Die Zeit nach Merkel: Der nächste Bundeskanzler wird wahrscheinlich ein Mann und was hat Merkel eigentlich den CDU-Frauen gebracht?

Nachdem AKK ihren Rücktritt angekündigt hat sind in der CDU nur noch männliche Kanzlerkandidaten im Gespräch.

Die FrauenUnion mahnt an, dass man keinen Rückschritt vornehmen soll:

Derzeit sind Kanzleramt, Parteivorsitz und die EU-Kommission in der Hand von CDU-Frauen“, sagte Widmann-Mauz. „Schlagzeilen wie ‚Genug von der Damenriege‘ zeigen allerdings, dass das auch 2020 noch keine Selbstverständlichkeit ist.“ Die Strukturen in Partei und Gesellschaft müssten weiter verändert werden. „Wir sind noch längst nicht da, wo wir hinmüssen.“

(…)

An den künftigen Kanzlerkandidaten der Union richtete Widmann-Mauz Forderungen: „Natürlich kann es auch männliche Kanzlerkandidaten geben, aber Inhalte und Stil sind entscheidend“, sagte sie. Der Kandidat müsse sich darüber im Klaren sein, dass die CDU bislang überdurchschnittlich von Frauen gewählt worden sei. Die CDU müsse also für Frauen attraktiv bleiben.

Tatsächlich verknüpft sie da etwas als selbstverständlich, was keineswegs selbstverständlich ist: Nämlich Frauenanteil in der Partei und Attraktivität der Partei für weibliche Wähler.
Beides muss nicht in einem Zusammenhang stehen.

Auch jüngere Frauen aus der CDU melden sich zu Wort:

„Wir haben einen Plan. Und bis zum Sommer hoffentlich auch eine Kanzlerkandidatin, die das wieder verkörpert (oder der).“ Was Jenna Behrends, Bezirksverordnete für die CDU in Berlin-Mitte, kurz nach der Rücktrittankündigung von Annegret Kramp-Karrenbauer twitterte, war optimistisch. Denn faktisch sind ausschließlich Männer als Nachfolger im Gespräch.

Behrends bedauert selbst, keine Frau aus der CDU für das Amt des Parteivorsitzes vorschlagen zu können. „Ich wünschte, es wäre anders, aber ich kann keinen Namen guten Gewissens in den Raum werfen“, sagt die 29-Jährige. Es brauche für den Posten viel Rückhalt in der Partei. Auf diesem Level gebe es in der CDU aktuell keine Frauen.

Woran das liegt? Für Jenna Behrends ist das ziemlich klar. Die Versäumnisse sieht sie in der Vergangenheit. Und sie selbst hat bereits öffentlichkeitswirksam auf diese Versäumnisse hingewiesen. 2016 veröffentlichte sie einen offenen Brief an ihre Partei, in dem sie Sexismus und sexistische Strukturen in der CDU kritisierte. Ein „Scheinargument“ habe sie seitdem immer wieder gehört: Die Partei hätte doch zwei Frauen an der Spitze. „Aber zwei Frauen an der Spitze reichen nicht, wenn dahinter nur Männer stehen“, sagt Behrends heute.

Auch Sophia Nückel fällt keine CDU-Politikerin ein, die jetzt infrage käme für den Parteivorsitz und damit für eine mögliche Kanzlerinnenkandidatur. „Die CDU hat definitiv ein Nachwuchsproblem“, meint die 22-Jährige. Sie selbst ist schon mit 16 der Jungen Union beigetreten und seit einem Jahr Mitglied in der CDU. Aus dem Impuls, sich engagieren zu wollen, etwas zu bewegen. „Im Sauerland macht man das dann in der Jungen Union“, sagt sie.

(…)

„Frauen werden in der Politik noch immer anders betrachtet als Männer“, sagt Nückel. So werde Frauen Führungsschwäche zugeschrieben, während bei Männern Führungsqualitäten gar nicht hinterfragt würden. Auch Merve Gül sieht immer wieder, wie über Führungsqualitäten von Frauen gestritten werde. „Dann frage ich mich: Habt ihr euch mal Andreas Scheuer angeschaut?“

Eine weitere Erklärung für das personelle Loch in der Partei von Frauen zwischen Mitte 20 und Mitte 40 sieht Jenna Behrends in der gesellschaftlichen Aufteilung von Care-Arbeit und der gleichzeitigen Unvereinbarkeit von Politik und Familie. Behrends selbst ist Mutter von zwei Kindern. „Da muss ich dann entscheiden, ob ich am Wochenende mit meinem Kind in den Zoo gehe oder zu einer Parteiveranstaltung“, sagt sie.

Ein politischer Abendtermin bedeutet dann, die Wäsche liegen zu lassen oder einen Babysitter bezahlen zu müssen. Vor allem für Alleinerziehende ist das ein Problem. „Und dann kommt noch dazu, dass man weniger präsent ist – so wird man bei der Vergabe von Posten auch mal vergessen.“

„Frauen sollen gefälligst genauso Karriere in einer Partei machen können, auch wenn sie statt zur Parteiveranstaltung lieber mit den Kindern in den Zoo gehen“ finde ich jetzt nicht so eine realitätsnahe These. Und auf einzelne Männer schauen bringt auch wenig, wenn man darüber die Frauen vergisst, wie etwa von der Leyen, die genug Skandale gegen sich hatte etc.

Aber was mich mal interessieren würde:

Was hat aus deren Sicht jetzt eigentlich Merkel als Frau an der Spitze für Frauen gebracht?
In den USA haben sie ja den Vorteil, dass noch nie eine Frau Präsident war und man daher immer noch alle Fantasien und das Ende des Patriarchats dort hineindeuten kann.

In Deutschland ist man da schon etwas weiter, aber dennoch sind Frauen anscheinend nicht in Scharen bei der CDU eingetreten.

57 Gedanken zu “Die Zeit nach Merkel: Der nächste Bundeskanzler wird wahrscheinlich ein Mann und was hat Merkel eigentlich den CDU-Frauen gebracht?

  1. Die gleiche Frage stellt sich mit der Frauenquote in der SPD. Die gibt es auch schon seit 30 Jahren, und auch da bleibt der Mitgliederansturm aus.

    Den Babysitter nicht bezahlen können und in der CDU sein? Das zeigt auch nur, dass man ein paar grundlegende Dinge in unserem Parteiensystem nicht verstanden hat. Zum Beispiel zu den Themen Ehe und Familie oder auch wer wessen Interessen vertritt. Alleinerziehende Mütter ohne Geld für einen Babysitter gehören da eher nicht dazu bei der CDU.

    Was hat Frau Merkel den Frauen der CDU gebracht? Sie hat gezeigt, dass es geht. Mehr nicht. Nur haben ihre „Ziehkinder“ – UvL und AKK – den Ball dann wieder fallen gelassen, weil sie nicht das gleiche Talent hatten, ihr eigenes Versagen anderen umzuhängen, bei eigener diffuser Positionslosigkeit. Insofern müssen die anderen Frauen den Rest schon selber machen. Und das ist natürlich schwierig, wenn von vornherein so wenig Frauen da sind.

