Wird eine #HeToo Bewegung kommen?

Wie Arne auch bereits berichtete gab es anlässlich der Ausführungen von Johnny Depp zu von ihm erlittener Gewalt durch Amber Heart einen Artikel, der nachfragt, ob es eine He-Too Bewegung geben wird:

Eine Studie für die britische Wohltätigkeitsorganisation ManKind hat allerdings ergeben, dass inzwischen statistisch auf zwei weibliche Opfer körperlicher Gewalt durch den Partner ein männliches Opfer kommt. Ist es also an der Zeit für einen neuen Hashtag? Auf Twitter halten einige tatsächlich eine #HeToo-Bewegung für überfällig, um gegen Frauen, die falsche Anschuldigungen erheben, vorzugehen. Sie sehen sich durch die neuste Veröffentlichung über den mögliche Missbrauch Johnny Depps bestätigt.

Aus meiner Sicht ist die Wahrscheinlichkeit gering. Johnny Depp als Prominenter könnte etwas Bewegung in die Sache bringen, aber Männer können die Opferrolle nicht so positiv leben wie Frauen, weil eine schutzsuchende Frau etwas ist, was Unterstützung hervorruft, während ein Mann, der sich von einer Frau schlagen lässt eben erst einmal schwach wirkt. Und #Metoo ist ja eh im sexuellen Bereich gestaltet, wo es natürlich den Konflikt gibt, dass Casual Sex einen Wert darstellt, der Männer weit eher interessiert als Frauen und daher als „Gegenleistung“ für „Gefälligkeiten“ interessant ist, was in Machtverhältnissen zu brisanten Vorfällen führen kann. Aber selbst wenn es keine so große Bewegung wird wäre eine gewisse Aufmerksamkeit für das Thema ja durchaus hilfreich.

Wie stehen nach eurer Sicht die Chancen darauf, dass da eine größere Bewegung draus wird?

23 Gedanken zu “Wird eine #HeToo Bewegung kommen?

  1. Sofern nicht verhindert werden kann, das sich Twitter-Mobs bilden, kann ich darauf verzichten. Mir fällt auch keine Hashtag Aktion ein, die irgendwas besser gemacht hat, außer einem reicht schon das durch Aufschrei Leute aufgewacht sind und den Männerhass im Feminismus erkannt haben.

    • Man beachte die Notrufnummern, die genannt werden (WEM hier geholfen werden soll).
      Unnötig zu erwähnen wie eine Berichterstattung bei getauschten Rollen wäre…

    • „Flack soll ihren damaligen Lebensgefährten Lewis Burton im Dezember 2019 angegriffen haben, als dieser schlief. Medienberichten zufolge soll sie ihm eine Lampe ins Gesicht geschlagen haben,“
      Und dann zu den Gründen ihres Selbstmordes:
      „Hart traf die 40-Jährige aber offenbar auch das staatliche Prozedere nach dem Fall von häuslicher Gewalt.“

      https://www.welt.de/vermischtes/article205916243/Caroline-Flack-Wut-und-Trauer-nach-dem-Tod-von-Love-Island-Star.html

      • Awww… Das beweist mal wieder, dass wir dringend den Umgang unserer Staatsgewalt mit Frauen überdenken müssen. Statt Ermittlungen hätte sie Hilfe gebraucht. Z. B. einen staatlich finanzierten Kurs in Nahkampftechniken, damit sie künftig nicht mehr kostspielige Gegenstände im Gesicht ihrer Partner zertrümmern muss. Ist doch schade um die schöne Lampe.

        Auch hier mal wieder das allseits beliebte Spielchen „wie sähe es wohl mit vertauschten Geschlechtervorzeichen aus“. Ein männlicher Moderator, der seiner schlafenden Partnerin eine Lampe ins Gesicht drischt, hätte gewiss nicht nur infolge dessen mit „staatlichem Prozedere“ zu kämpfen, er wäre binnen 24 Stunden sämtliche Verträge los. Seine Laufbahn wäre umgehend beendet. Und wenn er sich dann einige Zeit später umbrächte, wäre er schon weitgehend vergessen und in Zeitungen ständen gewiss keine in Mitleid zerfließenden Nachrufe, die die Vorwürfe schwerer häuslicher Gewalt nur mal eben in Nebensätzen verharmlosend andeuten.

