„Kann eine Frau gegen Trump gewinnen?“

Die Süddeutsche versucht darzulegen, wie man Trump schlagen kann und wie sich da das Geschlecht des Gegenkandidaten auswirkt:

Wer Donald Trump schlagen möchte, muss nur eine Frage beantworten: Wie bekomme ich die Menschen dazu, am Wahltag ein Urteil über die Verfehlungen und die Charakterlosigkeit des Präsidenten zu fällen? Denn wenn Trumps Charakter zur Abstimmung steht, dann könnten die wenigen verbliebenen Wechselwähler, vor allem Frauen, in den wenigen verbliebenen Wechseldistrikten einen Auszug aus dem Weißen Haus erzwingen.

Dazu hatte ich schon mal einen Artikel zitiert, in dem die Auffassung vertreten wird, dass das keineswegs die Frage ist, die man sich stellen muss:

 The real question for voters is: ‘How much would the candidate like me?’ It’s an empathy test. And it explains every presidential election since 1988.”

Trump isn’t particularly “likable,” but Clinton calling his voters “deplorables” may have clinched the election for him. “She doesn’t like us” is far more damaging to a candidacy than “We don’t like her.”

Man kann einen Politiker für ein Arschloch halten, aber der Auffassung sein, dass er inhaltlich – vielleicht gerade weil er ein Arschloch ist – die eigenen Interessen durchsetzen wird. Man muss einen „Anführer“ nicht per se mögen um ihn für die beste Wahl zu halten, gerade wenn man das Gefühl hat, dass der andere Kandidat diese Interessen gar nicht durchsetzen will.

Zwei Entscheidungen sind dafür jetzt zu fällen: die Wahl der Gegenkandidatin beziehungsweise des Kandidaten, denn die Frage des Geschlechts ist durchaus von Bedeutung. Das hat Elizabeth Warren in pointierter Form in der Debatte kurz vor dem ersten Vorwahltermin klargemacht. Ihre Botschaft – nur eine Frau kann Trump schlagen – ist nicht falsch, aber auch nicht wirklich richtig.

Kann eine Frau gegen Trump gewinnen?

Eine Frau wäre die schwierigere Gegnerin für Trump, dessen größtes Charakterproblem in seinem übersteigerten Männlichkeitsgefühl steckt.

Eine Frau wäre aber auch eine leichte Gegnerin für Trump, wenn sie etwa Elizabeth Warren heißt, die schlicht zu links ist für die Mitte-rechts-Fraktion in der Wählerklientel. Auch Hillary Clinton hat als Frau verloren, weil ihr der Eliten- und Entrücktheitsstempel erfolgreich auf die Stirn gedrückt wurde.

Ich glaube nicht, dass Männlichkeit an sich so niedrig im Kurs der Wähler steht, wie das einige Journalisten meinen. Ich würde noch nicht einmal sagen, dass Trump als Mann glänzen will, er hat ganz unabhängig von seinem Geschlecht ein großes Ego oder gibt sich zumindest so. Trumps Botschaft ist immer „Ich mache etwas für euch“. Von „Make Amerika great again“ bis „Drain the Swamp“. Sein Bild ist immer „Wir zusammen gegen die Elite, gegen die korrupte Medienwirtschaft, gegen die korrupten Politiker, gegen den Sumpf aus Bestechung und Postenzuschieberei etc“

Erstaunlicherweise findet die linke Partei gegen jemanden wie Trump keine Kampagnen, die nicht seine Person im Mittelpunkt haben, sondern was sie für die Leute tun wollen. Sie beweisen indirekt mit dem Impeachmentverfahren, dass sie einen evtl korrupten Politiker wie Biden in Schutz nehmen und arbeiten damit dem Bild des „swamps“, der „Do nothing Demokrats“ und der Elite, die sich nicht um den Bürger kümmert zu und sind entrüstet, wenn Trump den offensichtlichen Ausweg nutzt, dass er hier wegen Korruption nachgefragt hat und das verborgen werden soll.

Sie meinen, dass es auf das Geschlecht des Gegenkandidaten ankommt, wenn es tatsächlich auf Inhalte ankommt. Niemand der Kandidaten hat aus meiner Sicht etwas so vereinendes wie etwa Obama, bei dem „Hope“ und ein „Wir-Gefühl“ im Vordergrund stand.

Tatsächlich scheinen die Demokraten in der misslichen Situation zu sein nur noch bereits beschädigte Kandidaten zu haben oder solche, die der Mitte eher zu links sind.

Ich bin wirklich gespannt wer sich dort durchsetzt.

34 Gedanken zu “„Kann eine Frau gegen Trump gewinnen?“

  1. Gut, schlussendlich kommt es auf die Swing-Staaten an und dort auf die Wechselwähler.
    Und Wechselwähler sind halt die, die eher in der Mitte sind und nicht links aussen.
    Es kommt aber sicher auch auf den Mobilisierungsgrad an. Kann Trump seine Anhänger eher mobilisieren, zur Wahl zu gehen oder der demokratische Kandidat.
    Wie fest hier das Geschlecht des Kandidaten eine Rolle spielt, kann ich nicht einschätzen.
    Aber schlussendlich kommt es darauf an, welche Bevölkerungsgruppen sich am besten mobilisieren lassen. Da spielt insbesondere die Ethnie eine Rolle (Weisse, Schwarze, Hispanics etc.). Dann das kulturelle und ökonomische Kapital spielt eine wesentliche Rolle und natürlich auch die Wertüberzeugungen: eher konservativ/kommunitaristisch oder eher progressiv/kosmopolitisch und ev. spielt das Geschlecht auch eine Rolle.

  2. > Kann eine Frau gegen Trump gewinnen?

    Ja. Natürlich. Warum nicht?

    > Die Süddeutsche versucht ….

    Schön. Di Aussage der SZ ist aber, wie Du schön zitiers

    t>> Denn wenn Trumps Charakter zur Abstimmung steht, dann könnten die wenigen verbliebenen Wechselwähler, vor allem Frauen, in den wenigen verbliebenen Wechseldistrikten einen Auszug aus dem Weißen Haus erzwingen

    … was ich für Bullshit halte, und das begründen sie auch nicht. Sie behaupten, dass

    >> die Frage des Geschlechts ist durchaus von Bedeutung

    sei, aber – weil?

