„Nur Frauen wählen diesmal die Miss Germany“

Ein harter Schlag für das Patriarchat: 

Männer raus! Nur Frauen wählen diesmal die Miss Germany

Aus dem Bericht:

 Erstmals in der 93-jährigen Geschichte der Veranstaltung wird eine rein weibliche Jury über Sieg und Niederlage entscheiden.

Das Wahlgremium bestehe in diesem Jahr aus mehreren Frauen, teilten die Organisatoren mit. Männer seien erstmals nicht dabei.

Jurymitglieder seien diesmal unter anderen RTL-Moderatorin Frauke Ludowig, 56, Karatekämpferin Anna Lewandowska, 31, sowie die frühere CSU-Politikerin Dagmar Wöhrl, 65, aus der Fernsehsendung „Die Höhle der Löwen“.

Wöhrl war 1977 Miss Germany. Gewählt wird die Miss Germany am 15. Februar im Europa-Park in Rust bei Freiburg. 16 junge Frauen werden antreten, jede von ihnen vertritt ein Bundesland.

Seit 1927 wird die schönste Miss gewählt
Miss Germany ist dem Veranstalter zufolge der älteste und bedeutendste Schönheitswettbewerb in Deutschland. Es gibt ihn seit 1927.

Im vergangenen Sommer hatte der Veranstalter des Wettbewerbs angekündigt, nicht mehr allein das Aussehen der Kandidatinnen bewerten zu wollen. Persönlichkeit, Charakter und Lebensgeschichte der Frauen sollten stattdessen künftig stärker im Vordergrund stehen.

Was für ein bescheuerter Plan. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass die Veranstalter die Notwendigkeit sehen irgendwie was neues zu machen.

Theoretisch sollte die Schönste gewinnen. Alles andere ist nach der üblichen Erwartung relativ egal und schien mir auch immer eher Beiwerk zu sein, damit man die Show gegen Sexismusvorwürfe schützen kann und überhaupt eine Show daraus machen kann

Hatten die Miss-Wahlen jemals richtig viele Zuschauer? Wenn es sich so lange hält, dann scheint es ja ein Geschäft zu sein.
Das Grundprinzip schien mir eigentlich auf „Männliche Wahl“ ausgerichtet zu sein, dass drumherum verlagerte es etwas mehr weg vom sexuellen.

Hier bringen sie nun Kriterien rein, die damit wenig zu tun haben und die eher klassische Abmilderungen weiblicher Konkurrenz sind: Gewinnen soll nicht die Schönste, sondern sie muss auch noch Persönlichkeit und Charakter und eine interessante Lebensgeschichte haben.

Aber klar, welchen Mann interessieren heute noch ein paar Frauen im Badeanzug? Wenn man nackte Frauen sehen will, dann bietet das Internet weit mehr als es eine Misswahl jemals könnte. Das mag in früheren Zeiten interessant gewesen sein, heute ist es allenfalls noch für den Titel interessant, aber sonst nicht. Um so politischer es wird, um so weniger interessant wird es auch für Männer. Aber ähnlich wie der Playboy, der ja auch sein Konzept aufgrund des Internets ändern wollte, muss wohl auch hier etwas passieren. Vielleicht ist es geschäftlich der richtige Weg es zu einer Konkurrenz unter Frauen auszubauen statt auf Männer zu setzen.

65 Gedanken zu “„Nur Frauen wählen diesmal die Miss Germany“

  1. Wenn man keine Relevanz hat, muss man ja irgendwas machen, wenn man relevant sein will. Der Erfolg dieser Maßnahme führt hoffentlich nicht zu zuviel Peinlichkeit, wenn Deutschland dann auf internationalen Wettbewerben dementsprechend vertreten wird.

    • Wenn jetzt ein junger weißer Mann Mr. Germany wird ….. dann ist das ja bald ein alter weißer Mann?! Können Täter denn überhaupt Mr. Germany werden?

      Verdammter Feminismus, das ist alles so kompliziert.

    • Wieso wird?
      Hat sich denn jemals eine breite Öffentlichkeit für eine Miss- oder Mister-Wahl interessiert?
      Ich kann mich nicht daran erinnern.

      • Das war vielleicht vor unserer Zeit. Aber seit 50 oder 60 Jahren gibt es da nix zu sehen, was es nicht auch in jedem beliebigen Freibad oder am Baggersee zu sehen gibt.

