Mithu Sanyal: „Mannsein für Anfänger“

Arne berichtet über einen Beitrag für den SWR über Männerrechtler, der am Sonntag ausgestrahlt werden soll:

Ernsthafter: Das von einigen befürchtete x-te Hit Piece gegen Männeraktivisten ist Mithus Beitrag nicht geworden. Eher ein weiterer Schritt in die Richtung, dass sich unsere Gesellschaft ganz langsam und ganz allmählich daran gewöhnt, dass auch Männer geschlechterpolitische Anliegen vertreten. Dementsprechend äußern sich die ersten Männerrechtler auf Twitter bereits sehr zufrieden. Mithu Sanyal schreibt im selben Thread zu ihrer Doku:

Ich werde es bestimmt nicht allen Recht machen können und viele Aspekte sind einfach der Länge zum Opfer gefallen. Aber ich habe versucht, ein wirklich faires und freundliches Feature zu machen. Es geht mir um Verstehen und Verstanden werden

Das vollständige Manuskript des Beitrages findet sich auch bereits unter dem Link oben, wie auch Arne berichtet, hier der direkte Link:

Dieser Blog kommt nur sehr am Rande vor, die Weltraumaffen , Arne und Manndat durchaus prominenter.

Zu diesem Blog:

Dann erschien mein Artikel in dem „Männeraufbruch“-Buch. Ich hatte ihn „I will always love my male child“ genannt, also „Ich werde mein Kind immer lieben, obwohl es ein Junge ist“ und habe daraus gelernt, dass Menschen selten mehr lesen, als die Überschrift. Diesmal waren es die Männerrechtler, die auf dem Blog „Alles Evolution“ in zahlreichen Kommentaren überlegten, ob sie das Jugendamt informieren sollten und es vielleicht besser wäre, wenn mir das Kind abgenommen würde.

Ich hatte tatsächlich auf eine Veröffentlichung ihres Textes bei Pinkstinks hin ihren gesamten Text besprochen und keineswegs nur die Überschrift. Der enthält immerhin die Passage:

Ich kann mich noch genau an den Moment erinnern, als meine Gynäkologin mir verriet, dass ich einen Jungen bekommen würde. Weil es echt schwierig war, bis auf die Toilette zu kommen, bevor ich in Tränen ausbrach. Und zwar nicht vor Freude. Mein erster Gedanke war: Dann hat sich das ja gar nicht gelohnt. Der zweite: Wie schnell kann ich nach der Geburt wieder schwanger werden? Meine Mutter tröstete mich:

„Die hat sich bestimmt geirrt.“

Das kann man als Text ja durchaus etwas kritisch sehen. Hätte ich bei der Kenntnis von Fräulein Schmidts Geschlecht eine solche Reaktion gehabt, dann hätte man mich recht gewiss als Frauenfeind bezeichnet (und das zu Recht).

Ich schrieb zu ihrem Ende:

Aber auch wenn ich Geschlecht immer weniger beschreiben kann – was ist wirklich weiblich, was wirklich männlich, was wirklich trans? – hat es einen immensen Einfluss auf uns. Weil wir an jeder Ecke danach beurteilt und behandelt werden. Deshalb ist es so wichtig, unsere Vorstellung von Geschlechtern zu erweitern, so dass Jungen auch schön sein dürfen und Mädchen auch mutig. Und deshalb möchte ich diesen Text doch I will always love my male child nennen. Denn ich glaube, das ist es, was Jungen und Männern in unserer Gesellschaft am meisten fehlt:

Ein versöhnliches Ende. Aber ein Text, der Leuten wie Nadine Lantzsch von der Mädchenmannschaft nicht gefallen würde. 

Bei kleineren Kindern ist es natürlich auch noch besser aufrechtzuerhalten. Interessanter wird es, wenn die Pubertät einsetzt und sich das geschlechtliche Verhalten immer mehr zeigt. Das kann dann bei radikalen Feministinnen zu ernsten Problemen führen. Ich hoffe hier geht es gut

Radikale Geschlechtervorstellungen in jede Richtung können problematisch sein. Auch etwa bei sehr konservativen Eltern, aber auch bei solchen, die meinen, dass Männlichkeit eine gewisse Korrektur bedarf, dass etwa ein Junge per se bestimmte Gefühle zeigen muss, dass er sonst toxisch ist etc. Sie vertritt ja die klassische These, dass das Patriarchat Männern schadet und das man toxische Männlichkeit überwinden muss, dass man Männern erlauben muss zu „detoxieren“und sie deswegen über eigene Schmerzen und Verletzlichkeiten reden können müssen (zu dem Artikel auch)

Ich begrüsse ungeachtet dieser Erläuterung den  Beitrag von Mithu Sanyal für den SWR ausdrücklich. Sie lässt Leute zu Wort kommen, sie stellt diese menschlich dar, wertet deren Position nicht ab und macht deutlich, dass diese oft in ein schlechtes Licht gerückt werden. Das ist etwas sehr wichtiges.

Ich hoffe durch den Beitrag werden viele auf Arne und die Weltraumaffen aufmerksam oder auch auf Manndat und sich selbst ein Bild machen . (vielleicht mögen diese und insbesondere Arne nach Ausstrahlung mal berichten, ob sich was an den Zugriffszahlen geändert hat)