Machen Kinder glücklich?

Gerade stieß ich auf Twitter wieder auf einen Tweet, in der eine Umfrage zitiert wurde, dass mit Kindern die „Glücklichkeit“ nicht ansteigt, sondern sogar eher etwas abfällt.

Ich habe mir den Tweet leider nicht gemerkt, aber wer sucht, der findet entsprechende Forschung, die das zum Inhalt hat.

Mich überrascht das nicht, auch wenn Fräulein Schmidt das süßeste Kind der Welt ist.

Es liegt denke ich schlicht daran, dass man Glücklich sein auf diese Weise schlicht nicht messen kann und wir dabei wesentliche Daten nicht erfassen.

War ich vor der Geburt von Fräulein Schmidt oder auch nur vor der Schwangerschaft meiner Frau unglücklicher oder fehlte mir etwas? Nein, das Leben war durchaus schön und ich hatte ja auch noch nichts aufgegeben oder mich gegen etwas entschieden, so dass ich durch das fehlende Kind auch keinen wirklichen Verlust wahrgenommen habe.

Ich hatte Zeit abends wegzugehen, ich konnte ganz anders planen als heute und ich habe natürlich auch besser geschlafen.

Ein Kind bringt, dass ist ganz klar, einiges an Einschränkungen des persönlichen Lebens mit sich. Da man diese vorher nicht hatte verbucht man sie natürlich auf der „Minus-Seite“.

Das Glück durch das Kind ist da schwerer zu fassen. Genauso wie das Glück einen anderen Menschen in seinem Leben zu haben schwer zu fassen ist. Ein Kind macht Arbeit, es ist mal krank, mal schlecht gelaunt, mal braucht es Aufmerksamkeit, wenn man selbst gerade gerne abschalten würde, es muss versorgt werden und es hat seinen eigenen Kopf.

Es ist aber gleichzeitig auch eine ganz wunderbare Erfahrung ein Kind aufwachsen zu sehen und die kleinen Entwicklungsschritte täglich/wöchentlich/monatlich nachzuvollziehen. Es ist schön, wie es auf einen fixiert ist, wie es sich über Kleinigkeiten freut, wie es die Welt entdeckt. Aber es ist eben nichts, was einfach nur eine Lebensverbesserung bringt, weil es eben ein Mensch ist. Ein Mensch, der mit seinen Höhen und Tiefen in das gemeinsame Leben tritt.

Ist man deswegen tatsächlich unglücklicher? Ich würde eher sagen, dass es schlicht nicht zu vergleichen ist. Ein Indiz ist, dass wohl die allermeisten Eltern ihre Kinder nicht mehr hergeben würden. Natürlich ist es anstrengend und natürlich stellt man sein Leben auch wegen der Kinder um. Und sicherlich wird es auch Leute geben, die den Freiraum von früher vermissen und auch Leute, die meinen, dass ihr Kind ihnen ihr Leben verdorben hat.

Aber dennoch sind für die meisten ihre Kinder eine langfristige Bereicherung, eine tiefe Beziehung im Leben, die nicht auf einer einfachen „Glücklichsein-Skala“ zu berechnen ist.
Familie eben.