Thomas Fischer zum „Femizid“

Thomas Fischer schreibt in seiner Kolumne interessantes zu den in der Presse gerade sehr populistisch („jeden dritten Tag wird eine Frau von ihrem Partner umgebracht“) dargestellten Tötungen von Frauen durch Partner:

Richtig ist, dass die Polizeiliche Kriminalstatistik die Anzahl von Taten unter dem Gesichtspunkt „Partnerschaftsgewalt“ erfasst (zuletzt: Bundeskriminalamt, „Partnerschaftsgewalt“, Berichtsjahr 2018). Für das Jahr 2018 sind insgesamt 144 Fälle von Tötungsdelikten in „Partnerschaften“ registriert: Opfer waren in 77 Prozent der Fälle Frauen, in 23 Prozent der Fälle Männer. Bei den „Gewaltdelikten“ war die Verteilung ungefähr gleich: 114.000 Frauen (80 Prozent), 26.000 Männer (20 Prozent) waren Opfer.

Zu Berücksichtigen ist allerdings, dass die Kriminalstatistik noch keine endgültig entschiedenen Fälle enthält:

Die deutsche Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) ist die bekannteste und am häufigsten zitierte Kriminalstatistik. Sie wird seit 1953 jährlich vom Bundeskriminalamt herausgegeben.[1] Die PKS gibt in der Hauptsache die bei der Polizei angezeigten Straftaten an und gibt darüber hinaus Auskunft über Tatumstände, Tatverdächtige, Opfer und Schäden. Als sogenannte Ausgangsstatistik erfolgt die statistische Erfassung erst nach Abschluss der polizeilichen Ermittlungen vor Aktenabgabe an die Staatsanwaltschaft

Sie gibt also ein vorläufiges Ermittlungsergebnis wieder.

Wenn man, was zu empfehlen ist, die BKA-Studie liest, erfährt man zum Beispiel, dass unter „Partnerschaft“ z.B. auch „ehemalige“ Beziehungen verstanden werden und dass „Gewaltdelikte“ im Sinn der Statistik z.B. auch Taten ohne körperlich wirkende Gewalt sind. Interessant ist auch, dass der Zuwachs an registrierten Taten annähernd übereinstimmt mit der Zahl der Anzeigen wegen neu unter Strafe gestellter Handlungen: Wenn man herausrechnet, was früher nicht strafbar war, entfällt der Zuwachs.

Das erfreuliche an Thomas Fischer ist, dass er sich von solchen Populismus nicht anstecken lässt und die Zahlen weitaus nüchterner einordnet als es sonst geschieht.

Die PKS beschreibt bekanntlich einen Teil des sog. „Hellfelds“. Das „Dunkelfeld“ ist nicht erfasst. Es dürfte im hier betroffenen Tatbereich hoch sein (wobei die vielfach berichtete Erkenntnis, „jede dritte Frau“ sei Opfer, wenig erhellend ist). Vor allem im Bereich der einfachen Körperverletzung ist die Anzeigenbereitschaft allgemein gering. Sie ist aber auch geschlechtsspezifisch und sozial sehr unterschiedlich: Die Bereitschaft von Frauen, Körperverletzungen durch Partner anzuzeigen oder sonst zu skandalisieren (Beratungsstellen Frauenhäuser, Ärzte, Scheidungsverfahren), ist stark gestiegen und dürfte deutlich höher sein als die Anzeigeneigung von männlichen Opfern. Das gilt in allen Altersstufen, insbesondere auch in höherem Alter, wenn Männer ihren Partnerinnen nicht mehr körperlich über-, sondern oft unterlegen sind: Wenige gebrechliche alte Männer dürften Strafanzeige stellen, weil sie von Lebenspartnerinnen geschlagen, geschubst oder eingesperrt werden.

Auch das ein wichtiger Hinweis, der auch nicht gut in den Populismus passt. Viele Studien zeigen, wie auch hier schon oft besprochen, dass bei Gewalt eher eine 50/50 Verteilung vorliegt.