    • Das Kernproblem daran ist, dass es die Frauen stört, wenn die Wäsche liegen bleibt. Der gesamte Care-Arbeit Komplex aus Waschen, Putzen, Pflegen ist ein selbst auferlegtes Beschäftigungsprogramm. Und das Ausmaß dessen ist oft übertrieben und erfüllt ausschließlich weibliche Erwartungen.

      Kochen fällt da nicht mehr rein, das können ja Frauen heute nur in Ausnahmefällen, nach meiner Beobachtung weniger als Männer.

      • Korrekt. Frauen sind in der Regel schlecht in der 80/20 Regel. Und kochen können wirklich die wenigsten. Mussten sie nie lernen und es fehlt am inneren Antrieb das einfach um seiner selbst willen zu lernen. Wenn sie einigermaßen Karriere machen fehlt ihnen dazu auch die Fähigkeit abzuschalten. Deswegen stresst die auch der Job immer schwer im Alltag.

  2. Merkel hat für niemanden was gebracht, also auch nicht für Frauen. Mindestens genauso deprimierend ist aber, dass diese Diskussion überhaupt stattfindet. Warum rafft es niemand dass es völlig egal ist, ob ein Politiker einen Penis besitzt oder nicht? Jeder darüber hinausgehende Gedanke ist reine Zeitverschwendung. Wenn die darüber so intensiv diskutieren heißt das, dass sie ihre eigentliche Aufgabe völlig aus den Augen verloren haben.

    • Für niemanden was gebracht? Da irrst du gewaltig!

      Die Frau war hoch profitabel, nur für uns halt nicht. Die Banken klopfen ihr heute noch gern auf die Schulter (und verspotten sie, wenn sie sich umdreht), der Euro wäre längst Geschichte, wenn sie die europäische Geldpresse nicht abgenickt hätte, die EU ohne ihren Druck und ihre subtilen Drohungen sicher auch. Die Migrations- und Sozialindustrie hat einen Boom hingelegt, der, würde er an der Börse stattfinden, eine Blase genannt werden würde. In der Folge hat das auch Immobilienbesitzer um einiges reicher gemacht (und Sparguthabeneigner + Normalverdiener ärmer). Die Entwicklung zum repressiven Staat, den sich viele Eliten wünschen, hat massiv zugenommen, ebenso die Irrationalität in allen Bereichen der Gesellschaft. Gerade versucht man, die Lügenpresse mit unseren Geldern zu subventionieren, waren die doch immer brave Sekundanten bei jeder merkelschen Verirrung, weshalb die jetzt kaum noch jemand kaufen mag.

      Kurz: Merkel hat das gemacht, was man von einer Frau erwartet: den Deckel drauf gehalten, an jeden der Probleme macht fremdes Geld verteilt und ihre Kritiker sehr subtil und äußerst kaltblütig ins Abseits gespielt (mit der Folge, dass das Land jetzt gespalten ist, wie nie zuvor). Nur eines hat sie nicht gemacht: auch nur irgendeines der Probleme wirklich nachhaltig gelöst… eine Frau halt, denn dafür müsste man mit offenem Visier und guten Argumenten kämpfen.

      • Naja, das mit der Spaltung hat auch noch andere, tiefer liegende Gründe. Insbesondere die Verschiebung der Meinungsbildung von Zeitung und Fernsehen zu Youtube, Twitter und Facebook. Und den erwiesenermaßen extremisierenden Mechanismen, die daraus resultieren.

        Und der Kommentar zum Euro ist ein Wiederkäuen typisch deutscher, uninformierter Mehrheitsmeinung. Der Euro ist eine unheimliche Erfolgsgeschichte. Das quantitative Easing war eine notwendige Folge des deutschen Politikversagens. Bei dem in Bezug auf Griechenland und vor allem Spanien so gehandelt wurde, als hätte es die Weltwirtschaftskrise 1929-1931 und die daraus resultierenden, wirtschaftswissenschaftlichen Erkenntnisse (Keynes) nie gegeben.

        • „Naja, das mit der Spaltung hat auch noch andere, tiefer liegende Gründe. Insbesondere die Verschiebung der Meinungsbildung von Zeitung und Fernsehen zu Youtube, Twitter und Facebook. Und den erwiesenermaßen extremisierenden Mechanismen, die daraus resultieren.“

          Seltsame Sichtweise, die ich als Mainstream ansehen würde. Gerade das Internet hätte das Potential ausgleichend zu wirken, indem man z.B. anonym miteinander diskutiert. Das wurde in der Ära Merkel massiv unterminiert (ala „no platforming“) ich erinnere an die Besprechung von Merkel mit Zuckerberg, das Netzwerkdurchsetzungsgesetz und die immer einseitiger werdende offizielle Propaganda zur F-Krise.

          Ich hatte z.B. bis 2015 einen (sicher ein Jahrzehnt alten) Account, um bei heise zu diskutieren, in diesem Jahr wurde der gesperrt (und danach noch mehrmals) mittlerweile kann man dort nichtmal mehr Seiten verlinken, die der Redaktion nicht in den Kram passen (was natürlich nicht transparent ist), so dass Diskussionen keinen Spaß mehr machen und an DDR erinnern. Bei anderen Medien ist es noch viel schlimmer geworden. Merkel hat diese Tendenz nicht bekämpft, sondern immer nur angeheizt, weil es ihr in den Kram passte. Genauso wie sie die Antifa-Gewalt gegen die AfD mehr oder weniger hinnimmt und sich bei den Verleumdungen und Einseitigkeiten der Lügenpresse die Hände reibt.

          „Und der Kommentar zum Euro ist ein Wiederkäuen typisch deutscher, uninformierter Mehrheitsmeinung. Der Euro ist eine unheimliche Erfolgsgeschichte.“

          Für Banken und Konzerne, ja. Für Deutschland und die Deutschen: nein!

          Wenn du mir frecherweise eine uninformiertes Wiederkäuen vorwirfst, dann untermauere doch deine Aussagen ein bisschen mehr.