    >> Kann eine Frau gegen Trump gewinnen?

    klar, ich kann nun weder Trumo noch Margret Thatcher wählen, aber bei der Wahln nehme ich die Frau.

    >> Eine Frau wäre aber auch eine leichte Gegnerin für Trump, wenn sie etwa Elizabeth Warren heißt, die schlicht zu links ist

    … und wie wir merken, hat das NULL mit dem Gesclelcht zu tun.

    Zu Christian:

    > Erstaunlicherweise findet die linke Partei gegen jemanden wie Trump keine Kampagnen, die nicht seine Person im Mittelpunkt haben

    … die US-Democrats würden in D von der Antifa als „Nazis“ verschrien werden – der nicht-AOC-Teil, zumindest, also quasi alle, die nicht das Schicksal der SPD teilen wollen. Dass „linke“ keine Argumente haben, sollte v.a. hier doch langsam sattsam bekant sein – oder?

    > damit dem Bild des „swamps“, der „Do nothing Demokrats“ und der Elite, die sich nicht um den Bürger kümmert zu und sind entrüstet, wenn Trump

    All animals are equal. Just the pigs are sometimes, somewhat above the rest….

    >/> Sie meinen, dass es auf das Geschlecht des Gegenkandidaten ankommt

    Jaja, _Meinen_ sie. ist Quark.

    >/> , wenn es tatsächlich auf Inhalte ankommt

    lofl

    > Niemand der Kandidaten hat aus meiner Sicht etwas so vereinendes wie etwa Obama, bei dem „Hope“ und ein „Wir-Gefühl“ im Vordergrund stand.

    Wtf?! ?! ?“
    Das „vereinende“ an Obama ist die Wählerkientel die der get-something-for doing-nothing, aka Loser respektive Kommunisten. Ergebnis? Plus *mehr* Staatsschulden als in der Geschichte des Landes summiert; positiver Effekt: Buchvertrag für Herrn Obama – _und_ seine Frau. Toll.

    > Ich bin wirklich gespannt wer sich dort durchsetzt.

    ich überhaupt nicht. Ich wäre aber _entsetzt_, wenn ich Unrecht hätte.

    • Na ja, beschränke dich mal auf die Wahrheit.

      Obama hat die Staatsschulden wegen der Finanzkrise angehäuft, die ihm die Banken eingebrockt haben.
      Sie haben immerhin Lehman Brothers eingehen lassen und Bear Sterns, der Rest war „too big to fail“.
      Ohne die temporären Staatseingriffe wäre u.a. GM tot.
      Das war ein lustiger „Kommunismus“ – er hat dafür gesorgt, dass Anteile an Banken usw. überhaupt noch einen Wert haben.

      Das Impeachment-Verfahren gegen Trump soll verdecken, dass der Mitte-Rechts-Flügel in den Demokraten kein Programm hat. Man kann gegen den „Green New Deal“ eine Menge Kritikpunkte äußern – das sollte man allerdings inhaltlich tun: https://berniesanders.com/en/issues/green-new-deal/

      • Das Impeachment Verfahren soll vor allem dafür sorgen, dass sich die Demokraten noch selbst ins Gesicht sehen können, nach einem präsidialen Amoklauf gegen Normen und Gesetze, wie er selbst in der an krassen Begebenheiten reichen amerikanischen Geschichte beispiellos ist.

        Sie hätten ohne weiteres noch 3 weitere Punkte in ihr Verfahren aufnehmen können. Bestechlichkeit und Untreue (das Hotel, der schottische Golfplatz, vom Ausgeben von Staatsgeldern in Trump Etablissements ganz abgesehen). Behinderung der Justiz (Mueller Ermittlung) und vor allem Verschwörung zum Verstoßes gegen die Kampagnenfinanzierungsgesetze im Fall Stormy Daniels (wo sein eigener Anwalt wegen des gleichen Vergehens schon im Knast sitzt und er als „unindicted co-conspirator“ bereits in den Akten steht.)

        Alle diese Punkte stehen völlig ausserhalb der eigentlichen Politik (bei der es ja auch genug zu kritisieren gibt, wie das Einperren von Kindern oder die Be. Sondern sind eine Frage des Rechtsstaates. Leider verabschiedet sich das konservative Lager in den letzten Jahren von dieser wesentlichen, zivilisatorischen Errungenschaft.

        Diese Verabschiedung sieht man überall. In Ungarn und Polen bei der Abschaffung der Demokratie und Entrechtung des politischen Gegners. Mit freundlicher Unterstützung der Deutschen CDU/CSU und der EVP, in der Demokratiebekämpfer Orban auch nach 10 Jahren noch Vizepräsident ist. Gar nicht davon zu reden, wie mit der griechischen Linksregierung umgegangen wurde, die tatsächlich die Frechheit besass, zu fordern, dass eine Schuldenlösung für ihr Volk zu verlangen, anstatt mehr Schulden aufzunehmen, die Banken zu entlasten und sich stattdessen bei den europäischen Steuerzahler deutlich mehr zu verschulden.

        In Deutschland sieht man dieses Vorgehen beim Umgang mit dem NSU Komplex, insbesondere im Hinblick auf Verfassungsschutzämter und den Kiesewetter Komplex. Aber auch, wie Rechtsradikalen mit Gleichgültigkeit und Verharmlosung gegenübergetreten wird, selbst wenn sie Asylantenheime anzünden und Menschen jagen und umbringen.

        All das ist eine Abkehr vom Gesellschaftsvertrag, der lautet: Wir halten uns als Gesellschaft an Gesetze, die wir uns selbst durch die Legislative geben, von der Exekutive durchsetzen lassen und von der Judikative kontrollieren. Daraus ist geworden: Wenn wir zumindest zwei von den dreien kontrollieren, können wir machen, was wir wollen.

