Klassische feministische Argumentationen warum man Frauen besonders fördern muss

In Diskussionen mit Feministinnen trifft man immer wieder auf bestimmte Gründe bzw Argumentationen warum eine besondere Förderung bzw Bevorzugung von Frauen gerechtfertigt ist.

1. Frauen werden benachteiligt durch die männliche Gesellschaft bzw das Patriarchat bzw die Männer bzw die hegemoniale Männlichkeit, die sich alle Macht sichert

Der Klassiker: Das Patriarchat oder welche männliche Verschwörung auch immer genannt wird unterdrückt die Frauen, hat alle Macht an sich gerissen und Frauen quasi ausgeschlossen.

Natürlich kann man dagegen verschiedenste Sachen anführen. Etwa das Frauen ja genug Möglichkeiten haben sich die Macht zu nehmen, es aber nicht machen und zudem eben diese „Macht“ häufig eine Menge Arbeit ist, die viele, Männer und Frauen, gar nicht wollen.

Das führt nicht selten zur zweiten Stufe

2. Frauen sind benachteiligt aufgrund der Erziehung und daran ist auch das Patriarchat schuld und sie müssen daher Hilfen bekommen

Das ist häufig die zweite Verteidigungslinie, wenn man oben alle Möglichkeiten für Frauen aufgezeigt hat die „Macht“ an sich zu reißen und nun erklärt werden muss, warum sie es nicht machen.

Da wird dann gerne gesagt, dass Frauen eben nicht dazu erzogen werden, dass sie weniger durchsetzungsfähig sind, weil ihnen das aberzogen wird, dass sie nicht 60+ Stundenwochen wollen, weil das böse Patriarchat das mit seiner Erziehung verhindert etc. Sie führen an, dass Frauen internalisierte Frauenfeindlichkeit haben, also selbst meinen, dass Frauen für höhere Positionen nicht geeignet sind etc

Auf den Gegeneinwand, dass sie damit ja aussagen, dass Frauen für bestimmte Jobs tatsächlich schlechter geeignet sind und es kein Wunder ist, dass Gesellschaften keine nicht durchsetzungsfähigen Geschäftsführer oder Vorstände haben wollen, die selbst  glauben, dass sie wegen ihres Geschlechts am falschen Platz sind, wird nicht gut aufgenommen. Der Hinweis, dass dann Frauen an sich arbeiten müssten und das ja immerhin Frauen die Frauen erziehen auch nicht.

3. Der Weibliche Weg ist besser für die Gesellschaft und muss daher nach vorne gebracht werden 

Von der zweiten Position geht es dann häufig dahin, dass die weiblichen Eigenschaften, die oft gerade noch durch das Patriarchat verursacht worden waren um Frauen auszubremsen, eigentlich besser sind. Frauen wären vorsichtiger, weniger aggressiv, würden eben nicht 60+ Stunden in eine Führungsposition stecken, was ja für alle dann mehr Work-Life-Balance geben würde

Plötzlich werden alle Nachteile schlicht Vorteile und an ihnen wird die Welt genesen. Die Frauen müssen sich nicht ändern, wir brauchen sie um die Welt zu ändern.

Toxic Masculinity wird Blumenwiesen weichen, auf denen wir alle Hand in Hand durch den Sonnenschein hüpfen.
Aber eben nur, wenn Frauen das System ändern können.

34 Gedanken zu “Klassische feministische Argumentationen warum man Frauen besonders fördern muss

  1. Es wird sich natürlich immer einen Grund finden, warum Frauen angeblich benachteiligt sind, selbst wenn er noch so dämlich ist.
    Eigentlich müsste so ziemlich jeder Widerspruch jedem direkt ins Auge springen. Beispielsweise auch:

    … würden eben nicht 60+ Stunden in eine Führungsposition stecken, was ja für alle dann mehr Work-Life-Balance geben würde

    Wie soll das gehen? Wenn die Frau auf ihre Work-Life-Balance achtet und deshalb keine 60+ Wochenstunden arbeiten will, muss jemand anderes ihre Arbeit machen. Die Arbeit erledigt sich schließlich nicht von selbst. Ihre Work-Life-Balance geht also zu Lasten anderer.

    • Es gibt doch so viele Arbeistlose. Dann übernimmt halt einer von denen die übrig bleibenden 30 Stunden, Menschen sind doch hoch individuelle Schneeflocken, die funktional komplett austauschbar sind!
      …äh…

    • „Wenn die Frau auf ihre Work-Life-Balance achtet und deshalb keine 60+ Wochenstunden arbeiten will, muss jemand anderes ihre Arbeit machen.“

      Denkfehler!