          „Das quantitative Easing war eine notwendige Folge des deutschen Politikversagens. Bei dem in Bezug auf Griechenland und vor allem Spanien so gehandelt wurde, als hätte es die Weltwirtschaftskrise 1929-1931 und die daraus resultierenden, wirtschaftswissenschaftlichen Erkenntnisse (Keynes) nie gegeben.“

          Keynes hätte einer solchen Währung gar nicht erst zugestimmt, weil sie die Anpassung durch Abwertung nationaler Währung unmöglich macht. Der Euro ist eine riesige asoziale Idiotie, die die Länder aneinander kettet! Natürlich musste das zu „deutschem Versagen“ führen, die Deutschen ticken halt ganz anders als die Griechen. Und natürlich hat hier keiner Bock, denen Geld zu geben, das wollen Linke nur chronisch nicht schnallen, sowas wie nationale Eigenverantwortung kennen die ja nicht. Dank Merkel bezahlen wir jetzt trotzdem, halt über QE. Nicht weil es gerecht oder angeraten wäre, sondern weil griechische Linke zu feige waren auszusteigen und Deutsche (wie du) es toll finden, wenn wir (für irgendein idiotisches höheres Ziel) gemolken werden. Das hat ja Tradition in diesem Land der Weltbeglücker…

          • Ich hätte schon Bock den Griechen Geld zu geben wenn es hilft. Als europäische Nachbarn sollten wir solidarisch miteinander sein, das ist schon in Ordnung. Das Problem ist, dass ohne den Euro die Hilfe wahrscheinlich gar nicht notwendig wäre. Hätte Griechenland noch die Drachme, wäre die Krise dort viel milder ausgefallen, weil sie national gegensteuern könnten.

          • Wenn du mir frecherweise eine uninformiertes Wiederkäuen vorwirfst, dann untermauere doch deine Aussagen ein bisschen mehr.

            Alles Nazi! Mehr wird nicht kommen. Zumindest so sinngemäß. 😉

            Mir wurde mein Facebook-Account gesperrt, nachdem ich mehrfach bei diversen Auswürfen moderner Mainstream-Medien einseitige und sexistische Berichterstattung kritisiert hatte. Und das mit Argumenten uind Belegen.
            Letztendlich habe ich mich sogar beschimpfen lassen müssen, während mir entweder Schreibrechte oder gleich der ganze Zugang gesperrt wurden. Strafbarer Inhalt von mir? Null! Aber sicherlich das, was man heutzutage als frauenfeindlich, sexistisch und Hate-Speech definiert.
            Irgendwann war der Account dann dicht, ich hätte sonst etwas unternehmen müssen, um meine Identität zu bestätigen. Inklusive Handy-Nr. und Foto etc.

            So viel ist mir Fatzebuck dann aber doch nicht wert, um meine Privatsphäre gänzlich aufzugeben. – Obwohl, es soll da einen Anwalt geben, der schon mehrfach erfolgreich gegen eine Sperrung geklagt hat.

            Rede- und Meinungsfreiheit gibt es hierzulande schon längst nicht mehr. Und das ist auch eine Folge Merkelschen Aussitzens.

          • @ anorak2

            Yep, für Hilfe für das griechische Volk hätte man mich auch jederzeit gehabt. Wenn ich aber mitkriege, dass mein ganzes Steuergeld dafür aufgewendet wird, um die Forderungsausfälle für Banken zu minimieren, die, im Hinblick auf die für sie sehr lukrativen Zinsen, zuvor gerne und oft Kredite an Athen vergeben haben, während besagte griechische Bürger unter der gleichzeitig auferlegten Austeritätspolitik zu leiden hatten, die nichts anderes bedeutete, das nicht nur künftige sondern gar bereits laufende Renten (z. B.) radikal zusammengestrichen wurden, dann ist bei mir auch Ende mit Solidarität. Mit Leuten, die, so lange die Blase noch weiter aufzupumpen geht, gerne zu ersichtlich irgendwann zum Scheitern verurteilten Geschäften bereit sind, um so lange auch noch die Profite einzustreichen, aber sofort nach Gemeinschaftsgeldern plärren, sobald die Blase platzt und ihnen doch tatsächlich mal Verluste als Ergebnis ihrer Misswirtschaft drohen, da hält sich meine Solidarität in seeehr überschaubaren Grenzen.

          • Griechenland ist eine Umschuldung von privaten Investoren auf die öffentliche Hand gewesen. Und gleichzeitig wurde mit dem Spardiktat der Fehler des Reichskanzlers Brüning wiederholt.

            Das Agieren von Merkel/Steinbrück während der Finanzkrise war innerdeutsch sinnvoll, mit Investitionen des Staates gekoppelt mit einer Ausweitung der Geldmenge, um sich aus Investitionsfalle/Liquiditätsfalle zu befreien. Bei Griechenland / Spanien / Portugal / Irland / Baltikum wurde genau das Gegenteil gemacht.

            Und dass Du nicht realisierst, zu erkennen, wann Du tatsächlich gemolken wirst (z. B. Wenn Dir griechische Staatsschulden umgehängt werden, die vorher bei Banken und anderen privaten Investoren lagen), hat nichts mit höheren Zielen und Weltbeglückung zu tun.

            Die deutschen Angestellten und Mieter zahlen den Preis für diese verfehlte Politik. Und anstatt pragmatisch zu agieren, und lösungsorientierte Vorschläge zu machen, machst auch Du auf BILD Zeitungsniveau eine Moritat aus Wirtschaftspolitik.

            Das Ergebnis der europäischen Politik ist eine Stagnation des realen BIP von 2007 bis 2013. Die Sparpolitik hat in Griechenland zu einem Rückgang des BIP geführt, das nach wie vor auf dem Niveau von 2004 ist.

            Spanien, das vor 2008 ausgeglichene Haushalte hatte, ist auch noch nicht wieder über das Niveau von 2007 hinausgekommen.

            Portugal ist auf dem Niveau von 2007.
            Lettland von 2008.
            Lappland von 2007.

            Es ist absurd, so zu tun, als sei das alles die Schuld dieser Länder.

            Was hätte erfolgen müssen, wäre ein Investitionsprogramm auf europäischer Ebene gewesen.

            Das erfolgte nicht. Stattdessen wurde durch den Sparkurs die Situation der Betroffenen Länder verschärft, und das gesamte vergangene Jahrzehnt für viele Nationen und auf dem Rücken von zig Millionen Menschen verplempert.

            Die Ideologen sind nicht die, die pragmatische, an der Wissenschaft orientierte Realpolitik machen wollen, die dafür sorgt, dass die Kunden der deutschen Wirtschaft auch genug Geld haben, um Autos und Maschinen zu kaufen.

            Der Ideologie bist Du. Der aus Wirtschaftspolitik ein moralisches Singspiel macht, bei dem die blosse Behauptung ohne empirisches Fundament ausreicht, um sich sehenden Auges in ein totales Politikversagen zu begeben.

          • @_Flin_ „Es ist absurd, so zu tun, als sei das alles die Schuld dieser Länder. “

            Ja. Es ist allerdings nicht absurd festzustellen, dass der Euro eine gehörige Mitschuld trägt. Ohne ihn hätte es die „Euro-Krise“ logischerweise nicht gegeben. Und was es ansonsten an Krisen gegeben hätte, wäre nicht zum internationalen Zankapfel mutiert, sondern im nationalen Rahmen geblieben. Und das Ding das diesen Völkerhass geschürt hat, nennst du „Erfolgsmodell“.