        Und bei der Dame hier: laut Arne gestern ist man in UK derzeit medial sehr bemüht, gar jegliche Vorwürfe gegen sie, die nun wohl auch von einem anderen ehemaligen Partner von ihr erhoben wurden, zu tilgen. Nichts soll das ungeteilte Mitgefühl schmälern.

        Und gemäß feministischer Schwafelei sind es Frauen, an die unsere Gesellschaft viiieeel höher Anforderungen richtet und die viiieeel strenger für alles, was sie tun, beurteilt werden… Ja nee, iss‘ klar!

        • Hier noch einmal der gestern von Arne verlinkte Guardian-Artikel: https://www.theguardian.com/tv-and-radio/2020/feb/16/politicians-condemn-press-intrusion-after-caroline-flacks-death

          Es ist echt unfassbar. Bei #MeToo guckt man ewig zu bzw. ist hellauf begeistert davon und nimmt zum großen Teil offensichtlich unschuldig angeklagte Männer, die von dieser Hexenjagd in den Selbstmord getrieben wurden als schlimmstenfalls notwendige Kollateralschäden hin oder unterstellt ihnen schlank, es würde schon irgendwas dran gewesen sein, aber JETZT, wo es sich um eine Frau handelt, die sehr wahrscheinlich tatsächlich ziemlich krass gewalttätig war, da soll nun auf einmal eine Medien-„Regulation“ her (wenn Politiker anderer Länder so etwas verlautbaren, bezeichnen es im Übrigen exakt dieselben Leute als Zensur; es lebe die Doppelmoral).

  2. Da der Erfolg feministischer Hashtags irgendwo zwischen „sich selbst in den Fuß schießen“ und „wer anderen eine Grube gräbt…“ liegt, hielte ich ein Nachahmen für eine ausgesprochen blöde Idee.

      • Wer einmal das Meme von ihr und -. klar kein Pedo – Harvey gesehen hat, der versteht ihre verquere Weltsicht besser.
        Die war ganz schön jung als die Drehs begannen.

        Und Incel ist, das sollte ja gerade als MGTOW klar sein, das möglichst deplazierteste Label, und natürlich auch die Wahl, mit der wenigsten Empathie gegenüber beiden Geschlechtern in dem Fall, weil’s halt so unpassend ist.

        Emmachen könnte leicht 200 Kilo zulegen und endlos Millionen ablegen, wenn sie dann wollte (also voluntary) bekäme sie noch immer mit Leichtigkeit was zum zwischen die Schenkel stecken.
        Und vermutlich gäb’s sogar echte emotionale Wärme für sie. #MeinLandwälchen
        Incels genießen das nicht.

        Und Emma ist kein Incel, kein Femcel, sondern sehr wahrscheinlich ein Opfer des j .. Harveykomplexes.

      • @Crumar, MGTOW ist ja nun der vernünftige, _männliche_ Weg.

        „Leckt mich doch am Arsch“ ist aber halt kein wirklich nachhaltig funktionierendes Gesellschaftsmodell; irgendwer muss sich ja um die armen Frauen kümmern, die zu blöd sind, sich selbst den Hintern abzuputzen. Und zudem werden Frauen furchtbar zickig und noch mehr realitätsfremd, als sie es eh grundsätzlich sind, wenn sie untervögelt sind. Das hat also, siehe Japan, nicht die große Zukunft.

        Emma Watson ist da interessant – es sind ja hier einige, die das gerne flachlegen würden, offenbar – verstehe ich überhaupt nicht. „Sugarmommy“? Ehrlich? Habt ihr _überhaupt_ keinen Selbstrespekt?