        Und wenn dem nicht Einhalt geboten wird, werden wir als Bürger darunter leiden. Wer leiden wird, ist noch offen. Männer? Frauen? Arme? Reiche? Ausländer? Juden? Christen? Moslems? Jeder muss sich ans Recht halten. Das ist unabdingbar für unsere freie westliche Welt. Wenn wir zulassen, dass sich das ändert, wird es uns ergehen wie in China, Russland oder auch Saudi-Arabien, wo man einfach umgebracht wird oder ins Lager kommt, wenn man im Weg ist. Und das ist, worum es beim Impeachment gegen Trump geht.

        • All das sind völlig korrekte Beobachtungen und Analysen.

          Aber die Demokraten verheizen die inhaltliche Auseinandersetzung zugunsten des Verfahrens und beim Umgang mit dem Personal fasst man sich an den Kopf.

          Erst kegeln sie mit einer Kampagne Tulsi Gabbard aus dem Rennen (russian asset, Vorwurf aus dem eigenen Lager, laut Gabbard von Clinton ausgehend), dann soll man ausgerechnet Elizabeth Warren wählen, die ein ganzes Bündel nachweislicher Lügen (u.a. sie wäre native) am Revers hat und weitere hinzufügt.
          Denn das Thema Frau kommt jetzt auf das Tablet, nachdem Warren von sich gegeben hat, Sanders hätte gesagt, eine Frau könne nicht die Präsidentschaft gewinnen.
          Womit sie Sanders zu einem Frauenfeind macht.
          Das ganze Spiel geht wieder von vorne los.

        • „Diese Verabschiedung sieht man überall. In Ungarn und Polen bei der Abschaffung der Demokratie und Entrechtung des politischen Gegners.“

          Guter Witz, du führst ausgerechnet die zwei Länder an, die sich gegen die durchgeknallten linksliberalen Globalisten zu verteidigen wissen (und deren Politiker immer wieder genau dafür gewählt werden). Du saugst die MSM-Propaganda mit dem dicken Strohhalm ein, was?

          Dass bei uns die Entrechtung in krassester Weise in die Gegenrichtung läuft, bekommst du scheinbar gar nicht mit. Dass hier jeder als Nazi kalt gemacht wird, der auch nur einen Millimeter vom immer engeren linksliberalen Meinungskorridor abweicht? Dass die AfD fortlaufend und bösartig als rechtsextreme Nazi-Partei verleumdet wird, man die Lokale demoliert, wo sie ihre Veranstaltungen abhalten wollen, man ihre Autos abfackelt und die linken Spinner so gut wie nie erwischt werden, die das tun, kommt halt nicht in den Abendnachrichten, gelle?

          „die tatsächlich die Frechheit besass, zu fordern, dass eine Schuldenlösung für ihr Volk zu verlangen“

          Verlangen kann man viel, die Eier, notfalls auszutreten, hatte Tsipras nicht. Ein Linker halt, dem Globalismus verpflichtet, statt dem eigenen Volk.

          „Aber auch, wie Rechtsradikalen mit Gleichgültigkeit und Verharmlosung gegenübergetreten wird, selbst wenn sie Asylantenheime anzünden und Menschen jagen und umbringen.“

          Du scheinst nicht im selben Land zu leben, wie ich.

          „Jeder muss sich ans Recht halten. Das ist unabdingbar für unsere freie westliche Welt. Wenn wir zulassen, dass sich das ändert, wird es uns ergehen wie in China, Russland oder auch Saudi-Arabien, wo man einfach umgebracht wird oder ins Lager kommt, wenn man im Weg ist.“

          Das ist längst zu spät, Trump wird gewählt, weil die Demokraten mindestens genauso korrupt sind. Von Clintons-Lolita-Flügen, über arabische Gelder für die Clinton-Stiftung, bis hin zu Biden, der seinen Sohn illegalerweise in einem ukrainischen Staatsunternehmen anstellen lassen hat und sich noch damit brüstete, dass er den ermittelnden Staatsanwalt kaltgestellt hat. Lies mal mehr alternative Medien!

          Und in Deutschland hat man sich in naiven linken Überschwang (alle Menschen sind gleich blablabla) dazu hinreißen lassen, kriminelle Clans zu importieren und unsere bürgerliche Exekutive und Justiz an ihre Grenzen zu treiben. Den deutschen Schwarzfahrer sperrt man ein, weil man ihn erwischt, den migrantischen Sozialbetrüger mit vier gekauften Identitäten und bekannten Mehrfachtäter lässt man laufen, weil er so tut, als ob er die Sprache nicht spricht und nicht genug Dolmetscher da sind.

          Wenn du dich über Irrsinn und Destruktivität beschweren willst, dann fang bei uns an und zwar zuallererst bei den Lügenmedien und den linken Progessiven, diejenigen die diese ganze schei** political correctness angefangen haben und die sie überall mit Gewalt durchsetzen!

          • Es zeigt sich halt das einige schon gerne seit Jahren den CSUlern die Karren und Häuser abgefackelt hätten.

      • > die Wahrheit

        > Obama hat die Staatsschulden wegen der Finanzkrise angehäuft, die ihm die Banken eingebrockt haben

        Ah, das war also nicht die staatliche „Bank“ Fannie Mae, die aufgrund eines sozialistischen Geld-Verteil-Programms Kredite an Leute vergeben hat, die sich keine Kredite leisten konnten, gedeckt von Aufkäufen der diese deckenden Müllpapiere durch ebendiesen Staat (und unseren, übrigens). Gut zu wissen.

        > der Rest war „too big to fail“.

        Den Sozialismus in seinem Lauf halten weder Ochs noch Esel auf. Es ist schon erstaunlich, dass das tatsächlich klappt, dass Leute das glauben.

        Der „Grund“ der „Bankenrettung“ ist, dass die Staaten (!) pleite wären, wenn ihnen die nicht mehr existenten Banken nicht immer mehr Geld schenken würden – was übrigens das Problem nur in die Zukunft verschiebt, nicht etwa löst. Man müsste am Ende noch zugeben, dass man Mist gebaut hat – mitwegen auch GM, und dann gibt’s die halt nicht mehr. Na und? Bei uns machen sie gerade absichtlich Schlüsselindustrien aufgrund ideologiebasierter Politik kaputt – das ist aber halt mal wieder die Schuld des Staates, nicht der Industrie. Gesetze sind nicht wie Bibi Blocksberg, die mal „Hexhex“ sagt und dann passiert alles, die Industrie ist nicht, wie Voldemort, ein mächtiger, böser Zauberer. Die kann überhaupt nicht zaubern.Frag mal die Landwirte, sind sicher gerade auch in Deiner Großstadt.

