Selbstlosigkeit bei Kleinkindern

Der Spiegel berichtet zu einer Studie zur Selbstlosigkeit und Hilfsbereitschaft bei Kleinkindern (1,5 Jahre alt)

Ich hatte hier schon einige Artikel zu den evolutionären Ursprüngen von Kooperation und da auch von Altruistischen und Kooperativen Verhalten. Der wichtigste Grundsatz ist dort wohl die „Do ut des“ Strategie, also die Strategie, dass man selbst gibt, damit einem auch der andere einem etwas gibt bzw die „Tit for tat“ Strategie: Solange du dich kooperativ verhältst verhalte ich mich auch kooperativ.

Ich verweise etwa auf diesen Artikel:

Jetzt könnte man anführen, dass Kinder nicht viel zu geben haben und lieber nehmen sollten, da sie es ja besonders brauchen. Aber gerade da Kinder besonders abhängig von einer Kooperation sind kann es sich gerade für sie lohnen, dass sie Zeichen für „Selbstlosigkeit“ oder „Altruismus“ oder zumindest gegen reinen Eigennutz senden. Denn der Erwachsene kann es ihnen natürlich erst recht wegnehmen, wenn er will und findet vielleicht eher ein Kind, welches es freiwillig anbietet besonders förderungswürdig.

Allerdings scheinen Kinder auch früh ein Konzept von „Eigentum“ zu entwicklen. Fräulein Schmidt beispielsweise weis schon welches Spielzeug ihr gehört und zuletzt bei einem Spielkontakt war sie gar nicht einverstanden damit, dass ein anderes Kind die Spielzeuge nutzen wollte oder auch nur Aufmerksamkeit von Südländerin bekommt. Es ist eben ihr Spielzeug und ihre Mama.

Es kann sinnvoll sein teilen zu können aber auch sinnvoll sein, dass eigene zu bewahren.

 

„Wenn der andere es nicht haben will, dann scheint es nicht wichtig zu sein“ könnte auch ein interessanter Grundsatz sein.

Einmal noch der Abstract der Studie:

Altruistic behavior entails giving valuable benefits to others while incurring a personal cost. A distinctively human form of altruistic behavior involves handing nutritious food to needy strangers, even when one desires the food. Engaging in altruistic food transfer, instead of keeping the food, is costly, because it reduces the caloric intake of the benefactor vis-à-vis the beneficiary. Human adults engage in this form of altruistic behavior during times of war and famine, when giving food to others threatens one’s own survival. Our closest living primate relatives, chimpanzees (Pan troglodytes) and bonobos (Pan paniscus), exhibit notable constraints on the proclivity to engage in such food transfer (particularly chimpanzees), although they share many social-cognitive commonalities with humans. Here we show that in a nonverbal test, 19-month-old human infants repeatedly and spontaneously transferred high-value, nutritious natural food to a stranger (Experiment 1) and more critically, did so after an experimental manipulation that imposed a feeding delay (Experiment 2), which increased their own motivation to eat the food. Social experience variables moderated the expression of this infant altruistic behavior, suggesting malleability.

Quelle: Altruistic food sharing behavior by human infants after a hunger manipulation

Dass der Konflikt „Nährstoffe für sich vereinnahmen“ und „Signalisieren, dass man teilt, Eigentum respektiert und nicht eigennützig ist“ bei Mangel an Nährstoffen, also Hunger eher zu dessen Gunsten aufgelöst wird, erscheint logisch, wenn man bedenkt, dass man früher eher Nahrungsmangel hatte. Beides kann das Überleben erheblich beeinflussen, Nahrungsmangel ist allerdings dann die größere Gefahr.

29 Gedanken zu “Selbstlosigkeit bei Kleinkindern

  1. Äh – Studiendesign ist dämlich. Meine Nichte ist anderthalb, die hebt eigentlich alles auf. Und wirft es dann wieder runter – v.a. Bananen, die sind zu groß zum ordentlich greifen.

    Das war bei meinen Patenkindern in dem Alter genauso.

    Da was reinzuinterpretieren ist Idiotie. Mal abgesehen ist „Anderthalb“ nicht mehr „Baby“ – solltest Du wissen, Christian.

    Nachtrag: Studie gelesen. _Geschnittene_ Banane und andere Früchte. Auf dem Boden. Wie lecker.
    In weiteren Nachrichten: 58% aller Anderthalbjährigen springen von Hochhäusern, wenn das Mama auch tut. Oder auch nur nicht aufpasst.