      Von diesen 60+x Wochenstunden verwendet der Patriarch 30+x Stunden nur, um seinen privilegierten Platz am Futtertrog gegen karrieresüchtige Frauen zu verteidigen.
      Wenn also eine Frau den Job tut, sind diese 30+x Stunden überflüssig, denn sie leistet in dieser knapp halben Zeit dasselbe.

  2. Ebenfalls nicht gut angenommen wird die Frage wie zum Beispiel die schlechtere Verhandlungsführung von Frauen kompensiert werden soll. Sollen Frauen grundsätzlich einen Bonus fürs schlechtere verhandeln bekommen (was ihnen ja gleichzeitig Inkompetenz unterstellt) und wie ist das gegenüber Männern zu rechtfertigen, die auch eher schlecht verhandeln (siehe Kaufleute im Unternehmen- überwiegend Frauen – versus Ingenieure – überwiegend Männer). Da herrscht schnell absolute Ratlosigkeit und es wird auf Emotionen zurück gezogen. Dann ist es eh vorbei. In diesen Diskussionen erlebe ich Feminismus regelmäßig als etwas, dass regelrecht verblödet hat, weil frau sich überhaupt nicht diskursiv damit auseinander gesetzt hat und Widerspruch null erwartet. Und wer da seine eigene Position nicht mal hinterfragt hat und eh nicht so gut diskutieren kann, ist dann schnell am Ende. Feminismus ist einfach gut für alle, das merke ich dann immer

      • Ja natürlich. Es ist eben besser für alle. Und natürlich wird der ganze Diversity scheiß auch nie dazu führen, dass große Unternehmen Führungspositionen nach Hautfarbe, Geschlecht, Herkunft, Religion oder sexueller Orientierung besetzen statt nach Kompetenz. Nie. Chebli *hust*. Dabei finde ich es besonders bemerkenswert, dass ausgerechnet die, die davon betroffen sind das gar nicht bemerken. Die glauben echt, die sind durch ihre Kompetenz fahrstuhlartig an allen anderen vorbei gezogen…

        • „Die glauben echt, die sind durch ihre Kompetenz fahrstuhlartig an allen anderen vorbei gezogen…“

          Das sehe ich entspannt. Dieselben Trullas stolpern nämlich auch regelmäßig über ihren eigenen Glauben – siehe Jenna Behrends von der CDU.

  3. Der weibliche Weg ist besser für unsere Gesellschaft und muss daher nach vorne gebracht werden. Das stimmt und deshalb gibt es engste Verflechtungen zerstörerischer Art in unserer Gesellschaft zwischen dem Feminismus mit seiner wissenschaftsfreien Vertretung an unseren höchsten Bildungstätten, den genderstudies; dem undiffenenzierten, gutmenschenden Blick auf das Migrationsthema mit Teddybär im Arm, dem hysterischen Blick auf den sogenannten menschgemachten Klimawandel und dem no future Glauben der Sekte der Leistungsverweigerer und die grassierende Ablehnung von Technik und Wissenschaft. Das gipfelt in einer destruktiven grünen Bildungspolitik, die Rechtschreibung für überflüssig hält (Kretschmann) und Lehrstühle für Fahrradfahren einrichtet – zusammenfassend eine Bildungsoffensive für freebleeding und freeklingeln!
    Dieses kopulierende Phänomen ist aufs Schärfste zu bekämpfen!

    • Holy crap, geht das Abendland schon wieder unter? 😉

      Könnt ihr nicht ein einziges Mal von der Idee wegkommen, dass irgendwie alles mit allem zusammenhängt und eine große Verschwörung ist?

      Ja, der Genderismus ist zum größten Teil unwissenschaftlicher Mumpitz, was den produktiven Elementen an den Universitäten aber am Allerwertesten vorbei geht und auch vorbeigehen kann.
      Wir sorgen dafür, den Mumpitz als Aberglauben zu entlarven und dann ist auch Feierabend mit unserer historischen Mission.

      Das hat jedoch weder etwas mit Migration, noch mit dem Klimawandel zu tun.
      Die kriegerischen Konflikte im Nahen Osten gibt es, egal, ob wir daran glauben, es gibt zwei Geschlechter und nicht 74.
      Den Klimawandel gibt es, völlig egal, wie hoch der Anteil der Menschen an ihm ist.
      Es ist mir auch Wurst, ob grün oder esoterisch angehauchte Menschen nicht an die Bedeutung der Technik und Wissenschaft glauben.
      Wer das Internet nutzt, welches auf eben dieser Technik und der Wissenschaft basiert, um diese Botschaft zu verbreiten, ist ein Heuchler und das müssen wir klar machen.

