„Jeden dritten Tag…“

Eine beliebte populistische Maßnahme ist Vorfällen eine besondere Dringlichkeit zu geben, in dem dargestellt wird, dass diese beispielsweise jeden dritten Tag oder gar jeden Tag vor fallen. Bei einer Bevölkerung von 82 Millionen in Deutschland oder da einer Milliarde in Indien oder China und lediglich 365 Tagen im Jahr ist ein solches herunterbrechen allerdings tatsächlich relativ unbillig. Auch Taten, die vergleichsweise selten vorkommen, können dann mit einem Terminus wie jeden dritten Tag versehen werden, wodurch populistische Angst geschürt wird.

im Feminismus wurde dies zuletzt beispielsweise mit Tötungen von Frauen durch Partner versucht, aber auch in verschiedenen anderen Bereichen .

vielleicht wäre es ganz gut, wenn man ihm soweit eine Liste von Sachen erstellen könnte, die Männern im Negativen passieren, oder die allgemein negativ häufig passieren, um dies in ein rechtes Licht zu setzen und deutlich zu machen, dass die Zahlen immer noch vergleichsweise gering sind.

Ich hatte dies auf Twitter zb hier einmal angeführt:

 

Welche Zahlen könnte man da beispielweise noch mit reinnehmen?

 

60 Gedanken zu “„Jeden dritten Tag…“

  1. Hallo,

    die Täter und deren sozialer und kultureller Hintergrund spielen bei der Einschätzung von Straftaten auch eine Rolle. Da sieht es dann höchstwahrscheinlich wieder etwas ungünstiger für die Männer aus. Aber darum geht es ja nicht, sondern darum ein möglichst realistisches Bild zu erhalten. Die Politik verweigert dies ja, und wird damit kaum erreichen können, dass sich Gewalttaten verringern.

    Viele Grüße,

    Peter Weinreich

  2. Alle 2,8 Stunden überträgt ein Gericht in Deutschland das alleinige Sorgerecht für ein Kind entgegen dem Willen des Vaters der Mutter (Stand 2009; 4690 Fälle, 67,3 % zugunsten der Mütter, zu 5,8 % zugunsten des Vaters, restliche Fälle: gemeinsames Sorgerecht)

  3. Jeder Tod einer Frau ist, als würde ihre Schwester sterben.
    Jede nichtbeförderte Frau ist, als würde ihr eigener Lebenstraum platzen.
    Jedes sexistische Vorurteil ist, als würden ihre persönlichen wichtigsten Eigenschaften nicht gewürdigt werden.

    Jeder Tod eines Mannes ist so-ist-das-nun-mal-was-gibts-da-zu-bedauern.
    Jeder nichtbeförderte Mann ist nur gerecht, es werden ja noch genug andere befördert.
    Männer sind halt so, da gibt es nicht mehr zu beachten.

    Es ist hoffnungslos. Das ist unauflösbares Wir-gegen-Die. Deren „wir“ sind menschlich, keine Ahnung, was „die“ sind.

  4. Falls du magst, probier in der nächsten Diskussion doch mal den Ansatz: „Echt? SO viele Frauen bringen ihren Partner dermaßen zur Weißglut, dass dessen seit frühester Jugend antrainierte Frauen-schlägt-man-nicht Konditionierung bricht? Wie blöd kann man sein?“

    Würde mich interessieren, welche Form von victim-blaming-Geschrei dann kommt.

  5. Die Deutungshoheit der Zahlendreherin

    „Weißt du, männliche Gewalt ist ein riesiges Problem. Jeden dritten Tag wird eine Partnerin von ihrem Lebensgefährten getötet.“

    „Das ist schlimm, aber wusstest du eigentlich, dass jeden vierten Tag in Deutschland eine Mutter ihr minderjähriges Kind umbringt.“

    „Das macht ja die Beziehungsmorde nicht weniger schlimm. Und darum geht es ja jetzt gar nicht, Das ist für mich nicht der Punkt. Was hat das überhaupt mit männlicher Gewalt zu tun?“