        Freilich, ich weiß, Geschmäcker sind verschieden, aber wenn’s denn schon unbedingt burschikos-androgyn sein soll, geht das wenigstens 10 Jahre jünger.

        Dass die arme, arme Emma niemanden abkriegt, allerdings, wundert mich allerdings genau Null. Findet sich, wie alle Frauen, selbst geil und braucht daher – wie alle Frauen – jemand geileren. Das ist – Selbstrespekt – nicht sonderlich schwierig, aber das Mädel hat halt verdammt viel Geld; *das* ist schwierig. So – wo issn jetzt der Mann, der der langsam 30-jährigen mit genug Swag begegnen kann – und sie poppen will? Der halt auf ihren selbstbeweihräuchernden Scheiß ernst und sicher sagen kann „fick dich doch“ – und das auch tut? Jeff Bezos? Ich glaube nicht, dass Emma es in dessen Top-100.000 schafft. Ich bin da rein finanziell raus; dazu müsste sie von ihrem hohen Geldberg runter, aber selbst wenn – ne, danke. Kann ich besser haben, ohne bitchy preaching, kann ich ohne Feminismus; zudem bin ich verheiratet und meine Frau hätte für Emma Watson _überhaupt_ kein Verständnis. Waren schon die beiden blutjungen Australierinnen schwierig („ich dachte, Du magst meine großen Brüste, und die…“ – „ja, aber es waren zwei, Mäuschen. *Zwei.*“).

    • Jo recht hast du shit lord.
      Niemand braucht so etwas dämliches…

      Ich hoffe mal dass die MRA nicht genau das gleiche in grün wie die Feministen sind, aber naja wir werden sehen

  3. Ich finde, #Metoo war ein Verrecker und hat lediglich die Gesellschaft weiter gespalten. Den Frauen, die wirklich missbraucht oder vergewaltigt wurden, hat die Kampagne einen Bärendienst erwiesen. Plötzlich war jeder lüsterne Blick ein Fall für #MeToo. Frauen ohne Ende haben in ihrer Erinnerung gekramt und irgendwelche Jungs gefunden, die mal unbeholfen versucht hatten, sie zu küssen.

    Voller Missgunst bemühten sich Unzählige erfolgreich, ein Stück vom Mitleids- und Opferkuchen abzubekommen. „Ich auch, ich auch, ich auch“.

    #MeToo sorgte dafür, dass sich viele Männer nicht mehr in Fahrstühle trauen, in denen eine einzelne Frau steht, dass sie vermeiden, mit einer Frau alleine in einem Raum zu sein, dass sie Kolleginnen nicht zum Absacker nach Feierabend mitnehmen wollen. Es sorgte für ein Klima, in dem ein Student eine Sprachaufzeichnung mitlaufen ließ, weil er eine Kommilitonin nicht besteigen wollte und sich so vor ihrem Vergewaltigungsvorwurf retten konnte. #MeToo führte ohne Ende zu Beschuldigungen und Sanktionen zum Beispiel am Arbeitsplatz oder an der Uni, die vor keinem Gericht der Welt standgehalten hätten. #MeToo wurde zum Freibrief für Frauen, beliebig Männer aus dem Weg räumen zu können.

    #MeToo führte dazu, dass die angeblich so starken Frauen in der veröffentlichten Meinung als permanent bedroht von einer Rape Culture dargestellt wurden. Allerdings bildete sich eine solche Rape Culture in der Realität, in der Kriminalstatistik nirgends ab. Rape Culture ist ein Hoax.

    Sehr interessiert verfolge ich die Berichte zum Prozess gegen Harvey Weinstein. Die Jury berät ja wohl zu Zeit. Dort wurde immer wieder deutlich, dass Harvey den Frauen nicht im dunklen Park aufgelauert hatte, sondern dass diese zu ihm mit klaren materiellen und karrieretechnischen Zielen ins Hotelzimmer kamen. Wenn sich die Frauen jetzt hinstellen und es unerträglich finden, dass bei Weinstein nachts im Hotelzimmer allein mit einer hübschen Frau die Drüse juckte, dann stellen sie sich so naiv und infantil dar, dass es wehtut. Vielleicht ist auch Scham dabei, denn Frauen, die aus materiellen Gründen ihre äußerlichen Reize einsetzen, könnten ja auch als Sexarbeiterinnen angesehen werden.