      Dass der weibliche Weg der bessere für die Menschheit ist, existiert als weiterer Aberglauben seit dem 18. Jahrhundert, wie wir seit Kucklick wissen. Die Grünen, selbst die SPD oder die Linke dafür verantwortlich zu machen ist Mumpitz. Sie haben es nicht erfunden.
      „Die drängendsten Fragen der Gegenwart, die wichtigsten Probleme der Gesellschaft national, international und global werden mit einem Geschlechtsteil gelöst.“ ist die Antwort von demjenigen, der sonst keine Antworten hat.
      DAS ist deprimierend an der Überzeugung, „Frau“ wird es schon richten – es ist ein Aberglauben.

      • „Die kriegerischen Konflikte im Nahen Osten gibt es, egal, ob wir daran glauben, es gibt zwei Geschlechter und nicht 74.
        Den Klimawandel gibt es, völlig egal, wie hoch der Anteil der Menschen an ihm ist.“

        Das ist beides richtig.
        Und beides ist ein Strohmann.
        Denn die eigentliche Frage ist, ob es ohne Quotenfrauen etc. so viele Politiker gäbe, die glauben, man könne die Welt nach dem Modell eines Kindergartens regieren, wo man einfach nett zu ALLEN Kindern ist (egal, wo sie herkommen) und dann vertragen die sich schon alle oder ob es so viele Politiker gäbe, deren Basiseinstellung ist, dass man nur lautstark genug FORDERN muss, dann gehen die Probleme schon weg. Und wo Ressourcen herkommen ist auch kein Thema, um das Frau Politiker*In sich kümmern muss.

        • Das ist zwar keine „eigentliche“ Frage, aber eine nette Überschrift eines Artikels auf GA hilft weiter: „Mehrwertsteuersenkung auf Tampons beschlossen: Quengeln und Lügen hat geholfen“
          So lange man mit „Quengeln und Lügen“ weiter kommt, wird „Quengeln und Lügen“ als Erfolgsmodell gelten können. Ich mache diese Erfolgsmodelle nicht, sondern ich stelle nur fest, dass sie derzeit noch funktionieren.

          Dass Politik im Stile eines Kindergartens funktioniert, liegt übrigens an den Wählern.
          Sie bekommen, was sie hören wollen und was sie nicht hören wollen, wird ausgeblendet und ausgebuht.
          Wenn sie genügend giftig zu dem sind, was sie nicht hören wollen, dann wird das auch schon verschwinden.
          Der Klimawandel wird z.B. nicht mehr existieren, wenn man ihn „linksgrünversifft“ nennt.
          Probleme mit der Migration gibt es nicht mehr, wenn man die Probleme „Nazi“ nennt.
          Klappt garantiert!

          Die politischen Lager nehmen sich gar nichts – sie benehmen sich wie Kinder, also werden sie von Kindergärtnern regiert, die sie angemessen behandeln.

          • „liegt übrigens an den Wählern.“

            Der Wähler ist übrigens nicht intelligent, klug und gebildet genug, einen qualitativen Unterschied zwischen z.B. Willie Brand und Frau Dr. Giffey zu erkennen.

            Ich bin ja dafür, dass es verboten wird, auf Wahlen in den Medien hinzuweisen oder gar Werbung zu machen. Keine Schilder mehr an den Straßen. Dadurch würden alle, die kein Interesse daran haben, sich über die aktuelle Politik zu informieren automatisch zu nicht-Wählern und der durchschnittlich IQ der Wähler steigt automatisch um 20 Punkte.

            DANN hätten wir eine Chance, dass all die Scharlatane abgewählt würden.
            So wie’s ist, ist Frau Dr. Schwesig immer noch intelligenter als 60% der Wählerschaft. Natürlich wählen die sie nicht ab. Wie sollten die erkennen können, mit was für einer Luftnummer sie es zu tun haben? Die sind ja kognitiv voll damit ausgelastet, sich zweimal am Tag die Schuhe zu binden.