        > Das Impeachment-Verfahren gegen Trump soll verdecken, dass der Mitte-Rechts-Flügel in den Demokraten kein Programm hat.

        Das mag sein. Aber der linke Flügel der Demokraten hat halt auch nur einen kommunistischen 5-Jahres-Plan, der halt wie alle sozialistischen Vorhaben – zum Beispiel Assos Geld für Häuser zu geben – grandios scheitern wird.

        Ich bitte immer darum, zu Bedenken, dass es einen Unterschied zwischen Trumps „Steuergeschenken“ für Reiche gibt, die _unterlassener_ staatlicher Raub sind, und linken Steuergeschenken („Sozialleistungen“) für Arme, die staatlich sanktionierter Raub sind. Das kommt halt darauf an, wie man so moralisch zu Raub steht.

        • …und linken Steuergeschenken („Sozialleistungen“) für Arme, die staatlich sanktionierter Raub sind.

          Die ich allerdings ausdrücklich befürworte. So lange man Menschen nicht gegen ein auskömmliches Einkommen arbeiten lässt – und davon gibt es eine Menge hier in Deutschland, muss die Allgemeinheit eben diesen Menschen unter die Arme greifen. Und dann auch gerne das Geld von denen nehmen, die weit mehr als im Überfluss haben.
          Und damit meine ich nicht Leute, die per Frauenquote oder links-grün-ideologischem Gewäsch bspw. in der Politik oder als Sozialwissenschaftsschwafler fett abkassieren, selbst aber nichts gelernt haben, nichts können, geschweige denn jemals richtig gearbeitet haben.

          Ich bin übrigens auch für die Abschaffung der Beitragsbemessungsgrenzen bei den Sozialabgaben. Es ist für mich nicht einzusehen, wieso jemand mit 5000 Euro Monatseinkommen rund 20% seines Einkommens abdrücken muss, während der Besserverdiener mit 10000 Euro Einkommen nur 10% zahlen muss. (Die genauen Zahlen z.B. zur aktuelle Bemessungsgrenze darf jeder selbst googeln und einsetzen.)

          Tatsächlich ist bzw. wäre an so manchem Punkt „linker“ Politik gar nicht so viel verkehrt, wenn man sich nicht stattdessen in Kleinigkeiten, Nebensächlichkeiten und insbesondere in Genderideologie versticken würde, anstatt die wirklichen Probleme mal anzugehen.

          Wer das tut, ob Mann oder Frau, ist dabei natürlich vollkommen egal. Ich fürchte allerdings, dass Frauen sich auch weiterhin eher für Belange von Frauen einsetzen werden, während Männer bestenfalls die Anliegen beider Geschlechter im Blick haben.

        • Hier kannst du dich gerne differenziert informieren: https://en.wikipedia.org/wiki/Subprime_mortgage_crisis#Subprime_mortgage_market

          Das Problem ist m.E., du bist schnell dabei, jede andere Meinung als von linken MSM generiert zu verurteilen und gibst dann Meinungen von dir, die ganz offensichtlich von rechten MSM stammen. Aber merkwürdigerweise hältst du dich für besser informiert.
          Nö.

          Die Staaten bekommen das Geld von Banken nicht geschenkt, sondern müssen es sich leihen und mit Zinsen zurückzahlen.
          Die Frage ist, für was dieses Geld ausgegeben wird.
          Ich halte den neuen New Deal für überdimensioniert, aber Fakt ist, der Ausbau der Infrastruktur in den USA ist überfällig und der Startpunkt ist ein niedriger – hatte dir an anderer Stelle Zahlen genannt.
          Dass Staaten planen ist übrigens weniger spektakulär und weiter verbreitet als du glaubst.

          • In dem von Dir verlinkten Wikipedia-Artikel steht ziemlich genau das drin, was ich gesagt habe. Das ist en:WP, nicht de:WP, wo es nur die staatlich erlaubte Einheitsmeinung gibt. (Noch). Da steht auch drin, dass von den 10 Experten der FCIC neun nicht meiner Meinung sind – aber unterstell mir lieber, dass ich unhinterfragt anderer Leute Meinung übernehme, statt mir meine eigene zu bilden. ich hab aber keine große Lust, da jetzt dazu noch eine 300-seitige Begründung zu schreiben, das hat offenbar schon jemand gemacht, und dem hört ja auch keiner zu.

            Schau – „guck, was die bösen Banken da gemacht haben“ – was in der Regel vollkommen legal und in diesem Fall – nehmen wir mal die Wetten darauf, dass die Müllkredite platzen, dazu – auch noch recht _vernünftig ist_ – ist halt eine viel schönere Erklärung als „jahrelanges Staatsversagen“, vor allem, da der überwiegende Teil der Menschen in den G8 „Staat“ an sich irgendwie „gut“ findet, obwohl der ihnen nur Geld wegnimmt – oder sie besticht.

            Lass uns daher über etwas wichtigeres sprechen:
            > Die Staaten bekommen das Geld von Banken nicht geschenkt, sondern müssen es sich leihen und mit Zinsen zurückzahlen.

            Jaaaaaah… da hat jemand das _Konzept_ verstanden. Das ist _nicht_ mein Einwand. Mein Einwand ist, dass sie es nicht *tun*. Siehe. https://www.smava.de/eurozone-schulden-uhr/ (erstbester Treffer)

            Dass das gerade bei uns rückwärts tickert, ist (a) ein Tropfen auf dem heißen Stein, und (b) geht das auf Kosten des eh schon immer künstlich beatmeten und hirntoten Rentensystems. Du kannst da noch „die armen Griechen“ hinzufügen etc. pp.

