Finnland und seine neue Ministerpräsidentin, zudem: Was macht Finnland besser?

Finnland hat gerade eine für eine Ministerpräsidentin mit 35 Jahren sehr junge Frau zur Ministerpräsidentin gewählt, ihre Regierung ist auch recht weiblich besetzt.

finnland-regierung-frauen

Die dritte von links ist die neue Ministerpräsidentin.

Weiß jemand, für welche Politik sie steht und was sie so vertritt? Dazu habe ich bisher erstaunlich wenig gelesen.

Natürlich finden sich entsprechende Artikel, was alles in Finnland besser läuft, zB in der Zeit:

Schon seit Jahren steht Finnland im internationalen Gender-Gap-Ranking des Weltwirtschaftsforums ganz oben. Im letzten Vergleich 2018 erreichte das Land Platz 4 hinter Island, Norwegen und Schweden. Deutschland hatte es immerhin auf den 14. Platz geschafft. Vor allem bei der Bildung gelingt Finnland eine Geschlechtergleichheit wie keinem anderen Land auf der Welt. Kinder haben hier tatsächlich alle Möglichkeiten, egal, welchen Geschlechts sie sind.

Geschlechtergleichheit bei der Bildung? Das müsste eigentlich bedeuten, dass sie Jungs besonders fördern, wenn man sich die anderen Industrienationen so anschaut.

 

Mütter können ohne schlechtes Gewissen arbeiten

„Unsere Gesellschaft ist anders geprägt“, erklärt Tanja Huutonen von der finnischen Botschaft in Berlin. „Frauen arbeiten genauso wie Männer, unser System macht das möglich und es fängt schon bei den Kitas an.“ Sie selbst habe als alleinstehende Mutter nachts oder am Wochenende gearbeitet und ihr Kind dann eben in die Betreuung gegeben. Sechs staatliche Rund-um-die-Uhr-Kitas gibt es aktuell in Helsinki, die Kinder können dort auch übernachten oder am Wochenende kommen. „Und dann nimmt man sich den Montag und Dienstag frei“, sagt Huutonen. Der Anspruch auf Kinderbetreuung ist in Finnland gesetzlich geregelt, beide Eltern können flexibel in den ersten drei Lebensjahren ihrer Kinder Elternzeit nehmen und haben danach ein Recht darauf, ihren Job fortzuführen. Es gibt Ganztagsschulen mit kostenfreien Mahlzeiten und Nachmittagsbetreuung. Die Arbeitszeiten sind flexibel, kürzere Tage und Homeoffice normal. Für Huutonen aber das Wichtigste: „Wir müssen kein schlechtes Gewissen haben, dass wir arbeiten.“ Auch Sanna Marin hat eine knapp zweijährige Tochter.

Es wird dabei auch immer vergessen, dass Finnland nur 5,5 Millionen Einwohner hat, davon leben allein 1,6 Millionen in Helsinki und die meisten der anderen im der Umgebung davon, also jedenfalls in Südfinnland. Es ist ein Land mit einem recht starken Familienbezug und einer sehr vertrauten Bevölkerung, bei der die Großfamilie auch meist in der Nähe ist.

Deren Kindergartenkonzept klingt interessant. Rund um die Uhr geöffnet und man arbeitet auch entsprechend? Ich vermute das würde vielen hiesigen Müttern eher nicht sehr attraktiv erscheinen.

Finnland ist ein nicht gerade sehr diverses Land, es hat einen sehr geringen Teil an Ausländern, und selbst die kommen meist aus Europa.

Doch auch wenn die Bedingungen in Finnland besser sind, ist nicht alles perfekt: Frauen verdienen laut finnischem Statistikamt noch immer 16 Prozent weniger als Männer und übernehmen einen deutlich größeren Anteil an der Haus- und Care-Arbeit. Auch wenn mehr Männer als in Deutschland Elternzeit nehmen, geschieht das Huutonen zufolge oft erst, wenn die Kinder bereits anderthalb bis zwei Jahre alt sind. Bis dahin bleiben die Mütter zu Hause und beziehen zumindest neun Monate lang 70 Prozent ihres Gehalts als Elterngeld.

Also perfekte Bedingungen, aber Frauen verdienen dennoch weniger.

Was mich interessieren würde wäre, welche Arbeiten die Finnen eher machen als die Finninnen. Ich vermute mal, dass bei der Holzbewirtschaftung Männer eher die sind, die mit der Motorsäge draussen stehen und ich vermute mal die arbeitsbedingten Tode werden auch eine höhere Anzahl an Männern ausweisen.

Es wäre interessant wie Frauen das umfangreiche Angebot nutzen, wie oft sie dennoch lieber Teilzeit arbeiten etc.