            Ungeachtet all dessen ist es so, dass eine Quote dafür sorgt, dass die Kompetenten (mindestens: weit mehr von denen, als dir lieb sein kann) der nicht-quotierten Gruppe sich ein anderes Betätigungsfeld sucht.
            Aus Quote folgt also zwangsläufig, dass die Dummenrate im quotierten Bereich steigt.
            ABC, QED, AFK

          • „Der Wähler ist übrigens nicht intelligent, klug und gebildet genug, einen qualitativen Unterschied zwischen z.B. Willie Brand und Frau Dr. Giffey zu erkennen.“

            Ich denke schon, nur ist Willi eben tot und ein bisschen unfair ist es, permanent die Jahrhundertmänner zum Vergleich aufzustellen und nicht Sigmar Gabriel bspw.

            „Dadurch würden alle, die kein Interesse daran haben, sich über die aktuelle Politik zu informieren automatisch zu nicht-Wählern und der durchschnittlich IQ der Wähler steigt automatisch um 20 Punkte.
            DANN hätten wir eine Chance, dass all die Scharlatane abgewählt würden.“

            Das ist eine ausgezeichnete Idee für den Troll in mir! 🙂
            Was mich aber ratlos macht, ich bekomme die Daten von IQ-Forschern wie Flynn, der meint, wir würden immer intelligenter werden und die steigende Anzahl von Abiturienten und Studenten nicht auf eine Reihe mit der offensichtlichen Verblödung der Öffentlichkeit. Es kann doch nicht nur an den sozialen Medien liegen?!

            „Ungeachtet all dessen ist es so, dass eine Quote dafür sorgt, dass die Kompetenten (mindestens: weit mehr von denen, als dir lieb sein kann) der nicht-quotierten Gruppe sich ein anderes Betätigungsfeld sucht. Aus Quote folgt also zwangsläufig, dass die Dummenrate im quotierten Bereich steigt.“

            Ja, darauf wird es wohl hinauslaufen; fürchte ich auch. Die noch unerfreulichen Begleiterscheinungen werden Klientelismus und völlig undemokratische Entscheidungsprozesse sein, die in Hinterzimmern ausgekungelt sowie mit medialer Meinungsmache durchgesetzt werden. Mit von der Leyen hat man auch den kommenden (dreisten) Nepotismus bereits in lebendig und in Farbe erleben können…

          • Ich denke die interparteilichen Frauenorganisationen haben an diesen Kindergarten ebenfalls einen Anteil. Die vernetzen sich parteiübergreifend und sorgen dafür das in jeder Partei der gleiche demokratiefeindliche Female Supremacy Scheiß abgezogen wird. Wer als Mann nicht mitspielt, wird Frauenfeindlichkeit und Rückständigkeit vorgeworfen. Wer als Frau nicht mitspielt, ist eine Verräterin an Frauen.

            Nur noch in-group & out-group. Wo sind die Bösen? Wer ist auf meiner Seite?

          • “ ein bisschen unfair ist es, (…) nicht Sigmar Gabriel bspw. aufzustellen“

            Meiner These zufolge ist Gabriel das, was nach 30 Jahren Frauenquote und Gendermainstreaming noch an Männern übrig bleibt. Unsere derzeitige politische Szene hat gar keinen Raum für Jahrhundertmänner. C’est la point.

            „Was mich aber ratlos macht, ich bekomme die Daten von IQ-Forschern“

            Ach, ach… crumar und sein Problem mit Intelligenzforschung…
            Ich habe kein Interesse an – im Übertragenen Sinn – der Diskussion, ob nun 3 oder 10 Engel auf einer Nadelspitze tanzen können.
            Mir geht’s nur ganz pragmatisch um folgende Offensichtlichkeit: Jeder kennt Menschen A, B und C, für die die Aussagen gelten: „A ist schlauer als B und A ist schlauer als C und B ist schlauer als C und A ist deutlich schlauer als C als A schlauer als B ist“.
            Schlauheit/Intelligenz/Einsichtsfähigkeit (wie auch immer, ist mir in diesem Kontext egal) ist a) ein Fall für den Komparativ und b) hat ein Maß. (Sonst gäbe es kein „mehr schlau“).
            IQ ist ein gutes Werkzeug, diese Verhältnisse zumindest näherungsweise Auszudrücken.

            Aber, um deine Dissonanz zu mildern:

            Using administrative register data with information on family relationships and cognitive ability for three decades of Norwegian male birth cohorts, we show that the increase, turning point, and decline of the Flynn effect can be recovered from within-family variation in intelligence scores. This establishes that the large changes in average cohort intelligence reflect environmental factors and not changing composition of parentsUsing administrative register data with information on family relationships and cognitive ability for three decades of Norwegian male birth cohorts, we show that the increase, turning point, and decline of the Flynn effect can be recovered from within-family variation in intelligence scores. This establishes that the large changes in average cohort intelligence reflect environmental factors and not changing composition of parents

            https://www.pnas.org/content/115/26/6674https://www.pnas.org/content/115/26/6674

            Auch nach Flynn werden wir anscheinend dümmer.