            Schau, das ganze Zentralbank-Banken-System wurde mit dem (hervorragenden!) Argument gegründet, dass Regierungen notorisch scheiße, unverantwortlich und grundsätzlich ziemlich katastrophal, *sicher* aber bis zur totalen Entwertung führend mit Geld(schöpfung) umgehen.

            Zeitgleich – oder vorher -, übrigens, hat man in so ziemlich jede Verfassung geschrieben, dass sich Regierungen nicht einfach Geld leihen können, nur weil gerade Montag ist oder so.

            Die Regierungen – alle, die dir spontan einfallen, zumindest – haben dann diese Verfassung genommen, sie gerollt und sich gemeinsam mit ihrem Banker eine Line reingezogen. Hat der Banker ausgegeben, der bekommt 5% für’s absolut-gar-nichts-tun. Ohne Risiko!

            Bitte erklär mir, wo hier die kapitalistischen, vernünftigen Banken die „Bösen“ sein sollen?! Die bekommen n% Zinsen – außer, jetzt, halt. Da vergeben sie aber halt keine Kredite mehr, das macht dann halt die FED/EZB/etcpp direkt, weil das ja schon immer eine gute Idee war, deswegen sind ja die privaten Banken „too big to fail“ und überhaupt – noch eine Line Koks?

            So – was passiert? Weil, wie Du ja auch schreibst:

            > Die Frage ist, für was dieses Geld ausgegeben wird.

            … und die kann ich beantworten: offensichtlich *nicht* für etwas, was uns binnen 3 (!) Generationen Nachkriegsdeutschland ermöglichte, die Schulden zurückzuzahlen. Aber hey, guck, da drüben, die bösen Banker, *die* denken nicht an unsere Enkelkinder! (Dafür an _ihre_!)

            > Dass Staaten planen ist übrigens weniger spektakulär und weiter verbreitet als du glaubst.

            Oh doch, das ist _sehr_ spektakulär – immer dann, wenn der Plan vor die Hunde geht; Staaten sind nicht Hannibal Smith. Staaten sind eher sowas wie Venezuela.

            Das ist übrigens das perfide hinter „too big to fail“ – das denken Staaten von sich schließlich auch. Das Problem hier, aber, ist: Das kümmert die geheimnisvolle, ominöse „Hand des Marktes“ halt einen feuchten Dreck. Es ist (sozial) furchtbar, wenn ein großes Unternehmen pleite geht. Es wird aber nur schlimmer, wenn man wartet – deswegen sperren wir Insolvenzverschlepper weg.

            Es ist ein sehr, sehr, sehr viel größeres Problem, wenn ein Staat pleite geht. Deswegen haben wir… ah, haben wir nicht. nichts. Gar nichts. Wir haben nichtmal mehr Galgen. Toll, gell?

            Aber reden wir lieber über die Sinnhaftigkeit von Bahnlinien in einem dünn besiedelten Flächenstaat, obwohl die sich wirtschaftlich schon in einem dicht besiedelten Winzland wie D nicht amortisieren (schau mal nach GB, _da_ isses großartig). Oder über Glyphosat. Nazis? Trump? Frauenrechte? Ja, ne, Frauenrechte werden _alle_ Probleme lösen. Ah – Moment, falsches Forum: _Männerrechte_ werden alle Probleme lösen. oder, natürlich, endlich kompletter Sozialismus/Marxismus/Kommunismus/die Utopie. Ja, träumen wir lieber von der Utopie.

            Ganz ehrlich: ich wünsche mir _so_ sehr, dass ich Unrecht habe.

  3. Die Demokraten hätten so einige Gelegenheiten, mit moderaten Mitte-Themen, die gesellschaftlich unumstritten sind, sich als bessere Alternative zu präsentieren und Wähler zu überzeugen.

    Allerdings schrecken die Republikaner vor nichts zurück, wie man schon unter Bush und jetzt erst recht unter Trump sehen kann. Es geht nur darum, wie behauptet werden kann, man hätte die Mehrheit im Electoral College.

    Basierend auf einer festen Mehrheit an der Basis (indoktriniert von ausländischen Medienmogulen) und bedingungsloser Treue in den gewählten Ämtern – bis hin zur Aufgabe der Demokratie – sind die Republikaner eine Machtmaschine.

    Die Demokraten dagegen haben keinen einzigen wirklich guten Kandidaten. Die einzige Frauen, die Trump schlagen könnten, wären wahrscheinlich Oprah Winfrey und Michelle Obama, aber die treten beide nicht an.

    Elisabeth Warren? Wäre sicher eine bessere Präsidentin als Trump für die Mehrheit der Amerikaner. Aber gewinnen? Glaube ich nicht. Liegt aber nicht an ihrem Geschlecht, sondern ihrer Person. Bisschen wie bei Merkel, bei der ja auch das erste Wahlergebnis verheerend schlecht war, und man dann das Steuererhöhungsmärchen als Rechtfertigung erfunden hat, um nichts sagen zu müssen, dass es ihr halt niemand zugetraut hat.

    Von denen, die da bei den Demokraten noch im Rennen sind, ist mein Favorit (wenn ich wetten würde, nicht unbedingt politisch) nach wie vor Buttigieg. Alle anderen sind…. alt. Sanders würde ich es noch zutrauen. Aber auch der ist alt und hat grad erst einen Herzinfarkt gehabt.

    Kann eine Frau Präsidentin werden? Warum nicht? Kann Warren? Dafür muss sie erstmal die Vorwahlen gewinnen.

    • „sind die Republikaner eine Machtmaschine“

      Die Demokraten sind genau so eine Machtmaschine. Kapiere nicht, wieso das immer unter den Tisch fallen gelassen wird. Sie sind gerade zum zweiten Mal dabei, Sanders abzusägen und eine Kandidatin, die so unbeliebt ist wie es nur irgendwie geht aufzustellen. Warren ist im Großen und Ganzen Hillary 2.0 – und die Medien beginnen bereits wieder, ihre Favoritin Warren aufzubauen.