Finnland war in der Vergangenheit immer wieder veränderungsbereit. Seit 1906 haben Frauen das aktive und passive Wahlrecht – als Erste weltweit. Bereits seit 1907 sind Frauen im Parlament vertreten. Das Gleichstellungsgesetz von 1986 wurde seit der Einführung mehrfach angepasst und aktualisiert. Seit 1995 gibt es eine Frauen- und Männerquote von 40 Prozent in staatlichen Gremien. „Es gibt natürlich immer etwas zu tun, etwas zu verbessern, aber gemeinhin leben wir in Finnland Gleichstellung. Niemand denkt, dass Frauen weniger können“, sagt Huutonen.

In einem so kalten Land konnte man sich wahrscheinlich auch keine Zimperlichkeiten leisten. Allerdings ist Gleichstellung ja anscheinend immer noch nötig und nicht nur Gleichberechtigung.

Für Ines Kappert ist das der eigentliche Grund, jetzt in Richtung Finnland zu blicken: „Wir müssen unbedingt über die Grenzen schauen, um zu verstehen, warum volle Partizipation in anderen Ländern und Kontexten möglich ist“, sagt die Leiterin des Gunda-Werner-Institus für Feminismus der Heinrich-Böll-Stiftung. In Deutschland laufe es mit der Gleichstellung vergleichsweise schlecht: Gerade im politischen Umfeld sei die Beteiligung von Frauen rückläufig, der Frauenanteil von nicht mal einem Drittel im Parlament sei alarmierend. „Finnland zeigt uns etwas, das hier undenkbar ist: eine Regierung mit 100 Prozent Frauenanteil.“

Wie ist denn der Anteil der Frauen in den politischen Parteien dort?

 

 

Patriarchale Struktur in den deutschen Parteien

Die deutsche Politik sei hingegen männlich dominiert. Kappert führt das auf drei Faktoren zurück: Familie und Beruf seien aufgrund der patriarchalen Struktur in den Parteien schwer vereinbar; so sind zum Beispiel viele Termine in den Abendstunden. Zudem würden Männern noch immer mehr Kompetenzen zugeschrieben, auch wenn sich das in den vergangenen Jahren gewandelt habe. Ein wesentlicher Faktor für Kappert ist aber die Bedrohung von Politikerinnen im digitalen Raum. „Man muss verstehen, wie massiv Frauen mittels digitaler Gewalt aus der Politik und dem öffentlichen Leben gedrängt werden“, sagt sie. Das seien keine guten Voraussetzungen für Politikerinnen, zumal kaum Strafverfolgung stattfinde. Sie wünscht sich, ähnlich wie in Finnland, mehr politische Teilhabe von Frauen in Deutschland. „Wir brauchen ein Selbstverständnis davon, dass man nicht erst überlegen muss, welche Hürden es zu überwinden gibt, sondern Politik machen kann, weil man Politik machen möchte“, sagt Kappert. In Finnland scheine es einen anderen Rückhalt aus dem Volk zu geben.

Die Bedrohung der Politikerinnen sei der wesentliche Faktor? Tatsächlich gibt es ja Statistiken, nach denen Männer weit eher blöd angemacht werden.

 

„Die Gleichstellung ist viel präsenter in der Gesellschaft. Man macht in Finnland ein Amt nicht am Geschlecht fest, sondern an Kompetenz und Umsetzung“, sagt auch Inken Paletta, Finnland-Kennerin von der Deutsch-Finnischen Gesellschaft Hessen und Betreiberin des Blogs Finntastic. „Da können wir noch eine Menge von Finnland lernen.“ Dass Sanna Marins Alter und Geschlecht nun zum Thema werden, begreift sie als positives Signal für die Zukunft: Man kann weiblich und jung sein und etwas erreichen. Sie sieht in Marin einen Gegenentwurf zu dem Rechtsruck, der auch in Finnland seit einigen Jahren stattfindet.

Wenn man es an Kompetenz und Umsetzung fest macht, dann wäre das gerade keine Sache der Gleichstellung. Aber Wortglauberei, es wird hier anscheinend synonym genutzt zu Gleichberechtigung-.

Auch das könnte in Deutschland Nachahmer finden, schließlich zeigen gerade junge Menschen wieder mehr Interesse an politischen Themen – auch wenn dabei nicht unbedingt Politikerinnen im Zentrum stehen, sondern politisch denkende Menschen wie Luisa Neubauer von Fridays For Future oder die Sea-Watch-Kapitänin Carola Rackete. „Diese Frauen brechen sich als Vorbilder einen Weg in die Öffentlichkeit, sind aber im Moment noch Ausnahmen“, sagt Kappert. Sie freut sich, dass die Finninnen das Thema nun wieder in die Debatte bringen. „Wir brauchen Vorbilder wie Finnland, wir müssen über unseren Tellerrand hinausschauen. Wer sollte uns sonst inspirieren?“

Ja, wer sollte uns nur inspirieren, ein Land, welches seit 2005 eine Kanzlerin hat?