Unterschiedlich ist auch die Bereitschaft, Anzeigen ernst zu nehmen. Wenn ein erwachsener Mann ins Polizeirevier geht und anzeigt, seine Freundin habe ihn geohrfeigt, dürfte die Wahrscheinlichkeit hoch sein, dass er nicht ernst genommen wird. Die Gründe sind vielfältig und können hier dahinstehen.

Im Feminismus würde man sagen „toxische Männlichkeit“ und „Folgen des Patriarchats (das Patriarchat schadet eben auch Männern). Da passt es allerdings nicht, dass auch im Feminismus diese Zahlen nicht wahrgenommen werden.

Das ändert natürlich weder etwas daran, dass 80 Prozent der registrierten Gewaltopfer Frauen und 80 Prozent der registrierten Tatverdächtigen Männer sind. (Am Rande sei bemerkt, dass Frauen auch von Frauen und Männer auch von Männern misshandelt werden.) Umso befremdlicher ist es, dass In der Berichterstattung, noch mehr in der Kommentierung auch diesmal wieder die Zahl der Opfer durchweg um 20 Prozent gekürzt wurde. Anders gesagt: Die männlichen Opfer (26.000 Personen im Hellfeld!) kommen im Empörungs-Rauschen so gut wie nicht vor – als seien 26.000 mehr oder weniger schwer Verletzte und 25 Tote gar nicht der (kriminalpolitischen) Rede wert. Auch im „Zeit“-Stück werden sie gar nicht erst erwähnt. Dies zu kritisieren zielt nicht auf wohlfeiles „Mitleid mit Männern“. Interessant sind vielmehr die Argumente, mit denen schon die Möglichkeit von Mitleid (opferdeutsch: Empathie) regelmäßig abgewehrt wird.

In der Tat: Immerhin würde dann auch jeden elften Tag ein Mann von seiner Partnerin umgebracht werden. Geht aber etwas unter.

Eine gern benutzte Einwendung lautet: Was sind 25 tote Männer im Angesicht von 120 toten Frauen?

Bei 144 Toten, davon 23% Männer würde ich auf 33 kommen?

Solche Aufrechnung wird in anderen Fällen zu Recht als opferverachtende „Relativierung“ gegeißelt. Noch verdrehter ist dies: Die meisten Täter seien ja schließlich auch Männer. Um sich die Infamie dieses Arguments klarzumachen, muss man nur probeweise statt „Frauen“ den Begriff „Deutsche“ einsetzen und statt „Männer“ den Begriff „Ausländer“. Es lautet dann: Durch Gewalttaten Verletzte aus fremden Ethnien sollen sich so lange nicht beklagen, wie Angehörige fremder Ethnien hierzulande überproportional viele Gewalttaten begehen. Dieses Argument steht mit beiden Beinen im rassistischen Sumpf. Es lastet dem einzelnen Opfer seine Zugehörigkeit zu einer biologischen oder ethnischen „Täterklasse“ an. Es wird nicht besser, wenn man die Ethnie gleich ganz durch die Biologie ersetzt.

Das ist ein gerne verwandtes Argument, welches in der Tat zeigt, wie bescheuert das Argument ist. Im Feminismus würde man natürlich anmerken, dass die eine Gruppe aber privilegiert ist und die andere nicht und das alles ändert.

Scharfsinnig erwägt die „Zeit“, vielleicht sei „häusliche Gewalt … eine Sache der inneren Sicherheit“, und fragt aus dieser Analysehöhe den Bundesinnenminister: „Leben wir in einem sicheren Land? Was gedenken Sie zu tun gegen das andauernde Versagen der Behörden…?“ So schließt sich der Kreis zum Polizei-Staatssekretär der Herzen.