      Nur um es klar zu stellen: Ich kann dem Sozialismus („demokratischer Sozialismus“) von Sanders sicher nichts abgewinnen, aber er hat schon mehrfach gezeigt, dass er insbesondere junge Wähler ansprechen kann. Darum muss das DNC ja auch Schmutzkampangen fahren bzw., wie bei der letzten Wahl, Trollarmeen einkaufen, um Sanders online zu schädigen.

      Warren zeigt wie Clinton keinen Willen zu echter Veränderung. Allerdings hat sie im Gegensatz zu Clinton noch weniger Appeal, welches eher auf dem Level einer High-School-Lehrerin ist und kommt unbeholfen und schwach rüber, wenn man ihre Auftritte betrachtet, wo Clinton wenigstens noch ihre lange Erfahrung in der Politikmaschinerie spielen lassen konnte.

      Hätte Clinton und der DNC nicht dummdreist und arrogant sich auf die Medienelite und Hollywood verlassen, dass sie ihr die Wahl schon hinbiegen werden, sondern wäre sie vom Ross herunter gestiegen und hätte wirklich mit den Menschen geredet, wäre auf sie zugegangen und versprochen, sich für ihre Sorgen und Nöte einzusetzen, hätte es Trump ungleich schwerer gehabt.

      Aber so wird das nichts. Trump ist ein Resultat des Politzirkus der USA, in welchem zwei Lager eines Jahrhunderte alten Filz die Strippen ziehen.

  4. Ich glaube (*weiß es nicht), dass Isolation ein Hauptfaktor bei diesem Wahlkampf ist. Die von Gruppen, welche nicht mehr mit einander reden, von Wählen zu Informationen/Nachrichten und von Politikern zu Normalsterblichen.

    Die Cancel-Kultur der Linken, deren öffentlich gewollte und geförderte Nachrichten-Zensur und ihr Twitter-Blasen-Habitat, schadet ihnen beim Thema Isolation am meisten. Trotz alledem tragen sie gerade diese Angewohnheiten wie ein Kriegsbanner vor sich her und sind stolz darauf.

    Der Durchschnitts-Amerikaner hat neben Arbeit kaum Zeit sich außerhalb seiner Bubble zu informieren, wenn ein Trump-wähler es versucht, wird er von Linken in Social-Media häufig abgestoßen und ausgegrenzt, einfache Konzepte und eingehende Slogans in kurzen Sätzen, werden den Wahlkampf bestimmen.

    Die Democtrats welche zZ auf ihren Posten sitzen und die politische Arbeit verrichten sind mMn keine wirklichen Linken, sondern eher konservativ angehauchte Zentristen. Der Wahlkampf der Democtrats strotzt nur so vor linken Themen, die aber in USA keine Mehrheit haben.

    Die Konservativen haben ein Heimspiel, das bestehende politische Konstrukt, funktioniert oberflächlich betrachtet gut: so viele Jobs wie lange nicht mehr…

    Die Gegner müssen erklären warum sie so etwas umstürzen wollen, und benötigen dafür mehr als kurze Sätze. Sie verlinken eher auf Textwüsten oder empfehlen gar ganze Bücher zu lesen 🙂

    Nachdem wie #MeeToo gelaufen ist, könnte Trump eine Pfarrerstochter vergewaltigen und wahrscheinlich würde die Mehrheit es nicht glauben und ihn trotzdem wählen.

    Die linke ist zu komplex und kompliziert, abgehoben vom realen Leben, mit interner Zerfleischung beschäftigt und unästhetisch Unsympathisch. Es schmerzt mich dabei zuzusehen. Ich denke nicht, dass Trump abgewählt wird.

    • „Die Gegner müssen erklären warum sie so etwas umstürzen wollen“

      Sie haben nichts, um das zu erklären. Alles was sie haben ist angeblicher Rassismus und Sexismus und angebliche Korruption von Trump. Die Demokraten tun seit 2016 quasi nichts anderes und machen Handstände um Trump irgendwie was verwerfliches anzudichten. Ob Pullerspiele in russischen Hotels (die Trump angeblich für den russischen Geheimdienst erpressbar machen sollten) zu konstruierter Aufregeung, er hätte sich „The Squad“ gegenüber als Rassist geoutet bis hin zu Joe Binden (dessen creepy-seniles Gelaber in den Medien irgendwie überhaupt nicht statt findet und dessen Korruption, seinen Sohn lukrative Jobs zu verschaffen egal zu sein scheint) in der Ukraine-Geschichte, was jetzt zum Impeachment-Prozess geführt hat. Die Demokraten können zu Trump keine Alternative aufstellen, haben keinen echten Gegenkandidaten. Also brauchen sie Schmutzkampangen.

  5. „Wie bekomme ich die Menschen dazu, am Wahltag ein Urteil über die Verfehlungen und die Charakterlosigkeit des Präsidenten zu fällen?“

    Trump ist sicherlich ein Idiot, der zuwenig nachdenkt, aber Elizabeth Warren oder Hillary Clinton sind in Sachen Verfehlungen und Charakterlosigkeit kein Stück besser. Warren hat nur noch weniger Gelegenheit das zu beweisen, aber sie zeigt sich jetzt schon als notorische Lügnerin:

  6. „Ihre Botschaft – nur eine Frau kann Trump schlagen “

    zeigt, wie dumm die Warren ist. Denn im Prinzip hat sie damit wieder Männer runtergemacht und sich auf den Pfad von Hillary begeben.

  7. „denn die Frage des Geschlechts ist durchaus von Bedeutung“

    Wieso glaubt die Redaktion das? Die politischen Ziele einer Person werden doch nicht besser oder schlechter wegen der Genitalien, die er/sie zwischen den Beinen hat. Und die meisten Wähler wissen das. Wieso wissen Journalisten es nicht?

  8. Der Artikel „Das Problem mit der Männlichkeit“ zeigt nur das Problem mit dem Sexismus auf, der sterotyp immer nur eine Antwort auf alles wiederkäut: Männer sind das Problem, Frauen die Lösung. Sonst haben die Sexisten von der SZ nix zu sagen, Klappe zu, Affe tot.