      • „Wieso wird?
        Hat sich denn jemals eine breite Öffentlichkeit für eine Miss- oder Mister-Wahl interessiert?“

        Och, gutgebaute Frauen sind immer eine Augenweide.
        Aber ich wusste gar nicht, dass die Miss-Wahl irgendwo im TV (oder wo auch immer) gesendet wird.
        Jedenfalls habe ich bisher immer nur die Ergebnisse in den Nachrichten gesehen.

  2. Änderungen in den nächsten Jahren dann:
    Beim Fußball gewinnt nicht mehr, wer die meisten Tore schießt, sondern wer am meisten abgibt.

    Beim Oscar gewinnt nicht mehr, wer am besten schauspielert, sondern von wem man sich die rührendste und politisch korrekteste Dankesrede erwartet.

    Sterne beim Michelin werden nicht mehr dafür vergeben, wie das Essen schmeckt, sondern dafür, wie nett die Köchin zu ihren Mitarbeitern ist.

    Das beste Auto in der ADAC-Kür ist nicht mehr jenes, dass den besten Kompromiss aus Ökonomie, Verarbeitungsqualität, Komfort und Fahrspaß bietet, sondern jenes, das die beste Handtaschenablage und die modischste Farbpalette bietet.

    Nur bei der persönlichen Partnerwahl gewinnt weiterhin der Mann, der den besten Status, die meisten Ressourcen und die größte Nützlichkeit verspricht.

    • Gar nicht so abwegig die Beispiele. Seit einiger Zeit werden Straße, Plätze und Autobahnbrücken auch nicht mehr nach Menschen benannt, die etwas geleistet oder eine gesellschaftlich wichtige Rolle gespielt haben, sondern nach Opfern.

      Wir erleben eine komplette Werteverschiebung, bei der nicht mehr die Leistungsbringer, die Retter und Helfer, die Selbstlosen die Helden sind, sondern die Benachteiligten und Opfer. Beim Wettlauf um den höchsten Grad der multiplen Benachteiligung sind die Frauen ganz weit vorne – und das ganz ohne Quote.

  3. Da sollten doch auch Männer als Kandidaten für die „Miss Germany“ mitmachen dürfen?! Ich meine, wenn „Persönlichkeit, Charakter und Lebensgeschichte“ im Mittelpunkt stehen, dann sollte auch gar nicht mehr mit dem Geschlecht diskriminiert werden ….

  4. Wen interessiert diese Event-Klitsche aus Oldenburg, die es 2000 endlich geschafft hat, die Marke „Miss Germany“ für sich zu beanspruchen?

    Sie scheinen Probleme zu haben, Kandidatinnen für ihr Pöstchen als bessere Messe-Hostess für ihren Sponsor (ein Hochzeitsmode-Unternehmen) zu haben. Wie .. unheimlich kreativ, da auf Feminismus zu setzen.

  5. Zusätzlich sollte man die Kandidatinnen quotieren: Mindestens eine PoC (Farbige), eine Dicke, eine im Rollstuhl, eine Kleinwüchsige, eine Ältere, eine aus dem Osten, eine Obdachlose, eine Arme, eine intellektuell Eingeschränkte, eine mit Glatze, eine Stotternde, eine diverse, eine Intersexuelle, eine Brillenträgerin, eine Ertaubte, eine Blinde, eine genderpay-gegapte (mehr fällt mir auf die Schnelle nicht ein). Außerdem sollten die Mitglieder der Kommission auch entsprechend quotiert besetzt sein. Zudem sollte es jeweils eine beratende Beauftragte geben und eine alles überwachende Diskriminierungsbeauftragte, am Besten aus dem Bereich der Genderstudies.

  6. Wie geil, auf diese Art muss kein Mann in die Sexismusfalle tappen!!!

    Stellt euch die Wahl zu Mr. Germany vor und es wählen nur Männer. Wie unendlich beschämend würde sich das wohl für die Kandidaten anfühlen.

    Das ist einfach so dermaßen absurd, das ich gar nicht mehr aus dem Grinsen rauskomme ….. einfach nur sensationell

  7. „Theoretisch sollte die Schönste gewinnen.“

    Wie heisst es doch noch mal: Schönheit liegt in dem Auge des Betrachters. Das ganze ist schon mal subjektiv und die Frauen die ich kenne sind bei der optischen Beurteilung anderer Frauen härter als Männer.