Mit einem schönen Versprechen endete das besinnliche Stück: „Kommende Ausgabe dokumentieren wir alle Fälle der von Männern im Jahr 2018 getöteten Frauen.“ Unsere war Vorfreude war groß. Leider jedoch enthüllt auch diese Dokumentation keine Tatzusammenhänge und Motive. Zum dritten Advent folgt, wenn wir Glück haben, die Dokumentation aller Fälle der getöteten Männer, und dann als finale Überraschung eine Analyse aller Fälle von Kindstötung.

Eigentlich eine interessante Auflistung, die ich auch schon mal im Einzelnen durchgehen wollte und damit auch schon angefangen habe. Ich schaue mal, was ich daraus noch mache.

Die Spitze von Thomas Fischer sitzt aus meiner Sicht.

Aus einem Link:

Im Jahr 2018 waren es bundesweit 136 unter vierzehnjährige Tötungsopfer.

Im Jahr 2017 waren es bundesweit 143 unter vierzehnjährige Tötungsopfer.
Hiervon waren 111 Kinder jünger als sechs Jahre.

Im Jahr 2016 waren es bundesweit 133 unter vierzehnjährige Tötungsopfer.

Mütter dürften dabei sehr häufig vertreten sein. Auch hier: etwa jeden dritten Tag. Infantizid. Wahrscheinlich mit Müttern überproportional vertreten. Sind Kinder noch sicher? Was macht man gegen diese toxische Weiblichkeit? Wird Müttern beigebracht, dass die Kinder ihr Eigentum sind und bringen sie sie daher um?

Parallelen lassen sich genug ziehen

 

34 Gedanken zu “Thomas Fischer zum „Femizid“

  1. „Ein jeden X. Tag tötet ein Mann seine Partnerin“ mit „jeden X. Tag tötet eine Frau ihr Kind“ zu kontern, erscheint als sinnvoller Konter, der das Narrativ „Männer sind böse Täter, Frauen sind unschuldige Opfer“ erfolgreich auf den Kopf stellt.

      • Was – um es mit der feministischen Ikone Alice Schwarzer zu sagen – nur bedeuten kann, dass fast 75% aller Frauen potentielle Kindesmörderinnen sind.
        Ich bin der Meinung, dieser Fakt sollte in der öffentlichen Diskussion und auch bei kindischen Streitereien um das Sorgerecht eine große Rolle spielen.
        Ausgehend von der absehbaren Gefährdung des Kindeswohls gehört es/sie natürlich zum Vater.

          • Es gibt da eine Fernsehsendung…

            SNAPPED – WENN FRAUEN TÖTEN
            Sie sind Hausfrauen – bis sie zu Täterinnen werden. Oftmals sind Partner oder Ehemänner die Opfer. Doch steckt vielleicht mehr hinter diesen Verbrechen als nur kaltblütige Motive wie Habgier, Rache oder Eifersucht? In der True-Crime-Serie „Snapped –Wenn Frauen töten“ stehen reale Straftäterinnen im Fokus der Erzählung.

          • @ Mark

            Leider ist dein Einwand viel stärker in der Realität verhaftet, als es die ironische Darbietung vermuten lassen könnte. Ich habe mich mal durch die Kommentare zu den Zeitartikeln gewälzt, auf die Arne gestern verlinkt hatte. Es ist einfach unfassbar. In dieser Auflistung von Taten unter der Prämisse „Männergewalt“ wiesen einige zurecht darauf hin, dass dort einige Taten gelistet sind, die doch ein starkes Geschmäckle von erweitertem oder gar gemeinschaftlichem Suizid aufweisen oder aber auch Tötung auf Verlangen. Schon das passte einigen mal so gar nicht, weil man so ja schon die Frauen aus der Rolle des armen Opfers rausnimmt. Und als dann noch jemand anmerkte, man wüsste auch bei keinem der anderen Fälle, was da für persönliche Entwicklungen und Geschichten hinterständen, ging es mit einigen anderen vollends durch und es wurden sofort die üblichen Buzzwords ausgepackt: Relativierung, whataboutism, Victim Blaming.