 

57 Gedanken zu “Finnland und seine neue Ministerpräsidentin, zudem: Was macht Finnland besser?

  1. „In Deutschland laufe es mit der Gleichstellung vergleichsweise schlecht ….’Finnland zeigt uns etwas, das hier undenkbar ist: eine Regierung mit 100 Prozent Frauenanteil.'“

    Da sieht man doch, was „Gleichstellung“ bedeutet. Ein Euphemisms für „Machtübernahme“ oder „absolute Herrschaft“.

      • Das glaubst du doch sebst nicht. Für Frauen wird es immer Ausnahmen geben, darin sind sich Konservative und Liberale vollkommen einig, egal ob Rechts oder Links, wenn es um Frauen geht sind 5 immer gerade.
        Daran ändert keiner etwas, die Meisten wollen es so und deshalb wird es auch gemacht.

  2. Man kann es noch 100mal sagen. Von der „Gleichstellung“ (Ergebisgleichheit) profitiert ausschliesslich die Frauenakademikerklasse und sonst niemand! Heutige Gleichstellung (Ergebnisgleichheit) ist ein Kampf um Posten in der Politik zwischen der Männer- und der Frauenakademikerklasse, obwohl „der“ Feminismus was anderes erzählen möchte.

  3. Klar, Frauen können eine komplette Regierung stellen, aber sie müssen es nicht. Es ist weder eine »feministische Machtübernahme«, wenn es dazu kommt, noch sind es »patriarchale Strukturen«, wenn es nicht dazu kommt. Es kommt einfach nur drauf an, dass sie im Kontext der Aufgaben, die sich ihnen stellen, einen guten Job machen!

    Ansonsten gibt Christian schon die richtigen Hinweise: ein ethnisch homogenes Land mit nur 5 Millionen Einwohnern kann man leicht als ein großes Dorf, als eine Gemeinschaft, regieren, und wenn Bildung und Erziehung »sozialistisch« organisiert sind, dann nimmt das auch viel Druck aus der Lebensgestaltung und schafft Männern und Frauen große Spielräume.

    Genau das geht einer Ines Kappert am Arsch vorbei. Die hätte gern einen von Männern vollfinanzierten Sozialismus nur für Frauen.

    • Ja, colttaine lag falsch mit „communism for two“.
      Es läuft alles auf „einen von Männern vollfinanzierten Sozialismus nur für Frauen“ heraus.

      • Coltaine betrachtete die Ehe und zeigte auf, das es ein „communism for two“ ist, womit er so falsch nicht lag!

        Im übrigen hatte er auch irgendwann dargestellt, das die Feministirenden letztendlich den Staat als Mann Ersatz der Sie versorgt installieren möchten um den lästigen Partner los zu werden.

        Letztendlich ist es nichts anderes als „Communism for Women“ bezahlt von unsichtbaren männlichen Arbeitssklaven.

        • Ja, das ist aber, was er hätte deutlich herausstellen müssen!
          Es ist eben nicht: „Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen!“ (was ohnehin erst für eine entwickelte kommunistische Gesellschaft gegolten hätte) für beide Geschlechter.
          Sondern das eine Geschlecht bezahlt die Entfaltung der Fähigkeiten und Befriedigung der Bedürfnisses des anderen Geschlechts durch seine eigene Arbeit.
          Ob das nun personalisiert über eine Ehe oder via Umverteilung durch den Staat verläuft, ändert am Sachverhalt erst einmal nichts.
          Weil das „gender“ der Quelle der Finanzierung in beiden Fällen identisch ist.

          • Gibt es eigentlich Diskussionen unter Kommunisten, dass „Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen!“ mit real existierenden Frauen auf gar keinen Fall umzusetzen ist?

          • Es gibt nicht einmal Diskussionen unter Kommunisten über die Frage, was es zu bedeuten hat, dass die Nazis zu 50% von Frauen gewählt worden sind, zu 15% im antifaschistischen Widerstand beteiligt waren und 5% der Opfer stellten – die geringste Chance belangt zu werden hatte eine a. bürgerliche, b. verheiratete Frau mit c. Kindern.
            Frauen haben Adenauer in der BRD zum Wahlsieg verholfen, bis in die 1970er Jahre wählten mehr Männer die SPD als Frauen. WAR DA WAS?