    „Na ja, ich wollte nur sagen, dass Frauen auch nicht ohne sind…“

    „Willst du die Morde an Frauen jetzt etwa kleinreden oder relativieren? Jeder Mord ist einer zuviel, oder?“

    „Ja natürlich.. Ich wollte ja nur sagen…“

    „Was soll das überhaupt? Wie viele sind das denn? Wenn nur jeden vierten Tag eine Frau sowas macht, dann sind das ja nicht mal 90 Fälle im Jahr. Und das bei 42 Millionen Frauen und Müttern.“

    „Aber du hast doch gesagt…“

    „Das sind Frauen, die in ihrer Situation nicht mehr weiterwissen, die keinen anderen Ausweg sehen. Die sind durch den Tod ihres Kindes ganz schlimm gestraft. Natürlich gibt es bei so vielen Frauen auch ein paar, die krank sind und Hilfe brauchen. Aber das ist wirklich selten.“

    „Bei den Männern sind es ja auch nicht so viel mehr.“

    „Jetzt hör aber mal auf. Willst du mir erzählen, männliche Gewalt sei selten? Die sehe ich doch jeden Tag an jeder Ecke. Und du, du hast mich letztes Jahr auch mal angeschrien.“

    „Ja, ich habe mich auch mehrfach entschuldigt. Gut, ich muss jetzt wirklich… Ich geh mal den Rasen mähen“

  6. Das schöne an diesen „alle x Minuten“ – Statistiken ist, dass sie populärer werden. Wir kennen alle „alle 10 Minuten verliebt sich ein Single auf Parship“ – eine Bausparkasse hat das jetzt kopiert und finanziert alle drei Minuten ein Haus.

    In beiden Fällen wird das „viel“ – allerdings, muss man da natürlich sagen, dass die Erfolgsquote von Parship effektiv erbärmlich ist – wenn man denn Statistik beherrscht.

    Das sagt also, wie Du ja schon richtig anmerkst, Christian, ohne Grundgesamtheit gar nichts, und bei der Bevölkerung ist es halt schlicht vernachlässigenswert, wie die anderen Kommentatoren mit deutlich höheren Zahlen für andere Vorkommnisse zeigen, die ebenfalls eher Randerscheinungen sind. Alle 45 Tage wird jemand vom Blitz getroffen – das ist nur eine Größenordnung mehr als die erschlagenen Frauen – und mal ehrlich: Wer hier denkt, er würde es, wenn er sich wirklich Mühe gibt, es zu seinen Lebzeiten schaffen, vom Blitz getroffen zu werden?

    Da liegt only_me oben schon ganz richtig: „Wie blöd und widerlich muss man denn sein, dass einem das passiert?!“ ist schon die richtige Reaktion.

    Frauen argumentieren eh nicht rational. Emotionaler Anwurf, der Dich schockieren soll? Pöh, mir Wurst, ich hab hier was, was dich emotional schockiert. Komm, werd hysterisch.

    • Unabhängig von jedweder Statisktik: Was nutzt es denn, wenn sich alle 10 Minuten ein Mitgiled auf Parship verliebt, sich aber beide nicht ineinander verlieben? 😉

      Mit Fakten kommt man in unserer Gesellschaft mittlerweile häufig nicht mehr weiter (s. Klimahysterie) und im Feminismus schon gar nicht.
      Bei Arne gibts dazu heute einen schönen Artikel, der u.a. auch ein wirklich wenig positives (um nicht zu sagen peinliches) Bild von vielen Männern ergibt, wie sich im Schlusssatz manifestiert.

      Peinlich ist, dass immer mehr Frauen auf diese Weise Klartext reden, während zahlreiche Männer zu ihren eigenen Anliegen immer noch nicht den Mund aufbekommen.

      „Das ist schlimm, aber wusstest du eigentlich, dass jeden vierten Tag in Deutschland eine Mutter ihr minderjähriges Kind umbringt.“

      Sind da eigentlich die Tötungen Ungeborener schon mit eingerechnet?