            Absolut widerlich fand ich das, weil ich vom Lesen der Kommentare zu dem anderen Artikel wusste, dass auf jeden Fall zwei der Userinnen, die sich dort so sehr über Victim Blaming echauffierten, in der anderen Kommentarspalte sofort anmerken mussten, als jemand auf den auch nicht gerade vernachlässigbaren Anteil von Männern unter den Opfern von Tötungen innerhalb einer Beziehung hinwies, dass man nicht wisse, wie viele der Frauen, die einen Partner getötet haben dies nur taten, um aus einer von ihm verursachten Notlage zu entfliehen, denn dies geschehe bekanntlich seeeehr oft.

            Sie werfen also im Falle von Mann tötet Frau jedem Victim Blaming vor, der auch nur andeutet, dass diese Tat das Fanal einer langen wechselseitigen Aggressionsspirale gewesen sein kann, was also immer noch beide als Mitverursacher mit einschließt, sind aber selbst sofort die ersten, die bei der gegenteiligen Opfer-Täter-Konstellation sehr pauschal die getöteten Männer unter einen unbewiesenen und höchst einseitigen Generalverdacht stellen, der tatsächlich nichts anderes tut, als erst einmal für jeden solchen Fall anzunehmen, dass nicht etwa wie in der zuvor beschriebenen Überlegung beide Seiten an einer Eskalation beteiligt gewesen sein könnten, sondern ganz feministisch korrekt gar die eigentliche Alleinschuld bei dem Opfer sucht und die Täterin zum wahren Opfer erklärt. Und solch ein bigotter Abschaum verortet sich selbst noch mit seiner Weltsicht auf der Seite der allzeit moralisch Erhabenen… 😦

            @ only me

            Abseits dieser Ausführungen zum vermeintlichen Inhalt der Sendungen muss man aber konstatieren, dass die klare Mehrheit der dort aufgeführten Fälle diese angedeutete Täterrelativierung nicht hergeben. Ähnlich wie auch bei „Medical Detectives“, wenn es dort hin und wieder um den Mord einer Frau an ihrem Mann geht, stehen sogar sehr oft Tatmotive im Vordergrund, wie sie für solch eine Tat kaum niederträchtiger sein könnten. Gefühlt fast immer geht es um das Abzocken einer Lebensversicherungssumme, meist mit dem Ziel, diese mit einem inzwischen schon längst ausgemachten neuen Stecher zu verprassen. Aber es ist schon krass, dass selbst bei der Ausstrahlung von Sendungen, die das Narrativ von den eigentlich ja immer vorherrschenden „lauteren“ Motiven von Frauen, wenn diese denn mal töten, als den geradezu Männerleben verachtenden Mythos outen, der er ist, man diese dennoch immer noch im Teaser mit genau diesem Mythos ankündigen muss. Stark die Wirklichkeitsverdrängung in ihnen ist!

          • @Billy

            „…dass die klare Mehrheit der dort aufgeführten Fälle diese angedeutete Täterrelativierung nicht hergeben“

            Das heißt, du hast einige der Folgen tatsächlich angeschaut?!?

            Du bist eindeutig weit tapferer als ich. Ich kann das nicht.

          • Wie beweis weiter unten richtig schrieb: „Wenn also 2018 insgesamt 136 Kinder in Deutschland durch einen Elternteil getötet wurden (PKS, s.u.), zwei Drittel bis drei Viertel durch die Mütter (wiki), dann müsste etwa alle vier Tage bei uns eine Kind von seiner Mutter getötet werden.“, dann ergeben sich natürlich weitere Schlussfolgerungen, die ich hier kurz herleiten möchte.

            Wir wissen bereits,
            1. bis zu 75% aller Frauen sind Kindermörderinnen in spe, die
            2. jeden vierten Tag ein hilfloses Kind (aus niederträchtigen Gründen) in Deutschland umbringen.

