„Sei eine Dame, sagen sie“

Aus einem Artikel dazu:

 

„Look sexy. Look hot. Don’t be so provactive. You’re asking for it. (…) You look like you’ve let yourself go. Don’t be too fat. Don’t be too thin.“
Sätze, die Frauen auf der ganzen Welt mitunter tagtäglich hören. Diese und so viele andere Sätze, die Anforderungen der Gesellschaft, die an uns, uns Frauen, gerichtet werden. Vorgetragen von der Schauspielerin und Politikerin Cynthia Nixon in einem Video des Girls.Girls.Girls Magazine, welches sich derzeit auf den sozialen Plattformen verbreitet.

Gezeigt werden Bilder, die all diese Anforderungen, Vorstellungen oder gar Wünsche an Frauen veranschaulichen. Alles in einem rasanten Tempo mit einem heftigen Beat, der sich durch die mahnende Stimme von Nixon in das Gehör und Gehirn der Zuschauerinnen und Zuschauern hämmert.

„Save yourself. Be pure. Don’t be a whore. Don’t sleep around. Men don’t like sluts. Don’t be prude. Don’t be uptight.“

32 Gedanken zu “„Sei eine Dame, sagen sie“

  1. Sollen sie doch fett sein, sollen sie sich doch im Ugly-Style kleiden, sollen sie doch stinken, physisch und aus der Seele. Solange sie mich in Ruhe lassen, stört mich das null. Aber wenn sie gefallen wollen, dann können sie es ja anders machen. Wenn ich gefallen will, bemühe ich mich halt auch. Wo ist das Problem?

    Das ist wieder 100% weibliche Projektion. Sie behaupten, die Gesellschaft fordere etwas von ihnen, was sie selbst als Anspruch formulieren. Sie werden nie akzeptieren, dass der Traumprinz, den sie für sich einfordern, an ihnen vorbeireitet, wenn sie ungepflegt in Körper uns Seele sind.

  2. Schön. Wer kauft die Frauenzeitschriften, die diese Botschaften jede Woche aufs Neue verbreiten? Wer bevölkert die Drogerien, die Boutiquen? Wie viele Männer und Väter scheuchen ihre Frauen und Töchter da hin?

    Keine weiteren Fragen.

        • Sehr wenige.
          Ich hatte mal mit einigen (Bild der Frau etc) zu tun. Alle inhaltlichen Positionen weiblich, lediglich CvD (also der, der verantwortlich ist, dass die Zeitung zum Stichtag technisch fertig ist) war männlich.

        • Ich hab mal wahllos die Brigitte rausgegriffen und einen Blick in deren Impressum geworfen:

          ——————————-
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          ——————————-

          Und jetzt du: Zeige die Frauenzeitschriftsredaktion, in der das Geschlechterverhältnis umgekehrt ist…

          • Zunächst einmal müssen wir anerkennen, was user unknown behauptet hat: Da sitzen auch Männer. Und was folgt jetzt daraus? Eigentlich herzlich wenig. Wer anderes denkt – z. B. dass diese wenigen Männer den Inhalt der Frauenzeitschriften bestimmen -, der soll Argumente bringen.

            Aber vielleicht sollten wir erst mal die Fragen von user unknown beantworten – als da wären:

            1. Wer kauft die Frauenzeitschriften, die diese Botschaften jede Woche aufs Neue verbreiten?
            In Deutschland insgesamt Millionen von Frauen und Mädchen.

            2. Wer bevölkert die Drogerien, die Boutiquen?
            In Deutschland überwiegend Frauen und Mädchen.

            3. Wie viele Männer und Väter scheuchen ihre Frauen und Töchter da hin?
            In Deutschland praktisch gar keine.

            User unknown schreibt: „Keine weiteren Fragen.“ Ich denke, das können wir wörtlich nehmen.

          • @Jochen
            All die Frauen, die so handeln, sind ja – Feministinnen zufolge – nur gehirngewaschene Opfer. Angeblich des Patriarchats.

            Daher ist die Frage „Wessen Opfer?“ mindestens so wichtig wie „Wer sind die Opfer?“.
            Und die Antwort auf diese Frage ist: „Die Gehirnwäscherinnen sind Frauen“ (und etwa 5% Männer, was zwar für die Bedeutung der Antwort vollkommen irrelevant ist, aber für user_unknown anscheinend einen Unterschied macht. (Was kurios ist, weil vermutlich rund 5% der Leser dieser Zeitungen auch männlich sind)

    • „Ich kenne nur: „Sei ein Mann“.“

      Aber diese Aufforderung implizit verhältnismäßig wenig double-binds, oder?
      Und genau die sind es ja, die hier angeprangert werden.

      „Sei eine Dame/Lady“ kenn‘ ich nicht“

      Als explizit „nicht ladylike“ kritisiert wurde mir gegenüber bspw. aus einer Flasche zu trinken, breitbeinig zu sitzen, Anderen ins Wort zu fallen, eine politische Meinung kundzutun, oder auch mein Lippenstift.