          • „Auch nach Flynn werden wir anscheinend dümmer.“

            Als Grund dafür wird in Norwegen der längere Genuss des Privatfernsehens vermutet (WIKIPEDIA zum Flynn-Effekt; Kapitel „Entwicklung nach 1984“, 1. Absatz, letzter Satz).

            Ich hatte schon in meinem Studium den Verdacht geäußert, dass der dauerhafte Konsum der BILD zu einer irreversiblen Verblödung des Lesers führt.
            Es ist wie mit dem dauerhaften Konsum von Fast-Food. Aufbereiteter Input ist leicht verdaulich, führt aber zu Schäden im nicht auf solche Verhältnisse vorbereiteten Organismus.

          • @carnofis:

            „Es ist wie mit dem dauerhaften Konsum von Fast-Food. Aufbereiteter Input ist leicht verdaulich, führt aber zu Schäden im nicht auf solche Verhältnisse vorbereiteten Organismus.“

            Ich würde nicht sagen, dass es zu Schäden führt, denn wenn du jetzt jeden Tag BILD lesen würdest, würdest du wahrscheinlich nicht dümmer werden. Das Problem ist mMn die fehlende Forderung des Gehirns in jungen Jahren, wenn es sich am stärksten entwickelt. Ich kann Menschen nicht beliebig intelligent machen, da hier irgendwann genetische Grenzen sind, aber ich kann einen Menschen ziemlich dumm halten, wenn ich ihm ein Leben lang Input vorenthalte. Und wenn ich ein Kind vor dem Fernseher (heute Internet) parke, dann lernt es nicht. Das ist passiver Konsum, an Stelle von aktivem und bewusstem Lernen.

          • „Und wenn ich ein Kind vor dem Fernseher (heute Internet) parke, dann lernt es nicht. Das ist passiver Konsum, an Stelle von aktivem und bewusstem Lernen.“

            So ist es.

            Ich glaube, meine Söhne hassen mich noch heute dafür, dass ich ihnen fast nie ne „anständige“ Antwort auf ihre Frage gegeben hatte, sondern sie lehrte, sie entweder durch logisches Nachdenken, Extrapolieren aus Bekanntem, oder den Einsatz der richtigen Medien zu finden 🙂 .
            Ich muss sie mal fragen, ob und was von dieser Methodik übriggeblieben ist.

      • „was den produktiven Elementen an den Universitäten aber am Allerwertesten vorbei geht und auch vorbeigehen kann.“

        Warum werden dann z.B. an der TECHNISCHEN (!) Universität Eindhoven nur noch Frauen eingestellt?

        „Wir sorgen dafür, den Mumpitz als Aberglauben zu entlarven und dann ist auch Feierabend mit unserer historischen Mission.
        Wer das Internet nutzt, welches auf eben dieser Technik und der Wissenschaft basiert, um diese Botschaft zu verbreiten, ist ein Heuchler und das müssen wir klar machen.“

        Wer ist wir? Wo ist die mächtige Stimme, die dem ganzen Einhalt gebietet? In der Politik? In den Medien? Dein Optimismus in allen Ehren aber im Moment sieht es für mich nicht so aus, als ob dieses totalitäre Denken irgendwie zurückgedrängt würde. Im Gegenteil, es breitet sich doch immer weiter aus.

        • Wir sind zunächst einmal alle, die hier schreiben und lesen.
          Leszek hatte berechtigt darauf hingewiesen, wir wären mit politischen Aktionen bereits sehr viel weiter.
          Es gab und gibt keine, also läuft es so langsam, wie es eben läuft.
          Wir können uns ja nicht nicht einmal gemeinsam auf eine Plattform wie Youtube einigen, um dort zu veröffentlichen.

          Wir leben also von 1000 alltäglichen Einsprüchen gegen das von dir skizzierte Denken auf jeder Ebene.
          Falsch finde ich, ständig ein Schreckensszenario an die Wand zu malen.
          Was haben wir davon, uns zu deprimieren?