            Seit Engels – als Säulenheiliger – die Idiotie die ausgerufen hat, Unterdrückung schlechthin begann mit der der Frau und jeder gesellschaftliche Fortschritt messe sich an dem des „schönen Geschlechts“, gab es kein Halten mehr.

            In der DDR war sozialistischer Edelkitsch schon in der Nationalhymne zu finden, „daß nie eine Mutter mehr ihren Sohn beweint“ – also die gleiche Mutter, die den prognostizierten outcome von „wer Hitler wählt, wählt den Krieg“ – nun ja – gewählt hatte.
            Vielleicht hätte der Sohn auch lieber die Mutter beweint?
            Ich meine, immerhin wäre er dann noch am Leben gewesen.
            Die Mitleidslenkung auf die lebende Mutter statt auf den toten Sohn zeigt, der Gynozentrismus war fruchtbar noch, aus dem das kroch.

            Als in der DDR nach dem Pillenknick ein wahres Füllhorn an sozialen Leistungen sich auf „Frauenundmütter“ ergoß, wird das links-feministisch heute so resümiert, „die Männer“ hätten sich nicht geändert. Wobei „vergessen“ wird, das Füllhorn an sozialen Leistungen adressierte nie Männer als Väter. Wenn alle Adressaten und Profiteure von sozialen Vergünstigungen eine Vagina haben, warum sollten sich dann die ändern, die keine Bevorzugungen kassieren?
            Sie haben den Status „daskindgehörtzurmutter/vereinbarkeit“ Quo finanziert und wundern sich über das Resultat?! Lächerlich.

            Es gibt keine Diskussion, weil dieser Mythos nie in Frage gestellt worden ist.
            Es ist ein regelrechtes Tabu, über „real-existierende Frauen“ zu sprechen.
            Die religiöse „Erlösungsfigur Frau“ wurde in die „ursprünglich Unterdrückte“ transformiert, das Resultat ist identisch – das Heer der religiös/links Gläubigen erwartet Erweckungsleistungen (s. Thunberg), die es nie geben wird, weil es sie nicht geben kann.

            Gerade Thunberg ist ein gutes Stichwort für Linke und für Rechte (Männer), wenn man das Geschlecht tauscht: Wann habt ihr euch eigentlich das letzte mal so richtig und anhaltend aufgeregt über die Aussagen eines 16-jährigen Schulabbrechers mit einer Entwicklungsstörung?
            Es hätte GERD Thunberg niemals geben können.
            GERD Thunberg wäre ein – nach objektiven Maßstäben – x-beliebiger Loser gewesen.
            Die permanente Aufregung und der Hype basieren darauf, dass man diese 16-jährige nach völlig anderen Maßstäben bemisst.
            Ob Hass oder Hype – beide Formen der Aufmerksamkeit sind ebenso unverdient und wenn Männer nicht bei ihrem religiösen Glauben zu packen wären, dann ließe sich nicht erklären, warum sie diese Aufmerksamkeit hat.

            Deshalb: Das ist kein isoliertes Problem „der Linken“ in allen Schattierungen, sondern alle Männer haben – ungeachtet ihre politischen Position – eine mehr oder weniger identischen Schaden.
            Es gibt „Frau“ nicht, die Erlösung garantiert, es gibt keine Utopie namens „Frau“.
            Kein Mann braucht „Frau“, um ihn „zu vervollständigen“.
            Kein Mann braucht „Frau“, um ihn „zu ergänzen“.
            Der ganze religiöse Popanz existiert nur, um euch zu ersparen, eine nüchternen Blick auf die „real existierende Frau“ zu werfen.
            Wenn du genau die nach diesem Blick willst, dann herzlichen Glückwunsch!
            Wenn du mehr Religion brauchst, weil diese deinem Blick nicht Stand hält, dann hast du ein Problem.
            Das Problem ist nicht die Religion (davon gibt es reichlich) das Problem bist DU.

          • Zustimmung zum Essay über die Mitschuld, die Männer quer durch alle Milieus am Selbstbild der selbsternannten (ha) Göttin haben.

            Ich meinte es aber ganz ohne politische oder soziologische Perspektive, dass das kommunistische Prinzip an der Frau scheitern muss.
            Es gibt keine Frau, die bereit ist, in einem Rahmen, der nur durch ihre theoretischen Fähigkeiten beschränkt ist, die Bedürfnisse von Männern zu befriedigen.

          • @crumar: zu GERD Thunberg. Stellt euch einen 16jährigen Schulabbrecher vor, der vor laufender Kamera sagt: „Ich will, dass ihr Angst habt!“
            Der wäre keine Ikone.
            Der würde eingereiht werden neben Breivik, Elliot Roger und David A.