      • „Als explizit „nicht ladylike“ kritisiert wurde mir gegenüber bspw. aus einer Flasche zu trinken, breitbeinig zu sitzen, Anderen ins Wort zu fallen, eine politische Meinung kundzutun, oder auch mein Lippenstift“

        Gleichzeitig, von derselben Person?

        • Das ist eigentlich egal, denn nichts, von dem, was Semi hier aufzählt, sind Double Binds. Nichts von dem widerspricht dem anderen. Es könnte alles von derselben Person kommen, ohne dass diese Person inkonsistent argumentieren würde (und bei zumindest den meisten Dingen bin ich sicher, dass dies von Frauen kam, denn Männern ist es in der Regel scheißegal, wie eine frau sitzt und eine Frau, die aus einer Flasche trinkt, wird von Männern sogar eher als „Bro mit Brüsten“ begrüßt).

          Es wäre möglich, sich an all diese Maßgaben, so schräg sie auch sein mögen, zu halten, ohne damit automatisch dennoch immer etwas falsch zu machen. Denn DAS ist das Wesen eines Double Binds. Es ist egal, was man macht, man macht auf jeden Fall etwas falsch oder läuft zumindest zu mindestens 50 % Gefahr, das zu tun. Zum Beispiel kann man Fremden gegenüber nicht den ersten Schritt einer Annährung machen müssen und gleichzeitig darauf achten, nie jemanden zu belästigen. Um das umzusetzen, müsste man Gedanken lesen können, inklusive der Gabe zu erkennen, ob einen diese andere Person auch attraktiv findet.

          Solche Double Binds zu Ungunsten von Frauen gibt es schlicht und ergreifend nicht. In unserer heutigen Gesellschaft sind Frauen wesentlich weniger rigiden Gesellschaftsanforderungen unterworfen als Männer. In konservativeren Gesellschaften ist dieses Verhältnis an Anforderungen ausgeglichener. Aber selbst da sind die Anforderungen an Frauen konsistenter. Sie mögen Scheiße und einengend sein (wie auch für die Männer), aber sie führen nicht in Sackgassen, in denen am Ende jedes Verhalten irgendwie falsch ist. Also gerade wenn Frauen – und dann auch noch in der westlichen Welt – anfangen, angebliche soziale Double Binds zu ihren Ungunsten zu beklagen, da kann man diese Damen eigentlich nur noch auslachen. Alles andere wäre schon zu wertschätzend für solchen Schmarrn.

          Und das was hier allgemein beklagt wird, ist letztlich, dass sich eine Gesellschaft als Zusammenleben unzähliger Individuen doch glatt erdreistet, im Sinne eines einigermaßen konsensualen Zusammenlebens überhaupt an sie ALS PERSON Erwartungen zu richten erdreistet. Und um das narzisstische Fundament dessen zu verhüllen, wird eben einfach nur die Erwartung an SIE ALS PERSON umgedeutet in eine Erwartung AN SIE ALS FRAU, um sich daran dann empört hochzuziehen.

          „ICH will jederzeit tun und lassen können was ich will – ALS FRAU – und DU hast das gefälligst nicht zu beurteilen – außer natürlich mit begeisterter Zustimmung!“

          • Ich könnte mir vorstellen, dass all diese Kritteleien von ihrer Mutter kamen, was dann aber auch wieder eine Frau wäre.

            Wäre das Leben Videospiel, so wäre die Mutter der End Boss, an dem sich die Tochter abzuarbeiten hat.

      • „Aber diese Aufforderung implizit verhältnismäßig wenig double-binds, oder?“

        – Männer sollten mal Gefühle zeigen! -> Mimimi!!!
        – Mit Frauen wäre diese Welt viel friedlicher. -> Bissel Zeit beim Bund hätte dir ganz gut getan.
        – Der Mann sollte den ersten Schritt machen (und eigentlich überhaupt jeden Schritt zuerst). -> #MeToo
        – Männer sollten Frauen ernst nehmen und nicht wie schwächliche Wesen betrachten! -> Oh Gott! Ich werde kritisiert! Und keiner hilft mir!!!
        – Ich kann mich anziehen wie ich will; und wenn ich nackt rumlaufe! -> Alter, glotz nicht so!
        – Boah, kann man auch mal ausgehen ohne dumm angemacht zu werden? -> Wieder den ganzen Abend keiner was gesagt. Bestimmt alle schwul hier!

        Das könnte man ewig so weiterführen. Und im Gegensatz zu dem Quatsch, den du hier als Double Bind bezeichnest sind das auch wirklich Double Binds und vor allem: diese kommen sehr oft auch aus den Mündern exakt derselben Leute.

    • Das sei eine Frau, fordert von der Frau im Allgemeinen wenig unangenehme Konsequenzen.
      Das sei ein Mann, fordert vom Mann im Allgemeinen recht unangenehme Konsequenzen, die von Unterdrückung eigener Gefühle bis hin zur physischen Selbstaufopferung gehen.

  3. Hahaha wie geil.
    Die sagen die boese Gesellschaft sagt immer „du sollst dich so und so verhalten“. Dann kommen sie aber selbst genauso mit moralischen Imperativen angeschissen.