      „Nach neuesten Angaben ist Zahl der Opfer von 5200 und 5800 gestiegen.“ Was will mir das sagen? Dass es noch schlimmer ist? Ab wieviel ist es denn extra-schlimm?

      Das kann ich dir nicht sagen. Ich weiß aber, wann es nicht schlimm ist. Wenn es nur Männer als Unglücksopfer trifft.

        • Geiler Konter, übrigens. Es gibt in D 100.000 Abtreibungen p.a., das ist effektiv alle 30 Sekunden. Weltweit ausgeweitet sind das x-zig mal mehr – man atmet ~15-20mal pro Minute, d.h., „immer, wenn du ausatmest, hat eine Frau wertloses Leben beendet“ ist um eine oder zwei Größenordnungen untertrieben.

          Machen wir da mal moralische Maßstäbe dazu, die allgemeingültig sind und nicht Wasser predigen und Wein saufen?

          (a) Es ist moralisch falsch, beliebig Leute umzubringen. Das ist einfach zu argumentieren:Könnte Dich treffen. Guck, schon findest Du das auch falsch. D’accord, (nahezu) 100% Konsens.
          (b) Das sollten wir daher als Gesellschaft reglementieren, dafür haben wir eine Regierung. (Hierüber könnte man streiten, Werde ich aber nicht).
          (c) Wie weit das aber gehen soll, ist die nächste Ermessensfrage: Was wollen wir, als Gesellschaft, denn mit einem Kind, was nichtmal seine eigene Mutter will? Also – ich brauch das auch nicht. Irgendwer sonst? Nein? Guckt: Abtreibung ist voll OK.
          (d) Nachdem wir jetzt bereits „unwertes“ Leben beschlossen haben, wieso gilt das nicht für alle Menschen? Wo ziehen wir da die Grenze? Was machen wir denn mit Frauen, die nicht einmal ihr eigener Partner will? Eben.

          Slippery Slope, ist übrigens die Argumentationsform. Ist fies. Klappt aber.

      • Das, was Du Klima Hysterie nennst, ist die Inkarnation für Marketing und Spin über Fakten.

        Der Sachverhalt ist seit Ende der 80er bekannt (man denke an den Spiegeltitel mit dem Kölner Dom 86 oder James Hansen vor dem US Kongress 88). Der Sachverhalt ist aus zig Blickwinkeln wissenschaftlich nachgewiesen.

        Die fossile Brennstoffindustrie kauft Meinung und Politiker, damit nichts passiert.

        30 Jahre ist nichts passiert. Was einfach und vergleichsweise günstig hätte gelöst werden können, wird immer schwieriger und teurer. Damals 350 ppm. Inzwischen 413 ppm. Und der Zuwachs beschleunigt sich ja noch, statt sich zu verringern.

        Temperaturanstieg seit 1900 um 0.9 Grad Celsius, und das ist nur die Oberflächentemperatur. Die zusätzliche Energiemenge, die im Erdsystem durch CO2 gespeichert wird, entspricht einer Atombombenexplosion pro Sekunde.

        Die Temperatureffekte entsprechen gut den Modellen von vor über 30 Jahren. Die Sekundäreffekte (Gletscherschmelze, Permafrost Schmelze, Antarktisschmelze, Waldbrände, Meeresspiegelanstieg) sind teilweise stärker als erwartet.

        Eine Einigung auf die Beschränkung auf 1.5 Grad hat nur verbal stattgefunden, die ergriffen Maßnahmen reichen nicht aus, um diese Ziele zu erreichen. Auch die Entwicklung der CO2 Konzentration geht konstant nach oben, und beschleunigt sich noch.

        Positive Rückkoppelungseffekte (Wasserdampfkonzentration, Permafrost Schmelze, Methanhydratvorkommen, Waldbrände, etc) treten bereits ein, und die Business as Usual Schätzungen liegen irgendwo bei +3 bis +7 Grad Celsius bis 2010. Und dann hört die Erwärmung ja nicht auf.

        Das sind alles Fakten.