    Aber beeindruckende Statistiken bei dem N. Würfeln wäre da reliabler, aber hey – Studie!

    • Nachtrag: Der „Wissenschaftsjournalismus“ ist fast so heftig daneben wie die „Studie“. Wiederholen wir das mal mit einer Chilischote, und schauen dann, wieviele Kinder die essen, wenn Mama nicht wenigstens böse guckt? Nur, weil man da ja ganz hochphilosophische Schlüsse draus ziehen kann / soll.

  2. „Wenn der Erwachsene dagegen keine Anstalten machte, an das Essen heranzukommen, blieben die Kinder reglos sitzen“
    vs
    „Studiendesign ist dämlich. Meine Nichte ist anderthalb, die hebt eigentlich alles auf“

    🤔

  3. Es gibt keinen Altruismus. Was wir als „Selbstlosigkeit“ bezeichnen ist nichts weiter als Egoismus. Da wir aber eine soziale Spezies sind, sieht dieser Egoismus, im sozialen Gefüge scheinbar selbstlos zu handeln, wie Altruismus aus.

    „Egoismus“ wird im allgemeinen als etwas negatives gesehen, dabei ist es der einzige Antrieb, den wir haben. Wenn ich etwas für einen anderen tu, tu ich das entweder, weil ich mir eine Gegenleistung erhoffe (und wenn es „nur“ Dankbarkeit ist) oder aber, damit ich mich danach besser fühle, was aber ebenfalls eine egoistische Motivation ist. Diese Fähigkeit, sozial zu empfinden und so den egoistischen Trieb in soziales Verhalten kanalisieren zu können, hat uns Menschen zu dem gemacht, was wir sind.

    • „Wenn ich etwas für einen anderen tu, tu ich das entweder, weil ich mir eine Gegenleistung erhoffe (und wenn es „nur“ Dankbarkeit ist) oder aber, damit ich mich danach besser fühle,“

      Und jetzt bitte das berühmte Beispiel des Soldaten, der sich auf eine Handgranate wirft, damit seine Kameraden überleben, in eine dieser beiden Begründungen (denn es gibt ja KEINE dritte und kein Opfer) einsortieren.
      3-2-1-GO

      • Himmelfahrtskommando, Kamikaze, Freiwillige im ersten und zweiten Weltkrieg usw. Stolz, für sein Land sterben ect. Gerade Soldatenethos ist voll davon. Aber man braucht gar nicht so weit gehen. Man kann das auf jeden Krieger beziehen. Hat auch viel mit der Menschwerdung zu tun, sich für seine Gruppe zu opfern, und diejenigen, die sich dafür freiwillig melden, tun das weil sie sich damit besser fühlen, etwas für ihre Gruppe zu tun. Darum sind auch die Religionen kriegerischer Gesellschaften auf diesen Ehrenmythos ausgerichtet.

        • Deine vorherige Aussage war: Es gibt nur „Der Egoist fühlt sich hinterher besser“ ODER „Der Egoist macht das nur für die Gegenleistung“. KEIN Drittes.

          Während dabei sowieso schon die Frage offen bleibt, warum sich ein Egoist hinterher besser fühlen sollte, wenn er ein Opfer bringt – das ergibt nämlich keinerlei Sinn – fühlt ein toter Soldat hinterher gar nichts und das mit der Gegenleistung wird auch nichts.

          Ich glaub, du solltest deine These überarbeiten.

        • „Stolz, für sein Land sterben ect.“

          Nein, das greift leider zur kurz, mindph.
          Nehmen wir den Mann, der sieht, wie am vollen Bahnsteig ein ihm fremdes Kleinkind auf die Schienen vor einen einrollenden Zug fällt.
          Wenn er nun dem Kind hinterherspringt es zu retten, hat er gar keine Zeit, sich zu überlegen, welcher postmortale Ruhm ihn erwarten würde. Er springt einfach – und wird überfahren.
          Ich gebe Dir recht, dass 99% der Formen von Altruismus in Wirklichkeit Egoismus sind, aber es gibt eben doch einen Rest echten unverfälschten Altruismus.

          • Es wird auch nicht überlegt. Wo habe ich behauptet, dass man sich das erst überlegen würde?
            Frage dich doch mal nach der Motivation. Warum tut er das? Weil er das Leid nicht sehen kann.
            Es gibt im Deutschen da ein schönes Wort für: Mitleid. Ich leide mit.