  9. meiner Meinung nach haben die linkeren Kandidaten gute Chancen, Trump zu schlagen, weil sie den frustrierten Bürgern Abhilfe versprechen. Im Gegensatz zu Trump, der nichts für den durchschnittlichen Amerikaner getan hat (wo sind die steigenden Gehälter, die dank der Steuerreform kommen sollten?) haben diese echte Angebote wie ein modernes Gesundheitssystem, das im Rest der Welt schon existiert und daher nachweislich Entlastung bringt.

    Erinnern wir uns nochmal daran, warum Hillary Clinton verloren hat: in den Swingstates sind zu viele Demokraten-Anhänger einfach nicht wählen gegangen, weil sie für Hillary keine Begeisterung aufbringen konnten. Hillary war es ihnen nicht einmal wert, am Wahltag aus dem Haus zu gehen. Der demokratische Teil der Bevölkerung ist in den letzten Jahren einfach nach links gerückt, wie ja auch die Wahl von AOC zeigt. Die DNC hat ihre eigenen Wähler inzwischen quasi rechts überholt und dafür 2016 die Quittung bekommen. Und Biden wird dasselbe passieren. Ein Sanders hingegen würde auch viele frustrierte Wechselwähler einfangen und Trump deutlich schlagen.

  10. Natürlich kann eine Frau Trump schlagen. Und das ist vielleicht auch gar nicht so schlecht, wenn sie dann Politik für alle Bürger ihres Landes macht – und nicht nur für Frauen.
    Glücklicherweise tut sich ja mittlerweile so langsam etwas, nicht nur hierzulande, wo Frau Schummeldoktor Giffey sich immerhin zu Lippenbekenntnissen genötigt fühlt.
    Auch in den USA werden Männer so langsam wach und erleben das politische und mediale Leben als Sexismus gegen sie – gegen Jungen und Männer.
    Mittlerweile sind ja schon einige Klagen von Männern wegen geschlechtsbezogener Benachteiligung anhängig, sei es wegen #me2 oder wegen eines angeblichen frauendiskriminierenden Gender Pay Gaps, der (zumindest in Einzelfällen) Männer beim Einkommen benachteiligt.
    Eine Frau, die eine Politik macht, die Jungen und Männer als gleichberechtigt und gleichwertig ansieht, hätte zumindest größere Chancen als eine Clinton.
    Dass Sexismus gegen Männer nicht vom Geschlecht abhängt, hat man ja an Baracken-Obama gesehen.

    • „Natürlich kann eine Frau Trump schlagen. Und das ist vielleicht auch gar nicht so schlecht, wenn sie dann Politik für alle Bürger ihres Landes macht – und nicht nur für Frauen.
      […]
      Eine Frau, die eine Politik macht, die Jungen und Männer als gleichberechtigt und gleichwertig ansieht, hätte zumindest größere Chancen als eine Clinton.“

      Eine Frau die es für eine gute Idee hält die Frauenkarte zu spielen – nichts anderes hat Warren gemacht – disqualifiziert sich selbst. Die verdient die Schlappe die ihr bevorsteht.

      • Es ging ja um die allgemeine Frage, ob eine Frau Trump schlagen könnte (und implizit, ob das gut sei?). Dass Warren diese Frau ist, wage ich auch zu bezweifeln. Wenn ich die deutsche feministisch geprägte Politik sehe, habe ich eh meine Zweifel, ob eine Frau geeignet ist für einen höhergestellten Job in der Politik.
        Wie schon erwähnt, Frauen machen Politik für Frauen, Männer meist auch eher für Frauen.

        • Oh sorry, ich dachte dein Kommentar oben bezog sich direkt auf Warren. Mein Fehler.

          Bin deiner Meinung, natürlich kann eine Frau Trump schlagen, aber Warren ist eben nicht diese Frau.

          Deine Zweifel ob Frauen für hohe Positionen in der Politik geeignet sind teile ich nicht. Selbstverständlich gibt es geeignete Frauen – und weniger geeignete. Genauso wie bei Männern übrigens. Das Problem ist eher dass der aktuelle Zeitgeist Strukturen schafft, die begünstigen dass die Knallköppe nach oben kommen und die fähigen Leute abgesägt werden (gilt in beiden Fällen jeweils für Männer und Frauen gleichermaßen). Lucas hat das unten sehr schön analysiert.

  11. Die politische Beliebigkeit der Meinung, dass nur eine Frau Trump schlagen könne, zeigt sich ja schon daran, dass nach der idiotischen Clinton-Niederlage in derselben Partei die Legende gebastelt wurde, Clinton hätte nur verloren, weil sie eine Frau und die Frauenfeindlichkeit im Lande zu groß ist. Was denn nun?

    Tatsächlich ist m.E. gerade für Parteien mit einem irgendwie linken Anspruch eine ganz andere Frage wichtig: Warum kommen in diesen Parteien keine Frauen nach oben, die eine Chance haben, Mehrheiten zu bilden? Das ist z.B. in der deutschen CDU offensichtlich seit Ewigkeiten schon anders, und die britischen Tories hatten schon in den 80ern eine Frau an der Spitze, die Wahlen gewonnen hat.

    Meine These: Die linke Selbst-Verpflichtung auf eine feministische Politik, die Konservative eben nie mitgemacht haben, bedingt einen bislang unlösbaren Widerspruch zwischen Ingroup- und Outgroup-Logik. Was innerhalb der Partei Bedingung für einen Erfolg ist, steht außerhalb der Partei jedem Erfolg im Weg – und umgekehrt.

    Insbesondere FRAUEN leiden unter diesem Widerspruch, weil ihnen – anders als Männern – von anderen Frauen eine klare profeministische Positionierung abverlangt wird. Die CDU-Frau Katharina Schröder, die diese Positionierung verweigerte, wurde damit z.B. im Spiegel als Verräterin – nämlich wörtlich als „Feindin aller Frauen“ – diffamiert. Das wäre für sie wohl politisch tödlich gewesen, wenn sie nicht in der CDU, sondern in der SPD, der Linken oder bei den Grünen gewesen wäre.