        Und der Unterschied von 4 Grad Durchschnittstemperatur ist so hoch wie der Unterschied zur letzten Eiszeit.

        Die Klimasensitivität für eine Verdoppelung von CO2 liegt wahrscheinlich um die 3 Grad Celsius (nicht Fakt, nur eine informierte Schätzung). Das steht uns bei 560 ppm ins Haus. Da sind wir in 40-50 Jahren, wenn alles so weitergeht.

        Fakten.

        Der Handlungsspielraum neigt sich dem Ende zu. Jedes verlorene Jahr macht die Lösung teurer. Ist einem wahrscheinlich wurscht, wenn man über 60 und kinderlos ist. Ich erlebe das alles noch. Und meine Tochter erst recht.

        • Echt? Du findest, dein Fanatismus wurde hier noch nicht genug diskutiert?

          Erstaunlich.

          Vor ein paar Wochen hat doch quasi nichts anderes stattgefunden…

          • Das, was Du Klima Hysterie nennst, ist die Inkarnation für Marketing und Spin über Fakten.

            Jepp…. Marketing für Windkraftanlagen, völlig illusorische Versteifung auf E-Autos, die alles andere als umweltfreundlich sind und Steuern und sonstige (neu erfundene) Kosten, die es Otto-Normalverdiener noch schwerer machen werden, über die Runden zu kommen.

            Temperaturanstieg seit 1900 um 0.9 Grad Celsius,…

            Weil man ja schon seit der Steinzeit genauestens Termperaturwerte messen kann, mindestens auf ein Zentel Grad genau, nach Möglichkeit sogar gleich 1/100.
            Und Messfehler, beabsichtigt oder nicht, sind natürlich vollkommen ausgeschlossen.

            Die Temperatureffekte entsprechen gut den Modellen von vor über 30 Jahren. Die Sekundäreffekte (Gletscherschmelze, Permafrost Schmelze, Antarktisschmelze, Waldbrände, Meeresspiegelanstieg) sind teilweise stärker als erwartet.

            Modelle werden nach Erwartungen entwickelt – und das Problem „stärker als erwartet“ lässt sich ganz einfach lösen. Einfach mal die Erwartungen anpassen.
            Die angeblich kommenden Anstiege der Meeresspiegel sind in den letzten Jahren übrigens immer wieder nach unten korrigiert worden. Da waren die Erwartungen wohl zu groß. 😀

            Und der Unterschied von 4 Grad Durchschnittstemperatur ist so hoch wie der Unterschied zur letzten Eiszeit.

            Der Unterschied von 4 Grad zu was? So ist der Satz noch sinnfreier als der Rest, den du hier verzapfst.
            Btw. Es fehlt noch ein Fakt. Nämlich der Nachweis, dass der Mensch für den Klimawandel verantwortlich ist. Es dürfte dir aber schwerfallen, nachzuweisen, dass die Menschen schon vor x Millionen Jahren gelebt haben.

            Das, was Du Klima Hysterie nennst…

            Ich wäre auch geneigt, Klimadeppen zu schreiben. 😀
            Aber lass uns die Diskussion doch bei Bedarf im Mittwochs oder Samstagsthema weiterführen.

  7. „Eine beliebte populistische Maßnahme ist…“

    Ist hier jemand in der Lage, eine *sinnvolle* Definition von „populistisch“ zu geben?

    Oder bedeutet es wirklich nicht mehr als „In meinen Augen irgendwie doof“?

  8. Dieser quasi-numerische Ansatz ist doch für den Arsch. Das wird beim Bodycounting nach Katastrophen immer gut sichtbar, wenn sich die Reportierenden alle 30 Sekunden mit neuen Zahlen von Todesopfern überschlagen. „Nach neuesten Angaben ist Zahl der Opfer von 5200 und 5800 gestiegen.“ Was will mir das sagen? Dass es noch schlimmer ist? Ab wieviel ist es denn extra-schlimm?

    Es gibt beim Bodycounting kein Verhältnis. Wenn beim Flugzeugabsturz nur einer ums Leben kam, atmen alle auf und freuen sich. Obwohl da einer gestorben ist.