          Es gab in den letzten Jahren viele ermutigende Fortschritte – z.B. in der Diskussion um das Wechselmodell, der bei man tau besprochene Film in der ARD.
          Weder Parite, noch Quote werden einfach so durch gewunken, sondern sind – wie es so schön heißt – umstritten. Eine Überschrift in einer Zeitung, wie „5 Milliarden Euro für Gender-Politik“ hätte es früher nicht gegeben und auch nicht den dahinter stehenden Streit (ziemlich geil):
          https://www.volksstimme.de/sachsen-anhalt/streit-eklat-um-ministerin-bei-ameos

          Also: Wir führen ein uphill battle und das ist anstrengend, aber nicht aussichts- und auch nicht erfolglos.

          • @crumar
            Das ist eine absolut sinnlose Schlacht, wenn man den Krieg darüber verliert…..
            Diejenigen, die den Intersektionalismus begründet haben, haben nämlich nicht unrecht, so ganz vom Prinzip her gesehen.

          • @Alex

            Das Problem ist, diejenigen, die den Intersektionalismus begründet haben, wurden schon lange enteignet. Gerade Feministinnen wie Fraser haben es aber nicht begriffen oder wollen es nicht begreifen.
            Wenn wir vor 20 Jahren über Intersektionalisus geredet hätten, dann im Kontext von „class, race, gender“ und daraus ist dann der vulgäre, biologistische, rassistische und sexistische Zorn gegen den „alten weißen Mann“ geworden. Ohne Klasse, natürlich.

            Sie sind mit guten Intentionen gestartet und als diese Theorie dann „massenkompatibel“ wurde, sich institutionelle und politische Interessen der Theorie bedienen konnten, haben sie jede Kontrolle darüber verloren und aus dem Ding wurde ein Monster.
            Was nicht zum ersten Mal in der Geschichte passiert ist (davon kann ich ein Liedchen trällern).

            Ich sehe aber an dem Widerstand gegen die Identitätspolitik und die „moralische Läuterungsagenda“, es formiert sich eine Allianz, die mir Mut macht. 🙂

          • Ich male keine Schreckensszenarien an die Wand. Für mich ist das einfach realistisch. Der Mensch als Teil der Masse ist dumm und irrational. Und die Vermassung der Menschen wird durch die Medien immer weiter vorangetrieben. Die Möglichkeiten dazu sind in den letzten Jahren nochmal enorm gewachsen. Schon die Nazis hatten mit sehr viel beschränkteren Mitteln ein ganzes Volk in ihren Klauen. Und sie gingen dabei noch nicht mal so subtil wie heute vor. Wen willst du denn über Youtube erreichen? Ein paar Leute, die sich Underground-Kanäle reinziehen? Die Masse erreichst du damit doch gar nicht. Wer sich selbstständig informiert, tut das bereits, und wer es nicht tut, den erreichst du nicht. Es kann nur über Politik und Medien laufen. Grüne, Linke und SPD kann man hier getrost vergessen. Die CDU steht grad vor einer Zerreißprobe, die FDP ist zu gelähmt und die AfD wird immer schön als Nazi geframed. Der ÖR ist sowieso auf Linie. Manchmal versuche ich bei den Kommentaren auf Tagesschau.de zu diversen Artikeln zu verlinken, zuletzt zu einem Artikel der NZZ über den Fall Weinstein. Die werden gar nicht erst freigeschaltet. Und weißt du warum? Hier ein Auszug aus deren Netiquette:

            „Ein Anspruch auf Veröffentlichung besteht wie gesagt nicht. Auch ein Anspruch auf Begründung bei Nichtveröffentlichung besteht nicht, insbesondere dann, wenn gegen die oben genannten Regeln verstoßen wird. (…) Wir zensieren nicht. (…) Wir üben aber auf unseren Seiten das Hausrecht aus. Dabei sehen wir es als unsere wichtigste Aufgabe an, Ihnen eine konstruktive Diskussion zu ermöglichen. (…) Damit möchten wir zum gesellschaftlichen Diskurs und zu umfassender Partizipation in gesellschaftlichen Prozessen beitragen. Deshalb wünschen wir uns einen Dialog unserer Nutzerinnen und Nutzern.“

            Die interessieren sich einen Scheiß für andere Meinungen. Ich werde gezwungen den ÖR über meinen Rundfunkbeitrag zu finanzieren, bin aber bei meiner Meinungsäußerung der Willkür eines Moderators ausgesetzt. Ich bin mir nicht mal sicher, ob das rechtens ist, und überlege, ob man nicht dagegen klagen kann. Das würde vielleicht eine gewisse mediale Aufmerksamkeit generieren, wobei ich dann natürlich auch bloß ein böser Neurechter wäre, der irgendwelche fake news verbreiten möchte.

