Intersexuelle als Falsifikation der Theorie von den zwei Geschlechtern

Crumar schrieb einen interessanten Kommentar:

Die eigentliche Fallacy ist m.E. die des erfundenen „schwarzen Schwans“.
Meiner Meinung nach findet der gesamte Schwindel der Argumentation – darum handelt es sich m.E. – auf einer erkenntnistheoretischen Ebene, also eine Ebene tiefer statt.

Das Bild der Verteilung zwischen Männer/Frauen/Intersex, letztere mit einem Anteil von 0,02% an der Gesamtbevölkerung, ist dabei ein guter Ausgangspunkt meines Arguments, denn beim Betrachten des Bildes könnte man mit dem Autor Schulter zuckend feststellen: „There is no sex spectrum, just a small number of people who’s sex is ambiguous or their sex genotypes don’t match their phenotype.“

In der Argumentation der „progressiven“ Lyssenkoisten (https://de.wikipedia.org/wiki/Trofim_Denissowitsch_Lyssenko) wird jedoch die pure Existenz von Intersexuellen triumphierend verwendet, um den sexuellen Dimorphismus in Gänze zu verwerfen.

Wie funktioniert der Trick?

Indem eine etablierte wissenschaftliche Denkweise, die Falsifikation im Rahmen des Kritischen Rationalismus, benutzt und korrumpiert wird.

Wikipedia liefert ein anschauliches Beispiel: „Sind alle Schwäne weiß? Die klassische Sicht der Wissenschaftstheorie war, dass es Aufgabe der Wissenschaft ist, solche Hypothesen zu „beweisen“ oder aus Beobachtungsdaten herzuleiten. Das erscheint jedoch schwer möglich, da dazu von Einzelfällen auf eine allgemeine Regel geschlossen werden müsste, was logisch nicht zulässig ist. Doch ein einziger schwarzer Schwan erlaubt den logischen Schluss, dass die Aussage, alle Schwäne seien weiß, falsch ist. Der Falsifikationismus strebt somit nach einem Hinterfragen, einer Falsifizierung von Hypothesen, statt nach dem Versuch eines Beweises.“ https://de.wikipedia.org/wiki/Falsifikationismus

Die „progressiven“ Lyssenkoisten arbeiten mit einem Trick, der aus zwei Teilen besteht:

  1. Die Existenz von Intersex (schwarzer Schwan) beweist, es gibt nicht nur Männer und Frauen – also Menschen mit Übereinstimmung von geschlechtlichem Genotyp und Phänotyp!
  2. Damit ist die Aussage falsifiziert, es gäbe verschiedene Geschlechter mit übereinstimmendem Genotyp und Phänotyp (weißer Schwan).Folgerung: Also gibt es auch keinen sexuellen Dimorphismus, sondern nur ein sexuelles Spektrum.

Die Taktik ist, dem Gegner eine (All-) Aussage („alle Schwäne sind weiß“) unterzuschmuggeln, die dieser gar nicht getätigt hat. Es kann unter dem Gesichtspunkt der Mutation überhaupt nicht ausgeschlossen werden, dass in allen Fällen geschlechtlicher Genotyp und Phänotyp eines Menschen identisch ist. Es wird also eine Aussage Pseudo-falsifiziert, die aus einer bloßen Behauptung besteht, sie wäre getätigt worden.

Schauen wir uns nun noch einmal die Folgerung der „progressiven“ Lyssenkoisten an: „Es gibt keinen sexuellen Dimorphismus, sondern nur ein sexuelles Spektrum.“
Das ist – klammheimlich – ein sehr stattlicher weißer Schwan (Allaussage).
Von dieser Behauptung kann man im Hinblick auf die empirische Realität sagen, der weiße Schwan besteht zu 99,98% aus einem schwarzen Schwan. /sarcasm off
Dass es eine Gruppe von Menschen in der Bevölkerung, mit einem Anteil von 0,02% an der Bevölkerung gibt, für die „who’s sex is ambiguous“ gilt, heißt für die „restlichen“ 99,98% nämlich gar nichts.

Der Versuch, eine (allgemeine) Aussage über die Wirklichkeit von ihren statistischen Rändern her aufzubauen ist zwangsläufig zum scheitern verurteilt und die Argumentation der Lyssenkoisten basiert auf billigen Tricks: „There is no single factor“ zu schließen beruht darauf zu unterstellen, der Gegner in der Argumentation hätte gesagt, es gäbe nur einen.

Der Testosteron-Trick funktioniert ähnlich.

Die bloße Anwesenheit von Testosteron im Blut von männlichen und weiblichen Körpern ist tatsächlich gar nicht einmal relevant. Der Witz ist, 90% des Testosterons wird bei Männern in den Hoden produziert und die Rezeptoren für Testosteron unterscheiden sich nach Geschlecht.
Im Rahmen des Leistungssports sollen diese Heuchler doch erklären, warum nicht biologische Frauen auf die Idee kommen als Transmann in Konkurrenz mit Männern zu brillieren.
Alle wissen – im Hinblick auf die Ergebnisse – das ganze ist eine biologische Einbahnstraße und damit wäre dieser Hokuspokus der Lyssenkoisten auch schnellstens vorbei.

Der Ansatz über die Falsifikation ist wahrscheinlich in der Tat der, der vielen Genderfeministen etc hier vorschwebt. Deswegen waren sie auch so begeistert von dem Nature-Artikel „Sex redefined„, weil dieser noch viel mehr „Falsifikationsansätze“ in den Raum stellte und damit scheinbar die Aussage noch deutlicher widerlegte.

Interessant wäre dann aber, welche Aussage man eigentlich treffen kann, die nicht so leicht zu falsifizieren ist wie die untergeschobene. Crumar schrieb:

Die Taktik ist, dem Gegner eine (All-) Aussage („alle Schwäne sind weiß“) unterzuschmuggeln, die dieser gar nicht getätigt hat. Es kann unter dem Gesichtspunkt der Mutation überhaupt nicht ausgeschlossen werden, dass in allen Fällen geschlechtlicher Genotyp und Phänotyp eines Menschen identisch ist. Es wird also eine Aussage Pseudo-falsifiziert, die aus einer bloßen Behauptung besteht, sie wäre getätigt worden.

Die Aussage, die es zu widerlegen gibt, wäre dann vielleicht die in der Besprechung des Nature Artikel angedachte

Es gibt selbstverständlich genau zwei Geschlechter:

  • Weibliches Geschlecht, bei der zweigeschlechtlichen Fortpflanzung dasjenige, das die Eizellen bereitstellt
  • Männliches Geschlecht, bei der zweigeschlechtlichen Fortpflanzung dasjenige, das die Samenzellen bereitstellt

Alles andere sind selten vorkommende und üblicherweise auf einem fehlerhaften Ablauf der Vorgänge herstammende Sonderfälle, die meist nicht dem eigentlichen „Plan“ entsprechen und zu einer Vermischung der beiden Geschlechter führen. Da sie aber keine anderen Keimzellen produzieren können sie kein weiteres Geschlecht sein.

Wäre das besser? Was wäre eure Formulierung?