    Der numerische Blickwinkel auf menschliches Leid wirkt eher abklärend und kalt. Obwohl alle in den klassischen und sozialen Medien damit eigentlich Empathie und Emotion auslösen wollen, bewirken sie eher das Gegenteil.

    • „Ab wieviel ist es denn extra-schlimm?“

      Ab einem DEUTSCHEN Todesopfer!!! Darum ist es ja scheinbar so wichtig, immer darauf zu verweisen, wenn unter den 2500 Todesopfern auch 10 Deutsche waren. Ich persönlich habe noch nie verstanden, was mir diese Zusatzinfo an Erkenntnis bringen soll.

      Auf Pro7 bei Switch haben sie das mal in einem tatsächlich durchaus gelungenen Satiresketch ganz gut durch den Kakao gezogen, als sie (ich glaube es war präsentiert von „Frau Keludowig“) ganz im Stile eines Produkttestes einen Katastrophentest machten und abschließend mahnten: „Vorsichtig sollte man jedoch sein mit billigen Katastrophen aus Fernost. Diese kommen zwar immer mit beeindruckenden Zerstörungen daher und brüsten sich mit besonders vielen Toten, aber sieht man mal genauer hin, dann beschränken sie sich nur auf einfallslose Erdbeben und lieblos hingeschluderte Springfluten. Und betrachtet man sich die Opferzahlen mal genauer, stellt man schnell fest, dass unter den ganzen Toten nicht ein einziger Deutscher ist.“

      • Deutsches Opfer ist in der Tat extra-schlimm. Aber der Turbo-Schock kommt, wenn unter ihnen auch „viele Frauen und Kinder“ (beachte die Reihenfolge) sind.

        Es geht also um die Qualität, nicht um die Zahl…

      • Ereignisse sind interessanter, wenn entweder a) jemand betroffen ist, den ich kenne, oder b) es auch mich hätte treffen können. Bei „Deutscher“ ist es eher b)
        Das gilt übrigens auch, wenn ein Deutscher den Eurojackpot geknackt hat.

  9. „Das schöne an diesen „alle x Minuten“ – Statistiken ist, dass sie populärer werden.“

    Ist Euch schon Mal aufgefallen, dass im Zusammenhang mit feministischen Katastrophenmeldungen besonders oft die magische „3“ fällt?
    „Jede dritte Frau ist Opfer häuslicher Gewalt“,
    „Jeden dritten Tag wird eine Frau ermordet“,
    „Jeder dritte Vater missbraucht seine Kinder sexuell“,
    … .

    Klar, dass das einen psychologischen Hintergrund hat. 122 tote Frauen auf 42.000.000 ist zu abstrakt, während wir einen Zeitraum von drei Minuten, Stunden, Tagen gut einschätzen können. Die getöteten Frauen bekommen da plötzlich einen Bezug zu uns.
    Derselbe Effekt wäre auch unverändert zu erreichen, wenn die Feministas mit vor Empörung zitternder Stimme verkündeten, dass alle drei Tage auf diesem Planeten eine Frau Mordopfer werden würde.
    Auf die psychologische Bewertung hat das Verhältnis keinen Einfluss, wohl aber die absolute Zahl.

    Und „Jede dritte Frau …“ ist einerseits oft genug, um zu erschrecken, aber auch selten genug, um noch glaubwürdig zu sein.

    • @carnofis
      „Jeder dritte Vater missbraucht seine Kinder sexuell“

      Ist diese Behauptung irgendwo real zu verorten, oder nur als ausgedachtes Beispiel gemeint? Bei sowas geht mir echt die Galle hoch, weil es absurd ist und aller Lebenserfahrung widerspricht.