        • @_Flin_ “ Und den erwiesenermaßen extremisierenden Mechanismen, die daraus resultieren.“ Die Entthronung der etablierten Medien ist demokratisierend. Dass das genau zu dem Zeitpunkt passiert wo die alten Medien sich zu demokratiefeindlichen Propagandaschleudern entwickeln, ist ein Segen.

          „Der Euro ist eine unheimliche Erfolgsgeschichte.“ Der Euro ist ein politisches Projekt einer elitären Minderheit, als Baustein der „Vereinigten Statten der EU“ oder sowas. Volkswirtschaftlich ist er ein Zerstörungsprogramm, und zwar in allen beteiligten Ländern. Kurzbegründung: Eine einheitliche Währung erzwingt, dass die Währungspolitik für 20 Länder genau gleich gestaltet ist, obwohl die Volkswirtschaften sehr verschieden strukturiert sind und deshalb unterschiedliche Währungspolitik benötigen. „One size fits all“ bedeutet, dass es manchen zu groß und manchen zu klein ist, aber so gut wie niemandem genau passt. Dadurch hat der Euro u.a. auch nationale Konflikte zwischen den beteiligten Ländern geschürt, siehe den Griechenhass in Deutschland und umgekehrte Animosität in Griechenland als bekanntestes Beispiel.

          Merkel ist zu doof das zu begreifen, oder es ist ihr egal, was aufs gleiche rausläuft.

  3. Sehr schön auch hier in der Kulturzeit im Interview mit der österreichischen Schriftstellerin Marlene Streeruwitz, ab min. 9:55: https://www.3sat.de/kultur/kulturzeit/sendung-vom-12-februar-2020-100.html

    Da werden voll die feministischen Klischees aufgetischt, AKK ist gescheitert, weil sie ein Fau ist.

    Frauen können so viel Mist machen wie sie wollen, wenn sie dann scheitern, ist das Patriarchat daran schuld, nicht ihre eigene Unfähigkeit.

    • Wenn’s nach Frauen geht, haben Frauen nie Schuld. Egal, was passiert, egal, wie sie sich benehmen, egal, was die Folgen sind: Frauen haben nie Schuld.

      Mir scheint, dass das so mit der wichtigste Verkaufsschlager des Feminismus ist, der auch die 90% Frauen voll überzeugt, die sich nun nicht grad öffentlich selbst „Feministin“ nennen würden (denn es hat sich rumgesprochen, dass Feminismus durchaus an diesem und jenem Schuld ist, also kann man sich ja nicht öffentlich dazu bekennen, nicht wahr?)

      • Wenn’s nach Frauen geht, haben Frauen nie Schuld.

        Dummerweise auch, wenn es nach Männern geht. Zwar ebenfalls, wie bei Frauen, nicht allen, aber zu vielen.

        • seufz

          jajaja, du kennst eine Frau, die über 1.80 ist…

          Und jetzt zeig mir die Männer, die dem Mann als solchen Schuldfähigkeit absprechen, um noch etwas sicherer zu sein, dass ihre eigene Weste weiß bleibt.

          • Ich glaube, du missverstehst Mario. Ich zumindest deute seine Aussage bzgl. der Männer so, dass diese nicht anderen Männern, sondern, ebenso wie Frauen, Frauen allzu bereitwillig eine weitgehende Verantwortungsabsolution erteilen. Und ich denke, da hat er Recht. Das ist doch die Grundlage jeder „Lila-Pudeligkeit“ und lila Pudel gibt es nun wirklich nicht gerade wenige unter uns Männern.

          • Dann hätte ich ihn tatsächlich falsch verstanden.

            Ob das daran liegt, dass Pudel Frauen tatsächlich für grundsätzlich unschuldig halten und bezüglich Frauen sich keine eigene Meinung zutrauen und daher diesen alles nachplappern, wäre dann die nächste Frage.

          • Billy liegt da vollkommen richtig. Der Schutzreflex gegenüber Frauen (ggf. auch Mädchen) ist eben nicht nur bei Frauen selbst, sondern insbesondere wohl auch bei vielen männlichen Geschlechtsgenossen recht stark ausgeprägt.
            Die Ignoranz gegenüber Jungen und Männern offenbar leider auch.

  4. Kennt ihr noch die Werbung? „Ich will so bleiben, wie ich bin!“
    Nervige Wohlfühlaussage: „Eine weitere Erklärung für das personelle Loch in der Partei von Frauen zwischen Mitte 20 und Mitte 40 sieht Jenna Behrends in der gesellschaftlichen Aufteilung von Care-Arbeit und der gleichzeitigen Unvereinbarkeit von Politik und Familie.“

    Es geht nur noch darum, sich selber mit jammern wohl zu fühlen und dem Publikum das identische Gefühl zu vermitteln. Es ist eine minderwertige Trickshow.
    Fakt ist, man kann Lebenszeit nur einmal und nicht beliebig verteilen – was auch für Männer gilt.
    Entweder kann man mit den Kindern in den Zoo gehen oder auf eine Parteiveranstaltung.
    Die Idee, dass Frau beides gleichzeitig haben kann und sollte ist absurd.

    Christian schrieb bereits: „Frauen sollen gefälligst genauso Karriere in einer Partei machen können, auch wenn sie statt zur Parteiveranstaltung lieber mit den Kindern in den Zoo gehen“ finde ich jetzt nicht so eine realitätsnahe These.“

    Die identischen Frauen könnten auch dafür sorgen, dass ihre Partner/Ehemänner mit den Kindern in den Zoo gehen und sie selbst zur Parteiveranstaltung.
    Wer hat behauptet, dass Partner/Ehemänner ebenfalls und gleichzeitig vorhaben, auf der identischen Parteiveranstaltung zu sein?

    Sie spielen gleichzeitig mit dem Stereotyp, dass Frauen für die Kindererziehung zuständig sind UND beklagen, dass Frauen für die Kindererziehung zuständig sind.
    Sie beklagen gleichzeitig die „gesellschaftliche Aufteilung von Care-Arbeit“ UND sorgen mit solchen Aussagen und ihren Handlungen dafür, dass „die gesellschaftliche Aufteilung von Care-Arbeit“ sich nicht ändert.
    Weil „die Gesellschaft“ in der Aufteilung von Zuständigkeiten und Zeitkontingenten im Rahmen einer Partnerschaft nichts zu suchen hat. Die Unfähigkeit von Jenna B., im Rahmen ihrer Beziehung auszuhandeln, wie ihr der Besuch einer Parteiveranstaltung ermöglicht wird, ist kein „gesellschaftliches Problem“ und auch nicht meins.

    Dieses Gejammere soll fortschrittlich sein und Politik und Politikerinnen für die Bevölkerung, speziell Frauen attraktiv machen? Es ist eine einzige, nervige Ausstellung von Ohnmacht, Handlungsunfähigkeit und „Ich will so bleiben, wie ich bin!“
    Sie wollen sich nicht ändern und verstecken sich zu diesem Zweck hinter ihren Kindern – peinlich.