    Giffey ist ein aktuelles Beispiel. Ihre männerpolitische Wendung wird nach allem menschlichen Ermessen oberflächlich bleiben – sie ist ja nicht einmal bereit, mit Vertretern von Vätergruppen auch nur zu REDEN (Gerd Riedmeier hat darüber ja oft genug berichtet https://man-tau.com/2019/12/28/familienpolitik-giffey-2019/ ). Sie merkt jedoch schon irgendwie, dass die erheblichen Ressentiments gegen Männer in ihrem Ministerium der Partei insgesamt schaden. Aber sie wird es sich auch nicht leisten können, feministische Basics – etwa die Überzeugung, dass Männer Frauen unterdrücken würden – ernsthaft in Frage zu stellen oder gar Gelder nennenswert umzuverteilen.

    Dabei ist die Inszenierung eines Geschlechterkampfes ausgerechnet für eine klassische linke Klientel besonders dysfunktional. Menschen mit geringeren Ressourcen sind nun einmal auf Strukturen der Kooperation angewiesen und leiden besonders darunter, wenn z.B. Väter aus den Familien ausgegrenzt werden.

    So sind denn auch ausgerechnet in den Parteien, die sich ihrer konsequenten „Frauenförderung“ rühmen, auffällig wenige wirklich gewinnende Frauen nach oben gekommen. Die Grünen florieren immer dann, wenn sie Männer vom Typus eines guten Patriarchen vorweisen können (Fischer, Kretschmann, Habeck) – die Linke hat mit Sahra Wagenknecht gerade die charismatischste Politikerin der gesamten deutschen Linken abgesägt – und die programmatisch angestrebte Überwindung der männlichen Gesellschaft durch die SPD begnügt sich derzeit damit, Politikerinnen wie Svenja Schulze, die weder Kompetenz noch Charisma haben, mit Posten zu versorgen.

    In den USA sieht das nicht besser aus. Unter allen demokratischen Kandidaten hat m.E. Tulsi Gabbard bislang den besten Eindruck hinterlassen. Die setzt anders als Warren oder Clinton nicht auf Geschlechterkampf, sondern betont, zum Beispiel, ihre Erfahrungen als Soldatin in Auslandseinsätzen – also in einem Kontext, wo sie selbstverständlich auf die Kooperation mit Männern angewiesen war.

    Ihre deutliche Skepsis gegenüber Auslandseinsätzen bringt sie, wie auch Sanders, in Konflikt mit der riesigen Militärindustrie des Landes – anders als Clinton, die den militärisch-industriellen Komplex immer zuverlässig bedient hat und die als Feministisch trotzdem als irgendwie „links“ durchgeht. Es sind keineswegs frauenfeindliche Maskus, die sich Gabbard in den Weg stellen, sondern das demokratische Parteiestablishment – insbesondere Clinton selbst, die öffentlich die Verleumdung gestreut hat, Gabbard wäre von Russland bezahlt.

    Stattdessen sind dann innerhalb der demokratischen Partei Typen wie Ilhan Omar oder Rashida Tlaib Stars, die schon wegen ihres Hasses auf Israel außerhalb der Partei keine Chance auf Mehrheitsfähigkeit haben. Elisabeth Warren wiederum gelingt als Einziger im ganzen Kandidatenfeld das Wunder, glaubhaft den Eindruck zu erwecken, sie wäre noch bekloppter als Trump.

    Fazit: Für Linke insgesamt bedeutet das, dass sie unbedingt anzweifeln müssen, ob die Positionen des heutigen Feminismus einer linken Politik überhaupt dienlich sein können. Dabei geht es selbstverständlich nicht um Gleichberechtigung, sondern um eine Identitätspolitik, die Frauen gegen Männer ausspielt und die blind und ressentimenthaft auf der Idee einer allgemeinen Unterdrückung DER Frau durch DEN Mann beharrt. Ironischerweise schadet die Selbstverpflichtung auf solche Positionen Frauen offenbar noch mehr als Männern.

    Feministinnen jeglichen Geschlechts müssten hingegen realisieren, dass ihre Positionen heute am Großteil der Bevölkerung vorbeigehen und dass sie lediglich Menschen etwas zu bieten haben, die einen überdurchschnittlichen Zugang zu Ressourcen und einen enorm privilegierten Zugang zu medialen Positionen haben. Das Milieu, das sie ansprechen, ist ziemlich genau das Gegenteil einer klassischen linken Milieus.

    Eine Frau, die AUSSERHALB der Partei mehrheitsfähig wäre, hat damit INNERHALB der „linken“ Parteien keine Chance. Anstatt diesen internen Konflikt zu reflektieren, ist es natürlich einfacher, die allgemeine Frauenfeindlichkeit der Gesellschaft zu beklagen, die Frauen trotz aller Förderung nicht nach oben kommen lasse.

    • „Elisabeth Warren wiederum gelingt als Einziger im ganzen Kandidatenfeld das Wunder, glaubhaft den Eindruck zu erwecken, sie wäre noch bekloppter als Trump.“

      lol

    • „Unter allen demokratischen Kandidaten hat m.E. Tulsi Gabbard bislang den besten Eindruck hinterlassen.“

      Sehe ich auch so.
      Zählen wir (identitär) zusammen:
      – ist eine Frau,
      – POC
      und weiter:
      – war im Militär und in Auslandseinsätzen, befördert in den Rang eines Majors,
      – wurde im Alter von 21 Jahren das jüngste Mitglied des Repräsentantenhauses von Hawaii,
      – hat einen Bachelor of Business Administration,
      – unterstützt Bernie Sanders in einer Reihe von Vorschlägen und Vorhaben.

      Wenn man nur zusammenzählt, welche Bevölkerungskreise sie ansprechen würde, wäre sie die Frau, welche am ehesten in der Lage wäre Trump zu schlagen.

  12. „When the Democratic debate started Tuesday night, I was young, carefree, merry. Two hours later, when it ended, I was praying to the Almighty for a swift end to my suffering. I felt like I was 103 years old — or even older, like one of the early patriarchs in the Bible. All the life had been sucked out of my body.

    This, the seventh debate in seven months, was the dullest major political event in years.“

    https://nypost.com/2020/01/15/latest-democratic-debate-the-dullest-political-event-in-years/

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