Biologisches Geschlecht vs. sekundäre Geschlechtsmerkmale (und Fausto-Sterling)

Ein interessanter Twitter-Thread von Yeyo, hier als Text:

Much of the work of Fausto-Sterling and similar charlatans rests on a deliberate confusion of biological sex with secondary sex characteristics. The two are linked, but they are not synonymous.

Secondary sex characteristics, which are sometimes included under the ill -defined term „gender“, are indeed a spectrum and not a binary. These include things like facial hair, muscle mass, voice pitch etc. Characteristics which are linked to sex but don’t define one’s sex.

Bearded women might be unusual, at least compared to bearded men. But neither the bearded woman nor the beardless man constitute a third sex. They are simply males and females with sex atypical characteristics. Same for the male soprano and the female baryton.

Biological sex however refers to role in reproduction and more specifically gamete production. This is not a spectrum since there are only two type of gametes, egg and sperm. There is no intermediate form.

A peacock who never develops a flashy tail will probably remain a virgin for his entire life but if he has testicles for sperm production he is still a male, despite lacking the secondary sex characteristics typical for his species. Same with the bearded woman and beardless man.

As a biologist, Fausto-Sterling of course knows this, she is delibaretly confusing the two concepts in order to serve an ideological narrative. And there are plenty of people in the media and in gender studies departments willing to believe her intentional distortions.

She has devoted her entire scholarship to one of the cardinal sins of science. Deliberately misleading people and spreading falsehoods. In short, she’s a charlatan. She deserves to be remembered as such.

Fasst es noch mal ganz gut zusammen finde ich.

 

11 Gedanken zu “Biologisches Geschlecht vs. sekundäre Geschlechtsmerkmale (und Fausto-Sterling)

  1. Die Scharlatanerie nahm ihren Anfang beim GENDER-„Vater“ John Money, und seinem durch und durch unredlichen Reklamieren seines experimentellen Sozialisationserfolges bei David Reimer -wider besseren Wissens- und unter fadenscheiniger Abwehr der Überprüfungsmöglichkeit seiner Behauptung vom angeblich durchschlagenden Sozialisations-„Sieg“, mit Verweis auf die „Schutzbedürftigkeit“ der Reimer-Familie („Offenbarungsverbot!“); dies verkörpert den Ausgangspunkt und Prototyp der Scharlatanerie!
    Die mit dem „Gender“-Begriff einhergehende semantische Verwirrung tut ein übriges, und maßgeblich dafür ist, wie Yeyo ausführt:
    „Much of the work of Fausto-Sterling and similar charlatans rests on a deliberate confusion of biological sex with secondary sex characteristics. The two are linked, but they are not synonymous.
    Secondary sex characteristics, which are sometimes included under the ill -defined term „gender“, are indeed a spectrum and not a binary.“
    Die Konfusion, die dadurch entsteht, daß biologische Gegebenheiten einerseits und Geschlechts-Rollen-Aspekte andererseits unter dem Regenschirm von „Gender“ konfundiert werden, finde ich zumindest genauso fatal verwirrend!
    Hier haben die englischsprachigen Biologen terminologisch bislang „versagt“, mit der Verwendung des Gender-Begriffs für biologische Aspekte.
    Anders als in der deutschen Sprache, wo der Begriff „Geschlecht“ zu recht allumfassend ist, haben wir im Englischen die Zweiteilung „sex“ und „gender“.
    Wenn aber die Biologen alle nicht direkt fortpflanzungsbezogenen (biologischen) Geschlechts-Aspekte dem Geschlechts-ROLLEN-belegten „gender“-Aspekt beimischen, dann ist die Konfusion perfekt!

  2. Ich finde den Begriff „Spektrum“ so irreführend.
    Denn der insinuiert Eindimensionalität.

    Sicherheitshalber: Die biologische Einteilung ist, wie Christian sagt, klar: männlich, weiblich oder kaputt (Gibt es das, dass ein Mensch weder Spermien noch Eizellen bildet? Ich geh mal davon aus…)

    Dass es mit der biologischen Definition im normalen Sprachgebrauch nicht getan ist, ist ja auch kein Streitfall. Fragen wie „Wann ist ein Mann ein Mann?“ müssten sonst die selbe Ratlosigkeit hervorrufen wie „Wann ist die Wurzel von 2 die Wurzel von 2?“

    Die Genderthese, soweit ich sie verstehe, geht davon aus, dass Männer und Frauen in ihren inhärenten Eigenschaften gleichverteilt sind, dem „Spektrum“ Gedanken folgend, auf einer Achse, also so:

    Etwas weniger falsch wäre, von Normalverteilungen mit verschiedenen Mittelwerten auszugehen.