    Egal wie, starke Frauen, die mit den oft plumpen Regungen von Männern souverän umzugehen wissen, scheinen inzwischen ausgestorben zu sein. Überall nur noch Rehkitze auf der Lichtung in einem Meer von sabbernden Wölfen.

    Wenn Männer jetzt ein MeToo vom #MeToo starten würden, wäre das unendlich peinlich, viel peinlicher als für eine Filmrolle oder einen guten Job das Ding in irgendeine düstere Grotte zu schieben.

    • @beweis @Freddy

      Metoo ist in Deutschland gescheitert. Aus mehreren Gründen.

      Und ja, „die Abschaffung der Unschuldsvermutung“ war das Ziel und darüber hinaus gehend, dass mit der – auch anonymen (!) – Beschuldigung sogleich die Schuld des Beschuldigten fest steht.

      „Rape Culture ist ein Hoax.“ Aber weil in den USA diese als real betrachtet (!) wird, konnte in den sozialen Medien der dort organisierte Mob eine regelrechte Pogromstimmung erzeugen.
      Wir müssten uns wirklich einmal überlegen, wie wir gegen eine solche Stimmungslage effektiv vorgehen können.

      • „Metoo ist in Deutschland gescheitert. Aus mehreren Gründen.“

        Der allerwichtigste ist: hierzulande ist als Ausgleich und Schmerzensgeld nur ein Taschengeld rauszuschlagen und kein fantastisches Vermögen wie in den USA.

        • Das spielt sicherlich auch eine Rolle, aber eine kleine.
          Nachdem Dieter Wedel beschuldigt wurde, kam Ingrid Steeger mit einer Aussage, die in atemberaubender Deutlichkeit formuliert worden ist:
          „Dieter Wedels Ex-Partnerin Ingrid Steeger (70, „Klimbim“) hat den Regisseur gegen Vorwürfe wegen angeblicher sexueller Übergriffe verteidigt. Wedel sei unschuldig, sagte die Schauspielerin der Münchner „Abendzeitung“ (Mittwoch).

          „Er hat es nicht nötig, Frauen zu vergewaltigen, die werfen sich ihm eh alle zu Füßen.“ Sie selbst habe das oft miterlebt – „die waren total offensiv, flirteten mit ihm heftig in meiner Anwesenheit und haben sich an ihn rangeschmissen“. Es gebe zig Schauspielerinnen, die sich nach oben geschlafen hätten. Die Vorwürfe in einem Bericht des „Zeit“-Magazins könnten unmöglich stimmen. „Das ist Rufmord!“
          https://www.zeit.de/news/2018-01/24/ingrid-steeger-verteidigt-dieter-wedel-180124-99-781988

          Das hat dem ganzen Fall eine Wendung gegeben und alle dachten heimlich: „Namen, wir wollen Namen! 😉

          Thomas Fischer hatte – aus männlicher Perspektive – auch einen Beitrag geleistet:
          „Ich bin in meinem Leben von Frauen zu sexuell motivierten Handlungen und Duldungen gezwungen, erpresst, genötigt worden. Man hat mich eingesperrt, mir mit Strafanzeigen gedroht, mich in aufdringlicher Weise berührt, abgeleckt, sich mir in aufreizenden Posen und Outfits präsentiert, angeboten, aufgedrängt. (…)

