„Ich will“-Listen und die bessere Welt dank Vulvabilder

Anja Barfuss hat auf Facebook folgendes veröffentlicht, was dann sehr häufig geteilt worden ist:

(Ich habe mir erlaubt ein paar Absätze einzufügen, im Original ist es ein durchgehender Text)

Im Übrigen. Ich will keine Dick Pics. Ich will nicht als humorlos bezeichnet werden,weil ich nicht über sexistische Witze lache. Ich will nicht noch ein einziges Mal das Wort hysterisch in Bezug auf Frauen hören. Ich will es überhaupt nicht hören. Ich will mich Feministin nennen,ohne,dass Augen gerollt werden.

Ich will nicht lieb sein müssen. Auch nicht nett. Ich will gleich bewertet werden wie mein Arbeitskollege,den man für Willensstärke lobt, während man zu mir sagt,ich sei zu emotional. Ich will Sachlichkeit.

Ich will neue Ideen zu Schönheit und Ästhetik, in denen Frauen in ihrer Vielfalt wahrgenommen werden. Ich will nackte,weibliche Nippel sehen. Ich will nicht,dass diese ständig erotisiert werden. Ich will nicht lachen müssen,um sympathisch zu wirken.

Ich will Tampons auf Toiletten. Ich will nicht Angst haben müssen in der Nacht am Heimweg. Ich will keine Tücher über Stillbusen. Ich will keine Stielaugen bei Bodyhair.

Ich will Frauen in Führungspositionen. Und ihre Bilder in Museen. Und ihre Musik in Opernhäusern. Ich will kein aber Querstreifen tragen auf mehr hören.

Ich will Sinnlichkeit anstatt Porno. Ich will,dass Frauen Sex haben können,ohne als billig oder Schlampe bezeichnet zu werden. Ich will nicht mehr über Frauenoutfits bei Podiumsdiskussionen sprechen.

Ich will keinen einzigen Arschgrapscher mehr. Und kein Catcalling. Ich will dicke Frauen in Bikinis auf Werbeplakaten. Ich will,dass wir Chimamanda Ngozi Adichie zuhören.

Ich will Jugendliche,die Vulven auf Papier kritzeln. Ich will kein Nein zweimal sagen. Ich will für die Kinderbetreuung bezahlt werden und eine angemessene Pension.

Ich will mehr Informationen zu Scham und wie wenig uns diese nützt. Ich will Respekt. Ich will weibliche Crashtest Dummies. Ich will nie wieder,dass man wooooow sagt,wenn ich mich klar positioniere.

Ich will kein aber Männer sterben früher in einer Unterhaltung. Ich will breitbeinig dasitzen. Ich will mehr Männer in Care Berufen. Ich will Lesbe nie wieder als Schimpfwort hören. Oder behindert. Oder fett. Ich will Worte für Übergriffe. Und,dass Frauen aufhören,sich die Schuld zu geben. Ich will nicht mehr die Spielverderberin sein bei einem Spiel,das keines ist.

Das sind zu einem großen Teil klassische feministische Forderungen, die so oder in anderer Form schon geltend gemacht worden sind.

Vieles davon ist wahrscheinlich eher nicht umsetzbar (Weibliche Nippel werden immer erotisch sein, weil ihre Position wichtig für die Bewertung der weiblichen Brust ist) und die meisten Frauen wären wahrscheinlich auch eher tieftraurig, wenn ihre Nippel keine Wirkung mehr hätten (evtl wenn sie dies bei den „richtigen Männern“ nicht mehr hätten)

Einige sind wohl nur in der jeweiligen Szene verständlich (warum die Welt besser sein soll, wenn Jugendlich Vulven auf Papier kritzeln zB macht wohl nur sind innerhalb der Besessenheit mit dem weiblichen Sexualorgan im Feminismus).

Und einige sind sicherlich verständlich, wie der Wunsch keine Arschgrabscher mehr zu haben, aber eben unrealistisch und etwas, was man schlicht nicht erreichen wird.

Verbote bei bestimmten Witzen sind eben auch ein klassisches Zeichen für Humorlosigkeit in diesem Bereich und Feministinnen haben sich ihr Augenrollen sehr verdient.

Interessant ist natürlich, dass es in diesem Bereich „Ich will-Listen“ wie Sand am Meer gibt, aber selten „Dafür müssen Frauen und auch ich etwas tun“-Listen höchst selten, was sich dann auf Führungspositionen, Bilder in Museen etc auswirkt.

Auch das Absolute finde ich immer etwas seltsam: Männer und Frauen reagieren verschieden und Frauen dürften eher in übertriebener Weise aufgeregt sein (hysterisch) als Männer, die dann vielleicht eher aggressiv klingen. Gerade feministische Forderungen scheinen oft hysterisch, weil sie eine Welt malen, in der Männer und Frauen gegeneinander arbeiten und die einen eine „Rape Culture“ und eine absolute Frauenunterdrückung errichtet haben.

81 Gedanken zu “„Ich will“-Listen und die bessere Welt dank Vulvabilder

  1. Das erinnert mich an meine Tochter im Grundschulalter. Da besteht die Welt auch vor allem aus „Ich will…“, und wenns das nicht gibt, wird geheult.

    Manche werden halt reifer, und manche nicht.

  2. Sie will dafür entschädigt werden, dass sie IHRE Kinder betreut, weil sie ja lieber etwas anderes machen würde, dass sie deswegen nicht machen kann, wie z.B. arbeiten.

    • Sie hat an der „Hochschule für ganzheitliche Kunsttherapie“ studiert; ich bezweifle, dass eine Karriere zu ihren Lebenszielen gehört.

        • Feministin: „Warum bekommt mein Nachbar 1500 Euro Rente? Ich will das auch!!!“
          rational denkender Mensch: „Dein Nachbar hat – im Gegensatz zu dir – gearbeitet; und das 45 Jahre lang. Dein Nachbar hat – im Gegensatz zu dir – in die Rentenkasse eingezahlt; und das 45 Jahre lang.“
          Feministin: „Hör auf hier zu mansplainen!!!“

      • Sehr wichtiger Punkt bei der ganzen „Ich habe meine Karriere geopfert“ Debatte.
        Hätten die Frauen denn jemals eine Karriere vor sich gehabt? Hätten sie soviel verdient, dass sie auf eigenen Beinen hätten stehen können und sich ein Leben lang selbst finanzieren können? Insbesondere: hätte es für den Lebensstandard gereicht, den viele jetzt leben: 12 mal im Jahr in Urlaub, schicke Wohnung im angesagten Szeneviertel, jede Woche ein neues Louis Vuitton Täschchen?
        Meiner Erfahrung nach würden viele Frauen ohne Unterstützung eines zahlkräftigen Mannes an ihrer Seite es noch nicht einmal schaffen ihr Lifestyle-Studium zu absolvieren. Ohne Männer hätten viele noch nicht mal etwas, das sie „opfern“ könnten.