            Und du kannst auch nicht von „Rest“ sprechen, denn es gab nie diesen „echten“ Altruismus.

          • ..Ich gebe Dir recht, dass 99% der Formen von Altruismus in Wirklichkeit Egoismus sind, aber es gibt eben doch einen Rest echten unverfälschten Altruismus…

            Sehe ich ähnlich. Natürlich ist sogenannter Altruismus immer auch Egoismus, dient dem eigenen Überleben oder Wohlbefinden.
            Es gibt aber diesen Rest, sicher instinktiv verwurzelt, von dem man nichts hat, der aber evolutionsbiologisch sinnvoll ist weil er der Arterhaltung dient.
            Das ist bei Frauen die Aufopferung für das eigene Kind (funktioniert ja, hoffentlich !, meist ganz gut) Und ist bei Männern der Trieb sich für alle anderen der Gemeinschaft zu opfern, vor allem für Frauen und Kinder (funktioniert, leider viel zu gut, lässt sich daher hervorragend missbrauchen) Die eigenen Frauen zu schützen ist das Standartargument das Männer dazu bringt sich für jeden noch so absurden Scheiß in Qual, Schuld und Tod hetzen zu lassen.

          • „Es gibt aber diesen Rest, sicher instinktiv verwurzelt, von dem man nichts hat, der aber evolutionsbiologisch sinnvoll ist weil er der Arterhaltung dient.“

            Das ist doch aber auch wieder von egoistischem Vorteil. Wenn man sich zB für die eigenen Kinder einsetzt, dann hilft das, die Fortpflanzung auch der eigenen Gene zu sichern. Die Frau für das Kind oder der Mann für die Gruppe, in der ja meistens auch seine Frau und sein Kind existieren, und die Gruppe seine Nachkommen mit beschützt. Die eigene Familie spielt ja auch im Soldatenpathos eine wichtige Rolle.

            If I should fall in battle
            My brothers who fight by my side
            Gather my horse and weapons
            Tell my family how I died

            Die Familie soll erfahren, wie er gestorben ist, wie er sich für sie geopfert hat. Hoffentlich möglichst heldenhaft, so dass sie stolz sein können. Ein Soldat, der kein Gefühl der Verbundenheit mit seinen Kameraden und seiner Familie hat, wird sich auch eher nicht für diese opfern. Dieses Gefühl existiert aber zunächst erst einmal nur im Ich und wenn er sich nicht sicher ist, dass es auch erfüllt wird, ist die Bereitschaft zum eigenen Opfer auch ungleich kleiner.

        • „Es soll Leute geben, die an ein Leben nach dem Tod glauben.“

          Ist aber keine notwendige Bedingung für aufopfernd-altruistisches Verhalten.

          • Wurde auch nicht behauptet. Auch ein Atheist kann sich besser fühlen, wenn er weiß, dass jeder in einer Gemeinschaft sich für ihn aufopfernd einsetzen würde. Das macht die Gruppe stark, wenn jeder einzelne sich der Unterstützung, die Loyalität der Gruppe sicher fühlen kann.

            Warum rennt ein Feuerwehrmann unter Lebensgefahr in ein Haus, um ein Kind, eine alte oder kranke Person oder auch „nur“ eine Katze oder einen Hund zu retten? Auf den ersten Blick macht das evolutionär nur beim Kind Sinn. Da wir aber zu Mitgefühl fähig sind, fühlen wir das Leid des Opfers mit und eine Möglichkeit, etwas gegen dieses unangenehme Gefühl, das Leid eines anderen Wesens miterleben zu müssen, ist sich für dieses Wesen einzusetzen, auch wenn es Gefahr für das eigene Leben bedeutet. Dieses Gefühl ist mitunter so stark, dass extra Regeln aufgestellt werden müssen, damit sich solche Retter nicht blindlings für andere opfern, wenn die Situation aussichtslos ist. Das ist eine Grundeigenschaft unseres biologischen Programms und zeigt sich uU. schon bei Kleinkindern wie man in diesem Artikel sieht. Es gab uns einen evolutionären Vorteil, weil unsere Vorfahren in der Gruppe stärker waren als allein.