    „Lebensgeschichte“

    Wir reden hier von Frauen um die 20 herum, all zu viel Lebensgeschichte sollte man hier nicht erwarten.

    „Persönlichkeit, Character“

    Es sind Frauen die freiwillig bei einer Misswahl mitmachen.

  8. Um vor der weiblichen Jury zu bestehen, müssen die Kandidatinnen auf jeden Fall super schlank sein.

    „sie muss auch noch Persönlichkeit und Charakter und eine interessante Lebensgeschichte haben“

    Da kommen dann so Geschichten wie: „Ich bumse nur FIüchtlinge“ oder „ich war früher ein Mann, wollte aber auf Privilegien verzichten“ mit aufwendig gedrehter Homestory? Und anschließend gibt’s Ärger, weil die Geschichte gefakt war?

    Aber vielleicht wird es auch so ein Reality-Format? Also Zickenkrieg pur.

    • „Ich prognostiziere, dass die Mittelmäßigste ohne herausstechende Eigenschaft gewinnen wird.“

      Dann wäre ja alles in Butter.
      Schon vor dreißig oder vierzig Jahren hatten amerikanische Wissenschaftler an irgend ner berühmten Uni festgestellt, dass weibliche Schönheit im Auge des Mannes sich nicht durch Extravaganz, sondern durch banalen Durchschnitt auszeichnet.
      Dazu hatten sie eine Anzahl von Frauengesichtern eingescannt und aus dem Mischmasch per Computer einen Mittelwert entwickelt.
      Dieses computergenerierte Bild einer Frau hatten sie mit einer Anzahl echter Photos von Frauen Studenten vorgelegt und sie aufgefordert, ein Schönheitsranking zu erstellen.
      Die fiktive Frau gewann mit Abstand.

  9. Das Beste aber wird die Besetzung der Jury sein: Frau Roth wird zuständig sein für die Auswahl der Klamotten (ihr Kopftuch im Iran, stilprägend!), für die Intellektualität Frau Giffey (ihre Doktorarbeit, der neue Standart wissenschaftlich, kognitiver Höchstleistung!), für den Charakter Frau Rackete (die feststellte, irgndwann Deutschland zu verlassen, weil hier zu viele auf engen Raum leben, nachdem sie zusätzliche draufgepackt hatte!), Frau Bearbock für die Bildung (Kobold und das Netz ist der Speicher), für die körperlichen Proportionen Frau Nahles (ehemalige Vorsitzende des Arbeitskreises Pferd im Deutschen Bundestag und damit zuständig für asses und Nüstern) und für die Lebensleistung die Bundestrulla (die Deindustsrialisierung eines Industriestaates ist doch eine Lebensleistung!). Ich freu mich so!

    • Ergänzung: Langstrecken-Luisa (Fridays for Future) ist zuständig für das richtige Umweltbewusstsein der Kandidatinnen, Susanne Baer (feministische Richterin am BVerfG) für die Gleichstellung in Form einheitlicher, über die Kandidatinnen gestülpter Kartoffelsäcke, Saskia Eskens (SPD-Vorsitzende) ist für schlechte Stimmung zuständig.

      • Langstrecken-Luisa (Fridays for Future)

        Weil es so gerne vergessen bzw. unterschlagen wird. F4F und Grüne.
        Man sagt ja immer von ihr, sie sei nur Aktivistin. Sie mischt aber auch bei den Grünen mit, inklusive Deutschlandstipendium und Stipendium der grünennahen Heinrich-Böll-Stiftung.
        Das richtige Parteibuch lohnt sich auf jeden Fall.

    • Und die bewerten dann den Charakter von optisch attraktiven jungen Friseusen. Hehe. Die werden auch im 50. Wahlgang noch keine siegen lassen, weil sie Hübsches hassen und ihre Spiegel abgeschafft haben.

    • Diese nichtssagenden Texte sind schon geil. Erinnert mich wieder daran, warum ich Single bin.

      „Mit meiner Teilnahme bei Miss Germany möchte ich Menschen dazu ermutigen aus ihrer Comfort Zone auszutreten und sich Dinge zu trauen. Ich möchte Menschen dabei helfen ihre Träume zu verwirklichen und ihre Ziele zu erreichen.“

      Genau DAS würde ich auch jeder Frau raten, die mit den gleichen Problemen auf mich zu kommt. Mach doch bei der Miss Germany-Wahl mit!