            Von daher ist es a. natürlich aberwitzig, Kinder dem Kindermördergeschlecht anzuvertrauen, zugleich eröffnet uns b. dies eine neue und einzigartige Sichtweise auf die sogenannten Straftaten der Männer.
            Denn wie sich aus dem bisher festgestellten ergibt, handelt der Vater in präventiver Notwehr an Stelle und im Auftrag der Kinder. Die zudem – in den meisten Fällen – strafunmündig sind.
            Präventivnotwehr deshalb, weil mit Sicherheit (s. 75%) zu erwartende Dauergefahr (s. Kindermördergeschlecht).

        • Alice Schwarzer hat zu diesem Problem bereits Stellung genommen. Und zwar im Rahmen der letzten Diskussion um die §218 und §219. Sie hat darauf hingewiesen, das vor der Einführung des heutigen §218 in diesem Paragrafen die Kindstötung durch die Mutter geregelt wurde. Und zwar derart, dass die Strafe für die Tötung durch diesen Paragrafen abgemildert wurde. Sie argumentierte sinngemäß weiter, dass Frauen soetwas immer aus einer Notlage heraus tun würden und die Strafbarkeit deshalb ganz entfallen sollte.

          • „Sie argumentierte sinngemäß weiter, dass Frauen soetwas immer aus einer Notlage heraus tun würden und die Strafbarkeit deshalb ganz entfallen sollte.“

            Eine gewisse Stringenz kann man ihr nicht absprechen. Es war schon immer (soweit ich zurückdenken kann) ihre Meinung, dass sog. „postnatale Abtreibung“ straffrei bleiben sollte.
            Und dieses postnatal legt sie sehr großzügig aus.

          • Die Argumentation bezog sich auf den Zeitraum kurz nach der Geburt. Ob sie auch auf ältere Kinder ausgedehnt werden sollte, kann ich nicht sagen, würde ich aber erstmal nicht annehmen. Ich finde die Vorstellung, einem Neugeborenen einfach so das Leben nehmen zu können schon gruselig genug.

          • @carnofis
            „Es war schon immer (soweit ich zurückdenken kann) ihre Meinung, dass sog. „postnatale Abtreibung“ straffrei bleiben sollte.
            Und dieses postnatal legt sie sehr großzügig aus.“

            Ich wäre da bei Frauen mit dieser Meinung auch sehr großzügig.
            So sehr, dass Frau Schwarzer da noch inbegriffen wäre.

      • Wenn also 2018 insgesamt 136 Kinder in Deutschland durch einen Elternteil getötet wurden (PKS, s.u.), zwei Drittel bis drei Viertel durch die Mütter (wiki), dann müsste doch etwa alle zehn Tage bei uns eine Kind von seiner Mutter getötet werden.
        In 2018 wurden 122 Frauen von Partnern oder Ex-Partnern umgebracht (ZEIT s.u.), aber 136 Kinder von einem Elternteil oder beiden.

        Werden wirklich etwa so viele Kinder von ihren Müttern getötet wie Frauen von ihrem Partner oder Ex-Partner? Warum erfährt man das nicht?

        Was für ein menschenverachtendes, empathieloses Bild wirft das auf den modernen Feminismus, der uns unablässig mit dem egozentrischen weiblichen Opfergehabe penetriert, aber dabei komplett die Kinder ignoriert?

        http://ifh.forschungsverbund.tu-dortmund.de/gewalt-gegen-kinder/kindstoetungen/
        https://www.zeit.de/2019/51/frauenmorde-gewalt-partnerschaft-bundeskriminalamt

        • Also wenn Ihr euch schon in feministischer Argumentation versucht, dann müsstet Ihr Eigentlich die ca. 100000 Kinder die jedes Jahr abgemurkst werden mit dazu zählen.
          Dann sind wir nicht bei alle vier Tage ein Kind sondern bei über 270 jeden Tag.
          Feministierende sind da ja generell auch nicht so kleinlich wenn es darum geht Zahlen aufzubauschen.