    Weitere Fragen zu nicht genannten Grundlagen:
    Wenn die „Unvereinbarkeit von Politik und Familie“ eine feststehende Tatsache ist, wie kommen dann überhaupt Männer und Frauen mit Familie in die Politik?
    Davon abgesehen: Man kann mit 16 Jahren in eine Partei eintreten, das Durchschnittsalter einer Frau bei der Geburt des ersten Kindes in D liegt bei 30 Jahren.
    Was hindert Frauen in diesen 14 Jahren ohne Kind politisch tätig zu sein?
    Wie kommen sie überhaupt auf die Idee, dass das Ziel der Mitgliedschaft in einer Partei daraus besteht „Karriere zu machen“?
    Wie kommen sie überhaupt auf die Idee, wenn Frauen sich politisch betätigen, müsse daraus mindestens ein politisches Amt – und zwar möglichst mit Bezahlung – entstehen?

    Ich habe noch nie einen Mann gehört, der ehrenamtlich tätig ist und meint, durch seine bloße Mitgliedschaft und seine Mitarbeit entstünde ihm ein Anspruch auf einen Posten in der Organisation.
    Die faktische Grundlage der Debatte empfinde ich – lange ehrenamtlich tätig gewesen – als Unverschämtheit und eine Anmaßung von Privilegien, über die noch nicht einmal gesprochen wird.

    • Und immer im Gedächtnis behalten, mit wem man es zu tun hat. Jenna Behrends ist die, die als „Quereinsteigerin“ (eigentlich war sie ganz normal in die Partei eingetreten, man bezeichnete sie nur so, damit die Quotenfahrstuhlmechanik bei der Berichterstattung nicht allzu deutlich wird) mal eben nach nicht einmal einem Jahr Parteizugehörigkeit einen aussichtsreichen Listenplatz für eine Kommunalwahl auf dem Silbertablett serviert bekam, um dann TROTZ DER OFFENKUNDIGEN FRAUENBEVORZUGUNG eine Sexismusdebatte loszutreten. Auch da bemühte sie schon die alte Opferklaviatur und lief damit, erwartbar und gewiss kalkuliert, bei unseren „Qualitäts“-Medien weit offene Türen ein.

      Diese Mischpoke kann gar nichts anderes mehr, als sich durch dauerndes Opfergejammer umfassende Privilegierung zu ermogeln. Solche Frauen sind nicht diejenigen, die Vorurteile über Frauen in der Politik aufdecken, sie sind diejenigen, die durch ihr unterverantwortliches Verhalten überhaupt erst dafür sorgen, dass sich negative Klischees über Frauen in der Politik etablieren.

      • Die Verbreitung negativer Vorurteile über Frauen ist für diese Sexistinnen die selbstbestätigende Suhle, in der sie sich so richtig schön und voller Ergebenheit suhlen können, wie die Schweine.

      • Ah, die hatte ich völlig verdrängt!

        Aus einem Spon-Artikel (kursiv von mir):
        „Sandra Cegla ist seit der Wahl im September eines von sieben Mitgliedern der CDU-Fraktion der Bezirksversammlung Berlin-Mitte, der Fraktion, zu der auch Jenna Behrends gehört. Sie ist eine der beiden Frauen, die die Pressemitteilung damals veröffentlicht haben. Cegla hat lange als Kriminalkommissarin gearbeitet, auf ihrer Homepage steht, sie habe in ihrem Leben „zahlreiche Ermittlungsverfahren geführt“. Sie bittet in einen fensterlosen Besprechungsraum.

        Cegla sagt, Jenna Behrends habe keinen Sexismus erfahren, im Gegenteil. Henkel habe sich persönlich dafür eingesetzt, dass Behrends einen Listenplatz bei dieser Wahl bekomme. Jenna Behrends sei erst ein paar Monate zuvor überhaupt das erste Mal bei der CDU aufgetaucht, es sei absolut ungewöhnlich, dass jemand so schnell einen Platz bekomme, auch wenn es nur um die Bezirksversammlung (sic) gehe.

        In den Wochen vor der Wahl sei ihr, Cegla, aber schon aufgefallen, dass Behrends gern Vertraulichkeiten austausche. Unter anderem habe sie ihr erzählt, dass sie ein Verhältnis mit Peter Tauber habe. Wenn das gewünscht gewesen wäre, hätte sie dazu sofort auch eine eidesstattliche Erklärung abgegeben. Nicht die Partei habe Gerüchte über Affären gestreut. Es sei Behrends selbst gewesen. Sie sagt: „Wenn jemand wie Jenna Behrends Sexismus instrumentalisiert, wird echten Opfern nicht mehr geglaubt.“

        Wie wahr, wie wahr.
        Bei einem Treffen mit Frau JB würde ich einen audiovisuellen Mitschnitt anfertigen.
        Sicher ist sicher…

        Andere Menschen reißen sich jahrelang unentgeltlich den Arsch auf, kleben Plakate, verteilen Flugblätter und hängen an den Wochenenden auf Info-Ständen und Madame empfindet ihre Karriere immer noch als unbefriedigend.
        Von „ein paar Monate“ Mitgliedschaft bis zu einem Platz in der Bezirksverordnetenversammlung ist ganz bestimmt Sexismus pur. Eigentlich müsste ab dem Tag des Eintritts ein Bundestagsmandat herausspringen… /sarcasm off

        Die hat solide einen an der Marmel und dass die politischen (!) „Qualitätsmedien“ nicht ein einziges Mal ihre Geschichte vor der Publikation kritisch hinterfragt haben, lässt tief blicken.

        https://www.spiegel.de/spiegel/cdu-mitglied-jenna-behrends-was-wurde-aus-ihrem-sexismus-protest-a-1179305.html

      • „Eigentlich müsste ab dem Tag des Eintritts ein Bundestagsmandat herausspringen…“

        So, wie ich die Geschichte damals verfolgt hatte, hatte sie dieses Mandat wohl auch schon ziemlich fest in der Tasche. Aber dann hatte sie in ihrem Größenwahn ihren Steigbügelhalter weggekickt – und ist vom Pferd gefallen.
        Ich hatte damals geweissagt, dass sie damit ihre politisches Todesurteil gesprochen hatte – und ich habe recht behalten, Du erinnerst Dich?
        Kein Mensch kommt ohne Seilschaft bis zum Gipfel, auch eine Jenna Behrends nicht.

        • Nein, ich glaube, ich war gar nicht hier.
          Das liegt auch daran, die Fälle sind inzwischen so häufig geworden, ich bekomme langsam Platznot in der „Narzisstinnen“-Rubrik in meinem Hirn. 😉

    • Man muss sich auch immer vor Augen halten, dass die „Vereinbarkeit von Beruf und Familie“ für die Feministinnen bedeutet, so viel Unterstützung von ihrem Mann bzw. vom Staat zu bekommen, dass sie gleichzeitig Karriere im Beruf machen können (gerne auch in Teilzeit) und sich andere um die Kinder kümmern.