        • Wenn man annimmt, sie hat an der „Hochschule für ganzheitliche Kunsttherapie“ studiert, dann wird sie ohne sie aushaltenden Mann
          a. kaum für sich selbst gesorgt haben können,
          b. in der Lage sein, exakt NULL Kinder zu finanzieren.

          Das empfinde ich als den allergrößten Hohn: Individuell sind sie nicht einmal in der Lage, das eigene Leben zu finanzieren. Dann bekommen sie Kinder, die sie sich unter diesen Umständen überhaupt nicht hätten leisten können.
          Aber nachdem ein Mann sie aushält und die Kinder finanziert, meinen sie einen Anspruch auf die Entlohnung ihrer Erziehung zu haben.

          Meine Perspektive: Sie hat die Pflicht, die Hälfte der Kosten für die Familie finanzieren. Zu dieser Familie gehören die Kinder und sie muss die Hälfte deren Kosten übernehmen. Wenn sie keiner Erwerbsarbeit nachgeht, dann schuldet sie ihrem Mann die Hälfte des finanziellen Beitrags, den sie nicht geleistet hat.
          Es ist demnach c. kein gesellschaftliches Problem, wenn sie ihre SCHULDEN durch innerfamiliäre Arbeit abbezahlt.

          • Crumar, das Problem sind hier aber ganz klar die Maenner. Gaebe es nicht soviele „Trottel“, die das alles finanzieren wuerden, muessten sie selbst arbeiten und haetten keine Zeit ihren Unsinn in den Aether zu plaerren….

          • „Dann bekommen sie Kinder, die sie sich unter diesen Umständen überhaupt nicht hätten leisten können.“

            Und die sie ja anscheinend noch nicht mal wirklich wollen. So klingt es zumindest, wenn sie von „opfern“ sprechen.
            Frauen wollen aber Karriere machen, unabhängig sein und Kinder kriegen. Aber bestimmt auch die Kinder nicht jeden Tag erst spät Abends sehen, wenn sie von ihrer Vollzeitstelle nach Hause kommen, oder gar 1-2 Wochen auf Geschäftsreise waren und die Kinder, insbesondere ganz kleine dann gar nicht sehen.

  3. Die weibliche Power Fantasy in Reinform:
    „Ich will sein und tun und lassen, was ich will; mich über Konventionen hinwegsetzen; Und ALLE sollen mich dafür lieb haben und ins Zentrum stellen. NIEMAND darf sagen, dass er mich doof findet.“

    Die Feministin fügt hinzu: „Das ist mein Geburtsrecht als Frau“

    Bevor sie sagt: „Feminismus will Privilegien abbauen und ist für alle da.“

  4. Wie Christian schrieb: „Interessant ist natürlich, dass es in diesem Bereich „Ich will-Listen“ wie Sand am Meer gibt“.
    Aber alle tun so, als hätten sie der „Debatte“ individuell etwas hinzuzufügen.
    Das ist aber nicht der Fall – wir wissen das, sie anscheinend nicht.

    Interessant finde ich daher die Denk-, als auch die damit verbundene Schreibweise, den eine solche Täuschung und Selbsttäuschung auszeichnet.
    Wir haben den feminin-istischen Klassiker eines unstrukturierten Forderungskatalogs vorliegen, den man sinnvollerweise verschlagworten müsste: Körper, Körperbild, horizontale und vertikale Quotierung, etc.
    Tatsächlich – so wird sich herausstellen – handelt es sich um eine Ansammlung von feministischen Gemeinplätzen und Forderungen der letzten 10-20 Jahre.

    Nur durch die wirre Schreibweise in der Art eines „Bewusstseinsstroms“ (mit fehlender Struktur und Interpunktion) wird suggeriert, es handle sich bei dem Text um einen authentischen und individuellen. Wir wissen, das ist er nicht.

    Fragen an euch (ganz ehrlich): Wieso ist a. eigentlich das feminin-istische Bedürfnis so groß zu verkaufen, es handelte sich um ganz persönliche und spontane Einsichten und wieso erhält sie b. dafür Zustimmung in Form von likes etc., als ob es sich um persönliche und spontane Einsichten handelt?
    Wie kann man sich c. fortwährend so überzeugend selbst täuschen und d. was für ein Motiv/Bedürfnis steckt dahinter?

    • a) Weil sie eine ganz spezielle und intelligente Schneeflocke ist.
      b) Weil die anderen es auch sein wollen und ganz nebenbei natürlich mit profitieren wollen (Zweimal „wollen“, aber hier passt es). Sie haben ja nichts zu verlieren und im besten Falle springt ja etwas für die Opportunisten heraus.
      c) Kognitive Dissonanz?
      d) Selbstdarstellung und natürlich haben, haben, haben wollen.

      • Aber warum ist dieses Bedürfnis nach weiblicher Selbstdarstellung so ausgeprägt?
        Selbst wenn ich die Gier nach Aufmerksamkeit noch nachvollziehen kann, scheitere ich an der offensichtlichen Sucht nach Bestätigung.

        Wenn du mir auf die Schulter klopfen würdest und mir sagst, wie toll ich bin, wäre ich beim ersten Mal geschmeichelt, beim neunten Mal würde ich annehmen, du willst mich verarschen und nach dem elften Mal würde ich es mir verbitten.
        Vor allem, wenn es für das Lob keinen Anlass gibt oder gemessen am Anlass viel zu überschwänglich ausfällt.

        Habe ich mich verständlich genug ausgedrückt?

        • „Habe ich mich verständlich genug ausgedrückt?“

          Ja, hast Du. *schulterklopf* 😀

          Die Suche nach Bestätigung ist ja menschlich. Wer aber sonst nichts Bemerkenswertes leistet, holt sich die Likes aus der Filterblase. Ab einem bestimmten Bekanntheitsgrad kannst du auch schreiben, dass du dir dein Butterbrot von unten beschmiert hast und die Leute klicken wie doof auf das Herzchen.

        • @ Crumar

          Ich glaube, dieses Denken kann man als halbwegs charakterstabiler Mensch auch nicht nachvollziehen. Ich schrieb hier im Thread ja schon, dass das Fordern von „ich will tun, sagen und mich benehmen können, wie es mir passt, aber es hat gefälligst niemand etwas negatives darüber zu denken oder erst recht zu sagen“ meiner Meinung nach ein Zeichen für äußerste Charakterschwäche ist. Sie will so gerne im ganz großen Gestus gegen jede Form von Konvention, die sie als einengend wahrnimmt, aufbegehren, gleichzeitig erträgt sie es aber nicht, wenn ihr Umfeld dann auf dieses Verhalten nicht zustimmend reagiert. Es ist eigentlich nicht mehr steigerbar skurril, wenn man das mal runterbricht: sie möchte gegen Konventionen rebellieren – dabei sind Konventionen in der Regel Konventionen, weil sie sozial funktionieren, weil sie von einer Mehrheit getragen werden – erwartet dabei aber, dass eben die ganze Gesellschaft, also auch die Mehrheit derer, die die angegangenen Konventionen tragen, ggf. sogar klar gutheißen, sie für ihr Rebellentum euphorisch feiert. Das ist in etwa so, als hätte Che Guevara erwartet, dass ihm Batista mit Begeisterung die Staatsgeschäfte Kubas überträgt und freudig abdankt, kaum dass er und seine Rebellen ihren Unmut an Batistas Staat kundtun und dann hoch pikiert reagiert hätte, wenn doch Batista stattdessen seine Armee gegen ihn in Stellung bringt.