          • „Die interessieren sich einen Scheiß für andere Meinungen. Ich werde gezwungen den ÖR über meinen Rundfunkbeitrag zu finanzieren, bin aber bei meiner Meinungsäußerung der Willkür eines Moderators ausgesetzt.“

            Was ich dann nicht verstehe ist, wie so ein Film wie „Weil du mir gehörst“ dann ausgerechnet in die Hauptsendezeit eines ÖR geraten konnte.
            Das als FauxPas abzutun ist angesichts der durchaus bekannten Brisanz des Themas unwahrscheinlich.
            Zumindest hätte man dann ja die ganzen Kommentare, die die Botschaft des Films hundertfach bestätigten, unterdrücken müssen/können.
            Das ist nicht geschehen. Die Familienjustiz hat hier ordentlich Dresche bezogen.

            Ich kann keine Zensur erkennen, auch wenn ich mit Vielem nicht konform gehe.

          • @carnofis
            „Was ich dann nicht verstehe ist, wie so ein Film wie „Weil du mir gehörst“ dann ausgerechnet in die Hauptsendezeit eines ÖR geraten konnte.“

            Ich galube die Politik hat kapiert, dass sie sich die Sozialstaatsexzesse nicht mehr leisten kann, der Feminismus-Irrsinn ist einfach zu teuer.
            Sicher nicht, weil das irgendein Gewissen oder Gerechtigkeitssinn leitet und daher der offene Widerspruch zu Reinen Lehre. Das ist nur durch Pargmatismus zu verstehen.

          • @carnofis:

            „Was ich dann nicht verstehe ist, wie so ein Film wie „Weil du mir gehörst“ dann ausgerechnet in die Hauptsendezeit eines ÖR geraten konnte. Das als FauxPas abzutun ist angesichts der durchaus bekannten Brisanz des Themas unwahrscheinlich.“

            Eine Schwalbe macht aber auch noch keinen Sommer und es ist auch nur ein Film. Warten wir ab, wie die Dinge sich entwickeln.

      • Ja, der Genderismus ….. Das hat jedoch weder etwas mit Migration, noch mit dem Klimawandel zu tun.

        Damit missachtest du aber die zahllosen Stimmen, die genau diesen Zusammenhang postulieren. Und das sind nicht die Gegner dieser Konzepte, sondern deren Vertreter! Und sie haben recht, das kommt alles aus dem Fundus des „Linksalternativen“, aus der Weltanschauung, die sich politisch in den Grünen konkretisiert hat, aber weit darüber hinaus verbreitet ist. Es handelt sich dabei um eine irrationalistische Weltanschauung der Antimoderne, nach der Technik und Wissenschaft das Böse, Urspüngliche Unverdorbenheit das Gute sind. Es ist nichts anderes als die „gute alte Reaktion“, die hier im neuen Zeitgeistgewand wiederauferstanden ist. Gerade du als Marxist solltest das doch eigentlich besonders scharf sehen, welche Tradition hier werkelt…

        • Na ja Alex, sicher gibt es diesen Zusammenhang in den Hirnen von Menschen, nach denen „Geschlecht“ die Gesamtgesellschaft überformt und strukturiert.

          In der man säuberlich zwischen männlich = Böse und weiblich = Gut unterscheiden kann.
          Demzufolge „Technik und Wissenschaft das Böse“ und „das Urspüngliche, das Unverdorbene das Gute sind“.
          Wobei „das Urspüngliche, das Unverdorbene“ ein halluzinierter Naturzustand ist, der letztlich ohne Menschen als Bestandteil der Natur auskommen muss. Demzufolge – und das ist die Einstiegsdroge in die kognitive Dissonanz – eine Natur existiert, zu der Menschen nicht gehören.
          Aber Frauen zur Natur werden sowie Männer zur Kultur.
          Duuuuuh! Von hier ab kann es eigentlich nur irrational werden. 😉

          Man sollte auch sehen, was der Feminismus ideologisch betreibt und wie er uns allen schadet.
          Nachdem fein säuberlich Männer auf emotionslose Rationalität und Technik und deren destruktives Potential festgenagelt werden, was bleibt dann noch für Frauen?
          Emotionalität, „das Soziale“ und die Wichtigkeit der Anerkennung von „care-Arbeit“.
          Supi. Hört sich nach geschlechtergerechter Zukunft an.

