumzufummeln ohne direkten Sexbezug.

          Ich reagiere recht allergisch darauf, wenn vor allem wildfremde Frauen mein Kind einfach anfassen. Das ist so häufig und schlimm übergriffig, dass ich null Verständnis dafür habe, dass Frauen rumplären, wenn ihnen mal einer das bedeckt Gesäß berührt. Die sollten erst mal an ihrer eigenen Übergriffigkeit arbeiten.

        • Hier haben fast alle Männer in der Familie lange Haare und Bart, sind trotzdem Kerle, na und?!
          Ich kenne einige Räuberjungs mit Wuschelkopf oder Zopf, solange die Kinder das so haben wollen, was ist daran schlimm?

          • Wenn es die Kinder selbst und unbeeinflusst so haben wollen, dann ist das OK.
            Aber in manchen Fällen ist es halt doch vor allem der Wunsch der Eltern – gegen die Interessen ihrer Kinder. Nur solche Fälle habe ich kritisiert.

          • Da sehe ich aber einen großen Unterschied zwischen der Entscheidungsreife eines Erwachsenen, und der „freien Wahl“ eines Kindes, wie wohl das in Eurem Fall wahrscheinlich das ansonsten wohl unzweifelhaft männliche Vorbild sein könnte, das hier den Sohnemann zum Nachahmen animiert.

            Aber manche Eltern sind ja auch der Meinung, daß ein Kind gar keine Erziehung braucht, und sich unter „laissez faire-Bedingungen am besten“ und frei entwickeln kann, was nachweislich falsch ist, und schädlich für die Kinder…

          • Mein Sohn ist noch zu klein, um Papa frisurentechnisch nachzuahmen, aber mir blutet wirklich das Herz ihm einen Bürstenschnitt zu machen, also dürfen die Locken erstmal wuchern. Da meine Mädels mir mit spätestens 3 Jahren schon genau sagen konnten, wie sie bitte bezopft werden wollen, vertraue ich da einfach mal drauf, dass er laut gibt, wenn ihm die Haare zu lang sind.

  6. Vielleicht halten wir Mehrdeutigkeit in Bezug auf das Geschlecht nicht aus, weil wir eine sexuelle Spezies sind und es daher für unser Überleben und unseren Hormonhaushalt wichtig ist, die beiden Geschlechter eindeutig zuzuordnen…
    Eiderdaus!

  7. Ist es nicht so das Säuglinge, schon bevor sie die Person erkennen, erkennen können welches Geschlecht die Person hat? Warum ist das biologisch so? Könnte das vielleicht wichtig sein?

  8. Wie will der Nils seinen Sohn denn dazu erziehn, Frauen nicht zu vergewaltigen, wenn er ihm seine Rolle als potenzieller Vergewaltiger nicht bewusst macht?
    Serientäter, die aufgrund von vermurkster (auch grade geschlechtsbezogener) Erziehung in Damenunterwäsche und mit Messer durch die Gegend streifen, sind ja nicht so wirklich selten.

    Ansonsten: Den Nils einfach mal als Klempner ansprechen, die Mehrdeutigkeit hält er schon aus. Zumal Klempner inzwischen einen besseren Ruf haben dürften, als viele Journalisten.

  9. Extremer Doppeldenk: man soll gleichzeitig glauben, dass es

    1) zwei Antipoden bei den Geschlechtern gibt, wobei dem Weiblichen die Rolle des Guten zufällt und dem Männlichen die Rolle des Bösen

    2) ein Kontinuum der Geschlechtlichkeit gibt, nach der Geschlechtlichkeit ein an und für sich schlechtes und böses Konzept zur Unterdrückung, mit der Biologie als reinem Fake

    Wer nicht in der Lage ist, den völlig irrationalen Spagat im Denken hinzulegen und seinen Verstand vollkommen der Ideologie unterzuordnen, beweist, dass er für eine Machtposition bei den Linksprogressiven nicht in Frage kommt und der Feind ist.

    So einfach. Es geht rein um MACHT.