          Ob diese skurrile Mischung aus radikalem Subjektivismus und gleichzeitiger Unfähigkeit, mit Ablehnung umzugehen – wobei Ablehnung alles meint, was nicht euphorische Zustimmung ist – eine originär weibliche Marotte ist, wage ich nicht zu beurteilen. Ich glaube eher, dass dieser Spleen bei Frauen in erster Linie weiter verbreitet ist, als bei Männern, weil die dafür erforderlichen Wesenszüge – welche wohl in erster Linie Ergebnis fehlgeleiteter Persönlichkeitsentwicklung sein dürften – in unserer Gesellschaft bei Frauen und Mädchen wesentlich stärker – man mag es schon so bezeichnen – „gezüchtet“ werden. Als Beispiel erinnere ich an den jüngst von Arne verlinkten Bericht eines Jungen einer (ich glaube amerikanischen) Jungenschule über einen Tag, an dem Mädchen zu ihnen kamen, um die Jungen für ihre Belange zu sensibilisieren. Letztlich hieß das nur: die Jungen wurden unter Vorwurfsdauerfeuer genommen und Gegenfragen wurden empört zurückgewiesen und Jungen, die wohl zu renitent nachhakten, wurden gar vom Schulpersonal des Raumes verwiesen. Es sind „mädchen- und frauenfördernde Maßnahmen“ wie diese, die derart egozentrische, asoziale Denk- und Verhaltensmuster fördern, davon bin ich überzeugt. Solch in mannigfaltiger Spielart umgesetzter „Förder- und Stärkungsmumpitz“, das damit oft einhergehende offene Unterstützen selbst dissozialsten Benehmens, in Kombination mit den uns sattsam bekannten feministischen Opferfrauenmythen, sind es, was zu einer derart grotesken Mischung führt aus Selbstüberschätzung, Anspruchshaltung und gleichzeitiger Überzeugung, ein von allen Seiten unterdrücktes Opfer zu sein.

          Lebten wir tatsächlich in einem Patriarchat, wären derartige Persönlichkeitsstörungen gewiss gefühlt originär männliche Eigenschaften. Dass dem nicht so ist, sagt wohl alles zum Thema „Patriarchat“.

          • Ich glaube, wir sind uns einig, dass es sich um das „Ergebnis fehlgeleiteter Persönlichkeitsentwicklung“ handelt , die „in unserer Gesellschaft bei Frauen und Mädchen wesentlich stärker – man mag es schon so bezeichnen – „gezüchtet“ werden.“

            Damit kommen wir im Grunde auf den Befund von djad zurück (kursiv im Original): „Die Beschreibung der Frau als universelles Opfer „der Männer“ und „des Patriarchats“ konstruiert ein narzisstisches „Größenklein“ (Maaz), das sich auf die Ohnmacht beruft, um Kompensationen und Gratifikationen aus der Unschuld zu beziehen – ein „Opfernarzissmus“. (S. 262)

            Wie djad auch schreibt, hat sich ein die Propaganda des Opfernarzissmus betreibender Feminismus in die Lage manövriert, durch die Teilnahme am Zivilisationsprozeß diese Kompensationen und Gratifikationen nicht erhalten zu können.
            D.h. es handelt sich um ein Plädoyer für – auch historisch – dauerhaft „anwesend Abwesende“ (Frauen) und produziert damit das Gefühl der Ohnmacht, auf dem wiederum der Opfernarzissmus basiert.
            Teufelskreis.

            Ein Schlenker: Das von dir zitierte Beispiel der „jüngst von Arne verlinkten Bericht eines Jungen einer (ich glaube amerikanischen) Jungenschule“ zeigt m.E. klar den Übergang vom Männerhass eines radikalen Feminismus zur institutionalisierten Misandrie. In dem bereits die kleinste Kritik am durchgesetzten Narrativ des Opfernarzissmus zum symbolischen Ausschluss führt (hier der Jungen aus der Fragerunde).

            Nun zurück zum Tonfall des Textes der „Ich-will-Liste“ – er klingt für mich hochgradig depressiv und zutiefst unsicher.
            Dieser permanente FlipFlop im Text zwischen Größenselbst und Größenklein, zwischen Selbstüberschätzung und Ohnmacht beeinträchtigt die eigene Handlungsfähigkeit als Individuum, weil es zu einer völlig unrealistischen Wahrnehmung der Welt und des Selbst führt.
            Einverstanden?
            Wenn man pingpong weiter unten zustimmt: „Der Text entspricht intellektuell und emotional dem Entwicklungsstand einer Fünfjährigen.“ – auch seine individuellen Entwicklungsmöglichkeiten.

            Ich habe gerade die von Arne verlinkte Studie über die PUA-community in Kanada gelesen, die positiv befindet, es handle sich auch um eine Selbsthilfegruppe für Männer mit vorhergehenden „mental health“ Problemen (z.B. Depressionen).
            Die auf „skill acquisition“ und „personal development“ setze.
            Zitat: „Participants tended to report that all this increased their self-confidence, self-esteem and overall psychosocial functioning, successfully adressing prior psychological deficits.“ (S. 13)

            Deutsch: „Die Teilnehmer berichteten, dass all dies ihr Selbstvertrauen, ihr Selbstwertgefühl und ihre allgemeine psychosoziale Funktionsfähigkeit erhöhte und frühere psychologische Defizite erfolgreich beheben konnte.“
            D.h. das outcome dieser Bewegung ist für die Individuen positiv.

            Nun betrachten wir aus dieser Warte noch einmal, was der Feminismus des Opfernarzissmus betreibt (s.o.).
            Das komplette Gegenteil.
            Er
            – verstärkt die existierenden psychischen Defizite,
            – erzeugt eine Perspektive der nicht notwendigen und möglichen persönlichen (Weiter-) Entwicklung und
            – glorifiziert mit dem Opfernarzissmus das Gefühl der Ohnmacht und individueller Handlungsunfähigkeit.
            Das wäre also das Resultat und hier haben wir die Ursache für das „Ergebnis fehlgeleiteter Persönlichkeitsentwicklung“.

            Aber was ist denn daran attraktiv?
            Wer will sich dafür bestätigt sehen und warum?
            Denke ich zu männlich???

          • „Denke ich zu männlich???“

            Zu gesund.

            In jeder Psychotherapie, auch wenn es sich scheinbar um große Opfer der Umstände handelt, geht es auch (wesentlich) um die Frage: „Was hat der Patient von seinem Verhalten?“

            Vermutete Antwort hier (weil generell sehr weit verbreitet): (Eigen-)Verantwortung macht Angst.