          • @ GOI

            „Der wäre keine Ikone.
            Der würde eingereiht werden neben Breivik, Elliot Roger und David A.“

            Nein, du vergleichst Äpfel mit Birnen.
            Crumar hat schon recht, wenn er postuliert, dass ein Junge UNTER VERGLEICHBAREN Bedingungen den Weg eines namenlosen Losers einschlagen würde.

            Thunberg hat keine Massaker begangen, sondern sich mit einem Pappschild vor das Parlamentsgebäude gesetzt.
            Und mit Hilfe der Medien ist es ihr gelungen, „Greta Thunberg“ zu einem weltweiten Brand zu machen.

            Gerd Thunberg dagegen wäre spätestens nach zwei, drei Tagen von der Polizei abgeführt und entweder zu seinen Eltern, zur Schule, oder in ein Heim verfrachtet worden.
            Wäre er in den (Lokal-)Medien gelandet, dann als spottberechtigter Spinner.

            Darum merke: willst Du eine Botschaft in die Welt tragen, such Dir eine junge Frau, der die Unschuld aus allen Knopflöchern leuchtet.

          • Darum merke: willst Du eine Botschaft in die Welt tragen, such Dir eine junge Frau, der die Unschuld aus allen Knopflöchern leuchtet.

            Geht das nur mir so?

            Spätestens seit „Hallo Mr Gott, hier spricht Anna“ ist es ein Reflex, dass ich sofort aufhöre, aufmerksam zuzuhören, sobald ich ein Sprachrohr in Form eines jungen Mädchens sehe oder höre.

            Irgendwas an dieser Kombination „Weisheit aus dem Mund eines frechen Mädchens“ ist so verlogen und manipulativ, dass ich eigentlich gar nicht mehr wissen will, worum es geht.

          • @Carnofis: habe mich nicht deutlich genug ausgedrückt.
            Einem Gerd Thunberg wird unterstellt werden, er wird zum nächsten Breivik usw.
            Beweis würde sein, er habe doch deutlich gesagt: „ihr sollt Angst haben!“
            Denkt einfach daran, wie JEDE Aussage von (männlichen) AfD-Mitgliedern grundsätzlich maximal böse interpretiert wird.
            Denkt mal daran, wie z. B. dem Hutbürger pauschal Verrat von Dienstgeheimnissen unterstellt wurde.

          • @ GOI

            „Denkt einfach daran, wie JEDE Aussage von (männlichen) AfD-Mitgliedern grundsätzlich maximal böse interpretiert wird.“

            Ich sehe nicht, dass Weidel, oder von Storch weniger hart angegangen werden. AfD = Nazi = maximal böse. Da nehmen auch Feministen keine Rücksicht.

  4. Ein weiteres Detail:
    ZON schreibt, dass Frauen in D von der Politik abgehalten werden, weil Sitzungen abends sind und Politikerinnen in den sozialen Medien „gehatet“ werden.
    Wie sieht diese Situation in Finnland aus? Kein Wort davon. Können wir uns das jetzt abgucken, oder was?

    • Solche Argumentationen empfinde ich immer als frauenfeindlich. Sie machen die Frau grundsätzlich zur Gebärmaschine, die Kinder zu kriegen hat und sich dann um sie zu kümmern, weswegen sie abends nicht das Haus verlassen dürfen.

      Warum sind denn sonst Frauen durch abendliche Sitzungen benachteiligt?

      • Weil junge Väter, die sich abends stattdessen um die Kinder kümmern keine Männer sind – es ist doch ganz einfach.
        Richtige Männer überlassen ihrer Frau die Aufzucht der Kinder und sitzen am Computer, um die anderen Frauen per Beleidigung und „hate speech“ aus der Politik zu halten.

        Das ist die Vorstellungswelt des Gunda-Werner-Instituts bei der grünen Heinrich-Böll-Stiftung.
        Irgendwas zwischen Verschwörungstheorie, reaktionärem Männerbild und Aluhut falten.
        Auf unsere Kosten natürlich.

    • Es scheint ein weiteres Problem zu geben, was die Bevölkerung betrifft. Es ist für Europa eher untypisch, aber wenn ich mich recht erinnere, ist der Verwandtschaftsgrad in der finnischen Bevölkerung untereinander ziemlich hoch.

      https://science.sciencemag.org/content/366/6466/eaau5141

      Das hat aber wohl nichts mit Feminismus, Gleichstellung usw. zu tun, sondern ist traditionell so, immer noch. Ich weiß nicht, ob das irgendeine Rolle für den Feminismus in Finnland spielt.