          Das Erstaunliche war, dass die Anzahl solcher Erlebnisse sich proportional zum Fortschreiten von Alter, Gewicht und – vor allem – von beruflichem Erfolg entwickelte: Mit Abstand die wenigsten attraktiven Frauen näherten sich mir sehnsuchtsvoll, als ich jung, schön, arm und unbekannt war.“
          Oh la la.
          Was beinahe bedeuten könnte, wenn man als Mann reich und berühmt ist, hat man eine größere Chancen bei Frauen?! Wer hätte das gedacht…
          https://www.zeit.de/gesellschaft/2017-10/metoo-sexismus-opfer-soziale-medien-hysterie

          Ruth Berger machte auf telepolis schon mit der Überschrift ein Fass auf: Quid pro quo: Niemand muss bei Deals à la Weinstein mitspielen und es ging so weiter: „Geduldete sexuelle Übergriffe von Menschen in Machtpositionen sollten nicht als Missbrauch, sondern als Korruption verstanden werden“
          https://www.heise.de/tp/features/Quid-pro-quo-Niemand-muss-bei-Deals-a-la-Weinstein-mitspielen-3928730.html

          Nicht Missbrauch, sondern Korruption: „Niemand muss so tun, als gefalle ihm Harvey Weinstein. Wenn man es als Schauspielerin trotzdem tut, verhält man sich wie der Handwerksmeister, der dem korrupten Entscheider auf dessen mehr oder minder subtile Aufforderung einen Umschlag über den Tisch schiebt.
          Es geht hier um erwachsene Menschen, die wissen, was sie tun.“
          Wie wahr, wie wahr…

          Es gab m.W. nicht einen einzigen solcher Artikel in den USA (oder GB).
          Auch wer genau so gedacht hat, wird aus Angst und Opportunismus die Klappe gehalten haben.

          • Schwer zu beurteilen, ob es dort nicht auch ähnliches gab. Man beachte: Heise ist jetzt nicht gerade eine Publikation mit immenser Bekanntheit. Vergleichbare Seiten gibt es im englischsprachigen Raum sicher auch, die wir nur halt nicht kennen.

            Naja, und in der Zeit, die man längst als radikal-intersektional-feministische Postille einstufen kann, war es nur umso bezeichnender, dass derlei Abwägungen, die die einseitige Darstellung mächtiger Männer, die regelrechte lüsterne Hetzjagden auf arme, engelsgleiche Frauen betreiben, in stark relativierenden Kontext setzen, nicht von den dort tätigen Journaleuren und Journaleusen kamen, sondern von einem dort Kolumnen schreibenden, ehemaligen Bundesrichter.

            Wer die deutsche Presselandschaft in einer Art wahrnimmt, wie wir die angloamerikanische, der dürfte auch zu dem Eindruck gelangen, dass es dort nur Gleichschritt ohne Widerworte gibt, was bedauerlicherweise ja auch die erdrückende Mehrheit der Presseberichte treffend zusammenfasst.

            Für mich ist der treffendste Kommentar zur Entwicklung von #MeToo der, der gar nicht mehr gemacht wurde. Nämlich den eigentlich auslösenden Fall betreffend; quasi die Ursünde. So sehr auch die Sau namens Weinstein wochenlang durchs Dorf getrieben wurde, so leise wurde es nunmehr um ihn. Könnte es daran liegen, dass die ganze Chose inzwischen weitgehend in sich zusammengebrochen ist? Will man da doch lieber das Mäntelein des Schweigens drüber legen, damit bloß nicht zu vielen derer, die man doch so bemüht auf feministischen Erfolgsmarsch eingestimmt hatte, auffällt, dass da mal wieder fast nichts dran war; dass da mal wieder nur eine groß angelegte Kampagne hinter steckte, die vor allem auf einseitiger Verantwortlichkeitsverweigerung und zum nicht unerheblichen Teil schieren Lügen basierte?

            Vor wenigen Tagen hörte ich im Radio mal wieder, dass das Ende des noch laufenden Vergewaltigungsprozesses gegen Weinstein kurz bevor steht. Natürlich wurde nicht erwähnt, dass das der letzte kleine Strohhalm ist, der aus dem ganzen Strauß an Anschuldigungen überhaupt noch geblieben ist. Und natürlich klang es so an, ohne es deutlich auszusprechen, als sei eine Verurteilung sehr wahrscheinlich, obwohl meines Erachtens die Chancen der Anklägerseite stark gegen Null tendieren.