  10. Das Problem der Femischisten ist nicht, dass die Frau benachteiligt wäre. Ihr Problem ist, dass die beiden Geschlechter tatsächlich existieren und sich voneinander unterscheiden. Daher der Wunsch, sie auszurotten, zu „dekonstruieren“.

    • Schönes Wort.

      Das mit den Dekonstruieren aber ist unplausibel. Allzuviel Mühe der Fetischisten ist darauf gezielt, die Privilegien der Frau auszubauen. Dafür wird Geschlecht als Konzept dringend gebraucht.

      Dekonstruiert werden muss das Konzept ausschließlich dann, wenn unübersehbar ist, dass Männer in irgendwas besser sind, wodurch Gleichstellung in dem Bereich per se unfair wäre.

      Das ist ein ziemliches Randphänomen…

  11. IRL habe ich noch nie einen Mann mit langen Haaren attraktiv gefunden. Nicht, weil ich die nicht als eindeutig männlich lesen würde – es gefällt mir einfach nicht. Wenn ich Bilder von meinem Gatten zu Abizeiten sehe, denk ich: hat Ähnlichkeit mit Brad Pitt in Legenden der Leidenschaft (allerdings mit viel Bart), aber gut, dass ich ihn erst später – mit Kurzhaarfrisur – kennenlernte. Anderenfalls wär er womöglich komplett aus meinem Beuteschema rausgefallen.

    • Ich steh übrigens auch bei Frauen auf kurze Haare. Nicht nur, aber schon sehr.
      Und ich weiß oft nicht, wofür ich mich bei mir im besten Fall entscheiden sollte… immer schon schwanke ich hin und her. Ich finde es total bewundernswert, wenn jemand früh seinen Typ gefunden hat und einfach stur dabei bleiben kann. Ich bin da echt sehr anders.

  12. Aber da es ja hier eigentlich um Kinder ging… also mir ist es zugegebenermaßen schon unangenehm, wenn ich keine eindeutige Geschlechtszuordnung vornehmen kann. Vom Gefühl her ähnlich, wie wenn mir ein Flü* bspw. was erzählen will oder mich was fragt, und ich verstehe es auch nach mehreren Anläufen kaum. Da komm ich mir nämlich einfach nur doof vor…
    weil tatsächlich: wenn mans denn dann einmal weiß (das Geschlecht oder was versucht wurde zu sagen), kann man sich oft nur schwer erklären, warum mans nicht gleich so wahrgenommen hat.

  13. Als guter Deutscher hat Picker-Nils vier Kinder. Sogar quotiert, zwei Mädchen, zwei Jungs. Ich nehme an, dass seine Mädchen mit Glatze und Cargo-Hose raumlaufen.

    • „Ich nehme an, dass seine Mädchen mit Glatze und Cargo-Hose raumlaufen.“

      Interessant.
      Warum zeigt er nur diesen einen Sohn? Sind die anderen drei Kinder vielleicht missraten und entsprechen nur dem patriarchalen Stereotyp?

  14. „„Ihre Tochter hat ja tolle lange Locken“ wird zumeist umgehend korrigiert: „Es ist ein Junge.“ Warum ist das nötig? Was würde passieren, wenn wir es nicht tun? Wir könnten ja auch einfach abwarten, bis das Kind selbst fähig und willens ist, das richtigzustellen.“

    Woher will der gute Nils überhaupt wissen, dass das sein Sohn ist? Die Wahrscheinlichkeit, dass sein Kind ein Kuckuckskind ist, ist jedenfalls deutlich höher, als dass es intersexuell ist. Diese Elternzuschreibungen sind doch bestimmt auch mega übergriffig.

  15. „Woher will der gute Nils überhaupt wissen, dass das sein Sohn ist?“

    Woher will er überhaupt wissen, ob sein Sohn sich selbst als „Sohn“ sieht? Gerade Nils sollte doch wissen, dass „Geschlecht“ eine Erfindung der Nazis und nicht biologisch determiniert ist.

    Insofern ist ER übergriffig, wenn er den Bewunderer seiner Tochter/Sohn/Rasierer/Spaghetti-Monster zurechtweist, es handelte sich um seinen „Sohn“.

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