    • Da wollte ich auch grad drauf hinweisen. Finnland hat von allen EU-Staaten die fünftniedrigste Geburtenrate:
      https://de.statista.com/statistik/daten/studie/353103/umfrage/geburtenraten-in-den-eu-laendern/

      Und da Finnland kein klassiches Einwanderungsland ist (was durchaus auch seine Vorteile hat), entstehen daraus entsprechende Probleme. Darauf geht der Artikel komischerweise nicht ein. Es passt halt nicht ins Konzept.

      „Finnland zeigt uns etwas, das hier undenkbar ist: eine Regierung mit 100 Prozent Frauenanteil.“

      Was soll daran auch erstrebenswert sein? Ach ich vergaß, Gleichstellung heißt ja nur mindestens 50 % Frauen.

      • Finnland hat auch die typisch skandinavischen Besonderheiten: 15,1% der männlichen Erwerbstätigen arbeiten im öffentlichen Dienst, sagenhafte 40,4% der weiblichen und der öffentliche Dienst beschäftigt 27,3% der Erwerbstätigen. Der Frauenanteil im öffentlichen Dienst beträgt 71,4%.
        89,2% (!) aller Frauen arbeiten im Dienstleistungssektor, der 73,9% aller Erwerbstätigen beschäftigt.
        Männeranteil in der Industrie: 81,4%, in der Landwirtschaft: 72,4%.
        Klassiker. Bei diesen Zahlen von „Gleichstellung“ zu sprechen ist ein Witz.

        • Und die vorherige Regierung wollte den öffentlichen Dienst kürzen und straffen, und wurde dafür abgestraft.

          Die jetzige Frauenregierung wird wohl noch mehr frauenfreundliche Arbeitsplätze im ÖD schaffen, produzieren tun die halt nichts…

          was soll schon schief gehen? /s

    • Und ausgerechnet ein massiv alternder Staat hat so eine junge Regierung? War da nicht was mit Repräsentation aller Gruppen?

      Unglaublich wie kritiklos das von den Medien begleitet wurde.

      • Wenn man sich es überlegt, dann taugt für die Medien und ihre Bildersucht besonders junge Frauen – bestens vermarktbar.
        Im Kontext des mythischen Feminismus steht Frau für Zukunft und Jugend auch.
        Zieht man beide Punkte zusammen, dann ist es logisch, dass sämtliche Kritik medial suspendiert wird.

  5. „Gleichstellung“ ist prinzipiell nur möglich, wenn Frauen massiv gefördert und gepampert werden. Der volkswirtschaftliche und gesellschaftliche Output ist dennoch gering: Weder arbeiten finnische Frauen so effizient wie Männer, noch halten sie die Geburtenrate hoch.

  6. „Seit 1906 haben Frauen das aktive und passive Wahlrecht – als Erste weltweit.“

    Dass dieses Wahlrecht aber für Frauen und Männer gilt, wird hier natürlich wieder mal außen vor gelassen. Es klingt so, als hätten Männer aber nicht die Frauen in Deutschland ein freies, aktives und passives Wahlrecht gehabt. Das stimmt aber nicht. Das Frauenwahlrecht wurde in Deutschland 1918 eingeführt – zusammen mit den ersten, nach heutigen Maßstäben, wirklich freien und geheimen Wahlen für alle Bürger.

  7. Ach ja, das berühmte Gender-Gap-Ranking des Weltwirtschaftsforums. Ein Musterbeispiel für manipulative Statistik. Bei allen (positiven) Aspekten zeigt es den Höchstwert 1 an ab einer 50/50 Verteilung. Eine Regierung aus 100% Frauen ergibt also 1, eine aus 80% Männern 0,2.
    Oder läge an den Unis der Frauenanteil in allen Studiengängen bei 100% und nur im Maschinenbau bei 20%, läge der Index immer noch unter 1.
    Und Finnland hat es übrigens als erstes Land „geschafft“, dass Jungen an der Schule in ALLEN Fächern schlechter abschneiden

    • Wirklich schönes Bild. Würde für ein Frauenkabinett passen, denn – ich interpretiere die Szene mal und das natürlich ohne jegliche klischeebehaftete Vorurteile gegen Frauen:

      Die links im Bild weiß grad von nix und ist einfach nur unbeteiligt. Die neben ihr belauscht derweil gespannt ein Zwiegespräch der beiden anderen, in dem diese über die Frau links im Bild hemmungslos herziehen. Und während sie lauscht, lotet sie gerade aus, welche Option ihr in ihrem Standing innerhalb ihres sozialen Umfeldes künftig nützlicher wäre: sich mit eigenem Tratsch in die Lästerrunde mit einzuschalten oder sich mit der anderen Frau solidarisieren und es ihr brühwarm auftischen, was die anderen da so über sie erzählen.