            Wer nichts macht, macht nichts falsch. Wer was macht, stellt sich möglicherweise als zu inkompetent, zu dumm, zu ungeschickt raus. Das würde ein komplett neues Selbstbild erfordern. Da ist es dem Narzissten doch sehr viel lieber, weiter an das großartige Selbst zu glauben, das ohne eigene Schuld an dem Ausleben der eigenen Größe verhindert ist, als feststellen zu müssen, dass das Selbst in Echt ein kleines dummes Pimpf ist, von dem niemand etwas wissen will.

            Da wird noch eine Menge mehr mit reinspielen, wie z.B. der Krabbenkorbeffekt, durch den die Frau weiß, dass andere Frauen sie attackieren werden, sobald sie versucht, sich aus der Opferrolle freizustrampeln oder auch der (von mir vermutete) Instinkt der Frau, dass „Frausein“ doch eigentlich reichen müsste.
            Frausein war doch immer gut genug, um sich daseinsberechtigt zu fühlen?!? Was soll das jetzt mit „Leistung“ und „Eigeninitiative“!?!

          • „Wer was macht, stellt sich möglicherweise als zu inkompetent, zu dumm, zu ungeschickt raus.“

            Vielleicht noch etwas allgemeiner formuliert: wer was macht, wird sichtbar – ein Sakrileg in einer Frauengemeinschaft.
            Die moderne Feminilistin lebt also eine Art kulturelles Schisma. Als Teil der Gemeinschaft der Frauen will sie nicht auffallen, aber andererseits an die Futtertröge, die für die Führungskräfte bereitstehen – die sich dafür nun mal außerhalb der wohligen Suhle bewegen müssen.

            Es ist vielleicht wirklich ein ziemlicher emotionaler Aufwand für eine Frau, sich aus dem Rudel zu lösen und die Funktion eines Individuums mit eigenen Wünschen und Zielen einzunehmen und diese auch zu verfolgten. Daher sind Frauen besonders dann sehr durchsetzungsstark, wo sie – innerhalb der Familie – wiederum in einer sicheren Umgebung sind.
            Wir Männer können uns das gar nicht vorstellen, weil diese Loslösung von uns ZWINGEND erwartet wird.

          • „Daher sind Frauen besonders dann sehr durchsetzungsstark, wo sie – innerhalb der Familie – wiederum in einer sicheren Umgebung sind.“

            Unser Satzzeichen ist so gesehen geradezu eine Bilderbuchfeministin.
            Sie schreit laut aus der sicheren Deckung nach Revolution, hat aber sofort tausend Gründe parat, warum sie sie nicht verlassen kann/will.

          • „In jeder Psychotherapie, auch wenn es sich scheinbar um große Opfer der Umstände handelt, geht es auch (wesentlich) um die Frage: „Was hat der Patient von seinem Verhalten?“
            Vermutete Antwort hier (weil generell sehr weit verbreitet): (Eigen-)Verantwortung macht Angst.“

            Ok, das sehe ich ein.
            Und hier ein, der Patient besagter PUA-community, der drohte, vollständig in einer Depression zu versacken: „This is not the life I want to have. We all have a purpose in life and I just don´t believe that my purpose was to be lying on a couch all day.“

            Ich habe darüber geschrieben: „The last man standing-Ansatz“
            Mann
            Ausgehend „vom Sinn im Leben und dem Zweck des Lebens“ ist es nicht das Leben, das er führen möchte. Das männliche Leben nur in seiner „Verzweckung“ zu sehen ist einseitig. Es hat einen (männlichen) Zweck und der erschließt sich nicht in und durch Passivität.
            Das kann auch ein Rettungsanker sein und top-down handlungsfähig machen und zu einer Selbsthilfegruppe von Männern führen, die ebenfalls Auswege aus der Misere sucht.

            Das hier: „Frausein war doch immer gut genug, um sich daseinsberechtigt zu fühlen?!? Was soll das jetzt mit „Leistung“ und „Eigeninitiative“!?!“ trifft es ebenfalls sehr gut. „Human being“ reicht nicht mehr.
            Was nun? Da fehlt der Rettungsanker und die Misere wird durch die existierende „Selbsthilfegruppe“ nur verstärkt.

            „Da ist es dem Narzissten doch sehr viel lieber, weiter an das großartige Selbst zu glauben, das ohne eigene Schuld an dem Ausleben der eigenen Größe verhindert ist, als feststellen zu müssen, dass das Selbst in Echt ein kleines dummes Pimpf ist, von dem niemand etwas wissen will.

            Ja, verharren in bizarren Vorstellungen eigener Größe, die sich nie in der Praxis bewähren und beweisen müssen hilft. /sarcasm off
            Ich glaube, sie haben völlig falsche Vorstellungen von der Grandiosität männlicher Erfahrungen; wenn ich auf eine erworbene Einstellung von mir stolz bin, dann ist das meine Frustrationstoleranz.
            Das wird mit den Narzisstinnen noch „lustig“ in der Arbeitswelt.
            Wenn sie nicht einsehen können, dass ihr Entwurf ungenügend ist, sondern nur wegen „Diskriminierung von Frauen“ abgelehnt wird und dem gegenüber „Frauen feindlichen Klima“, dann werden zukünftig Männern zwangsläufig Kämpfe bevorstehen.

          • „dann werden zukünftig Männern zwangsläufig Kämpfe bevorstehen.“

            Ich denke, es wird zunehmend auf Segregation rauslaufen. Männer werden nicht zuletzt im Beruf zunehmend unter sich bleiben wollen, je mehr Frauen so werden wie die Autorin.

          • Was wäre das Leben ohne erwähnenswerte Musik?
            Eisler hat „Vierzehn Arten den Regen zu beschreiben“ einmal als „Vierzehn Arten auf anständige Art traurig zu sein“ beschrieben.
            Ich habe aktuell Matt Dunkley „Cycle 1“ im Angebot.
            Filmmusik ohne Film.

        • _Ja_, Crumar. Du bist halt keine Frau. Und nicht seit gestern hier; du weißt, dass es rein biologisch schon Unterschiede im Gehirn von Männern und Frauen gibt. Den könnte man als „kaputt“ bezeichnen – oder, um Deine Frage zu beantworten – das weiß ich nicht, das weißt Du nicht, aber Frauen wissen das selbst auch nicht. Weil? Tja – _kaputt_. Das ist wie mit Deinem Beispiel – klar würdest Du Dir da verarscht vorkommen. Ich auch. Wir sind halt keine Frauen…

        • „Aber warum ist dieses Bedürfnis nach weiblicher Selbstdarstellung so ausgeprägt?
          Selbst wenn ich die Gier nach Aufmerksamkeit noch nachvollziehen kann, scheitere ich an der offensichtlichen Sucht nach Bestätigung.“

          In vielen Frauen steckt eine kleinere oder größere Diva, die um keinen Preis für sich alleine sein kann und will.
          Da isses dann völlig egal, wie wertlos die Komplimente sind, oder von wem sie kommen, ohne Publikum kein Rampenlicht.