      Für die allermeisten Frauen auf der Welt ist das aber die Alternative zwischen Kindererziehung und Hausarbeit auf der einen und anstrengender, stupider Arbeit auf dem Feld oder in einer primitiven Fabrik (Maquiladora) auf der anderen. Klar wo da die meisten Frauen die Prioritäten setzen.

      • „so viel Unterstützung von ihrem Mann bzw. vom Staat zu bekommen, dass sie gleichzeitig Karriere im Beruf machen können (gerne auch in Teilzeit) und sich andere um die Kinder kümmern.“

        und dabei genau so viel Gehalt bekommen, wie jemand der die ganze Zeit nur erwerbstätig ist.

    • „Sie wollen sich nicht ändern und verstecken sich zu diesem Zweck hinter ihren Kindern – peinlich.“

      Richtig, sie wollen in der Mehrheit gar nicht am politisch-demokratischen Prozess teilnehmen, so lange das zähe Arbeit ohne Bezahlung ist. Aber dann wollen sie Kanzlerin sein.

    • Die Unfähigkeit von Jenna B., im Rahmen ihrer Beziehung auszuhandeln, wie ihr der Besuch einer Parteiveranstaltung ermöglicht wird, ist kein „gesellschaftliches Problem“

      Wäre interessant ob sie das für ein gesellschaftliches Problem hält und wenn ja, ob sie dann auch bereit ist die Entscheidung der Gesellschaft zu akzeptieren.

  5. Die Strukturen in Partei und Gesellschaft müssten weiter verändert werden. „Wir sind noch längst nicht da, wo wir hinmüssen.“

    Hallo, liebe Union, das da ist antidemokratischer Sexismus. Und mit sowas seid ihr unwählbar.
    Diese Typen von der „Frauenunion“ sollten besser zu den Grünen gegangen werden — da herrscht der antibürgerliche, antifreiheitliche Sexismus und da gehört er hin, dort ist seine parteipolitische Heimat. Der ist mit der CDU unvereinbar, ausser ihr wolt eine ganz andere Partei. Und das scheint ja der Fall zu sein, denn warum sonst haben wir eine sexistisch-rassistische Innenpolitik und eine antiamerikanische und antisemitische Aussenpolitik?! Und genau für das letzte steht die Regierung Merkel bzw mittlerweile ganz Deutschland. Ihr von der CDU habt mutwillig Westbindung und Nato gefährdet und spielt heute auf Augenhöhe mit so Dikaturen wie der Türkei oder Irans rum — das ist die Liga der Nationen, in der künftig auch Deutschland nach dem Willen der CDU spielen soll! Pfui Teufel!

  6. Es hindert doch keiner eine Frau daran, den starken Mann an ihrer Seite zu versorgen und zu beschützen, damit der dann in den Zoo gehen kann oder zum Elternabend. Dem muss man nicht mal einen Pool, ein Pferd und edlen Schmuck kaufen, es reicht schon ein gutes Auto, eine fein ausgestattete Werkstatt und ein bisschen elektronischer Entertainment-Schnickschnack. Der weiß auch schneller und besser, wie der Wäschetrockner bedient wird.

    Und während der bastelt und mit den Kindern Ausflüge macht, umhertollt, sie in die Schule bringt und abholt, das Essen bereitet und die Wohnung mit dem Turboprop sogar in den Ecken und unterm Bett saugt, kann sich die Frau komplett Parteiveranstaltungen widmen. Das ist dann halt so etwas wie ihr Zoobesuch.

    Da hat aber offenbar kaum eine Frau Bock drauf. Kann ich gut verstehen. Ich würde auch lieber die Care-Arbeit wählen.

  7. „Schlagzeilen wie ‚Genug von der Damenriege‘ zeigen allerdings, dass das auch 2020 noch keine Selbstverständlichkeit ist.“

    Sie sollen mir mal zeigen, wo denn solche Schlagzeilen signifikant zu finden sind. Wir leben in Zeiten, in denen du als Journalist deine Karriere riskierst, wenn du so schlagzeilst. Ist es nicht viel eher so, dass man sich beständig mokiert, wenn auf einem Bild eines Ministeriums nicht MINESTENS die Hälfte der Personen weiblichen Geschlechts sind?

    Überhaupt spricht aus den Statements der FU (nomen est omen) tatsächlich der verkappte Anspruch, dass gefälligst alles nun dabei zu bleiben hat, wie es ist, bzw. gerne noch mehr Positionen in weibliche Geschlechtererbfolge übergehen dürfen. Schließlich wäre alles andere ja ein Rückschritt, nicht wahr?!

    Das, was in männerrechtlichen Kreisen schon lange bekannt ist, wird immer deutlicher, je mehr sich diese Trullas überall festsaugen: Ihre ganze Weltsicht ist 100prozentige Projektion. Alles, was sie im Gestus der moralischen Empörung den Männern vorgeworfen haben und vorwerfen, ist ausschließlich das, was sie schon immer anstrebten und mehr und mehr in die Tat umsetzen. Eine unfassbare Heuchelei. Und unsere „vierte Gewalt im Staat“ sitzt mit entrückter Mine daneben und schunkelt und klatscht im Marschrhythmus der Neofaschisten.

    • Diese Frauenunion schafft es nicht, auch nur eine Frau auszuspucken, die sich als Kanzlerin und Parteivorsitzende aufstellt. Die muss ja nix können, einfach Frau sein reicht . Aber nicht mal das kriegen sie hin. Die Journaille würde eine solche Frau aufblasen zur Heilsfigur mit übermenschlichen Kräften – wenn da nur eine wäre.

      • Ich meine mich zu erinnern, dass sowohl Carnofis als auch El Mocho hier schon mehrmals beschrieben hatten, wie es bei ihren Erlebnissen mit Parteiarbeit ablief, wenn es darum ging, mal mehr Frauen auf Listen platziert zu bekommen. Die paar Frauen, die man überhaupt in der Partei hatte, mussten regelrecht dahin geprügelt werden und willigten, wenn überhaupt, nur ein, wenn man ihnen zusicherte, alles an Unterstützung zu leisten, dass sie auf keinen Fall am Ende doch sogar noch mehr Zeit in Parteiarbeit investieren müssten.

        Diese Realität ist auch den Damen da oben äußerst bekannt und bewusst. Für sie ist es eben zum Aufrechterhalten ihres Weltbildes bzw. ihrer Privilegien wichtig. diesen Fakt wegzurationalisieren, indem man dieses offensichtlich in Normalverteilung recht typisch weibliche Verhalten mit irgendwelchen finsteren Kräften und bösen Strukturen erklärt, welche Frauen geradezu dazu zwingen, sich so zu geben.