    • Die Dame rechts wirft den anderen vor, sie bei der Auswahl ihres Kleidungsstils farblich zu imitieren. Noch erfolgt die Auseinandersetzung verbal, aber zweifellos ist ein Bürgerkrieg nur eine Frage der Zeit.

  8. Wenn man eine neue politische Idee hat, dann soll man das in einem Land probieren, auf das es nicht so ankommt. So etwa formulierte es ein berühmter Reichskanzler, als er von Kommunismus körte.

    Man hätte auf ihn hören sollen. Jetzt probieren es halt die Finnen mit jungen Gören und wenn es schief geht, dann war waren doch wieder die alten Männer, die schuld sind.

    Warten wir halt mal ab….

  9. Finance Minister Katri Kulmuni (center), chairman of the center, on Thursday conducted an Instagram poll of campers in al-Hol, which caused a stir. In his Instagram story, Kulmuni asked his followers whether al-Hol’s camp should only bring children to Finland or children and mothers.

    https://translate.google.com/translate?hl=de&sl=fi&tl=de&u=https%3A%2F%2Fwww.mtvuutiset.fi%2Fartikkeli%2Fkatri-kulmuni-kyseli-instagramissa-mita-al-holin-naisille-ja-lapsille-pitaisi-tehda-twitter-kohu-repesi-seuraavaksi-julkisia-hirttajaisia%2F7659224%23gs.m5gp38

    Ich bin jetzt wenig überrascht, das eine Politikerin sich nur für die Hälfte der Bevölkerung zuständig sieht, wenn es um Hilfe geht. Das tun Frauen in der Politik ständig, im Gegensatz zu Männern. Ist mit solchen Frauen überhaupt Demokratie möglich?

    • Ach so, das die ISIS-Frauen nicht umbedingt besser sind wie die ISIS-Männer hat sich ja auch schon rumgesprochen. Sie will also potentielle Terroristen ins Land holen.

      Das ist für eine Linke und Feministin jetzt auch noch wenig überraschten.

      Finnland wird aufblühen!

      Bald lernen dann auch die Finnen was für Rassisten sie doch sind, so wie die Iren es sich schon sagen lassen dürfen:

  10. Ja, da lechzen die Unseren nach. Rezzo mischt die politische Szene auf, Greta ist die Heilsbringerin. Der Output von beiden ist bescheiden, aber sie sind halt Frischfleisch.

    Immer wieder machen es uns die Skandinavier vor – angeblich. Aber in Wirklichkeit sieht die Realität dort gar nicht herzlich aus: Scheidungen, Nachwuchsprobleme, Kinder ohne Ende werden aus der Familie herausgenommen und damit verstaatlicht.

    Es ist eine grundsätzliche Entscheidung, die man treffen muss. Will man, dass Männer und Frauen immer gerecht das gleiche machen, oder können Unterschiede und besondere Befähigungen nicht möglicherweise weiter führen, wenn man sie denn zulässt? Können sich dann die Geschlechter nicht ergänzen, oder muss man sich wirklich auf der Gender-Ebene durch ständige Konkurrenz und Missgunst als Gesellschaft schwächen?

    Ich glaube, dass Menschen, die von Professionellen, also bezahlten Menschen betreut und großgezogen werden, kein so schönes Leben haben und haben werden wie die, die wirklich ehrliche emotionale Liebe und Fürsorge erfahren. Und die kann man nur von den Seinen bekommen, also von der Familie.

    In Skandinavien wird die Familienzerstörung zugunsten der so genannten Gerechtigkeit auf die Spitze getrieben. Und alle jubeln. Mir macht das Angst.

    • Wenn das Kind unserer Hortbetreuerin krank ist, dann fällt die Hortbetreuung aus, oder die Kleinen werden mit anderen zusammengepfercht. Damit liefert die Hortbetreuerin selbst den Beweis, dass Fremdbetreuung immer nur 2. Wahl sein kann.

    • „Der Output von beiden ist bescheiden, …“

      Du lässt Dich bei Deiner Bewertung von Leistungen zu sehr von Deiner politischen Einstellung lenken.

      Man kann gegen oder für Greta Thunberg sein, aber ihr „Output“ dürfte in diesem Jahrhundert wohl beispiellos sein. Zumindest zeitweise war sie bestimmt die einflussreichste Frau der Welt. Einen derart hohen Output erreichen nur sehr selten und sehr wenige Einzelpersonen.

      • „Zumindest zeitweise war sie bestimmt die einflussreichste Frau der Welt.“

        Na ja weil sie von den Medien dazu gemacht wurde. Ihr persönlicher Beitrag dazu ist doch eher gering, verglichen z.B. mit einer Marie Curie, die auch wirklich einen Output hatte.

        • „Na ja weil sie von den Medien dazu gemacht wurde.“

          Spielt das wirklich eine Rolle?