  2. Hier wäre mal eine sinnvolle Aufgabe für einen Studenten der sog. Genderwissenschaften:

    Wie viele postnatale Kindstötungen erfolgen durch Frauen?
    Wie wird die Tötung bewertet (fahrlässig,vorsätzlich, schuldunfähig wg. Muttersein etc.)?
    Wie viele Täterinnen bekommen dafür eine Haftstrafe und wie viele sehen faktisch
    jemals ein Gefängnis von innen? Die beliebte Standardargumentation ist ja: Eine Mutter, die ihr Kind verloren hat (es also in diesem Fall getötet hat) ist dadurch schon genug bestraft.

    Der Student wird es aber schwer haben und überall nicht vorhandene Statistiken vorfinden. Ähnlich wie bei den Falschbeschuldigungen, die ja im Grunde ein sehr ernstzunehmendes Delikt sind und schon viele Leben zerstört haben. Trotzdem weigert sich wohl das Justizministerium bis heute, entsprechende Statistiken zu erstellen und/oder herauszugeben, insbesondere Zahlen im Kontext von Trennungssituationen.

    Dort ist es anscheinend fast schon Standard, dass der Mann des Missbrauchs oder der Misshandlung bezichtigt wird. Das verpufft dann oft, wenn die Familienrichterin der Frau mal tief in die Augen guckt, führt aber zu keinem offiziellen Freispruch, da es ja nicht mal angeklagt oder verhandelt wurde.Die Vorwürfe kleben dann in den Akten, bis eine Herrenfrau aus der Genderstudies-Fakultät des Weges kommt und ihre Masterarbeit darauf aufbaut, wie oft in Trennungssituationen Missbrauch und Misshandlungen vorkommen. Und wenn schon die aktenkundige Anzahl so hoch ist, wie schlimm muss dann die Dunkelziffer aussehen?

    Die malt sich dann die Welt wie sie ihr gefällt.Es folgt die Pressemitteilung zur männlichen Bestialität – und ganz von selbst steht jeder Erzieher im Kindergarten plötzlich noch stärker unter Beobachtung und Generalverdacht…

    Irgendwie hinterfotzig und bösartig sowas.

  3. Man könnte fast glauben, Fischer liest hier mit. Jedenfalls habe ich ein Déjà-vu, weil das mit den Dunkelziffern, dass männliche Opfer kaum ihre Partnerin anzeigen und auch von den Ermittlungsbehörden kaum ernst genommen werden würden, haben wir hier doch gerade vor wenigen Tagen schon beschrieben. Auch das mit den Kindstötungen hatten wir im Forum angemerkt.

  4. Ich finde es ja interessant, dass so ein Artikel ausgerechnet bei Spon veröffentlich wird. Die schreiben doch sonst so viel politisch korrekten Mist. Wenn man bedenkt, dass die auch Artikel von Stokowski veröffentlichen, kann man das schon als leicht schizophren bezeichnen.

    @Christian:

    Der erste Link für zu einem Artikel über Rainer Wendt.

    • Nö, der ist da schon gesetzt, der macht das dann mit anderen Dingen gut.
      Abgesehen davon konnte auch jemand wie Fleischhauer für den Spiegel schreiben, wobei man dazu wissen sollte, das der mit Augstein Junior befreundet ist, und selbiger auch etwas aus dem üblichen Muster der Diskursverweigerung fällt.

      • „Augstein Junior befreundet ist, und selbiger auch etwas aus dem üblichen Muster der Diskursverweigerung fällt“

        Ja, der adoptierte Erbling denkt hin- und wieder, nicht viel, nicht intensiv, nicht immer erfolgreich, aber er ist damit immerhin eine Ausnahme im heutigen Medienbetrieb. Ist halt finanziell unabhängig und kann sich das leisten.