            Ist ein Kapuzineräffchen altruistisch, wenn es eine Harpyie sichtet und, statt zur aller erst sich selbst in Sicherheit zu bringen, erst einmal Laut gibt, um die Gruppe zu warnen? Das Lautgeben kann schließlich die Harpyie überhaupt erst auf ihn aufmerksam und ihn damit zu einem bevorzugten Ziel machen, ist also potentiell lebensgefährlich. Das Äffchen weiß aber instinktiv, dass die Gruppe überleben muss und dass dafür jedes Mitglied die anderen vor Gefahren warnen muss, denn ohne Gruppe ist niemand da, der ihn selber warnen würde. Beutetiere oder deren Nachfahren leben häufig in Gruppen und haben ein mehr oder weniger komplexes Sozialgefüge, Raubtiere häufig einzelgängerisch (es sei denn, die Gruppe gibt ihnen Vorteile bei der Jagt und beim Schutz der Nachkommen). Bei uns hat sich das zu so Fähigkeiten wie Mitgefühl und Mitleid entwickelt, denn unsere Vorfahren waren auch einmal Beutetiere.

            Die Natur muss das Individuum motivieren, sich nicht nur für sich selbst, sondern auch für andere einzusetzen. Egoismus wird immer als was schlechtes angesehen, dabei ist es gar nichts schlechtes. Er gibt uns unseren (Über-)Lebenswillen. Das ist die Grundvoraussetzung: Jedes Lebewesen will möglichst gut überleben und sucht dafür eine bio-chemische Konfiguration, die das Überleben möglichst angenehm macht. Wir sind alle zunächst einmal Egoisten und erst durch die Fähigkeit zu Mit-Gefühl und Mit-Leid, für welche wir ein soziales Empfinden brauchen, um die Situation von anderen Mitgliedern unserer Gruppe oder Art lesen zu können, werden wir zum sozialen Wesen, welches sich in der Evolution durchsetzen konnte.

          • „Das Äffchen weiß aber instinktiv, dass die Gruppe überleben muss und dass dafür jedes Mitglied die anderen vor Gefahren warnen muss“

            Was da also die entscheidend motivierende Rolle spielt, ist das WIR und nicht das ICH.

            Egoismus = ICH

            Q.E.D

          • „Was da also die entscheidend motivierende Rolle spielt, ist das WIR und nicht das ICH.“

            Für das Individuum gibt es zunächst nur ein ich. Denn um die scheinbar altruistische Handlung auszuführen, muss die von dem Ich ausgeführt werden. Man muss also das Ich dazu kriegen, sich für das Wir einzusetzen. Mittel dafür ist das schon erwähnte Mit-Leid, also die Fähigkeit, dass das Ich das Leid des anderen Ichs mitempfinden kann.

            Es gibt auch Fälle, wo diese Fähigkeit abhanden kommt. Etwa wenn ein Ich zu lange und zu oft von dem Umfeld erfahren hat, dass es ihm gegenüber kein Wir gibt. Dass es mit seinen Problemen und Leid allein gelassen wird und jegliche Interaktion mit anderen Individuen nur noch mehr Leid und Ausgrenzung hervorruft. Das führt dann oft zu Rückzug, Abkoppeln von der Umwelt, in extremen Fällen gar zu so Entwicklung von Gewalttätigkeit und Boshaftigkeit, dem Wunsch, anderen Individuen Leid antun zu wollen. Deil die egoistische Motivation bleibt bestehen das Ich hat aber nie erfahren, dass sich für andere einzusetzen und im Sozialgefüge zu existieren ein positives Feedback für einen selbst zur Folge hat.

        • Die Wirklichkeit von Idealen wird aber dadurch nicht vermindert oder wegerklärt, dass sie als Illusion angesehen werden können. Du kannst auch die Zahlen 0 oder 1 als pure Illusionen sehen ….

          • Das hängt vom Kontext ab, wie bei Symbolen nun mal üblich. In der Elektrotechnik und der Elektronik für Schalter an/aus oder aber high/low. Bei der Zahlentheorie für die erste und zweite natürliche Zahl (je nach Definition gehört die 0 dazu oder nicht). Die Null kann auch für das Nichts stehen, die leere Menge oder aber für die Unendlichkeit. Die Eins kann auch für das Erste stehen, den Sieger, den Anfang, das Beste („1a Qualität“) usw.
            Das sind alles sehr reelle Dinge, keine Illusionen.