      • „Ist diese Behauptung irgendwo real zu verorten, oder nur als ausgedachtes Beispiel gemeint?“

        Damit fing die ganze „Jede(r) dritte …“ Empörungswelle an. Aufgenommen aus den USA hatte diese „Erkenntnis“ erstmals die Erzfeministin und Opfergeneratorin Barbara Kavemann in ihrem Buch „Väter als Täter“ in die Welt getragen.
        Als der erste Hexenwahn mit den missbrauchenden Vätern in den frühen 90ern abebbte, schob Kavemann – inzwischen aktiv mit der Gründung der „BIG“ (Berliner Initiative gegen häusliche Gewalt“ beschäftigt – die Katastrophenmeldung „Jede dritte Frau ist Opfer häuslicher Gewalt“ hinterher. Und diesen Irrsinn verarbeiten wir noch heute.

          • „Sind das nur die leiblichen Väter?“

            Ah, ich sehe, Du verstehst die Methodik 😉
            Suggeriert wird – bis heute – dass es sich bei „Väter“ um leibliche Väter hanelt.
            Die Stoßrichtung von Kavemann und all ihrer Eleven war aber nie der Schutz der Kinder, sondern die Entsorgung der – leiblichen – Väter. Zu diesem Zweck bot sich förmlich der Generalverdacht als Kinderschänder an.

            Im Zusammenhang mit einer Podiumsdiskussion zum Thema fragten wir (VAfK) mal beim BKA, das wohl für die Kriminalstatistiken verantwortlich zeichnet, nach belastbaren Zahlen zu Vätern als Tätern und Stiefvätern, bzw. Lebensgefährten der Mütter. Wir erfuhren, dass Väter so selten als Täter aufträten, dass sie mit den Stiefvätern und Lebensgefährten in eine Gruppe „Väter“ zusammengefasst würden.
            Die kleinste Tätergruppe „leibliche Väter“ wurde also mit der größten „Stiefväter/Lebensgefährten“ in die Gruppe „Väter“ zusammengefasst. Öffentlich wurde also das Bild vom missbrauchenden Vater transportiert, was in direkter Folge dazu führte, dass in Sorgerechts- und Umgangsprozessen regelmäßig der Vater (sicherster Ort für ein Kind) entsorgt und das Kind dem Lebensgefährten (gefährlichster Ort für ein Kind) zugeführt wurde.

            Zufall?

            Sicher nicht.

          • @Carnofis Ich glaube Du treue Gebetsmühle hast das schon x-mal im Blog vorgekaut und fein häppchenweise angerichtet, deswegen war’s mir irgendwie bekannt.

        • Boah! Wurde das echt mal so kolportiert? Bitte verzeiht, aber ich bin Baujahr 80 und war, wenn dieser Spuk in den frühen 90ern endete, wohl noch zu klein, um das mitbekommen zu haben und außerdem lebte ich bis dahin auch in der DDR, wo das wohl eh nicht Thema war. Der „antifaschistische“ Schutzwall hatte somit als antifeministischer Schutzwall wohl doch wenigstens einmal auch etwas Gutes… 😉

          Die Behauptung, jeder dritte Vater würde sein Kind missbrauchen ist doch dermaßen abgedreht, dass man sich wirklich nur fragen kann, warum solche Trullas nicht einfach nur für solchen Quatsch ausgelacht wurden, sondern stattdessen sogar noch Bühnen bereitet bekamen. Dass man an feministische Frauen keinerlei Anforderungen richtete, wenigstens mal ein Bisschen plausibel zu argumentieren und mit ihren Behauptungen doch mal glaubwürdig zu bleiben, diese zumindest noch nuanciert in der für jeden nachprüfbaren Lebenswirklichkeit behaftet zu lassen, das ist leider tatsächlich kein Phänomen der heutigen Zeit. Das zieht sich erkennbar durch die ganze Geschichte dieser Ideologie bis zurück zu ihren Anfängen mit den Suffragetten.

          • „Das zieht sich erkennbar durch die ganze Geschichte dieser Ideologie bis zurück zu ihren Anfängen mit den Suffragetten.“

            Allerdings hat die flächendeckende Demontage männlicher Integrität erst in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts begonnen.

    • Ebenso ist die Engelszahl 12 erstaunlich oft im feministzischen Unfugsdiskurs im Gebrauch.
      Aber fällt keinem auf, aller zu dumm (nicht doof, wirklich dumm).