        Für mich ist aber weit interessanter, als dass offenbar typisch weibliche verantwortlichkeitsaversive Verhalten selbst, mit welcher Selbstverständlichkeit dieses gesellschaftlich hingenommen wird, selbst in Positionen, in denen man sich Verantwortlichkeisaversion eigentlich im Leben nicht leisten KANN.

        Man kann von Schröder als Sozialdemokraten halten, was man will, aber er hat damals die Agenda 2010 ganz klar zu seinem Projekt erklärt, obwohl er wusste, dass er damit, gerade in seiner eigenen Partei, viel Widerstand bekommen und tiefe Spaltungen verursachen würde. Er hat das Thema mit seiner Person in Verbindung gesetzt, obwohl ihm klar gewesen sein muss, dass es mit großer Wahrscheinlichkeit seiner Partei als Regierungsführer als auch ihm persönlich als Bundeskanzler die Wiederwahl kosten könnte.

        Eine solch klare Positionierung für ein Projekt, dessen Popularität in der breiten Masse nicht nur unklar ist, sondern dass auf breiter Front klar abgelehnt wird, kann zumindest ich mir bei Merkel im Leben nicht vorstellen; das scheint mir für sie grundlegend wesensfremd zu sein. Es hat schon seine Gründe, dass sich im deutschen Sprachgebrauch das Wort „merkeln“ gebildet hat als ein Synonym für „Aussitzen“, für „sich zu nichts klar äußern wollen“, für „sich auf nichts festnageln lassen“. Und am Ende hat sie dann halt immer ihre Hintermänner, die sie bei Bedarf als Bauernopfer über die Klinge springen lassen kann, wenn sie das Gefühl hat, mit einem nicht so gut gelaufenen Thema öffentlich doch zu sehr in Verbindung gebracht werden zu können.

        Aber eben so wenig, wie ich mir eine ähnlich klare Kante von Merkel wie etwa einst von Schröder erwarten würde, kann ich mir vorstellen, dass man all den männlichen Kanzlern zuvor in unseren „Qualitätsmedien“ ein auch nur annähernd vergleichbar passives Verhalten derart hätte durchgehen lassen, sie sogar noch für ihren „Führungsstil“ gefeiert hätte. Zum Beispiel Kohl: der war, obwohl man ihm zurecht vorwarf, gerne Dinge auszusitzen, bis sie sich irgendwann von selbst erledigen, im Vergleich zu Merkel immer noch geradezu ein Ausbund an Tatendrang und Entscheidungskraft. Dennoch wurde ihm sein vergleichsweise immer noch marginal wirkender Phlegmatismus beständig aufs Brot geschmiert.

        Machen wir uns nix vor: mit einer Kanzlerin Merkel hätte sich Deutschland in den 2000ern am Irakkrieg beteiligt und wenn dann, wie später geschehen, rausgekommen wäre, dass die ganze Sache auf nichts anderem als wilden Lügen der US-Geheimdienste basierte, hätten ein oder zwei Minister ihren Hut nehmen müssen. Mit einer Kanzlerin Merkel hätte die Geiselnahme einer ganzen Flugzeugbesatzung inklusive Passagieren in Mogadishu in einer Katastrophe geendet. Und dafür hätten ein oder zwei Minister ihren Hut nehmen müssen. Eine Kanzlerin Merkel wäre auch nie über eine „Guillaume-Affäre“ gestolpert, stattdessen hätten auch da wieder ein bis zwei Minister ihren Hut nehmen müssen.

        Und diesem Treiben schauen die, die sich selbst als „vierte Gewalt im Staat“ darstellen möchten, seit über 14 Jahren seelenruhig zu und wehklagen stattdessen über die Ungerechtigkeiten, denen Frauen doch IMMER NOCH ÜBERALL ausgesetzt sind, wenn zur Abwechslung doch mal ein weiblicher Politiker scheitert, selbst wenn das Scheitern erkennbar das Ergebnis in Endlosschleife vorgeführter, allumfassender politischer Inkompetenz war (Nahles, ick hör dir trapsen…).

        • @Billy Coen

          „Man kann von Schröder als Sozialdemokraten halten, was man will, aber er hat damals die Agenda 2010 ganz klar zu seinem Projekt erklärt“

          Das würd ich nicht als Positivbeispiel nennen. Es war die Absage an den Sozialstaat und der erste in einer Reihe von politischen Schritten der „Eliten“ gegen die Bevölkerung.

          „Eine solch klare Positionierung für ein Projekt, dessen Popularität in der breiten Masse nicht nur unklar ist, sondern dass auf breiter Front klar abgelehnt wird, kann zumindest ich mir bei Merkel im Leben nicht vorstellen; das scheint mir für sie grundlegend wesensfremd zu sein.“

          Merkel ist eine Opportunistin, aber dass sie sich nach „der Masse“ richte kann man nicht behaupten – und wenn wär’s an sich positiv, es würde ja bedeuten dass bei ihr der Volkswille was zählt. Nein, ihr Opportunismus gilt der veröffentlichten Meinung, der Meinung von Journalisten und Verlagshäusern, und dem „Juste Milieu“. Die Interessen der Mehrheit des Volkes spielen für diese und für Merkel gar keine Rolle.

          Das ist als eher eine Gemeinsamkeit mit Schröder. Ich sehe die beiden eher in einer Linie, Schröder hat den Niedergang eingeleitet und Merkel setzt ihn fort, mit Nachbrenner.

          • Ich wollte Schröder hier auch nicht inhaltlich als Positivbeispiel darstellen, sondern schlicht sein Rückgrat, sich zu positionieren, Dinge durchzuziehen, die er für richtig hält. Ich selbst sehe auch vieles an der Agenda hochkritisch. Da wurde ein Staat zu einseitig auf Kosten der Mittel- und Unterschicht und der Erwerbstätigen reformiert.

            Und auch bei Merkel wollte ich damit nicht darstellen, dass sie sich nach Volkes Willen richtet… Gott bewahre. Ich meinte viel eher dasselbe wie du: ihr ist es sehr wichtig, was in den Gazetten über sie geschrieben steht. Ob das wirklich Politik fürs Volk ist, was sie dafür betreibt, ist nachrangig.

  8. Kein Kanzler hat der Bundesrepublik so geschadet wie Angela Merkel.

    vs.

    Keine Kanzlerin hat der Bundesrepublik so geschadet wie Angela Merkel.

    Wir sehen: Das generische Maskulinum ist eindeutig.

    • „Wir sehen: Das generische Maskulinum ist eindeutig.“

      Kein(e) Kanzlerx hat der Bundesrepublik so geschadet wie Angela Merkel.
      Kein* Kanzler* hat der Bundesrepublik so geschadet wie Angela Merkel
      KeinE KanzlerIn hat der Bundesrepublik so geschadet wie Angela Merkel

      Was wäre da eigentlich die korrekte Schreibweise?