          • In der Wirklichkeit gibt es aber keine Null und kein Nichts, die 0 ist ein echtes Paradoxon und reine Abstraktion, also genau das, was du als „Illusion“ ansehen müsstest. Ähnlich ist es bei der 1, hier kann man immerhin noch eine Beziehung zur Erfahrung herstellen.

          • „In der Wirklichkeit gibt es aber keine Null und kein Nichts“

            Frag mal mein Konto. Oder die Anzahl meiner Segelyachten. Oder die Pizzen auf meinem leergegessenen Teller. Die erzählen dir etwas anderes…

            „ein echtes Paradoxon“

            Auch für ein Paradoxon muss erst einmal der Kontext her, der ein Symbol paradox macht. Die Null als Zahlzeichen wurde vom indischen Symbol für „das Nichts“, „die Leere“ abgeleitet. Durch ihre Bedeutug als leere Menge wird sie zB in der Division zum Paradoxon, hier ist die Null ein Konzept, genauso wie die Unendlichkeit. Wobei die Null und die Unendlichkeit in direkter Verbindung miteinander stehen: Ein 0-dimensionaler Raum hat eine unendlich kleine Ausdehnung und eine unendlich große Symmetrie, verkleinert man den Radius eines Raumes in der Physik gegen null, geht sein Energiepotential gegen unendlich. In einer unendlich großen Symmetrie gibt es unendlich viele Möglichkeiten. Diese Überlegungen (-> „Horror Vacui“, also die „Angst“ der Natur vor dem Nichts) führten zur Unschärferelation und zum Konzept der virtuellen Teilchen, die wiederrum sehr real messbar sind, etwa wenn sie spontane Teilchen-Antiteilchen-Paare aus der Nullpunktenergie bilden oder aber im Casimir-Effekt, wo das Nichts plötzlich eine real messbare Kraft ausübt.

            „reine Abstraktion“

            Jedes Symbol ist eine Abstraktion und bekommt erst durch den Kontext die Bedeutung. Dafür sind Symbole da: Um reelle Dinge zu abstrahieren. In unserem Dezimalsystem steht die Null nicht nur für „nichts“ sondern auch als Symbol für die 10. Potenz. Jede weitere Null heißt „multipliziert mit 10“. Diese Eigenschaft erweitert das Symbol, welches urprünglich für „das Nichts“ stand, so dass es im Kontext mit anderen Zahlzeichen die Bedeutung „mal Zehn“ bekommt. So kann ich 200 auch als 2 * 10 * 10 schreiben.

  4. Ist das nicht wie mit dem Schenken? Man möchte gefallen, möchte geliebt, betreut, versorgt werden. Daher ist es perspektivisch für ein Kleinkind sinnvoller, die Banane zurückzureichen und dafür Dankbarkeit, Zuneigung, Schutz und künftige Fürsorge zu erhalten.

    Das ändert sich dann schlagartig, wenn der Mensch nicht mehr von der Fürsorge anderer abhängig ist.
    Da die Gesellschaft Frauen beschützt und im Zweifel auch versorgt, kann die Frau heutzutage den Männern alle Bananen wegnehmen. (Um mal den Bogen zum anderen großen Themenbereich hier zu spannen).

  5. „Allerdings scheinen Kinder auch früh ein Konzept von „Eigentum“ zu entwicklen. Fräulein Schmidt beispielsweise weis schon welches Spielzeug ihr gehört und zuletzt bei einem Spielkontakt war sie gar nicht einverstanden damit, dass ein anderes Kind die Spielzeuge nutzen wollte oder auch nur Aufmerksamkeit von Südländerin bekommt. Es ist eben ihr Spielzeug und ihre Mama.“
    Nein.
    Denn:“Meins, deins, unser? Für Kleinkinder sind Eigentumsverhältnisse noch völlig nichtssagend. Wenn sie etwas sehen, von dem sie denken, dass sie es brauchen können, nehmen sie es sich. Schon allein das Gefühl „Das brauche ich jetzt“ löst bei ihnen den Besitzanspruch aus. Dass andere Kinder darüber anders denken, kommt ihnen noch nicht in den Sinn. Sie haben noch keine Vorstellung davon, dass andere Menschen Bedürfnisse und Wünsche haben, die von ihren abweichen.“
    Einfach mal echte Fachtexte lesen, dann klappt das auch mit den Theorien. Desweiteren:

    Klicke, um auf KiTaFT_Rehmann_2018-PartizipationinderKrippe.pdf zuzugreifen


    Ab Seite 18.
    Bitte, gern geschehen.

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