            Das erschien mir, wie ein noch von einigen ganz fest überzeugen vorgetragener Versuch, noch einmal den Glauben an stattgefundene Vergewaltigungen zu festigen, um sich nach dem erwartbaren Freispruch umso mehr ereifern zu können, wie unsere Gesellschaft mal wieder auf Frauen spuckt und nachsichtig mit Vergewaltigern umgeht. Man weiß, dass man dramaturgisch im Prinzip am Ende von „Das Patriarchat schlägt zurück“ ist und tut alles dafür, um möglichst rasch den medial Anfang von „Die Rückkehr der Femiritter“ einzuläuten.

      • Gescheitert?
        Ich finde, allein der nachaltig zerstörte Ruf einiger Opfer von metoo war mehr als genug Erfolg.
        Zumal das Scheitern an sich nicht im Geringsten für eine irgendwie geartete Verbesserung gesorgt hat. Als Mann ist man nach wie vor der potentielle Vergewaltiger, Kinderschänder, Schläger, Schwerverbrecher.

        • „Zumal das Scheitern an sich nicht im Geringsten für eine irgendwie geartete Verbesserung gesorgt hat.“

          Das werden wir erst in zwei, drei Jahren beurteilen können. Im Moment sind die meisten #metoo-Prozesse ja noch am Laufen. Immerhin hat München ein erstes Männerhaus eingerichtet. Das wäre vor fünf Jahren noch undenkbar gewesen.
          Bezogen auf das Medien-Echo sehe ich die Bewegung auch als gescheitert an.
          Und wieder mal wird am Tag der Abrechnung auf Frauenseite mehr an Kosten, denn als Gewinn zu verbuchen sein. Insofern wird der Feminismus nicht scheitern. Nur, dass die Profiteure seiner umtriebigen Aktionen die Männer, nicht die Frauen, sein werden.

  4. „Flack soll ihren damaligen Lebensgefährten Lewis Burton im Dezember 2019 angegriffen haben, als dieser schlief. Medienberichten zufolge soll sie ihm eine Lampe ins Gesicht geschlagen haben,“

    Burton kann heilfroh sein, daß er zum Zeitpunkt ihres Suizids nicht im Haus war (ich dachte erst, sie lebten noch zusammen).

  5. Pickup, MGTOW, Incels, Maskulisten, die Wut entsorgter Väter, das Internet voll von antifeministischen Videos, Kommentarspalten unter feministischen Artikeln fest in männlicher Hand. Nicht alles was man hier zu sehen bekommt muss man gut finden. Aber das was unter #Aufschrei noch als riesiger Shitstorm bezeichnet wurde, wurde bei der EDEKA-Werbung leicht übertroffen. Was unter #metoo als weltweite Bewegung gefeiert wurde, wurde durch die Gillette-Werbung bei weitem übertroffen. Ganz ohne Medienkampagne. Die Männer haben schon längst die Schnauze voll. Der Feminismus findet hauptsächlich in den Medien statt. Aber dank Internet hat sich schon längst eine Gegenöffentlichkeit gebildet.
    Die „Mainstreammedien“ sind das Werkzeug reicher und mächtiger Menschen die die Gesellschaft nach eigenen Vorstellungen lenken wollen. Der 0815-Mann soll hier arbeiten, vielleicht mal kämpfen und ansonsten die Klappe halten. Aber dank des Internets verlieren sie ihre Deutungshoheit immer rasanter. Das Internet befreit die Menschen. Nicht nur was den aufgedrückten „Geschlechterkrieg“ betrifft. Wir sind nicht mehr auf die Medien angewiesen. Das ist auch der Grund für die „politische Unruhe“ in unserem Land. Wir müssen nichts mehr glauben. Wir können es selbst recherchieren.

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