  10. Btw. Hab kein Twitter, fand die Antwort auf den Kommentar am 14.02. aber recht interessant. 😉

    Christian: Vielleicht ein Problem für eure Gleichstellungsbeauftragte.
    Organotoy: Ich vermute wenn der die Kommentare hier gelesen hat wird sich der Gleichstellungsbeauftragte eher fragen warum sie noch keinen universellen Männerhass entwickelt hat……

    Naja, wenn man mal ehrlich ist, gibt es ja wohl kaum bis gar keine Gleichstellungsbeauftragten, sondern nur Frauen in dieser Postion. Was sagt uns das über die Interessenvertretung von Jungen und Männern, wenn man weiß, dass Menschen nur von Angehörigen ihrer eigenen Gruppierung richtig und gut vertreten werden können? Das ist ja u.a. auch ein Grund für Frauenquoten. 😉

  11. Wie wäre es mit Kuckuckskindern. Geschätzt wird ja, dass ca. 0,5 – 12 Prozent aller Kinder Kuckuckskinder sein könnten, die quasi dem Nichterzeuger von der Mutter untergejubelt werden. Bei ca.750.000 Geburten im Jahre werden also geschätzt täglich zwischen 10 bis 245 Kinder von niederträchtigen Frauen dem falschen Vater untergejubelt.

      • „jubelt in Deutschland ca. jede Stunde eine Frau einem Mann ein Kind fremdes Kind unter“

        Falsche Formulierung. Wer gibt einen feuchten Fuck, was mit dem Seelenleben eines Mannes ist?

        „wird ein Kind geboren, das von seiner Mutter um seinen richtigen Vater betrogen wird“

        Das wirkt besser, scheint mir.

        • Formulieren wir es doch so, dass ca. alle 67 Minuten in Deutschland eine Frau ihr Kind um den richtigen Vater und seine Abstammung betrügt und einem Nichterzeuger ein Kind unterjubelt bzw. den richtigen Vater sein Kind entzieht. 1 Täterin und 3 Opfer.

          • „Alle 67 fügt eine Frau drei Menschen gleichzeitig durch Betrug Verletzungen zu, die potentiell lebenszerstörende Narben hinterlassen.“
            ?

    • Das hast Du falsch verstanden.
      Wenn es bei einer Frau unbeabsichtigt zum Abort kommt, hat sie „ihr Kind“ verloren.
      Wenn sie abtreibt, war es nur ein Fötus, oder gar „Zellklumpen“ .

      • Es ging bei meinen Zahlen ausschließlich um Abtreibungen, in denen Frauen über die Abschlachtung menschlichen Lebens entscheiden dürfen, weil der Gesetzgeber überzeugt davon ist, dass Frauen nicht wie Männer Verantwortung für eigenes Tun auch gegen ihren Wünschen übernehmen können.

        • Abtreibungen sind ein vielschichtiges, ethisches Thema. Die Facetten reichen von „Wann ist ein Mensch ein Mensch“ über „Umgang mit Behinderung“ bis zu „Empfängnis nach Vergewaltigung“.

          Abtreibung = „Abschlachtung menschlichen Lebens“ ist doch Mumpitz aus der Kategorie Einfache Antworten für Einfache Menschen.

          • >>> Mumpitz aus der Kategorie Einfache Antworten für Einfache Menschen.

            Genau um dieses Spiel geht es doch!

            Wenn von „Jeden 3 Tag wird eine Frau vom Mann getötet“ die Rede ist, dann sind das doch auch keine intelligenten Thesen für intelligente Menschen. Gesucht war doch, was auf populistische feministische Phrasen auf ähnlicher Weise erwidert werden kann.