      • Politisch korrekt wohl (zumindest derzeit; was gerade korrekt ist, das ändern die PC-People ja öfter, als unsereins seine Unterwäsche): Kein*e Kanzler*in

        Aber egal, wie man es schreibt, alles entzieht sich der Möglichkeit, es unverkrampft lesen und gleichzeitig auch aussprechen zu können. Und damit verfehlen all diese abstrusen Konstrukte die ureigenste Grundfunktion geschriebener Sprache.

        Adrian hat hier aber tatsächlich ein wunderbares Beispiel aufgetan, wie gut durchdacht das eigentlich mit dem generischen Maskulinum ist. Kanzler ist hierbei eindeutig lediglich eine Funktion und das Geschlecht der diese Funktion ausfüllenden Person völlig irrelevant. Somit ist die erste Aussage für jeden verständlich und tatsächlich in ihrem Sinn eindeutig. In der zweiten Aussage mit der Umwandlung von Kanzler zu Kanzlerin wird der Satz umgehend zur Farce, weil durch die Endung „in“ den Kontext wegführt von der Beschreibung einer Funktion hin zu einer personalisierten Aussage, die den Fokus auf das Geschlecht der ausfüllenden Person lenkt. Und vor dem Hintergrund, dass Merkel bislang die einzige Frau in diesem Amt war und ist, wird der Satz, sie sei die schlechteste Kanzlerin aller Zeiten genauso wahr, wie der Satz, sie sei die beste Kanzlerin aller Zeiten.

        • Die politisch Korrekten würden sagen, dass sie den Sinn der generischen Formen nicht bestreiten, nur dass es frauendiskriminierend sei wenn die generische Bezeichnung grammatisch maskulin ist (und komischerweise nicht, wenn sie feminin ist, wie zB bei „die Person“).

          Normale Menschen antworten: Nein ist es nicht.

        • Das wäre ja eindeutig weiblich. Da würde jetzt bestimmt irgendeine Queer-Abteilung nachhaltig traumatisiert werden.
          Unter den Kanzlernden hat niemand der Bundesrepublik so geschadet, wie Angela Merkel

      • Korrekt müsste eigentlich „Kanzler“ sein. Kanzler ist, ebenso wie Dr. oder Professor, ein Titel und daher geschlechtslos, Das generische Maskulinum wird aber nicht verwendet bzw. durch die explizite Geschlechtsform ersetzt, wenn man eine bestimmte Person damit beschreiben oder bezeichnen will.
        Richtig wäre also die Anrede „Frau Bundeskanzler“ wegen dem Titel, sie ist aber noch die Bundeskanzlerin (als Kennzeichnung der Position/Stellung).

  9. Nun ja, sie hat den Frauen in der CDU immerhin ein Geheimtreffen mit den Frauen der SPD gebracht. Der kleine Borjan hat ja untertänigst verkündet, was bei diesem Geheimtreffen vereinbart worden war: niemals Koalition ohne das Merkel, die Frau. Und sie hat es ermöglicht, dass AKK den Vorsitz abgab, ohne dass ein Frauengejaule losging, ‚das wäre nicht passiert, wenn sie keine Frau gewesen wäre‘. Bei Andrea, der Vorsitzenden des Arbeitskreises Pferd im Deutschen Bundestag war das noch anders. Und sie hat nicht nur den Frauen gebracht, dass es nun wohl ein ‚Team‘ als Nachfolge von AKK geben wird. Hört sich verdammt nach Senowab an. Verweibte Lösungen ohne Klarheit, stuhlkreisartig und empathisch/konfliktfrei. Nur nichts offen klären sondern hintenrum an der Demokratie vorbei oder gar gegen sie. Atomausstieg, Migrationskrise, und diverse weitere Wenden aller Art mit dem Ziel unsere Wirtschaft zu vernichten. Warten wir mal ab, was passiert, wenn sich die Verarschten dieser nach allen Seiten offenen Flauschigkeit beim Arbeitsamt treffen und wenn sie keine Steuern mehr zahlen, um diesen Irrsinn zu finanzieren. Bin ml gespannt, wann die grünen Tesla-Feinde in Brandenburg anfangen Baumhäuser zu bauen, um auf die Polizei zu scheißen. Was dann der Rechtsstaat macht, wage ich nicht zu denken, er wird sich verpissen, eine alltägliche Erscheinung in Merkelland.

    • So sieht es aus. Die Frau war eine Katastrophe! Die schlimmsten Folgen liegen aber, wie bei Kohl’s Euro-Entscheidung, in der Zukunft. Sie wird wohl tragischerweise als Heldenkanzler in die Geschichtsbücher kommen (wenn ich die devoten speichelleckenden Schleimer in den Verlagen richtig einschätze). Diejenige die das europäische Projekt und Horden an „Ge*lüchteten“ gerettet hat. Die Rechnung aber wird bezahlt werden müssen… von uns.

  10. „Da muss ich dann entscheiden, ob ich am Wochenende mit meinem Kind in den Zoo gehe oder zu einer Parteiveranstaltung“

    Möglicherweise hat die Dame doch einen sehr viel feineren Sinn für Humor als wir erwartet hätten.

  11. Wie kann jemand glauben, dass es Zeit ist über eine Zeit nach Merkel nachzudenken? Das ist doch die perfekte Konstellation für eine neue Kanzlerschaft.

  12. Mutti Stutentodesbeißerin

    „Ein „Scheinargument“ habe sie seitdem immer wieder gehört: Die Partei hätte doch zwei Frauen an der Spitze. „Aber zwei Frauen an der Spitze reichen nicht, wenn dahinter nur Männer stehen“, sagt Behrends heute.“

    Man weiß ja das sich ein Merkel auschließlich von Rückenstärkerlingsbissen ernährt.

  13. „Was hat aus deren Sicht jetzt eigentlich Merkel als Frau an der Spitze für Frauen gebracht?“

    Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie sich 2005 Feministinnen darüber freuten, dass nun endlich mal eine Frau im Kanzleramt den Laden schmeißt.

    Und jetzt? Heute ist der öffentliche Raum gerade für Frauen so gefährlich wie seit der Nachkriegszeit nicht mehr. Beklagen dürfen sie sich darüber nicht, denn das ist „nazi“.

    Vor der Merkel-Ära konnten auch Frauen in sozialen Netzwerken ihre Meinung frei äußern. Heute setzt es dann Löschungen, Sperrungen, Zensur, und nicht selten Repressalien bis hin zur gesellschaftlichen Ächtung bzw. zum Jobverlust bei der „falschen“ Meinung.

    Die aktuelle politische Situation zeigt übrigens gut, dass politische Richtungen kein Geschlecht haben. Merkels Mitstreiter sind Männer und Frauen, ihre Gegner sind Männer und Frauen.

    Gut, in den Parteien sind die Geschlechteranteile verschieden, aber trotzdem haben Meinungen und politische Richtungen kein Geschlecht, und Gut und Böse auch nicht.

    https:www.verlag-natur-und-gesellschaft.de
    http://www.evolutionsbiologen.de/
    https://www.youtube.com/user/evolutionsbiologenDE

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