          Gloria Swanson in „Boulevard der Dämmerung“, kurz vor ihrer Verhaftung 😉

        • „Wenn du mir auf die Schulter klopfen würdest und mir sagst, wie toll ich bin, wäre ich beim ersten Mal geschmeichelt, beim neunten Mal würde ich annehmen, du willst mich verarschen und nach dem elften Mal würde ich es mir verbitten.“

          Ein substanzieller Unterschied zwischen Männern und Frauen.
          Aus irgendeinem Grund brauchen Frauen ständig eine Auffrischung ihrer Selbstbestätigung. Wenn meine Frau mir sagt, dass sie mich liebt, dann glaube ich ihr das unwiederholt solange, bis ihr Verhalten mir was anderes signalisiert. Und dann frage ich wieder nach.
          Sie dagegen braucht die Bestätigung mindestens einmal die Woche, sonst wird sie unglücklich.

          • „Ein substanzieller Unterschied zwischen Männern und Frauen.
            Aus irgendeinem Grund brauchen Frauen ständig eine Auffrischung ihrer Selbstbestätigung.“

            Vielleicht eine Frage der Abhängigkeiten. Weniger heutzutage, aber vielleicht evolutionär?
            Derjenige, der mehr auf den Partner angewiesen ist, hat eben eher das Bedürfnis, sich der Zuneigung bzw. Solidarität des anderen zu versichern.

          • „Vielleicht eine Frage der Abhängigkeiten. Weniger heutzutage, aber vielleicht evolutionär?“

            Wahrscheinlich.

    • Treffende Fragen a bis c!

      Zu a) Reine Vermutung: Es hat etwas mit Authentizität zu tun: authentisch sein ist gut, und alle wollen authentisch sein. (Ich finde authentisch sein (wollen) eher peinlich, weil es ungefiltert, unstilisiert, unreflektiert ist.)

      Allgemein noch: Bekenntniskultur. Wir leben sei 20 Jahren oder so in einer Bekenntniskultur. Man muss sich zu den richtigen Dingen bekennen, zu den richtig progressiven Dingen. Und deswegen kann man z. B. einen Spielfilm nicht einfach gut oder aber doof finden – man muss seine Bewertung gleich in ein gesellschaftliches Programm packen. Und man muss ein Zeichen setzen. Gerade bei einem bloßen Unterhaltungsfilm. Und erst recht bei Tampons. Ich benutze die immer nach dem Rasieren. Ich will, dass alle Männer Tampons benutzen! Ohne Augenrollen!! Das musste unbedingt mal gesagt werden!!

      • Ich bin ja mit dem Kult um „Authentizität“ rundum einverstanden (den ich ebenfalls ablehne) und auch mit der „Bekenntniskultur“.

        Nur im vorliegenden Fall präsentiert die Autorin „individuelle“ Ein- und Ansichten, die weder „unique“, noch originell sind – so sind sie aber geschrieben.
        Ich könnte mich nicht selbst bescheißen, irgendwo abzuschreiben und das Plagiat dann mit Grandezza als Original und Produkt meiner einzigartigen Persönlichkeit auszugeben.

        Natürlich vergisst man mal ein Zitat anzugeben oder verwendet die Gedanken anderer Menschen im Argument, die gar nicht mehr zuzuordnen sind.
        Aber was sie schreibt, ist rundum geklaut, unoriginell und Bestandteil einer feministischen Popkultur.
        Sie gibt dieses Gewölle wieder, als sei ihr Denkprozess so schnell, dass sie mit dem Tippen gar nicht mehr hinterher gekommen ist.
        Grotesk.

        Dafür erhält sie likes – Lob für eine intellektuelle Leistung, die nicht nur Pi mal Daumen dem ersten Gang aufs Töpfchen entspricht.
        Sondern die alle liker wahrscheinlich Pi mal Daumen ebenfalls schon 1001 Mal gelikt haben.

        Das ist doch ebenfalls ein Teufelskreis: Die Gier danach, sich mit seinem Bekenntnis bestätigt zu sehen von Menschen, die das Bekenntnis als Selbstbestätigung lesen.
        Wobei das Bekenntnis ebenso „authentisch“ ist, wie das der tausend vorher, die das identische Gewölle von sich gegeben haben.

        Wie Schoppe bereits treffend formulierte: Das allmähliche Abgleiten der Diskurse in den Wahnsinn. Made by Wahnsinnige.

    • a. Die Erkenntnis, dass die meisten in deinem Kopf rumgeisternden Gedanken nicht deine eigenen sind, sondern Echos des Zeitgeistes deiner Filterblase, erlangen die meisten Menschen nicht. Sie glaubt wirklich, das seien originär ihre Ideen.

      b. Ihre Zuhörer sind auch davon überzeugt, dass sie selbst aus eigener Geisteskraft zu den selben Ideen gekommen sind und ergötzen sich daran, dass sie ganz offensichtlich recht haben, wenn so viele andere zum selben Schluss gekommen sind.

      c. Man sieht nur mit dem Herzen gut.

      d. Es ist die Quadratur des Kreises: Höchste Individuation durch ureigenste Ideen und gleichzeitig große Sicherheit durch vollständige Tarnung in der Herde.

      ¯\_(ツ)_/¯

      • Crumars Fragen waren > a. eigentlich das feminin-istische Bedürfnis so groß zu verkaufen, es handelte sich um ganz persönliche und spontane Einsichten und wieso erhält sie b. dafür Zustimmung in Form von likes etc., als ob es sich um persönliche und spontane Einsichten handelt?
        Wie kann man sich c. fortwährend so überzeugend selbst täuschen und d. was für ein Motiv/Bedürfnis steckt dahinter?

        A+B beantworte ich ebenso wie du, OnlyMe. C+D möchte ich ergänzen:

        C: Debatten werden emotionalisiert, dadurch können lästige Fragen abgewendet werden, Zahlen und Fakten verlieren an Bedeutung. Logik und Wissenschaft waren ja sowieso nur falsche Konstrukte und Ausdruck hegemonialer Männlichkeit, die es zu widerlegen gilt.

        D: Am Ende der Ereigniskette stehen Förderprogramme, sprich eine Menge Kohle.

        Aber dieser Opfernarzissmus hat auch erkennungs/markierungs Charakter, schnell wird klar wen man ausgrenzen darf (die Widersprecher) und wen man mit Likes beglücken soll.

        Ich sehe in solchen Texten aber auch einen Appell zur Handlung, an die Gesellschaft (welche Frauen ja einfach nur hasst) für mehr Schutz. Und auch die Betätigung für feministische Queenbees weiterhin fordernde Artikel und Gremien zu bilden.

        Ich denke der Feminismus ist in vielen Kreisen so willkommen, weil er von dringenderen Problemen ablenkt. Allgemeine Menschenrechte und undemokratische Strukturen können weiterhin prächtig gedeihen.

        • Dein c) führt meinen Punkt weiter aus, warum diese Feministinnen nie stutzig werden und nie auf den Gedanken kommen, sie müssten ihr Weltbild mal an der Realität überprüfen. Man sieht nur mit dem Herzen gut. Und ihr Herz sagt ihnen, dass sie recht haben. Also gibt es nichts weiter zu wissen.