          Wie gedenkt man denn dieses Schisma zu überwinden, nachdem man jahrzehntelang davon profitiert hat? Ärgerlich ist, dass wir selbstverständlich Rationalität und Vernunft verteidigen gegen Irrationalismus und Subjektivismus, aber das tun wir in diesem frame, der gar nicht unserer ist.

          Ich frage mich auch, wann diese Komiker endlich merken, dass z.B. die propagierte „Energiewende“ mehr Wissenschaft und Technik erfordert, statt weniger.
          Nur werden in dieser weniger Frauen beschäftigt sein, als vorher in der traditionellen Industrie.
          Aus der Nummer kommen sie auch nicht mehr heraus, denn das haben sie selber verbockt.

          • @crumar, das ist fehlgeleiteter Nihilismus, der dieser Feminismus eigentlich ist. Die Linke hat den bürgerlichen Staat mit diesen Massnahmen schwächen wollen, um ihn zu übernehmen. Eine revolutionäre Idee der Linken, Marxisten, Standard.
            Nur dumm, wenn die zu Zombies werden und sich selbst kannibalisieren. Oder gar auf die neue Elite losgehen, das hat wirklich was von Frankenstein! lol

    • Nina, wer permanent den Männern das Böse (TM) zuschreibt, wird auch ein Gesellschaftssystem wie den Kapitalismus als männlich identifizieren wollen.
      Dass man damit den Systemcharakter vom Kapitalismus um Meilen verfehlen muss, sollte klar sein.
      Es wird dann auf der Ebene von „jüdischer Physik“ oder „männlicher Wissenschaft“ kritisiert und demzufolge ein „feministisches Wirtschaftssystem“ gefordert.
      https://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/ungleiche-vermoegen-oxfam-fordert-feministisches-wirtschaftssystem-a-d06055ae-31ea-45cb-85a6-48ca7b206646

      Das Pi mal Daumen auf einen von Männern finanzierten kapitalistischen Wohlfahrtsstaat hinausläuft.
      Zuzüglich bezahlter Hausarbeit – für Frauen.
      Der bürgerliche Feminismus hat nie seine Herkunft verstanden und das wird er auch nicht.
      Wer Zeit seiner Lebens daran gewöhnt worden ist, dass ihm die Hälfte des Einkommens einer Lebensgemeinschaft zustehen, ohne für die Hälfte verantwortlich zu sein, wird lustige Überzeugungen von dem entwickeln, was ihm alles zusteht.

  4. kleiner Witz am Rande:

    ich glaube es war der 2, Januar, da am im Deutschlandfunk eine Sendung über Feministinnen in der DDR. Ja ! selbstverständlich war auch in der DDR die ja im Namen des Sozialismus Gleichberechtigung eingeführt hatte noch nicht vollkommen in Sachen Gleichberechtigung.
    Es kam in der Sendung auch eine wackere Kämpferin für Gleichberechtigung zu Wort:
    Sie nannte 2 Beispiele ihres Kampfes:
    1. In dem VEB wo sie arbeitete war eine Frau Betriebsleiterin. An der Bürotür stand „DIREKTOR“ , Der Betriebsleiterin war es egal, sie hat aber alle bis zum Hausmeister runter so lange terrorisiert, bis sie genervt aufgegeben haben und ein Schild „Direktorin“ angebracht haben.
    2. Irgendwann gab es in der DDR eine Gesetzesnovelle, die im Verteidigungsfall Männer und Frauen gleichstellte, also auch Frauen zum Wehrdienst eingezogen werden könnten.
    Dagegen regte sich natürlich ihr weibliches Gerechtigkeitsdenken.
    Ihr O-Ton aus meiner Erinnerung der Sendung:
    „Man sieht ja wie der Wehrdienst die Männer kaputt macht, das WIR ALS FRAUEN das auch machen sollen, das geht gar nicht ! “
    Man könnte lachen, wenn es nicht so traurig wäre…

    • am ist die Kurzform von kam

      Ach ja , noch zur Debatte um Jonny Depp:

      Psychopatin hin oder her, nach meiner Erfahrung rasten 70-90% aller Frauen aus, wenn man ihnen an ihre Privilegien will, oder auch nur zu erkennen gibt, daß man das verlogene Spiel von der angeblich friedlichen lieben benachteiligten Frau durchschaut hat.
      Keine Frage es gibt tatsächlich liebe friedliche und benachteiligte unterdrückte Frauen. Aber das ist eine Minderheit. Zumindest gibt es wesentliche mehr friedliche liebe benachteiligt Männer aber nach denen kräht ja kein Hahn und schon gar keine Frau.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.