          Auch Donald Trump verdankt seine Präsidentschaft den Medien – nur eben in der gegenteiligen Absicht.

          „Ihr persönlicher Beitrag dazu ist doch eher gering, verglichen z.B. mit einer Marie Curie, die auch wirklich einen Output hatte.“

          Interessanter Einwand.
          Wie groß war denn die Popularität von Marie Curie, als sie ihre entscheidenden wissenschaftlichen Arbeiten vorstellte.
          Heute ist sie fast eine Pop-Ikone – weil sie zwei Nobelpreise gewonnen hat, Frau ist und von der Wissenschaftsgemeinde kräftig gepusht wurde.
          Aber war das auch damals schon so?
          Letztlich tragen immer die Medien das Bild einer prominenten Person, bauen sie auf und – jedes Sternchen, das sich mal auf einen Tanz mit der BILD eingelassen hat – vernichtet sie nach Bedarf.

          Die Geschichte wertet nicht nach dem Ursprung des Outputs, sondern nach dem Ergebnis.

          • „Spielt das wirklich eine Rolle?“

            Nun ich denke schon, denn ohne die Medien hätte Greta nie eine Bedeutung erlangt, da sie eben keinen Output hatte.

            „Wie groß war denn die Popularität von Marie Curie, als sie ihre entscheidenden wissenschaftlichen Arbeiten vorstellte.“

            Das spielt für den Output, der zweifellos enorm war, doch keine Rolle.

            „Die Geschichte wertet nicht nach dem Ursprung des Outputs, sondern nach dem Ergebnis.“

            Nach dem Ergebnis von was? Des Outputs? Der ist bei Greta ja gar nicht vorhanden, also kann es auch kein Ergebnis davon geben. Sie hat einfach nichts geleistet, wohingegen Marie Curie eine enorme Leistung vollbracht hat.

          • „Nach dem Ergebnis von was? Des Outputs? Der ist bei Greta ja gar nicht vorhanden, also kann es auch kein Ergebnis davon geben.“

            Ich glaube, wir definieren „Output“ unterschiedlich.
            Eine der vom Output her wirkmächtigsten Personen der Geschichte ist ein Typ namens Jesus von Nazareth.
            Es gibt keinen belastbaren Beweis, dass er jemals existiert hat.

            „Sie hat einfach nichts geleistet, wohingegen Marie Curie eine enorme Leistung vollbracht hat.“

            Ich arbeite seit über 30 Jahren im Bereich F&E, glaub mir, in der Öffentlichkeit wird meist nicht der Erfinder gefeiert, sondern der Marketing-Experte.
            Für jede meiner nicht unbedeutenden Erfindungen steht ein anderer Name, meiner – wenn überhaupt – an dritter oder vierter Stelle.

          • „Ich glaube, wir definieren „Output“ unterschiedlich.“

            Wahrscheinlich. Ich sehe es vom Urheber her, du wohl eher vom „Vermarkter“.

          • „… und – jedes Sternchen, das sich mal auf einen Tanz mit der BILD eingelassen hat, weiß ein Liedchen davon zu singen – vernichtet sie nach Bedarf.

            SO muss der Satz korrekt formuliert werden 😦

  11. „auch wenn dabei nicht unbedingt Politikerinnen im Zentrum stehen, sondern politisch denkende Menschen wie Luisa Neubauer von Fridays For Future“

    Dreist. Neubauer ist Mitglied der Grünen, und hat ein Stipendium der Heinrich-Böll Stiftung.

  12. Seit der Wahl im April 2019 haben mit den Sozialdemokraten, der Zentrumspartei und den Grünen drei der fünf Koalitionsparteien ihren Parteivorsitzenden ausgewechselt. Alle drei wurden bei der Wahl von Männern über 50 geführt. Keine von einer Frau geführte Partei hat mehr als acht Prozent der Stimmen bekommen. Die Rechtspopulisten standen nach einer Abspaltung des gemäßigten Flügels im Januar 2019 in den Umfragen bei 10 Prozent und sind jetzt mit 23 Prozent die mit Abstand führende Partei. Ohne feministische Brille ist das eigentlich ein Desaster und es ist absurd, dass die deutschen Medienberichte da ohne Kritik auskommen.

    https://en.wikipedia.org/wiki/2019_Finnish_parliamentary_election
    https://en.wikipedia.org/wiki/Opinion_polling_for_the_2019_Finnish_parliamentary_election
    https://en.wikipedia.org/wiki/Opinion_polling_for_the_next_Finnish_parliamentary_election

  13. Pingback: Gerd Thunberg statt Greta – würde ein Junge anders wahrgenommen werden? | Alles Evolution

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