    Aber auch das unterschlägt, dass Männer und Frauen sich in sehr vielen Eigenschaften unterscheiden. Und bereits, wenn man nur zwei Achsen/Eigenschaften darstellt, wird die Clusterbildung sehr viel deutlicher.

    Wir haben also nicht ein Spektrum, sondern zwei Wolken. Zwei Wolken, von deren Elemente einige auf einigen Achsen in die andere Wolke reinragen, die aber klar voneinander zu unterscheidende Zentren haben.

    (Die Bilder sind nur illustration und von den genauen Werten her nicht ernst zu nehmen.)

    • Bereits mit zwei Achsen/Eigenschaften schön illustriert, wie es sich in der Realität verhält.
      Bei der Vielzahl geschlechtsspezifisch relevanter „Eigenschaften“ wird verständlich, daß Individuen im Regelfall zu einer klaren binären Verortung ihrer Geschlechtszugehörigkeit kommen, selbst wenn in (nahezu jedem?) Einzelfall einzelne „Eigenschaften“ atypisch ausgeprägt sind.

    • Ein Problem dieser völlig einsichtigen Erklärung scheint mir zu sein, dass sehr viele Leute schon im zweidimensionalen nur noch ein hübsches Bildchen sehen und mit dem Transfer in eine N – Dimension entgültig überfordert sind („Mathe war nie meine Stärke“…).

      Ich fürchte da gibt es wirklich ein flächendeckendes Verständnis und Vorstellungsproblem. Wer nicht gelernt hat, in klaren Modellen zu denken scheitert hier und verlegt sich auf die subjektive Bewertung von Einzelfällen.
      Da findet sich aber nur eine verwirrende Unordnung die dann in das einfachste eindimensional Modell gesteckt wird.

      • @Frank,

        ich bin überzeugt davon, dass du recht hast. Feminismus ist zu mindestens 50% Inkompetenz.
        Auf jeden Fall ist Einstellungsvoraussetzung für den Feminismus, Statistik und Wahrscheinlichkeiten nicht zu verstehen.

        Multidimensionale Modellierung ist ja nicht mal als Konzept bekannt, viel weniger verstanden.

        Aber: Es gibt Blue Piller, die das verstehen können…

        • Was die Identität betrifft ist das Problem dreidimensional. Was ist das biologische Geschlecht, was ist das vom Hirn empfundene Geschlecht, was ist das sexuell begehrte Geschlecht. Damit hat man das ganze Thema eingegrenzt. Würde man das dann als Punktwolken aufzeichnen würde man vermutlich ziemlich diskrete Verteilungen finden…

  3. Ich verstehe sowieso nicht, weshalb dieser Quatsch ständig besprochen werden muss. Die empirische Wirklichkeit ist eindeutig. Entweder ist eine Person ein Mann oder eine Frau oder eine degenerierte Version von einem der beiden, die sich nicht fortpflanzen kann. Das deckt 99,9% aller Fälle ab.

    Man muss sich diese Absurdität mal vor Augen führen, dass es ein Spektrum von Geachlechtern gibt. Das ist so wie wenn ich behaupte die Anzahl der Beine des Menschen ist ein Spektrum. Niemand würde da ernsthaft Stellung dazu nehmen, wenn jemand behauptet es gäbe 1 bis n Beine, die “sozial konstruiert sind”. Niemand würde so jemanden überhaupt ernst nehmen, der so etwas behauptet.

    Und das ist auch die einzig richtige Strategie: wer offensichtlich Scheisse erzählt, sollte einfach nicht ernst genommen werden. Ein “halt die Fresse mit deinem Schwachsinn” ist der einzig richtige Konter.

    • hmmmm

      Dein Beitrag ergibt nur einen Sinn, wenn du der Meinung bist, die Bedeutung der Aufforderung: „Sei ein MANN!“ wäre synonym mit: „Los, produziere Spermien!!“

      Das fände ich erstaunlich.

      • Sei ein MANN!“ wäre synonym mit: „Los, produziere Spermien!!“

        Das fände ich erstaunlich.

        Die Frage ist, kann jemand, der Spermien produziert, auch ein Nichtmann sein.
        Imho würde ich sagen, dass das auf 99,9% aller menschlichen Lebewesen nicht zutreffend ist.

        „Nichtmann“ ist natürlich der Rhetorik geschuldet und meint „männlich“. Natürlich können auch „Nichtmänner“ Spermien produzieren, dann nennt man sie „Jungen“ oder „männliche Jugendliche“. 😛

        • Nein, das ist nicht erstaunlich.
          Das ist die formal logische Konsequenz aus „Mann = produziert Spermien und mehr Bedeutungsebenen hat der Begriff nicht

          Wer dieses Feld-und-Festung Spiel spielt, muss entweder sagen, der Satz „Sei ein Mann“ kann nicht sinnvoll gesagt werden oder er muss seine Inkonsistenz zugeben.

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