    Gott wuerde mir das als Frau auf die Nerven gehen, wenn mir andere Frauen staendig reinlabern wie ich mich zu verhalten habe…

    • Evolutionsbiologisch gesehen bist Du als Frau sehr viel besser beraten mit dem Strom zu schwimmen. Mit einem Säugling provoziert’s sich halt schlecht. Da biste auf Gedeih oder Verderb auf das Wohlwollen Deiner Gemeinschaft angewiesen.

      Eine (buchstäbliche) Draufgängerin wird keinen überlebenden Nachwuchs hinterlassen haben.

  4. „Diese und so viele andere Sätze, die Anforderungen der Gesellschaft, die an uns, uns Frauen, gerichtet werden.“

    Würde die Gesellschaft ™ wirklich mal etwas fordern, wäre das Geschrei aber groß!
    Individuen stellen unterschiedliche Anforderungen an Menschen, mit denen sie in’s Bett gehen, oder zusammen sein wollen. Die Hässlichen und/oder Fetten wollen nichts weniger, als weiter fett und hässlich bleiben zu können, aber dabei von JEDEM begehrt zu werden, den sie als ihrer würdig betrachten. Selbst die abstoßendste Person findet jemanden, der sich mit ihr einlassen würde. Der hat dann aber oft die gleichen Attribute und das ist natürlich unschön!

  5. @onlyMe:

    DIE Sorte bist du.

    Vielleicht war’s missverständlich was ich schrieb.

    Ich hatte geschrieben:

    Schön. Wer kauft die Frauenzeitschriften, die diese Botschaften jede Woche aufs Neue verbreiten?

    Ich habe tatsächlich selbst kurz überlegt fortzusetzen „Wer produziert die Frauenzeitschriften?“, aber mir fiel ein, dass in dem Artikel, den ich dazu mal gelesen habe – keine Ahnung wo – stand, dass nur ein Bruchteil der Mitarbeiter dort Männer sind, die aber häufig in der Leitung.

    Spielt aber keine größere Rolle wem die Zeitschriften gehören? Gut, da haben wir Liz Mohn und Friede Springer, oder hatten wir mal – leben die noch? – egal.

    Das war aber damals keine repräsentative Studie, soweit ich weiß, sondern eine willkürliche Stichprobe, schon mehr als eine Zeitschrift, aber eben keine Vollerhebung. Also setzte ich fort:

    Wer bevölkert die Drogerien, die Boutiquen? Wie viele Männer und Väter scheuchen ihre Frauen und Töchter da hin?

    Darauf schlugst Du als Fortsetzung vor:

    Pointierter: Wer sitzt in den Redaktionen?

    Ich: „Da sitzen auch Männer.“
    Du:

    Sehr wenige.
    Ich hatte mal mit einigen (Bild der Frau etc) zu tun. Alle inhaltlichen Positionen weiblich, lediglich CvD (also der, der verantwortlich ist, dass die Zeitung zum Stichtag technisch fertig ist) war männlich.

    Prima. Ich hatte noch nicht mit welchen zu tun.
    Du:

    „Ich hab mal wahllos die Brigitte rausgegriffen…“
    (Liste mit ca. 10% Männern).
    Und jetzt du: Zeige die Frauenzeitschriftsredaktion, in der das Geschlechterverhältnis umgekehrt ist…

    Wieso soll ich Dir eine Redaktion zeigen müssen, in der das Verhältnis umgekehrt ist? Ich hatte geschrieben „Da sitzen auch Männer“, nicht „Da sitzen fast nur“ oder „überwiegend Männer“.

    Ja, ich hätte auch fragen können, wer produziert die Zeitschriften, hatte aber stattdessen gefragt, wer die Boutiquen bevölkert und ob Männer die Frauen da hinschicken.

    Du hättest die Variante mit den Produzenten pointierter gefunden. Prima. Bis auf den letzten Satz, ich solle Dir zeigen, wo das Verhältnis umgekehrt ist, eine klasse Ergänzung.

    Wieso soll ich Dir aber was zeigen, was ich nie behauptet habe? Ich hab’s auch nicht nahegelegt. Ja, in Boutiquen, mehr noch in Drogerien, kaufen auch Männer ein.

    Was ist jetzt pointierter? „Wer bevölkert Boutiquen“ oder „Wer gestaltet denn die Frauenzeitschriften“? Kann man sich drüber streiten, würde ich sagen. „Da sitzen auch Männer“ sollte lediglich aussagen, dass man da nicht zu einer Allaussage kommt wie „Da sitzen nur Frauen“, sondern auch zu sowas wie „weit überwiegend“. Bei Boutiquen, Parfümerien und Drogerien wissen aber wohl mehr Leute, wie das Kundenverhältnis da aussieht, als bei Zeitschriftenredaktionen.

    Heiliger Strohsack. DIE Sorte bist du. OK, merk ich mir.

    OK. Jetzt habe ich es erklärt, wie ich auf „Da sitzen auch Männer“ kam. Welche Sorte bin ich denn?

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