    • Dann hast du es nicht begriffen. Miss Germany macht Womanspreading und das ist total super und das kann sie auch viel besser als Männer.

      Frauen können alles besser als Männer! So, und jetzt hinsetzten und schämen, du böser, weißer Mann!

    • Ich wähl mal diese hier als meine Favoritin:

      https://missgermany.de/ines-anna-schumacher/

      Für diese schlichte, aber frohe Kunde hat sie, wie ich finde, den ersten Preis verdient:

      „Ich stehe dafür, dass Frauen viel mehr sind als, ja, nur Schönheitsideale. Ich steh für Charakter. Und ich glaub, dass wir ganz ganz oft unterschätzt werden. Und wenn ich Miss Germany werde, ja, würd ich jeder Frau die Möglichkeit geben, alles aus sich rauszuholen.“ (im Videoclip)

      • Ich hab bisher nur eine Rede einer Frau im Regal stehen (nein, Semi, ich habe KEINE berühmte Rede eines Mannes im Regal, gar keine!) : die Dankesrede von Astrid Lindgren, die sie zum Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 1978 hielt.

        Das Statement von Ines Anna Schumacher wird die zweite sein.
        Diese geistige Tiefe, es reißt einen förmlich mit.
        A new star is born!

        Ich bin da ganz Mann, ich konzentrier mich total auf die Optik – und vernachlässige total die höheren geistigen Weihen, die uns erwarten.

        Sagt mir bescheid, wer gewonnen hat. Wahrscheinlich werde ich auch diese Miss-Germany-Wahl verpassen, wie alle anderen der letzten 60 Jahre auch.

  10. „Theoretisch sollte die Schönste gewinnen. Alles andere ist nach der üblichen Erwartung relativ egal und schien mir auch immer eher Beiwerk zu sein, damit man die Show gegen Sexismusvorwürfe schützen kann und überhaupt eine Show daraus machen kann“

    Ja theoretisch. praktisch brauchen die aber Heuchelessenz, und müssen zwanghaft kopieren, über was man sich bei überteichischen Schönheitswettbewerben seit jeher – berechtigt – das Maul zeriss.

  11. Der Verweis auf den Playboy sollte eigentlich schon einen Hinweis darauf geben, wie das Resultat sein wird. Der US-Playboy zeigt inzwischen wieder nackte Brüste und Hintern, weil man zwar durch das Verbannen der Nackten am Kiosk 11.000 Exemplare mehr verkaufte, aber dafür im Saldo 150.000 Abonnenten vergraulte. 2017 verkündete man dann „Naked is normal“ und lichtete wieder Nackte ab, wenn auch weniger gewagt als vorher.

    Bei Miss-Wahlen glaube ich einfach nicht, dass das Interesse von nicht-teilnehmenden Frauen daran groß genug ist, dass so eine Veranstaltung sich tragen kann, wenn sie auf das verzichtet, was Männer daran interessiert. Welche Frau ist tatsächlich erpicht darauf, fremden Frauen dabei zuzusehen, wie sie für ihren Charakter und ihre Persönlichkeit ausgezeichnet werden? (Geht das überhaupt, ohne sich wieder einen Shitstorm einzuhandeln, weil all die, die nicht gewinnen, die Botschaft kriegen, dass ihre Persönlichkeit oder ihr Charakter schlechter ist als die der Gewinnerin?)

  12. hm, wenn ich mir das Foto im Artikel von der Miss Germany 2019 anschaue: wer hat die gewählt? Lücke zwischen den vorderen Schneidezähnen, und die Tränensäcke??? Die ist doch höchstens ne 6, maximal 7 (wenn man in sie verknallt ist) …

    • Hmm,
      ein wenig nichtssagend. Blond, lange Haare, nicht sehr originell.
      Meine Favoritinnen sind Miss MäcPomm und Miss Saarland.
      Ich bin eben political correct 😀

  13. Und da dachte ich, ein Mann weiß genau wie eine Frau fühlt und denkt und alles, anders könnte man ja nicht sagen als Frau im Männerkörper gefangen zu sein, wenn’s dafür eines biologischen Frauseins bedürfte.
    Das ist jedenfalls purer Rassismus der Miss Germany Leute.

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