            Und ich finde schon, dass man bei ca. 100.000 Abtreibungen im Jahr von großflächigen Abschlachtungen sprechen kann. Nur, weil die Abtreibungen von den Frauen erwünscht werden, weil sie die Folgen ihres Tuns nicht tragen möchten, ändert es nichts daran, dass werdendes menschliches Leben vernichtet wird. Würde ein Dritter den Nasciturus gegen den Willen der Frau auf eine Art und Weise abtöten, ohne der Frau körperliche Schmerzen zuzufügen, würde es fast jeder für ein sehr schlimme Straftat halten. Und nur, weil die Frau keine Verantwortung für ihr Tun übernehmen möchte, soll es plötzlich vollkommen anders bewertet werden und plötzlich überhaupt nichts Verwerfliches sein? Ist denn nur der Wunsch der Frau schützenswert und die Rechte aller anderen nichts (Recht des Kindes auf Leben, Recht des Erzeugers, gleichbehandelt zu werden und genauso mitentscheiden zu dürfen, ob man Unterhaltspflichten übernimmt)?

          • @xyz:

            „ändert es nichts daran, dass werdendes menschliches Leben vernichtet wird.“

            „Werdendes“ menschliches Leben und kein menschliches Leben. Das ist ein Unterschied, den jeder selbst bewerten muss. Ab wann lebt etwas überhaupt?

            „Würde ein Dritter den Nasciturus gegen den Willen der Frau auf eine Art und Weise abtöten, ohne der Frau körperliche Schmerzen zuzufügen, würde es fast jeder für ein sehr schlimme Straftat halten.“

            Natürlich. Weil es GEGEN den Willen der Frau geschieht.

            „Ist denn nur der Wunsch der Frau schützenswert und die Rechte aller anderen nichts (Recht des Kindes auf Leben, Recht des Erzeugers, gleichbehandelt zu werden und genauso mitentscheiden zu dürfen)“

            Beim Recht des Vaters ist es in der Tat schwierig. Aber wie kann ein Kind, das noch nicht mal geboren ist, Rechte haben? Und hat das Kind dann nicht auch das Recht nicht geboren zu werden? Das ist ein sehr komplexes Thema.

          • @mispel

            „Ab wann lebt etwas überhaupt?“

            Ab dem Moment der Empfängnis.

            However, members of the media were mostly interested in my finding that 96% of the 5,577 biologists who responded to me affirmed the view that a human life begins at fertilization.
            It was the reporting of this view—that human zygotes, embryos, and fetuses are biological humans—that created such a strong backlash.

            https://quillette.com/2019/10/16/i-asked-thousands-of-biologists-when-life-begins-the-answer-wasnt-popular/

            Biologisch „Mensch“ ist aber nicht ethisch „Mensch“. Das ist wie „Tomate“ und „Obst“.

          • @only me:

            Dass das menschliche Leben mit der Befruchtung beginnt heißt für mich aber nicht, dass man von Anfang an von menschlichem Leben sprechen kann. Ein Hausbau beginnt auch mit dem Fundament, aber niemand würde bei einem Fundament von einem Haus sprechen.

      • @ onlyme:
        „However, members of the media were mostly interested in my finding that 96% of the 5,577 biologists who responded to me affirmed the view that a human life begins at fertilization.
        It was the reporting of this view—that human zygotes, embryos, and fetuses are biological humans—that created such a strong backlash.“

        Wie kamen diese 96 % zusammen? Hat man eventuell in den Abstracts der Antworten geschaut, wie viele nicht explizit geschrieben haben, dass das Leben absolut und unter keinen Umständen mit der Befruchtung beginnen kann, diese Ansicht bei 4 % der Antwortenden gefunden und die anderen 96 % – inklusive derer, die zum Ausdruck gebracht haben, dass das wissenschaftlich zu umstritten ist, um es sicher zu beantworten – der „Gegenmeinung“ zugerechnet?

  12. „1 Täterin und 3 Opfer“

    Wobei nach einem Rechtsstreit die drei Opfer sich untereinander einigen müssen, während die Täterin schadfrei bleibt.

  13. Pingback: „Erzählt weiter davon, dass der Mann ein Raubtier ist, während wir die 99 Prozent sind, die nicht in diese Kategorisierung passen“ | Alles Evolution

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