          Dein d) unterstellt diesen Frauen Böswilligkeit oder zumindest bewusste Unaufrichtigkeit. Soweit würde ich gar nicht gehen. Aus c) folgt m.E., dass die meisten Twitterfeministinnen kein monetäres Ziel haben, sondern aufrichtig (!) empört sind.

          Dass eine wie Dr. Giffey („Störe meine Preise nicht! (Mē mou tous kyklous taratte.)“) eine falsche Schlange ist, die den ganzen Sh*t für ihre Zwecke nutzt, ist dessen unbenommen.

    • Dieses Bedürfnis ist das Kennzeichen von Narzissten. Und die Unfähigkeit, anderen Menschen gegenüber Empathie zu empfinden (ich will nicht hören, dass Männer früher sterben), ist ein Kennzeichen für Psychopathen. Gepaart mit hoher Impulsivität, die im Berufsleben üblicherweise mit Emotion umschrieben wird.

    • Aber… aber… aber… das ist doch was gaaaaaaaaaaaanz Anderes!!!!!!!!!1!11!!!!

      Erinnert sich noch jemand an das Bild aus einem englischen Artikel über eine feministische Ausstellung, zu der etliche Schulklassen hinzugehen verdonnert wurden. Auf dem Bild sieht man, wie eine (auch noch ziemlich unästhetisch gebaute) Frau um die 50 vor einer Gruppe präpubertärer Jungen eine Art Kimono aufhält und ihnen so ihren nackten Körper präsentiert.

      Diese Dumpfbacken sind derart borniert, die machen sich tatsächlich keinerlei Gedanken darüber, wie genau dieselbe Szene auf gerade SIE wirken würde, würde es sich bei dem Exhibitionisten um einen Mann um die 50 handeln, der seine „ganze Pracht“ vor einer Gruppe präpubertärer Mädchen entblößt. DAS wäre dann natürlich ein Skandal und übergriffig und nahe am Kindesmissbrauch. Aber eine Frau „in den besten Jahren“ die den Anblick ihres wabbeligen Körpers ungefragt kleinen Jungen aufzwängt, das ist natürlich voll woke und progressiv und sooo mutig und inspirierend und so…

  5. Der Text entspricht intellektuell und emotional dem Entwicklungsstand einer Fünfjährigen. Man sollte entsprechend darauf reagieren, der Befund von crumar oben z.b. ist zweifellos zutreffend, bleibt aber notwendig wirkungslos. Mit fünfjährigen sollte man anders reden als mit Erwachsenen.

  6. Es haben schon mehrere gesagt, daß es sich zielführend ist, auf diesen Text gesondert einzugehen. Ich tue es trotzdem für Punkte, die man zumindest nicht so oft hört wie die alte Alles-Ficken-ohne-Schlampe-zu-sein-Forderung:

    „Ich will gleich bewertet werden wie mein Arbeitskollege, den man für Willensstärke lobt, während man zu mir sagt, ich sei zu emotional.“ – Das wirkt auf mich wie ein unpassend gewählter Vergleich. Ich bin mir recht sicher, daß ein kreischender, heulender Kollege abwertender bewertet wird als eine solche „emotionale“ Frau und daß man andererseits einer sachlich aus ihrer Position beharrenden Frau keine überbordende Emotionalität unterstellen wird.

    „Ich will Sinnlichkeit anstatt Porno.“ – Warum „anstatt“? Beides kann doch koexistieren.

    „Ich will nicht mehr über Frauenoutfits bei Podiumsdiskussionen sprechen.“ – Ähm, was sagt man dazu? Das hat ja das Niveau von „ich will keinen Apfelsaft trinken“. Dann tu’s halt nicht!

    „Ich will nie wieder, dass man wooooow sagt, wenn ich mich klar positioniere.“ – Das klingt für mich nach Nachkriegszeitklischee. Einen Mangel an Frauen mit eindeutiger, unumstößlicher Meinung habe ich Zeit meines Lebens nicht verspürt.

    „Ich will kein aber Männer sterben früher in einer Unterhaltung.“ – Das glaube ich ihr. Das wäre ja zu unangenehm, auf Fakten eingehen zu müssen und sich nicht auf schwammige Äußwerungen wie “ Ich will mehr Informationen zu Scham und wie wenig uns diese nützt. Ich will Respekt“ zurückziehen zu können.

    • Den lustigen Teil hast du weggelassen:
      „während man zu mir sagt,ich sei zu emotional. Ich will Sachlichkeit.“

      Sie ist zu emotional, fordert aber allgemein Sachlichkeit ein.

  7. Das sind ihre ganz persönlichen, individuellen Wünsche. Sollte man nicht überbewerten.
    Manchen könnte ich vielleicht zustimmen, die meisten sind mir egal, oder ich lehne sie ab. Etliche ihrer Forderungen mischen sich in die Autonomie anderer, manche gehen komplett an der Wirklichkeit vorbei.

    Ich will nicht lieb sein müssen. Auch nicht nett.

    Dann lass‘ es halt bleiben.

    Und jetzt will ich einen Kaffee und ein Stück Sahnetorte! (Der Kaffee geht klar, aber wegen der Torte müsste ich erst zum Konditor, begnüge mich also mit einer Mohnschnecke von der nächsten Bäckereifiliale).

    • „Ich will nicht lieb sein müssen. Auch nicht nett.“

      „Dann lass‘ es halt bleiben.“

      Wenigstens das macht sie aber wirklich konsequent 😀

        • Jo so ungefähr. Was geht in der Trulla vor? Glaubt die ich könnte im Job (privat sowieso nicht) mich benehmen wie ein Arsch und Befehle erteilen weil ich ein Mann bin? Glaubt die im ernst das funktioniert nachhaltig?

  8. „Ich will kein aber Querstreifen tragen auf mehr hören.“

    Kann mir das mal einer übersetzen? Ansonsten ist das nur das übliche Geblöke der Generation snowflake. Gebt ihr ein paar Katzen und lasst sie alt werden.

    • „Kann mir das mal einer übersetzen?“

      zu sagen, dass querstreifen auftragen, bedeutet, dass man schlank als schönheitsideal durchsetzt. Dabei können natürlich auch dicke genauso schön sein wie schlanke. Und natürlich sollen auch dicke tragen können, was sie wollen, einfach weil sie daran Spaß haben, ohne dass man ihnen sagt, dass dieses kleidungsstück oder dieser modestil für ihren Körper nicht vorteilhaft is

      • “ ohne dass man ihnen sagt, dass dieses kleidungsstück oder dieser modestil für ihren Körper nicht vorteilhaft is“

        Und das Beste ist, es sagt ihr noch nicht einmal jemand direkt, weil es den meisten Leuten scheißegal sein dürfte, wie sie rumläuft. Es ist eine allgemeine Aussage, eine Feststellung, die ihr nicht passt.

        • Naja, Bemerkungen dieser Art sind ein gern und oft genutztes Mittel unter Frauen zur subtilen Abwertung.