        Diskurs und anderen zuhören, ist aber nicht so seine Sache, zumindest bei seinem linken Meinungsprojekt freitag.de geht es 120%ig politisch korrekt zu. Beim letzten Versuch hielt mein Account keine 3 Tage, dann wurde er gelöscht, Anlass dürfte ein Link auf allesevolution gewesen sein…

  5. Der größte Populismus ist bei dieser Thematik das Verwenden absoluter Zahlen. Ich frage mich auch ob viele Journalisten eigentlich gar nicht merken, dass sie sich hierbei in Wiedersprüche verstricken. Man hört ja sonst immer, dass Deutschland ein Land mit einer sehr niedrigen Mordrate ist. Und das passt halt mit der Darstellung vom Femizid als ein großes Problem nicht zusammen, da ja Femizide ein Bestandteil der allgemeinen Mordrate sind. Es ist von daher unmöglich, dass die Mordrate auf der einen Seite niedrig und gleichzeitig Femizide häufig sind.
    Der Punkt ist eben der: Bei der allgemeinen Mordrate wird seriös berichtet und die Menge der Morde ins Verhältnis zur Bevölkerungsgröße gesetzt. Beim Thema Femizid wird dagegen populistisch berichtet und die absolute Zahl genannt.

    • Das Wort Femizid ist in dem Zusammenhang unsinn. Die wurde nicht getöten, weil sie Frauen waren.
      Damit würden die Leute die das Behaupten das wenn der Mörder schwul wäre und sein Partner entsprechend ein Mann, er in der gleichen Situation keinen Mord begangen hätte.

      Das halte ich für ziemlich weit hergeholt.

      • Matze, Femizid ist doch sowieso nur ein Kunstwort, das gibt es nicht.
        Unsere lieben Mainstream-Medien berichten ja gerne, dass so böse Leute wie die AFD populistische Kunstworte basteln wie z.B. Flüchtlingswelle. Machen es die lieben Feministen ist es aber was anderes.

        Wie sagt der Danisch immer so schön. Was mich ankotzt ist der Doppelstandard…

        • Mir scheint, daß dieses Kunstwort erst 2017-2018 ? erfunden wurde und seit heuer wird es propagandistisch stark eingesetzt. Überhaupt scheint mir in letzter Zeit eine Häufung feministischer Propaganda in den Mainstream-ÖR Medien zu laufen, die fast den Anschein zentraler Steuerung erweckt. kaum ein Tag ohne Beitrag zu Benachteiligung oder Gewalt an Frauen.

          Ein ernstes Thema eigentlich, die Verhöhnung aller nichtweiblichen Gewaltopfer, trotzdem hier musste ich schmunzeln:

          „Leben wir in einem sicheren Land? Was gedenken Sie zu tun gegen das andauernde Versagen der Behörden…?“

          Vor meinem geistigen Auge entstand das Bild von beaufsichtigenden Amtspersonen in jedem deutschen Schlafzimmer…

          • „Überhaupt scheint mir in letzter Zeit eine Häufung feministischer Propaganda in den Mainstream-ÖR Medien zu laufen, die fast den Anschein zentraler Steuerung erweckt. kaum ein Tag ohne Beitrag zu Benachteiligung oder Gewalt an Frauen.“

            Gebe dir Recht. Abgesehen davon kommt auch staendig das Klima und Rechtengedoens.

            Ich glaube nicht an Verschwoerungstheorien, aber wenn dann kann doch nur gewollt sein, dass die AFD an die Macht kommt. Die oeffentliche Meinung unterscheidet sich immer mehr von dem was Menschen unter vorgehaltener Hand sagen. Je mehr man versucht den Leuten Feminismus, Klima und Anti-Rechts einzupruegeln, desto staerker wird die AFD meiner Ansicht nach.

  6. Pingback: „Frauenmorde 2018: Von ihren Männern getötet“ die Zeit-Liste | Alles Evolution

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