          Frau A trägt ein Ringelshirt und begegnet Frau B

          Frau B zu ihr: „Das Shirt steht Dir. Also ich trage ja nie Ringel. Ich finde, die tragen so auf“ *treuherziger Blick*

          Übersetzung: „Du siehst darin voll scheisse aus und das passt zu Dir. Ich bin hier die Hübschere. Geh sterben.“

          • „Naja, Bemerkungen dieser Art sind ein gern und oft genutztes Mittel unter Frauen zur subtilen Abwertung.“

            Interessant wäre es ja zu wissen, an wen sich der Artikel richtet. Denn die Dinge, die sie anspricht, können in der Tat auch von Frauen stammen wegen intrasexueller Konkurrenz.

        • Als wenn es darum ginge, dass es ihr jemand sagt. Das käme ja dann geradezu einem Feminst Melt Down gleich. Sie will rumlaufen wie es ihr passt und andere haben gefälligst nichts Schlechtes darüber zu DENKEN! Sie will, wie jede narzisstische Feministin, dass ALLE IMMER NUR begeistert sind, von dem was sie tut. Genauso wie narzisstische Feministinnen fordern, dass gefälligst Männer auch und besonders fette Frauen sexy zu finden haben. Und denke jetzt bloß nicht, dass Feminismus eine von autoritärem und totalitärem Gedankengut durchdrungene Ideologie ist. Denn DAS darfst du schon mal gar nicht mehr denken!!!

          Was diesen ganzen „großartigen Denkern“ immer entgeht: dieser radikale Subjektivismus ist nicht in einer Gesellschaft funktional umsetzbar, sobald diese Gesellschaft aus mehr Menschen als nur ihnen selbst besteht. Solange man nicht in Nordkorea geboren wurde und der Kim-Dynastie angehört, funktioniert das einfach nicht, für sich selbst alle Rechte einzufordern, jederzeit tun, sagen, denken können was man will und gleichzeitig allen anderen sogar das Recht abzusprechen, überhaupt eine Meinung darüber haben zu dürfen.

          In einer Gesellschaft gilt immer und für alles: du darfst so sein wie du willst, musst aber damit klarkommen, ggf. auch die Meinung anderer darüber ertragen zu müssen. Und wem die charakterliche Stärke dazu fehlt, der muss sich dann doch eben mehr den Konventionen anpassen, um unbequemen Meinungen zu entgehen. Forderungen wie die obigen werden beständig von Menschen formuliert, die Charakterschwach sind, aber gleichzeitig gegen Konventionen „rebellieren“ wollen. Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass!

          Dass solch ein offen hirnrissiger Mumpitz auch noch tausendfach geliket wird, liegt wohl auch an dem benevolenten Sexismus zugunsten von Frauen in unserer Gesellschaft, dem der Feminismus als Ganzes wesentlich verdankt, dass er nicht schon von Beginn an nur als Witz aufgenommen wurde sondern stattdessen selbst noch der dämlichste Kokolores medial hochgejubelt wird. Dieser ganze narzisstische Forderungskatalog würde nie funktionieren, wenn ihn ein Mann für Männer aufstellt. Selbst wenn die darin aufgestellten Punkte objektiv nachvollziehbar wären – im Gegensatz zu dem größtenteils Unfug hier – wäre er sofort konfrontiert mit „stell dich nicht so an“ und „Mimimi“.

          • Interessanter Vergleich. Was wäre denn wirklich wenn ein Mann ein Äquivalent zu der Wunschliste posten würde?

            Wahrscheinlichste Reaktion IMHO: Keine bis schwaches Schulterzucken. Ich wäre mir noch nicht mal sicher, ob es überhaupt Gegenreaktionen wie „stell dich nicht so an“ und „Mimimi“ geben würde…

            Ihr FB-Post lebt also tatsächlich lediglich vom benevolenten Sexismus ihrer Fanboys und vermutlich auch nicht unwesentlich von dem Posing auf dem Bild von ihr, was sie ja nicht ohne Grund dafür ausgewählt hat.

            Man würde ihr ja gerne Freunde wünschen, die sie wieder einnorden. Aber am Ende ist es auch egal, eine von vielen beliebig austauschbaren Snowflakes halt. Wenn es nicht eh nur Show ist.

    • Das bezieht sich darauf, daß Querstreifen angeblich dicker aussehen lassen, und eine angepaßte Frau natürlich rank und schlank zu sein hat und deswegen keine Querstreifen trägt. Eine überzeugte Feministin, die nicht hübsch aussieht, trägt deswegen extra abstoßend (→ Yaghoobifarah, Hengameh)

      (Etwas off-topic: sich für besser aussehend haltende Feministinnen tragen extra dick Schminke und vor allem Lippenstift auf)

  9. Da fehlt noch der Abschlussatz: „Ich will, dass nur ich etwas wollen darf.“

    Interessant ist auch, dass ihr eine Sofortrente fürs Frausein nicht reichen würde – sie will eine Pension wie ein Staatsdiener. Dafür, dass sie sich ihren Kinderwunsch erfüllt hat.

    Nun stelle ich mir vor, die hätte wirklich Kinder, womöglich auch einen Jungen – und den dann auch noch in der Pubertät. Mit glasigen Augen steht der vor dem Plakat mit der wohlgeformten Bikini-Werbeikone. Ertappt! Als Strafe muss der dann zuhause 30 schlabbrige Vulven malen umrahmt von verschiedenen Frisuren. Das kann der inzwischen schon ohne Hingucken.

    Und wenn der arme kleine Knecht dann trotzdem mal „Nein“ sagt, dann knallt sie ihm das Malzeug hin und brüllt: „Doch!“ Und er wieder „Nein!“. Und sie wieder: „Doch!“ Und er: „Wie oft soll ich denn noch Nein sagen müssen?“ Und sie: „Dein Nein gilt nichts!“

    Dann rollt der mit den Augen. Sie holt zum Schlag aus, er reagiert wohltrainiert blitzschnell: „Ich habe doch gar nichts über Feminismus gedacht!“ Sie: „Ich hab’s doch genau gesehen. An deinen Augen.“

    Ein Musterbeispiel von Herrenfrau. Übergriffig, egozentrisch, herrschsüchtig und fordernd bis zum Anschlag.

    Mein personlicher Favorit ist aber:
    „Ich will nicht lachen müssen, um sympathisch zu wirken.“
    Da geht mir doch im Herzen die Sonne auf. Das ist mindestens Borderline. Sie will bestimmen, wie sie wirkt.

    Da fällt mir jetzt nichts mehr ein, das ist so irre, dass es sich ironisch nicht mehr zuspitzen lässt.

  10. Klar, kriegst sogar nen ganzen Gastro-Pack direkt aus dem Chemie-Labor – wenn ich mir im Gegenzug wieder meine eigenen Gedanken machen, mit den Augen rollen oder Stielaugen machen darf. Wenn ich nicht Chimamanda Ngozi Adichie zuhören und keine Vulven kritzeln muss, während mich nackte weibliche Nippel umgeben.
    Deal?

  11. Wenn man ihr alles erfüllt hat und sie dabei nicht ins Schwitzen gekommen ist, wird sie weitere Forderungen stellen, um sich bloß nicht selbst ändern oder die komplette Vielfalt akzeptieren zu müssen.

  12. Im Übrigen: Ich will Tittenbilder. Also, von schönen, jungen, großen, straffen Titten; sicher nicht die einer durchschnittlichen menopausierenden Feministin. Ich will nicht als Sexist bezeichnet werden, weil ich über Witze lache. Ich will nicht, dass sich Frauen hysterisch aufführen und ihnen bei ihrem Stuss dann noch jemand zuhört. Ich will sagen, dass Feminismus ein solipsistischer Idiotenkult ist, ohne, dass Augen gerollt werden.
    Ich will nicht lieb sein müssen zu Leuten, die nichtmal den grundlegenden Anstand beherrschen. Auch nicht nett zu Leuten, die sich wie Arschlöcher (m/w/d) aufführen. Ich will keinen Arbeitskollegen haben, und ganz sicher will ich besser bezahlt werden, weil ich das verdient habe. Ich bin schließlich nicht nur emotional, den ganzen Tag lang. Ich will Sachlichkeit [dafuq?!].
    Ich möchte Schönheit und Ästhetik und bittebitte möglichst selten das Rudel Landwale sehen müssen, was die Hamburger gerade gewählt haben. (Nichts gegen komische Fetische, aber mal ehrlich: What?) Ich will nackte, weibliche Nippel sehen, die wirken, als trotzen die der Schwerkraft und überhaupt den Gesetzen der Physik. Nippel, die das nicht tun, will ich wirklich, wirklich nicht sehen. Ich will das auch erotisch finden dürfen, ohne dass mir irgendeine Frau, die ich nicht erotisch fände, wenn man mir einen Käfig hungriger Ratten auf den Bauch setzt, irgendwas über Erotik erzählt. Ich will gerne mit anderen Menschen lachen können, es gibt viele sympathische Menschen.
    Ich will saubere Toiletten. Da zahle ich auch gerne 70 cent für die Sanifair-Putzfrau. Ich will, dass auch Frauen verstehen, dass es trotz der Regel keine Tampons regnet. Ich will keine Tücher über Stillbusen; die sind da in der Regel, vor allem bei jungen Müttern, so richtig schön prall. Ich will überhaupt kein Bodyhair – zumindest nicht bei Frauen.
    Ich will kompetente Menschen in Führungspositionen. Und deutlich weniger Bilder in Museen; das meiste, was da hängt, ist scheußlich. Ich will eigentlich nur Verdi, Orff und mirwegen Prokofiev in der Oper [habt Ihr mal ne Mozart-Oper gesehen, versehentlich? Gute Güte]. Ich will in der Öffentlichkeit keine Frauen mehr sehen müssen, die es sich nicht leisten können, Querstreifen zu tragen.
    Ich will sinnliche Pornos (die ich jetzt nicht näher beschreibe). Ich will mit billigen Schlampen Sex haben können, ohne dass meine Frau da sauer würde. Und ich würde es sehr begrüßen, wenn wir nicht mehr über Frauenoutfits bei Posidumsdiskussionen sprechen müssten, weil man da nur Leute einlädt, die auch was sinnvolles zu sagen haben.
    Ich will, dass die Pos, die ich täglich sehen muss, wenigstens in die Nähe von „begrapschbar“ kommen. Und ich möchte, dass meine Katze kommt, wenn ich sie rufe, die Rumtreiberin. Ich möchte, dass Dicksein für Frauen eine Straftat ist. Ich will wissen, wie Chimamanda Ngozi Adichie schmeckt – ist das sowas wie Chimichangas Al Horno, und wo gibt es das?
    Ich will Jugendliche, die was für Leben lernen und nicht nur Geschlechtorgane zeichnen. Ich sage gerne zehmnal „Nein“, mir ist klar, dass die meisten Menschen dumm sind. Ich würde gerne wissen, welches Geschlecht Crash-Test-Dummies haben – aber Brüste sind immer gut. Ich will – äh – ne, ist schon okay, wenn ich was sage.
    Ich will keine Unterhaltung führen, in der „Männer sterben aber früher“ irgendein Gegenargument ist, weil ich ungern mit ignoranten Vollidioten diskutiere. Ich bin für eine schlechtere Bezahlung sog. „Care-Berufe“, weil das nun wirklich jeder Volldepp kann. Oder qualifizierte Leute, aber fangen wir nicht an, zu träumen. Ich will Lesben einfach nur „Lesbe“ nennen können, sodass sie selbst merkt, dass sie nicht normal ist. Ich habe nie verstanden, warum wir Behinderte nicht euthanasieren; die maulen ständig bloß rum. Ich wiederhole gerne, dass wir Adipositas ins StGB aufnehmen sollten. Ich will in den Medien eine klare Sprache, die differenziert zwischen einer Frau, die in den Busch gezerrt und vergewaltigt wurde und einer karrieregeilen Schlampe. Ich wünsche mir, dass irgendeine Frau auf diesem Planeten auch nur einmal auch nur für ihre eigenen Handlungen die Verantwortung übernimmt. Und vor allem will ich nicht hören, ich sei der Spielverderber, wenn ich das Speil besser beherrsche als andere. Denn das ganze Leben ist ein Spiel…

    ———-

    Ey, ehrlich: Das tut gut. Solltet Ihr mal probieren.

    Ansonsten finde ich es sehr positiv, dass die gerade an die „Wand“ klatschende Trulla eigentlich niemand mehr ernst nimmt. Das macht mir Hoffnung; ich sehe die Welt viel zu schwarz.

  13. Wie weit ist sind diese Positionen gedanklich voneinander entfernt ?
    Ich will nicht das du breitbeinig sitzt
    Ich will nicht das du einen kurzen Rock anziehst

  14. Man sollte solchen Frauen und Männern ein Reservat zuweisen, wo sie höchstmögliche Autonomie haben oder sogar einen eigenen Staat. Dort sollen dann alles hingehen, die das gut finden und dann herrscht dort hoffentlich Friede, Freude, Eierkuchen. Und alle anderen sind froh, wenn wir solche Trullas los haben und man sich nicht mit solchem Opfer- und Jammernarzissmus auseinandersetzen muss.

    • Und was würde das konkret bringen? Facebook ist global, ob Snowflake in Herne wohnt oder in Femihausen spielt da gar keine Rolle. der mediale Opfer- und Jammernarzissmus wäre auch unbeeindruckt vom Wohnort der Vorgeführten, der braucht das zur Generierung von Aufmerksamkeit.

      Und im realen Leben der Menschen – wer gibt sich mit solchen Trullas ab wenn er kein Eigenziel (Beruflich bedingt oder für das private Amüsement oder – worst case – pathologisches Helfersyndrom) damit verfolgt?

      OK, sowas in der Verwandtschaft wäre ein Grund und die Verbannung nach Femihausen würde hier die Kontaktfrequenz wohl reduzieren.

      Aber ansonsten: It´s Entertainment. Enjoy the show 🙂

  15. Pingback: Schulden der Versorgten gegenüber dem Mann | uepsilonniks

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